Mittwoch, 17. September 2008

Stunt auf der Autobahn wird kann nicht gebüsst werden

Der Fahrer hat niemanden gefährdet Die Tat ist verjährt.

Ich zitiere Spiegel -online:

Stuttgart - Es war ein Stunt, der halsbrecherischer kaum hätte ausfallen können. Mit 100 km/h Spitzengeschwindigkeit soll ein Skateboarder den "Drackensteiger Hang" im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) hinabgebrettert sein, einen sehr abschüssigen und gefährlichen Abschnitt der Autobahn 8.

Das Video der rasanten Tour, auf der Internet-Plattform YouTube ist es seit vielen Wochen ein Klickmagnet, zeigt, wie ein Motorrad den Skater zunächst von einem Parkplatz aus auf die Strecke schleppt, dann Fahrt aufnimmt und schließlich den rund 2,5 Kilometer lange Hang hinabrast.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE handelt es sich bei dem waghalsigen Rollbrettfahrer um Sebastian H. aus Stuttgart, in der Szene auch als "Bassi" bekannt. Einem Bericht der "Neuen Württembergischen Zeitung" zufolge hatte der 31-Jährige bislang zwar eingeräumt, den Film ins Internet gestellt zu haben, jedoch stets bestritten, der Fahrer gewesen zu sein.

Obschon im Video vermerkt wird, die Tat nicht nachzuahmen, wird der Film Nachahmer finden, zumal der Täter nicht gebüsst werden kann.

Montag, 15. September 2008

Scherz-Telefonat mit Andrea Ypsilanti: SPD erwägt rechtliche Schritte gegen Radio-Sender

Scherz-Telefonat mit Andrea Ypsilanti SPD erwägt rechtliche Schritte gegen Radio-Sender

Quelle Bild - online:

Sieben Minuten lang ging Hessens Andrea Ypsilanti (SPD) einem falschen Franz Müntefering auf den Leim – als der Stimmenimitator (Radio ffn) sich zu erkennen gab, untersagte sie die Ausstrahlung.

Mehr Politik

Ein gekürzter Mitschnitt tauchte dennoch bei YouTube auf – sorgt seitdem im Netz für Furore. Jetzt erwägt die SPD rechtliche Schritte gegen den Radiosender ffn, der dafür sorgen wollte, dass das Gespräch aus dem Internet verschwindet. Hintergrund: Radio-ffn-Programmdirektorin Ina Tenz hatte am Sonntag erklärt, ihr Sender habe YouTube über einen Anwalt auffordern lassen, den Mitschnitt zu löschen. Ypsilanti begründete ihr striktes Sendeverbot damit, dass ein solcher Mitschnitt unzulässig sei.

Noch immer sind die Passagen im Internet abrufbar – und Hunderttausende haben sie sich bereits angehört.

Radio ffn leimt Ypsilanti: Bei YouTube gibt es dafür fünf Sterne. Und die Plattform-Nutzer fordern immer vehementer, dass der Mitschnitt nicht zensiert wird. Untertitel eines Videos: Dies wäre „nicht im Sinne der deutschen Wähler“, die über „ungeschönte Einsichten in politisches Denken in Deutschland“ dankbar wären.

Kommentar: Rechtlich ein spannender Fall. Wir werden ihn weiter verfolgen. Es zeigt sich einmal mehr, dass es im Internetzeitalter sehr schwer ist, einmal verbreitete Sequenzen endgültig zu löschen. Obschon es bereits eine rechtliche Verfügung gibt, dass der Telefonscherz nicht mehr ausgestrahlt werden darf, kursiert er immer noch im Netz (eine Sequenz ist immer noch auf Youtube) und wurde bereits kopiert und wurde umgehend anderweitig verbreitet. Der Scherzbeitrag ist somit kaum mehr zu stoppen.

Ypsilanti Müntefering gefakter Anruf FFN

Rate:
5.0

FAZ-net:

Münte am Apparat

Fingiertes Telefonat ist nicht zu stoppen

16. September 2008 Das Gespräch, das Andrea Ypsilanti am vergangenen Mittwoch mit Jochen Krause, einem Stimmenimitator des niedersächsischen Privatsenders Radio ffn, geführt hat, der sich als Franz Müntefering ausgab, ist nicht zu stoppen. Sieben Minuten lang hat Krause die Möchtegern-Ministerpräsidentin in dem Glauben gelassen, sie spreche mit ihrem neuen, alten Parteichef und räsoniere über die politische Lage in Hessen, vor allem darüber, wie mit der Linken zu verfahren sei, bevor der Radiomann sein Alias aufgab.

Im Radio lief das Stückchen nicht, weil Andrea Ypsilanti ihre Einwilligung verwehrte und der Sender, wie die Programmchefin Ina Tenz auf Nachfrage bestätigt, zusicherte, es nicht zu senden. Doch wer hören will, ob sich Andrea Ypsilanti zuraten lässt, es eben doch nicht mit dem Sturz des Ministerpräsidenten Roland Koch zu versuchen und stattdessen einen Führungsposten in der Bundespartei zu übernehmen (dreimal darf man raten, was sie davon hält), der muss nur ins Internet gehen und bei Youtube nachschauen, dort ist ein Ausschnitt des Gesprächs von einer Minute und dreiundvierzig Sekunden Länge zu hören.

Nachtrag: Auf Youtube ist die Sequenz inzwischen auch gelöscht

Nachtrag:

Bild-online:

Schauspielerin Tina Fey als Sarah Palin und Amy Poehler als Senatorin Hilary Clinton

Schön aber blöd! So verhöhnt das US-Fernsehen McCains Vize

Sie sieht aus wie Sarah Palin (44), sie spricht wie Sarah Palin. Aber sie ist Tina Fey (38), US-Schauspielerin („Mean Girls“) und Imitatorin der republikanischen Vize-Präsidentschaftskandidatin!

Sarah-Palin-Double: Schauspielerin Tina Fey (38)

Sarah-Palin-Double: Schauspielerin Tina Fey

In der bekannten US-Comedy-Show „Saturday Night Live“ lieferte sich Fey gemeinsam mit Hilary-Clinton-Imitatorin Amy Poehler (37) einen witzigen Schlagabtausch.

Die toughe Republikanerin im roten Kostüm, mit Retro-Hochsteckfrisur und typischer Palin-Brille. „Ich war so aufgeregt, als ich hörte, dass Senatorin Clinton und ich heute zu Ihnen sprechen dürfen“, gestand sie dem Publikum. „Und mir wurde gesagt, ich trete allein auf“, maulte Comedy-Clinton zurück.

Großer Lacher: Ein Seitenhieb auf Palins Bemerkung in einem Fernseh-Interview, es gebe eine Insel vor Alaska, von der aus man Russland sehen könne. Im Spaß-Duell antwortete TV-Palin: „Ich kann Russland von meinem Haus aus sehen!“

Die Parodie-Demokratin Clinton erklärte weiter, sie „stimme nicht mit der Bush-Doktrin überein“ und Palin ergänzt charmant: „Und ich weiß nicht mal, was das ist!“

Kommentar: Wir können davon ausgehen, dass derartige Gags und Satiresendung ebenfalls die Stimmberechtigten beeinflussen können.

Nachtrag bild-online:

Telefonscherz bei Andrea Ypsilanti: Warum ist dieser Anruf so geheim?

Telefonscherz mit Andrea Ypsilanti Warum ist dieser Anruf so geheim?

Der Spaß-Anruf bei Andrea Ypsilanti (51, SPD) – ein Franz-Müntefering-Imitator vom Radiosender „ffn“ aus Hannover hatte die hessische Landeschefin reingelegt. Der Inhalt: streng geheim! Bis ein Video dazu im Internet auftauchte, Zeitungen Details aus dem Gespräch berichteten.

Die SPD hat Strafanzeige gegen den niedersächsischen Sender gestellt, beruft sich auf den Schutz der Vertraulichkeit des Wortes nach § 201im Strafgesetzbuch. Hessens-SPD-Sprecher Frank Steibli (39) zu BILD.de: „Wir müssen uns keinen Spaß von anderen aufzwingen lassen. Dieses Recht gilt für jeden.“

Warum will die SPD das Telefonat geheim halten? Brisante Sätze aus dem 7-minütigen Anruf, die jetzt abgedruckt wurden, könnten eine Antwort geben:

„Als der Falsch-Münte anregt, sie solle doch Hessen dem Koch lassen und stattdessen SPD-Generalsekretärin in Berlin werden, antwortet die Gefoppte brav und standhaft in ihrem Babba-Hesselbach-Hessisch: ,Nee, des kann isch nisch'“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Laut „Rheinischer Post“ Ypsilanti weiter:

„Franz, das geht nicht. Ich wär verraten und verkauft, ich bräuchte in Hessen überhaupt nicht mehr aufzutauchen.“

So berichteten deutsche Medien über den Anruf
Andrea Ypsilanti: So berichtet die „Berliner Zeitung“
Ausschnitt aus der „Berliner Zeitung“
Foto: Berliner Zeitung
1/4

„Aber Franz lockt mit ,interessanten Positionen' ganz oben“, berichtet die „Berliner Zeitung“ weiter. „Wenn einer Heil heißt, ist er nicht heilig. Wenn du weißt, was ich meine“, soll der falsche Müntefering laut der Berliner Tageszeitung gesagt haben. „Ich weiß, was du meinst“, so die Antwort der SPD-Landeschefin laut „Rheinischer Post“.

Das geheime Telefonat, das nicht mehr geheim ist. Andrea Ypsilanti hatte dem Radiosender keine Erlaubnis erteilt, das „Crazyphone“ zu senden. Dennoch war das Video auf „YouTube“ zu sehen. Wie das passieren konnte? Unklar!

„ffn“-Programmdirektorin Ina Tenz (37) zu BILD.de:

„Es ist schade, dass Frau Ypsilanti so wenig Humor hat! Würde jeder so vorgehen wie sie, würden Kurt und Paola Felix wegen ihrer versteckten Kamera lebenslange Haftstrafen absitzen müssen."

Phänomen Palin - sie sprengt die Normen

Aus tagi-online:

Wie Sarah Palin die Fantasien beflügelt

Noch vor wenigen Wochen kannte kein Mensch den Namen Sarah Palin. Nun sorgt die attraktive Vize-Präsidentschaftskandidatin für Rekordquoten in den Medien – und beflügelt die Fantasie.

Grafiker lassen sich von der Vize-Präsidentschaftskandidatin inspirieren

1/8 Sarah Palin inspiriert Grafiker weltweit. Sie sehen sie als blutrünstigen Dracula... Photo: DUKAS/FERRARI PRESS ·

Kaum fällt auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz der Name Sarah Palin, schlägt die Klick-Statistik nach oben aus. Die Republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin übt eine Sogwirkung aus, wie sonst nur Britney Spears oder Roger Federer. Was fasziniert so an ihr?

Es scheint, als ob der amerikanische Traum wahr wird: Die Gouverneurin von Alaska hat keine einflussreiche Familie im Rücken, war an keiner Elite-Uni, ist einfach eine normale Amerikanerin. Nicht nur Künstler und Grafiker interpretieren alles Mögliche in sie rein. Das Wall Street Journal vergleicht ihre Geschichte mit Filmen wie «Erin Brockovich».

Nur: Julia Roberts als hemdsärmlige Erin Brockovich war eine Sympathieträgerin, auch hier in der Schweiz. Von Sarah Palin kann man das nicht behaupten. Dauerfröhlich, mit glänzender Haut und Hochsteckfrisur – sieht man ein Bild von ihr, liegt einem das typisch amerikanische Kehlkopf-R schon in den Ohren. Sie posiert mit Jagdgewehr, hält eine US-Intervention in Georgien für möglich, soll Vetternwirtschaft betrieben haben, und – besonders wichtig – sie ist gegen vorehelichen Sex, ihre 17-jährige Tochter ist aber schwanger.

Alle Vorurteile der amerikanischen Doppelmoral und Oberflächlichkeit scheint sie zu bestätigen. Täglich kommen neue angebliche Enthüllungen. Und jede wird gierig aufgesogen. Die letzte zum Beispiel, dass sie Aufklärungsbücher aus öffentlichen Bibliotheken habe verbannen wollen. Die kommenden Schlagzeilen kreisen schon in unseren Köpfen: «Palin verwechselt Kolumbien mit dem Kaukasus», «Eines ihrer vier Kinder stammt von einem andern Mann», «Palin will aus den USA einen christlichen Gottesstaat machen». «So sind die Amerikaner halt!», so die Vox Populi. Ausser natürlich Obama. Der ist genau das Gegenteil, steht für alles Gute aus Amerika. Doch der interessiert irgendwie nicht mehr.

Wenn man die Wahl hat, positive oder negative Vorurteile bestätigt zu erhalten, so nimmt man lieber die negativen. Vor allem, wenn sie so schön daherkommen.

Kommentar:Wir fragen uns, ob sich diese Wirbel alle auch an der Urne auszahlen oder nicht kontraproduktiv sein werden. Aufmerksamkeit schaffen allein genügt nicht. Kaum auszudenken, wenn die grösste Weltmacht nach einem Ableben von McCain von dieser Frau regiert würde.

Nachtrag Blick-online:

Palins Mailkonto gehackt

Auszug des gehackten Mail-Accounts. (AP)
Als Beweis haben die Hacker einen Auszug von Palins Mail-Liste veröffentlicht.

Palins private mails gehackt
Die republikanische Kandidatin für den Posten des Vizepräsidenten und ihr Wahlteam bezeichnen den virtuellen Einbruch als eine «schockierende Invasion der Privatsphäre der Gouverneurin». Eine Strafuntersuchung sei eingeleitet worden.

Nicht, dass der Inhalt der Mails besonders Brisantes enthüllt hätte – doch die Praxis, dass die Gouverneurin offenbar Regierungsgeschäfte über einen privaten Mail-Account erledigt hat, sorgt in den USA für Wirbel. Ein Trick der Bush-Administration Schon die Bush-Administration hatte staatliche Angelegenheiten über Privatmails abgewickelt. Angeblich, um mögliche spätere Untersuchungen umgehen zu können. «Mails, in denen es um öffentliche Geschäfte geht, müssen über öffentliche Accounts laufen, damit sie später ins Archiv abgelegt und bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können», erklärt Bürgerrechtler Charles Davis. Dazu kommt: Sarah Palin müsste es besser wissen. Immerhin war sie wegen der Vermischung von Geschäftlichen mit Privaten nicht nur als Gouverneurin, sondern bereits als Bürgermeisterin von Wasilla unter Beschuss gekommen. In privaten Mails hatte sie etwa ihren Angestellten geschrieben, dass diese ihre Zustimmung bräuchten, wenn sie mit der Presse reden wollten. Und als Gouverneurin von Alaska erledigte Palin die Ausschreibung für ein Ölpipeline-Geschäft offenbar auch über ihre Privat-Korrespondenz, so dass das Geschäft schliesslich ganz und gar nicht so transparent ablief, wie Palin es bei ihrem Amtsantritt angekündigt hatte. Loyalitäten und Geheimniskrämerei «Interviews zeigen, dass Frau Palin immer eine Administration führte, die ganz und gar auf Loyalitäten und Geheimniskrämerei setzte», schrieb die renommierte «New York Post» unlängst. Der Hacker-Angriff und die offengelegten Mails scheint der Zeitung recht zu geben. Palins öffentliche Erklärung zur geplanten McCain/Palin-Administration – «Wir werden alles transparenter machen und attraktiver für jene gestalten, die dienen wollen» – erscheint jetzt umso faden

Für Bundesrat Schmid wird es eng

Zitat Tagi online:

Heikle Stunden für Schmid im Parlament

Heute beginnt im Bundeshaus die Herbstsession. Verteidigungsminister Samuel Schmid muss Fragen zur Affäre Nef beantworten. Sein Rüstungsprogramm steht auf der Kippe. Mehr...

Kommentar: Für den Verteidigungsminister wird es brandgefährlich. Ob er die letzte Chance doch noch nützen kann? Wenn er nicht blitzartig handelt, sehe ich schwarz. Wir werden sehen, wie er die Fragen in der Herbstsession beantwortet.

Sonntag, 14. September 2008

Patrouille Suisse vor dem Aus?

Pech für die Patrouille Suisse: Gestern Samstag wollte sich die Staffel mit einer spektakulären Flugshow an der Militärausstellung Comm 08 in Frauenfeld präsentieren. Das miese Wetter verhinderte aber, dass die Piloten ihre atemberaubenden Kunststücke in den Thurgauer Himmel zaubern konnten.

Es wäre für die Fans eine gute Gelegenheit gewesen, den waghalsigen Helden der Lüfte nochmals zuzujubeln. Denn dem Aushängeschild der Schweizer Luftwaffe droht das Aus.

Grund: Die Kampfjets F-5 E Tiger der Patrouille Suisse werden bald altershalber verschrottet. Geht es nach dem Willen der Militärs, werden sie durch neue, in Betrieb und Unterhalt viel teurere Kampfflugzeuge ersetzt. Viel zu teuer auf jeden Fall, um Zirkusstücke aufzuführen. Dafür reicht das immer schmalere Budget der Armee nicht aus.

SVP-Sicherheitspolitiker Thomas Hurter :

«Es tut mir weh, aber es macht keinen Sinn, eine eigene Kunstflugstaffel zu betreiben, wenn der Luftwaffe ständig weniger Mittel zur Verfügung stehen. Wir können uns die Patrouille Suisse nicht mehr leisten.»

Auch Peter Malama , FDP-Nationalrat und Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission, sieht schwarz für das populäre Vorführteam. Schweren Herzens beuge er sich den Sachzwängen.

«Wir müssen Prioritäten setzen, und die liegen sicher nicht bei der Kunstflugstaffel», so Malama.

Der Kommandant der Patrouille Suisse, Daniel Hösli (50), hofft nun, wenigstens noch eine Zeit lang mit den Tigern rumfliegen zu können. Diese Hoffnung kann er sich sparen: Unterhalt und Betrieb von ein paar Tigern, die nur von der Kunstflugstaffel genutzt würden, kämen viel zu teuer. Die Patrouille und ihre Tiger – sie stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Vorzeigemarke der Armee

Sie steht für Präzision und Zuverlässigkeit: Seit 1964 gibt es die Kunstflugstaffel, bis heute hat es keinen Unfall gegeben. «Die Patrouille Suisse ist zu einer Schweizer Marke geworden», sagt Daniel Hösli (50), Kommandant des Vorführteams der Schweizer Luftwaffe. Die Mannschaft der Patrouille Suisse zählt 30 Personen. Pro Anlass sind 20 Personen im Einsatz – davon sechs Piloten und zwei Speaker, die am Boden den Zuschauern erzählen, was sie sehen und sehen werden.

Die sechs Berufspiloten absolvieren jeweils Anfang Jahr einen zweiwöchigen Trainingskurs und trainieren dann in der Kunstflugstaffel während der Saison einmal pro Woche, meistens am Montag. Pro Jahr zeigt die Staffel in 13 Einsätzen im In- und Ausland ihr Können.

1991 erhielten die Jets ihr neues Aussehen: Die Flugzeugunterseite leuchtet seither als Schweizer Wappen in Rot und Weiss. Drei Jahre später flogen die Piloten der Patrouille Suisse ihre letzte Vorführung mit dem Hunter, der ausgemustert wurde. Die Kunstflugstaffel stieg auf die schnelleren und wendigeren F-5 E Tiger um, die bis heute verwendet werden.

Kommentar: Als das Ueberwachungsgeschwader in Dübendorf stationiert war, durfte ich diese Piloten jahrelang medienrhetorisch schulen. Es ging um die Vermittlung der Grundsteine im Umgang mit Medien. Auch das Team der Patrouille Suisse durfte ich jahrelang im Mediensimulator den Stresssituationen vor Mikrofon und Kamera aussetzen. Bei diesen Ausbildungsmodulen erkannte ich schnell, wie wichtig die Selbstkritikfähigkeit ist, wenn es um Lernprozesse geht. Für die Piloten ist es eine Selbstverständlichkeit, sich nach jedem Einsatz einem Debriefing zu unterziehen. Diese Fähigkeit, Kritik zu problemlos zu akzeptieren, erlebte ich nur noch an der Klosterschule in Baldegg. Dort mussten alle Studentinnen als Erstes lernen, sich selbst zu beurteilen. Leider müssen heute viele Vorgesetzte diese Fähigkeit erst nachträglich in Kursen mühsam erwerben. Bei Lehrererfortbildungkursen stellte ich fest, dass in diesem Beruf die Selbstkritikfähigkeit oft mühsam erworben werden muss. Sie wäre jedoch beim Lehrerberuf besonders wichtig. Lehrpersonen müssen sich bekanntlich nicht nach jeder Unterrichtseinheit einem Debriefing stellen. Sie werden zwar von Schülern, Eltern und vom Schulleiter hart kritisiert und kommen dadurch eher in eine Selbstverteidigungshaltung. Das hat aber wenig mit Selbstkritikfähigkeit zu tun.

Bei der Patrouille Suisse dominierte noch ein andere Fähigkeit: Die Teamfähigkeit. Selten erlebte ich die wichtige Kompetenz - im Team gut zu arbeiten - so hautnah wie bei dieser Staffel.

Meine Erkentnisse im Buch "Team und Kommunikation" basieren weitgehend auf diesen einmaligen Erlebnissen mit Piloten.

Die Patrouille Suisse wird mir somit in bleibender Erinnerung bleiben- selbst wenn sie aufgelöst würde. Ich bin stolz, dass ich dem Team einmal beim Namen der einer neuen Flugfigur dienlich sein konnte und ich ihnen damit - nicht nur im Bereich Medienrhetorik - wenigstens bei der Namensfindung behilflich sein konnte. Bei einem Trainingsflug sagte ich dem Kommandaten bei einer neuen Figur, mir komme es so vor, als flirten die beiden Flugzeuge miteinander. Diese Nummer wurde hernach als "Flirt" bezeichnet. So wurde ein Kommunikationscoach überraschenderweise zum Taufvater einer Flugfigur der Partrouille Suisse.

Patrouille Suisse vor dem Aus

Montag, 8. September 2008

Die älteste Satirezeitschrift der Welt.

Beitrag vom Mittwoch, 20. August 2008

Satire zum Selbermachen!

Heute zeigen wir Ihnen einmal, wie man Satire ohne Cartoons macht: Man nimmt einen Inland-Artikel aus der SP-Ecke und legt ihn vor einen Ausland-Artikel aus der Kaukasus-Ecke. Fertig!

Kommentar: Nicht nur die SP bekommt Probleme, wenn man Zeitprobleme mit der propagierten These kombiniert.

Ob schon der Winter kommt?

Der Sommer ist zu Ende. Wir genossen den Altweibersommer im Wallis in unserem Refugium. Der plötzliche Kälteeinbruch und Schnee bis 1500 m treib uns nach Hause.

Impression aus Bolligen:

Nach dem Kälteeinbruch und dem strömenden Regen ist für diese Schwalben in Bolligen BE klar: Auf nach Süden. (Bilder: Mobile-Reporterin Magdalena Baschung).

*************************************

Ist der Bundesrat ist ein politisches Tollhaus ?

Pelli wettert gegen SP-Bundesräte

Der FDP-Präsident bezeichnet den Bundesrat als politisches Tollhaus und fordert ein Ende der Hahnenkämpfe.

«Kein Spiel mit unseren Institutionen» forderte Fulvio Pelli am Samstag vor den rund 200 FDP-Delegierten in Neuenburg. Das Jekami politischer Verfehlungen dürfe so nicht weitergehen.

Der Tessiner Nationalrat kritisierte namentlich Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wegen ihrer Aussenpolitik und Verkehrsminister Moritz Leuenberger.

Letzterer ist laut Pelli mit dem gemeinsamen Auftritt mit den Gegnern der Verbandsbeschwerdeinitiative «intellektuell und institutionell zurückgetreten». Auch Bundesrat Schmid und alt-Bundesrat Christoph Blocher - «Anführer der Totalopposition» - liess Pelli in seinem Rundumschlag nicht aus.

In diesem «politischen Tollhaus» drohten der Sinn fürs Wesentliche und der Sinn für das Anständige verloren zu gehen, sagte Pelli. Die Hahnenkämpfe sollten endlich der Sacharbeit weichen und genau das wolle die FDP.

Kommentar: Couchepin musste sich den Rundumschlag des Parteipräsidenten anhören und versuchte nach gewohnter Manier, sich und den Gesamtbundesrat ins positive Licht zu rücken.

Er behauptete, dass das Klima im Bundesrat gut sei. Der Bundesrat sei eine Institution der realen Welt. Es gebe zwar Probleme und Fehler. Doch habe der Bundesrat vor allem die Aufgabe, Vorschläge zu machen und zu entscheiden.

Bundespräsident Couchepin spielt seit Wochen alle Probleme hinuntern und wehrt sich gegen die publizierte Kritik. Für ihn sind alle Anschuldigugnen eine Medienkampage. Den Vorwurf, der Bundesrat schone sich gegseitig, wischte er jüngst mit der saloppen Bemerkung von Tisch: Wir kritisieren einander nicht. Wir sind keine Schulklasse. Im Fall Nef/Schmid spach er immer nur von einem kleinen Unfall unter den man einen Strich ziehen müsse.

Uebrigens: Pellis Rundumschlag kann Folgen haben. Bis jetzt wurde Bundesrat Schmid auch von der FdP getragen. Ich befürchte: Mit der Rede Pellis könnte sich das Kräfteverhältnis zu ungunsten des Verteidigungsminister verschieben.