Sonntag, 17. August 2008

Kein Witz:

Ich zitiere Spiegel online:

KAMPFBEREIT IM UNTERRICHT

Texanische Lehrer dürfen sich bewaffnen

An einer Schule im US-Bundesstaat Texas fühlen sich die Lehrer besonders bedroht von Amokläufern und Schießereien. Deswegen beschloss ein Bezirk kurzerhand, die Lehrer aufzurüsten: Von nun an darf jeder Pädagoge eine Pistole tragen.

In Texas war das Leben schon immer ein bisschen härter als in anderen Bundesstaaten. So sehen das zumindest die Einwohner des kleinen Distrikts Harrold. Wenn dort am 25. August nach den Ferien die Schule beginnt und die Lehrer wieder vor versammelten Klassen stehen, darf sich deshalb unter den Jacken der Pädagogen ein Pistolenlauf abzeichnen.

Auswahl im Waffengeschäft: Pistolen für Pädagogen
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AFP

Auswahl im Waffengeschäft: Pistolen für Pädagogen

Denn in Harrold können ab sofort Lehrer Handfeuerwaffen verdeckt bei sich tragen. Das beschloss die Schulbehörde einstimmig. Auch seitens der Eltern seien keine Einwände gekommen, sagte Schulinspektor David Thweatt.

110 Jugendliche besuchen die einzige Schule in dem kleinen, abseits gelegenen Bezirk im Norden von Texas. Sie wird die erste sein, die es ihren etwa 50 angestellten Lehrkräften erlaubt, im Unterricht Waffen zu tragen. "Das ist eine Frage der Sicherheit", erklärte Thweatt.

"Gesunder Menschenverstand"

Die nächste Polizeistation sei eine halbe Stunde entfernt und könne nicht ausreichend Schutz vor Amokläufen bieten, so Thweatt. "Wir haben ein Verriegelungssystem, wir haben Kameras - aber was, wenn es jemand schafft, in die Schulen einzudringen? Was sollen wir dann machen? Das ist einfach gesunder Menschenverstand", sagte der Schulinspektor. Die Entscheidung sei eine logische Reaktion auf Schießereien an Schulen in der letzten Zeit.

Lehrer, die Pistolen bei sich tragen möchten, müssen einen Waffenschein besitzen und an einem Krisentraining der Schule teilnehmen. "Die Schießereien an Schulen fingen erst an, als die Schulen von der Regierung zu waffenfreien Zonen erklärt wurden. Aber warum sollte man es zulassen, dass es Leute dort draußen gibt, die sich nicht verteidigen können?", sagte Thweatt. "Das ist doch, als befehle man einem Hund: Fass sie!" Er finde es gefährlicher, die Waffen aus der Schule rauszuhalten, als sie mit reinzunehmen.

Der amerikanische Kongress hatte landesweit Waffen an Schulen verboten. Der Oberste Gerichtshof hatte das Gesetz wieder zerschlagen, obwohl Gemeinden ohnehin diesbezüglich eigene Gesetze verabschieden können. Nach texanischem Recht sind Schusswaffen in Schulen verboten, solange zuständige Institutionen keine Ausnahmegenehmigungen erteilen.

Aus express.de:

Foto: Käsmacher (Symbolfoto)

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Die Kreide in der linken, die Waffe in der rechten Hand: So könnte künftig der Unterricht an einer Schule in Texas aussehen. Foto: Käsmacher (Symbolfoto)

Wegen Amok-Gefahr

Lehrer dürfen Waffen im Unterricht tragen

Washington - Das Schulmassaker von Littleton vor neun Jahren schockierte die Welt. Um vergleichbare Amok-Läufe in Zukunft zu verhindern, dürfen US-Lehrer jetzt Waffen tragen.

Kommentar: Die Gewalt in der Schule hat unbestrittenermassen zugenommen, nicht nur unter Kindern - auch zwischen Eltern und Lehrkräften. Es braucht deshalb keine Waffen - Hingegen benötigen Schulen und Elternhaus eine taugliche Streitkultur. Eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen im Umgang miteinander ist und bleibt die Förderung der kommunikativen -und sozialen Kompetenz. Aus meiner Sicht gibt es in dieser Hinsicht bei uns einen enormen Aufhol bedarf. Wer Lehrkräfte bewaffnet, resigniert im Grunde genommen. Waffen sind kein Instrument, ein Kommunikationsklima zu verbessern.

Wie prognostiziert: Bundesrat Schmid wird überleben

Wenn jemand ein Ueberlebenskünstler ist, so ist es Bundesrat Schmid. Nach all seinen Pannen, Führungsschwächen und kommunikativen Fehlern zeichnet er sich immer mehr als Selbstverteidigungsminister aus. Am Tag als die vier Opfer des Kander Bootsunglücks beerdigt wurden, liess sich Samuel Schmid unverständlicherweise mit Ex- Missen fotografieren. Als er den Armeechef- ohne den Bundesrat über das hängige Verfahren zu informieren- ins Amt gehieft hatte und es unterliess, seinem Kronfavoriten harte Fragen zu stellen. Immer gelang es dem gemütlichen Berner, sein nass gewordenes Fell zu schütteln und immer wieder so da zu stehen, als sei nichts geschehen. Peter Rötlisberger Chefredaktor des "Blick am Sonntag" schreibt: Schmid habe zwar immer ein verkrampftes Verhältnis zu den Medien gehabt, etwas kann man von Schmid lernen: Die Ueberlebenskunst nach den Medienschelten. Gerät er in Bedrängnis, setze er sofort den Helm auf, gehe er in Deckung und warte im Graben ab, bis der Pulverdampf verflogen sei. Ich finde dieses Bild treffend.

Nachdem Schmid seit Wochen von der SVP beschossen wird, kann er nächste Woche wieder an der Bundesratssitzung sein Bärenfell schütteln und er wird einmal mehr unbeschadet davon kommen. Sämi Schmid profitiert vom Feindbild SVP und der Angst, die SVP könnte wieder einen Hardliner in den Bundesrat bringen und dadurch die invernehmliche Stimmung in der Exekutive stören. Der Beschützer Schmid ist jetzt der Bundespräsident persönlich zusammen mit dem Gesamtbundesrat:

Ich zitiere:

Aus der Affäre Nef soll keine Affäre Schmid werden, sagte Bundespräsident Pascal Couchepin in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Samuel Schmid müsse sich in der Bundesratssitzung vom Mittwoch (kommende Woche) auch nicht rechtfertigen. Damit ist offensichtlich:

Cochepin will eine Schlussstrich ziehen. Die Affaire Nef ist für ihn nur eine kleine Episode, ein Sommertheater.

«Die Regierung soll öffentlich sagen: Dieses Sommertheater ist erledigt», sagt Couchepin in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Zweitens will der Bundespräsident laut «Sonntag» und «SonntagsZeitung», dass sich der Gesamtbundesrat hinter Samuel Schmids Sicherheitspolitik stellt. Couchepin: «So wie ich die Stimmung spüre, ist sich der Bundesrat einig.»

Foto: news.ch:

Couchepin spricht von «Mord-Versuch» an Schmid
Bundespräsident Pascal Couchepin

Der angeschlagene Verteidigungsminister wird nächste Woche vom Bundesrat voll und ganz gestützt werden. Es gibt keine Schelte. Für Couchepin geht es nun nur noch um der Reform der Armee, wie sie in den letzten Jahren eingeleitet wurde.

SVP nicht reif für Bundesrat?

Die Bundespräsident fährt der SVP nach alter Manier hart an den Karren. So wie er seit Jahren dem Rivalen Blocher an den Karren gefahren war. Die SVP opfert nach Couchepin die Interessen den Landes ihren Parteiinteressen. Damit zeige diese Partei, dass sie für die Rückkehr der SVP in den Bundesrat noch nicht reif ist.

Damit sagt Couchepin wo Gott hockt , d.h. dass man der SVP den Zugang zur Macht verwehren muss: «Die SVP muss lernen, sich ein wenig zurückzuhalten. Und sie muss eine positive Haltung entwickeln. Zuvor hat sie in der Regierung keinen Platz mehr.»

Was mich stört bei diesen Verlautbarungen des Bundespräsidenten: Es ist seine hinlänglich bekannte Schulmeisterrhetorik. Dank der politischen Konstellation wird bestimmt die Rechnung Couchepins kurzfristig aufgehen. Doch denke ich bereits an die nächsten Bundesratswahlen. Dann kann es zu grossen Ueberraschungen kommen.

Freitag, 15. August 2008

«Free Tibet»-Projektion auf chinesischem Konsulat:

IOC lässt Youtube-Video entfernen

Quelle Net-Zeitung:
14. Aug
Nicht genehm: Olympische Ringe als Handschellen
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Das Olympische Komitee ist mit den Gepflogenheiten seines Gastgeberlandes bestens vertraut – zumindest in dessen Spezialität, der Zensur. Angeblich aus Urheberrechten wurde ein chinakritisches Video gelöscht. Zu Unrecht.

Ypsilante will mit dem Kopf durch die Wand!

Als hätte sie nichts gelernt von letzten Fiasko will Ypsilanti erneut zum Wortbruch stehen und entgegen früheren Verlautbarungen mit den LINKEN zusammenarbeiten. Das kann nicht gute kommen.

Spiegel online berichtet:

UMFRAGE ZU LINKSKURS IN HESSEN

Breite Mehrheit gegen Ypsilantis Machtplan

Gegenwind für Andrea Ypsilanti: Nur ein Viertel der Deutschen ist einer neuen Umfrage zufolge dafür, dass sich die hessische SPD-Chefin mit Hilfe der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lässt. Sogar unter Anhängern der Sozialdemokraten gibt es keine Mehrheit dafür.

Der mögliche neue Anlauf der hessischen SPD zur Regierungsübernahme im Wiesbadener Landtag mit Hilfe der Linkspartei findet bei den Bundesbürgern keine große Zustimmung. Im aktuellen ZDF-Politbarometer plädierten lediglich 24 Prozent der Befragten dafür, dass die hessische SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti zur Wahl antreten solle, auch wenn sie nur mit Hilfe der Linken gewählt werden kann. 44 Prozent sagten dagegen, dass Ypsilanti dann nicht antreten sollte. 32 Prozent hatten dazu keine Meinung.

Ypsilanti: Laut Umfrage wenig Rückhalt in der Öffentlichkeit
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DPA

Ypsilanti: Laut Umfrage wenig Rückhalt in der Öffentlichkeit

Eine rot-rot-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl fänden den Angaben zufolge lediglich 17 Prozent der 1263 befragten Wahlberechtigten und nur 22 Prozent der SPD-Anhänger gut. 67 Prozent aller Befragten und 63 Prozent der SPD-Anhänger fänden eine solche Zusammenarbeit im Bund schlecht. Allerdings erwarteten 57 Prozent aller Befragten, dass die SPD eine solche Koalition eingehen würde, wenn sich dafür nach der nächsten Bundestagswahl eine Mehrheit ergäbe.

Kommentar: Wortbruch wird von den Stimmbürgern immer schlecht honoriert.

Donnerstag, 14. August 2008

Lesenswerter Beitrag in 20 Min-online

Warum die Wahrheit nicht interessiert

Was ist jetzt mit den Menschenrechten in China? Mit dem Umweltschutz? Mit Tibet? Diese Themen sind aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei halten sich zurzeit 25 000 Journalisten in Peking auf und könnten tagtäglich die Welt aufrütteln. Doch so läuft das eben nicht.

Was ist jetzt mit den Menschenrechten in China? Mit dem Umweltschutz? Mit Tibet? Diese Themen sind aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei halten sich zurzeit 25 000 Journalisten in Peking auf und könnten tagtäglich die Welt aufrütteln. Doch so läuft das eben nicht.

Auszug aus der Pressekonferenz mit dem IOC zum Thema Menschenrechte. Die Übersetzung finden Sie in der Info-Box.
Tibet-Aktivisten erhalten während den Olympischen Spielen wenig Aufmerksamkeit. (Bild: AP Photo)
Info-Box
Auszug der entscheidenden Sequenz des Videos Wan Wei (Vizepräsident des OK von Peking) und Giselle Davies (Kommunikationsdirektorin des IOC) stellen sich den Fragen der Journalisten. Der englische TV-Reporter Alex Thomson fragt: «Schämt sich das IOC, dass China die Versprechen in Bezug auf Pressefreiheit und Menschenrechte nicht einhält? Das ist sehr direkt: Schämen Sie sich?» Giselle Davies: «Wir sind stolz, dass die Spiele spektakulären Sport bieten und alles gut funktioniert. Das ist worauf wir hier den Fokus legen.» Thomson: «Ich habe nicht gefragt, ob die Spiele gut verlaufen, sondern ob Sie sich schämen für das Verhalten von China. Schämen Sie sich?» Davies: «Ich glaube, ich habe diese Frage beantwortet indem ich erklärte, dass…» Thomson unterbricht: «Ich glaube nicht, dass irgendjemand in diesem Raum, das Gefühl hat, dass meine Frage beantwortet wurde. Ist das IOC beschämt, dass die chinesische Regierung die Versprechen nicht einhielt?» Davies: «Wir sind glücklich, wie die Organisatoren sehr gute Spiele ermöglichen. Das ist, wie es ist. Die Aufgabe des IOC ist, die olympischen Werte nach China zu bringen. Das geschieht auch. Der Anlass ist vor allem für die Athleten und von diesen erhalten wir sehr positive Feedbacks, was sie vom Ablauf der Spiele halten. Thomson: «Nun, Giselle (Davies), so kommen wir nicht weiter. Ich versuche es nochmals, das letzte Mal: Ist das IOC beschämt, dass China die Versprechen über die Pressefreiheit und die Menschenrechte nicht einhält?» Davies: «Nun, ich glaube, dass ihre Kollegen vielleicht auch noch Fragen haben. Ich denke, ich habe Ihre Frage beantwortet.»

Leserbefragung.

Uns interessiert beim Interview der Pressesprecherin des IOC von Ihnen die Antworten auf folgende Fragen:

Wie wirkt diese Profifrau für Sie? Ueberzeugt Sie? Wenn JA, weshalb. Wenn NEIN weshalb nicht? Wie hätten Sie an ihrer Stelle reagiert?

Dann interessiert uns, was Sie zum Journalisten sagen.

Geben Sie uns Ihren Kommentar bekannt auf k-k@bluewin.ch unter Stichwort "Interview Pressesprecherin IOC". Vielen Dank

Ein Regime hat von olympischen Reporterinnen und Reportern wenig zu befürchten. Das war 1936 im nationalsozialistischen Berlin und 1980 im kommunistischen Moskau nicht anders und ist heute erst recht so.

Kein anderes Sportereignis hat die Intensität und die Atemlosigkeit der Olympischen Spiele. Sie übertreffen sogar noch die Fussball-WM. Denn Olympische Spiele produzieren jeden Tag Helden, Dramen, Storys. In normalen Zeiten wird hin und wieder eine sportliche Sau durchs Mediendorf getrieben und man hat Zeit, ihre Borsten zu zählen. Bei Olympischen Spiele wird eine Medien-Säue-Stampede veranstaltet. Man kann nicht einmal mehr die einzelnen Säue zählen.

Kaum Zeit, um den «Planeten Olympia» zu verlassen

Als Reporter wird man vom Malstrom der Ereignisse ganz einfach mitgerissen. Es bleiben kaum Zeit und Energie, um den so gut organisierten «Planeten Olympia» zu verlassen und sich anderen Themen zuzuwenden. Kommt hinzu, dass nach der Eröffnungsfeier das weltweite Interesse an kritischen Storys, die es im Vorfeld durchaus gegeben hat, gegen den Nullpunkt strebt. In jedem Land gilt es jetzt Helden zu feiern und Versager zu tadeln. Mit Berichten über Menschenrechte und Umweltprobleme lassen sich keine TV-Quoten machen, wenn Michael Phelps schwimmt oder Roger Federer aufschlägt.

Hey, es ist die grösste Sportparty der Welt! Und niemand stört gerne eine Party. Seien wir ehrlich: Niemand will die Wahrheit über China wissen, wenn es einen Olympiasieger zu feiern gibt. Und wer sich selbst - ohne Kenntnis der Landessprache - auf die Suche nach der Wahrheit macht, hat es in Peking sehr schwer.

Das chinesische Regime kann etwas vortäuschen

Es gibt einen Grundsatz für einen Reporter: Schreiben, was ist. Das kann heikel sein. Es gibt für ein Regime ja tatsächlich die Möglichkeit, dem Besucher etwas vorzutäuschen. Es existieren Reportagen von klugen westeuropäischen Journalisten aus der Sowjetunion der 1930er Jahre (also zur Zeit des übelsten Terrors), die freie Menschen in einem freien Land schildern. 1936 gelang es den Nationalsozialisten, die Olympischen Spiele in Berlin zu einem überwältigenden Propaganda-Erfolg zu machen - und in Deutschland wäre es damals wohl um einiges leichter gewesen, Missstände aufzudecken als hier und heute in Peking.

Selbst die Russen schafften es 1980 problemlos, die Welt über die Mängel des sozialistischen Systems zu täuschen. Sie füllten die Läden im Zentrum von Moskau mit Südfrüchten, offerierten den akkreditierten Reportern kostenlose Zahnbehandlungen und schon wollte keiner mehr etwas von Mangelwirtschaft wissen.

Peking präsentiert sich in diesen Tagen dem Besucher als freie Stadt. Schlau sorgen die Chinesen dafür, dass jeder ausländische Reporter das Gefühl bekommt, er könne ja eigentlich tun und lassen, was er wolle. So erlebe ich China als freies Land, die USA habe ich da schon eher als Polizei-Staat empfunden. Ich schreibe jetzt nur, was ich persönlich erlebe um zu zeigen, wie schwierig die Suche nach einer Wahrheit ist.

Internetzensur? - Nicht feststellbar

Eine Internet-Zensur kann ich nicht feststellen. Selbst Adressen wie www.bbc.co.uk oder www.amnesty.org oder www.20minuten.ch sind in Sekundenschnelle aufgeschaltet. Und zwar nicht im internationalen Medienzentrum. Sondern in meinem Hotel, das nicht auf der offiziellen Hotelliste steht und praktisch nur von Chinesen bewohnt wird.

Das Gepäck wurde bei der Einreise nicht durchsucht. Ich bin gerade daran, die kritische Mao-Biographie von Jung Chan zu lesen, hatte das Buch bei der Einreise am Zoll unter dem Arm und es liegt im Hotel auf dem Nachttisch. Der Computer wird bei der Sicherheitskontrolle bloss wie am Flughafen gecheckt. Telefonieren mit dem Handy ist jederzeit und überall möglich.

Überwachung durch den Staat? - Nein

Überwachung? Nein. Oder zumindest merke ich nichts davon, dass angeblich zwei Millionen Agenten auf die 25 000 Medienschaffenden angesetzt sind. Ich kann in der Stadt mit dem Taxi oder zu Fuss, mit einem gemieteten Velo oder mit dem Bus, mit der Metro oder dem Zug fahren, wohin ich will. Ich fühle mich so frei oder eben nicht frei wie in New York, Zürich oder im Emmental.

Aber was will diese persönliche Wahrnehmung schon heissen? Als Einzelmaske im Verwaltungsbezirk Peking (15,5 Millionen Einwohner) über politische Verhältnisse zu urteilen, ist vermessen. Es ist etwa so, wie wenn ein Käfer, der in Airolo über die Autobahn krabbelt, die Schweizerische Verkehrspolitik kommentieren sollte.

Oder anders gesagt: Die Olympischen Spiele eignen sich denkbar schlecht für eine kritische Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse. Oder noch zynischer: Die Wahrheit interessiert die Welt während der Olympischen Spiele nicht. Die Wahrheit in diesen Tage sind Ranglisten, Medaillenspiegel, gelaufene oder geschwommene Zeiten.

Um diese Zusammenhänge wussten schon die römischen Kaiser. Sie hielten die Welt mit Brot und Spielen ruhig.

PEKING: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht-

Wer mehrmals schummelt erst recht nicht

Nachdem die Chinesen beim Feuerwerk, bei der Stimme des Kinderstars und bei den leeren Rängen in den Stadien Bilder und Ton manipuliert hatten, ist es nicht verwunderlich, dass Fachleute zweifeln, dass diese Kinder schon 16 Jahre alt sind. Auch Pässe können gefälscht werden.

Ich zitiere Bild - online:

Olympia 2008: Betrugsverdacht bei Chinas Turnerinnen

Betrugsverdacht bei Chinas Turn-Gold Und die sollen wirklich schon 16 sein?

Ist das 14. Gold von China ein schmutziges?

Die unheimliche Sportmacht räumt weiter ab, liegt im Medaillenspiegel weit vorn. Doch jetzt gibt es einen bösen Verdacht:

Haben die Chinesen beim Turn-Gold im Mannschaftswettbewerb betrogen?

Der Vorwurf: Die Altersangaben der Mädchen sollen nicht stimmen.

Mindestens drei Mädchen sollen zu jung für Olympia sein.

Olympia 2008: Betrugsverdacht bei Chinas Turnerinnen

Zum Vergleich: Doerte Brandes aus Dortmund ist 1,50 Meter groß, wiegt 35 Kilo – aber ist erst 11

„Eine Chinesin hatte ja noch eine Zahnlücke, wo gerade ein Milchzahn herausgefallen ist. Ich bin überzeugt, dass zumindest drei Turnerinnen das Mindestalter noch nicht erreicht haben“, findet USA-Teamchefin Martha Karolyi.

Die Regel besagt: Beim Turnen dürfen Athleten nur teilnehmen, wenn sie im Jahr der Olympischen Spiele 16 Jahre alt werden.

Schon im Vorfeld hatte es erhebliche Zweifel um das Alter von He Kexin, Jiang Yuyan und Yang Yilin gegeben. Aber laut Personalausweis sind alle 16 Jahre.

Die chinesische Sportführung hatte in den Jahren 2004 bis 2006 den Geburtstag von Yang Yilin mit dem 26. August 1993 angegeben. Das hieße, sie wäre gerade mal 14 – und zu jung für Olympia! „Nie im Leben sind die 16“, sagt Ex-US-Coach Bela Karolyi.

Die deutsche Chef-Trainerin Ulla Koch klagt an: „Es darf nicht sein, dass solche Kinder sich hier durchsetzen.“

Fünf der sechs Chinesinnen sind zwischen 1,37 Meter und 1,42 Meter groß und wiegen zwischen 31 und 36 Kilo. Damit haben sie einen unschätzbaren Vorteil: So klein und leicht ist man beweglicher und kann z.B. viel besser einen Salto machen.

Die Verbände schauen zu.

2000 holte Yang Yun in Sydney Bronze.

Vor TV-Kameras gab sie zu, dass sie erst 14 Jahre alt sei. Für den Weltverband FIG reichte dies nicht als Beweis. Sie verlassen sich lieber auf die Pässe der Chinesen.

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Fazit: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht! Die Machthaber der Spiele haben leider nicht nur einmal geschummelt. Siehe Knill - Blog - Beitrag vom 10. August 08.

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Nachtrag 15. August

Schon wieder eine Täuschung!

Falsche Minderheiten an Olympia-Eröffnung

Im Zusammenhang mit der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking wurde ein weiterer Schwindel bekannt.

Keine Minderheiten: 56 Kinder - alle von der Mehrheit der Han-Chinesen - spielten Eintracht der Ethnien vor.

Keine Minderheiten: 56 Kinder - alle von der Mehrheit der Han-Chinesen - spielten Eintracht der Ethnien vor. Bild: Keystone

Die Kinder, die bei der Zeremonie vergangene Woche neben einer riesigen chinesischen Flagge ins Stadion einzogen, sollten laut Programmheft die Eintracht der ethnischen Volksgruppen in der Volksrepublik darstellen.

Doch keines von ihnen stammte aus einem Minderheitenvolk, wie Yuan Zhifeng von der Tanzkompanie Galaxy dem «Wall Street Journal» sagte.

56 ethnische Gruppen

Im offiziellen Programm hatte es geheissen:

«56 Kinder aus den 56 ethnischen Gruppen Chinas umrahmen die chinesische Nationalflagge». Allerdings gehörten alle 56 in den Trachten der Minderheiten kostümierten Kinder in Wirklichkeit der Mehrheit der Han-Chinesen an. Die Han-Chinesen stellen rund 90 Prozent der chinesischen Bevölkerung.

Kommentar: Das Schummeln geht ruhig weiter.

Mittwoch, 13. August 2008

Schmerzhaftes Souvenir von der Street Parade

Quelle Tagi-online:

An der Street Parade verzierten Henna-Künstler Hunderte von Ravern. Bald zeigt sich, ob Pfuscher am Werk waren: Ein Farbstoff löst bei Allergikern heftige Ekzeme aus.

Ekzem statt Ferienerinnerung: Im Ausland angefertigte Henna-Tattoos können bei Allergikern schmerzhafte Ausschläge auslösen.

Ekzem statt Ferienerinnerung: Im Ausland angefertigte Henna-Tattoos können bei Allergikern schmerzhafte Ausschläge auslösen. (Bild: Keystone)

Was als hübsches Feriensouvenir gedacht war, entwickelte sich zu einem hässlichen Ausschlag: Gleich Dutzende von Personen mussten sich im Unispital Ekzeme behandeln lassen, die sie aus ihren Ferien mit nach Hause gebracht haben. Die Ursache: schwarze Henna-Tattoos. «Diese Tattoos können einen aggressiven Farbstoff enthalten, der bei Allergikern starke Ausschläge auslöst», wie Peter Schmid, Leiter der Allergiestation des Zürcher Unispitals in einem Bericht der Tageszeitung News bestätigt.

An der Street Parade boten mehrere Stände Henna-Tattoos an - und sind gemäss Presseberichten richtiggehend überrannt worden. Ob nun mit einer Flut von Patienten zu rechnen ist, die unter den Folgen der Tattoos leiden, lässt sich laut Schmid noch nicht ausschliessen: «Bis der Ausschlag ausbricht, dauert es mehrere Tage.»

Dort, wo der Modeschmuck aufgetragen wurde, verursacht der Farbstoff Paraphenylendiamin bei Allergikern Rötungen und Blasen. Im Extremfall weiten sich die Ausschläge auf andere Körperpartien aus. Häufig reicht eine Behandlung mit Salben aus, allerdings sei es gelegentlich auch nötig, die Tattoos und das Ekzem mit einem Messer abzukratzen.

Kommentar: Es ist erstaunlich, wie leichtfertig sich Menschen unter Drogen und Alkohleinfluss zu derartig folgenschweren Taten hinreissen lassen. Es ist hinlänglich bekannt, dass Tattoos nicht einfach abgewaschen werden können. Dass jegliche Art von Tätowierungen auch Botschaften vermitteln und bei Bewerbungen oder im Bekanntenkreis recht unterschiedlich wahrgenommen werden, müsste jeder wissen. Ich kenne Jugendliche, die solche Kurzschlusshandlungen später bereut haben. Ich kenne einen Personalchef, der würde nie einen Lehrling einstellen, der auf die Kundschaft abstossend wirkt. Ein Bankangestellter, der beispielsweise das Gesicht mit Nägeln, Ringen und Ketten "verziert" hat, müsste wissen, dass er am Schalter nichts zu suchen hat. Eine Bank die einem Angestellten der in den Brauen an Nase und Mund mit Nippel und Metallteilen gepierct ist, müsste auf diesen Angestellten verzichten. Wer Kunden vergrault oder abschreckt, wenn beispielsweise Kunden eine Bank verlassen, weil sie glauben, die hätten sich in eine Eisenwarenhandlung verirrt, hat dort nichts verloren. Wer möchte Angestellte anstellen, die Kunden abstossen?