Sonntag, 22. Juni 2008

Beni Thurnheer inszeniert medial seine Trennung im Blick und beweist seine Fähigkeiten im Umgang mit Medien.

Hier das Interview aus dem Blick:

Blick: Herr Thurnheer, warum ist Ihre Ehe nach so vielen Jahren zerbrochen? Bernard Thurnheer: Meine Frau und ich haben uns auseinandergelebt. Als unsere beiden Söhne grösser wurden, ging Daniella halbtags arbeiten. Wir haben dann herausgefunden, dass wir keine gemeinsamen Interessen mehr haben. Am Ende führten wir eine Art «WG unter einem Dach». Unsere Ehe dümpelte dahin – so wie das in vielen Schweizer Ehen passiert. Gab es einen Zeitpunkt, wo sich die Trennung ankündigte? Nein, es war ein schleichender Prozess. Ich kann nicht mal mit Sicherheit sagen, ob alles vor fünf oder zehn Jahren begann. Lange hielten uns die Kinder zusammen. Je grösser diese aber wurden, desto mehr entfielen die gemeinsamen Aufgaben. Anfangs war es ja ohnehin vor allem Daniella, welche sich um die Erziehung kümmerte. Als dann der Grössere auszog und auch das Studium des Jüngeren an der ETH weit fortgeschritten war, ist die letzte ­gemeinsame Basis weggefallen. Hatten Sie Streit? Nein, wir lebten ja lange noch zusammen. Aber dann spürten wir immer mehr, dass es keine gemeinsamen Berührungspunkte mehr gibt. Irgendwann kam der Punkt, wo wir uns gefragt haben: Wollen wir weiterhin so viel Rücksicht ­aufeinander nehmen – oder ist es besser, getrennte Wege zu gehen. Sie stecken in einem wichtigen Sportjahr, sind viel auf Achse. Ist das der Grund für die Trennung? Ja, das war sicher ausschlaggebend. Wir sagten uns: «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen!» Ich bin ja während der Euro nicht oft zu Hause – und an den Olympischen Spielen auch nicht. Ihre Frau soll ausgezogen sein... Ja, das ist richtig. Dabei spielten sicher praktische Überlegungen eine Rolle. Wir haben ein Haus zusammen und eine Ferienwohnung. Meine Frau ist jetzt in eine Wohnung gezogen, etwa 20 Kilometer von ­unserem Haus entfernt.

Kommentar: Das Blickinterview war geschickt inszeniert. Weshalb muss Beni Thurnheer zu dieser Inszenierung ein Lob als Kommunikatinssprofi ausgesprochen werden? Er lieferte eine Exklusivstory zu richtigen Zeit im richtigen Medium und so wurde im Nachhinein nirgends gedreckelt. Das kommt nicht von ungefähr! Die Gründe liegen auf der Hand:

Der Titel des Interviews lautete:

«Vielleicht wäre ein grosser Krach ab und zu gut gewesen»
17.06.2008

Ehe-Aus nach 28 Jahren: Beni Thurnheer (58) und seine Frau Daniella (49) haben sich getrennt.

In einem Beitrag von K.E. Merki in SONNTAG Nr. 25 werden einige Gründe aufgeführt, weshalb Kommunikator Thurnheer in eigener Sache eine gute Note verdient. Nach SONNTAG hat Beni jahrelang die perfekte Ehe zelebriert. Ich lobte verschiedentlich Thurnheers vorbildiche Zurückhaltung hinsichtlich Homestorys.

Im Interview vom 17. Juni sagte der bekannte Fernsehmann:

"Mein Beruf fasziniert mich, frisst all meine Energien auf. Für die Beziehung bleibt da wohl einfach zu wenig übrig."

Das Interview trug den Titel:

"Vielleicht wäre ein grosser Krach ab und zu gut gewesen."

Ich teile die Auffassung des Autors in SONNTAG, dass Beni das Exklusivinterview bewusst inszeniert hat, damit er die Information in der Hand hat.

Und nun zu Frage: Weshalb hat Beni die Bekanntgabe der Trennung hervorragend gemanagt?

Das richtige Medium zur richtigen Zeit

Weil die Geschichte dem Blick exklusiv offeriert wurde, verhinderte Thurnheer, dass das Boulevardblatt nach schmutziger Wäsche Ausschau hielt.

Der richtige Zeitpunkt

Mitte Juni war das Publikum von der Euro 08 abgelenkt.

Die richtige Form

Bei der Interviewform konnte der Interviewpartner jedes Wort, jede Satz kontrollieren.

Die richtige Rollenverteilung

Gemeinsam - noch vor der Trennung - kam es zu keinen widersprüchlichen Aussagen, vor allem zu keinen Schuldzuweisungen zwischen den Betroffenen.

Als Kommunikationsprofi wusste Beni Thurnheer, dass sich eine kriselnde Ehe unter Promis nicht lange unter dem Deckel halten lässt.

Das offenisve Verhalten war richtig.

--> Weil Beni offen und auskunftfreudig war, war die Presse auch nachsichtig . Die Zeitungen übernahmen meist die Worte aus dem Blick-Interview. Kein Nachfragen - keine weiteren Nachforschungen.

-->Beni wurde längere Zeit als Moderator kritisiert, er sei unkonzentriert usw. Mit dem Geständnis, dass ihn die Ehe-Krise belastet habe, erhielt die Bevölkerung eine glaubwürdige Erklärung für die mangelhafte Form im Job.

Beni Thurnherr verdient tatsächlich eine Spitzennote als Kommunikator für seine raffinierte, mustergültige Inszenierung.

Sportreporter: Weshalb so giftig?

Aerzte würden sich nie gegenseitig fertig machen. Weshalb Sportreporter - vor allem der ältere Garde - die derzeitigen Co-Kommentatoren öffentlich so bösartig in die "Pfanne hauen", erstaunt mich. Ist es purer Neid, dass Allain Sutter beim Publikum so gut ankommt? Für mich ist bei Analysen und Beurteilungen immer der Adressat - in diesem Fall- das Publikum massgebend. Und Alain Sutter kommt bem Fernsehpublikum gut weg. Ich schätzte immer seine Natürlichkeit.

Zitat So-blick-online:

< Polarisierend: Alain ­Sutter (r.) und Matthias Hüppi. (EQ Images)

TV-Urgestein Karl Erb (82) nimmt kein Blatt vor den Mund:

«Sein Geschwafel ist zum Haareraufen, die sogenannten Analysen sind voller Plattitüden, sie tönen wie wichtig vorgetragene Schulaufsätze.»

Alain Sutter (40), Fussballanalytiker beim Schweizer Fernsehen, zu sehen in jeder Spielpause und nach Spielende, zusammen mit Matthias Hüppi (50), polarisiert Fans wie Experten. Optisch ist der Ex-Nationalspieler durchaus ein Ereignis: wohlgeföhntes, schulterlanges Haar, gepflegter Kinnbart. Sutters fachliche Eignungen jedoch beurteilt Erb wie folgt: «Nichts weiter als dumpfes Palaver!» Sutter sei eine farblose Figur, kritisierte er bereits in der Gratiszeitung «News». Auch weil er stets dieselben Ausdrücke wie «fokussiert sein» benutze.

Sekundiert wird Erb von Maximilian Reimann (66). Der heutige Ständerat war 15 Jahre für die SF-Sportabteilung tätig. «Ich kann die Worthülsen gewisser Spielanalysten und Co-Kommentatoren nicht mehr hören. Auch ihr Drang zur Selbstdarstellung geht mir zu weit», sagt er. «Sobald sie anfangen, sich gegenseitig Bestätigungen zuzuschieben, wechsle ich den Kanal.» Bis zu 400000 Schweizer tun es ihm gleich. In der Halbzeit schalten sie den Fernseher ganz aus – oder wechseln zu den Programmen von ZDF oder ORF (siehe Grafik). «Der Zuschauerrückgang findet lediglich während der Werbeblöcken statt», relativiert SF-Sprecher Urs Durrer (37). «Danach kehren die Zuschauer wieder zum SF zurück. Und das so zahlreich wie noch nie», sagt Durrer, «was eindeutig für unsere Kommentatoren spricht». Tatsächlich war das Interesse an einem Fussballturnier niemals grösser als bei der Euro 08: 88 Prozent der Zuschauer, welche die Spiele in der Deutschschweiz bislang mitverfolgt haben, schauten sie sich im SF an. «Es gibt keinen Grund, über personelle Konsequenzen nachzudenken», verteidigt Durrer die Moderatoren.

«Wer im Rampenlicht steht, muss mit Kritik rechnen.» Diese kommt nicht nur von ehemaligen TV-Stars wie Jan Hiermeyer (78), der «sofort umschaltet, wenn es zu fahrig wird».

Urs Meier (49), früherer Spitzenschiedsrichter und aktueller ZDF-Kommentator, sieht die Sache pragmatisch:

«Fernsehen ist ein kurzlebiges Format mit grossen Abnützungserscheinungen. Irgendwann hat man jedes Gesicht gesehen.» Sutter nimmt er in Schutz. «Er arbeitet hart an sich. Aber wie heisst es so schön: Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.» Meiers Vertrag mit dem ZDF läuft nach der Euro 08 aus. «Ich bin offen für ein Angebot aus der Schweiz.» Für das SF ist der beliebte und TV-erprobte Aargauer Schnelldenker aber noch kein Thema. «Wir haben ihn nicht kontaktiert», so Durrer.

«Sein Geschwafel ist zum Haareraufen!»

Kommentar: Ich bin sicher, dass sich so ein Titel gut vermarkten lässt. Er weckt Aufmerksamkeit und wird gelesen. Giftige Bemerkungen sind ein gefundenes Fressen für die Presse. Schadenfreude ist auch im Spiel. Wenn ein Ex- Fussballer Konkurrent von Moderatoren wird, so muss dies Ex - Kommentatoren schmerzen. Doch finde ich die Ausserungen der Ex- Kommentatoren so peinlich, wie wenn Ex- Bundesräte die derzeitige Regierung kritisieren. Schweigen wäre Gold gewesen.

< Willy Kym: «Die ­heutigen Rahmenprogramme interessieren mich alle nicht mehr» (ZVG)

Karl Erb: «Die sogenannten Analysen sind voller Plattitüden, sie tönen wie Schulaufsätze». (ZVG)

Maximilian Reimann: «Ich kann die Worthülsen gewis­ser Spielanalysten und Co-Kommentatoren nicht mehr hören» (ZVG)

Ich bin überzeugt, dass die aktiven Sportreporter und Sportkommentatoren solche Worte nie öffentlich ausgesprochen hätten, so wie es die ehemaligen Konkurrenten in den Medien tun.

Aufnahmen Sobli - 29.6.08:

1988 (RDB/Felix Widler)

1992 (RDB/Reto Hügin)

1994 (RDB/ASL)

2000

2004 (RDB/SI/Marcel Noecker)

2005 (RDB/Sven Thomann)

2008:

Alain Sutter: «Ich hatte viele Schmerzen, viel Ärger und Drama» (Goran Basic)

Freitag, 20. Juni 2008

Merkel: Die heimliche Medienkanzlerin

Schröder war bislang der ausgefeilteste Medienprofi. Er galt als der Medienkanzler, auch Brioni-Kanzler genannt. Dann kam Angela Merkel. Sie schien den Medien gegenüber sehr zurückhaltend zu sein. Im Spiegel 25/08 ist im Beitrag "Det is keen Bild hier", wie Merkel die Medien in den Griff kriegte und insgesamt viel ausgefeilter mit der Presse umgeht als Schröder.

Merkels Medienstrategie

NAch dem Spiegelbeitrag schafft Merkel Anlässe, baut Erwartungen auf, um geheime Bereichterstattungen und gute Bilder zu generieren. Für das Bild Merkels zu Rettung des Klimas (vor einem kalbernden Gletscher) sei sie nach Grönland geflogen.

Abschon die Mächtigste der Welt die Klimaziele bereits vergessen haben, bleibt das Bild Merkels mit den acht Mächtigsten der Welt - im grössten Strandkorb der Welt - verewigt.

Die Kanzlerin verfasst angeblich Drehbücher mit detaillierte Angaben zur Lichteinstellung, Aufnahmewinkel, Distanz. Sie will alles unter Kontrolle haben. Si beschäftigt ein ganzes Optik-Team:

Petra Kelles als Stylistin. Medienberaterin Eva Christiansen und Beate Baumann, als Büroleiterin. Auch Bürosprecher Ulrich Wilhelm gehört mit zum Team.

Die Propagandamaschinerie des Bundespresseamtes kostet allein 80 Millionen Euro im Jahr.

Merkel überlässt nichts dem Zufall. Es ist tatsächlich spannend zu beobachten, welche Bilder es gibt und welche nicht. Die Kanzlerin wünscht nur Gefälliges über sich. Sie will keine Aufnahmen im Gehen, von Hinten oder von der Seite!

Wer sich nicht an diesen Wusch hält wird angeschnauzt. Sie schätzt auch keinen langen Objektive.

Der Gipfel der Selbstinszenierung war das Bild mit dem ausgeschnittenen Ballkleid (Opernbesuch in Oslo).

Fazit:

Merkel arbeitet viele stärker als ihr Vorgänger mit den Medien. Als DDR Regierungssprecherin lernte sie es schon: Nur wer die öffentliche Meinung gewinnt, d.h. nur wer in der veröffentlichen Meinung überzeugen kann, setzt sich langfristig durch. Die neue Bundeskanzlerin überlässt deshalb nichts dem Kalkül. Sie weiss ganz genau, welch symbolhafte Wirkung Bilder haben.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Auch Schiedrichter werden bestraft

Quelle Stern-online:

Fußball-EM

Uefa sperrt Löw für ein Spiel

© Frank Augstein/AP
Joachim Löw und Josef Hickersberger (l.) auf dem Weg in die "Verbannung"

Joachim Löw muss das EM-Viertelfinale am Donnerstag gegen Portugal von der Tribüne aus verfolgen. Die Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Uefa hat den Bundestrainer endgültig für ein Spiel gesperrt. Berufung gegen die Entscheidung ist nicht möglich. Die DFB-Elf muss somit von Löw-Assistent Hansi Flick gecoacht werden.

Die schlechte Nachricht erreichte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kurz nach dem Mittagessen. Bundestrainer Joachim Löw muss das EM-Viertelfinale gegen Portugal in Basel von der Tribüne aus verfolgen. Die Kontroll- und Disziplinarkommission des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) hielt an der Sperre für ein Spiel fest und sorgte damit vor dem K.o.-Spiel für einen zusätzlichen Schock und reichlich Ärger im Kreis der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Der Grund: Der deutschen Schiedrichter hatte mit einem Kollegen eine verbale Auseinandersetzung und ignorierte die Anordnung der "Chef-Schiedsrichters".

RP-online Beitrag:

Schiedsrichter nicht EM-reif

Düsseldorf (RPO). Kuriose Szenen in Wien: Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff der Partie zwischen Deutschland und Österreich schickt Schiedsrichter Manuel Mejuto Gonzalez die beiden Trainer Joachim Löw und Josef Hickersberger auf die Tribüne. Die beiden sollen sich ein verbales Wortgefecht mit dem vierten Offiziellen, Damir Skomina, geliefert haben.

Dabei wiesen die beiden Übungsleiter den Slowenen nur darauf hin, dass sie in ihrer Coaching-Zone zu arbeiten hätten. Löw und Hickersberger nahmen sich selbst aus der Verantwortung. "Ich habe die Coaching-Zone nicht verlassen", erklärte Löw nach dem Spiel. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns, zu dem nicht nur der Haupt-Unparteiische und seine beiden Assistenten an den Linien, sondern eben auch der vierte Offizielle gehören.

SVP Präsident unter Druck

aus news.ch:

Blocher-Roschacher-Affäre: Toni Brunner unter Druck

Bern - Die parlamentarische Immunität von SVP-Präsident Toni Brunner soll aufgehoben werden. Die Rechtskommission (RK) des Nationalrates beantragt ihrem Rat mit 14 zu 7 Stimmen, dem Gesuch der Justiz stattzugeben. (ht/sda)
SVP-Nationalrat Toni Brunner.
Die Aufhebung der Immunität hatte der vom Bundesrat eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt Pierre Cornu beantragt.

Toni Brunner wird verdächtigt, den damaligen Justizminister Christoph Blocher über Verhandlungen der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zum Fall Roschacher auf dem Laufenden gehalten und damit eine Amtsgeheimnisverletzung begangen zu haben.

Kommentar: Toni Brunner gab heute keine Interviews. Früher sprach er von einer politischen Abrechnung. Ich zitiere nzz.ch:

Brunner sieht «politische Abrechnung»

Brunner hatte, nachdem er von der Rechtskommission angehört worden war, mit dem Resultat gerechnet. «Während dieser Aussprache habe ich den Eindruck erhalten, dass es in der vorliegenden Frage vorwiegend um eine politische Angelegenheit und eine Abrechnung mit der SVP geht», wird er in einer Parteimitteilung zitiert. Er habe vor der Kommission festgehalten, dass er von Staatsanwalt Cornu lediglich als Auskunftsperson und nicht als Beschuldigter aufgeboten worden sei. Aus diesem Grund sieht der SVP-Präsident auch die Voraussetzungen für die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität für nicht gegeben.

Der Nationalrat entscheidet voraussichtlich in der Herbstsession, ob Brunners Immunität aufgehoben wird. Traditionellerweise ist das Parlament zurückhaltend bei solchen Gesuchen.

Laut Blocher ist die ganze Angelegenheit eine «Lappalie», wie er im «Teleblocher» des Schaffhauser Fernsehens sagte. Er rät Toni Brunner zum Angriff: «Wenn ich Brunner wäre, würde ich verlangen, dass man die Immunität aufhebt, um diesen Fall öffentlich zu machen», sagte Blocher weiter.

Interessant sind die Aufnahmen in der Presse. Es gibt nur noch Fotos eines nachdenklichen Sonnyboys mit schlechtem Gewissen.

SVP-Nationalrat und Parteipräsident Toni Brunnerblick

Bild anklicken für Vollansicht
SVP-Nationalrat und Parteipräsident Toni Brunner (Bild: Reuters)

Blick-online:

Prozess gegen Toni Brunner?
Prozess gegen Toni Brunner?

Tagi-online:

brunner

20 min-online:

punkt.ch:

news.ch:

Die Bildsprache wird in der Presse der Situation angepasst. Brunners Gesichter wirken unsicher, prüfend, überrascht - "gute Miene zum bösen Spiel?"

Mittwoch, 18. Juni 2008

PANNE!

Quelle 2 Min blick:

Peinliche Panne
Nazi-Hymne am Schweizer Fernsehen
Von Lukas Rüttimann | 08:28 | 18.06.2008

ZÜRICH – Da verschlugs nicht nur den Gehörlosen die Sprache: Beim Match Deutschland – Österreich auf SF 2 lief die Nazi-Hymne!

Teletext Eingeblendet war der Text der ersten Strophe, die während der Nazizeit ge­sun­­gen wurde. (SF)

Schlimmer Fehler beim Euro-Knüller Deutschland – Österreich am Montagabend auf SF 2: Wer den Teletext auf Seite 777 eingeschaltet hatte, staunte, als in den eigentlich für Gehörlose gedachten Untertitelungen folgende Worte zur deutschen Nationalhymne eingeblendet wurden:

«Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt ... »

Deutschland, Deutschland über alles?

Vielen Besuchern in Bars und Restaurants, welche die Laufschrift wegen dem Lärmpegel eingeschaltet haben, vergeht dabei Hören und Sehen. Denn die erste Strophe des sogenannten «Deutschlandlieds» wurde im Dritten Reich von den Nationalsozialisten missbraucht, gilt bis heute als Nazi-Hymne. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird deshalb an offiziellen Anlässen nur noch die dritte Strophe gesungen («Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland ... »). Swiss Text entschuldigt sich «Das war ein unverzeihlicher Fehler – wir entschuldigen uns in aller Form dafür», erklärt Gion Linder, National Coordinator Subtitling beim SRG-Ablegers Swiss Text in Biel. Der Fauxpas sei allerdings nicht in böser Absicht passiert: Zwei junge Sportredaktorinnen, welche sonst nur den Kommentar der Reporter vor Ort eintippen müssen, hätten bei der Recherche versagt – und die falsche Strophe aus dem Internet einkopiert. Linder: «Wir haben mit den beiden betroffenen Untertitlerinnen das Gespräch gesucht, damit solche Fehler nicht mehr vorkommen.» Eine Entlassung müssen die beiden nicht befürchten.

Aber wie wärs mit einer Gratislektion Geschichte – Hauptthema Nationalsozialismus? Linder: «Das ist eine gute Idee, wir werden das prüfen.»

Nachtrag Blick-online 20- Juni:

Die gute Nachricht: Beim Match Deutschland – Portugal wurde gestern die richtige Strophe eingeblendet. Kein Wort mehr von «Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt». Die historisch behaftete «Nazi-Strophe», die zwei junge Untertitlerinnen am Montag fälschlicherweise ins System tippten – sie blieb diesmal ­unerwähnt.

Trotzdem hat die SRG-Tochterfirma Swiss TXT in Biel schwierige Tage hinter sich. Denn der Fauxpas mit der «Nazi-Hymne» sorgte weltweit für Schlagzeilen (siehe unten). Neben Interview-Anfragen aus dem In- und Ausland gingen bei der Schweizerischen Teletext AG sogar Drohungen ein. Am Telefon bedroht «Vor allem aus den USA sind wüste Beleidigungen bei mir eingetroffen. Ich wurde am Telefon sogar als Nazi beschimpft – und man drohte, den World Jewish Congress einzuschalten», sagt Gion Linder, als National Coordinator Subtitling verantwortlich für die Untertitlerinnen. Wiederholt sei von ihm gefordert worden, man müsse die beiden Angestellten entlassen. Linder: «Wenn der Fehler bewusst passiert wäre, müsste man darüber diskutieren. Doch das Ganze passierte in der Hitze des Gefechts – weil am Montag eine vorbereitete Datei nicht auffindbar war.» Etwas Gutes hat die Panne. Nicht nur habe sich gezeigt, dass der Hörbehindertendienst rege genutzt werde, sagt Linder. Der Zwischenfall habe auch eine Auseinandersetzung mit einem Thema beschleunigt, das fällig war: «Wir prüfen jetzt grundsätzlich, inwiefern Abweichungen bei den Untertitelungen problematisch sind.»

Kommentar: Diese Geschichte macht deutlich, dass Untertitelungen nicht nur für Gehörlose ein wichtiger Kommunikationskanal ist, der nicht nur so nebenbei bearbeitet werden darf. Auch bei Krimis stellte ich fest, dass der gesprochene Text mit der Untertitelung nicht übereinstimmte und Aussagen leichtfertig umformuliert wurden.

Kaum getauft - Probleme mit dem Namen BPS

Die abgespaltete SVP- Partei wollte bewusst auf das Wort Volkspartei verzichten, weil dies zu sehr nach Schweizerischer Volkspartei tönt und wählte den Namen:

Bürgerpartei der Schweiz (BPS)

Quelle nzz- online:

Kaum haben die aus der Mutterpartei verbannten Bündner SVP-Mitglieder einen neuen Namen gefunden, regt sich dagegen auch schon Widerstand. Die Bürgerpartei der Schweiz (BPS) hat der neuen Bürgerlichen Partei Schweiz den Missbrauch ihres Namens vorgeworfen. Sie fordert sie ultimativ bis zum 30. Juni auf, den Namen zu wechseln und droht andernfalls mit rechtlichen Schritten.

Die BPS habe mit grösstem Befremden und Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass sich unter dem Namen Bürgerliche Partei Schweiz (BPS) die ehemaligen der SVP Kanton Graubünden und jene aus der Berner SVP neu positionieren wollten.

Die Bürgerpartei Schweiz bestehe seit dem 22. April 1996 und sei seither vor allem bei Eidgenössischen Vorlagen tätig geworden. Sie verfolge eine klare bürgerliche Politik und unterstütze den harten und unmissverständlichen Kurs des abgewählten Bundesrates Christoph Blocher und seiner Zürcher SVP. Der Auftritt der neuen Bürgerlichen Partei Schweiz unter ihrem Kürzel sei daher ein Affront. (Ende Zitat)

Ultimatum?

Die Bürgerpartei Schweiz droht mit rechtlichen Schritten. Sie fordert die Bürgerliche Partei Schweiz auf, bis am kommenden 30. Juni den Namen zu wechseln. (Missbrauch einer Abkürzung / es bestehe bei Wahlen eine offensichtliche Verwechslungsgefahr.

Die von der SVP Schweiz ausgeschlossenen Bündner Parteimitglieder wollen jedoch unter dem Namen «Bürgerliche Partei Schweiz» weitermachen.

Wechselt die neue Partei den Namen nach der Taufe?

Von der Existenz der «Bürgerpartei Schweiz» habe man nicht gewusst, sagte Heinz Dudli, Chef der Bündner Grossratsfraktion der neuen «Bürgerlichen Partei Schweiz» sagte, er habe Von der Existenz der «Bürgerpartei Schweiz» nicht gewusst. Man werde die Sache abklären. Dudli liess wissen, dass ein allfälliger Wechsel des Namens nicht ausgeschlossen sei. Die Namensgebung der neuen Partei sei nicht endgültig.

Kommentar:

Die Gründung einer neuen Partei ist kein Sonntagsspaziergang. Es sind schone viele Neugründung an den Finanzen gescheitert. Der Aufbau der Infrastruktur ist mit enormem Aufwand verbunden. Falls die mit Elan gestartete Abspaltung nach der Taufe den Namen wechseln müsste, so wäre dies dem Branding der neuen Partei nicht förderlich.

Order et contreordre gibt bekanntlich désordre.

Dass die neue Partei den Start zu wenig professionell an die Hand genommen hat, macht eine aktuelle Meldung deutlich.

Hinsichtlich Internetauftritt wäre nun die Partei auch noch auf die SP angewiesen, denn ausgerechnet die SP reservierte die Domain für die neue Bürgerpartei, weil die neue Partei die Reservierung des Namens vergessen hatte.

Nachtrag:

Die Thuner Sozialdemokraten leisten der ausgeschlossenen Bündner SVP, die sich neu Bürgerliche Partei Schweiz (BPS) nennt, Hilfe für deren Online-Auftritt.

Die Partei-Exponenten hatte es nämlich auch verpasst, rechtzeitig ihre Internet-Domain zu reservieren, schreibt die SP Thun heute in einer Mitteilung. Der Thuner SP-Stadtrat und Grossrat, Patric Bhend hatte dies getan. Unter der Domain wünscht er den ehemaligen SVP-Mitgliedern «herzliche Gratulation zur Zivilcourage» und «viel Erfolg... aber nicht zuviel ;)». Er freue sich darauf, mit der Bürgerlichen Partei wieder in Anstand um politische Positionen zu ringen.

Wahrlich kein gelungener Start. Eine abgespaltene SVP Partei, die hinsichtlich Domain auch noch auf die SP angewiesen ist.

Nachtrag 19. Juni:

Auch das noch!

Quelle 20 Min-online:

Jetzt kommen auch noch die «Büezer»

Vor noch nicht einmal einer Woche wurde die «Bürgerlichen Partei Schweiz» aus der Taufe gehoben. Bereits jetzt wird ihr Parteikürzel von allen Seiten angefochten. Neben der «Bürger Partei Schweiz» meldet sich nun auch noch die «Büezer Partei Schweiz». Die «Bürgerliche Partei Schweiz» prüft derzeit eine Namensänderung.

Die Mitglieder der «Bürgerlichen Partei Schweiz» an ihrer Versammlung vom 16. Juni 2008. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

Gemäss Statuten will die «Büezer-Partei» ein Höchstmass an individueller Freiheit in allen Lebensbereichen erhalten und ausbauen. Sie setzt sich ein für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, des Kleingewerbes und des so genannten kleinen Mannes beziehungsweise der kleinen Frau. Zudem hat sich die Partei die Interessenvertretung der Auto- und Motorradfahrer sowie der Berufschauffeure auf die Fahne geschrieben.
Am Montag gaben die aus der SVP-Mutterpartei ausgeschlossenen Bündner den Namen ihrer neu gegründeten Partei bekannt: Bürgerliche Partei Schweiz, kurz «BPS». Seither werden aus allen Landesteilen Besitzansprüche für das Parteikürzel erhoben. Jüngstes Beispiel ist die «Büezer Partei Schweiz». «Wir haben die Büezer Partei am 4. März 2008 gegründet. Damals wussten wir natürlich nichts von der anderen Partei. Nun erheben wir Anspruch auf das Kürzel BPS», sagt Parteipräsident Patrick Lohri zu 20 Minuten Online. Für die Büezer Partei mit Sitz in Biel steht einiges auf dem Spiel: «Im Gegensatz zur ‹Bürger Partei› beabsichtigen wir bei regionalen Erneuerungswahlen anzutreten, wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind. Daher kommt für uns eine Namensänderung nicht in Frage.» Man sucht das Gespräch – vorerst noch

Noch will Lohri nicht auf Konfrontationskurs. «Ich denke nicht, dass wir rechtliche Schritte einleiten werden, wenn die ‹Bürgerliche Partei Schweiz› darauf besteht, das Kürzel zu behalten. Zunächst wollen wir das Gespräch suchen. Ich gehe davon aus, dass mehrere Parteien das Kürzel verwenden können.» «Bürgerliche Partei Schweiz» prüft Alternativnamen Lorenz Hess, Pressesprecher der «Bürgerlichen Partei Schweiz», nimmt die neuerlichen Ansprüche auf das Namenskürzel gelassen entgegen. «Im Moment dreht sich die Debatte nur um das Kürzel und die Ansprüche darauf. Deswegen prüfen wir derzeit, was diesbezüglich juristisch möglich ist und was nicht», gibt Hess auf Anfrage bekannt. Bis zur Gründungsversammlung vom kommenden Samstag wolle man eine gute Lösung für das Problem präsentieren. «Ob das eine Namensretouche oder wenn nötig sogar einen Alternativnamen bedingt, klären wir noch ab. Morgen werden wir entscheiden, welche Option wir am Samstag vorstellen werden.» Selbst im Internet ist BPS bereits besetzt Auch in Bezug auf den Internetauftritt der «Bürgerlichen Partei Schweiz» sind derzeit noch einige Fragen offen. Der Domainname www.bürgerlichepartei.ch wurde nämlich bereits am späten Montagabend reserviert – vom Thuner SP-Grossrate Patric Bhend. Er habe die Domain umgehend besetzt, um allfälligen verärgerten SVPlern zuvorzukommen, erklärte er den Schritt. Auch der Domainname www.bps.ch ist bereits besetzt: Er steht für Banque Populaire Suisse (Schweizerische Volksbank), die von der Credit Suisse übernommen wurde. Bis jetzt sei allerdings noch keine Anfrage bezüglich Domainnamen eingegangen, teilte ein Sprecher der CS auf Anfrage von 20 Minuten Online mit. Lorenz Hess ist jedenfalls zuversichtlich, was den Internetauftritt der «Bürgerlichen Partei Schweiz» anbelangt: «Da gibt es andere Varianten für Domainnamen, die wir bereits vorher gesperrt haben. Je nach dem, was an der Gründerversammlung beschlossen wird, hat das auch Auswirkungen auf die Domaine.»

Kommentar: Kein gefreuter Start! Nicht nur bei Kommunikationsprozessen gilt:

Die Vorbereitung ist die halbe Miete!

Fortsetzung folgt.......

Doch noch den Rank gefunden

Tagi-online 21. Juni 08:

Bürgerlich-Demokratische Partei gegründet

bdp Die Dissidenten der SVP des Kantons Bern treten künftig unter dem Namen Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) auf. Erste Chefin ist Grossrätin Beatrice Simon.

BDP. Hoffentlich ist wenigstens dieses Kürzel im Internet gesichert worden. Zum Aussprechen braucht es gewiss einige Zeit, bis Be-De-Pe von allen leicht ausgesprochen werden kann.