Mittwoch, 4. Juni 2008

Journalistisch nicht korrekt

Im blick online gelesen:

Blocher soll gehen!

Wer dies liest, geht davon aus, dass Spuhler von Blocher verlangt, dass er zurücktreten soll (BLOCHER SOLL GEHEN!).

Im Text blick - online steht:

Der Thurgauer Vorzeige-Manager ist nicht irgendwer. Der Boss und Besitzer der Firma Stadler Rail ist ein Schwergewicht in der SVP. Was er seinen Parteifreunden sagt, hat Gewicht. Und jetzt hat er einen guten Rat für Blocher: Zieh Dich bitte zurück! Spuhler wörtlich: «Ich wünsche ihm, dass er den Zeitpunkt nicht verpasst, sich zurückzuziehen. Sonst kann er zur Hypothek für die Partei werden», sagt Spuhler heute im Interview des Zürcher «Tages-Anzeigers».

Denn seit seiner Abwahl habe Blocher nichts mehr auf die Reihe gekriegt, so Spuhler:

  • Spuhler: «Der ganze Clinch mit Frau Widmer-Schlumpf hat der Partei nicht gut getan.» Blocher, der schlechte Verlierer.
  • Die «Arena»-Sendung neulich zur Einbürgerungs-Initiative hätte ein Sieg in einem Heimspiel sein müssen. Stattdessen holte seine grosse Gegnerin Eveline Widmer-Schlumpf die Punkte. Blocher, der schlechte Debattierer
  • Die Ohrfeige des Stimmvolks für die SVP wegen der Einbürgerungs-Initiative. Blocher, der schlechte Politiker.

  • Schlimmer gehts kaum noch! Blocher ist nur noch peinlich für die Partei. Sagt ein SVP-Promi Peter Spuhler Das hätte sich nur vor einem Jahr niemand träumen lassen!
  • Kommentar: Dieser Titel suggeriert eindeutig, dass Spuhler will, dass Blocher sosfort zurücktritt.

    Dies ist eine unzulässige Wiedergabe einer Aussage! Denn soeben habe ich Spuler im Radio gehört und er betonte explizit: Blocher habe viel geleistet. Er habe die Partei zum Erfolg geführt. Er habe lediglich gesagt, dass Blocher den Abgang planen und nicht verpassen dürfe. Dass er jetzt gehen müsse, habe er nie gesagt. Wahrscheinlich beruft sich der Blickschreiber auf das heutige Interview im Tagesanzeiger. Spuhler sagte dort tatsächlich nichts von einem sofortigen Abgang. Er mahnte lediglich, die Partei müsse den Jungen eine Chance geben und Blocher sollte seinen Abgang rechtzeitig planen. Damit zeigen wir dem Journalisten, der Spuhlers Aussage willkürlich verändert hatte, die gelbe Karte. Denn: Aussagen dürfen nicht - je nach Gusto oder Wunschdenken - manipuliert werden. Interpretationen dürfen nicht als Fakten verkauft werden. Weshalb nur die glebe Karte für den Journalsiten und nicht die rote Karte? Weil immerhin im Text Spuhlers Zitat richtig wiedergegeben wird.

    Der Tagi- online informiert im Gegensatz zu blick-online korrekt. Dort steht:

    Peter Spuhler wünscht Christoph Blocher, dass er den Zeitpunkt nicht verpasst, sich zurückzuziehen.

    NACHTRAG:

    Was in der Luft liegt:

    Dass Christoph Blochers Akzeptanz nachlässt, ist offensichtlich. Ich vermute, dass Christoph Blochers Persönlichkeitsstruktur ihm selbst im Wege steht. Nach der Abwahl folgte ein sturer, verbitterter, unnachgiebiger Kurs, der nun auch in den eigenen Reihen nicht mehr goutiert wird.

    Das Verhalten des sonderbaren Bruders "Gerhard" unterstreicht die missionarische Seite der Gebrüder Blocher. Christoph hätte sich von Gerhard unmissverständlich distanzieren müssen.

    Christoph Blocher könnte demnächst zur Hypothek der Partei werden. Dann stellt sich doch noch die Frage, ob er nicht - schneller als vorgesehen - das Feld räumen sollte.

    Der letzte Sonntag war der grösste Misserfolg des selbstherrlichen Politikers.

    Nach Polit-Kenner Iwan Rickenbacher folgt demnächst die Nagelprobe für Blochers Ueberleben- bei der Personenfreizügigkeitsfrage.

    Ich vermute, dass lle Fakten Christoph Blocher demnächst zwingen werden, das Feld zu räumen.

    Dies ist auch dann der Fall, wenn die SVP Chrisoph Blocher die Spaltung, und damit die Schwächung der Partei verdanken darf.

    Dann werden wir - schneller als erwartet - den letzten Auftritt in Tele-Blocher erleben.

    NACHTRAG:

    Parteifreunde Blochers attestierten mir nach meiner ARENA Analyse im Sonntagsblick, Blocher habe nicht nur in der Arena fahriger und älter gewirkt. Auch an Sitzungen wirke er viel müder als früher und ergreife zu jedem Geschäft das Wort. Die Voten seien dann auch nch viel zu lang. Dieses uferlose Reden nerve. Er wiederhole zu viel und verheddere sich, suche zu oft nach Worten und Namen. Laut Tagesanzeiger vom 5. Juni soll ein SVP Mitglied sogar gesagt haben (Den Namen war nicht zu erfahren):

    "Manchmal wird Blocher richtig kindisch. Ich hoffe, es kommt nicht so heraus, wie bei seinem Bruder!"

    Meine These:

    Christoph Blocher kann nicht Nummer Zwei sein.

    In der Partei steht heute Toni Brunner vor ihm.

    Im Bundesrat hat Blocher keine Nummer mehr.

    Dennoch reisst er alles an sich und vergisst, dass er jetzt dem Generalsekretariat nicht mehr drein reden sollte.

    Das ALPHATIER Blocher kann einfach nicht ins zweite Glied zurücktreten.

    Das ist das Hauptproblem. Damit müsste man auch noch das Spannungsfeld Brunner-Blocher genauer ausleuchten. Aber dies später.

    Nachtrag: Beitrag espace.ch bestätigt meine Analyse:

    6. Juni:

    Nach der Schlappe an der Urne vom Wochenende bröckelt der Mythos Christoph Blocher immer stärker.

    Anfang Woche wandten sich verschiedene liberale Berner SVP-Politikern von der SVP Schweiz angewidert ab und damit auch von Blochers massgeblich mitgeprägtem Umgang mit den eigenen Leuten. Den zweiten Nadelstich setzte der Thurgauer SVP-Nationalrat Peter Spuhler am Mittwoch. Blocher könnte für die Partei zur Hypothek werden, sagte Spuhler in einem Zeitungsinterview. Der Aargauer Nationalrat Luzi Stamm bestätigte, dass parteiintern die Ablösung Blochers diskutiert werde.

    Neues Ungemach

    Und nun beginnen auch im Dossier Personenfreizügigkeit SVP-Parlamentarier den Vorgaben Blochers den Rücken zu kehren. Dieser will die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien vom Steuerstreit mit der EU abhängig machen. Gelinge dies nicht, was absehbar ist, müsse die SVP das Referendum ergreifen. Spuhler geisselte schon im Januar dieses Vorgehen als gefährlich. Der Thurgauer bestätigte gestern auf Anfrage, dass er die Ausdehnung unterstützen werde. Und es werden immer mehr, welche dem Wirtschaftsflügel der SVP Folge leisten wollen. «Gerade nach der Niederlage bei der Einbürgerungsinitiative mehren sich die Stimmen, die einen solch schwierig zu gewinnenden Abstimmungskampf in Frage stellen», betont der Luzerner Nationalrat Felix Müri auf Anfrage. Er schätzt, dass diese Gruppe 10 bis 15 eidgenössische Parlamentarier umfasst.

    Zwiespältiger Eindruck

    Blocher mache immer öfters einen fahrigen Eindruck, wissen verschiedene SVP-Politiker hinter vorgehaltener Hand zu berichten. Auch von missverständlichen Telefonaten des Zürchers erzählen SVP-Parlamentarier. Dieser zwiespältige Eindruck des alt Bundesrates deckt sich ebenfalls mit den Beobachtungen von seinen zahlreichen Auftritten zur Einbürgerungsinitiative und seinen wenig geglückten Voten bei der «Arena»-Sendung.

    Hillary hat Mühe mit den Tatsachen- sie peilt den Vize-Posten an

    Ich zitiere espace.ch:

    Hillary Rodham Clinton weiss, dass ihr Rivale Barack Obama die Demokraten in die US-Präsidentenwahl führen wird. Gründe für das Straucheln der Favoritin.

    Das Dementi kam innerhalb von zehn Minuten. Kaum hatte die grösste amerikanische Nachrichtenagentur gestern gemeldet, Hillary Rodham Clinton werde in der Nacht auf heute in New York ihre Niederlage eingestehen, bombardierten ihre engsten Berater die TV-Sender mit Anrufen. Tenor: Alles erstunken und erlogen. Allerdings, gab Wahlkampfchef Terry McAuliffe zu, werde sie Konkurrent Barack Obama wohl gratulieren, sobald der die absolute Mehrheit aller Delegierten erreicht. Das jedoch war nach den letzten beiden Vorwahlen in South Dakota und Montana nur noch eine Frage von Stunden.

    Clinton fällt es schwer, zuzugeben, dass sie verloren hat – weil sie sonst ihre letzte Verhandlungsmasse verlieren würde.

    Es gilt, die Scherben aufzuräumen, die ein langer, historischer und für sie am Ende enttäuschender Wahlkampf hinterlassen hat. Da wären zum einen die Schulden, die sie anhäufte, insgesamt sollen es 40 Millionen Dollar sein. Mindestens elf davon zahlte sie aus eigener Tasche. Zudem stellt sich die Frage, was aus ihr nun wird. Eine führende Kraft im Senat, so wie dies Ted Kennedy nach seiner gescheiterten Präsidentschaftskandidatur im Jahr 1980 wurde? Gouverneurin von New York, ihrem neuen Heimatstaat? Gesundheitsministerin im Kabinett von Präsident Obama? Oder doch Vize-Präsidentin?

    Und natürlich, ob und wie sie ihre Anhänger dazu bewegen wird, im November für ihren Parteikollegen zu stimmen. Ohne ein klares Wort von ihr wird er gegen den Republikaner John McCain verlieren.

    Aufräumen hinter der Kulisse

    Es spricht also einiges dafür, die Illusion ein bisschen länger aufrechtzuerhalten, sie sei noch nicht am Ende. Hinter den Kulissen allerdings wird aufgeräumt. Ihre Helfer treten den Heimweg an, die Wahlkampfleitung bittet um Einreichung der Ausgabenbelege bis Ende der Woche.

    Wenn sich der Staub gelegt hat, wird Clinton sich vielleicht fragen, was schief ging.

    Warum sie den Traum nicht erreichte, an dessen Verwirklichung sie in den vergangenen zehn Jahren gearbeitet hatte. Und das gegen einen Senator, der noch nicht einmal seine erste Amtszeit in Washington beendet hat.

    Falsche Strategie

    Da war zum Beispiel der Irrglaube der Unverletzlichkeit. «Sie ist nicht aufzuhalten», frohlockte John Catsimatidis, ein zentrales Mitglied von Clintons Finanzteam, im Februar 2007, «sie hat eine gut geölte Wahlkampfmaschine.» Gut geölt vielleicht, aber aus dem 20. Jahrhundert. Während Clinton sich darauf verliess, dass sie über die Netzwerke des Partei-Establishments ausreichend Geld einsammeln und genug Freiwillige vor Ort rekrutieren würde, erkannte Obama die Zeichen der Zeit. Er nutzte das Internet als Kommunikationsplattform und nie versiegende Geldmaschine. Für Clinton gaben wenige Spender viel, Obama zielte darauf, dass viele ein wenig Geld geben. Und dann noch ein wenig mehr.

    Millionen gesammelt

    Von Januar 2007 bis Ende April 2008 hatte die Senatorin 215 Millionen Dollar gesammelt, so viel, wie 1988 im gesamten Vorwahlkampf beider Grossparteien zusammenkam. Obama allerdings brachte es gemäss dem Center for Responsive Politics innerhalb des gleichen Zeitraums auf 264 Millionen Dollar – und seine 1,5 Millionen Spender haben das staatlich vorgeschriebene Limit von 2300 Dollar pro Person während der Vorwahlen noch lange nicht erreicht.

    Clinton leistete sich weitere haarsträubende Fehler:

    Sie unterschätzte die Bedeutung der Parteiversammlungen in Staaten wie Utah oder Wyoming, bei denen Obama mit relativ wenig Aufwand viele Delegierte einsammelte. Clinton dagegen gewann die Vorwahlen in grossen Bundesstaaten wie Kalifornien und New York, aber wenn es an das Verteilen der Delegiertenstimmen ging, machte sie kaum Boden gut.

    So richtig haben Hillary und ihr Mann Bill Clinton wohl auch die neue Medienwelt nicht verstanden. Früher durfte man sich im Wahlkampf in einem Kaff in der Provinz einen Spruch erlauben, der vielleicht nicht zu 100 Prozent auf der Wahrheit beruhte. Heute laufen solche Verdrehungen Stunden später auf der Internet-Plattform Youtube in der Endlosschleife und werden dankbar von den hungrigen TV-Nachrichtensendern aufgegriffen.

    Lange Suche nach der Botschaft

    Schliesslich fand Hillary Clinton ihre Botschaft viel zu spät. Zuerst wollte sie eine Agentin des Wechsels sein, doch «Change» verkörperte Obama überzeugender. Dann wollte sie mit ihrer Erfahrung punkten. Doch das klang nach jenem alten Parteikader, das dem Kriegsherrn George W. Bush die Steigbügel gehalten hatte. Nun bietet sie dem Land Lösungen an und kann damit ihre Stärken ausspielen: Faktenwissen und ein ausgeklügeltes politisches Programm. Ihre starken Momente hatte Hillary Clinton immer dann, wenn sie das von ihren Beratern entworfene Korsett durchbrach und für einen Moment wie ein Mensch wirkte.

    Vor einem Jahr lag sie mit 20 Prozentpunkten vor Obama, nun wird sie die Segel streichen. Dabei lassen sich ironischerweise überzeugende Argumente dafür finden, dass sie gegen den Republikaner John McCain im November die besseren Chancen hätte.

    Doch die Parteifunktionäre (und damit die Super-Delegierten) haben sich von ihr abgewendet. Es bliebe ihr nur ein schmutziger Grabenkampf oder die Hoffnung, dass Obama irgendwie von der Bildfläche verschwindet.

    Soweit wird selbst die eiserne Hillary nicht gehen, meint der demokratische Stratege John Anzalone:

    «Sie weiss, dass sie nur eine Zukunft haben kann, wenn sie Obama unterstützt. Nicht, wenn sie seine Chancen zerstört.»

    Kommentar: Hillary bleibt sich treu. Sie kann nicht über den Schatten springen. Sie ist krankhaft ehrgeizig, verbissen, uneinsichtig und starrköpfig. Trotz der Niederlage, gibt sie sich wie eine Siegerin. Fürs weisse Haus hat sie alles geopfert. Jetzt geht es darum das Maximum herauszuholen. Sie hofft, Vizepräsidentin zu werden. Obama ist auf Hillary angewiesen- das weiss sie.

    Ohne ein klares Wort von ihr wird er gegen den Republikaner John McCain verlieren.

    Obama muss sich deshalb mit der eiseren Lady zwangsläufig auseinandersetzen. Er kann sie nicht vor den Kopf stossen. Das weiss Hillary und wird diese Situation ausschlachten, obwohl die Oeffentlichkeit die Verbissenheit bis ans bittere Ende nicht versteht.

    Der Nachtrag bestätigt unsere These:

    Clinton pokert um Posten und Macht

    REUTERS

    Noch weigert sich Hillary Clinton, ihre Niederlage im US-Vorwahlkampf offiziell anzuerkennen, denn sie will sich eine Machtposition im Dunstkreis Barack Obamas sichern - womöglich sogar die Vizepräsidentschaft. Der Sieger könnte am Ende keine andere Wahl haben.

    Hillary versteht es zu pokern. Sie weiss genau, Obama ist auf ihre Unterstützung angewiesen. Diese Situation wird sie weidlich ausnützen.

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    Obamas Dilemma: Er braucht Hillarys Unterstützung anderseits wäre seine These "Change" unglaubwürdig, wenn er eine Politikern der letzten Generation - die im weissen Haus gelebt hatte und das hergebrachte Bild verkörpert - zu sich an die Spitze nimmt.

    Dienstag, 3. Juni 2008

    BR Leuenberger: Wie weit darf die Werbung gehen?

    Aus nzz-online:

    3. Juni 2008

    Der zweckentfremdete Bundesrat

    Prominente ungefragt in der Werbung

    Prominente werden von der Werbeindustrie gerne als Fotomodelle eingesetzt. Sie dienen dann etwa als Botschafter für ein Produkt oder illustrieren einen Sachverhalt. Doch nicht immer wissen sie vor der Veröffentlichung etwas davon.

    Das Haar flott nach hinten gekämmt, der Hemdkragen offen und eine rosa Blume im Knopfloch: Viel attraktiver, so suggeriert ein Inserat, sehe neuerdings Bundesrat Moritz Leuenberger aus. Genauso erneuert wie die Wirtschaftszeitschrift «Bilanz», für deren Relaunch in der Anzeige geworben wird. Ist der Medienminister mit seinen Amtsgeschäften und seinem Blog zu wenig ausgelastet und ist daher noch Fotomodell geworden? Mitnichten.

    Weder Leuenberger noch sein Departement wurde angefragt. Wo sind nun die Grenzen bei der Manipulation von persönlichen Fotos?

    Kommentar: Es steht fest, dass BR Leuenberger nicht angefragt wurde, ob man sein Bild für Werbezwecke gebrauchen könne. Wie soll er sich nun verhalten?

    Der Backenbart ist aufgemalt, die schwarzumrandete Brille in das Bild hineinmontiert. Die Haarpracht dürfte im realen Leben einen anderen Kopf krönen, sie ist dichter und die dazu gehörende Stirn ist eckiger als die des Bundesrates. Leuenberger ist nicht der einzige, auch Josef Ackermann, zurzeit Chef der Deutschen Bank, bekam ein neues Styling. Das Motiv der Anzeigen sei ja nicht herabsetzend, sagt «Bilanz»-Chefredaktor Dirk Schütz. Das Umstylen der Herren sei augenzwinkernd zu verstehen.

    Nach nzz-online verlief eine Kampagne des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes anders. Vor Jahresfrist fanden sich die Bundesräte Couchepin, Blocher und Merz sowie weitere Politiker als Sujet wieder. Ihre Köpfe waren in einer Bildmontage auf die Körper von Behinderten gesetzt worden. Damit warb der Gewerkschaftsbund für ein Nein bei der Abstimmung zur 5. IV-Revision. Brisant war dabei, dass die Kampagne nicht die Meinung der Abgebildeten wiedergab. Weder die betroffenen Behinderten, noch die Politiker hatten zur Verwendung ihrer Bilder ihre Einwilligung gegeben.

    Unsere Landesväter sind in guter Gesellschaft. Gegenwärtig wirbt auch der amerikanische Präsident, ohne davon zu wissen, für die neue evangelisch-reformierte Zeitung «reformiert». «Muss man seine Feinde wirklich lieben?», scheint er leicht gequält zu fragen. Die Sängerinnen Madonna und Kylie Minogue werben in Inseraten als Taxifahrgäste für das Zürcher Radio Energie.

    Gibt es ein Recht am eigenen Bild bei Prominenten?

    Personen der Zeitgeschichte, so der Fachjargon für Prominente, stehen im öffentlichen Interesse. Dazu gehören Politikern, Wirtschaftsführer, Sportler und weitere Berühmtheiten. Sie können ungefragt im Rahmen ihrer Tätigkeiten abgebildet werden – sofern es sich um eine publizistische Berichterstattung handelt. Auch Abbildungen aus dem Privatleben müssen sie sich gefallen lassen, etwa wenn, wie in den USA geschehen, ein Politiker gegen Homosexuelle zu Felde zieht und später aber in einem einschlägigen Etablissement gesehen wird. Das Recht am eigenen Bild ist also für Prominente relativ. Doch auch sie haben ein Recht auf eine Privatsphäre. Die Bilder sollten stets Informationszwecken oder als Illustration eines Sachverhalts dienen.

    Im Bereich kommerzielle Kommunikation gelten nach übereinstimmenden Angaben von Experten andere Regeln als bei einer Medienberichterstattung.

    Es gebe in der Werbung keine Rechtfertigung, eine Person des öffentlichen Interesses ohne ihre Zustimmung abzubilden. Das wissen die Agenturen natürlich schon und sie sind auch verpflichtet, ihre Auftraggeber darauf hinzuweisen. In den meisten Fällen, so der Rechtskonsulent der Schweizer Werbung, Marc Schwenninger, passiere nichts. Viele Prominente möchten sich nicht mit Klagen exponieren oder als humorlos gelten. In etwa acht Prozent der Fälle lasse sich die Angelegenheit einfach regeln. In die Allgemeinsprache übersetzt bedeutet dies meistens, dass eine bestimmte Summe aus der Portokasse im Namen der abgebildeten Person an eine wohltätige Institution gespendet wird.

    Manchmal gibt es auch originelle Entschädigungen: Bekannt wurde die Kampagne der Autoverleihfirma Sixt, die mit Angela Merkels zerzauster Sturmfrisur für den Verleih von Cabriolets warb. Merkel reagierte mit Humor und liess in einem Interview durchblicken, dass sie sehr gerne einmal dieses Auto fahren würde. Die Firma reagierte, indem sie Merkel den Wagen für einen Monat zur Verfügung stellte.

    Nicht alle Persönlichkeiten reagieren so gelassen wie die deutsche Bundeskanzlerin.

    In der Schweiz seien es allerdings weniger als zwei Prozent der Fälle, in denen die Juristen bemüht werden, sagt Schwenninger. Und meistens finden solche Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, die Kampagnen werden darauf diskret zurückgezogen. Nicht so in Deutschland, wo Oskar Lafontaine von einem Hamburger Gericht 100'000 Euro zugesprochen erhielt. Der damalige SPD-Politiker hatte wegen der Verwendung seines Bildes für Werbezwecke geklagt. Allerdings hob der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil später wieder auf. Er stellte Werbung, die politische Geschehnisse aufgreift, über den kommerziellen Aspekt des Persönlichkeitsrechts.

    Boris Becker hingegen holte mit einer Klage 1,2 Millionen Euro heraus. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ hatte anlässlich der Lancierung der Sonntagsausgabe eine Nullnummer gedruckt. Auf der Titelseite war ein Bild Beckers unter der Schlagzeile «Der strauchelnde Liebling» zu sehen.

    Ein solcher Artikel war jedoch nie publiziert worden. Die Richter gaben Becker recht: Die FAZ habe den Tennisstar ungefragt zum Blickfang seiner Werbekampagne gemacht.

    In der Schweiz reagieren die Abgebildeten meistens gelassen und pochen weniger auf das Recht am eigenen Bild. Zwar reagiere in der Regel die Bundeskanzlei, wenn Politiker betroffen seien, sagt Rechtsanwalt Schwenninger.

    Im Fall von Moritz Leuenberger hätte das Uvek aktiv werden können. Bisher sei jedoch keine Reaktion eingetroffen, sagte Dirk Schütz. Der Bundesrat selbst will weder das Bild noch die Kampagne kommentieren.

    Ende Zitat nzz- online

    Kommentar: Ich würde Moritz Leuenberger raten, mit den Werbern zu reden. Es ist denkbar, dass er auch einen Betrag für eine Spende heraushandeln kann. Mit einer Beschwerde und einem Medienwirbel würde sein Image als origineller, kreativer Magistrat Einbusse erleiden. Wir erinnern an sein Verhalten, als ihn ein Junge am Strand mit der Badehose aufgenommen hatte. Darüber berichteten wir ausführlich in www.rhetorik AKTUELL vom 29. April 06 . Leuenberger verzichtete damals auf eine offizielle Beschwerde.

    .

    Montag, 2. Juni 2008

    Anne Wills Schwächen

    Ich habe die Professionalität der Moderatorin Will verschiedentlich gelobt und ihre journalistische Arbeit analysiert. Anne Will kam meist sehr gut weg. Leider fielen mir bei den letzten Sendungen gravierende Unzulänglichkeiten auf. Anne Will beginnt immer mehr mitzudiskutieren. Ihre Position ist zu oft ersichtlich. Die penetrante Unterbrechungstaktik scheint ihr zu einer lästigen Marotte zu mutieren.

    Anne Will müsste selbstkritisch eine Standortbestimmung vornehmen und unverzüglich Gegensteuer halten, bevor ihr "Zuckerpapier" abwertet. Jetzt werden auch noch fachliche und inhaltliche Schwächen ersichtlich.

    Lafontaine-Attacken gegen Merkel

    TV-Eklat bei Anne Will

    1. Politiker fordert ihre Ablösung

    Ich zitiere bild.de:

    Erster Politiker fordert Anne Wills Entlassung

    Böse Entgleisung von Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine: In der ARD-Sendung „Anne Will“ griff er Bundeskanzlerin Angela Merkel an, beschimpfte sie als „überzeugte Jungkommunistin“.

    Damit wollte er davon ablenken, dass viele Linkspartei-Politiker früher für den Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet haben.

    Lafontaine: Chef der Linkspartei ist gefährlich

    „Alles auf Rot – warum nicht mit den Linken?“ lautete der Titel der „Anne Will“-Sendung. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) saß da einträchtig mit Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine. Immer wieder mussten sich beide gegen den Vorwurf verteidigen, dass in der Linkspartei viele frühere Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR Mitglieder und Funktionsträger sind.

    Als Studio-Gast Eva-Maria Neumann von ihrem Schicksal erzählt, wie sie 1977 bei einem Fluchtversuch aus der DDR verraten und verhaftet wurde, setzt Oskar Lafontaine zu seinem verbalen Amoklauf an:

    „Die CDU/CSU hat ja nach dem Krieg sehr viele NSDAP-Mitglieder aufgenommen ... NSDAP-Mitglieder sind über die CDU Kanzler und Bundespräsident geworden. Damals hat man gesagt, das muss man machen, um sie in die Demokratie zu integrieren. Und das war sicherlich im Grundsatz richtig. Jetzt ist es so, dass die CDU/CSU heuchelt und die Öffentlichkeit täuscht. Denn sie hat selbst zwei SED-Parteien integriert, die so genannten Blockparteien.“

    Und dann greift Lafontaine Bundeskanzlerin Angela Merkel an, sagt zum bayerischen Ministerpräsidenten Günter Beckstein (CSU):

    „Und noch etwas – ich will Sie einmal aufklären: Sie haben eine überzeugte Jungkommunistin zur Kanzlerin gewählt. Ist Ihnen das überhaupt klar? Denn Frau Merkel war FDJ-Funktionärin für Propaganda und Agitation. Das konnte nur eine überzeugte Jungkommunistin. Und sie durfte in Moskau studieren. Das waren nur Linientreue. Also: Sie haben doch Integrationsleistungen vollbracht. Seien Sie doch stolz darauf!“

    Doch da liegt Lafontaine falsch: Angela Merkel hat nie in Moskau studiert!

    Kommentar von Günter Beckstein: „Wer so saudumm daherredet, sollte nicht in einer anständigen Weise meinen, dass er Demokrat wäre.“

    Friedbert Pflüger (CDU) fordert die Absetzung von Anne Will

    Friedbert Pflüger (CDU) fordert die Absetzung von Anne Will

    Nach den verbalen Ausfällen von Oskar Lafontaine hat jetzt der erste Politiker den Rauswurf von Anne Will gefordert!

    Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin Friedbert Pflüger sagte:

    Die Sendung ‚Anne Will‘ zeichnet sich immer mehr durch Un- und Halbwahrheiten und bewusste Verzerrung von Sachverhalten aus.“

    Pflüger weiter: „Die Talkshow sollte durch Frank Plasbergs ‚Hart aber Fair‘ ersetzt werden. Der hat das Zeug zum harten, aber fairen Fragestellen, da kommt der Journalismus nicht missionarisch-ideologisch daher. Anne Will hat nicht gehalten, was sich viele – auch ich – von ihr versprochen haben."

    Er wolle sich als Mitglied des Rundfunkrates des rbb Berlin für eine Ablösung von Frau Will einsetzen.

    Pflüger ist besonders empört über die Anmoderation von Anne Will („Dass man mit der Linkspartei erfolgreich Politik machen kann, das weiß der Chef der einzigen rot- roten Koalition in Deutschland, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit“) und den darauf folgenden Einspiel-Film.

    Darin wurde behauptet, die rot-rote Koalition in Berlin habe 2001 von der Großen Koalition in Berlin 60 Milliarden Euro Schulden „geerbt“ und Berlin ! „auf die Erfolgsspur“ geführt.

    „Die Fakten widerlegen Frau Will“, sagt Pflüger: „Die Verschuldung Berlins ist von 38,5 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 61 Milliarden Euro zum heutigen Zeitpunkt angestiegen.“

    Kommentar: Eine Moderatorin MUESSTE eingreifen, wenn jemand über die Schnur haut. Anne Will tolerierte jedoch den verbalen Fehltritt. Reto Brennwald zeigte beispielsweise in der vorletzten Arena (SF) Nationalrat Lang die rote Karte, weil er kurz vor der Abstimmung Wahlpropaganda betreiben wollte. Das fand ich richtig und angemessen. Will hätte den "Sünder" nicht aus der Sendung entlassen müssen, so wie es Kerner bei Eva Herman getan hat. Die Moderatorin wäre jedoch verpflichtet gewesen, dafür zu sorgen, dass die Spielregeln eingehalten werden. Sie hätte reagieren müssen! Das gehört zu ihrem Job.

    Bei der Anmoderation ging die Moderatorin von der These aus, dass man mit der Linkspartei erfolgreich Politik machen kann, das wisse der Chef der einzigen rot- roten Koalition in Deutschland, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und spielte dann einen tendenziösen Film ein - als angeblichen Beweis, dass diese These zutrifft.

    Diese Behauptung war nicht als Provokation gemeint. Es war offensichtlich: Die Moderatorin unterstützte auch persönlich diese These.

    Gegenargumente würgte Will ab und vertrat auch als Moderatorin die fragwürdige Sicht. Es wurde dann geklärt: Die Journalistin hatte sich schlecht vorbereitet, denn die Fakten bewiesen das Gegenteil. Will schien auf einem Auge blind. Eine Moderatorin dürfte gesinnungsmässig nie voreingenommen sein. Persönliche Stellungsnahmen sind beim Moderieren ein Kapitalfehler! Moderat sein - heisst neutral sein.

    Nachtrag, 3. Juni

    Es war heute wohltuend, zu erleben, wie die Schweizer Moderatorin Christine Maier dem ad hoc einberufenen Club (aus aktuellem Anlass) moderierte und alle Klippen der Gesprächsleitung souverän meisterte. Chapeau!

    Es ging um das brandaktuelle Thema "Spaltung der SVP Schweiz". Keine einfache Runde. Keine pflegeleichten Teilnehmer. Der Moderatorin gelang es dennoch - mit langer und kurzer Leine - zu demonstrieren, wie erregte Diskutanten moderat und manchal energisch gebändigt oder diszipliniert werden können. Die erfahrende Moderatorin griff nur dann ein, wenn es notwendig war, setzte sich durch , wenn jemand versuchen wollte, das Szepter zu übernehmen. Ich bin überzeugt, vielen Promi Moderatoren - wie beispielsweise Anne Will - täte es gut, diese Leistung einer Schweizer Profifrau als Lehrstück zu nehmen (Sie müssten nicht einmal Schweizerdeutsch verstehen). Die Diskussionsrunde "Club" hatte einen roten Faden, war dynamisch und hat gewiss auch eine beachtenswerte Einschaltquote.

    Nachtrag 4. Juni BZ:

    Streit um Wowereit-Nähe der ARD-Lady eskaliert

    Anne Will wehrt sich, Pflüger feuert nach

    Anne Will weist Pflügers Kritik zurück

    Eine Talkshow voller Unwahrheiten, Falschinformationen, Einseitigkeit – mit diesen Vorwürfen schießt CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger schriftlich (Ausriss) gegen TV-Moderatorin Anne Will.

    Er fordert die Absetzung ihrer ARD-Talksendung.

    Friedbert Pflüger

    Pflüger bezieht sich auf die Sendung vom Sonntag (Titel: „Alles auf Rot – warum nicht mit den Linken?“). Er wirft Anne Will „Lobhudelei“ auf den Regierenden Klaus Wowereit (SPD) vor. „Die Zahlen, die gemachten Interviews verfolgen ein Propaganda-Ziel: Rot-Rot ist super“, kritisiert Pflüger in einem Brief an Anne Will. Pflüger weiter: „Das ist Ideologie und Liebesdienerei. Sie missbrauchen einen privilegierten Sendeplatz und werben für eine politische Richtung.“

    So sei in der Talkshow u.a. behauptet worden, Rot-Rot habe 2001 von der großen Koalition 60 Milliarden Euro Schulden geerbt und Berlin „auf die Erfolgsspur“ geführt.

    „Das sind falsche Fakten“, sagt Pflüger. „Die Verschuldung Berlins ist von rund 38,5 Milliarden Euro 2001 auf heute rund 61 Milliarden Euro gestiegen.“ Falsche Fakten? Anne Will wies die Vorwürfe gestern „entschieden zurück“. Sie habe sich „auf die gesamten finanziellen Altlasten“ bezogen und „nicht auf den Schuldenstand am Tag des Regierungswechsels“, hieß es dazu aus ihrer Produktionsfirma.

    Rückendeckung bekommt die TV-Moderatorin vom NDR: „Die Absetzung von ‚Anne Will' zu fordern, ist völlig abwegig und nur durch die aktuelle Hitzewelle zu erklären oder dadurch, dass er selbst Partei ist“, sagte TV-Chefredakteur Andreas Cichowicz zu Pflügers Forderung.

    Auch ARD-Programmdirektor Günter Struve bezeichnete die Forderung nach einem Aus für Anne Will als „absurd“, denn: „Der Vorwurf der bewussten Verzerrung von Sachverhalten ist völlig unberechtigt. Wir haben noch keine Sekunde an der Kompetenz von Anne Will und der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Sendung gezweifelt.“

    Doch davon lässt sich Pflüger nicht umstimmen. Er bleibt dabei: „Als Mitglied des Rundfunkrates des rbb Berlin werde ich mich für eine Absetzung von Frau Will einsetzen!“

    Nachtrag 5.6.08 FOCUS-online:

    Nachspiel im Rundfunkrat!

    ____________________

    Talkte sie zu einseitig?:

    Der Kulturstaatsminister im Kanzleramt, Bernd Neumann, sprang damit seinem Berliner Parteifreund Friedbert Pflüger (CDU) bei, der das Thema Anfang der Woche aufgebracht hatte. In der Sendung am vergangenen Sonntag habe es Falschinformationen gegeben, sagte Neumann der „Bild“-Zeitung.

    „Ich würde mir im Interesse der Zuschauer wirklich wünschen, dass in einer so bekannten und renommierten Sendung die Fakten als Informationsgrundlage der Talkshow stimmen“,

    sagte er.

    ____________

    Immer noch kein Ende der Geschichte?

    Spiegel-online:

    DEBATTE ÜBER TALKSHOW

    Kulturstaatsminister attackiert "Anne Will"

    Die Kritik an "Anne Will" hört nicht auf: Kulturstaatsminister Neumann (CDU) hat die Polit-Talkshow wegen mangelnder journalistischer Qualität gerügt. Jetzt soll sich der NDR-Rundfunkrat mit dem umstrittenen Talk-Format befassen.

    Berlin/Hamburg - Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat "Anne Will" attackiert und ist damit seinem Berliner CDU-Kollegen Friedbert Pflüger zur Seite gesprungen. "Ich würde mir im Interesse der Zuschauer wirklich wünschen, dass in einer so bekannten und renommierten Sendung die Fakten als Informationsgrundlage der Talkshow stimmen", sagte Neumann der "Bild"-Zeitung.

    Moderatorin Will: Von CDU-Politikern attackiert
    AP

    Moderatorin Will: Von CDU-Politikern attackiert

    Das Blatt berichtete weiter, dass sich nun auch der NDR-Rundfunkrat mit der Sendung befassen werde. "Natürlich wird sich der Rundfunkrat mit Anne Will beschäftigen", zitierte "Bild" Volker Müller, der als Vertreter der niedersächsischen Unternehmerverbände im Vorsitz des Gremiums sitzt. "Schon in der nächsten Sitzung" soll das Thema "Anne Will" laut Müller auf der Agenda stehen.

    Bisher hatten ARD und NDR die Talkshow verteidigt (mehr...) und die Vorwürfe, die Sendung sei einseitig und schlecht recherchiert, entschieden zurückgewiesen. "Wir haben noch keine Sekunde an der Kompetenz von Anne Will und der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Sendung gezweifelt", stellte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Dienstag klar. Friedbert Pflügers Forderung, die Talkshow wegen handwerklicher Mängel abzusetzen, sei "absurd".

    Auch NDR TV-Chefredakteur Andreas Cichowicz sagte SPIEGEL ONLINE, dass eine Absetzung der Show "in der ARD kein Thema" sei. Ganz im Gegenteil: Laut Cichowicz ist die nicht abreißende Schelte Beweis für den Erfolg von "Anne Will": "Wer oben steht, steht immer auch besonders in der Kritik."

    WELT.de:

    Ein Kompetenzproblem bei Anne Will?

    Die Sendung von Anne Will „Alles auf Rot- warum nicht mit den Linken?“ von letztem Sonntag hat nun offenbar aufgrund ihrer falschen Zahlen ein Nachspiel und wird noch diese Woche in den ARD-Gremien diskutiert. Der Kulturstaatsminister im Kanzleramt, Bernd Neumann, kritisiert die falschen Zahlen der Politsendung.

    Das Problem von Anne Will ist jedoch nicht die Manipulation der Fakten, Einseitigkeit oder eine Lagerkampffrage, sondern eine Frage von persönlicher und politischer Kompetenz.

    Wowi, Klaus Wowereit, SPD, und Harald Wolf, die Linke, führen den rot-roten Senat, der weder eine exzeptionell gute, noch eine exzeptionell schlechte Politik für Berlin macht. Man kann für und man kann gegen diese Regierung sein. Es ist mehr eine Frage des Stallgeruches. Eine große Koalition und selbst eine Alleinregierung der CDU würden eine Politik abliefern, die für den einzelnen Menschen in Berlin nicht allzu viel Unterschied macht. Das hat einen entscheidenden Grund: Die Berliner Haushaltslage eröffnet nur einen äußerst schmalen Handlungsspielraum.

    Verhielte es sich so, wie in der Anne-Will-Show von letztem Sonntag suggeriert, nämlich, daß das SPD-Die Linke-Bündnis in den sechs Jahren seiner Regentschaft Berlin um 60 Milliarden und 100 Millionen Euro reicher gemacht hätte, also in sechs Jahren die Schulden abgebaut, die Konten glatt gezogen und 100 Millionen Euro Spielgeld in der Staatsschatulle akkumuliert hätte, wäre das nicht nur das achte Weltwunder, sondern das hieße auch, Wowi und Wolf (und früher Gysi als Wirtschaftssenator, der in dem peppigen Einspielfilmchen von Will über die Erfolgsstory Berlin auch gezeigt wurde) könnten eine sozialparadiesische Politik machen. Die Opposition, und sei es die CDU eines Friedberg Pflügers, hätte kaum noch eine Existenzberechtigung.

    Genau einen solchen Vermögenszuwachs Berlins um 60,1 Milliarden Euro verbreitete Anne Will, in dem sie in ein und demselben Satz den Vermögensstand Berlins mit einem Jahres-Überschuss in eine logikfreie Korrelation setzte. Das Schiff läuft drei Knoten, aber der Kapitän hat sechs Promille im Blut, weshalb die alte Fregatte den Hafen in der halben Zeit erreicht. Das war die verkaufte Logik der Anne Will. Tatsächlich hat Berlin heute 61 Milliarden Euro Schulden.

    DCRS-ONLINE

    Anne Will muss sich entschuldigen !

    Was für eine Blamage. Polit-Talkerin Anne Will, 42, ist laut Medienberichten dazu verdonnert worden sich für ihre peinliche Sendung vom vergangenen Sonntagabend zu entschuldigen.

    Und das nachdem sich die 42jährige auch noch gestandene fünf Tage weigerte, überhaupt einzugestehen, dass sie massiv Unwahrheiten verbreitet und eine einseitige Darstellung proklamiert hatte.

    Nicht gerade sonderlich erwachsen, Frau Will !

    Der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger, 53, hatte unmittelbar nach der Sendung die Absetzung von Anne Will gefordert und war dann rechtlich gegen die einseitige und falsche Darstellung der Haushaltsentwicklung unter der rot-roten Regierung in Berlin vorgegangen.

    Mit vollem Erfolg. Offenbar muss Will nun auch noch die Kosten für diesen Rechtsstreit aus eigener Tasche bezahlen. Es soll sich um einen fünfstelligen Betrag handeln.

    So dürfen einige zusätzliche Zuschauer am kommenden Sonntag um 21.45 Uhr das Erste Programm anzappen, um zu sehen wie sich Talk-Lesbe Anne Will entschuldigen und ihr ausdrückliches Bedauern äußern muss.

    Warum aber warb die schöne Talkerin so massiv für die Linkspartei ?!

    Will hatte ihrer Sendung am vergangenen Sonntag den Titel gegeben „Alles auf Rot – warum nicht mit den Linken?“. Schon dieser Titel erscheint wie eine neckische Aufforderung und Verharmlosung der Links-Partei.

    Ist einer Polit-Talkerin wie Anne Will nicht bewusst, welche Gefahr von der Linkspartei für das deutsche Volk ausgeht ?

    Im Auftaktfilm wurde behauptet, der rot-rote Berliner Senat habe 2001 von der schwarz-roten Vorgänger-Regierung 60 Milliarden Euro Schulden „geerbt“ und durch geschickte Politik in 100 Millionen Euro „Haushaltsplus“ verwandelt.

    De facto eine glatte Lüge. Tatsächlich ist der Schuldenberg unter Rot-Rot um mehr als die Hälfte angewachsen.

    Das wollte Anne Will aber während ihrer ganzen Sendung nicht einsehen. Jetzt muss sie es teuer bezahlen.

    NDR-Programmdirektor Volker Herres fühlte sich bereits gestern zu einer öffentlichen Erklärung genötigt:

    „Der Chefredakteur hat mit der Redaktion intensiv über die Sache gesprochen und alle stimmen selbstverständlich überein, dass eine gründliche Recherche und präzise Umsetzung Grundpfeiler der Glaubwürdigkeit der politischen Gesprächssendung von Anne Will sind. (…) Pannen sind immer ärgerlich, aber wo Menschen arbeiten und unter den Bedingungen einer Live-Sendung kann auch mal etwas schiefgehen.“

    DCRS meint: Eine sehr dürftige Erklärung für den groben Schnitzer, den sich Will hier geleistet hat.

    Keine Entschuldigung - nur eine Richtigstellung in der WIR-form

    8. Juni Spiegel online:

    Nach dem politischen Streit über den korrekten Schuldenstand Berlins hat Anne Will am Sonntagabend ihre ARD-Talkshow mit einer Richtigstellung begonnen.

    Die Sendung vom vorherigen Sonntag habe die Verschuldung des Stadtstaates Berlin fehlerhaft dargestellt, sagte die Journalistin und fügte hinzu: "Wir bedauern diesen Fehler." Eine ausdrückliche Entschuldigung sprach Will nicht aus.

    Fernsehjournalistin Anne Will (hier ein Fotoshooting am 16. Oktober 2007): Patzer zugegeben
    AP

    Fernsehjournalistin Anne Will (hier ein Fotoshooting am 16. Oktober 2007): Patzer zugegeben

    In der Sendung vom 1. Juni hatte es geheißen, die rot-rote Koalition habe 2001 vom CDU-geführten Senat 60 Milliarden Euro Schulden geerbt. Tatsächlich aber fand der derzeitige Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) bei seinem Amtsantritt im Januar 2002 einen Schuldenberg von rund 40 Milliarden Euro vor - und nicht die von der "Anne Will"-Redaktion kolportierten 60 Milliarden. "Dieser Schuldenstand ist erst unter der rot-roten Regierung auf rund 60 Milliarden Euro angewachsen." Das habe man "natürlich gerne noch einmal klarstellen" wollen, sagte Anne Will. die Richtigstellung war bereits am Tag zuvor von ihrer Nina Tesenfitz von der Will Media GmbH angekündigt worden.

    Der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger hatte letzte Woche die Absetzung ihrer Talkshow gefordert und scharfe Kritik an falschen Angaben der Moderatorin geübt. Diese Forderung hatte NDR-Programmdirektor Volker Herres am Freitag entschieden zurückgewiesen, aber zugleich die Entschuldigung Wills angekündigt.

    Kommentar: Damit hat Anne Will die Schuld nicht auf sich genommen. Raffiniert oder billig? Es ist nur eine Richtigkstellung. Das kleine Versehen war ein Patzer des ganzen Teams. Will hat damit die Schuld nicht auf sich genommen. Ob ihre Lebenspartnerin - eine Medienwissenschaftlerin - ihr diese raffinierte Formulierung empfohlen hatte?

    bild online:

    Nach Skandal-Sendung: Anne Will entschuldigt sich

    Nach TV-Eklat

    Anne Will entschuldigt sich für Skandal-Sendung!

    Das ist ihr nicht leicht gefallen: Heute Abend um 21.47 Uhr, gleich zu Beginn ihrer Sendung, musste sich Talk-Lady Anne Will (42) für die Fehler in ihrer Sendung vom vergangenen Sonntag um Entschuldigung bitten!

    Ihre Erklärung: „Lassen Sie mich nun in eigener Sache etwas sagen. Womöglich haben Sie mitbekommen, dass unsere Sendung vom vergangenen Sonntag für einigen Gesprächsstoff gesorgt hat. Ein Grund war: Wir haben die Verschuldung des Stadtstaates Berlin fehlerhaft dargestellt. Der Schuldenstand Berlins am Tag des Regierungswechsels betrug im Jahre 2001 rund 40 Milliarden Euro. Dieser Schuldenstand ist erst unter der rot-roten Regierung auf rund 60 Milliarden Euro angewachsen. Wir bedauern diesen Fehler und wollen dies gern noch einmal klarstellen.“

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    Sonntag, 1. Juni 2008

    Ohrfeige für die SVP

    Drei mal NEIN!

    blick-online:
    Abstimmungen Einbürgerung
    01.06.2008

    Die Schweizer Stimmbürger sagen zu allen drei nationalen Vorlagen Nein. Vor allem im Fall der Einbürgerungs-Initiative sorgt dieses Resultat für lange Gesichter bei der SVP.

    Die Schweiz will keine Einbürgerungen an der Urne, keinen «Maulkorb» für die Behörden und keinen neuen Gesundheitsartikel. Bei den eidgenössischen Abstimungen haben die 4,9 Millionen Stimmberechtigten ein klares dreifaches Nein eingelegt.

    Grosse Verliererin ist die SVP, die drei Mal die Ja-Parole ausgegeben hat. Vor allem in den Westschweizer Kantonen lehnten die Stimmbürger alle Vorlagen klar ab.

    Nach Auszählung von 12 Kantonen und 5 Halbkantonen wurde die Einbürgerungsinitiative mit fast 64 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Ja sagte bisher nur der Kanton Schwyz.

    Der vom Parlament gezimmerte Gesundheitsartikel wurde mit 71 Prozent in allen Kantonen verworfen. Am wuchtigsten wurde die so genannte «Maulkorb-Initiative» abgelehnt: 75 Prozent der Stimmenden sagten Nein.

    Polit-Experte Claude Longchamp sprach gegenüber Radio DRS von einer «massiven Polarisierung» in der politischen Landschaft, die zu diesem Resultat geführt habe.

    Die SVP hat damit die laut eigenen Aussagen mit der Einbürgerungs-Initiative die «wichtigste Abstimmung des Jahres» verloren. Mindestens im Kerngeschäft der Ausländerpolitik war die SVP in den letzten Jahren an der Urne sonst sehr erfolgreich.

    Bei den Gewinnern will die SP gleich noch eine Schritt weitergehen: Parteipräsident Christian Levrat will nun eine parlamentarische Initiative für eine erleichterte Einbürgerung für Ausländer starten, wie der Nationarat gegenüber Radio DRS bestätigte.

    Ein Aktivist überstreicht im Vorfeld der Abstimmung ein SVP-Plakat zur Einbürgerungsinitiative. (Keystone)

    «Wir hatten eine breite Front gegen uns und mussten damit rechnen», sagte SVP-Vizepräsident Adrian Amstutz zur Niederlage an der Urne. Das Resultat sei ein deutliches Zeichen, in welche Richtung das Schweizer Stimmvolk gehen wolle. Kritik an der Abstimmungs-Kampagne wollen weder Amstutz noch der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr gelten lassen. «Wir würden nochmals mit den gleichen Argumenten ins Feld ziehen», sagte Fehr im Schweizer Fernsehen.

    Die SVP werde nun einen Vorstoss einreichen, dass nur noch Personen mit einer Niederlassungsbewilligung C Einbürgerungsgesuche stellen könnten. «Dies und anderes wird die SVP durchsetzen», sagte Fehr.

    Auch der Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm gibt sich kämpferisch. Trotz der Niederlage wolle die SVP das Thema Einbürgerungen weiterverfolgen. «Wir müssen dafür sorgen, dass kriminelle Ausländer nicht in der Schweiz bleiben können», sagte SVP-Nationalrat Luzi Stamm im Schweizer Radio DRS.

    Stamm sprach von einer Vermischung der Sachfrage Einbürgerungsinitiative und dem Streit um die SVP und Bundesrätin Widmer-Schlumpf als Grund für das Nein.

    Kommentar: Obschon Regierung, Parlament und alle Parteien gegen die SVP waren, hält sich der "Erfolg" der SVP (Einer gegen alle) in Grenzen. Nur 7% der Fremdwähler konnte die SVP überzeugen. Die Niederlage ist eindeutig! Der Grund muss in den Auseinandersetzungen nach der Abwahl Blochers gesucht werden, Auseinandeersetzung mit der missliebigen -aber gewählten - Bundesrätin, der Wirbel mit dem Ausschluss der Bündner Partei, der fade Auftritt in der Abstimmungs-Arena. Auch das Verhalten des Sonderlings, dem Wildschwein-Blocher hat bestimmt jenen Stimmen Auftrieb gegeben, die der SVP einen Denkzettel verpassen wollten. Die SP darf sich nicht nicht zu früh freuen. Sie will zwar mutig Gegensteuer halten und möchte sich unverzüglich für eine erleichterte Einbürgerung stark machen. Wenn wir gesehen haben, dass die Mehrheit der Bevölkerung Probleme sehen bei Schulklassen mit fremdsprachigen Kindern, wird der SP die Rechnung nicht so rasch aufgehen. Die SVP ihrerseits darf jetzt nicht nur Wunden lecken. Sie muss grundsätzlich über die Bücher gehen.

    Neue Niederlage für Hillary Clinton

    Aus Spiegel-online:

    Tiefschlag von der eigenen Partei für Clinton: Der Regelausschuss der Demokraten hat entschieden, die Stimmen der umstrittenen Vorwahlen in Florida und Michigan nur zur Hälfte zu zählen. Damit bleibt Barack Obama weiter klar in Führung. Die Senatorin hatte beide Wahlen gewonnen.

    KOMMENTAR: Uneinsichtig bis ans bittere Ende?

    Illustration n-tv online:

    Fauler Kompromiss: K.o-Schlag für Clinton

    "K.o-Schlag" für Clinton

    Samstag, 31. Mai 2008

    Buhrufe trieben Fussballer zur Weissglut.

    Tagi online:

    streller

    Marco Streller hat gegenüber dem Schweizer Fernsehen angekündigt, dass er nach der EM seine Karriere im Nationalteam beenden werde.

    Sein Entscheid ist unumstösslich.

    Blick-online:

    Der 26-Jährige Fussballer Streller scherzte nicht. Die Pfiffe des Publikums trafen ihn offenbar tief. Ob es nur die Drohung eines gekränkten EM- Teilnehmers war oder ob Streller mit den Reaktionen der Öffentlichkeit tatsächlich nicht mehr konfrontiert sein mag, bleibt abzuwarten.

    Als Streller im Spiel gegen Liechtenstein (3:0) nach einer eher diskreten Vorstellung in der 59. Minute durch Hakan Yakin ersetzt wurde, reagierte ein Teil der Zuschauer ungehalten. Seit dem missratenen Penaltyschiessen im WM-Achtelfinal gegen die Ukraine ist Strellers Kredit auffallend klein; das war schon in diversen Partien der SFV-Auswahl zu spüren. «Nach der Euro ist definitiv Schluss»

    Die (zu negative) Haltung der Öffentlichkeit beschäftigte Streller - eigenen Aussagen zufolge - schon seit geraumer Zeit. Die dümmlichen Buhrufe in der St. Galler «AFG Arena» trieben ihn vollends zur Weissglut. Inakzeptabel sei dies, beschwerte sich Streller nach dem Auslauftraining im Interview mit einem SF- Sportreporter. «Nach der EM höre ich definitiv auf!»

    Jeder wird nun den drittbesten Torschützen der Schweizer noch aufmerksamer verfolgen. Und die zahlreichen Kritiker des 28-fachen Internationalen dürften sich an der breiteren Angriffsfläche nicht stören. Köbi Kuhn beabsichtige, den Fokus auf den Start gegen die Tschechen zu rücken. Nun steht ohne Not etwas Unangenehmeres im Brennpunkt: Die Nerven eines potentiellen Fixstarters liegen blank.

    Marco Streller will nicht mehr für die Nati kämpfen. (Toto Marti)

    Kommentar: Hat Streller überreagiert? Ich persönlich finde, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss. Ob es jedoch klug war, sieben Tage vor dem EM-Kick-off gegen Tschechien in Basel derart emotional zu reagieren, darf bei allem Verständnis hinterfragt werden. Ein Spieler, der die Nerven verliert, büsst an Reputation ein. Er kann sich nun an der EURO O8 keinen Patzer mehr erlauben. Alles d.h. jeden Fehler den er macht wird kommentiert (Und jeder Mensch macht Fehler). Ein Mensch der keinen Puffer mehr hat, ist gefährdet, noch mehr Fehler zu machen. Ich hätte als Spitzensportler den Entscheid erst nach den Spiel bekannt gegeben - nach dem Motto: Zuerst denken - überlegen - abwägen - dann handeln.