Donnerstag, 24. April 2008

Aus Blick-online:

Doch keine echte SVP Bundesrätin?

Sonntagaz.ch:

Aus Blick-online:

Eveline Widmer-Schlumpf begründete heute das Nein des Bundesrats zur Einbürgerungsinitiative der SVP. Und wurde persönlich: Für sie sei es auch ein Nein aus «Überzeugung».

Kommentar: Die klare offene Positionierung der neuen Bundesrätin hat auch eine negative Seite: Die SVP wird gewiss die Aussagen an der Medienkonferenz als weiterern Beweis sehen, dass die aufgezwungene Bundesrätin gegen die eigene Partei politisieren wird und keine echte SVP Frau ist. Wenn Widmer-Schlumpf die Meinung des Bundesrates vertreten hätte, wäre dies nicht so schlimm gewesen. Doch die persönliche eindeutige Anti SVP Verlautbarung könnte zu einer zusätzlichen Verhärtung der Situation führen.

Wenn zwei sich verbeissen, könnte der Dritte profitieren

Hillary und Obama gehen bis ans bittere Ende

Im Netz gelesen (Spiegel online):

Die Demokraten müssen hilflos ansehen, wie ihren Hoffnungsträgern schon bei den Vorwahlen widerfährt, was sonst erst im Wahlkampf mit den Republikanern drohte -

die Verzerrung verdienter Politiker zu Karikaturen ihrer selbst.

Das widerfuhr Vizepräsident Al Gore, den der Gegner im Jahr 2000 als Übertreiber und Besserwisser hinstellte. Das widerfuhr Kriegsheld John Kerry vor vier Jahren, als er plötzlich als Windsurfer ohne feste Überzeugungen dastand.

In den vergangenen Wochen hat sich die Yale-Absolventin und Multimillionärin Clinton in die volkstümliche Version einer eisernen Kanzlerin verwandelt. Sie ist medial zu einer Frau geworden, die Whiskeys runterkippt, ständig die Ärmel hochkrempeln will - und notfalls noch um drei Uhr morgens bereit zu sein scheint, den frechen Iran komplett auszulöschen.

In einem 30-sekündigen Last-Minute-Wahlkampfspot (siehe Video) vereint Clinton Dutzende Bilder des Grauens und des Leids zu einer visuellen Collage der Angst. Unter anderem thematisiert der Werbefilm den Börsencrash 1929, den Angriff auf Pearl Harbor 1941, die Kuba-Krise 1962, die Ölkrise der siebziger Jahre, Hurrikan Katrina und den Terroristenführer Osama Bin Laden. Clinton hat dieses Image selbst gewählt, weil es ihr zu helfen scheint im Kampf gegen Obama. Doch weil es nicht wirklich zu ihr passt, würde es ihr im Wahlkampf gegen McCain nachhängen.

"Ich würde besser bowlen als Obama"

Obama wiederum ist unfreiwillig in die Rolle des Intellektuellen gerutscht, der vom Glück verwöhnt und latent arrogant ist. Sechs Wochen spielte er in Pennsylvania brav Bowling mit Wählern, trank Bier in Sportbars, besuchte Bauernhöfe. Doch immer wirkte er wie ein Tourist auf Abenteuerurlaub. Seine Bemerkungen über angeblich verbitterte einfache Wähler, die sich aus Frustration an Religion und Waffen klammerten, verstärkten diesen Eindruck.

Wird Obama der demokratische Kandidat, könnten viele US-Wähler mit ihm als allererstes die Szene verbinden, in der er eine Bowlingkugel in die Rinne wirft. "Ich würde besser bowlen", lästert McCain schon.

Der Kandidat der Republikaner (der Dritte im Bund) hält in diesen Tagen staatstragende Reden: zur Wirtschaftspolitik, zur Bildung, zur Außenpolitik. Seine beiden demokratischen Herausforderer sprechen derweil Grußworte bei einem Wrestling-Wettbewerb.

Im Fernsehen waren Schauspieler zu sehen, verkleidet als Clinton und Obama. Sie schleuderten sich kreischend durch den Wrestling-Ring.

Es gibt in US-Wahlkämpfen noch Schlimmeres, als vom Wähler nicht gemocht zu werden: vom Wähler nicht ernst genommen zu werden.

Uebung macht den Meister

Ohne Training - ohne Ueben kein Erfolg. Obwohl sich zeigt, dass der Spass und die Freude am Tun, am Lernen auch wichtig ist, genügt der Spass am Tun allein nicht. Die Anwendung, das Ueben ist ein Muss! Training, Drill, repetitives Ueben war leider in den letzten Jahren verpönt. Doch stellen wir heute ein Umdenken fest. Gelerntes muss durch Uebung gefestigt werden. Das weiss jeder Sportler, jeder Musiker, auch jeder Künstler. Wenn bei Ausbildungsmodulen das Gelernte nicht vertiefen und festigen, entsteht ein Defizit. Wer glaubt, dass Gelerntes, dass Wissen oder theoretische Kenntnisse im Schlaf gefestigt und wir auf das Ueben verzichten könnten ( weil es angeblich mühsam und langweilig ist), der unterliegt einem Denkfehler. Wenngleich viele Lehrer aber auch unsere Gesellschaft die Kreativität und Originalität meist höher gewichtet als das Ueben: Es geht nicht Repetition und Nachahmung. So lange Lustgewinn mehr gewertet wird als Anstrengung, so lange belibt das Ueben in der Bildungslandschaft "out".

Selbst in der Berufsausbildung und in höheren Schulen, in denen die Studierenden selber über Problemen brüten, werden Uebungen oft ersetzt durch Tutoren, welche die Lösungen den Lernenden pfannenfertig präsentieren. Uebungen an hochschuldidaktischen Zentren sind selten geworden. Es geht gewissen Didaktikern vor allem darum, Lehrinhalte interessanter - mit noch attraktiveren Unterrichtstechniken zu vermitteln. Dabei wird verkannt, dass sich Vieles passiv nicht lernt.

Zwischen Wissen und Tun ist ein himmelweiter Unterschied!

Das Ueben, das Tun, ist zum Beherrschen einer Materie unabdingbar. Jeder merkt im Alltag, dass die eigene Fitness beim Konditionstraining nicht durch blosses Zusehen verbessert werden kann. Das gilt bei allen Lernprozessen.

Es stimmt nicht, dass die Abneigung gegen das Ueben angeboren ist. Ich habe bei meinen eigenen Kindern gesehen, wie sie das gleiche Puzzle unzählige Male zusammengesetzt haben und dabei merken, das es dank der Wiederholung immer leichter ging. Das selbe galt beim "Turm- bauen". Weshalb geht im Laufe der Ausbildungszeit den Schülern der angeborene Wille verloren, immer wieder von Neuem zu beginnen, Lernprozesse zu wiederholen und den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen?

Möglicherweise deshalb, weil mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad das Ueben den Spielcharakter verliert. Bei Musikern oder Hochleistungssportlern sehen wir, dass Ueben nicht mehr nur Spiel, sondern eher harter Drill wird. Für sie ist Training ein MUSS ist und kann nicht immer nur mit Spass verbunden werden .

Dass ein Student nicht nach Drill lechzt, ist nachvollziehbar.

Leider werden bei Lehr Evaluationen die eigentliche Festigung und Beherrschung des Stoffes weniger gewertet, als der Einsatz möglichst vieler Lehrformen.

Damit will ich nicht meinen, dass man den sinnlosen Drill früherer Jahr herbeireden muss (Hundert Mal den gleichen Satz zu schreiben).

Doch dürfen wir wieder den Mut aufbringen, die reine Erlebnisschule in Frage zu stellen. Studierende sollten sich wieder bewusst werden, dass eine Disziplin (Fach) nur durch Disziplin (Uebung) erlernt und gefestigt werden muss.

In meiner Lehrtätigkeit am Universiätslehrhgang für Projektmanagement (MASTER Lehrgang) nutzen wir dank der Bologna Reform die Chance zu einer professionellen aktiven Vertiefung des Stoffes mit Uebungsphasen.

Im Modul Oeffentlichkeitsarbeit werden bei uns die theoretischen Kenntnisse in praxisonrientierten modulen (Mediensimualationsräumen) trainiert und zwar im Print-, Radio-, und TV bereich. Unsere Aufgabe als Lehrende ist es, den Master - Titel nicht nur auf dem Papier zu ermöglichen , sondern zu verlangen, dass die Studierenden den Stoff - eben - "meistern".

Studierende sind nicht abgeneigt, zu üben, wenn ihnen ermöglicht wird, beim Ueben auch ungestraft scheitern zu dürfen.

Nochmals: Nur Uebung macht den Meister. Ein Arzt sagte mir, er würde eine Operation nur von einem Arzt ausführen zu lassen, der immer wieder die selbe Operation mache. Sicher nicht von einem Chirurgen, der die Operation zweimal am Video angeschaut hat.

Nachtrag: Ich habe festgestellt, dass viele Ausbildende deshalb den widerstandslosen Weg bevorzugen -und Uebungselemente ausklammern - weil das Training nicht zu positiven Rückmeldungen führen. Die Feedbackblätter sind leider zu oft so gestaltet, dass die Lehrenden den Unterricht in erster Linie nach dem Lustprinzip beurteilen:

Hat mir der Unterricht gefallen?

War er unterhaltsam? Abwechslungsreich?

Ich kenne verschiedene Lehrbeauftragte, die alle unangenehmen Uebungselemente nur deshalb gestrichen hatten, weil sich die unangenehmen Uebungselemente in den Beurteilungsblättern nicht auszahlte .

Wer nämlich hartes Training fordert, ist meist - vor allem in den ersten Beurteilungen - weniger beliebt, als jener Showman, bei dem man zurücklehnen und den Stoff nur konsumieren kann.

Fazit: Nur wer übt, wird letztlich ein Meister!

Fackellauf - eine leide Endlosgeschichte

Fortsetzungsgeschichte Nr. X

Aus heute online:

Kampf um die Fackel
Kampf um die Fackel

Aus Spiegel online:

TIBET- KONFLIKT

Proteste und Festnahmen bei Fackellauf in Australien

Geschützt von einem Großaufgebot der Polizei haben Sportler die olympische Fackel durchs Australiens Hauptstadt Canberra getragen. China mobilisierte als Gegengewicht zu Tibet-Sympathisanten tausende chinesische Studenten. Nach Protestaktionen und Rangeleien gab es mehrere Festnahmen.

Kommentar: Obschon die Chinesen mit organisierten Gegendemonstrationen und enormem Polizeiaufgebot der Weltpresse vorgaukeln möchte, der Fackellauf wickle sich in geordneten Bahnen ab und die Bevölkerung ärgere sich über die tibetanischen Terroristen , so gelingt es Peking nicht, die Fotografen im Westen zu zensieren.

20 Min-online:

Wüste Szenen beim Fackellauf in Australien

Proteste von Tibet-Aktivisten und prochinesische Gegendemonstrationen haben den Olympischen Fackellauf in Australien begleitet. Rund 80 Sportler trugen das symbolträchtige Feuer durch die Strassen der Hauptstadt Canberra. Bei Zwischenfällen wurden sieben Personen festgenommen.

Mittwoch, 23. April 2008

Fertig mit "ospeln"

Ospel war König der Abzocker. Dies führte dazu, dass man von einer Person, die unverdientermassen riesige Summen absahnte - auch für schlechte Arbeit oder anlässlich eines Abganges mit einem goldenen Fallschirm belohnt wurde, sagte, diese Person "osple". "Ospeln" wurde mit dem Verb"absahnen, abzocken" gleichgesetzt. In der St. Jakobshalle konnte nun die Oeffentlichkeit das bittere Finale des ehrgeizigen UBS Chefs erleben, der 40 Milliarden in den Sand gesetzt hatte.

Ospel konnte sich nicht mehr gegen seine Aechtung wehren. An der letzen UBS- Generalversammlung konnte man das bittere Ende des einst so glorreichen Aufsteigers mitverfolgen.

- Somit ist fertig "geospelt " bei der UBS

Ospel arbeitete sich als Sohn eines Zuckerbäckers im Arbeiterviertel von Kleinbasel auf. Gezielt schaffte er es, sich an die Spitze einer der grössten Banken hochzuarbeiten. Konkurrenten schaffte er sich laufend geschickt vom Hals.

Er hatte einige Tiefs zu überwinden:

- Am 8. Dez stieg er nach der Fusion um Konzernchef der UBS auf. Er musste damals von Bodyguards bewacht werde. Die Wut fokussierte sich auf Ospel, weil der Abbau von 13000 Stellen angedroht wurde

- 2001 wurde Marcel Ospel als "Bin Ospel" beschimpft, weil er zum Schuldigen der Bankrotten Swissair gemacht wurde.

- 2006 gab es eine Welle der Empörung wegen seines Salairs von 24 Millionen Franken. Ospel mutierte zum König der Abzocker!

Alle Widerlichkeiten überstand der ehrgeizige Banker. Auch jene Probleme mit seinen Ehefrauen. Eiskalt konnte er die härteste Kritik an sich abperlen lassen. Er zeichnet sich durch eine aussergewöhnlich gute Beherrschung emotionaler Stimmungen aus. Er suchte keine Medienauftritte (war nicht meidengeil), wenn er antworten musste, verstand er es immer, Mängel zu beschönigen oder geschickt auszuweichen.

Erst in den letzten Tagen traten Signale der Unsicherheit auf. An der GV vom 23. April in Basel zeigte er erstmals Selbstkritik. Er zeigte sich zerknirscht und gab sogar Fehler zu. Er sagte zwar nicht: ICH habe Fehler gemacht, sondern: WIR haben Fehler gemacht. Ueber seine Abgangsentschädigung hüllte er sich nah wie vor in Schweigen (Obschon er der GV darnach gefragt wurde).

Kommentar: Ich habe Marcel Ospel seit Jahren in verschiedenen Beiträgen analysiert und hatte lange das Gefühl, dass er ein Könner im Einstecken ist und sich gekonnt (auch mit fragwürdigen Mitteln) gegen alle Gegner durchzusetzen verstand. In Basel erlebten wir ein bitteres Finale, mit einem verbitterten Menschen, der mum auch nonverbal die Enttäuschung nicht mehr so perfekt überspielen konnte.

Rhetorisch geschickt nutzte Ospel in seiner Schlussrede das Alinghisbild für sein Verhalten (UBS war Sponsor):

- Es ist nicht meine Art gewesen, im Sturm die Segel zu streichen.

- Wir sind nicht vom Kurs abgekommen

- Die UBS bleibt hart am Wind

Die Behauptung Ospels, dass er nun das Schiff - wie angekündigt - verlasse, war hingegen eine Beschönigung und leider eine krasse Verzerrung der Tatsachen.

Auch seinem Nachfolger gab Ospel ein nachhaltiges Bild mit, das schon für ihn gegolten hatte:

Wer den kalten Wind nicht aushält, hat auf dem Gipfel nichts zu suchen.

Marcel Ospel war lange auf dem Gipfel. Ihm wehte sehr oft ein kalter Wind (Sturm?) um die Ohren.

Ich bin überzeugt, dass der millionenschwere Marcel Ospel heute auf Vieles verzichten würde, wenn er damit den eigenen Ruf, die persönliche "Marke", die Reputation, das Ansehen aufpolieren könnte.

Zitat 20 min-online:

An der Generalversammlung der UBS ist die «Chropfleerete» im Gang. Zahlreiche Aktionäre äusserten teils herbe Kritik an der Spitze der Grossbank. Es gab jedoch auch kuriose Einlagen. Derweil befindet sich die UBS-Aktie an der Börse auf Talfahrt.

Kleinaktionär Rudolf Weber überreichte Marcel Ospel einen Kranz Würste - der gab den Senf dazu. (Bild: Keystone)

Ospel punktet mit Schlagfertigkeit (Einem Basler Fasnächtler fiel dies nicht schwer):

Als Rudolf Weber dem scheidenden UBS- Chef Marcel Ospel an der UBS-Generalversammlung in Basel eine ganze Wurstkette überreicht wurde, war klar, was der Aktionär damit ausdrücken wollte: Wer 40 Milliarden in den Sand setzt, ist eine Wurst.

Doch Ospel parierte die Kritik an seiner Arbeit auf humorvolle Weise:

Ospel zückte eine Tube Senf hervor und meinte gegenüber Weber: «Sie waren im BLICK, ich habe darum den Senf dazu mitgebracht.»

Illustration TAGI- online:

ospel

Ospel gab schlagfertig seinen Senf dazu

Quelle Kleinreport:

Vom Umgang der Medien mit Tibet und der Olympiade

Über die Frage, wie sich die Medien mit dem Thema Tibet und den Ereignissen vor und während der Olympischen Spiele in Peking befassen sollen, diskutierten am Dienstag im Wiener Rathaus verschiedene Chefredaktoren europäischer Medien. Dabei lehnte sich «Le Matin»-Chefredaktor Peter Rothenbühler ziemlich weit aus dem Fenster, als er laut dem Branchendienst Newsroom das Internationale Olympische Komitee (IOC) als «eine undemokratische, leicht korrupte und von Geld gesteuerte Organisation» abkanzelte. Er sei grundsätzlich dafür, dass die Spiele in China stattfinden, räumte er ein, weil China derzeit einer der weltweit spannendsten Schauplätze sei. «Es ist allerdings völlig falsch, politische Anliegen an China an das IOC und die Sportler zu delegieren.»

Peter Rothenbühler war mit seiner Einschätzung nicht allein: «Was wir eben erleben, ist eine riesige Heuchelei», sagte der Informationsdirektor des ORF, Elmar Oberhauser.

Das IOC habe vollkommen versagt, denn man wusste ganz genau, was in Tibet passiert.

"Herr Rogge hätte zehn Jahre lang Zeit gehabt, auf die Probleme aufmerksam zu machen, und man hätte in letzter Konsequenz die Olympischen Spiele erst gar nicht an China vergeben dürfen»

, sagte Oberhauser.

Dieser Entscheid sei sehr

wohl eine politische Entscheidung und daher könne man sich auch nicht auf Sportberichterstattung reduzieren, antwortete Uwe Vorkötter, Chefredaktor der «Frankfurter Rundschau». Man müsse sich aber ernsthaft fragen, ob die Redaktionen auf diese Situation ausreichend vorbereitet seien.

Andreas Cichowicz, Chefredaktor des NDR und bei der ARD für die China-Berichterstattung zuständig, plädierte für politische Aufmerksamkeit:

«Wir dürfen das Licht nicht ausknipsen, sondern müssen vielmehr unsere Scheinwerfer auf die dunklen Seiten in China richten.»

Kritische Fragen an die Wirtschaft und an Sponsoren, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen, hätten dem NDR bei Volkswagen indes grossen Ärger eingebracht. Interviews der NDR-Sportberichterstatter würden derzeit konsequent von VW verweigert.

Dass die Eröffnung der Spiele 2008 in Peking eine «Eröffnung der leeren Stühle wird», träumt Rubina Möhring, Vizepräsidentin von Reporter ohne Grenzen. Auch der Europa-Gesandte des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen, mahnte die Regierungschefs in der Wahl ihrer Gesten.

China fürchtet den Gesichtsverlust, wenn die Chefs nicht zur Eröffnung der Spiele kommen würden.

Er selbst fürchte aber, dass nach diesem Sommer in Tibet noch alles viel schlimmer kommen wird.

«Die Chinesen werden alles unternehmen, dass es nie wieder eine Erhebung der Tibeter geben wird, so wie wir sie derzeit erleben», sagte Gyaltsen.

Kommentar: Mit der Wahl Pekings für die Olympiade war es klar, dass die Menschenrechtsfrage nicht völlig ausgeklammert werden kann. Obschon sich die Wirtschaft mit China nicht anlegen will und das IOC zuerst geglaubt hatte, dass an eine völlige Trennung von Politik und Sport durchgezogen werden könne, musste einsehen, dass dieser Trennungsstrich nicht mehr so einfach und leicht gezogen werden kann.

Gewiss werden nicht nur Vor- und Nachteile von Boykotts oder das Fernbleiben an der Eröffnungsfeier diskutiert werden. Uns interessiert es vor allem, wie sich die Sportler verhalten, denen keinen Maulkorb auferlegt werden. Aber auch und wie sich die Journalisten verhalten, denen - immerhin während der Spiele - Bewegungsfreiheit versprochen wurde.

Dienstag, 22. April 2008

Welt online:

US-Wahlkampf

Barack Obama – zu clever für Hillary Clinton?

Zu schnell und zu clever: Barack Obama läuft Hillary Clinton davon. Und das nicht nur in den Umfragen. Selbst wenn er Pennsylvania verliert, bremsen kann ihn das nicht. Denn immer mehr Superdelegierte sind auf seiner Seite. Und Hillarys Wahlkampf ist zu altmodisch und langsam, um ihn noch zu stoppen.
Barack Obama
ed/nk
Foto: AFP
In Pennsylvania könnte die Entscheidung fallen. Gewinnt Barack Obama ...

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In Pennsylvania geht der Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Barack Obama in die nächste Runde. Am Montag gratulierte Obama seiner Rivalin Clinton schon mal im Voraus. Warum? Obama ist schnell und clever. Clinton zu gratulieren, heißt soviel wie: Das wussten wir alle eh schon, dass die Clintons in Pennsylvania gewinnen würden. Es heißt auch, Obama denkt schon an die nächsten Wahlen, für die er finanziell wesentlich besser ausgerüstet ist.
Obama kann selbstsicher sein. Denn schon seit dem Wochenende kündigt sich an, was Hillary endgültig das Genick brechen könnte. Immer mehr prominente demokratische Politiker sowie Superdelegierte sprechen sich für Barack Obama aus. Ein solcher Trend bringt Obama viel weiter, als ihn die von ihm angekündigte Niederlage in Pennsylvania jemals bremsen könnte.

Für Hillary Clinton ist der Rivale einfach zu schnell. Denn im Gegensatz zu ihr hat Obama begriffen, dass manche Chancen im Leben nur einmal kommen. Ihr altmodisches Radarsystem versagte; sie nahm seine politische Aktivität vor lauter Schnelligkeit kaum wahr. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wurde Obama von Clinton kaum beachtet, als er in seinem von ihr aktiv unterstützten Senatswahlkampf 2004 plötzlich anfing, gleichzeitig seine Präsidentschaftskandidatur zu starten.

Was er unter Parteifreunden getan hat, wird landläufig Verrat genannt. Sein damaliger Konkurrent im Kampf um einen Sitz im Senat musste wegen peinlichen Enthüllungen aus dem Rennen ausscheiden; die Wahl fiel Obama in den Schoss. Die dadurch freigesetzten Mitarbeiter schickte Obama gleich nach Iowa, um die ersten Schritte für seinen jetzigen Wahlkampf gegen Clinton vorzubereiten. Sie wusste nichts, ahnte nichts davon.

Clinton selbst hat im Jahr 2004 eine eigene Kandidatur fürs Weiße Haus abgelehnt, in dem Glauben, sie müsse sich noch vier Jahre im Senat gründlicher vorbereiten. Manche Chancen kommen nur einmal; das hat Obama sehr wohl und Clinton überhaupt nicht begriffen. Denn zwei Jahre später war Barack Obamas Chefstratege David Axelrod dabei, eine neue Mehrheit für Washington zu schmieden; es gelang ihm. Die neue Mehrheit im US-Repräsentantenhaus unter der Leitung von Sprecherin Nancy Pelosi wurde für Hillary Clinton bald zu einer Art Konkurrenz, wie es deutlicher als bei dem Kampf um Superdelegierte gar nicht sein kann. Und auch hier half Obama seine Schnelligkeit. Denn die neuen Washingtoner Verhältnisse sind das erste Ergebnis des schnellen, leichten Internetwahlkampfes, den Obama und Axelrod sehr gut beherrschen.

Die Schnelligkeit bringt aber auch Unsicherheit: Obama liegt zwar eindeutig vorn bei der Nominierung, aber Hillary Clinton fühlt sich noch nicht besiegt. Obama steuert auf das Weiße Haus zu wie Donald Rumsfeld einst auf Bagdad. Saddam war gestürzt – der Krieg aber nicht gewonnen.

In seiner Biographie bekennt Obama sich ganz eindeutig zu Schnelligkeit und Rastlosigkeit als seine zwei Hauptsünden.

Die liefern ihm seine Chancen, verursachen aber auch seine Pannen. Manches in seinem Wahlkampf ist wie mit heißer Nadel genäht. Die ausführlichen Programme sind nicht selten von politisch wenig erfahrenen Wissenschaftlern geschrieben, und stehen oft in eher loser Beziehung zueinander.

Gerade im Wahlkampf in Pennsylvania hat die Geschwindigkeit des Internets ihm ein großes Problem bereitet, indem er auf zwei Parketts auf einmal agierte. In den letzten Wochen hat er sich einerseits um die Arbeiter Pennsylvanias bemüht. Vor allem seine neue Männerfreundschaft mit Senator Bob Casey hat Schlagzeilen gemacht, und zweifellos auch dazu beigetragen, die Hemmungen zwischen Caseys wertkonservativen Wählern und dem intellektuellen Kandidaten aus Chicago abzubauen.

Gleichzeitig aber war Obama in diesen sechs Wochen sehr oft außerhalb Pennsylvanias, zum Beispiel auf der exklusiven Veranstaltung in San Francisco, wo er seine umstrittene Bemerkung über die postindustrielle Misere von verbitterten Arbeitern machte. Innerhalb von Stunden war im Netz zu lesen, dass Menschen aus strukturschwachen Gegenden sich an „Waffen und Religion, Ausländerfeindlichkeit und Protektionismus klammern" würden.
Seltsamerweise war es das Wort „klammern" selbst, das viele Amerikaner als das eigentliche Problem in Obamas Satz sahen. Es verband die Idee von Vergangenheit und die von Schwäche.
Gelegentlich erscheint Obama als eine Verkörperung der Zukunft selbst, der fast lässig auf seine Landsleute wartet. Sein Berater David Axelrod hält an einem politischen Grundsatz fest: Demokraten können nur dann gewinnen, wenn sie wie Kennedy oder Clinton die Zukunft verkörpern.

Kommentar: Trotz Rückstandes, trotz der vielen Fettnäpfchen in dies sie getreten ist, trotz Geldmangels, trotz offensichtlicher Lügengeschichten. Hillary wird nicht aufgeben. Sie will als tapferste Frau, die trotz Bills Sexgeschichten zum Mann gehalten hatte, die trotz Niederlagen immer wieder aufgestanden ist - in die Geschichte eingehen; als eine Frau die nur mit wehenden Fahnen untergeht. Selbst wenn Sie verliert, wird sie von Obama am Schluss noch erwarten, dass er sie zur Vizepräsidentin aufnehmen wird (sogar aufnehmen darf).

Vorahnung im Spiegel- online- Einige Stunden vor Abschluss der Wahlen:

VORWAHL IN PENNSYLVANIA

Wählerinnen- Schwund bedroht Clintons Siegesformel

Hillary Clinton muss zittern:

Laut jüngsten Umfragen ist ihr Vorsprung bei ihrer treusten Wählergruppe geschmolzen, den weißen älteren Frauen. Rivale Obama setzt demonstrativ auf Frauenthemen - und könnte so bei der Schicksalsvorwahl in Pennsylvania doch den Überraschungssieg schaffen

n.tv.de (23.4.08)