Sonntag, 2. März 2008

Die Schweiz muss das Bankgeheimnis verankern!

findet Ex Bundesrat Blocher

Es wäre fahrlässig, das gefährdete Bankengeheimnis leichtfertig aufs Spiel zu geben. Bevor die EU unser Bankgeheimnis nicht garantiert, solle nich weiter verhandelt werden!

Ich zitiere 20 Min:

Bankgeheimnis in Verfassung soll wieder geprüft werden Unter dem Eindruck der deutschen Offensive gegen Steuerflüchtlinge greift SVP-Politiker Christoph Blocher die Idee wieder auf, das Bankgeheimnis in der Bundesverfassung zu verankern. Diese Forderung werde angesichts der Angriffe auf das Bankgeheimnis jetzt erneut geprüft, sagte der im letzten Dezember abgewählte Justizminister der Zeitung «Sonntag». Das Parlament hatte frühere Vorstösse der SVP für eine Verankerung des Bankgeheimnisses in der Verfassung, die von Standesinitiativen mehrerer Kantone unterstützt worden waren, im Jahre 2006 beerdigt. Damals herrschte die Meinung vor, das Bankgeheimnis sei dank den bilateralen Verträgen mit der EU genügend geschützt. Auf dem Finanzplatz selber war man von der SVP-Idee nicht begeistert, weil sie mit einer Volksabstimmung und damit erneut mit einer breiten öffentlichen Debatte über das Bankgeheimnis verbunden gewesen wäre.

Kommentar: Christoph Blocher ist nicht allein, wenn er vom Bundesrat verlangt, die Frage des Bankengeheimnisses in der Schweiz müsse proaktiv angegangen werden. Franz Jäger stösst ins gleiche Horn. Er findet, die Schweiz müsse zum Gegenangriff übergehen und nicht warten, bis es zu spät ist.

Quelle sonntag.ch-online:

«In Bern haben sie Riesenangst vor uns»

Die Schweiz hat ganz gut funktioniert, als Sie weg waren. Es geht auch ohne Blocher . . .

Das können Sie bei jedem Menschen sagen. Aber wie funktioniert es? Der Bundesrat ist nun wieder ein geschlossener, harmoniesüchtiger Klub, und er verteidigt die Schweiz nicht gegen die ungeheuerlichen Eingriffe der EU in die Steuerhoheit der Schweiz. Er missachtet die Neutralität, indem er das in völkerrechtswidriger Weise abgetrennte Kosovo vorschnell anerkennt, stockt bereits wieder das Personal im EJPD auf. Nein, nein, es gibt viel zu tun!

Sie wollen die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien vom Steuerstreit mit der EU abhängig machen. Ist diese Verknüpfung wirklich klug?

Nicht nur klug, sondern vor allem nötig. Man verhandelt doch nicht über ein Dossier, das allein die EU braucht, ohne dass die EU ihre unhaltbaren Eingriffe auf die schweizerische Souveränität einstellt.

Unserem Land nützt das Abkommen.

Nein. Die EU braucht es unbedingt, nicht wir. Auch ohne Abkommen kann die Schweiz Ausländer anstellen, so viel sie will. Die Rumänen kommen auch ohne diesen Vertrag, wenn wir wollen. Bei internationalen Verhandlungen ist ein Grundsatz wichtig: verknüpfen, verknüpfen, verknüpfen.

Sogar Ihr Parteifreund Peter Spuhler ist gegen diese Verknüpfung. Die bilateralen Verträge sind aus seiner Sicht zu wichtig, als dass man sie aufs Spiel setzt.

Ich weiss nicht, wie sehr er gegen diese Verknüpfung ist. Herr Spuhler ist Unternehmer. Er verkauft seine Eisenbahnzüge auch in diese Länder. Das ist seine Interessenlage. Jetzt geht es aber um die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung unseres Landes. Es geht um unsere Standortvorteile. Und das muss auch die Wirtschaft sehen. Sie darf nicht wegen eigennütziger kurzfristiger Vorteile die Standortqualitäten preisgeben.

Es ist doch nicht geschickt, die EU zu reizen, nachdem Deutschland unsere Steuerprivilegien und das Bankgeheimnis ins Visier genommen hat.

Reizen sollte man sie nicht, aber staatsmännisch und mutig die rechtsstaatlichen Grundsätze und die Werte unseres Landes verteidigen. In Bern schläft man. Man begreift nicht, was da abläuft. Die EU will die Kantone zwingen, ihre Steuergesetze abzuändern. Das ist eine schwerwiegende Souveränitätsverletzung. Das Motiv dahinter ist klar: Die EU will überall in Europa gleiche Steuergesetze. Deutschlands Ex-Finanzminister Eichel sagt offen, man müsse die Steueroasen trockenlegen. Eben komme ich aus den Wüsten Chiles: Oasen sind etwas Wunderbares. Die Leute gehen von der Wüste in die Oase und nicht umgekehrt. Man will in der EU nur noch Steuerwüsten. Das Gegenmodell wäre ein Europa der Steueroasen, dann gäbe es keine Wüsten mehr.

Bundesrat Merz nimmt es gelassener. Die Schweiz sei nicht in Gefahr, unser Bankgeheimnis habe sieben Leben.

Man kann bei einer Gefährdung des Wohles des Landes leicht den Gelassenen spielen! Es ist fahrlässig, diese Angelegenheit auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir müssen sagen, wo die Grenzen sind. Was in Liechtenstein passiert ist, kann bei uns auch geschehen. Im Moment wird wohl abgewartet, bis das Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen ist. Danach wird der Druck erhöht. Das gilt es zu verhindern!

Wollen Sie das Bankgeheimnis in der Verfassung verankern?

Dies war eine Forderung der SVP. Angesichts der Angriffe auf das Bankgeheimnis wird sie jetzt erneut geprüft.

Ex-Bundesrat Christoph Blocher (Foto: Susi Bodmer)

Samstag, 1. März 2008

SPD in Not

Quelle n-tv online:

Samstag, 1. März 2008

Gespalten in der Linken-Frage SPD in der Klemme

Im Streit über die Haltung zur Partei Die Linke wird die Kluft innerhalb der SPD immer größer. Parteivize Peer Steinbrück warf seinem Vorsitzenden Kurt Beck Fehler im Umgang mit den Parteigremien vor. Die Parteilinke forderte eine neue Strategie im Umgang mit der Linkspartei. Der große nordrhein-westfälische Landesverband stellte sich indes geschlossen hinter Beck. Linke-Chef Oskar Lafontaine sprach sich mit Verweis auf das Programm der SPD gegen eine rot-rote Koalition auf Bundesebene aus, erhielt dazu aber Widerspruch aus den eigenen Reihen. "Dass einem Parteivorsitzenden Loyalität gewährt wird, ist unabweisbar notwendig", sagte Finanzminister Steinbrück der "Frankfurter Rundschau". "Unbenommen dessen muss eine solche Entwicklung intern besser kommuniziert und vorbereitet werden." Die SPD-Spitze hatte dem hessischen Landesverband auf Becks Vorschlag hin freie Hand für eine Regierungsbildung in Wiesbaden auch mit Unterstützung der Linken gegeben. Die vorsichtige Öffnung stieß anschließend parteiintern auf erheblichen Widerstand.

< "Gestaltungsfähige Mehrheiten wird die SPD nicht durch die Orientierung hin zu irgendeinem Rand gewinnen, sondern in der Mitte", sagte Steinbrück. Der ehemalige SPD-Chef Björn Engholm hielt Beck Versäumnisse vor:

"Es hätte eine breite Diskussion in der gesamten Partei geben müssen", sagte der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein den "Lübecker Nachrichten". Mit Blick auf eine künftige Zusammenarbeit mit der Linken gab sich Engholm offen:

"Wenn die Linke sich als durch und durch unserer Verfassung verbunden fühlt, kommt sie mittelfristig als Gesprächs- und notfalls auch als Koalitionspartner für uns infrage." Der Vize-Sprecher der Parteilinken in der SPD, Niels Annen, erwartet auf dem bevorstehenden Parteirat eine ausführliche Debatte über den Umgang mit der Linkspartei. Bislang gebe es noch keine Strategie, wie mit der Konkurrenz am linken Rand zu verfahren sei, sagte Annen der "Rheinpfalz am Sonntag". Ausgrenzung und Dämonisierung hätten nicht funktioniert. Innerhalb der SPD müsse für die nächsten Landtagswahlen Klarheit geschaffen werden.

Ende Zitat

Kommentar : Aehnlich - wie derzeit bei der SVP in der Schweiz - schaden die internen Auseinandersetzungen, die in die Oeffentlichkeit getragen werden. Der "Spaltpilz" ist ein gefährlicher Pilz. Wenn er nicht rasch bekämpft wird, sind die negativen Folgen unausweichlich.

Nachtrag aus Bild online:

SPD-Revolte gegen Beck

Machen sie Steinmeier zum Kanzlerkandidaten?

Droht jetzt der SPD-Putsch gegen Kurt Beck ? Angeblich wollen die Genossen ihren Parteichef stürzen, berichtet der „Spiegel“. Favorit und möglicher neuer SPD-Kanzlerkandidat: Frank-Walter Steinmeier .

Parteichef Kurt Beck und Frank-Walter Steinmeier. Wird der Außenminister neuer Kanzlerkandidat?
Foto: dpa

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins wollen Finanzminister Peer Steinbrück , Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Ex-Vizekanzler Franz Müntefering Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten für 2009 küren.

Riesen-Wirbel in der Parteispitze nach dem Bericht des „Spiegel“.

Matthias Platzeck dementierte die Putsch-Gerüchte bereits, sprach von „Verschwörungstheorien“ und „absolutem Blödsinn“. Für ihn stehe fest, dass Beck als Parteichef das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur habe, erklärte der Ministerpräsident.

Trotzdem: Nachdem Parteichef Kurt Beck SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti grünes Licht für die Wahl zur Ministerpräsidentin mit den Stimmen der Linken gab, sanken die Umfragewerte drastisch. Nicht nur bei Becks Wählern – auch in der eigenen Partei.

Parteifreundin Andrea Nahles hält weiter zu ihm. „Kurt Becks Kurs ist richtig. Ich warne davor, jetzt aus einer strategischen Entscheidung eine Richtungsdebatte zu machen“, sagte sie dem „Spiegel“.

Nahles weiter: „Die Linkspartei ist eine Realität in der Politik geworden, auch im Westen. Wir sollten in der SPD alle diese Realität zur Kenntnis nehmen.“

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht das ganz anders.

Gestaltungsfähige Mehrheiten wird die SPD nicht durch die Orientierung hin zu irgendeinem Rand gewinnen, sondern in der Mitte“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“.

Während in der sozialdemokratischen Parteispitze der Ton immer schärfer wird, ist die Hauptperson gar nicht anwesend. Kurt Beck ist an einer schweren Virusgrippe erkrankt, sagte alle seine Termine ab.

Die aktuellen Entwicklungen tragen sicher nicht zur schnellen Genesung bei ...

Kommentar: Einmal mehr sehen wir, dass Probleme krank machen können (Monika Stocker in Zürich bekam auch nach der Stressphase einen Kreislaufkollaps).Ich sehe für Kurt Beck ebenfalls schwarz. Der voreilige Wortbruch ist bestimmt nicht abgestützt auf der Parteibasis. Für Beck wird es ganz schwierig, die heikle Situation wieder zurecht zu biegen.

Nachtrag Tagi online:

02. März 2008

Linksschwenk bringt Beck in Bedrängnis

Der Streit in der SPD um die Öffnung zur Linken ist zur Debatte um Parteichef Kurt Beck geworden. Es geht um die Kanzlerkandidatur 2009.

Eine Debatte ohne den Hauptdarsteller: Kurt Beck ist krank geschrieben.
Keystone Eine Debatte ohne den Hauptdarsteller: Kurt Beck ist krank geschrieben.

Kommentar: Könnte dies nun heissen: Les absents ont toujours tort?

Freitag, 29. Februar 2008

Kunst und Kuschen

Ich zitiere aus Bild online:

29. Februar 2008

KULTURKAMPF IN BERLIN

"Sonst fliegen Steine!"

Eine deutsche Premiere im Kampf der Kulturen:

Muslime sorgten mit Drohungen dafür, dass eine satirische Plakat-Ausstellung geschlossen wurde. Die Behörden verfallen in Schockstarre - dabei geht es um nichts weniger als die Kunstfreiheit.

Künsteler versuchen oft verzweifelt das, was seit dem Dadaismus die Pflicht eines modernen Künstlers ist – zu provozieren.

Einer Gruppe dänischer Künstler ist das in Berlin mit politischen Plakaten gelungen. Allerdings hat es sich die Künstlergruppe "Surrend" ziemlich einfach gemacht. Sie stellte in einer kommunalen Berliner Galerie ein Plakat aus, auf das strenge Muslime nichts anderes reagieren können, als sich aufzuregen.

BERLINER SURREND-AUSSTELLUNG: KUNSTFREIHEIT UNTER BESCHUSS

Stein des Anstoßes ist buchstäblich ein Stein - nämlich die Kaaba in Mekka, das zentrale Heiligtum aller Muslime. Auf einem der Plakate sind die Kaaba und sie umrundende Pilger abgebildet, dazu der große Schriftzug "Dummer Stein". Daneben hängt das Plakat eine orthodoxen Juden mit schwarzem Hut, der Kommentar "Dummer Hut": Eher plumpe Provokationen, die der Plakatkünstler Klaus Staeck gleichwohl bei der Eröffnung der Ausstellung am 22. Februar feierte.

Die Wirkung dieser Schmähung der Kaaba konnte eigentlich nicht sonderlich überraschen: Am Dienstag entdeckten zwei junge Musliminnen das Plakat. Sie erklärten Galeriemitarbeitern, dass es ihre Religion beleidige und dass es abgehängt werden sollte. Dann fotografierte sie es mit ihren Handys. Mit diesen digitalen Beweismitteln fiel es ihnen nicht schwer, an der benachbarten Döner-Bude Verstärkung zu mobilisieren.

Schließlich forderte ein eine Handvoll aufgebrachter muslimischer Männer das sofortige Abhängen des Plakats: "Sonst fliegen Steine!"

Politiker und Beamte verfielen prompt in Panik

Die Galerie Nord liegt im einstigen Arbeiterviertel Moabit, wo muslimische Migranten, vor allem aus der Türkei, streckenweise das Straßenbild beherrschen.

"Die Situation wurde bedrohlich", berichtet ein Mitarbeiter der Galerie. Der Künstlerische Leiter gab daraufhin nach.

Zunächst wurde das Kaaba-Plakat abgenommen, dann entschied er in Absprache mit einem der dänischen Künstler, die Galerie vorerst zu schließen. Angriffe auf Mitarbeiter wollte man nicht in Kauf nehmen. Die für die Ausstellungsräume verantwortlichen Politiker und Beamte des Bezirkes Mitte verfielen prompt in Panik und äußern sich seitdem nicht mehr zu dem Fall.

"Die Freiheit der Kunst gehört zu unseren Grundrechten", begründet dagegen der Berliner Kulturstaatssekretär Andre Schmitz die Notwendigkeit der Wiedereröffnung, "auch wenn Kunst provoziert und Grenzen überschreitet." Auch die Akademie der Künste hat sich mit den dänischen Künstlern solidarisiert.

"Meine Solidarität gilt allen Künstlern und in den Medien Tätigen, deren Arbeit durch gewalttätige Andersdenkende bedroht wird", erklärte Akademiepräsident Klaus Staeck am Freitag in Berlin, der bereits gestern die Drohungen als "völlig unakzeptabel" bezeichnet hatte.

Am Montagmorgen werden sich die Mitarbeiter der Galerie, mit Politikern und Polizisten zusammensetzen, um zu besprechen, wie die Ausstellung geschützt werden soll. Ohne ständige Polizeipräsenz wird es wohl nicht gehen.

Am Dienstag wollen die Ausstellungsmacher die Galerie wieder öffnen. Sie sehen die Plakate als Kritik an fundamentalistischen Vertretern aller Religionen und nicht an moderaten Muslims.

Die Ausstellungsmacher und die Künstler wollen sich nicht einschüchtern lassen und dem Druck der Muslime beugen. Der Name der Künstlergruppe "Surrend" dient dabei als Omen. "We will never surrrender", sagte jedenfalls Winston Churchill.

Kommentar: Immer wieder zeigt sich, dass Meinungsfreiheit, künstlerische Freiheit einerseits und Religionsfreiheit anderseits kaum unter einen Hut gebracht werden können.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Bild- online Zitat:

US-Wahlkampf mit allen Mitteln

Clinton: Jetzt wirft sie Obama Israel-Feindlichkeit vor

Hillary Clinton steht mit dem Rücken zur Wand.

Sie hat die letzten 11 Vorwahlen verloren. Am Dienstag müssen deshalb in Texas und Ohio zwei klare Siege her – oder der Zug ins Weiße Haus nach Washington fährt ohne sie ab.

Die Nerven liegen blank. Und Clinton geht in Angriffsposition – ohne große Rücksicht auf Verluste.

Das Lächeln ist Hillary Clinton und Barack Obama mittlerweile vergangen: In der heißen Wahlkampf-Phase unterstellt Clinton Obama Israel-Feindlichkeit
Foto: Reuters

Ihre jüngste Attacke: Sie warf Obama Anti-Zionismus vor.

Die jüdischen Wähler sind in den USA sehr einflussreich. Und: Obama wird wegen seiner Herkunft (sein Vater stammt aus Kenia und er wuchs in moslemischen Indonesien auf) immer wieder in die Nähe des Islams gerückt.

Es fing mit der letzten TV-Debatte am Dienstag an.

Obama hatte sich gewunden wie ein Aal, als er von den Moderatoren auf den farbigen Islamisten-Führer Louis Farrakhan angesprochen wurde. Farrakhan, der immer wieder antisemitische Parolen verbreitet, hatte sich für Obama ausgesprochen.

Obama meinte lächelnd: „Ich bin gegen seine Position. Aber ich kann ihm nicht verbieten zu sagen, dass ich ein guter Typ bin.“

Hillary funkte dazwischen. „Ich bin in meinem Senats-Wahlkampf von einer Organisation unterstützt worden, die antisemitisch war. Ich habe diese Unterstützung strikt abgelehnt.“ Erst darauf stellte Obama klar. „Ok, ich verurteile nicht nur seine Worte, ich lehne auch seine Unterstützung ab.“

Nun Schlag Nummer zwei.

Das Nachrichten-Magazin „Newsweek“ berichtet: Eine Kampagnen-Mitarbeiterin von Hillary Clinton, habe bereits vor dem Super Tuesday einen hässlichen Blog verbreitet. Darin behauptete sie: „Obama hat eine schwierige Haltung zu Israel und der jüdischen Gemeinschaft.“

Die Wahrheit ist jedoch eine andere.

Es geht um Wählerstimmen, egal aus welchem Lager. Obama hat sich in vielen Reden immer wieder gegen Antisemitismus ausgesprochen. Er hat auch darum gebeten, dass in UNO-Resolutionen zu Gaza stets die Angriffe auf Israel erwähnt werden, um Verständnis für Israels Position zu schaffen.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass er die Anhänger Farrakhan (in den USA gibt es Millionen farbige Moslems) bei Laune halten wollte. Es heißt auch nicht, dass Hillary den Blog ihrer Mitarbeiterin gekannt hat.

Doch spätestens jetzt steht fest: Die Kämpfer haben die Samthandschuhe ausgezogen. Und während sie gegenseitig auf einander einschlagen, lacht der Dritte: John McCain.

Kommentar: Ich gehe davon aus, dass Hillarys Angriffe kontraproduktiv sind.

Nachtrag aus Spiegel - online vom 29.2.

Aus der Aufholjagd von Hillary Clinton gegen Barack Obama scheint nichts zu werden.

Wenige Tage vor den entscheidenden Vorwahlen in den beiden bevölkerungsreichen Bundesstaaten Texas und Ohio hat die ehemalige First Lady ihre Führung klar verloren. In Texas liegt Obama in Umfragen mit sechs Prozentpunkten klar in Führung. In Ohio hat er seine Rivalen beim Kampf der Demokraten um den Einzug ins Weiße Haus quasi eingeholt.

Hillary Clinton, Unterstützer: Klare Führung verloren
DPA

Hillary Clinton, Unterstützer: Klare Führung verloren

Nach Niederlagen bei elf Vorwahlen ist die New Yorker Senatorin am kommenden Dienstag auf einen Sieg angewiesen, um sich eine Chance auf die Nominierung als demokratische Präsidentschaftskandidatin zu wahren. In der für Reuters, C-Span und den "Houston Chronicle" erstellten Umfrage führte Obama in Texas mit 48 Prozent vor 42 Prozent für Clinton.

In Ohio liegt der Senator bei 42 Prozent. Clinton erreichte zwar 44 Prozent, die Umfrage hat aber eine Fehlerquote von 3,8 Prozent, was den Unterschied aufhebt. Auch andere Umfragen wiesen eine Annäherung der beiden Kandidaten aus. Noch vor wenigen Wochen hatte Clinton klar geführt.

Einen deutlichen Vorsprung hat sie nur noch im Süden und Westen von Texas, die von der hispanischen Gemeinde dominiert werden. In Ohio wurde sie von Obama bei unabhängigen, jungen sowie gut verdienenden Wählern und bei Schwarzen überflügelt.

Nachtrag 1.3. (Quelle Bild online):

Neue Taktik Obamas

Obama ignoriert Clinton und attackiert die Republikaner

Kurz vor der möglicherweise entscheidenden Runde bei den Vorwahlen der US-Demokraten hat Barack Obama seine Strategie geändert.

Er ignorierte seine Konkurrentin Hillary Clinton – redete, als sei er schon der Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Der Senator aus Illinois attackierte zudem die Wirtschaftspolitik der Republikaner unter Präsident George W. Bush und gab ihm wie auch dem Präsidentschaftskandidaten John McCain die Schuld daran, dass die USA „am Rande der Rezession stehen“.

Nachtrag 1. März (Zitat news.ch)

1. März 2008

(aktualisiert: 01.03.2008 22:35 h)

Obama in Texas vorn - Muss Clinton aufgeben?

San Antonio - Das Duell zwischen Barack Obama und Hillary Clinton um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten wird immer spannender. Drei Tage vor den Vorwahlen in Texas und Ohio liegt laut Umfragen Obama in Texas vorn, Clinton in Ohio.
Für Clinton wäre ein Sieg in beiden Staaten notwendig.
Den Umfragen zufolge führt Obama in Texas mit 48 Prozent der Stimme der demokratischen Anhänger, auf Clinton entfallen demnach 44 Prozent. In Ohio komme dagegen Clinton auf 47 Prozent, Obama auf 40 Prozent. Bei den Vorwahlen werden in Texas 226 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Spätsommer bestimmt, in Ohio 161 Delegierte.

Wahlkampfexperten haben immer wieder betont, wenn Clinton nicht in beiden Staaten mit einer klaren Mehrheit gewinne, müsse sie aufgeben. Auch ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton hatte sich in diesem Sinne geäussert.

Bislang hat Obama rund 100 Delegiertenstimmen mehr als Clinton gesammelt.

Zudem hat er in elf Abstimmungen hintereinander gewonnen. Die Präsidentenwahl in den USA ist am 4. November.

Dienstag, 26. Februar 2008

Werden beim Fussball die Augen zugedrückt?

Zitat BLICK online:

Also doch. Die Fussballer des FC Thun haben gestanden. Sie missbrauchten die 15-Jährige. Und die Fussballbosse? Sie schauen weg.

Sieben aktuelle und ehemalige Spieler haben Geständnisse abgelegt. Doch niemand will handeln! (Foto: Keystone)

Sie hatten Sex mit einem Kind, einer 15-jährigen Schülerin. Sieben aktuelle und ehemalige Spieler des FC Thun gaben es zu. Die sexuellen Handlungen reichten von Zungenküssen bis zu Geschlechtsverkehr oder Oralsex. Doch der FC Thun unternimmt nichts – er glaubt immer noch an die Unschuldsvermutung. Obwohl die Spieler gestanden haben! Erst wenn das rechtskräftige Urteil vorliegen würde, teilt der Klub mit. Nichts hören, nichts sagen, nichts t(h)un! Auch bei der Swiss Football League bleibts ruhig. Niemand will was unternehmen. Die Spieler dürfen munter weiterspielen – auch die, die seither den Verein gewechselt haben.

Wir teilen den Kommentar von Rolf Cavalli: Im Fussball wird nicht lange gefackelt. Wer beim Torjubel sein Trikot auszieht, kriegt die Gelbe Karte. Wer seinen Gegenspieler umsäbelt, normalerweise Rot. Und wer dem Schiedsrichter den Vogel zeigt, fliegt ebenfalls raus. Auch die Klubs markieren gerne Nulltoleranz. Wer mal das Training schwänzt oder gegen den Trainer aufmuckt, riskiert eine Abstrafung. In der Welt des Fussballs, so die Botschaft, herrsche eben noch Disziplin und Ordnung. Als Vorbild für die Gesellschaft, als Voraussetzung für den Erfolg. Wie verlogen das alles klingt! Da legen Profifussballer ein Geständnis ab im grössten Fall von Sex-Missbrauch, den der Schweizer Fussball je hatte. Und die FussballOberen schauen alle weg: Die Klubleitung, der Ligachef, der Verbandspräsident. Wer ein Bein stellt, wird des Platzes verwiesen. Wer ein Kind missbraucht, darf weiterspielen – das ist nicht nur unverständlich, das ist zynisch.

Samstag, 23. Februar 2008

Könnte Wortbruch zu einem Koalitionsbruch führen?

Ich zitiere n-TV online:

SPD für Wortbruch Union für Koalitionsbruch

Eine mögliche Annäherung der SPD an die Linke in Hessen wird zunehmend zum Knackpunkt für den Fortbestand der großen Koalition. Einen Tag vor der Wahl in Hamburg warnen führende Unionspolitiker die Sozialdemokraten eindringlich vor einem "Spiel mit dem Feuer" und drohen mit Konsequenzen bis hin zum Koalitionsbruch. In der SPD allerdings wächst der Zuspruch für Becks Vorstoß.

Nachtrag Spiegel- online:

ROT- ROT- GRÜNE KOOPERATION

Beck stürzt SPD und Große Koalition ins Chaos

Beck unter Beschuss: SPD-Politiker stellen sich immer offener gegen den Vorschlag ihres Parteichefs, in Hessen auf Hilfe der Linken zu setzen. Die Union droht gar mit dem Bruch der Großen Koalition. Zu allem Unglück könnte die Debatte SPD-Kandidat Naumann in Hamburg noch die Wahl verderben.

Kommentar: Jüngst schrieb mir ein "rhetorik.ch Leser", ich solle doch nicht glauben, Politik sei ehrlich und verlässlich. Jede Partei, jeder Politker müsse Dinge versprechen, die gar nicht gehalten werden können, sonst würde man ja gar nicht gewählt. Ist jemand gewählt, so werde er dann tun und lassen wie es ihm beliebt. Das sei immer schon so gewesen. Alte Versprechen sind somit nie verlässlich, behauptete der Feedbackschreiber. Vielleicht hat dieser Leser gar nicht so unrecht. Nach den Wahlen in Hessen wurde jedenfalls von der SPD hoch und heilig versprochen, eine Zusammenarbeit mit den LINKEN komme auf keinen Fall in Frage. Es scheint derzeit so, dass SPD Beck plötzllich imstande ist, das Wort zu brechen - mit der Gefahr, dass dieser Wortbruch zu einem Koalitionsbruch führen könnte.

Nachtrag:

SPD-Wähler rebellieren gegen SPD-Chef

Quelle:

Zumindest überrascht, zumeist entsetzt reagierten SPD-Politiker auf das Manöver ihres Parteivorsitzenden Kurt Beck: Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti soll sich nun doch mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lassen – obwohl Beck und Ypsilanti vor der Wahl jede Zusammenarbeit mit Lafontaines Linken ausgeschlossen hatten.

Jetzt – es ist das Wochenende der Hamburg- Wahl – rebellieren die SPD-Anhänger!

Linke-Chef Oskar Lafontaine rief die SPD gestern zu einer rot-roten Zusammenarbeit in Hessen auf. SPD-Chef Kurt Beck kann sich inzwischen sehr gut vorstellen, dass sich SPD-Landeschefin Ypsilanti mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lässt

Eine Umfrage des Emnid-Instituts für BILD am SONNTAG ergab:

Für 57 Prozent der SPD-Wähler ist es Wortbruch, wenn Ypsilanti neben den Stimmen von SPD und Grünen auch die der Linken nutzt, um Roland Koch (CDU) abzulösen. 31 Prozent werten es nicht als Wortbruch, 12 Prozent legen sich nicht fest.

In der Gesamtbevölkerung fällt das Urteil noch deutlicher aus: 63 Prozent der Deutschen sehen einen Wortbruch, nur 22 Prozent akzeptieren den Schwenk.

Freitag, 22. Februar 2008

Werbung für Schönheitsoperationen?

Die Bilder sprechen für sich!

Fünf Millionen Dollar zahlte Jocelyn Wildenstein einst dafür, dass sie aussieht wie eine Raubkatze. Jetzt, mit 68 Jahren, ist klar: Dieser Versuch ging ziemlich daneben.

Das mit Abstand schlimmste Foto von Jocelyn Wildenstein (62).

Sie trägt bereits den Spitznamen «The Bridge of Wildenstein», einer Abwandlung des englischen Filmtitels von «Frankenstein Braut». Dabei steckt hinter Jocelyn Wildensteins (68) Gummiboot-Mimik eine traurige Geschichte:

Als ihr reicher Ehemann das Interesse an ihr verlor, beschloss sie, dass sie wie eine Raubkatze aussehen wollte. Der Grund: Ihr Ex-Mann mochte Löwen. Fast fünf Millionen Dollar hat sie über die Jahre für Schönheitsoperationen ausgegeben. Als er sie das erste Mal nach der Operation sah, erkannte er seine Ex-Frau nicht wieder. «Ich war schockiert. Sie scheint zu glauben, dass man ein Gesicht einfach wie ein Haus renovieren kann», sagte er gegenüber dem «Daily Telegraph».

Jocelyn im Zeitraffer: Hier 1970...
ZVG
1998...
ZVG
2003...
ZVG
EIN KOMMENTAR ist in Grunde genommen überflüssig. Eines muss dennoch gesagt sein: Unser Gesicht ist gleichsam die Landkarte unseres Lebens und unserer Persönlichkeit. Wer diese Spuren (beispielsweise die Lachfalten) mit Botox glättet oder sein Gesicht entstellen lässt, ist sich oft zu wenig bewusst, was er sich antut.