Montag, 22. Oktober 2007

Spiegel-Rhetorik zur SVP Werbung:

Missverständnis oder bewusste Desinformation?

Nach den Wahlen in der Schweiz versucht Spiegel online die Schweiz und die SVP als rassistisch und ausländerfeindlich hinzustellen. Die Kommentare geben zu denken, denn sie sind manipulativ. Die Worte stimmen nicht mit den Fakten überein. Derartige rhetorische "Verdrehungskunst" könnte dem Image der Schweiz schaden. Sie ist deshalb gefährlich, weil solche Kommentare von anderen Journalisten unkritisch übernommen oder einfach nur abgeschrieben werden.

So schrieb Spiegel zu einem Plakat, das die Schweiz mit weissen Schafen darstellt wird , und an der Grenze der SVP Ziegenbock "Zottel" zu sehen ist, der die schwarzen Schafe (die kriminellen Ausländer) am Betreten des eigenen Territorium hindert:

"Zottel rettet die Schweiz". Die Truppe um Justizminister Blocher hetzt so offen gegen Ausländer, dass die UNO den Rassismus anprangert.

Fakt ist: Blocher prangerte nie die Ausländer an, sondern immer nur die kriminellen Ausländer, die nicht ausgeschafft werden können. Obschon das Plakat nicht gegen das Rassendikriminierungsgesetz verstösst (Gerichtsentscheid), fand ein Delegierter der UNO, das Plakat sei rassistisch.

Spiegel online:

Wahlkampf à la Suisse: Die grösste Partei der Schweiz, die SVP, wirbt aggressiv mit Ausländer-raus-Parolen und Personenkult um Bundesrat Christoph Blocher.

Fakt: Die SVP Werbung ist gewiss bildhaft, aussagestark oft recht provokativ. Es stimmt jedoch nicht, dass mit "Ausländer-raus" Parolen agiert wird. Es geht immer um die kriminellen Ausländer und Wiederholungstäter, die man neu ausschaffen könnte.

Spiegel online zu Titelbilder der SVP Parteizeitung:

Titelbilder der Parteizeitung "SVP-Klartext" auf der Webseite: Rüder Ton gegen Ausländer, EU und politische Gegner.

Fakt: Der Ton ist tatsächlich direkt und zugespitzt - aber auch hier nicht allgemein gegen Ausländer. Nur gegen kriminelle Ausländer. Die EU Befürworter und politische Gegner hingegen werden tatsächlich recht rüd behandelt.

Spiegel online zum Originalplakat (in Anlehnung an das Bild vom "schwarzen Schaf" wird der kriminelle Ausländer als "schwarzes Schaf" hinausgestossen):

Wahlplakat der SVP: Das Original ist ebenso ausländerfeindlich ... (Plakattext: Für die Ausschaffung krimineller Ausländer)

Fakt: Wiederum wird die Ausschaffung Krimineller als "ausländerfeindlich" bezeichnet.

Spiegel bildete dann das NPD Plakat ab, welches das SVP Sujet für ihre fremdenfeindliche Zwecke missbraucht hatte und schreibt dazu: Es sei...

"... wie die Kopie der hessischen NPD."

Fakt: Nicht die SVP hat das NPD Plakat kopiert . Es ist genau umgekehrt, Die NPD hat das SVP Sujet missbraucht.

Spiegel online zu einem alten SVP Plakat gegen Bedrohungen bei Terroranschlägen. Spiegel schreibt zu diesem Plakat, das hinter dem Schweizer Kreuz Bin Laden zeigt (Das Plakat wendet sich eindeutig gegen die Bedrohung durch Terroranschläge):

"Schon in vorherigen Wahlkämpfen hatte die Schweizer Volkspartei gegen die Bedrohung von aussen gewettert"

Fakt:

Es geht bei diesem Plakat nicht um das Wettern gegen die Bedrohung von aussen, sondern um die Bedrohung durch Terroristen.

Spiegel online publiziert dann ein weiteres SVP Plakat.(Es zeigt einen messertragenden Kriminellen - dieser ist scherenschnittartig und damit schwarz dargestellt. Der Gewalttätige bedroht eine Frau SVP Der Text zur Illustation auf dem Plakat:

Das haben wir den Linken und den "Netten" zu verdanken: Mehr Kriminalität, mehr Drogen, mehr Angst --- Mehr SVP/Mehr Sicherheit.

Spiegel kommentiert dieses Plakat:

"Angst schüren vor dem schwarzen Mann: Die SVP geriert sich gern als letzte Bastion von Law and Order."

Fakt: Der sogenannte schwarze Mann ist kein "Schwarzer". Spiegel suggeriert dennoch Rassenhass. Dass die SVP mit der Angst vor Kriminellen und Gewalttätrtm Stimmen holt, ist unbestritten. Dass es jedoch Parteien gegeben hat, die Kriminelle nachsichtig behandeln und die kriminelle Handlungen eher hinunterspielen oder den Schutz der Bevölkerung, auch die Opferbetreuung weniger gewichten als die psychologische Zusendung (Therapie) der Täter - war vielerorts feststellbar.

Kommentar:

Es geht in diesem Beitrag nicht darum, die SVP zu verteidigen. Es geht bei der Analyse der Spiegel Kommentare (Spiegel online) darum, zu zeigen, dass in den Medien Sachverhalte mit wenig Worten und ungenauen Formulierungen verdreht werden können. Schlimm ist es, wenn derartige Falschinformationen tel quel kolportiert werden.

Im ARD habe ich am Wahlsonntag bereits wortwörtlich gehört: In der Schweiz hatte die SVP mit ihren fremdenfeindlichen Parolen Erfolg. Wenn die ausländischen Presse so krass desinformiert , muss man sich auch nicht wundern, wenn in Amerika ein Leser Folgendes schreibt:

Tony, USA - 03:18 | 22.10.2007 » Ach die Schweizer müssen aufpassen.... als eine der ältesten Demokratien der Schweiz macht Ihr einen auf Anti-Ausländer. Kurzfristig erscheint dies vielleicht eine gute Lösung, weil "die Ausländer ja die schwarzen Schafe sein sollen" (finde ich nicht). Im Jahr 2007 kann man nicht mehr in Landesgrenzen denken, dieser Schuss geht nach hinten los...

Wie kann dieser Leserbriefschreiber wissen, dass mit den "Schwarzen Schafen" nicht alle Ausländer, sondern nur die kriminellen Ausländer gemeint sind, wenn die Presse und selbst die Bundespräsidentin das Bild mit der Ausschaffung eines Kriminellen als fremdenfeindlich und rassistisch bezeichnet hatte? Ich glaube nicht, dass jemand findet, Kriminelle hätten ein Anrecht auf besonderen Schutz. Niemand wird wohl die Meinung vertreten wollen, dass jemand, der die kriminellen Ausländer schont, ausländerfreundlich sei.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Lesenswerter Kommentar des Medienkenners Patrick Senn.

Er schreibt in seinem BLOG:

Die Eva-Falle

Dass Deutschland einen anderen Umgang mit allem hat, was die Zeit des Nationalsozialismus betrifft, ist wohl klar. Und die Frage, wie mit Wörtern umgegangen werden soll, die durch die Nazischergen positioniert worden sind, ist und bleibt eine heikle. Darf man «Führer» noch sagen? Darf man noch sagen: «Es ist gute Führerschaft gefragt»? Oder muss man auf das englische Leader und Leadership ausweichen?

Professor Mitte 90.jpgNach der Sendung vom 9. Oktober im ZDF müsste man sagen:: Nur nicht! Eva Herman wurde unter anderem zum Vorwurf gemacht, dass sie das Wort «gleichgeschaltet» verwendet hatte, als sie darüber erzählte, wie sie die einhellige Ablehnung ihrer Thesen in der Presse empfindet. «Gleichgeschaltet», so lehrte dann Professor Wolfgang Wippermann in der Sendung, sei von den Nazis eindeutig belegt. Das Wort «gleichschalten» darf damit also nicht mehr verwendet werden.

Nebenbei...

Das wird insbesondere auch für Ringier-Chefpublizist Frank A. Meyer eine wichtige Erkenntnis sein. Im Zusammenhang mit der Kritik von Ex-Kanzler Schröder hatte er selbst angemerkt, deutsche Zeitungen und Zeitschriften hätten sich «freiwillig gleichgeschaltet». Dannzumal blieb aber der Aufschrei des Entsetzens aus.

Evas Widerspruch

Eva Herman links quadriertNun mag man einwenden, dass Eva Herman tatsächlich einige Äusserungen tat, die nicht glücklich waren in ihrer Formulierung und prompt auch die real existierenden braunen Parteien in Deutschland bedient haben. Und sie widersprüchlich argumentierte: Zum einen führt Herman aus, sie habe sagen wollen, dass VOR der Nazi-Zeit die Mutter einen ganz anderen (Stellen-)wert genoss in der Gesellschaft, dass diese Werte von den Nationalsozialisten pervertiert wurden und in der Folge und mit der Abwendung von allem nationalsozialistischen auch die gesellschaftliche Achtung vor der Mutterrolle verloren ging. Damit distanziert sich Herman doch einigermassen explizit von der Interpretation in der Presse, Herman habe Sympathien zur Familienpolitik der Nationalsozialisten und das Familienbild der Nazis gelobt.

Eva Herman rechts.jpgDann zieht sie aber auch den Vergleich mit den Autobahnen her, sinngemäss: Die Autobahnen wurden von den Nationalsozialisten gebaut, wir fahren heute darauf und haben sie nicht abgerissen. Damit meint sie indirekt: Nicht alles unter dem Nazi-Regime war falsch und schlecht. Eine solche Aussage scheint in Deutschland nach wir vor schlicht undiskutabel zu sein (was ein eigenes Thema ist). Und Sie ist fragwürdig, weil ja die Familienpolitik der Nationalsozialisten und Tat und Wahrheit eine sehr perverse war. Der Punkt ist aber ein anderer: Sie widerspricht damit ihrer Aussage von vornhin. Der Vergleich insinuiert, die Familienpolitik und Achtung vor der Mutter während dem Naziregime seien gar nicht so schlecht gewesen. Was gilt jetzt? Haben die Nazis die Mutterrolle pervertiert? Oder war sie gar nicht so schlecht?

Und Kerner hat's nicht bemerkt

Johannes B. Kerner.jpgWie geht nun der Journalist mit dem Widerspruch um? Leider gar nicht. Er und die anderen Gäste genügten sich damit, Hermans Autobahnvergleich als «Das geht einfach nicht» abzutun. Schade, denn das ist argumentativ ähnlich schwach wie der Widerspruch von Herman. Und spielt ihr natürlich zu, den die Neonazis feiern sie bereits als neue Märtyrin. Zumindest in diesem Punkt hat Herman recht, wenn sie sagt: «Was Ihr hier tut, ist ganz gefährlich.»

Samstag, 20. Oktober 2007

Der Wahlkampf 07 veränderte die politische Kultur

Vor den Wahlen wurde in unserem Land immer mit harten Bandagen gefeitet. Doch dieses Jahr war das Kommunikationsklima, der Umgang mit den Gegnern besonders rüd und grob. Vor allem die Stimmung im Bundesrat war alles andere als konkordant. (Blocher, Calmy-Rey, Couchepin). Die SVP mit Bundesrat Blocher revolutionierten gleichsam den politischen Stil. Nach Politologe Urs Altermatt hat jedoch nur das Ansehen der Politiker gelitten. Er findet, das Ansehen des Bundesrates sei mehr oder minder stabil geblieben.

Kollegialsystem des Bundesrates ist dennoch in der Krise

In diesem Wahljahr ist das Wort Konkordanz im Bundesrat zur Farce geworden. Interessanterweise wurde das Wort noch nie so viel gebraucht und in den Kommentaren genannt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Konkordanz im Bundesrat beschädigt ist.

Altenmatt: Wir haben sieben Minister aber keine Regierung!

Es darf angenommen werden, dass nach den Parlamentswahlen bis zu den Bundesratswahlen wochenlange Diskussionen über die Zusammensetzung des Bundesrates geführt werden. Letztlich werde sich nach den verbalen Auseinandersetzungen bei der Exekutive nicht viel ändern. Bis jetzt war jedenfalls der Bundesrat immer stabil geblieben, trotz aller Bemühungen, die Zusammensetzung oder das Wahlverfahren zu ändern.

Die diskordanten Töne im Bundesrat könnten dennoch langfristig dem Ansehen unserer Regierung schaden

Der Bundesrat hat in der Schweiz immer noch eine Vorbildfunktion. Somit ist es gut möglich, dass die gegenseitigen Beschuldigungen langfristig dazu führen, dass die bisherige Anerkennung unserer Landesväter und Landesmütter doch noch leiden könnte.

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Zur überdurchschnittlichen Medienresonanz der SVP

Dank einer geschickten Personalisierung und der Proteste der Gegner gelang es der SVP, im September die Medien thematisch zu besetzen. Die Akteure Mörgeli, Maurer, Blocher standen im Zentrum der Beiträge. Die Wirbel um das Thema Rorschacher/Blocherbericht aber auch die Schäfchenkampagne führten zu einem überdurchschnittlich grossen Medienecho. Die Proteste und Demonstrationen der Linken führen sogar dazu, dass die SVP und ihre Werbekampagne auf internationaler Ebene diskutiert und kommentiert wurden. Die SP tappte einmal mehr in die Blocherfalle. Anstatt dass Parteipräsident Fehr die Provokateurin SVP ignoriert hätte, nahm er Blocher ins Visier und machte das Thema Blocher und SVP zu seinem Kerngeschäft. Selbst der "schwarze Block" und die Organisation "schwarzes Schaf", sogar die Bundespräsidentin und Bundesrat Couchepin wurden alle zu Steigbügelhaltern der SVP. Ohne sie wäre es nie zu dieser enorm grossen Medienpräsenz gekommen. Von den SVP Gegnern erhielt nur Lukrezia Meier- Schatz und Couchepin eine gewisse Medienresonanz.

Wenngleich die SVP unter anderen auch von der NZZ und der internationalen Presse harte Kritik einstecken musste: Sie blieb stets das Thema Nummer 1.

Wie sich diese Präsenz auf die Wahlen auswirken wird, werden wir morgen sehen.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Kerner von Senta Berger kritisiert

und Plasberg bringt Kerner ins Schwitzen

Schauspielerin Senta Berger hat Johannes B. Kerner für sein Verhalten beim Rauswurf der umstrittenen Autorin Eva Herman aus seiner ZDF-Talkshow kritisiert. „Man kann nicht einen Gast einladen, ihm eine 52-minütige Plattform geben und ihn dann raussetzen“, sagte Berger der Zeitung „B.Z.“.

Sie sass neben Margarethe Schreinemakers und Mario Barth in der Runde. Berger ärgert sich dem Bericht zufolge aber auch über sich:

„Es wäre besser gewesen, ich wäre gegangen, wie ich es auch vorgehabt habe.“

Dies hätte sie entschlossener umsetzen müssen.

Kommentar: Senta Berger ist gewiss keine dumme Frau. Sie hat nachträglich gemerkt, dass sie und Margarethe Schreinemakers beim Publikum schlecht weggekommen sind.

Tatsächlich ist es so, dass wenn jemand einen Gast "hinauswirft", er dafür keine Pluspunkte holt.

Senta Berger hat das Makel, mitbeigetragen zu haben beim fragwürdigen Entscheid Kerners. Sie versucht nun, die eigene Haut zu retten, indem sie

nachträglich das klassische Projektionsprinzip wählt. Sie benutzt Kerner als Blitzableiter, um vom eigenen bedenklichen Verhalten abzulenken (Sündenbockprinzip). Einige Leser hatten uns geschrieben und sich gefragt, weshalb die beiden Frauen - nur wegen Eva Hermanns Theorie? - die Fassung verloren und vor der Kamera eine so unglaubwürdige Betroffenheitsshow inszeniert haben.

Kerner wollte in seiner Sendung Plasbergs Frage ebenfalls ausweichen

Eigentlich wollte Johannes B. Kerner mit dem künftigen ARD-Talker mit Frank Plasberg nur über seine neue Sendung plaudern. Stattdessen machte Plasberg als Gast das, was Kerner bei Herman gemacht hatte: Er stellt Kerner immer wieder die gleiche Frage. Sie brannte förmlich unter den Nägeln:

Würde Kerner noch einmal Eva Herman des Studios verweisen?

. Viele Schlagzeilen hatte die ZDF Sendung hervorgerufen, nachdem der sonst so umgängliche Kerner Eva Herman gebeten hatte, zu gehen. Vielleicht hatte Kerner deshalb in dieser Sendung fünf schnuckelige Babys samt Eltern eingeladen – das bot wenig Konfliktpotential. Doch alles kam anderst. Auch mit Frank Plasberg hatte sich Kerner wohl auf einen munteren Plausch eingestellt und wurde erneut überrascht.

Kerner hatte den Dialog mit seinem Kollegen nicht antizipiert. Das Gespräch entwickelte sich zum Duell zweier Platzhirsche, die sich gegenseitig die Moderationskarten aus den Händen rissen. Plasbergs grösster Trumpf: Die ständigen Anspielungen auf Hermans Verweis, den Kerner so gar nicht kommentieren wollte.

Spannend: Auch Herman wollte sich bei Kerner nicht festlegen. Ihr Ausweichen wurde ihr jedoch übel genommen.

Plasbergs gezielte Provokation

Wenn an diesem Mittwoch seine Sendung gestartet wäre, dann hätte er darüber diskutiert, ob man von Autobahnen sprechen dürfe und dazu Kerner eingeladen, stichelte der an der Christiansen-Nachfolge gescheiterte Plasberg. Er selbst habe die Sendung leider nicht gesehen, sei eingeschlafen – auch das war wohl eine gezielte Provokation. Während der immer nervöser werdende Kerner sich an dieser Stelle noch mit einem Lächeln anderen Fragen zuwandte und immer wieder auswich, schaffte er es am Ende nicht mehr, Plasbergs Herman-Anspielungen auszuweichen. Denn der WDR-Mann hakte als Gast mit der gleichen Frage nach:

„Würden Sie es noch mal tun?“

Da sparte sich Kerner ein weiteres Ignorieren der Frage, wand sich stattdessen mit einem Quasselsatz aus der unangenehmen Situation:

„Das kann ich Ihnen gerne bei Gelegenheit beantworten“.

Kommentar: (Kerner rettete sich mit einem typischen Ausweichmanöver, einer Pseudoantwort, die nicht überprüft werden kann) Interessant: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es anscheinend nicht dasselbe. Eva Herman wich aus und scheiterte - aber auch Kerner wich aus. Doch er durfte bleiben. Aus unserer Sicht ist Kerner bei Plasberg ebenfalls gescheitert - nur ohne Folgen!

NACHTRAG (Kritik von Lesern):

Kerner Kritik im BLOG von Gordian Hense:

Nachdem ich die Sendung gesehen hatte, schrieb ich folgende E-Mail an das ZDF:

Es ist langsam unglaublich was für eine Meinungsmacht sie in ihren Sendungen ausüben. Sie laden einen Gast wie Frau Herman ein. Sie verwandeln Begriffe wie “Autobahn” in nationalsozialistische Begriffe um und verbieten Frau Herman auf ihre Fragen zu antworten. Auf jeden Fall fahren sie ihr ständig über den Munde. Sie konnte ja nicht einmal einen Satz zu ende sprechen. Dann behauptet Frau Berger noch Sie, Herr Kerner, hätten ihr eine Plattform zur Verfügung gestellt, sich zu entschuldigen. Frau Schreinemakers wäre vor Hysterie fast aus dem Sessel gefallen. Frau Berger erklärt mal eben der Welt wie die Frau zu leben hat und nebenbei welche Moral Frau Herman zu haben hat. Was macht Frau Schreinemakers eigentlich bei der Diskussion - hat sie jemals etwas produktives zu dieser Welt beigetragen ausser heulend im Fernsehen aufzutreten. Auf jeden Fall hat sie sich bestimmt nicht mit Familie so beschäftigt wie Frau Herman. Oder ist man sofort Profi in Familienangelegenheiten wenn man Kinder bekommen hat? Frau Berger meint auch sie wäre die personifizierte Emanzipation nur weil sie mal in München auf einer Demo mit gelaufen ist. Die Hysterie und Echauffiertheit des ZDF ist langsam unerträglich und Deutschland macht sich mit seinen Darstellungen absolut lächerlich. Das was sie machen ist genau das was sie anderen im nationalsozialistischen Sinne vorwerfen. Früher hat man das Manipulation genannt, sie nenne es Talkshow. Es ist ja offensichtlich das Frau Herman keine nationalsozialistischen Gedanken verfolgt, sondern sich Gedanken zur Familie und dem Zusammenleben macht. Sie Herr Kerner, Frau Berger und Frau Schreinemakers haben erst eine andere Diskussion daraus gemacht. Man hat das Gefühl ,sie können nicht mal mehr über die einfachsten Themen miteinander vernünftig reden, wenn sie jedes Wort auf die Goldwaage und zu Ungunsten eines Diskussionsteilnehmers verdrehen. Das ist so tief widerwärtig und ekelerregend was sie da machen. Es ist nicht zu fassen.

Eine Entschuldigung von Herrn Kerner ist das mindeste was man verlangen kann.

Harte Kerner Kritik auch in folgendem Leserbrief:

Ich habe Herrn Kerner bisher als einfühlsamen und fairen Talkmaster geschätzt, der stets ein Gespür dafür zeigte, niemanden zu diffamieren oder in die Enge zu treiben. Dienstagabend hatte ich jedoch das erste Mal den Eindruck, dass er Frau Herman bewusst nicht verstehen wollte. Sehr geehrter Herr Kerner, Ihr "Gast" wollte nur sagen, dass sich Kinder nur dann zu glücklichen Menschen entwickeln können, wenn sie Geborgenheit und Liebe erfahren. Hierzu sind aber Eltern nötig, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen. Das wissen Sie doch als dreifacher Familienvater am besten. Sie haben Glück, dass Ihre Frau klug genug war, sich für die Familie zu entscheiden, und ihre beruflichen Ambitionen während der Zeit der Kindererziehung zurückstellt. Sie hält damit auch Ihnen den Rücken für Ihre Karriere frei! Diese Frauen verdienen Respekt und Anerkennung. Das wollte Ihnen Frau Herman sagen. Ich bin Lehrerin für Politik und Wirtschaft an einem Gymnasium im Odenwald und bin zutiefst schockiert darüber, was aus der politischen Streitkultur geworden ist, die die Väter des Grundgesetze im Sinne von Demokratie und Pluralismus im Grundgesetz verankert haben. Wo sind wir gelandet? Hochachtung vor Frau Herman, die sich traut, in dieser immer mehr zur Republik der Abnicker und Wendehälse verkommenden Bundesrepublik öffentlich mit Mut anzusprechen, was Not tut im Staate. Hier geht es doch darum, dass es nicht sein kann, dass Kinder in Krippen abgeschoben werden, damit alle dem Kapital dienen, und Elternteile, die zu Hause Verantwortung übernehmen wollen, öffentlich diffamiert, ja sogar "hingerichtet" werden. Natürlich soll die Möglichkeit bestehen, dass auch Frauen selbstständig ihr Geld verdienen. Ich glaube nicht, dass Frau Herman dies in Abrede stellen will mit ihrem Statement. Dass sie eine Lobby für die in der Öffentlichkeit inzwischen diskriminierte Minderheit sucht, die sich anders entscheidet, ist doch in keiner Weise verwerflich. Im Gegenteil!

Das Wesen der Medienfreiheit in Deutschland sollte nochmals mit und bei ZDF-Super-Liebling Kerner diskutiert werden. Wenn die sicher fragwürdigen Ansichten der unglücklich-naiven Frau Herman von solchen Emotionsprofis wie Frau Schreinemakers und Frau Berger zur reinen Betroffenheitsbesoffenheit genutzt werden, darf meines Erachtens ein ernst zu nehmender Moderator nicht solche unmittelbare Gefälligkeitszensur betreiben. Wo kommen wir denn hin, wenn aus aktuellen Medien- und Publikumsinteresse eingeladene Gäste nur das sagen dürfen, was man von ihnen hören möchte oder aber ansonsten vor laufender Kamera rausgeworfen werden! Unsere Mediendemokratie krankt bereits sehr, zum Beispiel an einer Einschaltquotenschere im Kopf, da sollte der Weg des ZDF von der ernsthaften Gesprächsrunde über die Talkshow nicht auch noch direkt in den "Unterschichten"-Fernsehklamauk führen. Aus diesen prinzipiellen und nicht etwa inhaltlichen Gründen erwarte ich hier eine Entschuldigung von Herrn Kerner beim Publikum. Auch wenn Eva Hermans "Mitteilungen an die Nation" zurzeit noch nicht verstanden oder bewusst verfälscht werden, so sehe ich es als hoffnungsvoll an, dass ein neues Bewusstsein bei der Bevölkerung entstehen wird, wie sehr die Medien und Machthaber Wahrheiten verdrehen und somit die Menschen manipulieren.

Dr. Giuseppe Bancale 90491 Nürnberg,

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Krass - Herr Grass

So titelte Lucia Machac in espace.ch seinen Kommentar. Erst im Herbst 2006 habe das personifizierte moralische Gewissen Deutschlands - Günter Grass - zugegeben, dass er sich als 17 Jähriger bei der Waffen SS gemeldet hatte. Halb Deutschland habe hernach versucht, auf den Säulenheiligen einzudreschen. Er wurde international als Heuchler an den Pranger gestellt.

Und nun - ein Jahr später - scheint alles vergessen zu sein. Zu seinem Achzigsten will niemand mehr etwas wissen von der weltweiten Kritik. Vom Kritikerpapst Reich-Ranicki, der eins die "Blechtrommel" verrissen hatte, kommt nun eine Lobhudelei. Das Fernsehen und der Bundespräsident machen die Feiern zu eine krassen Pose. Eines habe man aus dem Debakel gelernt, schreibt Machat: Manchmal sei es leichter, unschöne Details einfach zu vergessen.

Kommentar:

Was uns vor einem Jahr nach dem grossen Kritik in den Medien aufgefallen war: Grass ist immer dann blind, wenn es um ihn selbst geht. Es war äusserst peinlich zu erleben, wie der "Dreinredner" und "Kritiker" selbst keine Gegenrede ertrug. Wenn jemand seine Werke oder sein Verhalten kritisiert hatte, unterstellte ihm Grass, er wolle ihn "mundtot" machen. Grass ist für uns nicht nur moralische Autorität und Weltautor. Er bestätigte nur unsere Feststellung, dass Leute, die andere kritisieren, Kritik an ihrer Person sehr schlecht ertragen. So wie Menschen, die andere belehren müssen, sich ärgern, wenn sie einem Besserwisser begegnen.

Lassen wir Grass zu seinem Achtigsten Nachsicht walten, denn er ist und bleibt allemal ein grosser Schriftsteller.

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Nachlese 23.11.07:

Günter Grass klagt gegen seinen eigene Biografie

Es mutet kurios an: Ein Literaturnobelpreisträger zieht vor Gericht, um sich gegen seinen eigenen Biografen zu Wehr zu setzen - und sich so seine Version seines eigenen Lebens gleichsam amtlich bestätigen zu lassen.

Das wird ein Prozess, der zu reden gibt

Nobelpreisträger Günter Grass hat über seinen Berliner Anwalt Paul Hertin am Mittwoch eine Unterlassungsklage beim Landgericht Berlin gegen die Verlagsgruppe Random House (die zum Goldmann-Verlag gehört), eingereicht. Zum Prozess kommt es nach seiner Einschätzung allerdings (gemäss Spiegel online) erst im kommenden Jahr (März oder April?). Da die Verhandlung öffentlich sein wird, muss Gras damit rechnen, dass seine SS Vergangenheit zusätzlich aufgewärmt wird.

Anlass für die Auseinandersetzung ist eine Passage in der aktualisierten Grass-Biografie von Michael Jürgs, die im Oktober 2007 im Goldmann-Verlag erschienen ist. Dort ist zu lesen:

"Günter Grass bekannte, seine Nuss knackend, sich als Siebzehnjähriger freiwillig zur Waffen-SS gemeldet zu haben."

Die Klage wendet sich nun gegen die Behauptung, Grass habe sich freiwillig gemeldet. Der Autor besteht darauf, er sei lediglich zur Waffen-SS einberufen worden. In der ersten Version der Biografie aus dem Jahr 2002 kam die strittige Formulierung nicht vor. Jürgs hatte das Wort "freiwillig" für die Neuauflage nachträglich eingefügt, nachdem Grass seinerseits 2006 in der Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" seine SS-Vergangenheit gebeichtet hatte.

Nach Grass beeinträchtigt Jürgs' Behauptung seine Persönlichkeitsrechte.

Was hatte Grass früher gesagt?

Grass hatte 2006 in seiner Autobiografie und noch vor deren Erscheinen in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet, er habe sich mit fünfzehn Jahren freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet, die aber niemanden mehr genommen habe. So sei er als Siebzehnjähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden; er sei in der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg" gewesen. Bis zu diesem späten Bekenntnis hatte es in den Biografien des 1927 geborenen Schriftstellers geheissen, er sei 1944 als Flakhelfer eingezogen worden und habe dann als Wehrmachtssoldat gedient.

Kommentar

Ich hätte Grass empfohlen, die imageschädigende Geschichte nicht nochmals aufzuwärmen, nachdem die Oeffentlichkeit den Makel weitgehend verziehen hatte und Grass anlässlich seines Gebutstagessogar vom Bundespräsidentenund den Medien mit lobenden Worten bedacht worden war.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Eva Herman verkroch sich - nach 7 Tagen redet sie wieder

Interview im Bild online

War Kerner tatsächlich überfordert oder war ihm die Situation aus anderen Gründen entglitten?

Es war der TV-Eklat des Jahres! Vor sieben Tagen hatte Johannes B. Kerner seine TV-Kollegin Eva Herman aus seiner Sendung hinauskomplimentiert. 50 Minuten hatten der Moderator und seine Gäste mit Eva Herman über deren missverständliche Äusserungen zu Hitlers Familienpolitik gestritten. Seitdem schwieg die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin. Bild gab sie nun ein Interview und spricht über den Rauswurf.

BILD: Frau Herman, seit Ihrem spektakulären Rauswurf ist eine Woche vergangen. Wie geht es Ihnen?

Eva Herman: „Mir geht es den Umständen entsprechend trotzdem gut. Weil ich im Kreise meiner Familie bin. Weil ich von vielen Menschen Zuspruch erfahre. Und weil ich im Urlaub bin.“

BILD: Was war Ihr spontaner Gedanke, als Johannes B. Kerner Sie rauswarf?

Herman: „Ich hatte die ganze Zeit vorher überlegt, ob ich selbst das Studio verlasse. Aber ich befürchtete den Vorwurf, dass ich ausweichen oder mich nicht stellen würde. Als Johannes Kerner mich dann verabschiedete, war ich auch ein Stück erleichtert – weil damit ein fast einstündiges Entsetzen beendet wurde.“

BILD: Was haben Sie nach dem Rauswurf gemacht?

Herman: „Ich bin nach Hause gefahren und habe mir mit meiner Familie und Freunden die Aufzeichnung angesehen. Wir haben lange über die Sendung diskutiert. Vor allem über das, wofür ich eintrete – für christliche Werte, für Familie, für Nächstenliebe. Im Nachhinein ist meine Erkenntnis, dass das in der Sendung nicht ohne Widerspruch diskutiert werden konnte.“

BILD: Bereuen Sie Ihren Auftritt?

Herman: „Nein, schließlich hatte ich die Möglichkeit, Dinge aus meiner Sicht erzählen und begründen zu können. Wenngleich mir diese Möglichkeit einige Teilnehmer der Sendung gar nicht erst geben wollten.“

BILD: Sind Sie böse auf Johannes B. Kerner?

Herman: „Nein, ich bin ihm nicht böse. Ich glaube, dass ihm die Situation entglitten ist. Allerdings frage ich mich, wie ihm ein Satz über die Lippen kommen konnte, mit dem er die Mütter diskreditiert, die zu Hause bei ihren Kindern bleiben.“

BILD: Hatten Sie später noch Kontakt?

Herman: „Johannes Kerner versuchte mich an dem Abend noch telefonisch zu erreichen. Das war zwei Stunden nach der Aufzeichnung. Aber ich war nicht am Telefon. Was er wollte, weiß ich nicht.“

BILD: Stimmt es, dass Sie die Ausstrahlung der Sendung juristisch verhindern wollten?

Herman: „Nein, dafür gab es auch keinen Grund. Jeder sollte eins zu eins hören, wie die Sendung verlief. Was letztlich daraus wurde, hat Johannes Kerner ganz allein zu verantworten. Ich glaube, er war einfach überfordert."

BILD: Ihr Rauswurf war das alles beherrschende Thema der vergangenen Woche. Was denken Sie, wenn die „Welt Kompakt“ schreibt: „Herman spaltet Deutschland“?

Herman: „Vermutlich liegt es an der Art und Weise, wie ich aus dieser Sendung verabschiedet wurde. Aber auch daran, dass vielleicht doch einigen Menschen klar wurde, dass es Menschen nicht leicht haben, die für Thesen kämpfen, wie ich sie vertrete. Da es um Grundwerte der Menschengemeinschaft geht, fühlen sich sehr viele Menschen betroffen.“

BILD: Haben Sie alles gelesen, was in den Zeitungen stand?

Herman: „Nein, wie denn auch bei dieser Menge? Ich habe unzählige Briefe und E-Mails bekommen, die ich noch nicht alle lesen konnte. Für mein Gästebuch sind fast 10 000 Einträge gekommen, die alle nach und nach veröffentlicht werden.“

BILD: Was hat Sie am meisten verletzt?

Herman: „Ich möchte nichts rausgreifen. Nur so viel: Erst sollte ich nach rechts geschoben werden. Und als das nicht wirklich gelungen ist, versuchte man mir Doofheit zu unterstellen.“

BILD: Die rechtsextreme DVU wollte eine Demonstration für Eva Herman und die Meinungsfreiheit veranstalten ...

Herman: „Ich habe bei allen diesen Ansinnen sofort meinen Anwalt eingeschaltet und klar Stellung bezogen, dass ich diese Vereinnahmung aus tiefster Überzeugung ablehne und mich davon in schärfster Form distanziere. Wer meinen Namen in diesem Zusammenhang benutzt, tut dies gegen meinen ausdrücklichen Willen.“

BILD: Können Sie sich vorstellen, in der Politik zu arbeiten?

Herman: „Klares Nein! Erstens hätte ich dann keine Zeit mehr für meine Familie. Außerdem könnte ich dann nicht mehr sagen, was ich sagen möchte, weil ich an ein Parteiprofil gebunden wäre.“

BILD: Sie haben sich in der Sendung mit Herrn Kerner geduzt. Sind Sie befreundet?

Herman: „Nein, ich kenne ihn nur sehr oberflächlich.“

BILD: Ihre Freundin und Kollegin Bettina Tietjen hat sofort nach ihrem NDR-Rauswurf gesagt, es sei die richtige Entscheidung gewesen ...

Herman: „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“

BILD: Haben Sie überhaupt Freunde?

Herman: „Ja, einige sogar. Aber in Situationen wie diesen kann man schnell erkennen, wer die wahren Freunde sind.“

BILD: Warum stoßen Sie bei so vielen Menschen auf Ablehnung?

Herman: „Früher war ich laut Umfragen eine der beliebtesten Moderatoren Deutschlands. Meine Vision, dass moderne Frauen zwischen verschiedenen Lebensentwürfen frei wählen können, ist zurzeit noch ein schwieriges Thema. Aber ich glaube, es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen der öffentlichen Meinung und der veröffentlichten Meinung.“

BILD: Möchten Sie wieder Fernsehen machen?

Herman: „Im Augenblick nicht.“

BILD: Wo sind Sie in 5 Jahren?

Herman: „Bei meinen Themen, für die ich mich einsetze und kämpfe.“

BILD: Werden Sie noch ein Buch schreiben?

Herman: „Ganz sicher.“ BILD: Worüber?

Herman: "Darüber möchte ich noch nicht sprechen. Aber es wird ganz sicher interessant.“

BILD: „Gab es Augenblicke, in denen Sie dachten: Es geht nicht mehr?“

Herman: „Nein, niemals. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Meine Motivation beziehe ich aus meinem Glauben und Gott.“

Kommentar:

Es sieht so aus, als hätten Eva Herman die sieben Tage "nachdenken" gut getan. Die Antworten sind jetzt jedenfalls bedacht und sie tappt in kein Fettnäpfchen mehr. Klug ist, dass sie Kerner nicht beschuldigt und die negative Aussage der Kollegin nicht kommentiert. Die Ankündigung, ein Buch zu schreiben ist bereits der erste geschickte Werbespot für das bevorstehende Werk. Der Wirbel hat für die Kämpferin für die erziehenden Mütter immerhin den grossen Vorteil, dass sie jetzt auch als Autorin über all bekannt ist und das nächste Buch so oder so Aufsehen erregen wird.

Nachtrag vom 28. Oktober 07

Innenminister Jürg Schönbohm reiht sich in die Riege der Herman-Verteidiger ein

In der Frankfurter Rundschau" schrieb der CDU-Politiker:

Ich sehe Eva Herman als Opfer einer "politisch korrekten Sprachpolizei". Diese erhebt den Anspruch festlegen zu dürfen, welche Wörter als Indikator für nationalsozialistisch infiszierte Gedankengut dienen.

Schönbohm nannte Hermans Ausschluss aus der Talkshow ein unrühmliches Kapitel deutscher TV-Geschichte

Montag, 15. Oktober 2007

Reithalle in Bern: Bollwerk der Chaoten wird geduldet

Die Sonntagszeitung vom 14. Oktober beleuchtete Berns Logistikzentrale der linken Mafia. Journalist Markus Schär schilderte in seinem Bericht, was viele Bürger über die ehemalige Reithalle anscheinend nicht wissen. Seit Jahren wird in der Bundesstadt die Zentrale der Chaoten und Freude des Terrors und Anarchie geduldet. Unweit des rechtsfreien Raumes, den die Polizei nicht ohne Voranmeldung betreten darf, werden Drogen angeboten, Auf dem Vorplatz wird ungeniert von der Folie geraucht. Der Bau - voller Graffitis - ist die erste "Sehenswürdigkeit" (Schandfleck der Bundeshauptstadt?) der Bahnreisenden neben der Eisenbahnbrücke. Nach jedem Saubannerzug - auch der "Schlacht" vom letzten Samstag in Bern - können die Gewalttäter in ihrem Zentrum untertauchen. Die Polizei könnte die Randalierer, die Brände entfachen, Scheiben einschlagen und Beamte mit Steinen bewerfen problemlos im Griff haben, wenn sie eingreifen dürften. Doch sind den Ordnungshütern in der Reithalle die Hände gebunden. Wer dies hört, kann es kaum glauben! Die wenigsten wissen, dass das anarchistische Bollwerk sogar der Stadt jährlich sage und schreibe 625 000 Fr kostet für Strom, Gas und das Wasser. Die Anarchisten zahlen auch keine Miete. Zusätzlich erhalten Sie zusätzlich 273 000 Franken als Kulturbeitrag. (der zerstörte Bundesplatz als Kunstwerk von Aktionskünstlern?)

Die Bewohner der Reithalle profitieren von verschiedenen Volksabstimmungen. Alle Vorstösse, die Reithalle abzureissen oder umzunutzen wurden an der Urne abgelehnt. Dazu kommt, dass der Nachfolger des abgewählten Polizeidirektor Wasserfallen, der eine harte Gangart durchsetzen wollte, Polizeikommandant Daniel Blumer, die neue Strategie der "deeskalativen Polizeistrategie" eingeführt hat. Er schrieb den Polizisten vor, es müssten Sachschäden geduldet werden. Er wies seine Mannen an, den Dialog mit den Chaoten zu suchen. Damit wurde die Reitschule als rechtsfreier Raum toleriert. Das Nervenzentrum der Chaoten konnte beim Bahnhof Wankdorf ausgebaut werden (ist heute die Logistikzentrale). Sie können von dort aus die Häuserbesetzungen planen und die autonome Schule "denk-mal" einrichten. Alle Politsekten werden von dort aus koordiniert.

Im Internet jubeln heute die Chaoten bei Indymedia:

Das Echo in der Auslandpresse wird als Erfolgsausweis gefeiert.

In unzähligen Kommentaren wurde der SVP die Schuld in die Schuhe geschoben, dass die Schweiz in der Auslandpresse so negativ dargestellt wurde. Dass jedoch die Anarchisten alles daran setzten den "Krieg in Bern" in den internationalen Medienwald zu schaffen, macht der Jubel der Chaoten im Internet deutlich:

"Alle Aktionen rund um Bern können als Erfolg auf der ganzen Linie gewertet werden!" Triumphierend verlinkt einer den einseitigen Artikel der "New York Times" über das Chaos in der Schweiz. "Die Aktion auf dem Bundesplatz zeigt ganz offensichtlich Wirkung - und zwar die erwünschte Wirkung." Dann drohen die Randalierer - die sich als "keine Demokraten" bezeichnen - der SVP noch weiteres Ungemach an:

"Wir werden ihr politisches Monopol in der Schweiz nicht mit Mahnrufen beseitigen können, sondern es physisch überwinden müssen.

Kommentar:

Wenn gewisse Politiker noch nicht erkannt haben, dass man Anarchisten, die sich an keine Spielregel halten wollen, nicht mit Nachsicht und finanzieller Unterstützung gewähren lassen darf, so gibt dies zu denken. Wie heisst es im Volksmund: Gibst Du einem Menschen, der Gewalt akzeptiert oder Spielregeln nicht akzeptieren will, den kleinen Finger gibst, so wundere Dich nicht, wenn er auch noch die ganze Hand fordert. Bern hat den Chaoten bereits zu viel gegeben. Die Stimmberechtigten sind im Grunde genommen selbst schuld, wenn sie den rechtsfreien Raum in der Reithalle weiterhin tolerieren. Vielleicht gilt langfristig auch die Volksweisheit: "Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht." Dann könnte es beim Polizeikommando zu einem Umdenken kommen, indem Sachbeschädigungen nicht mehr toleriert werden - nach dem Motto: "Lieber eingeschlagenen Scheiben als eingeschlagenen Köpfe". Und die Devise gilt:"Der Bürger hat ein Anrecht auf Schutz des Eigentum, wie auch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit!" Damit gibt es kein "Entweder - oder" Denken mehr, sondern das "Sowohl als auch" Prinzip.