Samstag, 22. September 2007

Pascale Couchepins sonderbares Kommunikationsverständnis

Couchepin kann einen Bundesratskollegen mit Duce Mussolini vergleichen und hat nachher keine Skrupel, den Bundesrat zu ermahnen, er solle sich mässigen und sich nicht in der Vordergrund rücken. Wenn jemand sich in den Vordergrund rückt, so ist es Couchepin selbst. Wenn sich jemand mässigen sollte, so müsste es ebenfalls er in erster Linie tun .

Couchepin ist Blocher seit Jahren spinnefeind. Im Umgang mit seinem Kollegen Blocher missachtet er laufend die einfachsten Kommunikationsregeln. Ein Bundesrat dürfte den Kollegen nicht öffentlich an den Pranger stellen. Wäsche müsste intern gewaschen werden. (Kollegialitätsprinzip) Couchepin missachtet immer wieder diese Regel. Er stellte schon früher Blocher öffentlich als eine Person hin, die der Demokratie schade. Angesprochen auf sein sonderbare Kommunikationsverständnis, findet er sein regelwidriges Verhalten völlig korrekt. Schönredner seiner Partei entschuldigen sogar Couchepins Ausrutscher mit der Begründung , Couchepin habe mit der Provokation lediglich die FDP Wähler aufrütteln wollen.

Erstaunlich, dass Couchepin seine beleidigenden Aussagen nichts ausmachen. Er steht sogar zu seinen Ausrutschern. Zu seinem jüngsten kommunikativen Patzer - er fühle sich durch den SVP-Wahlkampf an das faschistische Italien der 1930er Jahre und den Duce (Blocher gemeint) erinnert - findet er:

«Ich bin ein demokratischer und liberaler Mensch und verteidige eine gewisse Ethik und Demokratie.»

Kommentar:

Wie wäre es gewesen, wenn Bundesrat Couchepin zuerst einmal gelernt hätte, sich selbst an die kommunikativen Grundregeln zu halten, bevor er erneut unbedacht austeilt. Vor allem, nachdem er selbst die Grenzen masslos verletzt hatte, ist seine jüngste Predigt unglaubwürdig. Wenn sich Couchepin der Worte "Ethik und Demokratie" bedient, so kommen sie nach unserem Dafürhalten aus falschem Munde.

Eva Herman kämpft um ihren Ruf

Der Wirbel um die umstrittenen Äusserungen von Eva Herman bricht nicht ab! Der NDR hatte die TV-Moderatorin fristlos gefeuert, nachdem ihr vorgeworfen worden war, bei der Vorstellung ihres Buches „Das Prinzip Arche Noah“ die Familienpolitik der Nazis gelobt zu haben.

Jetzt wehrt sich die TV-Moderatorin gegen ihren Rauswurf mit Anwälten.

Begründung: Sie werde zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt, ihre Aussagen bei der Buchpräsentation seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Nach Angabe ihrer Anwälte habe sich Eva Herman bei der umstrittenen Buchpräsentation in Wahrheit ausdrücklich und unmissverständlich von allen nationalsozialistischen Familienidealen mit dem Satz distanziert:

„Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde."

Dies, so betonen die Anwälte Eva Hermans, belege eindeutig, wie die Äusserungen zur Familienpolitik Hitlers zu verstehen gewesen seien.

Bedauerlicherweise sei dieser Satz, der verdeutliche, dass Eva Herman die Zeit vor dem Nationalsozialismus meine, in der TV-Ausstrahlung von RTL (bewusst?) ausgeklammert worden.

Stattdessen hatte die Formulierung Eva Hermans:

„Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit. Das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat. Das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war – und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft ...“

grosse Empörung ausgelöst und der Moderatorin den Vorwurf eingebracht, die Familienpolitik Hitlers gelobt zu haben.

Kommentar:

Selbst dann, wenn Hermans Aussagen willkürlich geschnitten worden wären, so vertreten wir nach wie vor die Meinung, dass es unbedacht gewesen ist , Hitler bei dieser Thematik ins Spiel zubringen. Es gibt Reizworte, die immer missverstanden werden. Bei Kommunikationsprozessen gilt der Grundsatz: Wird jemand missverstanden, so ist leider in erster Linie der Sender schuld! Eva Herman hätte wissen müssen, dass nicht nur all ihre Feinde wie Alice Schwarzer und Co schon lange darauf gewartet haben, bis die Vorkämpferin für die "Aufwertung der Mutterarbeit", ins Fettnäpfchen tritt.

Freitag, 21. September 2007

Silvia Blocher: Wie sie ihren Ehemann belehrt

Christoph Blocher wird von der Frau seit Jahren hart kritisiert. Dieses "Coaching" hat zwar wenig mit professioneller Beratung zu tun. Sonst würde Silvia Blocher Ihren Mann nicht öffentlich kritisieren. Ein Berater arbeitet normalerweise diskret im Hintergrund. Als ehemalige Primarlehrerin versteht Christoph Blochers Beraterin ihre Tätigkeit darin, ihren Mann unverblümt und vor allem hart zu kritisieren. In jeden Beruf besteht die Gefahr der déformation professionel. Bei Silvia Blocher sind es jene unangenehmen Eigenschaften, die kein Lehrer ins Privatleben übertragen sollte :

- Das Rotstiftverhalten

- Das Besserwissen

- Den Kritikaster spielen

- Das immer Recht haben wollen

In ihren Auftritten wirkt leider Silvia Blocher wie eine Primarlehrerin, die privat wenig mit Erwachsenen zu tun hat. Ihr fehlt übrigens auch das rhetorische Talent.

Jean- Martin Büttner bringt das Verhalten der Bundesratsgattin in einem grösserem Beitrag (Tagesanzeiger vom 20. September) auf den Punkt (sein Betrachtungen stimmen erstaunlich gut mit unseren bisherigen Analysen überein):

- Silvia Blocher könne zwar recht gewinnend auftreten, doch habe sie stets einen rechthaberischen Zug und könne recht heftig werden!

- Sie warte zuerst, hole dann aus, um nachher zu schlagen

- Sie kritisiere den Mann recht hart - auch in der Oeffentlichkeit. Silvia Blocher sagt übrigens von sich: "Ich bin wahrscheinlich am offensivsten und am ehrlichsten in der Beurteilung seiner Auftritte."

Während Bundesrat Blocher sein Machtstreben mit Witz und bauernhafter Bodennähe kaschiert, zeige Silvia Blocher den Unmut und Geltungsdrang ungeschminkt.

Das Rechthaberische machen ihre Aussagen deutlich, die sie vor Zeugen gemacht hatte. Aussagen, die sie jedoch nachträglich scharf bestreitet. "Das habe ich sicher nie gesagt!" Den Satz, wonach, "wir die Verwaltung jetzt dann im Griff haben", habe sie nachträglich energisch dementiert. Selbst dann, als sie vor Leuten, welche bei dieser Aussage mit dabei waren, konfrontiert wurde, blieb sie starrköpfig:

"Es ist völlig unmöglich, dass ich so etwas gesagt habe, weil ich so etwas nicht einmal denke. Ausserdem habe ich mit der Verwaltung nicht das Geringste zu tun."

Dieses eigensinnige Verhalten ist möglicherweise auf das Sendungsbewusstsein des Paares "Wir Blocher" zurückzuführen (Es gibt ein beachtenswertes Fernsehportrait "Wir Blocher" von Roland Huber). Nach diesem Film haben beide - Christoph und Silvia - die patriotische Bürde auf sich genommen , die Schweiz vor fremden Einflüssen zu bewahren. Die Macht der Blochers sei somit nicht böser Wille. Sie entspringt einem Auftrag, den sie für das Wohl des Landes übernehmen mussten.

Die Beraterin eines Ehepartners dürfte nie einen so kapitale Fehler machen, wie es die Lehrerin Silvia tut:

Ein guter Hofnarr bleibt sets im Hintergrund , arbeitet anonym und kritisiert unter vier Augen.

Doch Silvia Blocher mischt sich öffentlich ein (Sie griff beispielsweise im welschen Fernsehstudio bei der Aufzeichnung "Infragouge" im Nebenraum vehement ein, als die missliebigen Karikaturen eingespielt wurden). Christoph Blocher nahm zuerst diese Geschichte gelassen entgegen. Erst als Silvia die Zähne zeigte, musste er dann auch hart durchgreifen. Silvia Blocher kann laut Zeugenaussagen wie eine Furie auf Journalisten losgehen.

Als Beraterin müsste Silvia Blocher fähig sein, sich vom politischen Geschehen bewusst zu distanzieren.

Als Kollege Couchepin in Christoph Blocher ein Gefahr für die Demokratie sah, wetterte die Lehrerin Silvia ebenfalls öffentlich gegen den Kollegen des eigenen Mannes. Diese peinliche Sequenz ist auf unserer Seite im Internet gespeichert und kann jederzeit angehört werden. (Unter www.rhetorik.ch - Navigation über das Suchfenster --> Silvia Blocher eingeben und anklicken).

- Oeffentliche Kritik erträgt Siliva Blocher schlecht.

Sie verliert bei harter Kritik allzurasch die Beherrschung und braust auf. Als Beraterin dürfte sie aber nie dermassen "schulmeisterhaft" auftreten.

- Was ich mit der Déformation professionel gemeint habe:

Lehrerin Silvia Blocher hat vor allem ein starkes Kontrollbedürfnis.

- Während ihr Mann meist gelassen bleiben kann, glaubt sie, ihren Mann vor missliebigen Angreifern schützen zu müssen.

Es ist für uns erstaunlich, auch unbegreiflich, wie Christoph Blocher seine Frau und Lehrmeisterin als unprofessionelle Hofnärrin so widerspruchslos akzeptiert.

Donnerstag, 20. September 2007

Wasser auf die Mühle der EU Gegner

Independent warf der Schweiz Rassismus vor

Der Vorwurf einer gemässigten britischen Tageszeitung "Independent" wird für den Autor zum Bumerang. Denn der plumpe Vergleich - Schweizer Politik mit Rassismus, Nazitum und dem angeblichen Sippenhass (Schäfchenplakat) - ist dermassen daneben gegriffen, dass der gutgemeinte Beitrag gegen Rassismus die Herz Blut Bodenpolitiker in der Schweiz noch mehr zusammenschweissen wird und der Anti EU Bewegung stützt. Weshalb? Das Schäfchenplakat ist nach unserem Dafürhalten ein legale Vereinfachung eines Zeitproblems und gehört zum Wahlkampf. Mit der heutigen Regelung können nämlich kriminelle Wiederholungstäter nicht ausgeschafft werden. Es geht nicht um Scharze sondern die gängige Analogie mit dem schwarzen Schaf. Ueberall gibt es schwarze Schafe. Jeder Land und jede Institution hat das Recht, schwarze Schafe zu bestrafen, bei Uneinsichtigkeit sogar auszuschliessen. So gibt es für verhaltensgestörte Kinder, die mit einem Schulverweis rechnen müssen und Sportler , welche sich nicht an Spielregeln halten können, müssen auch mit einem Spielverbot rechnen. Selbst in einer Badeanstalt werden Jugendliche, die Gäste unablässig belästigen, auf eine schwarze Liste gesetzt und mit einem Zutrittsverbot belegt.

Wenn nun in der britischen Presse die Schweiz als Hort des Rassismus gesehen wird, weil das Plakat mit den schwarzen Schafen fremden feindlich sei und es an die Sippenhaft der Nazis erinnere, so geht dies eindeutig zu weit. Die gemässigten britischen Tageszeitung «The Independent» fragte vor Tagen in dicken Lettern auf der Titelseite: «Ist die Schweiz Europas Herz der Finsternis?» In Grossbritanien fragt man sich, ob die Schweiz ein Land von Rassisten geworden ist. Vergleiche mit den Nazis wurden angestellt.

Der Titel spielt auf Joseph Conrads weltberühmten Roman «Das Herz der Finsternis» an und will zum Ausdruck bringen, dass es hier um die dunkelsten Triebe des Menschen geht: Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass.

Als Einstieg in den Artikel beschreibt der Independent-Korrespondent Paul Vallely die mittlerweile berühmt-berüchtigten Schäfchen-Plakate der SVP. Das was auf den ersten Blick wie ein «Kinder-Cartoon» aussehe, entpuppe sich bei näherem Hinsehen, dass «drei weisse Biester» ein Schwarzes Schaf von der Schweizer Flagge kicken.

Dieses Poster sei laut der UNO ein Symbol für den Aufstieg eines «finsteren neuen Rassismus und für Fremdenfeindlichkeit im Herzen einer der ältesten Demokratien der Welt».

Des weiteren wird die SVP-Ausschaffungsinitiative vorgestellt. Beanstandet wird ferner, dass ganze Familien ausgeschafft werden sollen, falls ein Jugendlicher eine Straftat begeht. Der Independent schreibt: «Es wäre das erste derartige Gesetz in Europa seit der Sippenhaft bei den Nazis.»

Kommentar:

Diese Ueberzeichnung führt dazu, dass sich noch mehr Schweizer mit der SVP Haltung solidarisieren. Es ist ein bekanntes Phänomen: Wird eine Familie von aussen verbal angegriffen, solidarisieren sich allen gegen die fremde Kritiker, obwohl sonst in der Familie wenig Einigkeit besteht. Independent bewirkte somit ebenfalls eine Moblilisierung der Schweizer Bevölkerung gegen "fremde Richter" und jene Besserwisser von aussen, die den Stimmenden sagen wollen, was Rassismus sei.

Dienstag, 18. September 2007

BLOCHERFALLE:

SVP agiert - die andere Parteien reagieren

Die SVP profitiert von den Fehlern der anderen Parteien

Tagesanzeiger online schreibt:

Die SVP gibt im Wahlkampf die Themen vor, beklagt die Probleme, preist ihre Lösungen an, lenkt die Debatte, dominiert die Berichterstattung, bringt ihre eigenen Widersprüche zum Verschwinden und huldigt ihrem Anführer mit einem Personenkult, wie ihn die Schweiz noch nie gesehen hat. Und was machen die anderen? Obwohl die SVP seit bald zwanzig Jahren Abstimmungskämpfe als Wahlkämpfe abhält und Wahlkämpfe als Richtungskämpfe inszeniert, haben die drei übrigen Bundesratsparteien noch immer keine Gegenstrategie entwickelt. Darin sind sich die Politikberater, PR-Profis und Abstimmungsorchestrierer einig, die man befragt, und zwar unabhängig von ihrer politischen Haltung.

Fazit der Experten und Politologen: Keine der drei anderen Parteien erreicht mehr die Öffentlichkeit.

Die Auftritte der Freisinnigen wirken entrückt, ihre Reaktionen blutleer, ihre Wahlplakate entweder banal oder unverständlich. Die SP bringt es weder fertig, ihre eigenen Themen einzubringen, noch die Widersprüche der Gegenseite in die Öffentlichkeit zu tragen. Stattdessen produziert sie den Widerspruch gleich selber. So plädiert die Partei für Fairness, um dann mit einem Plakat zu schockieren, auf dem ein Flugzeug in ein Atomkraftwerk rast. Die Kampagne seiner Partei, kritisiert ein einflussreicher Sozialdemokrat, «bleibt ohne die gewünschte Wirkung.» Die CVP schliesslich hält sich ruhig und hofft auf ihre nette Bundesrätin. Damit aber lässt sich kein Wahlkampf machen. «Ich frage mich schon lange», sagt der diskrete, aber erfolgreiche Kampagnenleiter Guido Weber, selbst FDP-Mitglied, «warum die drei anderen Bundesratsparteien sich so hilflos auf das Spiel der SVP einlassen, statt eigene Themen zu setzen.» Nicht einmal die Grünen bringen es mehr fertig, die hochaktuelle Umweltproblematik in die Öffentlichkeit zu tragen. «Statt vom Klima», sagt Guido Weber lakonisch, «reden jetzt alle vom politischen Klima.» Und von der SVP.

Kommentar:

Vermutlich geht es vor allem um ein ein Personenproblem. Ich teile die Meinung des Tagesanzeigers.

Hans-Jürg Fehr, ein messerscharfer, intellektueller Dialektiker, geht zu wenig auf die Wünsche der Basis ein. Er will keinen Jota von seinen Inhalten abrücken, Inhalte welche der Basis nicht unter den Nägeln brennt und glaubt die Niederlage in Zürich sei nur auf die unglückliche Art des Kommunizierens zurückzuführen.

Fulvio Pelli, der intern eine gute Figur macht und intern integrieren kann, wirkt zu abgehoben. Obschon die beiden am letzten Freitag einen schwachen SVP Gegner (Fraktionschef Caspar Baader) hatten, gaben sich Fehr und Pelli zu verkrampft und wirkten rechthaberisch. Die SVP führt hingegen einen hochprofessionellen, mehrphasigen sehr teuren Wahlkampf nach ausländischem Vorbild. Das funktioniert (nach Tagi online) nur deshalb, weil sie sich, strikte an ihrem Anführer orientiert. «Es war schon sehr früh klar, dass sich Blocher selbst engagieren wird und von der Partei zum Wahlkampfthema gemacht wird», sagt der Politberater Martin Baltisser, der es als ehemaliger SVP-Generalsekretär wissen muss. Das Erstaunliche: Selbst die Kritik der Medien versehen die Akteure als Teil ihrer Kampagne einzukalkulieren. «Die Medien sind in der Falle», sagt Martin Baltisser: «Je heftiger sie auf die SVP reagieren, desto mehr arbeiten sie ihr zu.» Entscheidend ist somit nicht, was eine Zeitung schreibt, sondern wo; am liebsten mehrspaltig auf der Frontseite.Verschiedentlich wies ich darauf hin: Viele tappen ständig in die Blocherfalle. Das individualistische Selbstverständnis der SP Mitglieder führte dazu, dass man sich parteiintern zu stark kritisiert und sich dadurch vor einem klaren Auftritt scheut. Die Präsentation des GPK-Berichts, so Guido Weber, sei «dilettantisch, da politisch durchsichtig» gewesen. SP-Mann Peter Bodenmann auch den Auftritt von CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz dazu. Der Präsidentin der Subkommission, sagt er, seien «offensichtlich die Jagdinstinkte durchgegangen». Ich schrieb von einer Todsünde der Kommunikation, wenn bei einer Untersuchung über Mutmassungen so geredet wird, als wären es Fakten. Auch sie tappte in eine Falle und muss nun die Folgen ausbaden. Insbesondere Bundesrat Pascal Couchepin schoss mit seinem Duce-Vergleich ein Eigencoal (auch für seine Partei!) Weil Couchepin einmal mehr die Nerven verlor. Der jüngste Ausrutscher nützte wiederum nur der SVP . Blocher - gefragt, was er zur Kollegenschelte (Ducevergleich) meine - konnte souverän kontern : "Ich urteile nicht öffentlich über meine Kollegen. Ich halte mich ans Kollegialitätsprinzip." Die FDP verpasste es, sich als staatsgründende Partei zu profilieren. Couchepins Intervention hat bestimmt viele FDP Wähler verärgert, obwohl sich Couchepin nachträglich damit zu rechtfertigen versuchte, er habe nur die FDP Wähler aufrütteln wollen. Das jüngste Wahlbarometer macht deutlich, dass die SVP mit ihrer Kampagne zwar die eigene Wählerschaft mobilisieren, aber auch zum Teil abschrecken wird. Alle anderen Parteien müssen sich jedoch zwangsläufig immer wieder mit Christoph Blocher befassen. Sie sind ständig in der Blocher Falle. Auch nach dem innovativen Coup "Blocher -TV" diskutieren erstaunlicherweise alle Medien über die Interviews Blochers im Internet und in den Lokalfernsehstationen. Wieder kann Blocher seine Botschaften los werden. Die Gegner sind gezwungen zu reagieren. Fehr will diese aufseherregenden Auftritte anfechten: Es sei politische Propaganda. Würde jedoch jetzt offen gegen die Person Blocher gespeilt, wäre es gut denkbar, dass die Stimmbürger plötzlich bestätigt sehen könnten: Der Geheimplan hat doch existiert.

Die Gegner wären erneut in der Blocherfalle gefangen.

Montag, 17. September 2007

Motivation, Engagement und Systematik als Erfolgsfaktoren

Eine Einzelperson war erfolgreicher als ein Heer aufgebotener freiwilliger Helfer, Soldaten und Profis. Die Polizei fragt sich heute, warum sie das nicht schaffte , was ein Einzelner nun erreicht hatte. Etwas belämmert musste sich der Polzeikommandant fragen, warum die wochenlange Suche weniger Erfolg hatte als das systematische Vorgehen einer Einzelperson.

Was war geschehen?

Quelle: 20 Minuten und SonntagsZeitung

Getrieben von einem Todesfall in der eigenen Familie machte sich seit drei Wochen ein junger Zürcher (Simon Kuhn) unbeirrt auf die Suche nach der verschwundenen Ylenia. Seine Motivation:

«Ich kenne die Familie des Mädchens nicht, aber ich wollte einfach, dass Ylenias Mutter abschliessen kann, dass sie aus der Ungewissheit erlöst wird»

, sagte er der «SonntagsZeitung».

Im Gegensatz zu den Hunderten von aufgebotenen Helfern kannte er die Gefühle der Betroffenen. Der junge Mann blieb deshalb am Ball - gab nicht auf - und konzentrierte sich allein hartnäckig auf den Fall. Kuhn investierte für die Suche seine Ferienzeit. Er ging mit einem eigens erstellten Suchraster vor. Er hatte die Fakten studiert und vermutet, dass die Leiche des Mädchens beim Billwilerwald sein musste. Dort hatte Urs Hans von Aesch, vermutlich im Zustand grösster Erregung, einen Zeugen seiner mutmasslichen Tat angeschossen.

Kuhn schaffte es , was die Polizei mit mehreren Suchaktionen nicht fertiggebracht hatte.

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Die Oeffentlichkeit wundert sich heute: «Jeder, der gestern an dieser Stelle vorbei gegangen wäre und auf den Boden geschaut hätte, wäre auf die Leiche gestossen», sagte Kuhn der «SonntagsZeitung».

Durch Tiere, welche die Leiche ausgegraben hätten, sei das tote Mädchen nahezu an der Oberfläche gewesen. Rund um den Fundort seien Tierspuren zu sehen. Unmittelbar vor der Vertiefung sah Kuhn Körperteile. Dann entdeckte er den Kopf und informiert sofort die Polizei.

Systematische Suche machte sich bezahlt!

«Ich habe mich seriös vorbereitet», so Kuhn weiter. Vor jeder Suche hätte er sich ein Bild davon gemacht, wie es aussehen könnte, wenn er etwas findet. Trotzdem glaubte er nicht, tatsächlich Erfolg zu haben. Bis gestern Mittag. Die Hundeführer vertraten die Meinung, der Fehler habe nicht bei den Hunden gelegen (normalerweise registireren sie den Leichengeruch) doch müssten die Hundeführer auch ausgebildet sein. Der Fehler liebe beim Menschen - nicht beim Hund.

Erkenntnis: Motivation kommt von innen. Sie entwickelt ungeahnte Kräfte. Selbstmotivation ist die stärkste Triebfeder, durchzuhalten.

Vorbereitung ist die halbe Miete.

Systematik und logisches Denken gekoppelt mit Durchstehvermögen haben auch in diesem Fall zum Erfolg geführt und den Polizeiapparat alt aussehen lassen. Polizeikräfte, die eigentlich auch systematisch und hartnäckig hätten am Ball bleiben müssen, versagten. Noch vor wenigen Tagen wurden all jene privaten Leute von den Polizei belächelt, die auf eigene Faust die Wälder nachträglich durchkämmen wollten.

Sonntag, 16. September 2007

UNBEDACHTE WORTE

Vergiftetes Politklima

"Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer, aber um eine kostbare Vase zu zerbrechen, genügt eine flüchtige Bewegung und um das Herz eines Menschen zu treffen, genügt oft ein einziges Wort".

Eugen Drewermann

Im derzeitigen Polittheater rufen alle zur Mässigung auf, selbst jene die selbst unbedachte Worte verwendet hatten.

Ich erinnere an:

Bullshit (Christoph Mörgeli)

Staatsaffaire (Christophe Darbellay) - korrigierte es

Rassismus (Calmy Rey)

Blocher= Duce (Pascal Couchepin)

Es lohnt sich immer, vor dem Reden das Gehirn einzuschalten.