Freitag, 21. September 2007

Silvia Blocher: Wie sie ihren Ehemann belehrt

Christoph Blocher wird von der Frau seit Jahren hart kritisiert. Dieses "Coaching" hat zwar wenig mit professioneller Beratung zu tun. Sonst würde Silvia Blocher Ihren Mann nicht öffentlich kritisieren. Ein Berater arbeitet normalerweise diskret im Hintergrund. Als ehemalige Primarlehrerin versteht Christoph Blochers Beraterin ihre Tätigkeit darin, ihren Mann unverblümt und vor allem hart zu kritisieren. In jeden Beruf besteht die Gefahr der déformation professionel. Bei Silvia Blocher sind es jene unangenehmen Eigenschaften, die kein Lehrer ins Privatleben übertragen sollte :

- Das Rotstiftverhalten

- Das Besserwissen

- Den Kritikaster spielen

- Das immer Recht haben wollen

In ihren Auftritten wirkt leider Silvia Blocher wie eine Primarlehrerin, die privat wenig mit Erwachsenen zu tun hat. Ihr fehlt übrigens auch das rhetorische Talent.

Jean- Martin Büttner bringt das Verhalten der Bundesratsgattin in einem grösserem Beitrag (Tagesanzeiger vom 20. September) auf den Punkt (sein Betrachtungen stimmen erstaunlich gut mit unseren bisherigen Analysen überein):

- Silvia Blocher könne zwar recht gewinnend auftreten, doch habe sie stets einen rechthaberischen Zug und könne recht heftig werden!

- Sie warte zuerst, hole dann aus, um nachher zu schlagen

- Sie kritisiere den Mann recht hart - auch in der Oeffentlichkeit. Silvia Blocher sagt übrigens von sich: "Ich bin wahrscheinlich am offensivsten und am ehrlichsten in der Beurteilung seiner Auftritte."

Während Bundesrat Blocher sein Machtstreben mit Witz und bauernhafter Bodennähe kaschiert, zeige Silvia Blocher den Unmut und Geltungsdrang ungeschminkt.

Das Rechthaberische machen ihre Aussagen deutlich, die sie vor Zeugen gemacht hatte. Aussagen, die sie jedoch nachträglich scharf bestreitet. "Das habe ich sicher nie gesagt!" Den Satz, wonach, "wir die Verwaltung jetzt dann im Griff haben", habe sie nachträglich energisch dementiert. Selbst dann, als sie vor Leuten, welche bei dieser Aussage mit dabei waren, konfrontiert wurde, blieb sie starrköpfig:

"Es ist völlig unmöglich, dass ich so etwas gesagt habe, weil ich so etwas nicht einmal denke. Ausserdem habe ich mit der Verwaltung nicht das Geringste zu tun."

Dieses eigensinnige Verhalten ist möglicherweise auf das Sendungsbewusstsein des Paares "Wir Blocher" zurückzuführen (Es gibt ein beachtenswertes Fernsehportrait "Wir Blocher" von Roland Huber). Nach diesem Film haben beide - Christoph und Silvia - die patriotische Bürde auf sich genommen , die Schweiz vor fremden Einflüssen zu bewahren. Die Macht der Blochers sei somit nicht böser Wille. Sie entspringt einem Auftrag, den sie für das Wohl des Landes übernehmen mussten.

Die Beraterin eines Ehepartners dürfte nie einen so kapitale Fehler machen, wie es die Lehrerin Silvia tut:

Ein guter Hofnarr bleibt sets im Hintergrund , arbeitet anonym und kritisiert unter vier Augen.

Doch Silvia Blocher mischt sich öffentlich ein (Sie griff beispielsweise im welschen Fernsehstudio bei der Aufzeichnung "Infragouge" im Nebenraum vehement ein, als die missliebigen Karikaturen eingespielt wurden). Christoph Blocher nahm zuerst diese Geschichte gelassen entgegen. Erst als Silvia die Zähne zeigte, musste er dann auch hart durchgreifen. Silvia Blocher kann laut Zeugenaussagen wie eine Furie auf Journalisten losgehen.

Als Beraterin müsste Silvia Blocher fähig sein, sich vom politischen Geschehen bewusst zu distanzieren.

Als Kollege Couchepin in Christoph Blocher ein Gefahr für die Demokratie sah, wetterte die Lehrerin Silvia ebenfalls öffentlich gegen den Kollegen des eigenen Mannes. Diese peinliche Sequenz ist auf unserer Seite im Internet gespeichert und kann jederzeit angehört werden. (Unter www.rhetorik.ch - Navigation über das Suchfenster --> Silvia Blocher eingeben und anklicken).

- Oeffentliche Kritik erträgt Siliva Blocher schlecht.

Sie verliert bei harter Kritik allzurasch die Beherrschung und braust auf. Als Beraterin dürfte sie aber nie dermassen "schulmeisterhaft" auftreten.

- Was ich mit der Déformation professionel gemeint habe:

Lehrerin Silvia Blocher hat vor allem ein starkes Kontrollbedürfnis.

- Während ihr Mann meist gelassen bleiben kann, glaubt sie, ihren Mann vor missliebigen Angreifern schützen zu müssen.

Es ist für uns erstaunlich, auch unbegreiflich, wie Christoph Blocher seine Frau und Lehrmeisterin als unprofessionelle Hofnärrin so widerspruchslos akzeptiert.

Donnerstag, 20. September 2007

Wasser auf die Mühle der EU Gegner

Independent warf der Schweiz Rassismus vor

Der Vorwurf einer gemässigten britischen Tageszeitung "Independent" wird für den Autor zum Bumerang. Denn der plumpe Vergleich - Schweizer Politik mit Rassismus, Nazitum und dem angeblichen Sippenhass (Schäfchenplakat) - ist dermassen daneben gegriffen, dass der gutgemeinte Beitrag gegen Rassismus die Herz Blut Bodenpolitiker in der Schweiz noch mehr zusammenschweissen wird und der Anti EU Bewegung stützt. Weshalb? Das Schäfchenplakat ist nach unserem Dafürhalten ein legale Vereinfachung eines Zeitproblems und gehört zum Wahlkampf. Mit der heutigen Regelung können nämlich kriminelle Wiederholungstäter nicht ausgeschafft werden. Es geht nicht um Scharze sondern die gängige Analogie mit dem schwarzen Schaf. Ueberall gibt es schwarze Schafe. Jeder Land und jede Institution hat das Recht, schwarze Schafe zu bestrafen, bei Uneinsichtigkeit sogar auszuschliessen. So gibt es für verhaltensgestörte Kinder, die mit einem Schulverweis rechnen müssen und Sportler , welche sich nicht an Spielregeln halten können, müssen auch mit einem Spielverbot rechnen. Selbst in einer Badeanstalt werden Jugendliche, die Gäste unablässig belästigen, auf eine schwarze Liste gesetzt und mit einem Zutrittsverbot belegt.

Wenn nun in der britischen Presse die Schweiz als Hort des Rassismus gesehen wird, weil das Plakat mit den schwarzen Schafen fremden feindlich sei und es an die Sippenhaft der Nazis erinnere, so geht dies eindeutig zu weit. Die gemässigten britischen Tageszeitung «The Independent» fragte vor Tagen in dicken Lettern auf der Titelseite: «Ist die Schweiz Europas Herz der Finsternis?» In Grossbritanien fragt man sich, ob die Schweiz ein Land von Rassisten geworden ist. Vergleiche mit den Nazis wurden angestellt.

Der Titel spielt auf Joseph Conrads weltberühmten Roman «Das Herz der Finsternis» an und will zum Ausdruck bringen, dass es hier um die dunkelsten Triebe des Menschen geht: Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass.

Als Einstieg in den Artikel beschreibt der Independent-Korrespondent Paul Vallely die mittlerweile berühmt-berüchtigten Schäfchen-Plakate der SVP. Das was auf den ersten Blick wie ein «Kinder-Cartoon» aussehe, entpuppe sich bei näherem Hinsehen, dass «drei weisse Biester» ein Schwarzes Schaf von der Schweizer Flagge kicken.

Dieses Poster sei laut der UNO ein Symbol für den Aufstieg eines «finsteren neuen Rassismus und für Fremdenfeindlichkeit im Herzen einer der ältesten Demokratien der Welt».

Des weiteren wird die SVP-Ausschaffungsinitiative vorgestellt. Beanstandet wird ferner, dass ganze Familien ausgeschafft werden sollen, falls ein Jugendlicher eine Straftat begeht. Der Independent schreibt: «Es wäre das erste derartige Gesetz in Europa seit der Sippenhaft bei den Nazis.»

Kommentar:

Diese Ueberzeichnung führt dazu, dass sich noch mehr Schweizer mit der SVP Haltung solidarisieren. Es ist ein bekanntes Phänomen: Wird eine Familie von aussen verbal angegriffen, solidarisieren sich allen gegen die fremde Kritiker, obwohl sonst in der Familie wenig Einigkeit besteht. Independent bewirkte somit ebenfalls eine Moblilisierung der Schweizer Bevölkerung gegen "fremde Richter" und jene Besserwisser von aussen, die den Stimmenden sagen wollen, was Rassismus sei.

Dienstag, 18. September 2007

BLOCHERFALLE:

SVP agiert - die andere Parteien reagieren

Die SVP profitiert von den Fehlern der anderen Parteien

Tagesanzeiger online schreibt:

Die SVP gibt im Wahlkampf die Themen vor, beklagt die Probleme, preist ihre Lösungen an, lenkt die Debatte, dominiert die Berichterstattung, bringt ihre eigenen Widersprüche zum Verschwinden und huldigt ihrem Anführer mit einem Personenkult, wie ihn die Schweiz noch nie gesehen hat. Und was machen die anderen? Obwohl die SVP seit bald zwanzig Jahren Abstimmungskämpfe als Wahlkämpfe abhält und Wahlkämpfe als Richtungskämpfe inszeniert, haben die drei übrigen Bundesratsparteien noch immer keine Gegenstrategie entwickelt. Darin sind sich die Politikberater, PR-Profis und Abstimmungsorchestrierer einig, die man befragt, und zwar unabhängig von ihrer politischen Haltung.

Fazit der Experten und Politologen: Keine der drei anderen Parteien erreicht mehr die Öffentlichkeit.

Die Auftritte der Freisinnigen wirken entrückt, ihre Reaktionen blutleer, ihre Wahlplakate entweder banal oder unverständlich. Die SP bringt es weder fertig, ihre eigenen Themen einzubringen, noch die Widersprüche der Gegenseite in die Öffentlichkeit zu tragen. Stattdessen produziert sie den Widerspruch gleich selber. So plädiert die Partei für Fairness, um dann mit einem Plakat zu schockieren, auf dem ein Flugzeug in ein Atomkraftwerk rast. Die Kampagne seiner Partei, kritisiert ein einflussreicher Sozialdemokrat, «bleibt ohne die gewünschte Wirkung.» Die CVP schliesslich hält sich ruhig und hofft auf ihre nette Bundesrätin. Damit aber lässt sich kein Wahlkampf machen. «Ich frage mich schon lange», sagt der diskrete, aber erfolgreiche Kampagnenleiter Guido Weber, selbst FDP-Mitglied, «warum die drei anderen Bundesratsparteien sich so hilflos auf das Spiel der SVP einlassen, statt eigene Themen zu setzen.» Nicht einmal die Grünen bringen es mehr fertig, die hochaktuelle Umweltproblematik in die Öffentlichkeit zu tragen. «Statt vom Klima», sagt Guido Weber lakonisch, «reden jetzt alle vom politischen Klima.» Und von der SVP.

Kommentar:

Vermutlich geht es vor allem um ein ein Personenproblem. Ich teile die Meinung des Tagesanzeigers.

Hans-Jürg Fehr, ein messerscharfer, intellektueller Dialektiker, geht zu wenig auf die Wünsche der Basis ein. Er will keinen Jota von seinen Inhalten abrücken, Inhalte welche der Basis nicht unter den Nägeln brennt und glaubt die Niederlage in Zürich sei nur auf die unglückliche Art des Kommunizierens zurückzuführen.

Fulvio Pelli, der intern eine gute Figur macht und intern integrieren kann, wirkt zu abgehoben. Obschon die beiden am letzten Freitag einen schwachen SVP Gegner (Fraktionschef Caspar Baader) hatten, gaben sich Fehr und Pelli zu verkrampft und wirkten rechthaberisch. Die SVP führt hingegen einen hochprofessionellen, mehrphasigen sehr teuren Wahlkampf nach ausländischem Vorbild. Das funktioniert (nach Tagi online) nur deshalb, weil sie sich, strikte an ihrem Anführer orientiert. «Es war schon sehr früh klar, dass sich Blocher selbst engagieren wird und von der Partei zum Wahlkampfthema gemacht wird», sagt der Politberater Martin Baltisser, der es als ehemaliger SVP-Generalsekretär wissen muss. Das Erstaunliche: Selbst die Kritik der Medien versehen die Akteure als Teil ihrer Kampagne einzukalkulieren. «Die Medien sind in der Falle», sagt Martin Baltisser: «Je heftiger sie auf die SVP reagieren, desto mehr arbeiten sie ihr zu.» Entscheidend ist somit nicht, was eine Zeitung schreibt, sondern wo; am liebsten mehrspaltig auf der Frontseite.Verschiedentlich wies ich darauf hin: Viele tappen ständig in die Blocherfalle. Das individualistische Selbstverständnis der SP Mitglieder führte dazu, dass man sich parteiintern zu stark kritisiert und sich dadurch vor einem klaren Auftritt scheut. Die Präsentation des GPK-Berichts, so Guido Weber, sei «dilettantisch, da politisch durchsichtig» gewesen. SP-Mann Peter Bodenmann auch den Auftritt von CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz dazu. Der Präsidentin der Subkommission, sagt er, seien «offensichtlich die Jagdinstinkte durchgegangen». Ich schrieb von einer Todsünde der Kommunikation, wenn bei einer Untersuchung über Mutmassungen so geredet wird, als wären es Fakten. Auch sie tappte in eine Falle und muss nun die Folgen ausbaden. Insbesondere Bundesrat Pascal Couchepin schoss mit seinem Duce-Vergleich ein Eigencoal (auch für seine Partei!) Weil Couchepin einmal mehr die Nerven verlor. Der jüngste Ausrutscher nützte wiederum nur der SVP . Blocher - gefragt, was er zur Kollegenschelte (Ducevergleich) meine - konnte souverän kontern : "Ich urteile nicht öffentlich über meine Kollegen. Ich halte mich ans Kollegialitätsprinzip." Die FDP verpasste es, sich als staatsgründende Partei zu profilieren. Couchepins Intervention hat bestimmt viele FDP Wähler verärgert, obwohl sich Couchepin nachträglich damit zu rechtfertigen versuchte, er habe nur die FDP Wähler aufrütteln wollen. Das jüngste Wahlbarometer macht deutlich, dass die SVP mit ihrer Kampagne zwar die eigene Wählerschaft mobilisieren, aber auch zum Teil abschrecken wird. Alle anderen Parteien müssen sich jedoch zwangsläufig immer wieder mit Christoph Blocher befassen. Sie sind ständig in der Blocher Falle. Auch nach dem innovativen Coup "Blocher -TV" diskutieren erstaunlicherweise alle Medien über die Interviews Blochers im Internet und in den Lokalfernsehstationen. Wieder kann Blocher seine Botschaften los werden. Die Gegner sind gezwungen zu reagieren. Fehr will diese aufseherregenden Auftritte anfechten: Es sei politische Propaganda. Würde jedoch jetzt offen gegen die Person Blocher gespeilt, wäre es gut denkbar, dass die Stimmbürger plötzlich bestätigt sehen könnten: Der Geheimplan hat doch existiert.

Die Gegner wären erneut in der Blocherfalle gefangen.

Montag, 17. September 2007

Motivation, Engagement und Systematik als Erfolgsfaktoren

Eine Einzelperson war erfolgreicher als ein Heer aufgebotener freiwilliger Helfer, Soldaten und Profis. Die Polizei fragt sich heute, warum sie das nicht schaffte , was ein Einzelner nun erreicht hatte. Etwas belämmert musste sich der Polzeikommandant fragen, warum die wochenlange Suche weniger Erfolg hatte als das systematische Vorgehen einer Einzelperson.

Was war geschehen?

Quelle: 20 Minuten und SonntagsZeitung

Getrieben von einem Todesfall in der eigenen Familie machte sich seit drei Wochen ein junger Zürcher (Simon Kuhn) unbeirrt auf die Suche nach der verschwundenen Ylenia. Seine Motivation:

«Ich kenne die Familie des Mädchens nicht, aber ich wollte einfach, dass Ylenias Mutter abschliessen kann, dass sie aus der Ungewissheit erlöst wird»

, sagte er der «SonntagsZeitung».

Im Gegensatz zu den Hunderten von aufgebotenen Helfern kannte er die Gefühle der Betroffenen. Der junge Mann blieb deshalb am Ball - gab nicht auf - und konzentrierte sich allein hartnäckig auf den Fall. Kuhn investierte für die Suche seine Ferienzeit. Er ging mit einem eigens erstellten Suchraster vor. Er hatte die Fakten studiert und vermutet, dass die Leiche des Mädchens beim Billwilerwald sein musste. Dort hatte Urs Hans von Aesch, vermutlich im Zustand grösster Erregung, einen Zeugen seiner mutmasslichen Tat angeschossen.

Kuhn schaffte es , was die Polizei mit mehreren Suchaktionen nicht fertiggebracht hatte.

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Die Oeffentlichkeit wundert sich heute: «Jeder, der gestern an dieser Stelle vorbei gegangen wäre und auf den Boden geschaut hätte, wäre auf die Leiche gestossen», sagte Kuhn der «SonntagsZeitung».

Durch Tiere, welche die Leiche ausgegraben hätten, sei das tote Mädchen nahezu an der Oberfläche gewesen. Rund um den Fundort seien Tierspuren zu sehen. Unmittelbar vor der Vertiefung sah Kuhn Körperteile. Dann entdeckte er den Kopf und informiert sofort die Polizei.

Systematische Suche machte sich bezahlt!

«Ich habe mich seriös vorbereitet», so Kuhn weiter. Vor jeder Suche hätte er sich ein Bild davon gemacht, wie es aussehen könnte, wenn er etwas findet. Trotzdem glaubte er nicht, tatsächlich Erfolg zu haben. Bis gestern Mittag. Die Hundeführer vertraten die Meinung, der Fehler habe nicht bei den Hunden gelegen (normalerweise registireren sie den Leichengeruch) doch müssten die Hundeführer auch ausgebildet sein. Der Fehler liebe beim Menschen - nicht beim Hund.

Erkenntnis: Motivation kommt von innen. Sie entwickelt ungeahnte Kräfte. Selbstmotivation ist die stärkste Triebfeder, durchzuhalten.

Vorbereitung ist die halbe Miete.

Systematik und logisches Denken gekoppelt mit Durchstehvermögen haben auch in diesem Fall zum Erfolg geführt und den Polizeiapparat alt aussehen lassen. Polizeikräfte, die eigentlich auch systematisch und hartnäckig hätten am Ball bleiben müssen, versagten. Noch vor wenigen Tagen wurden all jene privaten Leute von den Polizei belächelt, die auf eigene Faust die Wälder nachträglich durchkämmen wollten.

Sonntag, 16. September 2007

UNBEDACHTE WORTE

Vergiftetes Politklima

"Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer, aber um eine kostbare Vase zu zerbrechen, genügt eine flüchtige Bewegung und um das Herz eines Menschen zu treffen, genügt oft ein einziges Wort".

Eugen Drewermann

Im derzeitigen Polittheater rufen alle zur Mässigung auf, selbst jene die selbst unbedachte Worte verwendet hatten.

Ich erinnere an:

Bullshit (Christoph Mörgeli)

Staatsaffaire (Christophe Darbellay) - korrigierte es

Rassismus (Calmy Rey)

Blocher= Duce (Pascal Couchepin)

Es lohnt sich immer, vor dem Reden das Gehirn einzuschalten.

Donnerstag, 13. September 2007

Schläger Rhetorik

Quelle: 20 Minuten online

Ueber Jugendgewalt gibt es regelmässig Berichte und Kommentare. Erstaunlich ist, dass der Auslöser von Gewalt oft eine Bagatelle ist. Es scheint, der Schläger suche einfach einen Anlass, um dreinschlagen zu können.

«Was luegsch so blöd?»

In Zürich schwebt das Opfer einer Prügelattacke noch immer in Lebensgefahr. Der junge Mann und seine Gruppe wurden von mehreren Tätern «angemacht», dann wurde losgeprügelt. Ich Schaffhausen sagte ein Jugendlicher, er habe mit der Kette auf den anderen Jugendlichen eingeschlagen, weil er ihn angeschaut habe. Ihn müsse man fragen, ob man ihn anschauen dürfe. Als ich dies hörte erinnerte ich mich an den bekannten Tierfotografen, der lange bei den Bergorillas gelebt hatte. Dort gilt die Regel: Blicje einem Silberrücken nicht in die Augen! Sonst greift er an. Tierfotograph Dossenbach sagte mir: Wenn man gebückter, devoter Haltung bei Männchen vorbeigeht und auf den Boden schaut, so gibt es keine Probleme. Viele Leute gehen davon aus, dass wir bessere Primaten sind und glauben daran, dass die Menscheit im Umgang miteinander die Kommunikation kultiviert hat. Angeblich fallen gewisse Jugendliche in eine frühere Entwickungsstufe zurück. Zur Ehrenrettung der Berggorillas muss noch beigefügt werden: Die Affen haben ihre Konflikfähigkeit besser entwickelt als gewisse heutige Jugendliche. Die Affen prügeln andere nicht ins Komma.

Wie verhält man sich, wenn man selbst in eine ähnliche Situation kommt und befürchten muss, dass ich grundlos spitalreif geschlagen werden könnte?

Ein Ex-Polizist gibt Tipps.

Markus Atzenweiler rät bei drohender Schlägerei:

Beobachten und nicht kommunizieren.

Diese Abwehrhaltung soll laut Markus Atzenweiler gegen gewalttätige Übergriffe helfen.

Viele kennen die Situation, sie sitzen auf einer Bank oder gehen durch eine Strasse und werden von einem oder mehreren männlichen Jugendlichen gefragt, was sie dort zu suchen hätten. Varianten sind: «Warum schaust du mich an?», «Hast du was zu rauchen?», «Was luegsch?» oder ein Anrempeln im Vorbeigehen. Auch das Beleidigen der Freundin eines potentiellen Prügelopfers ist eine Art, die Auseinandersetzung mit ungleichen Kräfteverhältnissen zu provozieren. Oft erreichen die Schläger ihr Ziel eine Schlägerei zu provozieren. Entsprechende Schlagzeilen häufen sich in jüngster Zeit. Das müsste nicht sein.

Der ehemalige Polizist Markus Atzenweiler ist Verfasser des Buches «Kriminelle Gewalt - und plötzlich bist du mittendrin» und arbeitet als Sicherheitstrainer in Winterthur. Im Gespräch mit 20minuten.ch erläutert Atzenweiler, wie man auf die jugendlichen Gewalttäter reagieren soll, um drohende körperliche Übergriffe zu verhindern. Herr Atzenweiler, wenn mich jemand fragt:

«Hey, was luegsch blöd?»

Was tue ich dann? Welche ist die beste Strategie, um Schlägen zu entgehen?

Sie signalisieren dem Aggressor, dass sie ihn bemerkt haben und wissen, dass von ihm eine Gefahr ausgeht. Gleichzeitig vermeiden sie jede Kommunikation und auch jeden Augenkontakt, bauen sie keinesfalls eine Beziehung zu ihm auf. Versuchen Sie, unbeschadet an ihm vorbeizukommen.

Das funktioniert doch nicht. Macht das jemanden, der auf eine Schlägerei aus ist, nicht noch wütender?

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Leute in solch gefährlichen Situationen das normale Repertoire des sozialen Verhaltens abrufen und auf den Aggressor irgendwie eingehen. Das ist falsch. Der Aggressor fragt Sie ja nicht nach der Uhrzeit, sondern will zuschlagen. Dazu gibt ihm jede Art der Kommunikation Grund. Ob er noch wütender wird oder nicht, ist egal. Sein Ziel ist es zu prügeln. Er hat Lust zu prügeln. Daran ändern sie nichts. Sie können einen derart gewaltbereiten Menschen nicht in der ihnen zur Verfügung stehenden knappen Zeit therapieren.

Gut. Er prügelt also sowieso. Was tue ich, wenn ich nicht weg kann? Wie beispielsweise die Jugendlichen, die vergangene Woche auf einer Sitzbank an der Seepromenade verprügelt worden sind?

Vertrauen Sie auf Ihre Intuition. Der Grossteil der Opfer von gewaltsamen Übergriffen sagt im Nachhinein: «Ich wusste es irgendwie, ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl.» Sie spüren ja, wenn eine Gruppe oder ein Einzelner in aggressiver Absicht auf Sie zukommt. Dann gilt es, so schnell wie möglich Land zu gewinnen. Nicht panikartig flüchten, aber signalisieren (ab nicht laut sagen!): «Mit dir oder mit euch will ich nichts zu tun haben.»

Nochmals: Wenn es schon zu spät ist, keine Flucht möglich ist und ich nicht in den See springen will, was tue ich dann?

Jetzt machen sie eindeutige klare Ansagen. Den Täter oder einen aus der Gruppe direkt ansprechen mit:

«Stopp. Keinen Schritt weiter.»

Gleichzeitig gilt es Distanz zu gewinnen und zu wahren. Immer zwei bis drei Meter zwischen sich und den Schläger bringen. Steht er 15 Zentimeter vor ihnen, ist es bereits zu spät. Halten sie die linke Handfläche vor und die rechte am Körper und stehen sie breitbeinig und stabil.

Und das wirkt?

Diese Abgrenzungsmechanismen funktionieren. Das funktioniert in den unterschiedlichsten Lagen auch gegen ganze Gruppen. Alles, was Sie tun, das nicht den Erwartungen des Täters entspricht, verunsichert ihn, bringt Sie aus der Opferrolle raus. Es ist zwar einfach, aber solche Angriffe sind genauso trivial und primitiv. Das ist das Gesetz der Strasse.

Kommentar:

Dieser Rat im 20 Minuten ist gewiss hilfreich. Er macht deutlich: Wir müssen uns heute mit Gewalttätern auseinandersetzen und die Sprache der Strasse lernen. Einerseits ist die Jugendgewalt heute leider Tatsache, sogar Gewohnheit geworden und es lohnt, sich auf solche Attacken vorzubereiten. Anderseits dürfen wir diese unbefriedigende Situation nicht einfach so hinnehmen, sie akzeptieren oder uns daran gewöhnen. Wir müssen alles zu tun, damit diese Mentalität des sinnlosen Prügelns nicht mehr stillschweigend hingenommen wird.

Mittwoch, 12. September 2007

"GEHEIMPLAN" - Das Wort des Monats

Sonderbar:

Ein Geheimplan ist ja kein Gemeinplan mehr, wenn er nicht geheim entwickelt wird. Anderseits lebt jeder Verschwörungstheoretiker von Vermutungen und die SVP könnte somit einfach etwas behaupten, was sich nur selten nachweisen lässt.

Verschwörungstheorien basieren auf einer These, die nicht bewiesen werden kann

(Mondlandung sei eine Fiktion. 11. Sept sei von Bush inszeniert worden usw.)

Christoph Mörgeli kann die These ausbauen, gegen Blocher bestehe ein Geheimplan. Doch wird er Mühe haben, den vermuteten Geheimplan konkret zu entlarven, falls er besteht.

Die These mit der Kampagne lässt sich für die SVP sehr gut vermarkten. Denn: Auch ohne Beweise gibt es immer Anhänger von Verschwörungstheorien. Geheimpläne bleiben normalerweise geheim. Es sei denn, jemand verrate diesen Geheimplan.

Anderseits kann Bundesrat Couchepin auch nicht behaupten, es gebe gar keinen Geheimplan. Das hat er jedenfalls heute in den Medien lauthals verkündet. Woher will er wissen, dass es keine Aktion gegen Blocher gibt, wenn diese Kampagne im Geheimen geplant würde? Zudem ist er Kollege Blocher spinnefeind, sodass seine Aussage so wenig glaubwürdig ist, wie seine Behauptung am letzten Samstag zu Tele Züri, im Bundesrat stehe es zum Besten.

Kommentar:

Es ist erstaunlich, wie diese Geheimplanstory die Politiker, die Parteien und Journalisten in den Bann ziehen kann. Jeden Tag stelle ich fest: Die SVP besetzt das Terrain in den Medien und ich frage mich, wie lange auch Blocher-kritische Medien wie BLICK (die sich als Kontrpunkt zu der Weltwoche verpflichtet sieht) in die Blocherfalle tappen. Es vergeht kein Tag und es wird mit grösstem Aufwand versucht, zu beweisen, dass es noch nie eine Verschwörung gegen Blocher gegeben hat. Das Wort Geheimplan könnte noch das Wort des Jahres werden, zumal der SVP mit jedem Votum gegen Blocher, mit jeder Empfehlung zur Nichtwahl des Justizministers die Geheimplangläubigen bestätigt sehen, dass sie recht haben.