Montag, 3. September 2007

Wo ist da die Logik?

Nach der Nichtwahl des Schaffhauser Kantonsratspräsidenten Matthias Freivogel (SP) wurde der SP Parteipräsident Daniel Fischer im Radio Munot gefragt, weshalb es zu so vielen leeren oder ungültigen Stimmen gekommen sei (Es gab 20% leere oder ungültige Stimmen). Antwort Daniel Fischer: "Wahrscheinlich waren viele Stimmbürger an einem Herbst- oder Sommerfest oder beide Kandidaten haben viele nicht überzeugt."

Frage: Wie kann jemand stimmen oder leer einlegen, wenn er gar nicht zur Urne gegangen ist? Es gibt nicht nur eine Logik beim Denken. Es gibt auch eine Logik beim Reden.

Sonntag, 2. September 2007

Kurt Felix - wie recht er doch hat!

Die Beiträge des Medienkenners Kurt Felix im Magazin des Sonntagsblick sind immer lesenswert. In der Ausgabe vom 2. September schreibt er über die Dompteure und Elephanten im Fernsehen vor den Wahlen 07. Er beschreibt darin die grauen bis grausamen Gesichter der Akteure ( wie essigsaure Tonerde). Dann unterstreicht er das, was wir in unseren Beiträgen "Airbagrhetorik", "Quasseln", "Reden ohne etwas zu sagen", "Hohle Phrasen" usw. immer wieder unterstreichen. Felix schreibt treffend von:

Heissen Luftblasen

Selbstdarstellungqualm

Schwafellippen

Kurven reden

Wischiwaschi-Geplauder

Kommentar:

Leider ist es so:

Zu viele Politiker wissen immer noch nicht, dass ein Statement nicht länger als 40 Sekunden dauern sollte.

Dass die Kernbotschaft eindeutig und präzise herausgeschält werden muss.

Dass eine Botschaft mit einem Argument, einem Beispiel zur Vertiefung reicht.

Dass man nicht ein ganzes Grundsatzpapier in dieser kurzen Zeit erläutern kann!

Danke - Kurt Felix!

Politbeobachter Kurt Siegenthaler als Hellseher?

Ein Leser unseres virtuellen Buches fragte mich in einem Mail:

"Gestern beobachtete ich die ARENA vom 31.8.07 Kurt Siegenthaler (SF DRS stellte ihn zwar im Internet als Peter Siegenthaler vor) . Als erfahrener Journalist und Medientrainer sagte Siegenthaler vor der Kamera - übrigens in Anwesenheit des Chefredakteurs der Weltwoche Roger Köppel - er lese die Weltwoche nie. Dennoch verurteilte er dieses Wochenmagazin. Wie kann ein intelligenter Medienspezialist über etwas urteilen, das er gar nie liest? Ist Siegenthaler ein Hellseher?"

Kommentar:

Ich habe mir die Arena angesehen und angehört. Dabei stellte ich tatsächlich fest, dass der erfahrene Journalist Siegenthaler nicht gewillt war, die Weltwoche zu lesen. Offensichtlich lehnt er sie ideologisch ab. Es erstaunte mich ebenfalls, dass er die Weltwoche verurteilten konnte, ohne sie zu lesen. Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass ein Medienprofi sein eindeutiges Urteil über das "Hörensagen" fällen kann . Ein Journalist - wie auch ein Politiker - müsste bereit sein, auch jene Medienprodukte zu lesen, die eine andere Meinung vertreten. Dies gehört zum Job! Mich störte es schon früher - beispielsweise bei Alt- Nationalrätin Ursula Hafner (SP)- als sie erklärt hatte, sie rede nicht mit Ueli Maurer von der SVP. Als Coach rate ich stets: Bemühen Sie sich, auch eine missliebige Gegenmeinung anzuhören. Wir müssen mit dem Gegenüber oder mit einem Autor nicht einverstanden sein. Kommunikationskanäle abbrechen bringen uns nie weiter. Wer Dialoge ablehnt, killt Kommunikationsprozesse. Wir müssten bereit sein, auch Zeitungen unterschiedlichster Prägung zu lesen. Kurt Siegenthaler hätte in der ARENA durchaus sagen können: "Ich kaufe die Weltwoche nie. Dieses Blatt will ich nicht unterstützen. Doch habe ich sie stets gelesen. Ich kenne deren Inhalt." Siegenthaler darf nicht über eine Zeitung den Stab brechen, wenn er sie gar nicht gelesen hat. In meinem Beruf musste ich früh lernen, unzählige Medien zu konsumieren, auch Beiträge, mit denen ich nicht einverstanden bin. Dank dieser Oeffnung beim Medienkonsum, erkannte ich, dass es gar nicht schlecht ist, wenn Probleme von unterschiedlichsten Seiten aus beleuchtet werden. Leute, die nur die eigenen Meinung hören oder lesen wollen, verengen ihren Horizont. Es kommt gleichsam zu einer geistigen Inzucht. Horizonterweiterungen sind immer hilfreich. Hoffentlich hat Kurt Siegenthaler das nicht so gemeint, wie er es in der ARENA gesagt hatte. Sonst wäre er tatsächlich ein Hellseher.

Anita Fetz: Wegwahl als Folge der Spendenaffaire?

Morgen soll nach Sonntagsblick auf www.letz-schletz-fetz.ch (ein Aktionskomitee aus Basel) Anita Fetz - der "Wölfin im Schafspelz" - dafür sorgen, dass ihr die Bundeshaustüren zugeschletzt werden. Begründung: Ihr Strafverfahren in der peinlichen Spendenaffaire sei nach wie vor hängig. Im Kampf gegen Fetz will das Komitee keine Rücksicht mehr nehmen.

Kommentar:

Wir haben das unprofessionelle Kommunikationsverhalten von Anita Fetz im Internet ausführlich analylsiert (Siehe rhetorik.ch -> Navigation über das Stichwort Anita Fetz im Suchfenster). Wir stellten schon damals fest. Durch ihr falsches Verhalten stellte sie sich leider selbst das Bein. Im Höhenrausch (Sie stieg von Erfolg zu Erfolg) wurde sie blind und stolperte mehrmals. So wurde sie unter anderem aus dem Bankrat gekippt . Nach dem Medienwirbel rechtfertigte sich die Ständerätin mit Selbstschutzbehauptungen: Zuerst gab sie den Medien schuld. Dann sprach sie von einer Kampagne gegen sie als Frau und heute ist die neue Aktion eine gezielte Negativ Kampagne gemäss den amerikanischen Wahlkampfmethoden. Fetz behauptet übrigens, ihr Strafverfahren sei längst abgeschlossen. Wer hat jetzt recht? Würde es zutreffen, dass das Verfahren tatsächlich noch nicht abgeschlossen ist, hätte die prominente Politikerin erneut ein grosses Problem. Ihre Aussage würde einmal mehr zum Eigencoal. Ob sich die Beraterin Fetz wenigstens in dieser neuen Krisensituation von kompetenter Seite extern beraten lässt? Wenn nicht - könnten die FETZen fliegen! On verra.

Samstag, 1. September 2007

Silvia Blocher ist nicht Hillary Clinton

Verschiedentlich wunderten wir uns, wie aufdringlich und aktiv sich Silvia Blocher in die Politik einmischt und sich immer wieder als Coach des Ehemannes offen zu erkennen gibt. Siehe www.rhetorik.ch (Im Suchfenster "Silvia Blocher" anklicken). Nun tingelt Silvia Blocher im Wahlherbst durch die Lande und mischt sich nun auch als Bundesratsgattin in den Wahlkampf ein.

"Das ist eine total neue Qualität in der Schweizer Politik" sagt die bekannte Politologin Regula Stämpfli und wundert sich, dass diese Phänomen in der Oeffentlichkeit nicht breiter diskutiert wird: "Es geht schliesslich um die politische Kultur unseres Landes."

Im neuen Kartenspiel "Polit Poker" (vertrieben durch die Carletto AG) mit Zeichnungen des BLICK Karikaturisten Nico erinnert die Pik- Dame an den eigentlichen Amtträger. Sivia mischt sich immer mehr ins politische Geschehen ein. Nachdem Silvia Blocher jetzt nicht nur eigene Referate zu Politik hält und mit einer eigenen 1. Augustrede geglänzt hatte, wird sie sich auch noch ab Mitte September in der Sonntagausgabe der "Mittelland-Zeitung" als Kolumnistin betätigen. Sie will zudem noch im inzwischen zurückgezogenen Wahlvideo "Himmel und Hölle" gemeinsam mit dem Mann den "Himmel" repräsentieren. Die Dame bei Blochers scheint immer mehr den Mann in den Schatten zu stellen.

Deshalb möchten wir dieses neue Verhalten der Schattenbundesrätin aus unserer Sicht zusätzlich beleuchten:

Tatsächlich ist noch nie eine Bundesratsgattin oder ein Gatte einer Bundesrätin in diesem Ausmass ein Teil der Politik des Ehepartners geworden. Bis anhin zählte stes die Devise: Der Partner hält sich in der Oeffentlichkeit bewusst zurück!

BLICK (30. August) befragte die Partner im Bundesrat: Die Ehefrau von Bundesrat Schmid hält sich in politischen Belangen bewusst zurück. Die Ehefrau von Bundesrat Leuenberger äussert sich nur zu ihrem Beruf als Architektin, aber um keinen Preis zur Politik. Auch Frau Couchepin verzichtet bewusst auf öffentliche Auftritte. Frau Merz mischt sich nie in der Politik ein und der Mann von Doris Leuthard hat ebenfalls keine Zeit für Politik.

In Deutschland mischte sich nur Doris Schröder immer wieder als Anwältin des Mannes in politischen Fragen oder bei Angriffen auf ihren Gatten aktiv ein. Sie kam jedoch nie gut an.

Zwei Beispiele:

- Doris Schröder-Köpf warf der Kanzlerkandidatin Angela Merkel in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" familienfeindliche Politik vor

- Die Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf warf später in einem offenen Brief der "Bild" Zeitung "Schmutzjournalismus" und "Demokratieverachtung" vor.

Auch Frau Clinton verbrannte sich die Finger, als sie als Gattin des Präsidenten aktiv in der Gesundheitspolitik eingriff. Nachher hielt sie sich jedoch geschickt zurück, spielte die treue Ehegattin und erduldete sogar die Seitensprünge ihres Mannes. Erst nach dem Rücktritt Bill Clintons betrat sie aktiv die politische Bühne. (Dies wurde nachträglich als cleveres Verhalten gewertet)

Das aktive Eingreifen von Silvia Blocher in der politischen Landschaft ist gewiss in der Schweiz eine spektakuläre Premiere, die uns bestätigt, dass sie es nie fertig bringen wird, sich zurückzuhalten.

Sie reist derzeit bewusst im Land herum und spricht über:

"Politik ist mein Leben"

"Ein Leben in der Politik"

Sie verkauft sich somit als Politikerin und "sonnt sich gleichsam im Schatten ihres Mannes".

Kommentar:

Wir sind nicht sicher, ob Silvia Blochers Auftritte letztlich nicht kontraproduktiv sind. Sie hofft zwar, mit ihrem Einmischen, etwas gegen die Gefahr einer Abwahl des Gatten beitragen zu können. Für mich waren auch schon die früheren organisierten Schiffsfahrten auf dem Zürichsee mit Silvia Blocher fragwürdig. Damals mussten die Leute Geld zahlen, dass sie mit der Bundesratsgattin zusammen sein durften, nur um sie zu hören. Noch mehr störte mich das ständige penetrante Einmischen der Bundesratsgattin bei Medienauftritten (Im welschen Fernsehen protestierte sie lauthals im Nebenraum gegen die Karikaturen).

Ich habe nichts gegen Ehepartner als Hofnarren. Doch dürfte dies nie öffentlich geschehen. Echte Hofnarren arbeiten stets im Hintergrund. Silvia Blocher ist zudem keine Politikerin. Sie könnte zwar als ehemalige Lehrerin kompetent über Erziehung sprechen. Doch fehlt ihr die Erfahrung als aktive Politikerin.

Die Auftritte haben für uns den Anstrich einer Frau, die vor allem eigennützig für ihre Position als Bundesratsgattin kämpft. Es wirkt so, als ängstige sie sich, nach einer allfälligen Abwahl nur noch die Frau Ex.Bundesrätin zu sein. Silvia Blocher und Hillary Clinton sind deshalb zwei völlig unterschiedliche Welten.

NACHLESE:

Im Sonntagsblick vom 2. September schafft es Silvia Blocher mit einer Homestory nicht nur auf die Titelseite. "Blochers PRIVATGESCHICHTEN" werden zusammen den Interviews fünf volle Seiten gewidmet.

Selbstverständlich geht es dem Sonntagsblick mit dem Beitrag vor allem darum, den Geheimplan gegen Blocher als Panikmache zu entlarven. Dennoch: Es gelingt Silvia , dass auch Blochers Botschaften gedruckt (multipliziert) werden.

Ob es klug war, den Journalisten die Privatsphäre (Villa, Pool, Harmonie am weissen Flügel) zu zeigen? Nochmals: Die Bundeshausgattin schaffte es - dank dieses Tricks - sogar den Sonntagsblick zu instrumentalisieren. Ob diese Strategie jedoch LANGFRISTIG aufgehen wird und sich der Tabubruch der Bundeshausgattin - die als einzige in der Schweiz aktiv Wahlkampf betreibt - auszahlen wird, darf bezweifelt werden.

"Hop Swiz" = Flop Swiz - oder sogar "Flop FDP"?

Wäre Mitte August gewählt worden, hätte die FDP gerade noch einen Wähleranteil von 15,8 Prozent erreicht, wie die SRG am Freitag mitteilte. Das sind 1,5 Prozent weniger als bei den Wahlen 2003 und 0,4 Prozent weniger als beim letzten Wahlbarometer im Juli.

Als Hauptgrund für das weitere Abbröckeln der FDP bezeichnet das Forschungsinstitut gfs.bern Schwierigkeiten bei der Mobilisierung. Jeder Fünfte, der 2003 noch FDP wählte, gab in der Befragung an, diesmal nicht an den Wahlen teilnehmen zu wollen. Auch bei der Mobilisierung von Neuwählern und bei den Wechselwählern schneidet die FDP schlecht ab.

Kommentar: Warum können sich die Wählerinnen und Wähler nicht für die FDP erwärmen? Nach unserer Prognose sind es folgende Gründe:

Die Kernbotschaft wird im Slogan "Hop Swiz" nicht ersichtlich. Bereits der Ausspruch ist ein Werbeflop. Wer den Slogan hört, merkt nicht auf Anhieb, was die FDP im Grunde genommen will. Was soll das "Swiz" (Schweiz in Rumantsch)? Eine Partei kann übrigens nicht vier Kernbotschaften festigen. Es gibt nur EINEN Kern. Doch die FDP "verkauft" mit ihrem Slogan vier Projekte, die niemand auf der Strasse kennt. Im Gegensatz dazu hat die SVP nur den EINfachen Slogan "Sicherheit schaffen" und diese Botschaft wird überall auf unterschiedlichste Art mit verschiedenen Bildern, Plakaten, Videos usw. eingeprägt (Wiederholungstaktik). Spätestens seit dem provokativen Plakat kennt das ganze Stimmvolk diesen Slogan. Frau Calmy Rey hat - ohne es zu wissen - mit ihrer Schelte auch noch viel dazu beigetragen, dass man das "Schwarze Schaf" thematisiert und diskutiert.

FDP Parteipräsident Pelli trat schon vor dem Wahlkampf mit einem gläsernen Schweizerkreuz auf und sprach - mit dem starren Glaskörper in der Hand - von "Flexibilität". Bild, Botschaft und Schlüsselwort stimmten schon damals nicht überein. Bild und Aussage müssten aber stets synchron sein.

Kommt dazu, dass die FDP das Image einer Abzockerpartei hat. Sie gilt im Volk als Wirtschaftspartei - mit den unbeliebten "Heuschrecken" - die unbegreifliche Managersalaire gut heissen und Fusionen befürworten.

Zudem wird die Partei mit Kopp, Spörri, Honegger und Co, wie auch mit Swissairskandal in Verbindung gebracht. Das sind alles Hypotheken, die schwer lasten und nicht einfach so - innert Wochen - abgeschüttelt werden können.

Die FDP agiert heute mit unattraktiven Köpfen. Sie verpasste es, Sympathieträger aufzubauen. Die Partei würde zwar über solche Personen verfügen.

Sie verschlief die Präsenz in der Oeffentlichkeit und hat damit auch am meisten demotivierte Wähler.

Die FDP überliess den anderen Parteien die Medienlandschaft.

Nach unserer Prognose wird deshalb die FDP in diesem Wahlherbst mager abschneiden.

Freitag, 31. August 2007

Schweizer Fernsehen und Aktenzeichen XY

Angeblich aus progammtechnischen Gründen stieg das Schweizer Fernsehen vor Jahren aus dem europäischen Verbund der Verbrecherbekämpfungsserie AKTENZEICHEN XY aus. Schon der ehemalige Programmdirektor Peter Schellenberg versuchte sich der Sendung zu entledigen. Doch er wurde zurückgepfliffen. Die Polizei aber auch die Bevölkerung wehrten sich mit Erfolg. Konnte doch die Sendung viele offenen Fälle aufklären. Ingrid Deltenre gelang es dann, Aktenzeichen XY aus dem Programm zu kippen. Sie beharrt noch heute auf ihrem Entscheid. Beim Fall Ylenia zeigte sich nun, dass es hilfreich gewesen wäre, wenn das Schweizer Fernsehen auch mit dabei gewesen wäre.

«Aktenzeichen XY... ungelöst» berichtete diese Woche über den Fall Ylenia - allerdings nur in einem kurzen Beitrag. Wäre das Schweizer Fernsehen noch dabei, hätte der Fall wohl mehr Gewicht erhalten. Immerhin 114000 Schweizer schauen sich im Schnitt «Aktenzeichen XY» im ZDF an. 21000 Franken Belohnung wurden für die Klärung des Falles Ylenia ausgesetzt.

Für die Deutschen hat der Fall Ylenia nicht die gleiche Bedeutung. Denn seit 2003 ist SF nicht mehr Koproduktions-Partner. Das ZDF hatte damals den Sendetermin von Freitag auf Donnerstag verschoben. SF erzielte an diesem Tag mit Doks und «Netz Natur» mehr Quote. Doch gerade die Betroffenheit im Fall Ylenia zeigt für «Aktenzeichen»-Legende Konrad Toenz : «Es wäre gut, wenn SF wieder bei ‹Aktenzeichen XY› einsteigt.» Und er fügt an: «Je breiter die Fahndungsinstrumente, desto mehr Hinweise bekommt man.»

22 Jahre hatte sich Toenz aus dem Studio in Zürich gemeldet. «Vor allem in den 80er-Jahren haben wir oft über verschwundene Kinder berichten und die Bevölkerung sensibilisieren können», gibt er weiter zu bedenken.

Auch Stefan Oberlin von der Kantonspolizei Zürich sagt: «Wir bedauern, dass wir in der Schweiz die XY-Fahndungsplattform nicht mehr haben.» Zum Glück habe das ZDF aber zugesichert, weiterhin Schweizer Fälle zu bringen.

Kommentar: Die Rechtfertigung des Schweizer Fernsehens überzeugt uns nicht. SF- Pressesprecher sagte: «Zwei Drittel der Sendung sind deutsche Fälle». Der Sprecher, David Affentranger gibt weiter zu bedenken: «Wie schon zuvor für den ORF war das einer der Gründe auszusteigen.» Wir finden: Immer wieder wird betont, nur gemeinsam - dank Globalisierung - könnten Zeitprobleme gelöst werden. Weshalb nicht auch bei der Verbrechensbekämpfung? Wenn es um den Service public geht, wenn es um Anliegen von Minderheiten geht, spricht sonst niemand von Einschaltquoten. Geht es jedoch um unserer Sicherheit, dann werden diese Zahlen bemüht. Hoffentlich kommen die zuständigen Instanzen auf den früheren Fehlentscheid zurück. AKTENZEICHEN XY gehört in den Verbund der wichtigsten europäischen Fernsehprogramme!