Zur Wahlrhetorik in der heissen Phase des Wahlherbstes
Die Stimmung in der politischen Landschaft wird zunehmend hektischer. Alle Parteien versuchen mit Bildern, Themen oder Videos Aufmerksamkeit zu verschaffen. Plakatwände sind mit Köpfen und Parteislogans vollgekleistert. Was auffällt: Obwohl die Parteistrategien längst festgelegt worden sind, rücken Sachthemen eher in den Hintergrund. Viele Parteien fokussieren sich vorwiegend auf Personen.
Prognose: Die Auseinandersetzungen um Personen gehen weiter.
Letztlich wird alles beim Alten bleiben und Bundesrat Blocher und die FDP werden die verbalen Attacken überstehen. Die CVP - welche viel beeinflussen könnte - wird bestimmt nicht gross eingreifen, um der FDP oder SVP grösseren Schaden zuzufügen.
Mittwoch, 29. August 2007
Samstag, 25. August 2007
Wahlkampfsprüche, die nicht nur Aufmerksamkeit erregen
Der Spruch in Oesterreich "Daham statt Islam" oder der in Deutschland lyrisch aufgelegte Slogan "Kinder statt Inder" rief den Unobeobachter auf den Plan, der in Rassismusfragen unterwegs war. Er sah in diesen Sprüchen fremdenfeindliche Tendenzen.
Nachtrag:
Nationalratskandiat Andeas Glarner liess im Raum Aarau grosse Plakate aufhängen, die eine verschleierte Muslemin zeigen. Daneben steht die Frage:
"Aarau oder Ankara?" Damit wir uns auch in Zukunft wohl fühlen.
Kommentar: Ich bin der Meinung, dass wir darauf bedacht sein müssen, Ausländer rascher zu integrieren. Sobald sich die Bevölkerung bedrängt fühlt von fremden Einflüssen, besteht immer die Gefahr, dass sie für die fremdenfeindliche Stimmungsmache empfänglich ist. Die Schweizer haben sich in fremden Landen auch anzupassen. Somit dürften wir von den Zugewanderten auch verlangen, dass sie sich unseren Sitten und Gebräuchen anpassen. Integration heisst vor allem: Unsere Sprache lernen.
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marcus knill
um
09:43
Freitag, 24. August 2007
Konsequente Micheline Calmy-Rey
Es war bislang ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Bundespräsident bei der Eröffnung des Eidgenössischen Schwingfestes präsent ist.
Doch Bundespräsidentin Calmy-Rey will sich dieses Jahr bei den Schwingern nicht zeigen. Sie findet, Ihre Präsenz sei kein Muss. Sie überlässt Bundesrat Schmid diese Plattform.
Wer konsequent eine Linie verfolgt, wird letztlich mehr geschätzt, als jemand, der ständig laviert.
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marcus knill
um
08:35
Montag, 20. August 2007
Sollten Lehrer auch benotet werden?
Die Thurgauer Lehrer sollen künftig nach Einsatz und Leistung bezahlt werden. Die lohnbestimmende Beurteilung soll in Schulhäusern wie in der übrigen Arbeitswelt möglich werden. Dagegen läuft der Lehrerverband Sturm. Anton Strittmatter (Schweiz. Lehrerverband): "Noten für Lehrer sind Lottospiele, die überall Schiffbruch erlitten haben."
So wie man Urteile von Kunden einholen kann, könnten auch die Schüler schreiben, was sie vom Unterricht halten (Beurteilung von unten). Aus dieser Meldung erführen wir beispielsweise, ob es einem Kind wohl ist, ob es dem Unterricht folgen kann, ob die Lehrkraft auf das einzelne Kind eingeht.
Aus den Bemerkungen der Eltern erfahren wir anderseits, wie gut ein Lehrer mit dem Elternhaus zusammenarbeitet. Hier geht es nicht um eine fachliche Beurteilung, sondern nur um die subjektive Sicht der Eltern.
Auch die Behörde kann einen besonderen Aspekt beurteilen. (Beurteilung von oben) Aber auch dieser Spiegel sagt noch nichts aus über die methodischen, pädagogischen Aspekte des Unterrichtes.
Der Schulleiter oder der Schulinspektor (falls vorhanden) deckt eher die fachlichen Aspekte ab.
Aber auch die Selbstbeurteilung ist ein wichtiger Parameter für das Gesamtbild.
FAZIT: Bei einer mehrseitigen Beurteilung hätte kein Lehrer etwas "zu befürchten".
Falls sich einzelne Schüler nach einer schlechten Beurteilung gleichsam rächt, würde dies - dank der Mehrfachbeurteilung - sichtbar. Auch Lehrpersonen müssen heute lernen, mit Fremdbeurteilungen umzugehen. Die Meldungen haben nur einen Zweck:
Der Unterricht soll besser werden. Es geht nicht um eine Beurteilung als Selbstzweck, es geht nur um die Verbesserung des Unterrichtes, um eine hilfreiche Verhaltensänderung. Teure Feedbackverfahren mit dem üblichen enormen Papierkrieg dürfen nicht zu einer Pflichtübung verkommen,wie es leider oft der Fall ist. Ich habe Behördenmitglieder erlebt, die gar nicht darauf erpicht waren, mit einer konstruktiven Kritik dem Lehrer zu helfen. Es ging ihnen vor allem nur darum, Kritik zu äussern.
Mein Vorschlag: Händigen wir der Lehrperson alle Beurteilungen persönlich (evt. auch anonym) aus. Die Feedbackblätter sollten auch nicht weitergereicht werden.
Die Lehrperson wird dadurch nicht blossgestellt (an den Pranger gestellt). Ich bin sicher, dass offene "Meldungen"- von verschiedensten Seiten - dasselbe bewirken, wie das Videofeedback in unseren Seminaren. Die Leute sehen sich dort so, wie sie sich geben - dank / Bild- / Tonspiegel/Expertenspiegel. Ob es Lehrer wollen oder nicht: Die zahlreichen Sichten beeinflussen zwangsläufig den Unterricht oder das Verhalten. Jeder lernwillige Mensch möchte Schwachpunkte (sogenannte blinde Flecken) erkennen und eliminieren. Ohne Einsicht, ohne die Bereitschaft, sich ändern zu wollen, kommt es zu keinen nachhaltigen Verbesserungen.
PS: Bei meinen Hospitationen von Dozenten habe ich an der Hochschule Rapperswil ein taugliches Modell kennengelernt, das darauf beruht, dass die Meldungen der Studierenden dem Lehrbeauftragten direkt zugestellt werden, weder dem Rektorat noch der Aufsichtsbehörde.
Dieses Feedbackverfahren führte dazu, dass die Dozenten selbst daran interessiert waren, ihre Defizite zu beheben.
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marcus knill
um
09:51
Sonntag, 19. August 2007
SVP Rhetorik
Täter würden entlastet und die Schuld werde der Gesellschaft zugeschoben. Aus Drogensüchtigen würden Kranke und aus «Balkanschlägern» Kriegstraumatisierte.
Er kritiserte «linke Justizbeamte und linke Richter», die den Volkswillen ignorierten und «selbstherrlich nach einem unberechenbaren so genannten Völkerrecht» entschieden. Damit entzögen sie dem Volk das Recht zum freien Entscheid.
Bei den kommenden Wahlen gehe es um «Freiheit oder Sozialismus, Heimat oder Multikultur, Sicherheit oder Kriminalität, Wohlstand oder Verarmung, Abendland oder Islam, SVP oder Rot-Grün», sagte Maurer. Die SVP führe den Wahlkampf für die «Zukunft unserer Heimat».
Drei Schwerpunkte: Unter dem Titel «Vertrag mit dem Volk» besiegelte die SVP am Sonderparteitag in Basel bekannte Anliegen:
Kein EU-Beitritt,
kriminelle Ausländer ausschaffen
Steuersenkungen für alle.
Kommentar: Was auffällt ist die Wiederholungstaktik. Plakate, Themen, Schwerpunkte sind immer die gleichen. Während die Sp und die FdP im laufe des Wahlkampfes die Themen ständig wechseln und nach populären aktuellen Bildern und Themen Ausschau halten (Armee, Tour de France, kleinere Schulklassen, Städte stärken usw., schlägt die SVP konsequent immer die drei gleichen Nägel ein. Das Lavieren wird sich bestimmt nicht auszahlen.
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marcus knill
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20:36
Samstag, 18. August 2007
Die Kraft der Wiederholung
Psychologie:
Wiederholungen beeinflussen unsere Meinung
Kommentar: "Nicht Abwechslung, sondern Wiederholung schafft Verständnis", sagte schon La Roche. Für Sportler, Künstler und Lernende ist die Erkenntnis Selbstverständlichkeit, dass nur durch Wiederholung Abläufe und Wissen vertieft, gefestigt werden. Werber und Manipulatoren nutzen die Wiederholungstechnik zur Festigung und Verankerung von Marken und Argumenten schon lange. Die neue Studie macht uns zusätzlich bewusst, dass auch Wiederholungen in Medien und in der Politik gefährlich sein können, vor allem dann, wenn Gerüchte, Vermutungen, Thesen oder Unwahrheiten von einer Quelle übernommen und damit wiederholt werden. Leider ist dieses "Trittbrettfahren" stark verbreitet. Eine Meldung wird übernommen und wiederholt - obschon sie unter Umständen gar nicht zutrifft. Wiederholungen können aber auch hilfreich sein. Im Mediensimuator erleben wir es immer wieder, dass Teilnehmende Hemmungen haben, Aussagen zu wiederholen. In der Selbstkritik beanstanden sie Wiederholungen . Wir machen dann bewusst, wie eine Botschaft mit Wiederholungen bewusst gefestigt werden kann: Mit einer Analogie, einem Bild, einem Beispiel, einer Geschichte usw.
In unserem Coaching bewusst gemacht, wie über wenig viel gesagt werden kann und erkennen, dass Wiederholungen notwenig sind. Wiederholungen sind viel besser, als viele Gedanken lediglich anzutippen,
aufzuzählen oder aneinanderzureihen. Das lat. Sprichwort trifft zwar zu: "Die Repetition ist die Mutter der Weisheit." Doch macht uns die jüngste Studie zudem bewusst: Die Wiederholung beeinflusst auch unsere Wahrnehmung. Wiederholungen verstärken die Glaubwürdigkeit einer Aussage.
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marcus knill
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08:41
Freitag, 17. August 2007
Barbara Schönebergers TV- Wahrnehmungsproblem
Berlin (RPO): Moderatorin Barbara Schöneberger fühlt sich im Fernsehen falsch dargestellt. "Man wird nie so wahrgenommen, wie man ist", sagte die 33-Jährige. Sie könne es nicht ändern, wenn die Leute sagten: "Die Schöneberger mit ihren blonden Haaren ist ja so geil!" Da könne sie sich 15 Mal hinstellen und sagen: "Ich bin dreidimensional, bitte seht auch meine aktuelle Seite." Gute TV-Angebote bekomme sie derzeit nicht. "Ich bekomme jede Woche Angebote, aber die sind indiskutabel", sagte Schöneberger dem "Tagesspiegel".
Kommentar: Barbara Schöneberger hat keine Wahrnehmungsverzerrungen. Sie hat nur nicht gemerkt, dass sie sich ihre "MARKE" in der Oeffentlichkeit selbst geprägt hat. Wer sich so oft unbedacht geäussert und sich für billigste Auftritte hergegeben hat, muss sich nicht wundern, wenn man sie dann auch entsprechend beurteilt (verurteilt?) .
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marcus knill
um
13:11