Die Früchte des Gewährenlassens ______________________________________________________________ Wer Unrecht duldet, muss sich nicht wundern, wenn das Unrecht zum Gewohnheitsrecht wird! _____________________________________________________________ In Genf flogen die Molotow-Cocktails! Gegen tausend Personen haben in Genf erneut gegen die Räumung besetzter Häuser demonstriert. Dabei kam es mehrfach zu Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas ein. _____________________________________________________________ Quelle SDA: _____________________________________________________________ Anlass für die Demonstration, die am frühen Samstagnachmittag begann, war die Räumung der Liegenschaften «Rhino» und «La Tour». Zu der bewilligten Kundgebung aufgerufen hatten das «Rhino»-Kollektiv und die Bewegung Intersquat. Ihre Unterstützung zugesagt hatte auch die Linke und kulturelle Bewegungen. ____________________________________________________________________ Einige Kundgebungsteilnehmer gingen mehrfach auf Konfrontationskurs mit der Polizei. Bei den Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei wurden Pflastersteine und sogar Molotow-Cocktails geworfen. Ein Auto geriet dabei in Flammen. Die Polizei, die auch im Innern des Hauses präsent war, griff hernach hart durch. Die Demonstranten wurden mit Tränengas auseinander getrieben. Das brennende Auto wurde mit einer Wasserkanone gelöscht. ____________________________________________________________ Kurz nach 18 Uhr setzte die Polizei erneut Tränengas ein, um zu verhindern, dass sich die Demonstranten dem «Rhino» und dem «La Tour» näherten. Zuvor hatten einige Kundgebungsteilnehmer die Fenster der FDP-Zentrale eingeschmissen. Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli, der die Räumungen angeordnet hatte, gehört dem Freisinn an. Auf dem Weg zum «Rhino» und zum «La Tour» wurden auch kleinere Barrikaden errichtet. Andere Kundgebungsteilnehmer versprayten Fassaden und zerkratzten Autokarrosserien. Die Demonstration endete schliesslich mit einem Sit-In vor dem «Rhino». __________________________________________________________________ Politprominenz zieht mit ___________________________________________________________ An der Demonstration beteiligte sich auch linke Politprominenz, darunter die Nationalräte Ueli Leuenberger (Grüne), Maria Roth- Bernasconi (SP) und Pierre Vanek vom Linksbündnis «A gauche toute!». Sie verlangten wie die übrigen Teilnehmer, dass ohne richterliche Anordnung keine weiteren Häuser geräumt werden dürften. Die hinausgeworfenen Besetzerinnen und Besetzer sollten zudem in ihre Wohnungen zurückkehren können. Weiter fordern die Demonstrierenden, dass für kulturelle und alternative Vereinigungen weiterhin Räume zur Verfügung stehen. __________________________________________________________________ Was uns erstaunt: Die Genfer Regierung hat nicht vor, die verbleibenden 24 Hausbesetzungen der Stadt räumen zu lassen, wie Staatsrat Mark Muller am Mittwoch gegenüber der «Tribune de Genève» sagte. _____________________________________________________________ Kommentar: Hausbesetzungen sind und bleiben illegal. Denn es eignet sich jemand unrechtmässig fremdes Eigentum an. Wenn die Regierung solche illegalen Besetzungen jahrelang zulässt und besetzte Liegenschaften nicht sofort räumt , muss sie sich nicht wundern, wenn sie später den alten Zustand kaum mehr wiederherstellen kann. Eltern und Lehrpersonen wissen es aus dem eigenen Erziehungsalltag: Wird das Ueberschreiten der Grenzen all zu lange geduldet d.h. lässt man das Unrecht gewähren, ist es später kaum noch möglich, das Rad wieder zurückzudrehen. Im Grunde genommen hatte die Genfer Regierung die gleiche Erfahrung gemacht, wie alle Erziehungspersonen. Wird ein Unrecht zum Gewohnheitsrecht, so kann man das Gewohnheitsrecht sehr schlecht nachträglich wieder ändern. Ich bin der Meinung, die Genfer Regierung trägt in diesem Fall eine wesentliche Mitschuld. Sie muss heute vor allem das ausbaden, was sie sich eingebrockt hatte. Mit den zahlreichen weiteren Besetzungen würde sie gewiss eine analoge unerfreuliche Geschichte erleben. Es sei denn, die Regierung foutiere sich um das Eigentumsrecht und halte sich weiterhin an das fragwürdige Rezept, das ihr jahrelang keinen Aerger eingebracht hat: Es ist das billige Rezept des "Gewährenlassens".
Samstag, 28. Juli 2007
Mittwoch, 25. Juli 2007
Entführte Deutsche in Afghanistan: Zu viele offene Fragen ____________________________________________________________ 25. Juli 07 Ein entführter deutscher Ingenieur ist bereits tot. Ob er an den Folgen einer Schussverletzung gestorben ist, weiss niemand. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Informationen bleiben im Dunkeln. Die Thaliban wollen, dass die deutschen Afghanistan verlassen. Mit den Entführungen und dem ersten Toten ist es ihnen gelungen Deutschland zu verunsichern. Das Verwirrspiel ist perfekt. Wie es der zweiten Geisel gesundheitlich ergeht, ist derzeit unklar. Der Kampf um die Befreiung dieses Mannes ist im vollen Gang. Niemand weiss Bescheid über den Gesundheitszustand dieses Mannes. ____________________________________________________________ Aussenminister Steinmeier hatte zuerst verlauten lassen, es deute nichts darauf hin, dass die tote Geisel ermordet worden ist. Es deute alles darauf hin, dass der Deutsche den Strapazen erlegen sei. Nun bringen jedoch die Schusswunden den Aussenminister in Verlegenheit. Er informierte, ohne dass er über genügend Informationen verfügt hatte. __________________________________________________________________ Kommentar: Solche Informationspannen führen immer zu einer Einbusse der Glaubwürdigkeit. Die deutsche Regierung möchte sich auf keinen Fall den Rückzug der deutschen Truppen aufzwingen lassen. Ihr liegt vielmehr daran, dass das Mandat noch verlängert werden kann. Die tote Geisel vergiftet heute die Stimmung für den Truppeneinsatz in fremden Landen. Und an kritischen Stimmen fehlt es nicht. Deshalb bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als mit den Taliban zu feilschen. Ein weiterer Toter kann man sich nicht leisten. Der Nervenkrieg geht somit weiter. Es gibt in den Medien Spekulationen über den Einsatz deutscher Tornados - zur Ortung der Geiseln. Ferner wird vermutet, dass die Regierung alles tue und heimlich jede Summe zahle, nur damit es nicht noch mehr Tote gibt. Wer sich jedoch mit Entführungen beschäftigt, der weiss , dass Zahlungen die Erpresser ermunter , erneut zu erpressen. Die Bundesregierung würde mit ihren vertraulichen Lösegeldern im Grunde genommen nicht nur die Erpresser unterstützen. Die nächsten Entführungen wären bereits vorprogrammiert.
Notiert von
marcus knill
um
23:05
Dienstag, 24. Juli 2007
Cannabis erhöht Risiko für Schizophrenie ____________________________________________________________ Quelle: Heute online
ZÜRICH. Cannabis-Konsum erhöht das Risiko für Schizophrenien und andere Psychosen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.
«Aus präventiver Sicht erscheint Cannabis weniger harmlos als gemeinhin angenommen», werden die Forscher in einer Mitteilung der Universität Zürich zitiert. Die Rolle von Cannabis als Risikofaktor für psychische Krankheiten müsste neu eingeschätzt werden. _____________________________________________________________ Menschen, die aufgrund einer familiären Belastung anfällig für psychische Krankheiten sind, sollten auf Cannabis verzichten, empfehlen die Forscher. Ihre Studie ist in der online-Ausgabe der Fachzeitschrift «Schizophrenia Research» publiziert. Statistisch untersucht wurden Ersteintritte in die psychiatrischen Einrichtungen des Kantons Zürich. Berücksichtigt wurden Daten, die bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Das Forschungsteam stellte bei jungen Männern eine auffällige Zunahme der Erkrankungsrate im Verlaufe der 1990er Jahre fest. Bei den 15- bis 19-Jährigen verdreifachte sie sich, bei den 20- bis 24- Jährigen verdoppelte sie sich innert kürzester Zeit. In diesem Jahrzehnt stieg auch der Konsum weicher Drogen stark an. Junge Männer konsumieren zudem am häufigsten und die grössten Mengen Cannabis. Auch weisen sie am häufigsten einen Mischkonsum auf. _________________________________________________________________
Soweit die SDA Mitteilung. __________________________________________________________________
Kommentar: Als Präsident der Volkshochschule Schaffhausen hatte ich in den achziger Jahren eine Veranstaltung über die Wirkungen von Cannabis durchgeführt. Ein Arzt machte schon damals darauf aufmerksam, dass die Gefahr des Konsums weicher Drogen nicht bagatellisiert werden dürfe. Die Droge beeinflusse die Psyche. Sie beeinflussten zudem die Jugendlichen negativ - hinsichtlich Arbeitswille und Arbeitshaltung. Damals wurde jede Kritik als "unbewiesen" abgetan. Es gab Strömungen und engagierte Gruppen, die sich für die Legalisierung der weichen Drogen stark machten. Für sie gab es keine Gründe, Jugendlichen den Genuss von Cannabis zu verbieten. Auf politischem Weg wollten sie den Cannabiskonsum sogar legalisieren. Die Fronten verhärteten sich. Auch in den Medien kam es gleichsam zu einem Glaubenskrieg. Wer dem Cannabiskonsum gegenüber kritisch eingestellt war, wurde als Ewiggestriger abgestempelt und "fertig gemacht". Es wurde behauptet, Cannabis könne unbedenklich genossen werden. Er sei weniger gefährlich als Alkohol. Es sah so aus, dass das Parlament - letzlich auch das Volk - Cannabis legalisieren würde. Bis dann die ersten medizinischen Resultate die schädlichen konkret Wirkungen nachweisen konnten. Es kam zu einem Umdenken. Nachdem nun diese zusätzlichen erhärteten Erkenntnisse vorliegen, zweifle ich an einer raschen Legalisierung weicher Drogen.
Notiert von
marcus knill
um
09:09
Samstag, 21. Juli 2007
Pascale Bruderer - die nebulöse Sittenwächterin
Quelle: NZZ am Sonntag vom 8. Juli
Die neuen vagen Grundsätze der Lauterkeitskommission klingen wie Ausläufer spätfeministischer Kritik. Sie erinnern an die unbegreiflichen Bestimmungen in gewissen Universitäten in den Vereinigten Staaten. Dort konnte eine Studentin bestimmen, was sexistisch ist. Ich kenne Professoren, die wagten es nicht mehr, Frauen länger anzuschauen. Denn jede Studentin konnte den Professor einklagen und ohne Zeugen behaupten, sie sei sexistisch angeschaut worden. Es bedurfte keinerlei Abklärungen. Der Professor wurde verwarnt. Ausschlaggebend ist stets nur das Empfinden der Frau. Dass eine derartige Regelung zu Auswüchsen führen musste, ist verständlich. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Lauterkeitskommission heute mehr Klagen behandeln muss als früher. Bruderer möchte sogar, dass die "Sünder" künftig an den Pranger gestellt werden.
Kommentar:
Ich befürworte bei der Werbung ebenfalls ethische Richtlinien. Doch bedarf es konkreter Kriterien. Nebulöse Richtlinien tragen nichts zu einer Klärung bei.
Was mich bei den Bestimmungen der Schweiz. Lauterkeitskommission stört - die Pascale Bruderer präsidiert - fasse ich zusammen:
Notiert von
marcus knill
um
23:32
Freitag, 20. Juli 2007
ZUM RAD- SPRITZENSPORT ==================================================== TV-Krieg um die Tour de France oder: Von der "Tour de France" zur "Tour de Farce" ________________________________________________________________________ Quelle BILD online Am Mittwoch hatten ARD und ZDF ihren Ausstieg verkündet. Auslöser: der Doping-Fall Sinkewitz (T-Mobile). Mit dieser Entscheidung gehen verlieren die Organisatoren Millionen Gebühren- Gelder von den Öffentlich-Rechtlichen . Etwa 10 Millionen Euro zahlten ARD und ZDF für die Übertragungsrechte. __________________________________________________________________________ Mit einem Seitenhieb nutzte nun Sat.1-Chef Matthias Alberti den Tour-Einstieg mit einem Seitenhieb auf die Konkurrenz mit der Begründung: „Alle, die dem Radsport verbunden sind, haben eine gute Berichterstattung verdient.“ Sat.1 unterstützt damit gleichsam den dopingverseuchten Radsport. __________________________________________________________________________ ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz bringt es auf den Punkt: „Es stellt sich für mich die Frage, ob es eine öffentlich-rechtliche Sicht gibt und eine private. Unsere Entscheidung jedenfalls ist nach Abwägung aller Kriterien gefallen.“ _________________________________________________________________________ TV-Krieg geht weiter _________________________________________________________________________ Auch die Politik schaltet sich ein. SPD-Sportpolitikerin Dagmar Freitag: „Wenn jetzt ein Sender nahtlos in die Lücke springt, dann ist das ein Zeichen, dass er Doping toleriert.“ Dagegen Detlef Parr (FDP): „Ich halte nichts von einem Total-Boykott. Damit schaden wir denjenigen, die für einen Neuanfang stehen.“ ___________________________________________________________________________ TV-Krieg: Unterstützen auch die Fans die Doping Tour? ___________________________________________________________________________ Die Fans toben. 66 Prozent sprachen sich bei einer ARD-Umfrage gegen den Ausstieg aus. BILD erreichten viele Leserbriefe, in denen die Zuschauer ihrer Wut freien Lauf liessen. ___________________________________________________________________________ TV-Krieg: Fahrersprecher wettert ________________________________________________________________________ Fahrersprecher Jens Voigt (Team CSC) wetterte gegen die TV-Bosse Brender (ZDF) und Struve (ARD): „Das ist ja wie früher in der DDR, wenn zwei Leute gegen den Willen des Volkes entscheiden. Zwei Drittel der Zuschauer sind doch gegen diese Entscheidung.“ ___________________________________________________________________ TV Krieg: Der Radsport kann nicht mit der Olympiade verglichen werden ___________________________________________________________________ ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender: „Aus unserer Reaktion bei der Tour de France ergibt sich kein Automatismus. Bei Olympia geht es um viele Sportarten, bei der Tour nur um eine. Nicht alle Sportarten sind für Doping so anfällig wie der Radsport. Wir würden wegen eines Einzelfalls nicht die Übertragung der Olympischen Spiele einstellen.“ Und ARD-Programmdirektor Günter Struve meint: „Beim Radfahren wurde mit einer Systematik gedopt, die es bei den Olympischen Spielen mit den verschiedenen Sportarten nicht gibt. Wir prüfen jeden Einzelfall gesondert, aber im Moment gehen wir davon aus, dass die Olympischen Spiele durchweg sauber laufen werden. Schwarze Schafe gibt es überall, aber die schwarzen Schafe werden nicht überwiegen.“ ________________________________________________________________________ Kommmentar: Seit Jahren wurde der Radspitzensport zum Spritzensport. Fahrer konnten die Kontrolleure an der Nase herum führen. Sportärzte blieben ebenfalls im Dopingsumpf hängen. Ueber Jahre: Lügen und nochmals Lügen. Strafen nützten nicht viel. Die Fahrer fanden immer wieder neue Schlupflöcher. Die konsequente TV Sperre scheint nun plötzlich zu schmerzen. Weil auch in der Sportwelt Geld regiert. Der grosse Lärm nach dem TV STOP macht deutlich: Diese Massnahme scheint spürbar zu wirken. Sonst käme es nicht zu derart heftigen Reaktionen. Schlimm ist der Umstand, dass ein Grossteil der Bevölkerung auch Dopingsiegern zujubeln möchte. Sportkonsum scheint doch für viele wie Opium zu wirken. "Sport als Opium des Volkes"? Die Urteilsfähigkeit vieler Fans ist jedenfalls bereits beeinträchtigt. Sie merken gar nicht, was beim Radsport abläuft. ____________________________________________________________ So wie das Amen in der Kirche, folgt ein Tag darauf die Fortsetzungsgeschichte: QUELLE. BILD UND SPIEGEL ONLINE (20. Juli 07)
Dänen schließen Michael Rasmussen aus der Nationalmannschaft aus
Tour-Spitzenreiter unter Doping-Verdacht
Der Däne Michael Rasmussen im Gelben Trikot der Tour de France
DOPING- FALL SINKEWITZ
Sponsoren drohen mit Rückzug aus dem Radsport
Das Doping-Debakel bei der Tour de France hat wirtschaftliche Konsequenzen: Nach Adidas erwägen auch andere Sponsoren, aus dem Radsport auszusteigen. Audi, Gerolsteiner, Skoda, Milram - sie alle wollen einen Werbe-Stopp nicht ausschließen. Den Teams würden Millionen entgehen ___________________________________________________________________ Und- und - und - wie lange noch? Quelle 20 Min online ___________________________________________________________Rominger: «...dann ist es eh vorbei»
Der ehemalige Giro-Star und heutige Rad-Manager Tony Rominger steht stark unter Druck: Seine Schützlinge Matthias Kessler und Patrik Sinkewitz sind als Dopingsünder entlarvt worden.
________________________________________________________________ Spiegel online 22. Juli 07: ________________________________________________________________DOPING- VERDACHT
Spitzenreiter (Spritzenreiter?) Rasmussen droht Tour- Aus
Im Gelben Trikot fährt er immer noch - aber wie lange? Nach neuen Informationen hat Michael Rasmussen binnen 18 Monaten so viele Verwarnungen kassiert, dass der Radsport-Weltverband UCI ihn längst vor der Tour hätte sperren können. Jetzt könnte es eng werden. __________________________________________________________________ Kommentar: Niemand kann verstehen, weshalb sich die Kontrollorgane so lange an der Nase herumführen lassen. Rasmussen könnte längst nach Reglement bestraft werden,weil er das alte Possenspiel betrieben hat und einfach nicht erreichbar war, wenn kontrolliert wurde. Wenn Bestimmungen nicht durchgesetzt werden, muss man sich nicht wundern, wenn diese large Haltung auch von anderen Fahrern genutzt wird. Unbegreiflich ist für uns, dass es jetzt erst eng wird für einen "Spritzenfahrer", den man schon längst hätte aus dem Gefecht nehmen können (Er hatte genügend Verwarnungen). Doch fährt er immer noch mit, als sei nichts geschehen. Es scheint, dass die entsprechenden Instanzen einfach beide Augen zu drücken (wollen oder müssen?). _____________________________________________________________«Der totale Bankrott für die Tour de France»
Nach dem Dopingfall von Alexander Winokourow an der Tour de France sind Fans, Fahrer und Offizielle im Schockzustand. Tour-Direktor Christian Prudhomme spricht gar vom «totalen Bankrott». Ist dies das Ende der Tour de France?
24.7.2007
Radsport am Abgrund
Von Tages-Anzeiger Online um 18:52 ___________________________________________________________________| Mittwoch, 25. Juli 2007 |
«Stoppt die Tour»
Nach dem Ausschluss des bisherigen Spitzenreiters Michael Rasmussen von der Tour de France ist der Ruf nach einem Abbruch laut geworden. «Stoppt die Tour», schrieb die Zeitung «Libération». Die Prozession der Radfahrer sei zu einer lächerlichen Karawane verkommen.Die Zeitung «France Soir» war auf ihrer ersten Seite wie eine Todesanzeige gestaltet. Unter den Namen der einstigen Heroen des französischen Radsports stand, mit Trauer müsse das Ableben der Tour de France mitgeteilt werden. «Nach langer Krankheit gestorben am 25. Juli 2007 im Alter von 104 Jahren.» ___________________________________________________________
Kommentar: Sie wird und darf nicht sterben? Höchstens, wenn sich Publikum, Medien und Trägerschaft sich einig wären und einsehen würden, dass mit Doping kein fairer Sport möglich ist, könnte die verseuchte Veranstaltung neu aufgebaut werden. ___________________________________________________________ Quelle 20 Min
"Tour de Farce"
__________________________________________________________
Steigen andere Medien auch noch aus? __________________________________________________________
Einmal mehr ist die Tour de France zur «Tour de Farce» verkommen. Längst sorgen nicht die vermeintlich heroischen Leistungen für Aufsehen, sondern der (Doping) Fall der vermeintlichen Heroen. «Spritzen-Tour» statt Spitzenleistungen - alles wie gehabt. Nur eines ist in diesem Jahr anders: Die Medien mischen sich erstmals in die Tour ein. ARD und ZDF haben sich von der Live-Übertragung bereits vor ein paar Tagen (vorläufig) zurückgezogen. Nach diesem Knall folgte in der Schweiz auch die Walliser Tageszeitung «Nouvelliste», die auf die Berichterstattung verzichtet. Und gestern beschloss nun auch der «Tages Anzeiger», den sportlichen Aspekt der Tour de France auszuklammern. Vorläufig bleibts beim Status Quo Diskutiert wird das Thema «Ausstieg aus der Live-Übertragung» auch beim Schweizer Fernsehen. «Seit praktisch täglich ein Dopingfall publik wird, diskutieren wir die Situation auch täglich». _________________________________________________________________
Kommentar: So lange die Zuschauer dem Possenspiel zuschauen, wird das Schweizer Fernsehen kein Zeichen setzen _________________________________________________________
Wie könnte es zu einer "Tour de Hoffnung" kommen? __________________________________________________________
Von der Tour de Schande zur Tour de Hoffnung? _____________________________________________ Hoffnung zu einer Erneuerung des Radsportes gibt es, falls ____________________________________________________________ - die Kontrollen künftig flächendeckend und professionell durchgeführt würden _____________________________________________________________
- und die Vergehen Konsequenzen hätten
____________________________________________________________ Schöne Worte und Pseudomassnahmen nützen nichts, wenn nicht
____________________________________________________________ - der Radweltverband UCI die Verantwortung voll und ganz übernimmt ____________________________________________________________
- alle, die mit Doping in Verbindung stehen (Aerzte, Rennleiter, Fahrer) nicht mehr zugelassen werden ____________________________________________________________
- die Kontrollen mit unabhängigen und fähigen Instanzen zusammenarbeiten ____________________________________________________________
- konsequent und rasch gehandelt wird, falls ein Sportler die Spielregel nicht einhält (Ramussen hätte wegen der verpassten Trainingskontrollen nicht zur Tour antreten dürfen. Er log, dass die Balken krachten ) _____________________________________________________________
- die Sponsoren ihre Gelder entziehen, falls es zu Dopingfällen kommt ______________________________________________________________
- die Fahrer die Hälfe der Einkünfte auf ein Sperrkonto einzahlen, das im Falle eines Vergehens beschlagnahmt werden könnte ____________________________________________________________
- die Zuschauer auch ein Zeichen setzen und bei Radsportveranstaltungen fernbleiben, die mit Dopingfällen verseucht sind ____________________________________________________________
- die elektronischen Medien pro Dopingfall 32% weniger Uebertragungsrechte zahlen müssten ____________________________________________________________ Es heisst immer wieder, die ganze Problematik könnte gelöst werden, wenn wir das Doping generell zulassen würden. Das stimmt. Doch gilt es zu bedenken: Wer dann kein Doping konsumiert, ist der Geprellte. Er hätte keine Chance, zu gewinnen und damit kommt er nie ans grosse Geld. Wir würden damit auch zulassen, dass sich die Sportler gesundheitlich schädigen. ____________________________________________________________ Wollen wir fairen Sport, dann können wir diesen Weg nicht beschreiten!
Notiert von
marcus knill
um
02:45
Donnerstag, 19. Juli 2007
Diplomatische Eiszeit zwischen England- Russland ___________________________________________________________________________ Quelle: 20 Minuten online ___________________________________________________________________________ Weil sich Russland im Fall des russischen Ex-Spions Litwinenko unkooperativ verhielt, weist England erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt vier russische Diplomaten aus. Russland will die britische Aktion «angemessen» beantworten. ____________________________________________________________ Der neue Aussenminister David Miliband kündigte die erste Ausweisung russischer Diplomaten seit 1996 an. Es würden vier Diplomaten der russischen Botschaft in London ausgewiesen, sagte Miliband am Montag. Auch werde die Kooperation mit Russland auf verschiedenen Gebieten überprüft. London protestiert gegen die Weigerung Moskaus, den mutmasslichen Litwinenko-Mörder Andrej Lugowoj, einen Ex-KGB-Mann, an die britischen Behörden auszuliefern. Russland hatte angeboten, Lugowoi in seiner Heimat vor Gericht zu stellen. Grossbritannien wies den Vorschlag wegen Zweifeln an einem fairen Prozess zurück. _________________________________________________________________________ Kooperatioen eingefroren ________________________________________________________________________ Aufgrund internationaler Vereinbarungen ist es angeblich denkbar, dass Lugowoj an Grossbritannien ausgeliefert wird, wenn er im Ausland reise. Die britische Regierung sei dankbar für die «starke Unterstützung» durch die Europäische Union und eng verbündeter Länder. ______________________________________________________________________ Moskau droht mit Gegenmassnahmen ________________________________________________________________________ Russland kritisierte die Ausweisung der Diplomaten scharf. Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Andrej Kokoschin, bezeichnete die Entscheidung als «Fehler», der nicht unbeantwortet bleiben werde. Der Sprecher des russischen Aussenministeriums, Michail Kamynin, kündigte eine Antwort an. Die Ausweisung der Diplomaten habe «die ernsthaftesten Konsequenzen für die russisch-britschen Beziehungen» zur Folge. Welche Schritte Russland einleiten wolle, blieb unklar. Premierminister Gordon Brown verteidigte am Abend in Berlin die Ausweisung der Diplomaten und forderte die russischen Behörden zur Zusammenarbeit auf. «Wir wollen die besten Beziehungen mit Russland», betonte er. Unterstützung erhielt er von der deutschen Bundeskanzlerin Merkel. __________________________________________________________________ Der 43-jährige russische Ex-Agent Litwinenko war Anfang November vergangenen Jahres in Grossbritannien, wo er politisches Asyl genoss, mit radioaktivem Polonium vergiftet worden. Nach rund dreiwöchigen Qualen starb er. ___________________________________________________________________ In einem kurz vor seinem Tod verfassten Brief beschuldigt er den russischen Präsidenten Wladimir Putin, Drahtzieher des Mordanschlags zu sein. Lugowoj, der sich kurz vor Litwinenkos Erkrankung mit ihm in London getroffen hatte, geriet rasch ins Visier der Ermittler, bestreitet aber jede Verwicklung. ________________________________________________________________ KOMMENTAR: Es gibt Verhandlungsphasen, bei denen bewusst die Brücken abgebrochen werden. Wir gehen davon aus dass die diplomatische Eiszeit nur vorübergehend ist und das Ganze nur Muskelspiel ist. Bis jetzt hat Putin jedenfalls mit Härte und Unnachgiebigkeit bei Verhandlungen meist viel herausgeholt. z.B. das Raketenabwehrprogramm, das Bush errichten wollte. Dennoch hat die Mediengeschichte für Russland den Nachteil, dass im Westen die unangenehme Geschichte wieder aufgewärmt wird - wie bei der erschossenen Journalistin. Pustin ist an einem guten Ruf interessiert. Am WEF zeigte er vor den Kameras stets seine umgängliche Seite. England unter der neuen Führung möchte anderseits auch nicht das Gesicht verlieren. Auch hier geht es um Reputation.
Notiert von
marcus knill
um
22:39
Mittwoch, 18. Juli 2007
Handys verbieten? ___________________________________________________________ Ein lesenswertes Interview im 20 Minuten online: __________________________________________________________________ Daniel Süss ist Professor für Medienpsychologie an der Hochschule für Angewandte Psychologie, Zürich. Im Interview mit 20minuten.ch äussert er sich über die Rolle der Medien im Umgang mit der «Generation YouTube», über sexuelle Handlungen vor 50 Jahren und filmende Mädchen. __________________________________________________________________ Herr Süss, Ihr aktuelles Forschungsprojekt handelt von Kindern und Jugendlichen im sich wandelnden Medienumfeld. Wie wandelt es sich, das Medienumfeld? ____________________________________________________________ Daniel Süss: Digitale Medien werden zu ständigen Begleitern der Heranwachsenden. Und viele Eltern sind verunsichert, wie sie den täglichen Gebrauch von Handys, Games, Internet und Fernsehen regulieren sollen. _________________________________________________________________ Was hat dieses «zur Verfügung stehen» für Auswirkungen auf die Jugendlichen? _____________________________________________________________ Pessimistische Medienpädagogen glauben, dass dadurch die Kindheit aufgehoben wird - weil die Jungen Zugang zu allen Medien haben und ein eigentlicher Jugendschutz immer schwieriger wird. _________________________________________________________________ Liefern etwa Frauen verachtende Hiphop-Clips, die auf MTV und Viva laufen, die Regievorlagen für verfilmte Vergewaltigungsfälle wie zum Beispiel in Seebach oder Schmitten? ____________________________________________________________ Das kann man so nicht sagen, aber aus der Erwachsenenforschung weiss man, dass regelmässiger, häufiger Pornografiekonsum dazu führen kann, dass etwa der so genannte Vergewaltigungsmythos für wahr gehalten wird. In der Vorstellung von Vergewaltigern geniesst die vergewaltigte Frau den Akt. Solche Stereotypen, die in vielen pornografischen Geschichten vorkommen, können also die Phantasien von Jugendlichen beeinflussen. _________________________________________________________________ Und die Jugendlichen spielen dann das in den Medien Gesehene in der Wirklichkeit nach? ____________________________________________________________ Nicht einfach so, aber es gibt Risikogruppen, wo der Medienkonsum problematische Wirkungen haben kann. Das betrifft vor allem Jugendliche, die sozial isoliert und im realen Leben wenig erfolgreich sind, in eine virtuelle Welt eintauchen, dort Achtung und Anerkennung erfahren, wie zum Beispiel in Computerspiel-Clans. ___________________________________________________________________ Hat das Internet die sexuelle Reizschwelle bis zur Skrupellosigkeit gesenkt? ______________________________________________________________ In Kinder- und Jugendpsychiatrischen Berichten von vor fünfzig Jahren findet man auch schon Fälle, wo Jugendliche sexuelle Handlungen ausprobierten und dann in Behandlung kamen. Die Ereignisse selbst sind also kaum neu. Neu ist das Filmen und ins Internet stellen und untereinander verbreiten. Aber es ist kein Automatismus, dass jedes Kind, das so etwas sieht, das auch nachspielt. ___________________________________________________________________ Aber jedes Kind weiss inzwischen, dass es so etwas gibt. _____________________________________________________________ Das wissen die Kinder auch ohne Internet. Ich erinnere mich an einen Fall, der in der medienpädagogischen Literatur vorkommt, wo Kinder eine Hinrichtung nachspielten. Im letzten Moment konnte man noch eingreifen. Dann stellte sich heraus, dass es eine Geschichte aus dem Biblischen Unterricht war. Eine solche Vorstellung kann also von überall kommen. Auch von einem Video-Pornoclip. __________________________________________________________________ Dann ist ja alles gut? ______________________________________________________________ Nein, die Gefahr, dass eine problematische Darstellung von einer Risikogruppe geschaut wird, nimmt durch die weltweite Verbreitung der Videos zu. Dadurch wird das Risiko auch grösser, dass etwas passieren kann. Aber für mich ist nicht die Verbotsstrategie im Vordergrund oder der Ruf nach Filtern. Sondern die Frage: Wie kann man Kinder oder Jugendliche unterstützen, über problematische Darstellungen kritisch nachzudenken und kompetent damit umzugehen. ____________________________________________________________________ Also: Was tun? ______________________________________________________________ Es braucht medienpädagogischen Unterricht. Jeder wird heute zum Kameramann und Regisseur. Es geht dabei darum, den Jugendlichen die sozialen Konsequenzen des Mediengebrauchs und –missbrauchs zu erklären und sie zu einem kreativen statt destruktiven Medienumgang zu führen. ___________________________________________________________________ Ein Handyverbot ist also das falsche Mittel? ______________________________________________________________ Das Verbot allein ist eine Massnahme, die konsequent erscheint, aber nichts bringt. Dass die Gesellschaft Richtlinien hat, finde ich schon wichtig. Frauenverachtende oder Gewalt verherrlichende Filme müssen verboten sein. Aber das Medium als ganzes verbieten, kann nicht der richtige Weg sein. __________________________________________________________________ Aber wie soll ein Lehrer, der provoziert wird, mit dem umgehen? Kein Handyverbot? _____________________________________________________________ Dieser Lehrperson würde ich als erstes einmal raten, das Verhältnis mit den Schülern zu verbessern. Für eine Phase kann es in solchen Fällen durchaus gut sein, das Handy zu verbannen, bis die Verständigung wieder funktioniert. Aber die Konflikte liegen nicht einfach beim Medium. Sondern das Medium wird benutzt, um sie auszutragen. ___________________________________________________________________ Dann würden Sie lieber YouTube und ähnliche Videoportale verbieten? _____________________________________________________________ Nein. Solche Plattformen können kreative Leistungen anregen, aber Betreiber müssen auch eine Verantwortung übernehmen, dass menschenverachtender, pornografischer, gewalttätiger oder rassistischer Inhalt nicht darauf transportiert wird. ___________________________________________________________________ Sollen die Medien über das Gewaltphänomen überhaupt berichten, oder giessen sie damit erst recht Öl ins Feuer? _____________________________________________________________ Spannende Frage. Das ist auf jeden Fall immer ein Grenzgang. Wenn man Gewalt auf Handys oder YouTube anprangert und trotzdem Artikel dazu zeigt, ist das ein Stück weit ein Beitrag dazu, dass die Jugendlichen auf das Thema aufmerksam werden. Ausserdem gibt man den Jugendlichen das Gefühl: Ich kann es auf YouTube platzieren und dann hab ich vielleicht noch das Glück, dass der Film auf 20minuten.ch landet und ich kann es den Kollegen sagen. Das hat noch einen Verstärkungseffekt. ___________________________________________________________________ Also totschweigen? _____________________________________________________________ Nein, es ist heikel, aber das heisst nicht, man soll nicht darüber berichten. Der Journalismus muss sich aber selber Grenzen setzen. Wie zum Beispiel beim Thema Selbstmord, über das selten detailliert berichtet wird, um den Nachahmungseffekt nicht zu schüren. ___________________________________________________________________ Und was wäre eine gute Berichterstattung? _____________________________________________________________ Eine gute Berichterstattung ist es dann, wenn es zu einer kritischen Auseinandersetzung anregt und nicht einfach voyeuristisch oder skandalisierend ist oder eine Zweitauswertung für Filme ist. Man soll es nur so weit darstellen, dass man nachvollziehen kann, um was es geht, muss dann aber vor allem auch eine differenzierte Kommentierung anbieten. Zudem muss man in der Wortwahl vorsichtig sein. Das ist zum Beispiel höchst ärgerlich beim Begriff «Happy Slapping». Der ist völlig verharmlosend. «Generation YouTube» nur mit Gewaltfilmen im Netz zu verbinden, könnte auch kontraproduktiv sein, weil es bei den rücksichtslosen Filmern Stolz auslösen kann. ___________________________________________________________________ Aber es gibt bei YouTube auch durchaus positive Aspekte. Es könnte eine unglaubliche Demokratisierung des Medienschaffens bedeuten. _____________________________________________________________ Ja klar, man hat es in der Kriegsberichterstattung gesehen, als statt eingebetteter Journalisten auch Handyfilme für alternatives Quellenmaterial gesorgt haben. ___________________________________________________________________ Kann ein Kind unterscheiden, was reale Gewalt ist und was nicht? Wer ist Hollywoodschauspieler oder geplagter Schüler? _____________________________________________________________ Die Fähigkeit, verschiedene Erlebniswelten sauber zu trennen, nimmt mit dem Alter laufend zu. Ab ca. 12 Jahren ist das Abstraktionsvermögen in der Regel so klar ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Man kann sich in die Perspektive von anderen versetzen und Darstellungen im Zusammenhang von Situation und Medium bewerten. __________________________________________________________________ Ist die Gesellschaft durch den Medienkonsum und Medienumgang brutaler geworden? _____________________________________________________________ Die Schweiz ist eine sehr friedliche Gesellschaft. Man muss sich beispielsweise wenig fürchten, wenn man unterwegs ist, in eine gewalttätige Situation zu geraten. Aber natürlich haben sich mit dem Handy und den neuen Medien neue Möglichkeiten aufgetan, die auch missbraucht werden. ___________________________________________________________________ Müssen wir in fünf Jahren mehr Angst haben? _____________________________________________________________ Das kommt sehr auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung drauf an. Wenn es der Gesellschaft gut geht, genügend Arbeitsplätze vorhanden sind, dann glaube ich nicht, dass wir Angst haben müssen. Aber je grösser die Kluft innerhalb einer Gesellschaft wird, und je mehr Feindbilder geschürt werden, desto eher kann es zu einer Eskalation kommen. ___________________________________________________________________ Und der Einfluss der Medien? _____________________________________________________________ Wenn man die reine Kommerzialisierung der Medien zulässt und nur auf den Wettbewerb setzt, bei welchem die Leser- und Zuschauerzahlen allein zählen, dann ist das Risiko sicher höher, dass es mehr Sensations- und Skandalberichte gibt. ___________________________________________________________________ Herr Süss, wir danken für dieses Gespräch _____________________________________________________________ FAZIT: Wichtig ist es, dass Jugendliche mit den neuen Medien umgehen lernen - Neu sind die Möglichkeiten Filme und Bilder sofort ins Netz zu stellen - Nicht nur die Kinder, auch die Medien, Eltern, Erzieher und Produzenten müssen Ihre Verantwortung wahrnehmen. Verbote können kaum durchgesetzt werden, da Kinder schon mehrere Handys haben. Ich habe jüngst in einem Lehrerfortbildungskurs das Handyverbot ebenfalls diskutiert. Ein Oberstufenlehrer vertrat die Meinung, dass man - wie beim Rauchverbot (dort werden die Rauchutensilien nicht eingezogen) - ebenfalls auf dem Schulareal verlangen darf, dass die Handys ausgeschaltet bleiben. Ein Schulleiter hatte in seinem Schulhaus gute Erfahrungen gemacht mit abschliessbaren Kästchen, in denen die Handys während der Schulzeit deponiert werden.
Notiert von
marcus knill
um
13:15