Freitag, 11. Mai 2007

ESKALATION IM ALLTAG ________________________________________________________________ Wer kennt es nicht das Lied von Mani Matter (1936-1972) "Ig ha nes Zündhölzli aazündt"? ______________________________________________________________ Ig han es Zündhölzli aazündt- Und es het e Flamme gäh- Und i ha für d’Zigarette- Welle Füür vom Hözli näh- Aber ds Hölzli isch dervo- Gschpickt und ufe Teppich cho- Und es hätt no fasch es Loch i Teppich gäh dervo. Ja me weis was cha passiere- We me nid ufpasst mit Füür- Und für d’Gluet ar Zigarette- Isch e Teppich doch de z’tüür- Und vom Teppich hätt - o Gruus- Chönne ds Füür i ds ganze Hus- Und wär weis, was da nid alles no wär worde drus. S’hätt e Brand gäh im Quartier- Und s’hätti d’Füürwehr müesse cho- Hätti ghornet i de Schtrasse- Und dr Schluuch vom Wage gno- Und si Hätte Wasser gschprützt- Und das hätt de glych nüt gnützt- Und die ganzi Schtadt hätt brönnt, es hätt se nüt meh gschützt. Und d’Lüt wäre umegschprunge- I der Angscht um Hab und Guet- Hätte gmeint s’heig eine Füür gleit- Hätte ds Schturmgwehr gno i dr Wuet- Alls hätt brüelet: Wär isch tschuld? Ds ganze Land i eim Tumult- Dass me gschosse hätt uf d’Bundesrät am Rednerpult. D’UNO hätt interveniert- Und d’UNO-Gägner sofort o- Für ir Schwyz dr Fride z’rette- Wäre beid mit Panzer cho- s’hätt sech usdehnt nadinah- Uf Europa, Afrika- s’hätt e Wältchrieg gäh und d’Mönschheit wär jitz nümme da. I han es Zündhölzli azündt- Und das het e Flamme gäh- Und i ha für d’Zigarette- Welle Füür vom Hölzli näh- Aber z’Hölzli isch dervo- Gschpickt und ufe Teppich cho ---- Gottseidank dass i’s vom Teppich wider furt ha gno """""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""" Soweit Mani Matter. Nun lesen wir im BLICK vom 11.5.07: __________________________________________________________ Zigi geraucht – Massenprügelei ___________________________________________________________ Vor sechs Wochen gerieten sich vier Erwachsene und sechs Jugendliche in die Haare. Jetzt wird ein Strafverfahren gegen sie eröffnet. ______________________________________________________________ Die Situation am 30. März eskalierte blitzartig: Zwei voneinander unabhängige Gruppen mit insgesamt zehn Personen waren gegen 22 Uhr mit dem Bus von Baar nach Zug gefahren. Während der Fahrt rauchte der Jugendliche provokativ eine Zigarette. Von einem Mitglied der anderen Gruppe wurde er angehalten, dies zu unterlassen. Der Raucher reagierte darauf mit verbalen Provokationen. Als beide Gruppen aus dem Bus stiegen, kickte der zuvor rauchende Jugendliche seinem Ermahner mit dem Fuss in den Rücken. Sofort entwickelte sich eine massive Schlägerei. Die Parteien setzten neben ihren Fäusten auch Bierflaschen ein. Eine Bierflasche verletzte einen jungen Erwachsenen im Genitalbereich. Eine zweite Flasche traf einen anderen Erwachsenen im Gesicht, wodurch dieser drei Zähne verlor. Er musste im Lippenbereich genäht werden. Ein weiterer Beteiligter erlitt einen Fingerbruch. Die übrigen an der Schlägerei beteiligten Personen trugen Kratzspuren und Prellungen davon. Die Zuger Polizei ermittelte nun sechs Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, sowie vier 25- und 26-Jährige als Täter. Es handelt sich um Schweizer sowie Südosteuropäer. Die zehn Personen werden wegen Raufhandels und Körperverletzung angezeigt. ________________________________________________________________________ KOMMENTAR: Der Vergleich des Gedichtes mit der Zeitungsmeldung gibt zu denken: Die Schlägerei im Tram eskalierte zwar noch nicht zu einem Weltenbrand. Im Lied von Mani Matter nahm immerhin am Schluss jemand das Zündholz vom Teppich. Im Tram gab es jedoch Verletzte. Wir fragen uns: Hätte die Schlägerei im Tram nicht verhindert werden können? Wäre es auch dort noch möglich gewesen, das "Zündholz rechtzeitig vom Teppich zu nehmen"?

Donnerstag, 10. Mai 2007

Bohlen/Raab: Wenn zwei Rücksichtslose aufeinander los gehen ____________________________________________________________ Dieter Bohlen verbot seinem „Superstar“ Mark Medlock einen Auftritt bei Raabs „TV total“. Beim ausgebrochene Streit zwischen Bohlen und Raab, könnte man eigentlich zurücklehnen und sich freuen, wie die beiden Exekutionsrhetoriker einmal sich selbst verbal "fertigmachen". Bis anhin hatten sie jahrelang Menschen vor Mikrofon und Kamera rücksichtlos blossgestellt. Eigentlich wollte Bohlen sich nie wieder über Stefan Raab äussern. „Der ist nicht auf meiner Augenhöhe.“ Doch in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner platzte ihm dann doch noch der Kragen. Bohlen griff den Pro7-Moderator frontal an. Bereits am Montag waren sie aneinander geraten, weil der Pop-Titan einen Auftritt seines „Superstar“-Siegers Mark Medlock in Raabs Pro7-Sendung „TV total“ verhindern konnte. In seiner Show „TV total“ präsentierte Stefan Raab „Superstar“-Kandidat Max Buskohl im Stil einer RAF-Terroristen-Geisel. Bohlen sagte bei Kerner: „Alle Leute, die Plattenfirma, der Manager und alle anderen, hatten die grandiose Idee, den Superstar zu Stefan Raab zu schicken. Da habe ich gesagt: ,Sag mal, seid ihr alle völlig geistesgestört?‘“ Und weiter: „Der geht dahin und Raab macht den nieder. Aber ich lasse doch meinen Typen, den wir neun Monate lang aufgebaut haben, nicht von so einem mmmhhh niedermachen.“ Kerner unterbrach: „Sprich dich aus!“ Bohlen: „Nö, das ist der Unterschied zwischen Bohlen 2007 und 1997. Da hätte ich eben gesagt, das ist ein A...loch, aber jetzt sage ich mmmhhh.“ Bohlens Attacke auf Stefan Raab – er hat etwas gegen gegen den gelernten Metzger, den er früher schon einmal als „Wurst“ bezeichnete? Bild online: Dieter Bohlen zu BILD: „Eigentlich ist der mir ja völlig egal. Seine Sendung gucken ja immer weniger Leute. Aber ich mag es nicht, wenn sich jemand, der selbst nicht viel leistet, an den Erfolg der anderen anhängt. Er ist ein klassischer Trittbrettfahrer, der jetzt den Erfolg von ,Deutschland sucht den Superstar‘ abkupfern will. Er zieht eine Sendung in den Dreck, an der Millionen Zuschauer neun Monate Freude hatten. Ausserdem geht er rücksichtslos und mit null Respekt mit anderen Leuten um.“ In der Vergangenheit hatte sich Raab mit seinen Sprüchen auch oft über Bohlen lustig gemacht, ihn sogar nach dem brutalen Überfall auf die Villa des Pop-Stars verhöhnt: „Die Täter kamen nach dem Überfall auf Bohlen noch einmal zurück: Sie hatten aus Versehen eine Modern-Talking-CD mitgenommen.“ Dieter Bohlen hakt das Thema Raab so ab: „Wenn seine Einschaltquoten weiter so sinken, werden wir eh nichts mehr von ihm hören.“ _________________________________________________________________________ Kommentar: Wenn es um die eigene Haut geht, so wird vom Gegenüber plötzlich Respekt erwartet. Bohlen und Raab gehen mit den Gästen selbst usserst respektlos um. Unglaublich, wenn nun Dieter Bohlen vom Rivalen sagt: Raab geht rücksichtslos und mit null Respekt mit anderen Leuten um. Wir fragen: Und Sie, Dieter Bohlen? Sie verlangen Respekt? Ein Wort, das für Sie ein Fremdwort ist. Bohlen und Raab exekutieren seit Jahren unzählige Gäste verbal. Beide agierten rücksichtlos, Es wäre ein Wunder, wenn die beiden Exekutionsrhetoriker aus dieser Auseinandersetzung plötzlich lernen würden, Mitmenschen zu wertschätzen.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Lehrer machte Nacktfotos - Lauber verlegte erneut einen wichtigen Brief ________________________________________________________________ Im Klassenlager fotografiert ein Zürcher Lehrer Mädchen nackt beim Umziehen. Ein Kollege meldet den skandalösen Vorgang dem Schulvorsteher Gerold Lauber. Dieser «verhühnerte» auch diesen Brief. -Quelle 20 Minuten- Somit ist bei Schulvorsteher Gerold Lauber erneut Post unters Eis geraten. In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins Facts wird ein weiterer Skandal an einer Zürcher Schule aufgedeckt: Lehrer G. soll über Jahre hinweg an der Schule Friedrichsstrasse in Schwamendingen ZH ungebührliches Verhalten an den Tag gelegt haben. Der Lehrer soll im Sommerlager Schülerinnen beim Umziehen fotografiert haben. Ein jüngerer Kollege, der auf den Missstand aufmerksam gemacht hat, wurde unterdessen aus dem Job gemobbt. ________________________________________________________ Sonderbarer Umgang eines Politikers mit wichtigen Briefen __________________________________________________________________ Im Fall der «Terror-Klasse» am Schulhaus Borrweg, die sechs Lehrer verheizt hatte, geriet ein eingeschriebener Brief besorgter Eltern «unters Eis». Im Fall des Schulhauses Bachtobel, wo vier Lehrer wegen interner Konflikte Reissaus nahmen, wurde Post besorgter Eltern ebenfalls lange Zeit nicht beantwortet. Und jetzt im Fall des Schulhauses Friedrichstrasse musste Lehrer F. bis Dezember 2006 auf eine Antwort Laubers warten. Er hatte ihn im Sommer mit einem vierseitigen Brief über die stossenden Umstände um Lehrer G. informiert. Auch dieser Brief geriet «irgendwie unters Eis» - so Lauber. Unternommen wurde bisher trotzdem nichts. __________________________________________________________________ Kommentar: Es hiess früher: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Bei der Schulbehörde gibt es angeblich Krüge, die nicht brechen können. Eine Behördemitglied darf auch dann im Amt bleiben, wenn ihm krasse Führungsfehler unterlaufen. __________________________________________________________ Nachtrag aus 20 Minuten: Briefe «unterm Eis» _______________________________________________________________ Schulhaus Friedrichstrasse: Lehrer F. beklagt sich am 17.8.2006 schriftlich bei Stadtrat Lauber, er werde gemobbt. Antwort am 6. Dezember von Lauber: «Am 18.8. ist ihr Brief bei uns eingetroffen. Leider geriet er dann irgendwie unters Eis.» _______________________________________________________________ Schulhaus Borrweg: Eltern beklagen sich per eingeschriebenem Brief vom 18. Februar bei Lauber über den Lehrerverschleiss einer Klasse. Lauber sagt am 4. April gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Es ist denkbar, dass dieser Brief nicht angekommen oder irgendwo untergegangen ist.» _________________________________________________________________ Schulhaus Bachtobel: Eltern orientieren Lauber in einem Brief vom 21. Dezember über die Spannungen unter der Lehrerschaft. Lauber meldet sich im März - zu spät. Als Ende April drei Lehrer künden, sagt Lauber gegenüber den Medien, er Brief sei «unters Eis geraten». _________________________________________________________________ Was stutzig macht: Lauber ist zu keiner Stellungsnahme bereit. Versucht er es nach der Methode Anita Fetz? Abtauchen, oder nach der gängigen Methode vieler Politiker: Aussitzen und abwarten. ___________________________________________________________

Dienstag, 8. Mai 2007

Schweigen ist Gold __________________________________________________________ Seine Aussagen vor der TV-Kamera bei der gewalttätigen 1.-Mai-Nachdemo in Zürich könnten einem Lehrling nachträglich seinen Job kosten. Sein Vorgesetzter findet nämlich nicht so toll, wenn Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen werden. Der 19-jährige B. R.*; Lehrling bei der Gemeindeverwaltung Fehraltorf, gab dem Fernsehsender Telezüri während der Ausschreitungen am Tag der Arbeit bereitwillig und unüberlegt Auskunft über seine Motivation zur Teilnahme an den Krawallen: Es mache doch Spass, Polizisten mit Steinen zu bewerfen, sagte er vor der Kamera. (Quelle 20 Minuten) _________________________________________________________ Der Lehrling war sich jedoch nicht bewusst: In den Medien müssen wir immer zuerst überlegen, bevor wir reden. Der Jugendliche hatte nicht berücksichtigt, dass die Aussagen vor Mikrofon und Kamera nicht nur von den eigenen Kollegen gehört werden. In diesem Fall hat der Arbeitgeber den Fernsehauftritt seines Lehrlings im Tele Züri mitverfolgt. Fehraltorfs Gemeindepräsident Wilfried Ott ist entsetzt über die Äusserungen des jungen Mannes, der beim Werkhof Fehraltorf eine Betriebspraktikerlehre macht. Jetzt überlegt man sich bei der Gemeinde Sanktionen gegen den Angestellten: Diese Woche soll angeblich entschieden werden, ob ihm gar gekündigt wird. B. R. bangt um seinen Job und gibt sich nachträglich reuig: Laut Radio Top hat soll er sich brieflich bei der Gemeinde für seine Äusserungen entschuldigt haben – und er habe zudem versichert , dass er selber nicht zu den Steinwerfern zähle. Ob diese Einsicht, die Vorgesetzen erweichen lässt? __________________________________________________________________ Kommentar: Auch Erwachsene könnten aus dieser Geschichte etwas lernen: Oft ist SCHWEIGEN doch GOLD. ___________________________________________________________ _______________________________________________________________

Könnten Politiker von „Super-Sarko“ lernen? ____________________________________________ Sakozys Erfolgsprogramm: ************************************************************* Der Sieger bei der französischen Präsidentschaftswahl hat den Puls am Volk gefühlt und angeblich gemerkt, welche Inhalte und Probleme die Regierung ansprechen und anpacken sollte. Ob Sarkozy sein Programmtatsächlich durchsetzen kann, steht auf einem anderen Blatt: ____________________________________________________ Politik: ____________________________________________________ Statt bisher 29 Minister soll es nur noch 15 geben. Jeder soll einmal im Jahr „bewertet“, nötigenfalls entlassen werden. ________________________________________________________ Europa: _____________________________________________________ Wie Kanzlerin Merkel lehnt Sarkozy einen vollen EU-Beitritt der Türkei ab. Er warnt vor weiteren EU-Erweiterungen. Im Gegensatz zu Merkel will der neue Präsident statt einer EU-Verfassung (der Entwurf war in Frankreich per Volksentscheid abgelehnt worden) nur einen Minimalvertrag als EU-Grundgesetz. __________________________________________________________ Aussenpolitik: _____________________________________________________ Sarkozy setzt auf eine enge Freundschaft zu den USA. __________________________________________________________ Arbeit: ____________________________________________________ Bis 2012 Vollbeschäftigung, unter 5 Prozent Arbeitslose. __________________________________________________________ Energie: ________________________________________________________ Festhalten an der Atomkraft. _____________________________________________________________ Wirtschaft: ________________________________________________________ Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Sarkozy angekündigt, Überstunden von Steuern und Abgaben freizustellen. So will er die 35-Stunden-Woche aufweichen. „Jeder soll die Möglichkeit bekommen, mehr zu arbeiten, um mehr zu verdienen.“ Gleichzeitig will er die Zahl der Beamten (derzeit rund 5 Mio.) drastisch reduzieren. Vorstandsabfindungen à la „Goldener Handschlag“ will er gesetzlich verbieten. ______________________________________________________________ Innere Sicherheit: ________________________________________________________ Für Wiederholungstäter (ab 16) soll künftig kein Jugendstrafrecht mehr gelten. Richter sollen für die Folgen ihrer Urteile (z. B. bei Sexualstraftaten) zur Rechenschaft gezogen werden können. Einwanderer müssen Französisch lernen, bevor sie nach Frankreich kommen. Auch soll ein „Ministerium für Einwanderung und nationale Identität“ gegründet werden. _______________________________________________________________ Der Eintritt in alle staatlichen Museen soll künftig kostenlos sein. __________________________________________________________ Ob Nicolas Sarkozy sein ehrgeiziges Programm durchsetzen kann, hängt bestimmt auch von den Parlamentswahlen im Juni ab: Sollten die Franzosen wider Erwarten ein linke Parlamentsmehrheit ins Amt wählen, müsste Sarko bei den meisten Themen Mehrheiten Kompromisse suchen. Quelle: BILD online. ______________________________________________________________ Kommentar: In der Schweiz haben viele Parteien noch nicht erkannt, wo der Bevölkerung der Schuh drückt: Die Leute möchten arbeiten und dann sollten sie besser fahren, als wenn jemand Sozialleistungen bezieht. Man ist sogar bereit, mehr zu arbeiten und will sich nicht nur für die Steuern abmühen. Die Stimmberechtigten möchten sich im Land sicher fühlen. Kriminelle Einwanderer sollten ausgewiesen werden. Das Volk will keine Energieengpässe. In der europäischen Union wünscht die Nation trotz des Zusammenschlusses eine gewisse Selbständigkeit.

Montag, 7. Mai 2007

___________________________________________________________________ ZKB-Chef Vögeli tritt zurück ____________________________________________________________ Quelle TAGI online: Am Wochenende wurde der Druck zu stark: Der operative Chef der ZKB Hans Vögeli zieht die Konsequenzen aus dem Sulzer-Debakel und tritt vorzeitig zurück. Dies erfuhr der «Tages-Anzeiger» aus dem Bankrat, dem Aufsichtsgremium der Zürcher Staatsbank. Über die Hintergründe und die personellen Weichenstellungen wird morgen ZKB-Präsident Urs Oberholzer um 8.15 Uhr den Kantonsrat informieren und um 10.00 an einer Pressekonferenz die Medien. Es ist davon auszugehen, dass der designierte Vögeli-Nachfolger Martin Scholl ab sofort die Leitung der Bank übernimmt. Am Wochenende verdichteten sich die Anzeichen, dass die ZKB-Spitze nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. So soll Hans Vögeli viel früher als bisher bekannt um die umstrittenen Aktienkäufe und Optionsgeschäfte zu Gunsten des russischen Financiers Viktor Vekselberg gewusst haben. Laut der «NZZ am Sonntag» musste Bankpräsident Urs Oberholzer überdies bestätigen, dass ein weiteres Sulzer-Aktienpaket von 4 % geschnürt worden war, allerdings nicht bei der ZKB direkt, sondern über die Swisscanto, einem Gemeinschaftsunternehmen der Kantonalbanken. AdLINK Internet Media AG Die Position Vögelis war eigentlich bereits nach dem Rücktritt von Handelschef Hans Fischer unhaltbar geworden. Dieser soll seine Vorgesetzten viel zu spät informiert haben. Wie weit die Ermittlungen der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) Vögelis Rücktritt beschleunigt haben, ist bisher noch nicht klar. (gin) _________________________________________________________________ Kommentar: Es geht erneut um Informationen, die beanstandet werden. Wir hatten bereits früher Hans Vögelis Informationspolititk in einer Krise beanstandet. (Siehe rhetorik.ch --> im Suchfenster Hans Vögeli eingeben). Hans Vögeli konnte zwar jüngst sehr gute Zahlen vorweisen. Ob die umstritten Aktion- und Optionskäufe dazu mit beigetragen haben? Wir haben uns bereits bei seinem Amtsantritt gewundert, dass bei der umstrittenen ERB- Geschichte Hans Vögeli bestritten hatte, bei Erb für die Finanzen verantwortlich gewesen zu sein. Später dann aber doch bekannt wurde, dass er die Funktion als Finanzchef faktisch eingenommen hatte. Informieren- aber wie? Diese Frage taucht bei Hans Vögeli immer wieder auf. _____________________________________________________________ Nachtrag 15. Juni WIEDER EIN EKLAT: Hans Vögeli handelte privat mit Sulzer Aktien! _____________________________________________________________ "ZKB Chef predigte Wasser und trank Wein" ____________________________________________________________ Der Rücktritt von Hans Vögeli am 7. Mai muss neu geschrieben werden. Gegen den Chef der Zürcher Kantonalbank (ZKB) lief ein Verfahren der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), weil er privat Sulzer-Optionen gekauft hatte. Die Winterthurer Industriefirma war ins Visier von österreichischen und russischen Grossinvestoren geraten. Während ZKB-Chef Vögeli privat auf steigende Sulzer-Aktien setzte, schrieb er seiner Bank vor, «die Finger von Sulzer zu lassen». Der Gewinn aus dem Deal, heisst es in Bankenkreisen, soll über 50 000 Franken betragen haben. Die ZKB bestätigt den Vorfall. «Für die EBK bot Herr Vögeli nicht mehr Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung», sagt ZKB-Sprecher Urs Ackermann. «Vögelis Optionendeal ist gravierend», heisst es in der Bankenszene, «schliesslich hat er privat gegen seine eigene Weisung als Chef verstossen.» Das sei nicht strafbar, aber ethisch fragwürdig. Der vor Monatsfrist zurückgetretene Vögeli beharrt darauf, dass er nichts von den Machenschaften seiner Händler gewusst habe. Mit seinem Befehl, Sulzer dürfe nicht angerührt werden, habe er gemeint, dass keine Meldehürde übersprungen werden dürfe. Ein Anteil von unter fünf Prozent sei hingegen immer erlaubt gewesen. «Mir war bis zum 20. April nicht bekannt, dass die ZKB vier Prozent von Sulzer an die Swisscanto übertrug, um keine Meldegrenze zu überschreiten», sagt Vögeli. Im Übrigen mache ihn betroffen, dass niemand mehr davon spreche, dass «die ZKB in meiner fünfeinhalbjährigen Zeit als CEO mehr Eigenkapital erwirtschaftete als in den 132 Jahren zuvor». _____________________________________________________________ Kommentar: Einmal mehr stellen wir fest, Vögeli versteht es immer wieder, Sachverhalte schön zu reden. In diesem Fall widerspricht sogar ein ZKB Mitarbeiter den Aussagen des ehemaligen CEO und bezichtigt damit seinen ehemaligen Chef - indirekt - der Lüge.

Sonntag, 6. Mai 2007

SVP will Schüler mit Verboten disziplinieren _______________________________________________________ Quelle 20 Minuten: _____________________________________________________________ Die SVP will an Schweizer Schulen hart durchgreifen. Respekt, Ordnung und Disziplin sollen wieder Einzug halten. Deshalb präsentierte die SVP Zufikon einen Verhaltensknigge für Schüler. ___________________________________________________________ Laut dem «Sonntagsblick» könnte der 17 Punkte umfassende Forderungskatalog der Regionalpartei Zuffikon in der ganzen Schweiz Schule machen. Auch SVP-Parteipräsident Ueli Maurer findet: «In der Schule braucht es mehr Disziplin und Ordnung. Wer vergammelt daherkommt zeigt viel von seinem Charakter.» Was die SVP unter «vergammelt» versteht, macht ein Blick auf den Verbotskatalog rasch klar: - keine Baseball-Caps - kein Haargel - keine Turnschuhe, keine Flip-Flops - keine Skate- und Kickboards - keine zerschlissenen Jeans - keine MP3-Player, keine Handys - keine Minis - keine sichtbare Unterwäsche - Brustansatz und Füdlispalt dürfen nicht sichtbar sein - Hände nicht in den Hosentaschen - in ganzen Sätzen sprechen - Erwachsene mit Namen grüssen - aufstehen, wenn der Lehrer mit einem spricht In Zufikon scheint das rigiden SVP-Regime zu funktionieren. ____________________________________________ Kommentar: Dass die Disziplin und das Einhalten von Spielregeln wichtig sind, ist unbestritten. Mit dem Aufstellen einer langen Verbotsliste ist es nicht getan. Die Durchsetzung von Spielregeln müsste in den Schulen Schritt für Schritt erarbeitet und konsequent durchgesetzt werden. Die Bibel hat bekanntlich nur EIN Kerngesetz: "Liebe deinen nächsten wie dich selbst". Dieser Grundsatz beinhaltet alle Gebote. Der rüde Umgang und die Gewalt an Schulen könnte beispielsweise am Anfang ebenfalls mit nur EINER Formel verbessert werden: "Jeder hat ein Anrecht auf Wertschätzung, auch dann, wenn ich mit seiner Gesinnung nicht einverstanden bin!" Daran kann ich jedes Verhalten messen. Dies wäre ein dialogischer Ansatz und hat sehr viel mit einer offenen Kommunikationskultur zu tun. Sie beinhaltet: Rücksichtnahme, Achtung des Gegenübers und die Bereitschaft zuzuhören. Es können dann später immer noch zusätzliche konkrete Vereinbarungen festgelegt werden, wie: - Es spricht nur einer usw. Diese Vereinbarungen müssen jedoch in der Praxis konsequent eingeübt und tatsächlich durchgesetzt werden. In jedem Klassenzimmer muss die Streit- und Konfliktkultur, der Umgang miteinander trainiert werden. Lehrkräfte, die der Meinung sind, dies gehöre nicht zu ihren Lehrauftrag, werden nach kurzer Zeit erfahren, dass sie innert Kürze nicht mehr effizient unterrichten können und sich letztlich unnötig ärgern müssen, sich belasten und wertvolle Unterrichtszeit für eskalierende Konflikte im Klassenzimmer aufwenden müssen. Der "Burn out" lässt grüssen. ____________________________________________________________