Kühnert tritt zurück
Rhetorik.ch Blog
Persönliche Gedanken
von Marcus Knill
zu Aktuellem.
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marcus knill
um
20:41
Als die Raketenoffensive gegen Israel startete, informierten die Fernsehsender in Deutschland und Österreich sehr schnell – mit einem zusätzlich eingeblendeten Lauftext unten am Bildschirm. Es wurde lediglich geschrieben, was vorgefallen war – ohne Kommentar. Das war vorbildlich.
Das Schweizer Fernsehen informierte hingegen erst später im «10 vor 10» und im «Club». Verspätet, aber mit fundierten Beiträgen. Denkbar wäre, dass man bewusst zuwarten wollte, bis Hintergrundinformationen verfügbar waren, mit Berichten von Experten, welche die Neuigkeit vertiefend beurteilten.
Die Öffentlichkeit will jedoch bei wichtigen Vorkommnissen, Katastrophen und so weiter eine sofortige Information. Es genügt bereits, den aktuellen Sachverhalt lediglich zu beschreiben. Es braucht noch keine Einschätzungen. Aus meiner Sicht genügt die rasche Information auf den Onlinekanälen auch noch nicht. Das Fernsehen müsste seine Chance der aktuellen Information mit Einblendungen besser nutzen. Diese sind heute ohne grossen Aufwand möglich.
Aus meiner Sicht darf man jedoch beim Raketenangriff auf Israel beim Schweizer Fernsehen noch nicht von einem Versagen sprechen, weil die Macher nachträglich eine gute Leistung geboten haben. Dennoch schade, dass die Einblendungen gefehlt haben. Der Mensch wünscht sich bei ganz wichtigen Ereignissen immer schnelle, sehr schnelle Information. Ich bin überzeugt, dass die Konsumenten auf ausländische Kanäle ausgewichen sind.
Marcus Knill ist Experte für Medienrhetorik, Berater und Autor von rhetorik.ch.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.
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marcus knill
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18:57
Zur Moderation bei wichtigen Fernsehdebatten:Zur Moderation von wichtigen Fernsehdebatten: Eine fragwürdige Regelungvon Marcus KnillIch durfte für eine Zeitung das Fernsehduell Trump - Harris analyslieren. War spannend.Es ging mir bei meinem Beitrag vor aller darum, die Beobachtungen zu beschreiben und auf Verhaltensweisen hinzuweisen, die für die Wahl folgenschwer sein könnten.Aus medienrhetorischer Sicht brachte diese Debatte viele lehrreiche Erkenntnisse. Die Spielregeln waren ähnlich wie beim ersten Duell Trump-Biden. Aber nachträglich habe ich bei einem Punkt einen Vorbehalt, den ich in meiner Analyse nicht erwäht habe.Es war immer nur ein Mikrofon eingeschaltet. Damit war es keinem Teilnehmer möglich, den Kontrahenten mit einer penetranten Unterbrechungstaktik das Gegenüber zu destabilisieren. Vor vierJahren brachte diese Möglichkeit der Zwischenrufe oder des Unterbrechens für Trump Erfolg. Biden konterte Trump enerviert: "Könntest Du endlich die Klappe halten!?" Spickzettel waren beim jüngsten Duell wiederum nicht zulässig. Harris und Trump mussten freireden. Sie bekamen lediglich einen Notizblock, einen Stift und eine Flasche Wasser. Doch wurde beim jüngsten Duell ständig die Mimik der zuhörenden Person eingeblendet. Wer auf welcher Seite der Bühne stehen darf, wurdeper Münzwurf entschieden. Trump hatte gewonnen und konnte damit die favorisierte Position auf der Bühne - rechts - einnehmen. Dafür erhielt Harris das letzte Wort. Die Akteure war es nicht erlaubt, Fragen zu stellen. Im ersten Duell wurde noch festgelegt, dass dieModeratoren Falschaussagen nicht richtig stellen dürfen.Dieser Regelung wurde im jüngsten Duell geändert:
Die Moderatoren durften neu Fakes während der Debatte direkt korrigieren.
Bei diesem letzten Punkt habe ich einen Vorbehalt:Wenn ein Moderator während der Diskussion den Schulmeister spielen und die Aussagen werten darf, entspricht dies nicht einer professioneller Moderation. Der Moderator stellt Fragen und bringt die Teilnehmenden zum Reden.Er sorgt dafür, dass die Spielregeln eingehalten werden.Aber er bleibt stets neutral, moderat. Er darf die Voten nicht beurteilen.Es liegt nicht an ihm, während des Duells einen Faktencheck vorzunehmen. Das können nachher die Medien vornehmen. Ich würde mich deshalb nicht wundern, wenn Trump diesen Faux pas später aufgreifen wird und verlauten lässt:"Der Sender ABC war parteiisch.".
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marcus knill
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18:21
Gederdebatte bei den Olympischen Spielen
Der Boxverband und das IOC geraten wegen der Geschlechtertests von Imane Khelif und Lin Yu-Ting aneinander. IBA-Präsident Umar Kremlew erhebt schwere Vorwürfe.
Das sagen die Fans in Paris über Imane Khelif.
Fabrizio Bonazza/Daniel Schnüriger/ 20 MinutenDer Boxverband IBA kritisiert das IOC heftig wegen der Geschlechterdebatte um die Boxerinnen Imane Khelif und Lin Yu-Ting.
IBA-Präsident Umar Kremlew warf dem IOC bei einer chaotischen Pressekonferenz vor, den Sport zu zerstören und kritisierte IOC-Präsident Thomas Bach.
Die IBA enthüllte erstmals Details über den Geschlechtseignungstest, den Khalif 2023 nicht bestanden hatte.
Die Situation um die Olympia-Boxerinnen Imane Khelif aus Algerien und Lin Yu-Ting aus Taiwan eskaliert immer mehr. Vor den Halbfinals der beiden berief der Boxverband IBA am Montag eine Pressekonferenz ein. Und die war wild. Auf der PK attackierte Präsident Umar Kremlew das IOC in der Geschlechterdebatte um die Boxerinnen Khelif und Yu-Ting heftig.
In einer 20-minütigen Rede auf Russisch kritisierte der Verbandsboss mehrere Male die Olympia-Organisatoren und namentlich IOC-Präsident Thomas Bach. «Es ist traurig, das zu sehen. Wir zerstören den Sport auf diese Art und Weise», sagte Kremlew, der bei der denkwürdigen Pressekonferenz in Paris per Video aus Russland zugeschaltet wurde.
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marcus knill
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23:50
Das letzte Abendmahl von Draqueens hat nichts mit den Olympischen Spielen zu tun
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marcus knill
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17:08
Sie werden im Gedächtnis eingebrannt: Die Ikonenbilder. Eine Ikone ist ein Bild, das Zeit und Raum überschreitet, um Teil unserer visuellen Kultur zu werden. So wurde die Aufnahme kurz nach dem Attentat auf Trump jetzt auf allen Kanälen publiziert. Sie wird verankert und hat Wirkung. Der Spiegel schreibt: «75 Sekunden, nachdem Trump angeschossen wird, erfasst der Instinktpolitiker Donald Trump die immense Bedeutung dieses Moments: Das Bild mit der empor gestreckten Faust ist ein Meisterstück der politischen Kommunikation.»
Mit dem Blut im Gesicht und der amerikanischen Flagge im Hintergrund symbolisiert Trump den Kämpfer für die USA. Das Bild kann in die Reihe aller bekannter Ikonenbilder eingereiht werden. Ich denke an das fliehende Mädchen nach einem Napalm-Bombenangriff der Amerikaner in Vietnam. Das Bild bewirkte eine neue Beurteilung des Vietnamkrieges. Oder an die Aufnahme mit dem toten Flüchtlingskind am Strand. Das Bild hatte die Flüchtlingspolitik enorm beeinflusst und mehr bewirkt als viele Worte.
Die Kraft des Bildes darf nicht unterschätzt werden. Bei Beeinflussungsprozessen gilt die Erkenntnis der Psychoanalytikerin Virginia Satir (1916-1988). Sie brachte es auf den Punkt, als sie schrieb: «Worte haben keine Energie, solange sie nicht ein Bild auslösen.» Machen wir uns bewusst, die Kraft der Bilder oder der Worte, welche Bilder auslösen, kann auch missbraucht werden. So wie ein Arzt die Wirkung starker Medikamente kennt und damit immer verantwortungsvoll umgehen muss, gilt es auch mit der Kraft des Bildes stets bedacht umzugehen.
Überall: In der Erziehung, in der Politik. Auch in den Medien darf diese manipulative Kraft nicht missbraucht werden. Deshalb müssen alle KI getürkten Bilder oder mit Photoshop veränderten Aufnahmen sofort entlarvt werden. Sie sind stets zu kennzeichnen.
Marcus Knill ist Experte für Medienrhetorik, Berater und Autor von rhetorik.ch.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.
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marcus knill
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18:42
Auch das noch: (Quelle SRF)

Neuer Lapsus: Joe Biden (links) stellt Wolodimir Selenski bei der Nato-Zeremonie in Washington als «Präsident Putin» vor. (11. Juli 2024)
AFP/Brendan Smialowski
Selenski (rechts) nimmt Bidens Fehler mit Humor und entgegnet: «Ich bin besser.»
AFP/Brendan Smialowski
Steht am Nato-Gipfel unter Beobachtung: Joe Biden.
Getty Images via AFP/Kevin DietschSeit seinem desaströsen Auftritt im TV-Duell gegen Trump steht US-Präsident Joe Biden unter Beobachtung.
Beim Nato-Gipfel in Washington ist ihm nun ein peinlicher Fehler unterlaufen.
Biden stellt den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski als «Präsident Putin» vor.
US-Präsident Joe Biden hat seinen ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenski bei einer Nato-Zeremonie irrtümlicherweise als Russlands Präsidenten Wladimir Putin vorgestellt. «Meine Damen und Herren, Präsident Putin», sagte Biden am Donnerstag in Washington über Selenski. Schnell berichtigte sich der 81-Jährige, dessen mentale und physische Eignung für den Wahlkampf und eine zweite Amtszeit derzeit intensiv diskutiert wird.
KOMMENTAR: Einem Präsidenten, dem nach 2000 Uhr kein Auftritt mehr zugemutet werden kann, muss das Feld räumen!
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marcus knill
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02:44
BLOG
Die Öffentlichkeit wünscht rasche Information