Ein Sonntag. Es ist kurz vor 11 Uhr.
Der Unfall in Méribel.
Schumi stürzt Kopf voran auf einen Felsen. Wenige Meter neben der
abgesperrten Piste. Dabei ist Sohn Mick. Schumi, noch bei Bewusstsein,
wird 45 Minuten später mit dem Heli nach Albertville geflogen.
Komplikationen. Der Heli muss notlanden. Schumi wird intubiert. 12.40
Uhr. Die Ärzte sprechen von Lebensgefahr. Michael wird nach Grenoble
geflogen. Wieder Operation. Ein Loch muss in den Schädel gebohrt werden.
30. Dezember 2013
Pressekonferenz.
Schumis Zustand ist sehr kritisch, künstliches Koma. Merkel und Clinton schicken Genesungswünsche. Die Familie bedankt sich für das grosse Mitgefühl. Neue OP kurz vor Mitternacht.
31. Dezember 2013
Ärzte reden von kritischem Zustand, der aber unter Kontrolle sei.
Weitere Hämatome im Hirn sollten bald entfernt werden.
3. Januar 2014
Schumis 45. Geburtstag. Hunderte von Fans schwenken vor dem Spital in Grenoble die Ferrari-Flaggen.
7. Januar 2014
Corinna Schumacher bittet die Medien, die Privatsphäre zu respektieren.
29. Januar 2014
Aufwachphase? Lungenentzündung? Managerin Sabine Kehm: «Alles Spekulationen, was nicht von den Ärzten kommt!»
21. Februar 2014
Massa besucht als erster GP-Fahrer seinen Kollegen: «Er sieht normal aus und bewegt seine Lippen!»
7. März 2014
Gerüchte über ein eigenständiges Atmen werden dementiert. Ein
als Priester verkleideter Reporter versucht, ins Zimmer zu kommen.
16. März 2014
Französische Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen ein.
3. April 2014
Managerin Kehm: «Es gibt Anzeichen, die Mut machen!»
29. April 2014
Die Stadt Sarajevo ernennt Schumi zum Ehrenbürger. Zweimal war er dort und spendete Geld für die durch Minen verletzten Kinder.
11. Juni 2014
Flavio
Briatore, Schumis Ex-Teamchef: «Es gibt nichts Neues. Aber sicherlich
sind in diesem Fall keine Nachrichten schlechte News!»
16. Juni 2014
Schumi liegt nicht mehr im Koma und wird von Grenoble
in eine Reha-Klinik in Lausanne gebracht.
23. Juni 2014
Kehm
enthüllt, dass die Krankenakte von Michael gestohlen wurde. Sie wird
für 60 000 Franken verschiedenen Medien angeboten. Es läuft eine
Untersuchung.
25. Juni 2014
Staatsanwaltschaft von Grenoble ermittelt.
Der ärztliche Schumi-Bericht ist unter dem Decknamen «Kagemusha» auf dem Markt.
7. Juli 2014
Die Staatsanwaltschaft konnte die IP-Adresse der gestohlenen Schumi-Akten zuordnen. Es ist eine Heli-Firma bei Zürich.
8. Juli 2014
Die Firma hat selbst Strafanzeige gestellt, möchte damit Klarheit schaffen.
17. Juli 2014
Corinna
Schumacher wendet sich im Programmheft des GP Deutschland zu Wort: «Ich
muss sagen, dass euer Mitgefühl uns alle umgehauen hat. Gut zu wissen,
dass wir die schwerste Zeit gemeinsam überstanden haben.»
25. Juli 2014
Die Familie Schumacher bietet den Privatjet von Michael zu einem Preis von 20 Millionen Euro an.
4. August 2014
Daimler-Chef Dieter Zetsche: «Unser Vertrag mit Michael bleibt. Er wird lebenslang ein Botschafter unserer Marke sein.»
5. August 2014
Der
mutmassliche Dieb der Krankenakte von Schumi wird festgenommen –
U-Haft. Es ist ein Angestellter einer Schweizer Flugrettungsfirma.
6. August 2014
Der 54-jährige Deutsche, der im Kanton St. Gallen wohnte,
wird erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Die Ermittler gehen von Selbstmord aus. Fall abgeschlossen.
9. September 2014
Schumi ist nach 254 Tagen wieder daheim in Gland VD.
Kehm: «Michaels Rehabilitation wird nun von zu Hause aus fortgeführt Er
hat der Schwere der Verletzungen entsprechende Fortschritte gemacht!»
11. September 2014
Die ersten Paparazzi tauchen (sogar mit Drohnen!) vor der Villa am Genfersee auf. Polizei vertreibt die Störenfriede. Eine russische Agentur wollte sogar mit einen Livestream berichten.
5. Oktober 2014
In
Suzuka verunglückt Jules Bianchi (25) und in Rom stirbt Ex-GP-Pilot
Andrea de Cesaris (55) bei einem Töffunfall. Gleichzeitig besucht
FIA-Präsident Jean Todt seinen Freund Schumi: «Er hat Fortschritte
gemacht, es liegt noch ein langer schwerer Weg vor ihm.»
14. Oktober 2014
Wieder
kommt die Helmkamera von Michael beim Unfall zur Diskussion. Der Wert
der Aktie von Hersteller GO-Pro sinkt um 16 Prozent, erholt sich aber
schnell wieder.
23. Oktober 2014
Professor Jean-Francois
Payen, der Schumi besucht und behandelt: «Das familiäre Umfeld kann
helfen!» Dann sagt er: «Es gibt einen Ein- bis Drei-Jahres-Plan.»
13. November 2014
Die
offizielle Homepage wird reaktiviert. Zum 20. Jahrestag seines ersten
WM-Titels in Adelaide, als Schumi im Final mit dem Benetton Damon Hill
im Williams abschoss. Am Abend hält Sebastian Vettel für sein Vorbild in
Berlin die Laudatio. Denn Schumi wird mit dem seltenen Milleniums-Bambi
für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
16. Dezember 2014
Schumi gehörte in diesem Jahr zu den meistgefragten Menschen bei Google.
29. Dezember 2014
Ein
Jahr nach dem Unfall. Kehm meldet sich endlich wieder: «Wir brauchen
viel Zeit. Es wird lange dauern und ein harter Kampf!» Ex-GP-Pilot
Philippe Streiff (seit dem Brasil-Unfall 1989 im Rollstuhl) behauptet:
«Michael beginnt, Menschen zu erkennen, und soll bald aufrecht sitzen!»
Das Dementi kommt sofort.
31. Dezember 2014
Der «Corriere
della Sera» schreibt von Schumi, der emotional auf seine Familie
reagiere, und von Tränen, wenn er die Stimme von Corinna und seinen
Kindern höre. Dementi.
3. Januar 2015
Schumi wird 46 Jahre alt. Fans lassen in Deutschland 46 Luftballons gegen den Himmel steigen.
2. März 2015
Riesenrummel
um Mick Schumacher, der früher sogar unter dem Mädchennamen seiner
Mutter (Betsch) starten musste. Er wird Formel-4-Pilot und Dutzende von
TV-Stationen berichten.
5. März 2015
In die Klinik von
Johannes Peil, jahrelang ein enger Vertrauter von Schumi, wird
eingebrochen – und ein Laptop gestohlen. Wollte da jemand an
Informationen über Michael herankommen?
26. April 2015
In
Oschersleben holt Mick Schumacher (16) seinen ersten Formel-4-Sieg. Die
deutsche Hymne erklingt. Über seinen Vater darf er natürlich nicht
sprechen!
15. Mai 2015
Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo
wird in Detroit in die Hall of Fame aufgenommen. Er widmet die
Auszeichnung Michael Schumacher, «dem grössten Piloten der
Ferrari-Geschichte!»
22. Mai 2015
Managerin Kehm redet
endlich wieder – im Rahmen einer Sponsorveranstaltung (Uhren): «Wir sind
froh, weiter sagen zu können, dass er Fortschritte macht.»
30. Mai 2015
Im «Spiegel» regt sich Kehm auf, dass die Paparazzi schon versuchen, aus der Luft Fotos zu machen, oder sich im Wald verstecken.
3. Juni 2015
GP-Boss
Bernie Ecclestone erklärt, dass er Schumi nicht besuchen werde: «Ich
will Michael so in Erinnerung behalten wie beim letzten Zusammentreffen.
So will ich ihn sehen!»
11. Juni 2015
Die drei Blätter
«Bunte», «Freizeit-Revue» und «Freizeit-Spass» werden von einem Münchner
Richter ermahnt, ihre Spekulationen in Bezug auf Schumis Zustand
einzustellen.
17. Juli 2015
In Nizza stirbt der Franzose
Jules Bianchi nach neun Monaten an den Folgen der unheilbaren
Hirnverletzungen vom Suzuka-Crash mit einem Rettungs-Bagger.
21. August 2015
Schumis
alter Rivale Mika Häkkinen meldet sich zu Wort: «Kämpfe weiter mein
alter Freund. Ich wünsche dir, dass bald ein Wunder geschieht!»
24. September 2015
Philippe Bianchi, der Vater des toten Jules: «Solange er da ist, wird Michael kämpfen. Es gibt immer Hoffnung!»
25. September 2015
Ferrari-Chef
Maurizio Arrivabene vergleicht in Italo-Medien Schumi mit Vettel: «Ich
kann sagen, dass Sebastian in gewisser Weise besser ist als Michael. Vor
allem vom Charakter her!»
26. September 2015
Arrivabene
ist entsetzt über die Reaktionen. Seine Dementi-Rede bei RTL ist mager:
«Beide sind eben verschiedene Menschen. Wenn du das erste Mal Michael
triffst, reagierst du eben so.»
21. Oktober 2015
Ross Brawn, enger Freund von Michael, besucht ihn: «Corinna hält mich auf dem Laufenden. Wir müssen weiter beten!»
21. November 2015
Beim
Race of Champions in London wird ein Transparent gezeigt: «Wir
vermissen dich, werde bald wieder gesund!» Vettel sagt der Agentur SID:
«Wir wissen, dass er kämpft, wir wissen aber auch, dass es ihm nicht gut
geht!»
22. Dezember 2015
Die «Bunte» sorgt für Aufregung, titelt: Er kann wieder gehen... Dementi.
29. Dezember 2015
Der zweite Jahrestag des Unfalls. Die Leidensgeschichte dauert jetzt schon 731 Tage.
September 2016
Gerichtsverfahren
gegen die «Bunte» wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
Schumachers Anwalt Felix Damm: «Er kann nicht laufen. Mit der Behauptung
habe man Familie Schumacher dazu gezwungen, gegen ihren Willen Stellung
zu beziehen.»
Das Magazin wird zu 50 000 Euro Strafe verurteilt.
Dezember 2016
Ein Unbekannter bietet verschiedenen Medienhäusern Bilder von Schumi aus dem Krankenbett an.
Preis: Eine Million Euro! Schumacher-Managerin Kehm erstattet bei der
Staatsanwaltschaft Offenburg Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen
wegen aufgenommen.
13. Dezember 2016
Schumi macht den Schritt auf Social Media. Auf Instagram und Facebook werden Profile für ihn aufgeschalten. Als Dank für die Anteilnahme der Fans.
17. Dezember 2016
Managerin Sabine Kehm verrät die Hintergründe, warum die Familie so wenig über den Gesundheitszustand von Schumi bekannt gibt.
«Michaels Gesundheit ist kein öffentliches Thema, und daher werden wir
uns weiterhin dazu nicht äussern. Schon allein deswegen, weil wir die
Privatsphäre von Michael so weit wie möglich schützen müssen. Dabei
würde auch juristisch gesehen jede Aussage zum Gesundheitszustand den
Umfang seiner Privatsphäre auf Dauer verringern», sagt Kehm.
Mai 2017
Ein 25-Jähriger versucht, die Familie Schumacher zu erpressen.
Er fordert in einer Mail 900'000 Euro. «Wenn das Geld bei uns bis 31.
März 2016 nicht eingeht, werden Ihre Kinder auf irgendeine Art und Weise
verunglücken», so die Drohung. Doch Erpresser Hüseyin B. (25) nennt
seine private Bankverbindung, wie «Bild» berichtet. Er wird verhaftet
und erhält eine Bewährungsstrafe.
Oktober 2017
Es wird ruhig um Schumi. Die Familie hütet die Wahrheit über den Gesundheitszustand wie ein Staatsgeheimnis.
Sein ehemaliger Manager Willi Weber kritisiert die Schumachers deswegen heftig.
In einem Interview mit der «Bunte» erklärt er: «Ich bemängele seit
einiger Zeit, dass die Familie Schumacher nicht die volle Wahrheit sagt.
Aber ich beisse da auf Granit, mein Rat wird nicht mehr gehört.» Seiner
Meinung nach wäre es an der Zeit, den Fans «reinen Wein einzuschenken».
26. April 2018
Die «Bunte» macht publik,
dass die Erwachsenenschutzbehörde Kesb das Vermögen von Michael Schumacher teilweise verwaltet.
Demnach hat Papa Rolf eine Generalvollmacht. Corinna darf nach einem
Antrag Geschäfte für Michael abwickeln, aber nur eingeschränkt. Bei
grösseren Geldbeträgen, Grundstückskäufen oder Krediten, muss sie bei
der Kesb nachfragen.
Juli 2018
Es wird bekannt, dass
Corinna Schumacher ein Anwesen auf Mallorca in der Gemeinde Andratx gekauft hat.
Ehemaliger Besitzer der Villa ist Real-Boss Florentino Perez (71).
Corinna soll für die Villa 30 Millionen Euro bezahlt haben, wie deutsche
Medien berichten.
15. August 2018
Katia Rourarch, die
Bürgermeisterin von Andratx, gibt in der Zeitung «L'Illustré» bekannt,
dass Michael Schumacher seinen Wohnsitz in Gland VD verlassen wird und
ins Anwesen auf Mallorca umzieht. Die Meldung verbreitet sich wie ein
Lauffeuer.
Doch schnell folgt das Dementi. Alles ein Missverständnis. In Tat und Wahrheit wird die Villa als Feriendomizil für Corinna und die Kinder dienen.
13. Oktober 2018
Mick Schumacher holt in Hockenheim die Formel-3-Krone. Er sagt in seiner erfolgreichen Formel-3-Saison auch:
«Mein Papa hatte einen riesigen Einfluss auf meine Karriere.
Er war mein Idol und ich versuche, ihm in allem nachzueifern und zu
schauen, ob ich das für mich nutzen kann. Das macht mich richtig
glücklich.»
November 2018
Erzbischof Georg Gänswein
erzählt Details von seinem Besuch bei Schumacher: «Er spürt, dass
liebende Menschen um ihn herum sind, sich um ihn sorgen und gottlob die
allzu neugierige Öffentlichkeit fernhalten.» Gänswein war Präfekt des
Päpstlichen Hauses im Vatikan unter dem emeritierten Papst Benedikt.
Sein Besuch fand im Sommer 2016 statt.
13. November 2018
Wieder die «Bunte».
Sie druckt einen Brief ab, den ihr der deutsche Musiker Sascha Herchenbach überreicht hat.
Er stammt von Corinne Schumacher. Sie schreibt darin auch einen Satz,
der vielen Hoffnung macht: «Wir wissen alle, Michael ist ein Kämpfer und
wird nicht aufgeben.»
7. Dezember 2018
Schumi «schaut» noch immer die Formel 1. Das verrät Jean Todt, einer der wenigen, der den Deutschen regelmässig besucht.
An der Seite von Schumi schaute er am 11. November den GP Brasilien.
«Ich bin immer vorsichtig mit solchen Aussagen, aber es stimmt. Ich
habe das Rennen gemeinsam mit Michael Schumacher bei ihm zu Hause in der
Schweiz geschaut.» Wie viel Schumi vom Rennen mitgekriegt hat, weiss
niemand.
29. Dezember 2018
Der fünfte Jahrestag des verhängnisvollen Unfalls. BLICK fragt:
«Wollen wir wirklich wissen, wie es Schumi geht?» Der Grossteil der Fans beantwortet die Frage mit ja.
2. Januar 2019
Einen
Tag vor Schumachers 50. Geburtstag rührt die Familie die Fans weltweit
zu tränen. «Ihr könnt euch sicher sein, dass er in besten Händen ist und
wir alles Menschenmögliche tun, um ihm zu helfen»,
so die emotionalen Worte der Familie.
«Bitte habt Verständnis, wenn wir uns nach Michaels Wünschen richten
und ein so sensibles Thema wie Gesundheit, so wie früher auch immer, in
der Privatsphäre belassen. Zugleich sagen wir herzlichen Dank für eure
Freundschaft und wünschen euch ein gesundes und glückliches Jahr 2019.»
9. Januar 2019
Manager Sabine Kehm gibt ein Interview.
Bei «f1.com» sagt sie unter anderem: «Michael hatte immer seine
Familie. Corinna und er, sie waren so ein perfektes Paar. Und sie sind
immer noch ein perfektes Paar, wenn sie mich fragen.» Über den
Gesundheitszustand sagt sie natürlich nichts.
19. Januar 2019
Michaels Sohn Mick Schumacher wird Teil der Ferrari Driver Academy.
Der damals 19-Jährige strebt eine Formel-1-Karriere an, verdient sich
in der Saison 2019 erstmals in der Formel 2 seine Sporen ab.
4. April 2019
Es ist als ob jemand die Zeit zurück gedreht hätte.
Mick Schumacher fährt erstmals Ferrari
– elf Jahre, nachdem sein Vater die letzte Runden im roten Boliden
drehte. Mick klettert für Testrunden in den Boliden, Tags darauf darf er
auch im Alfa-Sauber ans Steuer.
17. April 2019
Ex-Manager Willie Weber verrät bei «Motorsport-Total» , welchen Plan Schumi für die Zeit nach der Karriere hatte.
Demnach wollte er mit seinem Sohn Mick als Manager in die Formel 1. Es war der grosse Wunsch, dass Mick in seine Fussstapfen treten würde.
11. Mai 2019
Die «BILD am Sonntag» macht publik,
dass eine Dokumentation über Schumacher ins Kino kommen soll.
Es soll seine beispiellose Karriere gezeigt werden. Dazu private,
bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Privatleben. Ausserdem sollen
Corinna und die Kinder Mick und Gina-Lisa im Film über Schumi sprechen.
Jedoch soll es keine Infos zum Gesundheitszustand geben und auch keine
Aufnahmen nach dem Skiunfall. Als Erscheinungsdatum wird der 5. Dezember
2019 angegeben.
4. August 2019
Ein Schumacher klettert
wieder ganz zuoberst aufs Podest. Mick gewinnt sein erstes
Formel-2-Rennen. Mama Corinna ist in Budapest dabei und sichtlich
gerührt.
9. September 2019
Die französische Zeitung «Le Parisien» berichtet, dass Schumacher sich in Paris befinden soll.
Er soll eine Stammzellen-Infusion bei einem renommierten Chirurgen erhalten. Die Meldung wird weder bestätigt noch dementiert.
8. November 2019
Corinna Schumacher gibt ein seltenes Interview.
Im «She’s Magazine» von Mercedes dankt sie ihrem Schumi. Das Gespräch
dreht sich um die Ranch in Givrins VD, die sie besitzt. Corinne: «Ich
vergesse nicht, wem ich das hier zu verdanken habe. Und das ist nun mal
mein Mann Michael.»
16. November 2019
Die Doku über Schumi
wird verschoben. «Die Regie und Produktion möchten sich aufgrund des
sehr umfangreichen Materials noch mehr Zeit zur Fertigstellung des Films
einräumen», wird die Produktionsfirma B14 Film in der «Bild am Sonntag»
zitiert. Neuer Erscheinungstermin: nicht vor dem vierten Quartal 2020.
(Quelle BLICK online)
Marcus Knill
21.01.2020 Geruch, der Konsumenten verführt
Wer das «Parfüm» gelesen hat weiss, dass der Duft das Verhalten, die Stimmung und Handlungen nachhaltig beeinflussen kann – im positiven wie auch im negativen Sinn. Wenn wir beispielsweise beim Zahnarzt Schmerzen erlitten haben und später wieder eine Praxis betreten, so wirkt sich der Geruch negativ auf das Wohlbefinden aus.
Unternehmen sitzen heute Gerüche zur Verkaufsförderung gezielt ein. Warenhäuser locken Kunden mit den Düften der Kosmetikabteilung im Eingangsbereich an. Lebensmittelketten versprühen einen Duft von frisch gebackenem Brot bei den Backwaren auf der linken Seite nach dem Eintritt, weil die Kunden die rechte Seite bevorzugen, wo Gemüse und Früchte sich zum Kauf anbieten.
Als ich jüngst die Privatklinik Lindberg betreten hatte, löste ein dezenter Duft Wohlbefinden aus. Ich wähnte mich jedenfalls nicht in einem Spital. Ich ging der Sache auf den Grund und fand im ganzen Gebäude auf allen Ebenen grössere Gefässe mit Stäben, die eine angenehme, unauffällige Duftnote verbreiteten. Die Klinik lässt sich den individuellen Geruch etwas kosten: pro Gefäss ungefähr 500 Franken.
Das zahlt sich aus. Denn Patienten, die eine Operation vor sich haben, kommen in einer verständlichen Verspannung, die beim Betreten der Klinik durch den angenehmen Geruch gelöst wird. Die Duftstrategie wird kaum wahrgenommen. Ich machte die Nagelprobe bei zehn Patienten. Der unauffällige Geruch wurde von den meisten nicht wahrgenommen.
Die Mobiliar ergänzt ihr Corporate Design um den neuen Raumduft «Chère M» (persoenlich.com berichtete) und die Swiss will demnächst ein eigenes Duftkonzept in den Kabinen schrittweise einführen. Die eigene Duftnote soll schon beim Checkin eingesetzt werden. An Bord, in der Luft, später auch am Erfrischungstuch soll er erkennbar werden. Die Absicht ist es, den Kunden entlang der ganzen Reise-Erfahrung die Marke Swiss mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Das sagte Suisse-Sprecher Stefan Vasic zu 20 Minuten.
Die Zusammensetzung der Swiss-Duftnote wird nicht verraten. Sie soll jedenfalls nicht aufdringlich sein – ganz den Markenwerten entsprechend: subtil, zurückhaltend, und naturbelassen.
Dürfte bewirken viel. Sie setzen sich im Hirn fest und sind stark mit Erinnerungen verbunden. Deshalb führen immer mehr Unternehmen eine Duft-Strategie ein. Sie soll eine emotionale Bindung an die Marke erzeugen und damit die Kundenbindung verstärken. Düfte können aber auch nerven und lästig werden.
Bei positiv besetzten Gerüchen besteht die Kunst darin, dass die Konzentration so dosiert wird, dass der Duft noch knapp wahrgenommen wird. Marketingleute machen sich diese physiologische Wirkungsweise Geruch zum potentiellen perfekten Werbemittel. Entscheidend ist für die starke Wirkung von Gerüchen, dass sie direkt auf das limbische System und damit auf die Emotionen einwirken.
Die Information fliesst direkt in die Zentren, wo Erinnerungen und Gefühle gespeichert sind. Deshalb besitzen Düfte eine so hohe manipulative Kraft.
Wir sollten nicht nur mit offenen Ohren und offenen Augen durch die Welt gehen, sondern die Umwelt vermehrt mit einer offenen Nase wahrnehmen. So schärfen wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit und erkennen, wie wir mit Gerüchen verführt, manipuliert und beeinflusst werden.
Marcus Knill ist Experte für Medienrhetorik und Autor der virtuellen Navigationsplattform für Kommunikation und Medien rhetorik