Montag, 22. Oktober 2018
Samstag, 20. Oktober 2018
Sprachsprechstunde
Woran erkennt man Populisten?
Martin Ebel über Politiker, die vorgeben, die Interessen des Volkes zu vertreten und für alle Probleme einfache Lösungen zu haben.
DER KONTRAPUNKT ZUR DIREKTEN DEMOKRATIE:
Marcus Knill: Verteufelter Populismus
Im deutschen Fernsehen wurde nach der überraschenden Trump-Wahl der sogenannte Populismus verteufelt, alle patriotischen Parteien als Populisten gebrandmarkt und mit sämtlichen Parteien am rechten Flügel in den gleichen braunen Topf geworfen. Im Grunde genommen werden damit auch demokratische Entscheide in Frage gestellt.Mich erstaunten folgende einseitige Aussagen, die ich in zahlreichen Analysen und Kommentaren vernommen hatte:
- Wenn das Volk «falsch» entscheidet, muss man sich fragen, ob wir überhaupt das Volk entscheiden lassen sollen.
- Das Volk ist unfähig, differenziert zu denken.
- Das Volk lässt sich verführen.
- Volksentscheide lassen den Populismus erstarken.
- Die Mehrheit hat nicht immer recht, deshalb stösst die direkte Demokratie an Grenzen.
- Populismus ist gefährlich, weil bei Mehrheitsentscheiden die Minderheiten unter die Räder kommen.
- Der fragwürdige Entscheid in den USA verdeutlicht, dass man bei wichtigen Fragen das Volk nicht allein entscheiden lassen darf.
Nicht nur in der ARD versuchten in den letzten Tagen Moderatoren, Politologen und Analytiker alle Bewegungen auf der rechten Seite – AfD, Trump-Anhänger, die Le-Pen-Bewegung in Frankreich usw., aber auch die SVP in der Schweiz – als nationalistisch, populistisch, nationalkonservativ oder rechtsextrem abzustempeln. In verschiedensten Sendegefässen wurde die Bevölkerung immer wieder vor Volksbewegungen gewarnt.
Es zeigt sich, dass für Länder, welche die Demokratie nicht gekannt haben, Volksentscheide ungewohnt sind und vermutlich deshalb nicht geschätzt werden. Für viele meiner Freunde in Deutschland ist die direkte Demokratie auf ihren Staat nicht übertragbar. Ein Journalist aus dem süddeutschen Raum sagte mir: «Bei der Einwanderungsfrage hat sich gezeigt: Wir können froh sein, dass wir keine direkte Demokratie haben.» Deutschland kennt weder Referendum noch Initiative.
Als direkte Demokratie wird – im Gegensatz zu der in vielen anderen Staaten der Welt üblichen parlamentarischen Demokratie – die in der Schweiz heimische Variante der Demokratie bezeichnet, bei der das Volk nicht nur über Wahlen, sondern durch häufige Volksabstimmungen direkten Einfluss auf die Politik nehmen kann.
Zweifel an den Volksentscheiden sind nichts Neues. In Diskussionen mit Studenten dominierte bereits vor Jahren der Einwand: Das Volk kann komplexe Zusammenhänge gar nicht erfassen. Es fehlt die Kompetenz bei Laien. Deshalb sei es besser, wenn wir bei nachhaltigen Entscheiden (beispielsweise Umweltschutz) Experten entscheiden lassen. Es trifft tatsächlich zu: Im Alltag können zahlreiche Volksentscheide hinterfragt werden.
Demokratisch gefällte Mehrheitsentscheide sind aber viel weniger gefährlich, als Entscheide, welche von Monarchen oder Technokraten zu schnell umgesetzt werden und dann vom Volk nicht mehr korrigiert werden können.
Übrigens: Statt jene Parteien, die bei der Bevölkerung ankommt, als Populisten zu verschreien, müssten andere Parteien die Sorgen und Nöte des Volkes ernster nehmen. Dies hat erstaunlicherweise die amerikanische Presse nach der Trump-Wahl selbstkritisch eingestanden. Viele Politiker und Journalisten wüssten derzeit gar nicht mehr, was den Stimmberechtigten unter den Nägeln brennt.
Der Begriff «Populist» deutet eigentlich nur darauf hin, dass die Sorgen der Bevölkerung thematisiert und ernst genommen werden. Heute wird der Begriff leider bewusst nur noch mit negativen Vorzeichen versehen. Für mich gilt nach wie vor folgendes Churchill-Zitat: «Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.»
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marcus knill
um
17:45
Freitag, 19. Oktober 2018
Kampagnen zur Selbstbestimmungsinitiative lanciert
Das Plakat der Befürworter
Selbstbestimmungsinitiative
Komet kreierte diese Kampagne
Keine Schäfchen oder Messerstecher: Die Kampagne der SVP kommt ungewohnt daher – und von einer anderen Agentur.
Die Gegner fahren hingegen gröberes Geschütz auf
Noch nie wurde die SVP so hart angegriffen.
Noch nie wurde die SVP so hart angegriffen.
Verkehrte Welt:
Die Gegner haben ein prall gefüllte Kasse und provozieren in SVP Manier.
Der Kampf David gegen Goliath scheint aussichtslos. Dennoch zittern die Gegner vor einem Ja.
Auch bei der EWR Abstimmung waren alle gegen die SVP.
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marcus knill
um
09:53
Donnerstag, 18. Oktober 2018
Mundartwörter (SRF)
Urige Wörter, heutige Sprache
Dieser Link öffnet das Video in einem neuen Fenster.: Video «Mundartgeschichte von Kilian Ziegler» abspielen
«Ned täubele, nor ned überuttere» – eine Mundartgeschichte
Notiert von
marcus knill
um
21:25
Montag, 15. Oktober 2018
Sonntag, 14. Oktober 2018
Christian Amsler will gegen KKS antreten
KKS empfahl ihm zu kandidieren
Sie weiss, dass er keine Chance hat. (Ihm fehlt die Erfahrung im Parlament und er ist keine Frau)
Amsler weiss anderseits, dass er sich mit der Kandidatur auf nationaler Ebene profilieren kann.
Christian Amsler (54), Schaffhauser Regierungsrat, will es zwar noch nicht offiziell bestätigen, doch ihm nahe stehende Parteimitglieder wissen laut «Sonntagszeitung»: Er will. Er habe sich definitiv entschieden, gegen Karin Keller-Sutter in den Bundesrats-Wahlkampf zu steigen. Selbst Karin Keller-Sutter habe ihn ausdrücklich aufgefordert, zu kandidieren. Ob er sich für eine Bundesratskandidatur zur Verfügung stelle, werde er an der kantonalen Parteiversammlung am kommenden Donnerstag bekannt geben. (Quelle Blick)
Notiert von
marcus knill
um
12:39
Samstag, 13. Oktober 2018
Salamitaktik als Brandbeschleuniger
Krisenkommunikation -
Salami-Taktik geht immer in die Hose
Weshalb machen Chefs immer wieder die selben Fehler?
In Krisensituationen
- beschönigen sie
- beschwichtigen
- schweigen
- ignorieren das Problem
- tauchen ab
- wiegeln ab
- wählen die Salamikommnikationstaktik. D.h., sie geben scheibchenweise nur soviel preis, als man muss
- die Krise wird nicht ernst genommen
- man wehrt sich mit Selbstschutzbehauptungen
- und macht Schuldzuweisungen
- Selbstkritik ist ein Fremdwort
- man verzichtet auf einen Hofnarren (Berater), der sagt: "Stopp, so nicht"
- agieren kopflos, unbedacht, unvorbereitet
An ähnlichen schlechten Beispielen mangelt es nicht:
- Susanne Ruoff
- PierinVincenz
- Patrik Gisel
- Pierre Maudet
- Philipp Hildebrand
Die Verhaltensmuster sind vielfach ähnlich.
Die Gründe:
Die Betroffenen sind durch die Machtbefugnisse, durch Geld blind geworden.
Macht macht blind. Sie ist wie eine Droge mit der Nebenwirkung: Man verliert die Bodenhaftigkeit.
Es tritt gleichsam ein Realitätsverlust ein (mir kann nichts geschehen).
Man wird immun auf Kritik.
Wenn die Gier dazu kommt, wird der Mix gefährlich.
(Aus Business-netz):
In einer Krise müssen Chefs kommunizieren. Nur so können sie den
Schaden begrenzen, die Glaubwürdigkeit erhalten und das Vertrauen der Öffentlichkeit wiedergewinnen.In Krisensituationen
- beschönigen sie
- beschwichtigen
- schweigen
- ignorieren das Problem
- tauchen ab
- wiegeln ab
- wählen die Salamikommnikationstaktik. D.h., sie geben scheibchenweise nur soviel preis, als man muss
- die Krise wird nicht ernst genommen
- man wehrt sich mit Selbstschutzbehauptungen
- und macht Schuldzuweisungen
- Selbstkritik ist ein Fremdwort
- man verzichtet auf einen Hofnarren (Berater), der sagt: "Stopp, so nicht"
- agieren kopflos, unbedacht, unvorbereitet
An ähnlichen schlechten Beispielen mangelt es nicht:
- Susanne Ruoff
- PierinVincenz
- Patrik Gisel
- Pierre Maudet
- Philipp Hildebrand
Die Verhaltensmuster sind vielfach ähnlich.
Die Gründe:
Die Betroffenen sind durch die Machtbefugnisse, durch Geld blind geworden.
Macht macht blind. Sie ist wie eine Droge mit der Nebenwirkung: Man verliert die Bodenhaftigkeit.
Es tritt gleichsam ein Realitätsverlust ein (mir kann nichts geschehen).
Man wird immun auf Kritik.
Wenn die Gier dazu kommt, wird der Mix gefährlich.
(Aus Business-netz):
Lernen wir aus den Kommunikationsfehlern von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg: Vermeiden wirjegliche Salami-Taktik. Es lohnt sich meist alles offen zu legen – und zwar alles. Obeschon Juristen davon abhalten ist Mea culpa ein bewährter Befreiungsschlag
Verbannen Sie die Salami-Taktik in Ihr Zeitmanagement
Die Kommunikationsstrategie Guttenbergs war katastrophal. Erst bezichtigte er die Plagiatsvorwürfe als „abstrus“ und „ich verzichte vorübergehend, ich betone, vorübergehend auf seinen Doktortitel“, um dann im Zuge der Nachforschungen der Medien und vor allem der Internet Community immer häppchenweise eine neue Stellung zu beziehen, die seine vergangenen Äußerungen ad absurdem führten. Im Klartext: Guttenberg wandte eine Salami-Taktik an, die durch den Druck von außen diktiert wurde. Nicht Guttenberg legte alles offen, sondern die Internet Community. Für ein Krisenmanagement die erdenklich schlechteste Taktik, die Sie nur wählen können.In Krisen gilt vor allem eins:
Kommunizieren Sie offen, ehrlich und offenbaren Sie alles
Versuchen Sie nichts zu verbergen. Sie werden wie Guttenberg über diese Geheimnisse stolpern. In der heutigen vernetzten Welt bedeutet der Austausch über Wissen und Information Macht – und zwar die Macht aller. Diese Macht sollten Sie nie unterschätzen. Deshalb:- zeigen Sie gerade in Krisenzeiten eine erhöhte Transparenz.
- legen Sie alles offen. Nur so bleiben Sie glaubwürdig. Denn wer nur unter Druck Fehler eingesteht, dem wird später nicht mehr geglaubt.
- stehen Sie zu gesetzten Standards, die die Unternehmenspolitik bestimmt. Gerade in Krisenzeiten müssen Sie zeigen, dass diese Standards umgesetzt werden.
- ziehen Sie die richtigen Konsequenzen – und zwar so früh wie möglich. Lassen Sie sich nicht von außen Ihre Handlungsfreiheit nehmen. Zeigen Sie, dass Sie verantwortungsvoll und aktiv (nicht re-aktiv) mit der Krise umgehen.
Notiert von
marcus knill
um
18:44
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