Dienstag, 20. Juni 2017

Alles nur eine Stilfrage?

Gibt es Grenzen bei Auftritten von Journalisten?

Medienkritik: Hat Interviewen mit Tattoos Stil? | NZZ am Sonntag

https://nzzas.nzz.ch/notizen/medienkritik-hat-interviewen-mit-tattoos-stil-ld.154780
01.04.2017 - Seit Bundesrat Berset von einer tätowierten Moderatorin interviewt wurde, tobt ein Sturm in den Medien.
KOMMENTAR:
Bei Journalisten gibt es keine Kleidervorschriften. Dennoch müssten sich alle Berufe mit Publikumskontakt bewusst sein, dass es sich lohnt, auf alles zu verzichten, das die Kommunikation erschwert. Bei Medienauftritten empfehle ich stets, auf alles zu verzichten, was von der Botschaft ablenkt.
Das Fernsehen hatte deshalb auch den Moderatoren verlangt, dass sie auf Piercings verzichten oder den Nasenring während des Auftrittes entfernen. Auch Kleider können die Konsumenten irritieren.
Deshalb gibt es in Banken einen Dresscode.
Mein Ratschlag: 
- Die Aufmachung und Kleider sollten immer zur Sitaution passen.
An eine Beerdigung geht auch niemand im Sporttenue. Und in der Freizeit ist ein Smoking deplaziert.
- Die Bekleidung muss zum mir, meiner Hautfarbe passen und gepflegt sein.
- In der Kleidung muss es mir zudem wohl sein.
Journalisten kommen vielfach hinsichtlich Kleidung sehr schlecht weg. Es ist eine Stilsünde, wenn ein Journalist im T-Shirt zur Bundespräsidentin geht. Viele sind sich nicht bewusst, dass man nicht wochenlang die gleichen ausgelatschten Turnschuhe tragen sollte. Journalisten im Bundesahus sind nicht selten, die sich dort einfach nicht von ihrer liebsten abgetragenen Outdoor-Jacke trennen wollen.
Denkbar, dass sie mit ihrem Outfit bewusst machen wollen: Wir sind unabhängig. Für uns gelten keine Kleiderkonventionen. S
Auch bei Lehrpersonen war lange Zeit schludriges Auftreten in.
Nach der 68er Generation mit dem bewussten "Körnchenpicker-Image" hat die junge Generation gemerkt, dass ein Lehrer ernster genommen wird, wenn er sich nicht uniformiert und angemessen gekleidet unterrichtet und nicht im Turntenue beim elterngespräch erscheint.
Schade, dass die Moderatorin sich nicht bewusst war, dass sich die Fernsehkonsumenten sich nicht auf ihrer Fragen, sondern auf auf die Tätowierung mit dem velofahrenden Skelett konsentriert haben. 
Auf die Frage, ob das Interview mit tätowierten Armen ein No Go war oder nicht erübrigt sich somit.
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Montag, 19. Juni 2017

Lernen in der dritten Lebensphase

Zur Lernfähigkeit im Alter

Dass Jugendliche Lerninhalte schneller aufnehmen als Erwachsene ist unbestritten.
Es ist aber ein Irrglaube, wenn ältere Menschen glauben, ihre Lernfähigkeit nehme kontinuierlich und unwiederruflich ab.
Nach Prof. Dr. Lutz Jäncke (Universität Zürich) kann der Mensch bis 20 Min. vor dem Tod immer noch Neues lernen. Doch muss das Gehirn ständig gefordert werden.

Bildergebnis für lernen im alter

Erwachsene lernen schneller dazu,  in Gebieten, über die sie selber ein umfangreiches, fachintelligentes Wissern verfügen. 

Kurt Reusser, Professor für  Pädagogische Psychologie, spricht von fluider und kristalliner Intelligenz.
Erstere ist die Fähigkeit, neue informationen schnell zu verarbeiten.
Die kristalline Intelligenz ist die Erfahrungs- und Wissensbasis, die man sich aufgebaut hat.

Sie nimmt sogar bei fortwährendem lebenslangem Lernen zu. Sie bleibt bis ins hohe Alter stabil.
Der ältere Erwachsene kann somit den Rückgang der fluiden Intelligenz  kompensieren.
Die Redewendung "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" stimmt demnach nicht.

Sonntag, 18. Juni 2017

Das Smartphone verändert unser Leben

Ueberall Menschen, die auf das Smartphone gucken

Menschen, die auf den Zug warten, in Restaurants, auf Pausenplätze usw.
Das Smartphone ist im Alltag nicht mehr weg zu denken.
Manager und Asylanten - alle haben einen ständigen Begleiter.
Wahrscheinlich auch Sie. 
 Bildergebnis für smartphone abhängig


Smartphone-abhängig?

Kein anderes Gerät habe unser Selbstverständnis und unser Verhalten so verändert wie das Smartphone, sagt der Sozialpsychologe Harald Welzer. Statt uns weiterzubringen, verunsicherten uns iPhone & Co. tiefgreifend. «Ich vermag nichts mehr selbst zu beurteilen, ich muss immer zuerst bei Google nachschauen. Ist es warm oder ist es kalt? Regnet es oder regnet es nicht?» Es gibt heute sogar Apps, die den Menschen anzeigen, was sie fühlen. Das Smartphone habe unsere Urteilskraft geschwächt und auch die soziale Umweltwahrnehmung strebe gegen null, sagt Welzer weiter. Das ganze Interview lesen Sie schon am Samstagabend auf NZZas.ch.

KOMMENTAR: Wahrscheinlich müssen wir den Umgang mit den Smartphone so  lernen, wie das Lesen und Schreiben in der Schule.
Nach meinem Dafürhalten wird das Bedürfnis nach persönlichen Gesprächen künftig einen neuen Stellenwert bekommen.
Wer weiss - vielleicht gibt es bald Treffpunkte, wo man auch ohne Smartphone Gedanken austauschen kann und dafür  noch bereit ist, Eintritt zu bezahlen. Eine Art "Ersatz- Stammtisch".  Diesem Geschäftsmodell würde ich Erfolg garantieren, denn das Smartphone kann zwischenmenschliche direkte Kontakte nie ersetzen.

Samstag, 17. Juni 2017

Verhalten wichtiger als Noten?

Noten sind nicht das Wichtigste

Viele Jugendliche auf Lehrstellensuche klagen, dass Firmen zu stark auf die Noten schauen und nur die besten Schüler einstellen. 20 Minuten hat bei einem Lehrbetrieb nachgehakt.


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«Nur gute Noten und Zeugnisse wollen sie sehen»: So lautet der Vorwurf vieler Schüler an die Lehrbetriebe.

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«Absenzen sprechen für schlechte Motivation»
Wenn Bewerbungen für eine Lehrstelle auf dem Tisch des Chefs landen, fällt dessen Blick nicht zuerst auf die Noten, sondern auf die «Kreuzchen daneben», wie er sagt. Eine gute Beurteilung von Verhalten und Umgang sei für Jobs auf dem Bau wichtiger als die schulische Leistung. «Ich will jemanden, der im Team arbeiten kann», so Aebli.
Die Alarmglocken schrillen beim Chef hingegen, wenn im Zeugnis viele unentschuldigte Absenzen vermerkt sind. Das spreche oft für eine schlechte Motivation der Jugendlichen. «Wenn jemand oft in der Schule gefehlt hat, ist das für mich viel schlimmer als die Note 3,5 in Deutsch.»


KOMMENTAR: Von zahlreichen CEOs  habe ich erfahren, dass sie sich nicht mehr auf die Noten verlassen, Viele Lehrkräfte wollen ihren anvertrauten Jugendlichen einen Gefallen tun und schönen die Noten. Deshalb wird vielfach firmenintern  die Fähigkeiten mit eignen Prüfungen  getestet.
Hinsichtlich Verhalten sind heute Präsenz, Konzentrationsfähigkeit, Disziplin, Durchstehvermögen, selbständiges Arbeiten, soziale Kompetenz und Ehrlichkeit sehr hoch im Kurs.
Es ist deshalb unverständlich, dass vielerorts im Zeugnis BETRAGEN, PFLICHTERFUELLUNG, ARBEITSHALTUNG und ABSENZEN nicht mehr beurteilt werden musste. Zum Teil wurde zwar dieser Fehlentscheid bereits wieder korrigiert. 

Freitag, 16. Juni 2017

Nächste Woche - am 21. Juni - ist bereits wieder Sommersonnenwende

Summer Sun peeking from a tree.
Auf der Nordhalbkugel ist die 
Sonnenwende im Juni 
die Sommersonnenwende, 
südlich des Äquators 
die Wintersonnenwende.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Medien und Demokratie



 Zur Wärterfunktion der Medien  in der Demokratie

 Ziehen die neuen Formen des Medienkonsums dem Qualitätsjournalismus den Boden unter den Füssen weg?
Bildergebnis für "Medien und Demokratie"   OEFFENTLICHKEIT ZUM VERKAUF?
Bildergebnis für "Medien und Demokratie"   OEFFENTLICHKEIT ZUM VERKAUF?

Gedankensplitter zur öffentlichen Podiumsdiskussion

an der Universität Zürich vom 14. Juni 2017  zur Thematik:

"Medien und Demokratie
 

OEFFENTLICHKEIT ZUM VERKAUF?


Auf dem Podium diskutierten:


Roger de Weck (Generaldirektor SRG)

Christof Moser (Projekt Republik)
Dr. Felix E. Müller (NZZ am Sonntag)
Prof. Gabriele Siegert (Prorektorin Uni ZH)

Moderation: Pascale Bruderer (Ständerätin AG)


Im Anschluss an die aufschlussreiche Kurzpräsentation von Prof. Daniel Kübler über die Globalisierung, Mediatisierung und den Populimus als Herausforderung für die Demorkatie ging es in der Diskussionsrunde um wichtige Fragen, wie man den politischen Qualitätsjournalismus in der neuen Medienwelt erhalten kann.

 




Einige bedenkenswerte Gedankensplitter, notiert während der Diskussion:



- Die Bevölkerung will Informationen einordnen können.


- Die Medien- als vierte Gewalt- muss Falschinformationen  korrigieren können.

- Medien müssen aufklären.

- Die Finanzierung ist heute schwieriger geworden. Wir sollten uns derzeit fragen:

Wie hoch ist uns der Wert der Demokratie?

 - Die Bereitschaft die Angebote zu bezahlen sinkt nicht nur bei den Jungen ständig.

 - Vermutlich wird die öffentliche Finanzierung der Medien unumgänglich werden.

 - Als Vorschlag könnte die Infrastruktur den Medien von der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden (Druckerei usw)

- Ein Zeitproblem ist auch die "Flucht der Journalisten".

- In der Medienlandschaft wird es  zu weiteren drastischen Bereinigungen kommen.

- Leider wird vielfach zu wenig diffenziert .

 - Es gibt ein Zeitproblem: Inhalte und die Wertung von Inhalten werden vermischt.

- Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass heute schon 80 % des Informationsangebotes nicht aus dem  journalistischen Umfeld kommt (google facebook usw.)

-  Eine gute Mischung von privaten Angeboten und oeffentlich finanzierten Medien tut Not.

 - Die Medienvielfalt muss unbedingt gewahrt bleiben.

- Dem Publikum  müsste sich  der Bedeutung der Medienqulität  bewusster gemacht werden.


Globalisierung, Mediatisierung und Populismus: Herausforderungen für die Demokratie im 21. Jahrhundert

Kurzpräsentation der Forschungsergebnisse des NCCR Democracy von Prof. Daniel Kübler. Mittwoch, 14. Juni 2017, 17:30-18:00 an der Universität Zürich, Hauptgebäude, Rämistr. 71, KOH B-10.
Der nationale Forschungsschwerpunkt NCCR Democracy wurde 2005 vom Schweizerischen Nationalfonds und der Universität Zürich lanciert. Seitdem haben Sozialwissenschaftler/innen im NCCR in mehr als 50 Forschungsprojekten die aktuellen Herausforderungen für die Demokratie untersucht: Globalisierung, das Erstarken des Populismus und die zunehmende politische Rolle der Medien ("Mediatisierung"). NCCR Democracy Direktor Prof. Daniel Kübler präsentiert die Zusammenfassung der Ergebnisse in einem Kurzvortrag.
Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Globalisierung, Mediatisierung und Populismus: Herausforderungen für die Demokratie im 21. Jahrhundert" zum Abschluss des Forschungsprogrammes NCCR Democracy.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Nachlese im TAGI

Man verstand sich nicht so gut

Christa Rigozzi, Kesb-Wut und die Anarchie des Zuschauertelefons: Das war die Premiere von «Arena/Reporter».



































































 Erste Frage: Wars klug, einen Kesb-Kritiker zu inszenieren, der sich selbst als «Nazi» bezeichnet? 
Zweitens: 
Was bringt Ex-Miss Christa Rigozzi der politischen Debatte?
Solide Premiere: Ex-Schönheitskönigin Christa Rigozzi bei «Arena/Reporter». Antwort eins: Leider nein. Der «Reporter» berichtete über Christian Kasts unstetes Leben, gab aber kaum Einblicke in die komplexe Arbeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb. Kast ist ein Boulevard-Liebling, bekannt geworden wegen seines extremen Denkens und Handelns; er taugt nicht als Ausgangspunkt einer ausgewogenen Betrachtung. Dabei hat der Versuch, mit einem «Reporter»-Film eine gemeinsame Gesprächsbasis für die folgende «Arena»-Diskussion zu legen, durchaus seinen Reiz. Beim hochemotionalen Thema Kesb verhinderten allerdings alte Befindlichkeiten jede Aussicht auf eine frische Reflexion. Längst waren die Meinungen zur Causa Kast gemacht.


Und Christa Rigozzi? Der Medientrubel um ihr Engagement dürfte sich quotenmässig bereits gelohnt haben. Rigozzis Anmoderation war souverän – danach referierte sie ebenso souverän Tweets und Zuschauertelefonate. Der Job der neutralen Feedback-Sammlerin kommt ihr als Geschäftsfrau zupass, vor allzu gewagten eigenen Polit-Statements wird sie sich hüten.Derweil beharkten sich Kesb-Vertreter und Kesb-Kritiker in einer giftigen, komplett unversöhnlichen Diskussion. Der Fall Kast wurde nach Gutdünken strapaziert, hinzu kamen Telefonate von persönlich Betroffenen, deren Kesb-Fälle man bloss zur Kenntnis nehmen und dann wieder vergessen konnte. Die überladene, überhitzte Sendung zerfaserte weiter, weil «Arena»-Mann Projer den «Reporter»-Filmer zu Details seines Werks befragen musste; offenbar war den Machern die Ausstrahlung des Films nicht Aufmerksamkeit genug. Knarzte dann auch noch die Telefonverbindung, stand die Liveshow kurz vor der Kakofonie. Zum Schluss las Rigozzi ein paar Tweets vor. «Sehr intensive + emotionale Sendung» stand in einem davon. Man stimmte zu und merkte doch: Banalität ist ein schwacher Trost. (Tages-Anzeiger)

PS: Ich verweise auf meine Analyse vom Montag.