Mittwoch, 10. August 2016

Jacqueline Fehr - haben Sie in der Staatskunde gefehlt?

Die Zürcher Regierungsrätin möchte den Baustein "Jeder Bürger hat EINE Stimme"pulverisieren.

Wer gewissen Gruppen zwei oder nur eine halbe Stimme geben will, rüttelt an einem Grundprinzip der Demokratie. Genau das schlägt Fehr vor -  mit der Begründung: Es gebe immer mehr Alte.
Ist sich die SP-Politikerin nicht bewusst, dass ihr Grudgedanke im Grunde genommen rassistiisch ist?

Es ist noch nicht so lange her, da hatten Schwarze kein Mitspracherecht. In der direkten Demokrate wird keine Gruppe ausgegrenzt. Alle, die das Stimmrechtsalter erreicht haben, erhalten EINE Stmme.

Und zwar, ob alt oder jung, ob arm oder reich, ob jemand in der Stadt oder auf dem Land wohnt.

Montag, 8. August 2016

Trump und der Fettnapf

Der Krug geht doch zum Brunnen bis er bricht.

Wer normalerweise ins Fettnäöpfchen tritt, muss dies in der Regel teuer bezahlen. Es kann mitunter den Job kosten.
Meist erfolgt der Tritt in den Fettnapf unabsichtlich.                                                                               Bei den verbalen Entgleisungen Trumps wurde der Oeffentlichkeit bewusst: Er wollte absichtlich provozieren. Es kam zu einem überraschenden Phänomen. Statt Imageverlust, profitierte der umstrittene Präsidentschaftskandidat.  Je mehr Ausrutscher, desto mehr punktete er. Beleidigungen, ungefilterte Behautungen beflügelten das "Enfant terrible". Möglicherweise schätzten viele die ungeschminkten Unkorrektheiten als Gegenreaktion zu den Spachpolizisten der politisch Korrekten.                                                                                                                                            Fettnapfverhalten als Erfolgsrezept?                                                                                                         Plötzlich wendete sich das Blatt. Trump hatte nicht erkannt, dass er den Bogen überspannt hatte.         Zwei gravierende Fehltritte lösen eine Welle der Empörung aus - auch aus den eigenen Reihen.           Es war vor allem der Angriff Trumps gegen die Eltern eines hochdekorierten, muslimischen Vietnamveteranan. Für die Amerikaner ein No-go.                                                                                       Dann der herzlose Rauswurf eines schreienden Babys während seiner Rede. Das kam in den Medien noch schlechter an, als alle Fettnapfgeschichten seiner Frau, die ebenfalls genüsslich ausgelotet wurden (Plagiatsvorwurf, gefakter Lebenslauf und ihr Einsatz als "Schwarzarbeiterin").                          Wer vor Wochen noch am Wahrheitsgehalt der Redewendung zu zweifeln begann: "Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht", darf heute wieder hoffen:"Er geht doch zum Brunnen, bis er bricht."

Sonntag, 7. August 2016

IOC unglaubwürdig

Der staatliche gefördere Dopingskandal ist belegt.

Nun zeigt sich: Es fehlt die KONSEQUENZ.

Olympia Olympische Ringe (Symbolfoto) Bild: (EPA)

Olympia: Kein Rio-Ausschluss des russischen Teams

RIO DE JANEIRO/LAUSANNE. Internationales Olympisches Komitee sieht trotz der vorliegenden Doping-Beweise von einem Bann gegen alle russischen Athleten bei den Olympischen Spielen in Brasilien ab.

KOMMENTAR:

Wenn Spielregeln nicht eingehalten werden müssen und bei eindeutigen Uebertritten stets beide Augen zugedrückt werden, geht die Glaubwürdigkeit vor die Hunde.
Mit dem Zurückkrebsen der zuständigen Institutionen verkommen die Dopingkontrollen einmal mehr zur Farce.
Auch bei den eurpäischen Richtlininien der vorgeschreibenen Defizitlimiten das Nichteinhalten der Verschuldungsgrenze keine Folgen. Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland werden nicht gebüsst. (Obschon es so vereinbar ist)
Wenn auch bei dieser Vereinbarung stets beide Augen zugedrückt werden, demontiert die EU ihre Glaubwürdigkeit.
Auch Eltern müssen sich nicht wundern, wenn sie ihren Kindern  lediglich nur drohen, sie müssten bei der Verschuldung die Konseqeunzen selbst tragen. Wenn das Missachten von Abmachungen keine Folgen hat, wird es zu keiner Verhaltensänderung kommen. Dies gilt auch bei der EU oder beim SPORT.
   





Vergleich Clinton-Trump

Der Fakten-Check




Clinton und Trump .
Bildlegende: Clinton vertritt mehrheitlich klassisch 
demokratische Positionen, 
Trump ist schwerer zu fassen. Keystone/Reuters

Politische Positionen




Hillary Rodham ClintonDonald J. Trump
Partei
DemokratenRepublikaner
Enge Partnerschaft mit EU und Nato
Janicht zwingend
Beziehungen zu Russland
belastetunbelastet
US-Bodentruppen im Anti-Terror-Kampf
NeinNein
Atom-Deal mit dem Iran
JaNein
Freihandel
JaNein
Legalisierung und Integration illegaler Migranten
JaNein
Aufnahme von Flüchtlingen
JaNein
Klimaschutz
JaNein
Obamacare
ausbauenersetzen
Strengere Waffengesetze
JaNein
Abschaffung der Todesstrafe
NeinNein
Steuererhöhung für Reiche
JaNein, ausser für Hedgefonds-Manager
Steuerliche Entlastung von Geringverdienern
JaJa
Homo-Ehe
JaNein
Abtreibung
Persönlich dagegen, soll aber Entscheidung jeder Frau seinNur bei Vergewaltigungen, Inzest, oder Gefahr für die Mutter

Persönliches




Hillary Rodham ClintonDonald J. Trump
Alter bei allfälligem Amtsantritt
6970
Herkunft
Chicago, Illinois. Konservativ-methodistisches Elternhaus.New York City. Mutter schottischer und Vater deutscher Abstammung.
Familie
Seit 1975 verheiratet mit ihrem ehemaligen Studienfreund Bill Clinton.

Gemeinsame Tochter Chelsea und zwei Enkelkinder
Zum dritten Mal mit einem Model verheiratet.

Drei Kinder mit der ersten Ehefrau, eine Tochter mit der zweiten Ehefrau, ein Sohn mit der aktuellen Ehefrau Melania. Sieben Enkelkinder.
Hobbys
Wandern, Lesen und TennisGolf und Baseball
Beruflicher Werdegang
Anwältin mit Berufsdoktorat als Juristin an der Eliteuniversität Yale

Rechtsberaterin des Justizausschusses bei der Vorbereitung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Richard Nixon (1974)

Assistenzprofessorin der Rechtswissenschaften an der Universität of Arkansas

Verwaltungsratsmandate grosser Firmen, u.A. Wal-Mart

First Lady 1993-2001, Engagement für Reform des Gesundheitssystems und Frauenrechte
Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften

Leitung, Übernahme und Umfirmierung der Immobilienfirma seines Vaters

Projektentwickler für diverse Investoren

Investitionen u.A. im Casino-, Merchandising- und TV-Geschäft
Politischer Werdegang
Studentisches Engagement zunächst für die Republikaner, wendete sich – auch unter dem Eindruck des Vietnamkrieges – den Demokraten zu.

Senatorin des Bundesstaats New York

Bewerbung um Präsidentschaftskandidatur 2008

Aussenministerin der Regierung Obama
Kokettierte wiederholt mit einer Präsidentschaftskandidatur, beliess es jedoch stets bei Parteispenden, die er lange auf beide grosse Parteien verteilte.
Religion
Bekennende Methodistin, thematisiert ihren Glauben jedoch kaum öffentlich. Gilt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als sonderlich religiös.Gehört der calvinistischen Reformed Church an und beteuert regelmässig seinen Glauben. Gilt jedoch nicht als sonderlich religiös.




Cornelia Cazis trifft einen wunden Punkt

Die Täter stehen im Fokus der Medien
Die Opfer, die Schwerverletzten verschwinden aus dem
medialen Gedächtnis

(Quelle Radio SRF 2)


Die Täter der Anschläge in Deutschland und Frankreich sind Thema auf den Frontseiten der Zeitungen. Binnen Stunden werden ihre Psychogramme medial verbreitet. Aber was ist mit den Opfern?
Ein Mann liegt am Boden auf der Strasse. Viele Menschen scheinen über ihn hinweg zu laufen. 
Bildlegende: Wenn die Kameras sich wieder abwenden von München, Würzburg und Nizza – was passiert dann mit den Opfern?


84 Tote, 52 Schwerverletzte in Nizza. Fünf Verletzte in Würzburg. Neun Tote in München. Das sind nackte Zahlen ohne ersichtliche Menschen. Aber es sind Menschen mit Träumen und Wunden, mit Geschichten und Plänen und mit der gemeinsamen Tragödie zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, um zum Opfer zu werden.

Eine Frau zündet eine Kerze an, um an die Opfer von Nizza zu gedenken. .
Bildlegende: In Yverdon-les-Bains gedenken Menschen an die zwei Schweizer Opfer, die beim Anschlag in Nizza ihr Leben verloren. Keystone

Schicksal? Zufall? Vorsehung? Pech?

Viele betrauern die Opfer und bringen Kerzen und Blumen an den Tatort. Alles Zeichen des Mitgefühls, der Trauer und der Solidarität. Es sind Zeichen an die «direkten Opfer», wie Traumaspezialisten und Notfallpsychologinnen sie nennen: die Toten, die Verletzten und ihre vielen Angehörigen. Sie brauchen Hilfe, Unterstützung und Schutz.
Was ist mit den «indirekten Opfern»? Sie gehören zu den Übersehenen, denn sie haben keine sichtbaren Wunden. Zu ihnen gehört möglicherweise der Klassenlehrer von Ali David S., der sich vielleicht sein Hirn zermartert mit der Frage: Warum habe ich nichts gemerkt? Wie kann ich nach den langen Ferien wieder vor die Klasse treten. Wie zur Normalität finden an der Schule?
Oder die Augenzeugin an der Promenade des Anglais in Nizza, die mitansehen musste, wie die Frau wenige Zentimeter vor ihr von den Truckrädern des Terroristen niedergemäht wurde. Warum sie und nicht ich? Fragt sie sich vielleicht tausend Mal und kriegt die Bilder nicht aus dem Kopf.

Weltschmerz

Ganz zu schweigen von den Millionen Menschen, die sich aus einer neuen Ängstlichkeit heraus weniger aus dem Haus trauen als vorher, die argwöhnischer werden gegenüber Menschen von anderswo, und in politische Parolen einstimmen, gegen die sie noch vor kurzem demonstriert hätten.
Betroffen sind wenige. Getroffen sind alle. Und das tut weh. Das Weh heisst Erschütterung. Fassungslosigkeit und ist am besten gefasst mit Weltschmerz, Weltschmerz einem schönen Begriff von Jean Paul.
Über die Schatten in ihnen Wenn die Kameras sich wieder abwenden von München, Würzburg und Nizza. Wenn die Mikrofone sich nach anderen lauten Ereignissen ausrichten, könnte es also entscheidend sein, die Aufmerksamkeit aufrechtzuhalten für die nachhaltigen Wunden der indirekten Opfer.
Auch sie brauchen Unterstützung, Hilfe und Schutz und seien das nur Geduld, offene Ohren und lange Gespräche über die Schatten in ihnen.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 26.7.2016, 17:15 Uhr.

NACHTRAG PERSOENLICH.COM


Frankreich


Medien zeigen keine Bilder von Terroristen

Sie verzichten bewusst darauf, solche Bilder zu publizieren, um «posthume Glorifikation» zu verhindern.
 

Montag, 1. August 2016

1. Augustrede leicht gemacht

Blick hat das Rezept:

Garantiert patriotisch! 

Der perfekte Wortschatz zum Nationalfeiertag 

Diese Floskeln gehen ab wie eine Rakete

Müssen Sie am Montag eine Ansprache zum Wiegenfest der Schweiz halten – und noch fehlen Ihnen die tiefgründigen und launigen Worte? BLICK hilft! Mit diesem ABC geht Ihre Rede ab wie eine Feuerwerksrakete.
Andreas Dietrich (Text), Igor Kravarik (Illustrationen)
ALPEN
Ein Lob unserer Bergwelt ist ein Muss, es zeugt von unverbrüchlicher Heimatliebe. Je nach politischer Gesinnung verwenden Sie die Alpen als Sinnbild der Abschottung vor Ausländern oder als Ausgangspunkt für eine weltoffene Schweiz. Wenn Sie deutscher Gastredner sind: Sagen Sie «Almöhi»… und Sie können die Einbürgerung vergessen.

BILATERAL
EIhr Publikum wird sofort gähnen. Aber zumindest 1x muss das Schlaftabletten-Wort vorkommen, wenn Sie als ums Landeswohl besorgter Politiker ernst genommen werden wollen. Als SVPler im gleichen Atemzug Brexit loben und Brüssel geisseln, als Linker originell die Brücke zu Bisexuellen schlagen und «Love me, gender» anstimmen.

CERVELAT
Was wäre die Confoederatio Helvetica ohne ihre Nationalwurst? Eben. Im Übrigen dreht sich eine 1.-August-Rede immer um das Schicksal des Landes, es geht also um die Wurst. Nennen Sie die Wurst beim Namen!

DÜRFEN
Geheimtipp! Auch wenn Sie rechthaberisch finden, ihr Publikum müsse etwas tun, also etwa «Ihr müsst stolz sein!» oder «Wir müssen dankbar sein!» – sagen Sie: dürfen. Es meint dasselbe, klingt aber demütiger. Das Publikum darf am Ende dankbar applaudieren.

EU
Meiden Sie diese giftige Buchstaben-Kombination wie Erdogan die Demokratie! Die Schweizer wollen an diesem Tag nicht daran erinnert werden, dass es das gibt. Darf höchstens im Wort Euter vorkommen. Oder Eusi Schwiiz.

FÖDERALISMUS
Keine Angst vor Fremdwörtern: Loben Sie den Föderalismus über den Klee. Jeder versteht zwar etwas anderes darunter – aber genau dies ist Föderalismus.

GOTTHARD
Oben drüber oder unten durch: So aktuell wie dieses Jahr war das Schweizer Ur-Gestein noch nie. So oft erwähnen wie möglich. Lieber Ogi-knackig den Mythos beschwören als Leuenberger-schwurblig die Verkehrspolitik erklären.

HERAUSFORDERUNG
Das herausragende Synonym im Wortschatz der Schönredner. Probleme kennen nur Höseler und Heimatmüde. Wer Stärke und Optimismus markiert, sieht in jedem Damoklesschwert und in jeder hohlen Gasse nur Herausforderungen.

ISLAM
O Gott, ja nicht erwähnen, sofort unter den Gebetsteppich kehren!

JASSEN
Islam höchstens im Zusammenhang mit Jassen ins Spiel bringen: Terror darf keinen Stich haben, Toleranz ist Trumpf. Wem das zu heikel ist, besingt lieber das Jodeln. Aber bloss nicht als Schweizer Alternative zum Ruf des Muezzins!

KRISE
Gibts nicht! Siehe → Herausforderung.

LACHEN
Spätestens seit der Rede von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken weiss das ganze Land und Ausland, dass Lachen gesund ist. Spielen Sie auf diesen denkwürdigen Auftritt an, ohne dabei zu lächeln – die Lacher im Publikum sind Ihnen gewiss.

MIGRATION
Grosses Thema, grosses Risiko. Der eine Teil des Publikums könnte Sie ausbuhen («ausschaffen!»), der andere protestieren, warum kein Flüchtling Ihre Rede hält. Erwähnen Sie lieber die Migros, das klingt ähnlich und ist ein M unverfänglicher.

NACHHALTIG
Nachhaltige Massnahmen nach und nach fürs Wohl der Nation nachhaltig fordern – tut jeder, bedeutet nichts und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

ORIGAMI
Nochmals ein Geheimtipp! Während andere Gähn-Redner sich mit Olympia bei Sportfans anbiedern («3 Eidgenossen, 5 Ringe, 1 → Vision!»), referieren Sie kurz und völlig zusammenhangslos über die Faltpapierkunst Origami. Oder über den Orgasmus beim Oktopus, den Ordnungssinn des Okapi. Egal was, Hauptsache überraschend. Ihr Publikum wird volkswillig den Kopf schütteln und plötzlich hellwach sein.

POKEMON
Die Hälfte Ihrer Zuhörer wird auf dem Handy ohnehin Pokemon jagen. Zeigen Sie sich aufgeschlossen und erklären Sie Pikachu zum grössten Patrioten der virtuellen Welt. Was Sie in Wirklichkeit denken, behalten Sie für sich: Die reale Welt spinnt.

QUERSUBVENTIONIERUNG
Auch wenn für Sie als Lokalpolitiker dieses zweifellos drängende Thema die Quadratur des Kreises darstellt: In Ihrer Rede darf es keines sein. Ein Wort mit so vielen Silben interessiert in einem Land, dessen Volksheld einsilbig → Tell heisst, kein Schwein und keine Kuh (auch nur 1 Silbe!).

RÜTLI
Andere Nationen haben pompöse Plätze, wir haben eine einfache Wiese. Ob Sie für die Legalisierung von Cannabis sind oder den Zaun nicht zu weit gesteckt haben wollen: Irgendwas zu Gras wird Ihnen bestimmt einfallen. Gratis-Tipp für rüstige Lateiner: Veni, vidi, Wiese.

SERVICE PUBLIC
Das kommt quälend oft schon in der SRF-Ansprache des Bundespräsidenten vor – viersprachig! Sie können das nicht übertreffen. Auch wenn Ihnen entfallen ist, wie der Bundespräsident heisst (Hinweis: → Lachen).

TERROR
Bei diesem ernsten Thema ist Ende der Fahnenstange für Humor. Wenn rundherum Feuerwerkskörper knallen, hat eine Schweigeminute für Attentats-Opfer eine zynische Wirkung. Kurz: Ein Tabu-Thema.

UNABHÄNGIGKEIT
Der Landesring der Unabhängigen war einst die finanziell abhängigste Partei der Schweiz (Migros-Millionen). Heute ist es die auf Unabhängigkeit pochende SVP (Blocher-Millionen). Mit dem Begriff können Sie also jeden Unsinn anstellen, den Sie wollen. Predigen Sie Wasser und trinken Sie Wein – unabhängig davon, ob Sie ihn als Honorar für Ihre Rede erhalten haben.

VISION
Erzählen Sie irgendeinen Schwachsinn und nennen Sie ihn Vision: Das kommt super an. Aber nennen Sie ihn deswegen nicht Supervision (ausser Sie sind Psychologin oder Sozialarbeiter).

WILHELM TELL
Der Typ mit dem Apfel auf der Birne seines Sohnes, den er sich zur Armbrust nahm – heute würde die Kesb einschreiten. Aber das sagen Sie lieber nicht. Auch nicht, dass Schiller ein Deutscher war. Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht: wehrhaft bleiben. Wo ein Willy ist, ist auch eine Willensnation.

X für ein U
Als Linker geisseln Sie selbstverständlich die Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), als Rechter die Xenokratie (Fremdherrschaft). Und weil man mit Fremdwörtern seinem Publikum am leichtesten ein X für ein U vormachen kann: Labern Sie etwas X-Beliebiges, das gescheit klingt.

YES WE CAN!So abgelutscht wie ein Ricola-Bonbon (und nicht in der Schweiz erfunden). Als Patriot zitieren Sie lieber einheimisches Gewächs, die Landeshymne bietet allen etwas. «Lieber tot als Morgenrot» für aufrechte Rechte, «Seh ich dich nicht mehr im Strahlenmeer» für atomhysterische Ökos.

ZENSUR
Gibt es in der freien Eidgenossenschaft nicht. Deshalb können Sie in Ihrer 1.-August-Rede sagen, was Sie wollen. Wenn Sie als Schlussbouquet noch über die Zukunft fabulieren, wird Ihre Ansprache als Zäsur in die Geschichte Ihres Dorfes eingehen. Und das zünftig!

KOMMENTAR:

Ich war bei verschiedenen Persönlichkeiten behilflich bei der Vorbereitung der 1. Augustrede.
Der Erfolg basierte nie auf derartigen Rezepten oder Bausteinen.
Statt Geheimtipps wurde ein klares Konzept erarbeitet mit EINER Kernbotschaft, hinter die der Redner stehen konnte und die auch das entsprechnde Pulikum interessierte.
Wichtig war stets der Anfang (Storytelling), der rote Faden.
Zwingend war stets:
 FREIE REDE
KUERZE
UNTERHALTENDE, BILDHAFTE ELEMENTE
PERSONELICHE BEISPIELE

LINK:
3. Aug. 2013 ... Eine Festreden-Analyse des Experten Marcus Knill. 1. Augustreden Bundesräte In den Ansprachen der Bundesräte und -rätinnen spiegeln sich ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/08_03/
1. Aug. 2012 ... Seine erste 1. August-Rede als Bundesrat hielt Alain Berset in Middes FR. Er plädierte für Weitsicht und realistisches Denken: "Die alten ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/12/08_01/
6. Aug. 2004 ... 1. August Rede 2004. Neue Helvetische Gesellschaft des Kantons Schaffhausen von Bundesgerichtspräsident Heinz Aemisegger
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_06_2004.html

Sonntag, 31. Juli 2016

Hillarys Hürden auf dem Weg zum Erfolg

Auf dem Weg zur ersten amerikanischen Präsidentin hat Hillary Clinton noch einige
Stolpersteine zu überwinden
Bildergebnis für stolpersteine

Da ist einmal ihr Imageproblem. Die Kandidatin wird als kühl empfunden und ist in weiten Kreisen unbeliebt.
Clinton gilt als korrupt und unehrlich. Bei dem Nominationsevent versuchte Clinton das negative Bild aufzupolieren, indem sie sich bewusst von der persönlichen Seite zeigte.

Die jüngste E-Mail Kampagne gegen den Rivalen Sanders (sie wurde jüngst entlarvt) schadete der Kandidatin enorm.
Sei versucht jetzt, Sanders zu integrieren.

Eine weitere Hürde ist die weisse Mittelschicht, welche hinter Trump steht.
Davon müsste Clinton noch einige zusätzliche Prozente gewinnen können.
Hillary Clinton betont deshalb immer wieder: Ich bin die Präsidetin für alle Schichten.
Sie verspricht mindestlöhne und will die KMU unterstützen.

Nachdem die Präsidentschaftskandidation bei der Nomination die Prominenz auffahren liess und mit der präsidialen Rede eine grosse mediale Beachtung erreicht hatte, beginnt erst jetzt der eigentliche Wahlkampf.

Das Duell könnte noch zur Schlammshlacht verkommen.

Bei der Ausmarchung wird letztlich das grosse W ausschlaggebend sein:

Die Wirkung der Kandidatin in der Oeffentlichkeit.

Das Rennen ist jedenfalls noch völlig offen.