Freitag, 22. Januar 2016
Hat ein Bundesrat dem Terrorimus zum Erfolg verholfen?
Die erwähnten Bedenken im Deal Bundesrat Grabers mit den PLO wird nun in den Medien bereits diskutiert:
Mit dem PLO-Abkommen habe sich die Schweiz erpressbar gemacht und sich der Terrorlogik gebeugt, kritisieren nun Schweizer Politiker.
Ich zitiere den Tagi:
Oliver Diggelmann, Professor für Völkerrecht an der Universität Zürich: «Zu den Zielen des Terrorismus zählt immer ganz wesentlich, dass die angegriffenen Staaten ihre eigenen Rechtsgrundsätze verletzen. Insofern hat Graber den Terroristen zum grösstmöglichen Triumph verholfen.» Neutralitätsrechtlich sei das Abkommen kein Problem – das wäre nur dann der Fall, wenn zwei Staaten involviert gewesen wären. «Neutralitätspolitisch hingegen ist das Abkommen hochbrisant. Denn der emotionale Kern der Neutralität wurde verletzt, Graber beging damit aus meiner Sicht einen Verrat an der Ethik des Neutralen.» Nicht nur das: Graber habe auch einen Verrat an allen anderen Staaten begangen, die als Zielscheibe des palästinensischen Terrors infrage kamen: «Indem er für die Schweiz einseitig Verschonung aushandelte, mussten diese umso mehr mit Anschlägen rechnen. Damit untergrub Graber das Fundament schweizerischer Neutralitätspolitik.»
Machiavelli und die PLO
Tat er das wirklich? War das ein Verrat an der Neutralität? Es sind grosse Fragen, die durch die Enthüllungen von Marcel Gyr aufgeworfen werden. Welche Konzessionen darf ein Bundesrat (ein Politiker) eingehen, wenn er mit Terroristen verhandelt? «Graber hat, sofern die Geschichte stimmt, eine politisch höchst komplexe Frage verantwortungsethisch beantworten müssen», sagt Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger. Dabei habe er in bestem Sinne machiavellistisch gehandelt: «Graber musste sich fragen, was im Interesse des Staates, im Interesse der Schweiz die richtige Lösung ist.» Und so wie Niccolò Machiavelli es für vertretbar hielt, im Interesse des Fürsten die Unwahrheit zu sagen, hielt es Graber für richtig, im Geheimen mit einer Terrororganisation zu verhandeln – und das sogar seinen Bundesratskollegen zu verschweigen. Eine aussergewöhnliche Situation für einen Schweizer Politiker, sagt Leuenberger und lässt dabei einiges Verständnis für Graber durchblicken.
Dieses Verständnis endet – und da sind sich sämtliche Politiker unabhängig von ihrem Urteil zum PLO-Abkommen einig – beim Flugzeugabsturz von Würenlingen. «Wir sind es den Opfern und ihren Angehörigen schuldig, diese Sache aufzuklären», sagt CVP-Nationalrat Gerhard Pfister. Das sagen auch Moritz Leuenberger oder Corina Eichenberger. Eigentlich alle – ausser der Bundesanwaltschaft. Die Chance auf eine neue Untersuchung ist – Stand heute – eher gering. Um eine Wiederaufnahme des Verfahrens überhaupt erst zu prüfen, müssten «neue Beweismittel oder Tatsachen bekannt werden», wie André Marty von der Bundesanwaltschaft sagt. «Nach einer ersten Lektüre der verschiedenen Medienberichte sind solche nicht unbedingt erkennbar.» (Tages-Anzeiger)
KOMMENTAR: Damit ist die Diskussion um den eigenmächtigen Entscheid Grabers lanciert.
Vor Jahren wurde die Frage diskutiert;
Wie weit darf man gehen, um zahlreiche Menschenleben zu retten. Dürfte man in diesem Fall ein Täter gefoltert werden?
Wir weit darf man gehen im Interesse der Rettung von zahlreichen Menschenleben? Interessant ist, dass Alt-Bundesrätin Calmy-Rey das fragwürdige Verhalten Grabers nachträglich gutheisst. In den Leserkommentaren kommt sich dann aber für Ihre Sicht meist nicht gut weg.
Notiert von
marcus knill
um
04:48
Eine orchestrierte Aktion gegen die Durchsetzungsinitiative?
Ist die geballte Ladung der Gegner der Durchsetzungsinitiative kontraproduktiv?
Die Politberater sind sich nicht einig. Viele erkennen keine orchestrierte Aktion.
Als PR Berater wäre es aber unklug, eine allfällige Aktion offfen zu legen und nicht zu koordinieren.
Es bedarf nämlich keines grossen Budgets, Interessengruppen gezielt zu moblilisieren.
Wer etwas erreichen will, muss ich in den Medien Gehör verschaffen und zwar koordiniert.
Das ist jedenfalls den Gegnern der Durchsetzungsinitiative gelungen.
Die Medien spiegelen die Aktionen. Das Echo war beachtenswert.
Ich zitiere SRF:
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Bundespolitiker gegen Durchsetzungsinitiative
Aus Tagesschau vom 16.1.2016
Widerstand gegen die SVP-Initiative kommt auch aus dem Parlament: Über 270 amtierende und ehemalige National- und Ständeräte haben ein Manifest unterzeichnet. Die SVP nimmt’s gelassen. -
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Uneinigkeit in Sachen Durchsetzungsinitiative
Aus Tagesschau vom 8.1.2016
Nicht nur die SVP ist sich innerhalb der Partei nicht ganz einig - auch Experten setzen aus juristischer Sicht einige Fragezeichen. -
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Dieser Link öffnet das Video in einem neuen Fenster.: Video «Bundesrat gegen Durchsetzungs-Initiative» abspielen
Bundesrat gegen Durchsetzungs-Initiative
Aus Tagesschau vom 22.12.2015
Der Bundesrat lehnt die Initiative zur «Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer» ab. Er befürchtet Rechtsunsicherheit und Nachteile für die Wirtschaft. -
Ständeräte machen gegen Durchsetzungsinitiative mobil
Aus Echo der Zeit vom 20.12.2015
Die Mehrheit der Ständerätinnen und Ständeräte geht gegen die sogenannte "Durchsetzungsinitiative" der SVP in die Offensive. Mit einem Manifest setzen sie öffentlich ein Zeichen. Ein unerwarteter Widerstand gegen ein Volksbegehren, dem Ende Februar an der Urne gute Chancen vorausgesagt werden.
Nicoletta Cimmino
Notiert von
marcus knill
um
04:43
Ausraster am Fernsehen
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marcus knill
um
04:37
Donnerstag, 21. Januar 2016
Ziegler lüftet Geheimnis
Ziegler:
«Graber verletzte den Rechtsstaat zum Schutz des Volks»
Quelle SRF:
.
Bundesrat Graber habe sich als «Staatsmann offenbart» und eine Wahl getroffen. «Er hat für die Staatsräson – den Schutz der Schweizer Bevölkerung vor neuen Attacken – votiert und dafür den Rechtsstaat verletzt», erklärt Ziegler. In der Folge habe es keine strafrechtliche Verfolgung der Attentäter auf den Swissair-Flug 330 von Zürich nach Tel Aviv gegeben.
«Graber agierte in Eigenregie»
Diesen Rechtsbruch habe Graber in Kauf genommen, damit das Stillhalteabkommen zustande kommt. «Graber hat das auch in Eigenregie durchgeführt und den Bundesrat kaum informiert.»KOMMENTAR:
Jean Ziegler hat erst jetzt das Stillhalteabkommen einer kleinen Gruppe gelüftet. Die Frage ist erlaubt:
Dürfen Terroristen einer Strafverfolgung nur deshalb entgehen, weil ein Bundesrat im Interesse der Schweiz auf eine Bestrafung verzichtet? Die Akten sind nach Ziegler in der Schublade verschwunden und die Angehörigen wissen heute, dass der Bundesrat die Verbrecher geschont hat. Die Schuldigen wurden nicht bestraft.
Heute darf man sagen: Den palästinensischen Verbrechern ging die Rechnung auf. Dank ihrer Anschläge und Drohungen konnten sie sich der Justiz entziehen. Würenlingen hatte sich somit für sie gelohnt. Das Verhalten Grabers ist aus meiner Sicht ein gutes Thema für eine vertiefende Diskussion in einer Sternstunde.
Notiert von
marcus knill
um
10:12
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Notiert von
marcus knill
um
01:02
