Freitag, 13. November 2015

MEDIEN-CLUB

Franz Fischlin moderiert den Medien Club

Mein Fazit:

Eine Sendung, die im Fernsehen gefehlt hat.

Medien werden als 4. Gewalt im Staat bezeichnet.

Die Frage beschäftigt mich immer wieder:

"Wer kritisiert die Kritiker".

MEDIEN CLUB darf nicht gestrichen werden.

Ueber die Auswahl der Teilnehmer könnte diskutiert werden.

Bei dieser Sendung ist eine deutliche Angst der Journalisten zu verspüren, dass die Bürger mit ihren Online- Kommentaren den Machern das Wasser abgraben könnten. 

Mit Filtern, Maulkörben und Zensur muss vorsichtig umgegangen werden.

Franz Fischlin ist ein hervorragender Moderator und 

zeichnet sich durch grosse Selbstkritikfähigkeit aus.

 


"Ein Signal, dass wir kritisch sind mit unseren Produkten"

Moderator Franz Fischlin spricht im Interview (PERSOENLICH)
vor der Sendung über seinen ersten "Medienclub".
Neues Konzept, moderneres Studio und vier anstatt sechs Gäste: Heute Abend zeigt SRF erstmals den neuen "Medienclub". Moderiert wird er von SRF-Aushängeschild Franz Fischlin. Im Interview mit persoenlich.com spricht der 52-Jährige über die neue Ausrichtung des Formats und sagt, weshalb die Sendung auch für das grosse Publikum interessant ist. Zudem erklärt er seinen Sondereffort für das Thema Medien.
Herr Fischlin, am Abend moderieren Sie den ersten "Medienclub“. Was ist anders als beim bisherigen Format?
Im “Club” sind bisher immer wieder Medienthemen aktuell diskutiert worden. Der neue “Medienclub” soll nun als eigenes Gefäss institutionalisiert werden - mit eigenem Studio und vier anstatt sechs Gästen. Hier wollen wir mit der Premiere einen Pflock einschlagen. Danach soll die Sendung vier bis sechs Mal im Jahr ausgestrahlt werden.
Die bisherigen "Medienclub"-Sendungen wurden von Karin Frei oder Mona Vetsch moderiert. Weshalb sitzen nun Sie in der Runde?
SRF will den "Medienclub" als eigenständiges Format betonen, dies auch mit einem eigenen Moderator. Da ich mich - auch ausserhalb der SRG - stark mit dem Thema Medien befasse und mich in verschiedenen Organisationen engagiere, passt das gut. Ich freue mich auf die Diskussionen.
Beim Blick in die Expertenrunde fehlen zwei Personen: "Schweiz am Sonntag“-Chefredaktor Patrik Müller und MAZ-Studiengangleiterin Alexandra Stark, die früher ständige Gäste waren. Weshalb sind die beiden nicht dabei?
Ich habe bloss vier – und nicht mehr wie früher sechs - Plätze zu vergeben. Deshalb ist es auch nicht möglich, fixe Gäste einzuladen. Dazu kommt, dass je nach Thema, andere Gäste aus der Medienbranche gefragt sind.
Sie sind Jurypräsident des CNN-Journalistenpreises, sitzen im Vorstand des Vereins Qualität im Journalismus und nun sorgen Sie dafür, dass Medienkritik beim SRF wieder mehr Gewicht erhält. Weshalb der Sondereffort?
Es ist ein bisschen wie im Sport. Eine lange Zeit spielt man einfach mit und schaut, dass man seine Leistung erbringt. Und dann plötzlich fragt man sich - und das ist wohl durchaus eine Alterserscheinung - wo man steht. Was macht eigentlich die Mannschaft und was der Sport generell? Ich liebe meinen Beruf, deshalb lohnt sich der Blick über das eigene Gärtchen hinaus.
Ihre Gäste diskutieren am Dienstagabend darüber, wie die Messbarkeit der Leserinteressen die Themensetzung in den Redaktionen beeinflusst. Weshalb dieser Auftakt?
Es ist ein aktuelles Thema, das in einer gewissen Weise auch die Zuschauer vor dem TV einbezieht. Auch sie sind es, die klicken, teilen und kommentieren. Es soll auch ein Signal fürs Publikum sein, dass wir Journalisten kritisch sind mit unseren eigenen Produkten und Abläufen. In vielen Newsrooms werden Geschichten wie Aktien gehandelt. Wenn sie nicht angeklickt werden, dann fallen sie weg. Da stellt sich natürlich schon die Frage, ob Storys nur noch nach quantitativen Kriterien beurteilt werden. Und allein das Interesse des Publikums entscheidet.
Welche weiteren Themen sehen Sie für den "Medienclub"?
In einem nächsten “Medienclub” würde ich gerne darüber sprechen, wie stark sich Medien von Terrororganisationen wie Boko Haram oder dem IS instrumentalisieren lassen. Ich denke da an Bilder und Videos, die Medien zeigen, aber auch daran, wie wir den Krieg allgemein darstellen. Auch eine Sendung über Service Public ist denkbar, wenn zum Beispiel das Parlament darüber diskutiert. Inklusive Gäste von SRF oder der SRG, die sich dann durchaus auch kritischen Fragen stellen müssen.
In den letzten Wochen diskutiert die Öffentlichkeit stark über einzelne Sendeformate und die jeweiligen Zuschauerzahlen. Machen Sie sich darüber für die neue Sendung Gedanken?
Ich hoffe, dass die Quote nicht zu stark einbricht (lacht) und die Zahlen im Rahmen des “Club”-Niveau von 15 bis 20 Prozent Marktanteil sein werden. Aber zum Glück erwartet man von uns keine hohen Einschaltquoten, da sich der "Medienclub" an ein Publikum richtet, das sich spezifisch für Medienthemen interessiert. 
Wann ist der erste "Medienclub" für Sie ein Erfolg?
Wenn eine kontroverse Diskussion entsteht. Wohin geht der Journalismus? Darüber muss gestritten werden und ich will das spüren. Zudem sollen sich die Zuschauer, wenn sie am Tag darauf eine Zeitung aufschlagen oder in ein Onlineportal klicken, an den einen oder anderen Satz vom Vorabend erinnern.
Interview: Michèle Widmer,

 

 

Ohnmächtige Vierte Gewalt, wenn das Publikum die Medien dirigiert


Ohnmächtige Vierte Gewalt, wenn das Publikum die Medien dirigiert
Online Foren von Newsportalen und soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook sind zu mächtigen Werkzeugen der Kommunikation geworden.



Dieser Goalie fängt jeden Ball: Pedro Lenz. Bild: srf

Der Moderator: Franz Fischlin. Mann der schönen Susanne Wille, Vater mehrerer Kinder, «Tagesschau»-Sprecher. Aber was macht er jetzt plötzlich? Oh! Er spricht Mundart! Komisch, nach all den Jahren «Tagesschau»-Hochdeutsch. Sehr komisch. Wieso darf er hier nicht auch Hochdeutsch sprechen? Egal, er lenkt und denkt mit, so umsichtig und geschmeidig, als wäre er ein Eiskunstläufer zwischen Eishockeyspielern. Bewundernswert. So möchte man moderieren können.
Um den Rest zu beurteilen, bin ich leider die Falsche. Denn erstens sitzt mein Chef am Tisch, zweitens redet mein Chef zwar spitzenmässig, aber drittens habe ich all das schon mehrfach gehört. Nein, etwas kenn ich nicht, nämlich, dass er die User-Kommentarspalten vom «Blick» mit einem nicht mehr betreuten Provinzbahnhofs-WC vergleicht. Sehr schöner Vergleich. Unsere Kommentarspalten sind dagegen parfümierte und geheizte Wellness-WCs.

Dieser Boss gehört uns: Hansi Voigt. Bild: srf
Die Gegner meines Chefs sind: Monica Fahmy, die schon bei sehr vielen Zeitungen war, unter anderem beim «Blick», und jetzt fernab vom Journalismus für eine Wirtschaftsdetektei arbeitet. Peter Röthlisberger, Co-Chefredaktor des «Blick»-Desk. Und Pedro Lenz. DER Pedro Lenz, den man für restlos alles einsetzen kann, auch für einen Medienschaffenden-Stammtisch im Fernsehen. Pedro Lenz ist super. Aktuell ist er Kolumnist bei der WoZ. Früher war er mal Kolumnist beim «Blick». Ich bin froh, dass mein Chef nie irgendwas beim «Blick» war. 
Frage: Schaffen es die Online-Medien, ihre User-Kommentare einigermassen im Zaum zu halten? (Wichtige Frage, aber ganz ehrlich und grundsätzlich: Wer ausser Journalisten schaut sich diese Sendung eigentlich an? Wie viele Journalisten gibt es in der Schweiz? Zehntausend? Zwanzigtausend? Das ergäbe aber keine gute Einschaltquote. Aber: Ich kann mich täuschen. Sowas von.)

Monica Fahmy fahndet jetzt nach Wirtschaftskriminellen. Bild: srf
Antwort mein Chef: Ja, natürlich, man muss einfach früh genug selbst kommentierend eingreifen, Erziehung, Erziehung, Erziehung, sonst geht alles das Bahnhofs-WC runter. Antwort Pedro Lenz: Furchtbar sei das mit diesen Kommentaren, an einem realen Stammtisch könne man den Seich vom Tubel nebenan wenigstens nach zwei Minuten vergessen, aber online feiere der Tubel halt seine Trophy. Er sage jungen Leuten immer: «Schtammtisch isch wiene Tschätt, aber du muesch di nid ilogge.» Und man müsse dem andern als Mensch begegnen, wenn man das nicht tue, würde man sich Unmenschlichkeiten erlauben. Ahhh, der Pedro!

Peter Röthlisberger vom «Blick» blickt besorgt. Bild: srf
Der Mann vom «Blick» erzählt von einem «Roboter» (mein Chef nennt das «Arschlochsoftware»), der nach Stichworten dreissig Prozent der Kommentare aussondert, und von übrig gebliebenen würden nochmals fünfzig Prozent von echten Menschen als nicht zulässig befunden. Er erzählt von einem Kleinen-Eisbären-Video, das alle Rekorde gebrochen habe. «Das Iisbäreli», sagt Pedro Lenz versonnen, habe er auch zugespielt gekriegt, aber wer würde denn überhaupt noch arbeiten, wenn alle nur Iisbäreli-Videos schauten?
Fahmy und Röthlisberger können dem Zuger-Sex-Skandal enorm viel abgewinnen. So im Shakespearschen Sinne. Und wegen der «urmenschlichen Instinkte». Mein Chef sagt, wenn mal so eine mediale Inszenierungslawine losgehe, gehen die raren Stimmen der Vernunft unter. Er sagt noch viele derartige Sachen, und das Fernsehen hat seine Fieberblase über der Oberlippe geschickt überschminkt.

Franz Fischlin: So möchte man moderieren können. Bild: srf
Alles in allem waren alle angenehm und reflektiert (obwohl ich dem «Blick» so viel Reflektiertheit nicht abnehme), aber die Frage bleibt: Für wen genau war diese Sendung? Oder fandet ihr, beste User der Schweiz, die ihr das alles ganz gewiss ohne berufliche Vorbelastung geschaut habt, das jetzt alles existenziell interessant?
Ich würd's dem Herrn Fischlin und uns anderen Medienmenschen von Herzen wünschen. Damit wir das zäh an unserem Selbstbewusstsein nagende «Du bisch nid relevant» für eine Weile vergessen und uns unbeschwert den wirklich relevanten Geschichten zuwenden könnten.

Typisch für Blick:
FISCHLINS BRILLE IST FUER BLICK DAS HAUPTTHEMA:

SRF-Star Franz FischlinNeue Sendung - neue Brille

Bildrhetorik

Flüchtlingsströme und die Analogie mit einer Lawine

Journalisten diskutieren immer wieder, welche Bilder im Zusammenhang mit den Asylanten verwendet werden dürfen und welche Bilder ein Tabu sind.
Obschon die Massen nach Europa strömen, wird 
die Verwendung von FLUT oder SCHWEMME abgelehnt.
Geschweige denn der FlüchtlingsTSUAMI.
Nun überrascht eine deutsche Politgrösse mit einem neuen Bild:

Drastische Worte wählt Wolfgang Schäuble zum Flüchtlingsansturm. Von einer «Lawine» spricht er – und fragt sich, ob diese erst gerade angebrochen ist.

Deutschland und Europa stehen vor grossen Herausforderungen: Wolfgang Schäuble (CDU).
Deutschland und Europa stehen vor grossen Herausforderungen
Wolfgang Schäuble (CDU).


Der Flüchtlingsstrom Richtung Mitteleuropa reisst nicht ab und die meisten Menschen wollen nach Deutschland. Dort herrscht zunehmend Ratlosigkeit, wie mit dem Zustrom umgegangen werden soll. In die lange Reihe der skeptisch Fragenden hat sich nun auch Finanzminister Wolfgang Schäuble gestellt. Der CDU-Politiker hat die Flüchtlingswelle mit einer Lawine verglichen.
Dabei treibt Schäuble vor allem die Frage um, «ob wir schon in dem Stadium sind, wo die Lawine im Tal unten angekommen ist, oder ob wir in dem Stadium im oberen Ende des Hanges sind.» Sollte man noch im oberen Teil sein, dann sei das eine ziemlich grosse Herausforderung, sagte er gegenüber dem «Spiegel». Eine so grosse Herausforderung, dass Deutschland sie nicht allein bewältigen könne.

KOMMENTAR: Finden Sie diesen Vergleich  fragwürdig?
Lawinen bergen Gefahren. Darf die Gefahr auf die Flüchtenden übertragen werden? Die Meinungen gehen auseinander. Schäuble wurde jedenfalls umgehend kritisiert.


Donnerstag, 12. November 2015

Wärmerekorde im November

  Nun auch Novemberrekord in den Bergen

 

Temperaturrekorde purzelten in den Bergen

(Quelle SRF)
Nach den Novemberrekorden letzten Samstag im Flachland, kam es nun in den Bergen zu vielen neuen Höchstwerten.

Nach den Novemberrekorden im Flachland  - Wynau (18.8 °C) und Fahy (20.7 °C) - purzelten am Sonntag die Temperaturrekorde in den Bergen reihenweise. Grund dafür war einerseits die Lage des Hochs und das Wärmereservoir bei Marokko. Das Hoch lag mit seinem Zentrum am Sonntag über dem Zentralen Mittelmeer und konnte im Uhrzeigersinn drehend die Warmluftblase von Marokko über Spanien bis hin zu den Alpen führen. Da die Luft im Hoch sehr trocken ist, konnte die Sonneneinstrahlung die herangeführte Warmluft noch etwas aufheizen. Diese Kombination führte zu einigen neuen Novemberrekorden.

Gedanken zu HALLO SRF

Die gute Einschaltquote bestätigt: Hallo SRF hatte beim Publikum eine gute Resonanz. Das Publikum schätzt den direkten Dialog.

 

Das Publikum im Dialog mit SRF-Direktor Ruedi Matter

SRF-Direktor Ruedi Matter stand dem Publikum Rede und Antwort: Fragen, Kritik, Wünsche und Anliegen der Zuhörerinnen und Zuschauer standen im Zentrum des Live-Talks. Durch die Sendung führte «Arena»-Moderator Jonas Projer.
Ruedi Matter im Fernsehstudo vor Publikum
Zu den Fragen aus dem Publikum und den 
Antworttechniken von Ruedi Matter:

Co-Kommentatoren bei Sportanlässen sind überflüssig.

Matter nutzt bei dieser Frage die Sowohl-als Auch Argumentation: 
Es gibt jene, die möglichst viel von den Kommentatoren hören möchten, und solche, die lieber wenig hören möchten, um sich auf das Geschehen am Bildschirm zu konzentrieren. Eine Gratwanderung also, die unsere Redaktionen laufend diskutieren.


Weshalb bringt SRF nicht mehr Schweizer Folklore/Volkstümliches?

Matter zählt alle Sendungen auf, die volkstümliches und Folklore beiinhalten und beweist damit, dass der Genre genügend abgedeckt ist.

Die Musikauswahl auf den Radiosendern ist eintönig.

Matter: Musik ist selbstverständlich auch Geschmacks- und Interessenssache – die verschiedenen SRF-Radioprogramme versuchen, dem mit je ganz unterschiedlichen Musikprofilen gerecht zu werden. Bei Radio SRF stellen Musikredaktoren die Musikprogramme zusammen. Sie überprüfen laufend den Musikmix und bauen das Musikarchiv aus. Bei der Titelauswahl achten sie auf eine ausgewogene Mischung zwischen weiblichen und männlichen Interpreten, langsamen und schnelleren Stücken sowie Musiktiteln in verschiedenen Sprachen.

Wiederum eine "Sowohl als auch" Argumentation: wir müssen diese und jene Wünsche berücksichtigen!

Warum bringt SRF statt Unterhaltung nicht mehr Information?


Matter: Die Information ist also ein wichtiger Pfeiler unseres Programms. Aber: Unterhaltung ist Teil unserer Gesellschaft. Unterhaltung schafft Lebensqualität. Deshalb gehört auch Unterhaltung dezidiert zu unserem im Radio- und TV-Gesetz definierten Auftrag.

Die Taktik: Es braucht beides: sowohl die Information als auch die Unterhaltung.
Heisst: Wir machen es schon richtig.

Warum sendet SRF so viele Trailer/Eigenwerbung?

Matter: Vor zwei Jahren hat SRF die Anzahl der Trailer massiv reduziert und den Fokus stärker auf ausserordentliche Sendungen gelegt. Das Ziel von Trailern und Einblendern ist es, das Publikum auf kommende Sendungen aufmerksam zu machen oder darüber zu informieren.

Hier hätte Matter sagen können, dass man die Dosierung nochmals überprüfen und untersuchen werde (wie viele Konsumenten die Trailer als störend empfinden). Die Antwort überzeugt nicht.

Weshalb wechselt am Fernsehen die Lautstärke so oft, besonders bei der Werbung?

Matter: Seit dem 29. Februar 2012 strahlt die SRG ihre TV-Programme gemäss dem «Loudness Standard R128» der European Broadcast Union aus. Auch die Werbeblöcke unserer TV-Programme sind seit diesem Zeitpunkt «normalisiert». Das heisst, die Lautheitspegelung ist gleichmässig.
Trotz der neuen Norm kann es bei bestimmten Programminhalten zu Lautheitsunterschieden gegenüber der Werbung kommen. Diese werden vom Publikum vor allem bei Spielfimen (z.B. Hollywood-Actionfilme) mit grosser Kino-Lautheitsdynamik wahrgenommen. In diesen Filmen werden Dialoge gegenüber den Actionszenen manchmal sehr leise gemischt. Wenn nun die Zuschauer die Lautstärke ihres TV-Geräts den Dialogen anpassen, scheint die Werbung gegenüber den Dialogszenen des Films als viel zu laut.
Zu korrigieren wäre dies nur mit einer dynamischen Nachbearbeitung: ein erheblicher zusätzlicher Aufwand. An Verbesserungen in Form von automatisierten, kostengünstigen Nachbearbeitungen wird weltweit gearbeitet. Allerdings dürfte es noch einige Zeit beanspruchen, bis eine solche Lösung für das Publikum wirksam umgesetzt ist.

Die Begündung leuchtet ein - dank den technischen Details.

Gewisse Personen/Sendungen auf SRF sind überflüssig.

Matter: Die Geschmäcker und Vorlieben des Publikums sind höchst unterschiedlich. Die Meinungen, was ein «gutes Fernsehprogramm» ist, gehen weit auseinander. Dieser Tatsache täglich aufs Neue gerecht zu werden, ist unsere grosse Herausforderung. Das heisst aber auch: SRF kann nicht immer und zu jeder Zeit dem gesamten Publikum gerecht werden.

Das heisst: Wir können es nicht allen recht machen.

Warum gibt es am Samstagabend nicht mehr Sendungen für ältere Leute – wie früher «Benissimo»?

Matter: SRF zeigt am Samstagabend ein breites Spektrum an Sendungen, die auch ein älteres Publikum ansprechen. Dazu gehören, um nur einige Beispiele zu nennen, «Happy Day», «Hello Again!», «Viva Volksmusik», Spezialausgaben der Quizsendungen, «SRF bi de Lüt – Hüttengeschichten Spezial», «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» Finale, Koproduktionen wie «Beatrice Egli – Die grosse Show der Träume», «Spiel für dein Land» oder die «Stadlshow».

Mit der Aufzählung von Sendungen "für Aeltere?" sieht der SRF Direktor den Tatbeweis: Wir machen genug für die Senioren.

Weshalb werden am Sonntagabend immer Krimis gesendet?

Matter: Der Sonntagabend ist traditionell «Tatort»-Zeit. Seit 2010 steuert SRF dem «Tatort»-Verbund mit ARD und ORF jährlich zwei Schweizer «Tatort»-Folgen bei. Wenn der «Tatort» pausiert, zeigt SRF auf diesem Sendeplatz Schweizer Filme: darunter die Premieren von jährlich vier eigenproduzierten Fernsehfilmen, die ganz unterschiedliche Themen aufgreifen, zuletzt etwa die Beziehung eines behinderten Jugendlichen zu seinem Vater oder die Geschichte einer Midlife Crisis.

Die Antwort ist einfach: Weil es immer so war. Weil es Tradition ist.

Es gibt Anregungen, die Ruedi Matter als Anregung hätte ernster nehmen müssen, zum Beispiel:

Der Wunsch auf Verzicht von Unterbrecherwerbung.

Matters Antwort überzeugte nicht. Die Werbung könnte problemlos auf die anderen Blöcke verteilt werden

Es fehlten nach meinem Dafürhalten Formulierungen, wie:

"Vielen Dank für die Anregung. Wir werden das überprüfen"
"Wir schätzen diese Kritik und werden untersuchen, ob...."
"Ihre Anregung leite ich gerne weiter"
usw.



KOMMENTAR: Aussagen in den nachfolgenden Kritiken, welche ich teile, markiere  ich GRUEN

DIE KRITISCHEN STIMMEN (NACHLESE):

Watson kritisiert:

Fazit: Ein weiteres Kommunikations-Eigengoal der SRG Highlight«Hallo SRF», die Sendung, die es nur gibt, weil die SRG bei der RTVG-Abstimmung im Juni komplett abgestraft worden ist, hat sich spätestens nach der vierten Zuschauerfrage als bemühend-volksnahe PR-Aktion in eigener Sache erwiesen. Moderator Jonas Projer hat zu Protokoll gegeben, er und sein Team hätten im Vorfeld über 6000 Fragen und Reklamationen zur Tätigkeit von SRF erhalten. In der Sendung sind dann hauptsächlich Beschwerden über Pünktlichkeit, technische Fragen zu DAB+ und die Redefrequenz von Fussballkommentatoren behandelt worden. Die Fragen, deretwegen die SRG unter anderem an der Urne abgestraft worden ist, fallen unter den Tisch. SRF-Direktor Ruedi Matter will über die Gebührenverwendung und politische Ausrichtung der Redaktionen nicht sprechen. Er gibt Standard-PR-Antworten, Projer hakt nicht nach und Zuschauer, die hätten nachhaken können, sind nicht eingeladen worden. Es wäre verwunderlich, wenn sich nach dieser Sendung viele kritische SRF-Zuschauer und -hörer ernster genommen fühlten, als vor dieser Sendung.

20 min kritisiert die Sendung:

«Nur warme Luft», ärgert sich zum Beispiel Leser Schämu. «Was nützten tausende Fragen von Radio- und Fernsehen-Konsumenten, wenn keine zwanzig beantwortet werden?», schreibt er im Kommentar. Herbert vermutet hinter der Sendung gar Kalkül: «Hauptsache, die Macher konnten ihr schlechtes Gewissen etwas beruhigen.»
«Matter elegant wie am Opernball in Wien»
Es gab aber auch positive Stimmen. Peter Müller ist mit «Hallo SRF» ziemlich zufrieden. «Recht kann man es sowieso nicht allen machen», analysiert er. Das SRF könne sowieso nichts dafür, «der wahre Feind ist die Billag!» Etwas mehr Interaktion hätte sich Leser Freiheit gewünscht, stellt der Sendung aber ein gutes Zeugnis aus: «SRF bot den Nutzern Gelegenheit, sich offen zu äussern, das finde ich toll.»
Ob die brennenden Fragen der Zuschauer beantwortet wurden, war 20-Minuten-Leser Kari Lager ziemlich egal. Ihm stach nur das Outfit des SRF-Direktors ins Auge. «Herr Matter hatte ein elegantes Outfit wie am Opernball in Wien», kommentierte er mit einem Augenzwinkern.

Echo von Bluewin.ch:


Hallo SRF! Hallo Alibiübung!


Mit «Hallo SRF!» suchte TV-Boss Ruedi Matter den Dialog mit den Zuschauern. Eine Diskussion zu den dringendsten Themen fand nicht statt.
Eines vorweg: Wenn das Schweizer Fernsehen aus offenbar 6000 Einsendungen jene 250 Zuschauerinnen und Zuschauer selbst auswählt, die in der gestrigen Live-Sendung SRF-Boss Ruedi Matter kritische Fragen stellen sollen, wird schnell klar, wie es mit der Glaubwürdigkeit aussieht. Vielleicht nicht ganz zu vergleichen mit einer Wahl in Pjöngjang , aber ein wenig geht’s in diese Richtung. Dennoch erklärte der sichtlich motivierte Moderator Jonas Projer gleich zu Beginn, man solle seinen Chef mit unangenehmen Fragen «ruhig grillen». Schliesslich stünde er auf der Seite der Zuschauer. Auch bereits bekannt sei Matter nicht eine einzige Frage.

Angriffige Moderation

Tatsächlich gab sich Projer in der Folge bemüht angriffig, und er sorgte für ein flottes Tempo. Ein ums andere Mal fuhr er seinem Chef übers Maul, oder er ergriff Partei für die Zuschauer. Gut auch: Der «Arena»-Mann hakte nach, wenn sich Matter auf Allgemeinplätze begab oder unangenehme Fragen mit einem Themenwechsel zu umgehen versuchte. So richtig ins Schwimmen geriet der TV-Boss trotzdem nicht. Zu geübt ist Matter im Umgang mit den ewig gleichen Vorwürfen ans Schweizer Fernsehen; nicht umsonst begann er jede Antwort mit einem Satz im Stil von: «Dieses Thema ist bei uns schon lange bekannt.» Trotzdem wirkte Matter, der zuletzt öfters die Nähe zum Publikum suchte, weder arrogant noch besserwisserisch. Trotz seiner eher trockenen Ausstrahlung konnte er mit sachlichen Argumenten und feinem Humor überzeugen.
Das Problem war das Konzept. Wenn jeder der 250 Zuschauer über das referieren darf, was ihn gerade beschäftigt, kommt ein sinnloses Jekami heraus. Dem einen passt der Tennis-Experte nicht, dem anderen die Synchronisation von Interviews. Hier will einer andere Musik für SFR 3, dort moniert einer die Lautstärke; und die Teenagerin möchte, dass die «Rundschau» beginnt, bevor sie ins Bett muss. So kann keine Diskussion über das Schweizer Fernsehen entstehen. Das ist schade, denn gerade in diesen Tagen wäre sie nötiger denn je: Die Frage, was zum Service public gehört (und was nicht), ist von zentraler Bedeutung und nicht damit abgetan, dass – wie Matter beschwichtige – «jeder etwas anderes sehen will». Gerade die jüngste Abstimmung hat gezeigt: Was und für wie viel Geld die SRG künftig produzieren soll, muss diskutiert werden.

Tabuthema Billag

Allerdings nicht in einer Sendung wie «Hallo SRF!». Denn auch ein Thema wie die Billag, respektive ihre Existenzberechtigung sowie die Höhe der TV-Gebühren wurde nur oberflächlich behandelt. Nicht umsonst meinte die Fragestellerin resigniert, dass sie Matters Antwort «nicht wirklich zufrieden gestellt» habe. So wirkte «Hallo SRF!» letztlich wie die vermeintliche Offenlegung der Sendungskosten vor ein paar Wochen – eine Alibiübung, der eine vertiefte Diskussion erst noch folgen muss.




BLICK findet:

«Hallo SRF» 
Matter gehts kaum
Der TV-Direktor Ruedi Matter stellte sich gestern den Fragen der Zuschauer zum SRF. Es kam jedoch keine Kritik auf, die Matter aus der Ruhe hätte bringen können.
Brave Fragen, gelassener TV-Chef: Ruedi Matter in der ersten Ausgabe von «Hallo SRF».
Brave Fragen, gelassener TV-Chef: Ruedi Matter in der ersten Ausgabe von «Hallo SRF».
Weder Showdown noch Schulterklopfen: «Hallo SRF» plätscherte gestern als weitgehend emotionslose Fragerunde über den Sender. Gelassen beantwortete TV-Direktor Ruedi Matter (62) die Fragen eines vorwiegend älteren Publikums, das sich am meisten darüber ärgerte, dass im Hintergrund SRF-Stars Telefonate von Gebührenzahlern entgegennahmen.«Ruedi Matter ist zwar mein Chef, aber ich stehe heute auf Ihrer Seite», begrüsste «Arena»-Moderator Jonas Projer (33) die Gäste. Nach zögerlichem Start ging es aber nicht um die brennenden Frage, welche Sendungen künftig noch zum Service public gehören, oder die teuren Sportrechte. Das Publikum beschäftigte vor allem laute Hintergrundmusik, Unterbrecherwerbung und Unpünktlichkeit.
Schliesslich enervierte sich eine Zuschauerin doch noch über die hohen Gebühren. «Wenn wir einzelne Sendungen streichen, sparen wir nicht viel», erklärte Matter freundlich. Nach knapp 60 Minuten brach Projer die Sendung abrupt ab und verwies auf das dringlichste Problem der Zuschauer – die geforderte Pünktlichkeit.
Mit «Hallo SRF» hat uns das Schweizer TV zwar nicht für blöd verkauft, aber fürs Hauptabendprogramm ist die Sendung zu seicht.

ECHO PERSOENLICH.COM:

Ruedi Matters "Sowohl-als-auch-Strategie" bei "Hallo SRF!"

Medienkritik im eigenen Haus und sogar live: Am Mittwochabend fand der grosse Showdown bei SRF statt. In einer 45-minütigen Sendung löcherte "Arena"-Moderator Jonas Projer seinen Chef. Bei welchen Fragen hat SRF-Direktor Ruedi Matter alt ausgesehen? Und ist es ihm gelungen, sich diplomatisch und nahbar zu zeigen? Ein Augenschein hinter den Kulissen von "Hallo SRF" im Leutschenbach.
1. Wie angespannt war die Stimmung beim SRF?
Mindestens 9 auf einer Skala von 10. "Hallo SRF!" scheint schon seit Wochen Gesprächsthema Nummer Eins im Leutschenbach gewesen zu sein. Wie wird der nicht unbedingt für volksnahe Kommunikation bekannte SRF-Chef Ruedi Matter seine Aufgabe meistern? Welches sind die giftigsten Fragen aus dem Publikum? Wird es Sendungen oder einzelne Moderatoren geben, die besonders unter die Räder kommen? Auch bei den rund 250 Gästen im eigens aufgebauten Studio und im "Greenroom", wo Journalisten die Sendung live mitverfolgen konnten, ist die Anspannung vor Sendestart deutlich spürbar.
Um 20.06 Uhr geht es los. Und Projer stellt die erste der eingegangenen rund 6'000 Zuschauer-Fragen. Es geht um Werbung: "Warum hat SRF Unterbrecherwerbung zwischen Tagesschau und Meteo, anders als in Deutschland oder Österreich?".

2. Welche Kommunikationsstrategie hatte sich Ruedi Matter zurecht gelegt und wie gut konnte er diese umsetzen?
Gross vorbereiten konnte sich Ruedi Matter nicht. Einzig: Er trainierte die Live-Situation zusammen mit dem Kommunikationsteam von SRF. Zudem ackerte er sich durch Dossiers zu Reizthemen wie Sendungskosten, Gebühren oder Service-Public. Schon bei der ersten Antwort wird deutlich, was sich Matter für die Sendung vorgenommen hatte: Die "Sowohl-als-auch-Strategie", sprich Verständnis für die Anliegen des Publikums zeigen und das Verhalten von SRF schlüssig erklären.
Dies zeigte sich an Sätzen wie "diese Frage betrifft sehr viele Leute in diesem Land …", "klar haben Landeskirchen grösseres Gewicht, aber freidenkende kommen etwa in der Sternstunde zu Wort" oder "ich sehe das Problem, aber Werbung ist vertraglich vereinbart …". Zudem gibt er sich demütig, zum Beispiel als er zugibt: "Es passieren in unserem Haus auch Fehler, nämlich dann, wenn ein 'Tatort'-Trailer vor dem 'Guet-Nachtgeschichtli' läuft".
Matter gelingt es locker zu bleiben, zumindest bis zum Zeitpunkt, als ein Zuschauer im Studio Kritik am Setting der laufenden Sendung äussert. Er wirkte insgesamt verständnisvoller und publikumsnaher als erwartet und konnte den Grossteil der Fragen zufriedenstellend beantworten.

3. Hat Jonas Projer die wirklich harten Fragen ausgesucht?
Projer stand nicht wie etwa von blick.ch befürchtet auf der Seite Matters. Der "Arena"-Moderator formulierte Zuschauerfragen um oder forderte konkrete Antworten ein. Er schaffte es jedoch nicht, die interessantesten, konstruktivsten Inputs während der Sendung anzusprechen, sondern sie kamen erst im anschliessenden Livestream auf srf.ch zur Sprache: die Sparmassnahmen, das Musik-Konzept bei den Radiosendern, die Unterhaltung als Service-Public und das zu karge Kinderprogramm.
Zur Auswahl der Fragen sagt Projer: "Ein Grossteil, resp. über 80 Prozent der rund 6‘000 eingegangenen Zuschauerfragen behandeln die Themen Verständlichkeit/Sprache, Werbung, Sport und Gewaltszenen im TV. Erstaunlich wenige hingegen betreffen die Billag oder die Service-Public-Diskussion. Weil wir diese öffentlich sehr kontrovers diskutierten Themen in 'Hallo SRF!' auch ansprechen wollten, berücksichtigten wir sie weit überproportional“, so der Moderator im Anschluss an die Sendung im Gespräch mit persoenlich.com.

4. Was taugt dieses Konzept? 
Loben wollen wir an dieser Stelle, dass Ruedi Matter tatsächlich spontan antwortete, weil er die Fragen im Vorfeld nicht kannte. Dies im Gegensatz zum vergleichbaren deutschen Format "ARD-check Die Sendung", bei dem die beiden ARD-Intendanten vorher informiert wurden. "Hallo SRF!" ist kein weichgespültes PR-Interview. Und die Tatsache, dass sich das öffentlich-rechtliche Unternehmen jetzt wieder ein selbstkritisches Format leistet, zeigt, dass das knappe Ja zum RTVG das Kader im Leutschenbach wachgerüttelt hat. In der bevorstehenden Debatte um den künftigen Service Public will man sich publikumsnäher geben und das Image offensiv verbessern. 
Seine Ziele erreicht "Hallo SRF!" aber nicht dann, wenn der Radio- und TV-Chef während der Livesendung alle Fragen souverän beantwortet. Wichtig ist vielmehr, dass die Interaktion mit dem Publikum interne Diskussionen über Selektionskriterien, Handwerk, massvollen Ressourcen-Einsatz, Junge als Zielgruppe oder Staats- und Wirtschaftsnähe anregt.
Nun braucht SRF nur noch eine Strategie dafür, wie diese selbstkritische Auseinandersetzung in einem ständigen Format nachhaltig weitergeführt werden kann. Und wie daraus Konsequenzen gezogen werden.

TAGI sieht sieben Probleme:

Das neue Format «Hallo SRF» hat sieben Probleme. Und weil wir konstruktiv sind, servieren wir auch sieben Lösungsvorschläge.

Problem I: Inhaltliches Durcheinander – Mehr Struktur, bitte!

Das Schweizer Fernsehen hat im Vorfeld über 6000 Fragen und Reklamationen zur Tätigkeit von SRF erhalten. 6000! Man muss sich das mal vorstellen! Während der Sondersendung wurde allerdings nicht einmal ein Hundertstel davon berücksichtigt. Für den Zuschauer war die Fragerei gar eine Zumutung. Man redete über alles und eigentlich über nichts richtig. Man zappte von Thema zu Thema. Sollte das Format fortgesetzt werden, muss Moderator Jonas Projer unbedingt Themenblöcke einführen. Freestylen können nur die von Joiz. (Wertvoller Vorschlag)


Problem II: Hetzerei – Weniger ist mehr!

Wie soll eigentlich eine Debatte entstehen, wenn der Moderator aus Zeitdruck Diskussionen nach wenigen Minuten jeweils abklemmen muss? Weniger ist eindeutig mehr. Es braucht Raum für ein verbales Pingpong. Die Billag-Diskussion wurde beispielsweise abgebrochen, als es richtig konfrontativ wurde. Also liebes Schweizer Fernsehen: Gebt den Debatten Luft!

Problem III: Wo sind die wahren Probleme?

«Gehen Sie fadengrad drauf, was SRF besser machen soll», forderte Moderator Jonas Projer das Publikum auf. Man hätte also die Chance gehabt, über die wahren Baustellen zu reden. Über einzelne Formate, über die Verwendung der Gebühren, die politische Ausrichtung der Redaktionen, über die RTVG-Abstimmung. Stattdessen beanstandete das Publikum die Pünktlichkeit. Man ärgerte sich über Fussballkommentatoren. Die Sprachwechsel während der Übertragung eines Velorennens wurden kritisiert. Hand aufs Herz: Inhaltlich waren die Fragen aus dem Publikum eine Zumutung. Sie waren grösstenteils kleinlich. Das Publikum nörgelte herum. Es jammerte auf hohem Niveau. Auch hier: Themen vorgeben. (Themen dürfen bei einer offenen Fragerunde vom Publikum kommen)

Problem IV: Ruedi Matter – Ersetzen!

Nach der gestrigen Sendung fragt sich der Autor dieser Zeilen: Ist SRF-Direktor Ruedi Matter der Richtige für eine solche Übung? Nein. Über heikle Themen konnte oder wollte Matter nicht reden. Er gab grösstenteils eingeübte PR-Antworten. Die Konfrontation suchte er nicht, er hatte im Gegenteil für alles Verständnis. Deshalb unser Vorschlag: auswechseln. Schickt SRG-Chef Roger de Weck ins Studio. Oder den ganzen Verwaltungsrat. Oder wie wärs mit der Chefredaktion oder mit den Programmverantwortlichen?
(Nicht einverstanden: Der Chef gehört auf Deck)

Problem V: Weniger Publikum – Reduktion auf 100!

250 Gäste sassen im eigens aufgebauten Studio. 250 sind 150 zu viel. Das Schweizer Fernsehen kann die Gästezahl getrost reduzieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Lärmpegel im Studio – das wurde tatsächlich beanstandet – nimmt ab, die Nähe zum Publikum fördert die Debattenqualität, der Anteil der Diskussionsteilnehmer nimmt zu. Die Regel ist simpel: Qualität kommt vor Quantität. Nebenbei: Wie wärs eigentlich, wenn Ruedi Matter sich im Fernsehen live den Fragen von 10 Medienjournalisten stellen würde?
(NEIN! Das ist das Wertvolle, dass die Konsumenten das Sagen haben und nicht die Journalisten)

Problem VI: Baustelle Social Media – Es lebe der Second Screen!

Es ist uns ein Rätsel, warum man im Jahr 2015 nach wie vor Tweets im Fernsehen vorliest. Wo liegt eigentlich der Mehrwert? Ist die Sendung interaktiver? Dieses Konzept, Voten aus Twitter und Facebook einzubetten, ist zu streichen. Sofort. Berücksichtigt werden ja so oder so nur banale Wortmeldungen. Oder man klopft sich mit anonymen Voten auf die Schulter. Die wertvolle Sendezeit soll für die Debatte im Studio genutzt werden. Tweets kann jeder auf dem Smartphone selber lesen. Und das ist in der Regel viel unterhaltsamer als im Fernsehen.
(Dieser Vorschlag entspricht der Angst einiger Journalisten vor den Tweeds des Volkes)

Problem VII: Falsche Sendezeit – Macht eine Samstagabendkiste!

Wer die kritische Auseinandersetzung mit dem Publikum sucht, soll das zur besten Sendezeit tun. Wie wärs, wenn das Schweizer Fernsehen künftig viermal jährlich jeweils samstags mit dem Publikum live diskutiert? Immerhin ist der Aufwand und das Personalaufgebot – alle Aushängeschilder waren anwesend – immens. Der richtige Sendeplatz liegt auf der Hand: der Samstag. Dann liegen ohne weiteres dreistündige Livesendungen drin. Samstags können die Gäste auch länger im Studio bleiben. Und sonntags haben sowohl der Kritisierte als auch der Kritiker Zeit für die Reflexion.
 (Sendezeit ist kein Problem. Könnte es jedoch mit dem Samstagabend versuchen)

FAZIT:

Der Dialog darf nicht abgebrochen werden!
Das Konzept ist gut - kann jedoch noch optimiert werden, beispielsweise mit direkten Tf anrufen (wie bei Tele Züri).
Konsequenzen und Auswirkungen müssen später kommuniziert werden, sonst ist das Ganze eine Alibiübung.
Journalist Projer hat seine Sache gut gemacht.
"Hallo SRF" hat gezeigt, dass das Publikum  andere Interessen  hat als die Journalisten. Es ist deshalb gut, wenn die Fernsehmacher sich laufend mit Problemen  auseinandersetzen, die der Bevölkerung unter den Nägeln brennt.


Das erste Echo von Ruedi Matter:


Was geschieht mit dem Feedback?

Porträtbild von SRF-Direktor Ruedi Matter. Bild in Lightbox öffnen.
Bildlegende: SRF-Direktor Ruedi Matter. SRF
Verbreitet sei etwa die Wahrnehmung, dass in Sport-Livesendungen zu viel geredet werde. «Wir werden die Punkte berücksichtigen», so Matter. «Das Feedback fliesst zurück in die entsprechenden Redaktionen.»
Besonders berührt habe ihn ein Kommentar eines jungen Mädchens, so Matter: «Sie sagte, die ‹Rundschau› sei eine tolle Sendung, aber sie wünsche sich einen besseren Ausstrahlungstermin für die Wiederholung. 21 Uhr sei für sie einfach zu spät.» Es sei gut vorstellbar, dass man die Sendung in Zukunft zwischen 16 und 19 Uhr wiederholen könne.

Wird es «Hallo SRF!» wiedergeben?

Ob es die Sendung wiedergeben werde, liess SRF-Direktor Ruedi Matter am Tag nach der Sendung noch offen: «Wir werden sicher vesuchen, den direkten Kontakt mit dem Publikum zu intensivieren.» In welcher Form dies geschehe, müsse man nun diskutieren.





Die Farben und die Sonne fördern die gute Laune

Ein See in der Sonne, durch buntes Herbstlauf fotografiert. 
Farben, Licht, Wärme
Eine Wohltat fürs Gemüt. imago

Thema RAUCHEN dominiert am Mittwoch in den Medien

SRF:
Dampfer wittern Morgenluft: Bundesrat will Liberalisierung

Dampfer wittern Morgenluft: Bundesrat will Liberalisierung

Freunde der E-Zigarette können einatmen: Künftig sollen sie nikotinhaltige Liquids in der Schweiz beziehen dürfen. 

Trendwende in der Schweiz: Junge rauchen wieder mehr

Trendwende in der Schweiz: Junge rauchen wieder mehr

Der Anteil junger Raucher ist in den letzten beiden Jahren gestiegen. Die Anstrengungen der Tabakfirmen zeigen Wirkung.

20 Min:
Zum Schutz von Jugendlichen sollen diese unter anderem keine Zigaretten mehr kaufen dürfen. 



Ob jemand raucht, hängt auch mit der Art des Berufes zusammen. Der neuste Tabakatlas zeigt: Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen sind enorm.

BLICK:

 Bundesrat beschliesst landesweites Verkaufsverbot Zigis erst ab 18!

SPIEGEL:
Helmut Schmidts Raucherkarriere: Sie nannten ihn Smoky

Helmut Schmidts Raucherkarriere Sie nannten ihn Smoky

Helmut Schmidt ohne Kippe? Nie. Rauchend wurde der Altkanzler zum beliebtesten Staatsmann außer Dienst. Die Zigarette blieb sein Markenzeichen, als Rauchen in Deutschland längst geächtet war. Von Johanna Lutteroth mehr...

PERSOENLICH.COM:
 
 TAGI:

Trendwende bei jungen Rauchern?

Der Bund schlägt Alarm: Die Anzahl junger Raucher steigt erstmals seit langer Zeit wieder. Bei der Tabakprävention will man die Gründe kennen. Mehr...

Mittwoch, 11. November 2015

Der deutschen Altkanzler Helmut Schmidt ist nicht mehr

Mit 96 Jahren verstarb Helmut Schmidt in Hamburg.

Bildergebnis für helmut schmidt

Er war der Sprache mächtig, sah bis ins hohe Alter die Zusammenhänge in der politischen Landschaft.
Seine Analysen hatten Tiefgang.
Erstaunlich war seine Urteilskraft. Seine Stimme war in schwierigen Situationen bis vor dem Tod gefragt.
Unvergesslich, wie er mit der brennenden Zigarette in der Hand, stets präzis und wohlbedacht antwortete.
Er zelebrierte gleichsam die Sprechpausen und bestätigt damit, dass die Sprechpause ein Parameter der Überlegenheit ist.
Helmut Schmidt hat Deutschland geprägt. Als Politiker, Denker, Publizist mit Vorträgen und Interviews.
Er stand stets zu seiner Meinung, auch wenn der Zeitgeist gegen ihn war.


Staatsakt in Hamburg: Schmidt hinterließ Details für Trauerfeier


Wir verlieren eine Persönlichkeit mit Sachverstand und Weitsicht, einen scharfsinnigen und scharfzüngigen Rhetoriker.
Es gab einige Journalisten, die Schmidt als arrogant oder èberheblich beurteilten, wenn er dumme Fragen zurückwies. 

Helmut Schmidt als Rhetoriker - ein Lehrvideo - YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=9nrHyG7qytA
21.11.2008 - Hochgeladen von toposonline
Dr. Helmut Schmidt zeigt mit 89 Jahren in einem Interview mit Sandra Maischberger wie in einem ...