Sonntag, 1. November 2015

Die Stimmung schlägt in Deutschland um

Während der letzten Tage arbeitete ich verschiedentlich in Deutschland

Meine Prognose: Es kommt noch Einiges auf Merkel zu.
Die Probleme werden ständig wachsen.
Die Bevölkerung merkt allmählich, dass sich der Zustrom an Asylanten  nicht so einfach bewältigen lässt.
Immer mehr entwickelt sich eine Neidkultur.
Die Einwohner vergleichen die Situation der Einwanderer mit der eigenen (Kleider, Wohnung, ärztliche Versorgung, finanzielle Unterstützung). Es geht um Fragen mit den
- Kosten (Steuern)
- Arbeitsplätzen (Angst vor Konkurrenz)
- Wohnungsnot (Angst vor Austrocknung des Wohnungsmarktes)
- Integration (Sprachprobleme)
- Gesundheitswesen
- Spitäler (Betten werden belegt)
- Schulen (Lehrer klagen, dass sie in der eigenen Klasse für zwei bis drei Kinder von Asylanten mehr Zeit aufwenden müssen als für die anderen Schüler)
- Das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen führt zu Konflikten
- Fragen der Sicherheit werden diskutiert
- Angst vor einer Islamisierung


Wer bislang die grosszügige Einwanderungspraxis der Kanzlerin kritisiert hatte, wurde in die rechte Ecke gestellt.

Nun beginnt es auf breiter Front zu gären:
Die einsame Kanzlerin 
 Bis vor Kur­z­em galt An­ge­la Mer­kel als mäch­tigs­te Frau Eu­ro­pas. Nun ist sie in der Flücht­lings­kri­se in die De­fen­si­ve ge­ra­ten. CSU-Chef Horst See­ho­fer droht mit dem Bruch, die eu­ro­päi­schen Re­gie­rungs­chefs ver­wei­gern ihre Hil­fe. Ge­rät Mer­kels Kanz­ler­schaft in Ge­fahr? 
(Quelle SPIEGEL) 

Das Laub fällt von den Bäumen

In diesen Tagen fallen die Blätter extrem

storybild

Das Laub fällt von den Bäumen - Herbstlied ... - YouTube

 
 
www.youtube.com/watch?v=NlOxGDtBrso
25.10.2012 - Hochgeladen von Jutta Riedel-Henck
"Das Laub fällt von den Bäumen" M.: aus dem 18. Jahrhundert, überliefert in Friedrich Nicolais (1771 ...

Musiknoten Das Laub fällt von den Bäumen

Liedtext

Das Laub fällt von den Bäumen,
das zarte Sommerlaub;
das Leben mit seinen Träumen
zerfällt in Asch und Staub.


Die Vöglein traulich sangen,
wie schweigt der Wald jetzt still!
Die Lieb' ist fortgegangen,
kein Vöglein singen will.


Die Liebe kehrt wohl wieder
im künftgen lieben Jahr,
und alles tönt dann wieder,
was hier verklungen war.


Der Winter sei willkommen,
sein Kleid ist rein und neu!
Den Schmuck hat er genommen,
den Keim bewahrt er treu.

Samstag, 31. Oktober 2015

Helloween ausserhalb der Erde

Pünktlich zu Halloween

Aus 20 Min

Totenkopf-Asteroid rast an Erde vorbei

Ein Komet mit einem Durchmesser von rund 600 Metern ist an unserem Planeten vorbei geflogen. Zu reden gab vor allem seine Form.

storybild Ein Asteroid im «Totenkopfkostüm»: Das Bild der US-Raumfahrtbehörde Nasa. (30. Oktober 2015) (Bild: AFP/Nasa)

Ein skurril geformter Asteroid ist am Samstagabend an der Erde vorbeigeflogen. Er habe sie in knapp 500'000 Kilometer passiert, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Demnach handelt es sich bei dem Himmelskörper mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit um einen sogenannten toten Kometen, der nach vielen Umläufen um die Sonne keinen Schweif mehr hat. Sein Durchmesser wurde auf rund 600 Meter geschätzt.
Nasa-Wissenschaftler sprachen vor ein paar Tagen noch von einem «Grossen Kürbis», der zu Halloween an der Erde vorbeifliegen werden. Nachdem er näher gekommen ist, schreiben sie nun von einem Asteroid im «Totenkopfkostüm», da er auf Satelliten-Bildern frappierend einem Schädel ähnelt. Beim Halloween-Fest verkleiden sich viele Menschen im anglo-amerikanischen Sprachraum als Geister oder Untote.

Ein Leser schreibt:
Dieser Asteroid raste auch 1938 an der Erde vorbei. Was danach kam weiss jeder. Macht euch auf etwas gefasst. 
Halloween-Quiz


Rüge: Kassensturz berichtete unausgewogen

Kassensturz verletzte einen der wichtigsten Grundsätze
Bildergebnis für ueli schmezer


Als Journalist Wahlempfehlungen abzugeben, ist eine schwerwiegender Fehler (Quelle 20 Min)

Die SRF-Sendung «Kassensturz» hat laut Ombudsmann Achille Casanova die erhöhten Sorgfaltspflichten im Vorfeld von Wahlen mehrmals verletzt, wie TeleZüri in einer Mitteilung schreibt.
Gemäss Ombudsmann sei die Berichterstattung einseitig und unausgewogen. Gewisse Formulierungen der Off-Stimme seien schlicht inakzeptabel. Dass der Moderator Ueli Schmezer eine Wahlempfehlung abgeben habe, wertet der Ombudsmann als schwerwiegend.
Gegenstand der Beschwerde, die von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli und SVP-Nationalrat Gregor Rutz eingereicht wurde, ist die Sendung vom 15. September 2015 über die Konsumentenfreundlichkeit der Parteien. In der «Kassensturz»-Auswertung schnitt die SVP ausgesprochen schlecht ab.

KOMMENTAR: Einseitigkeit und Unausgewogenheit ist ein
gravierendes Verhalten. SRF dürfte nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Schmezer gibt mit diesem Patzer all jenen Kritikern einen Steilpass, die beim "Staatsfernsehen" einen Linksdrall monieren. Das Verhalten Schmezers ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel. 

Seniorenuni Schaffhausen


Nachrichtenbild für "marcus knill" von SÜDKURIER Online

Aktuelle Analysen und Denkanstöße

SÜDKURIER Online-28.10.2015
... bekannten Schweizer Politikberater Iwan Rickenbacher (links) und als Hörer den angesehenen Kommunikationscoach Marcus Knill zu Gast.

KOMMENTAR:

Schweizer Politik zwischen Konfrontation und Kompromiss

Iwan Rickenbacker - Professor für politische Kommunikation -  nahm die Zuhörer an der Seniorenuni Schaffhausen auf eine Zeitreise mit.
Er schilderte die Entstehung der Konkordanz von 1848 bis zu den aktuellen Spaltungen: Den religiösen, zwischen den Sprachregionen,  zwischen Stadt und Land oder zwischen Arbeit und Kapital oder Armen und Reichen.
Die Schweiz dürfe die Konkordanz nie aufs Spiel setzen. Spannungsfelder wird es immer wieder geben, so wie zwischen den Konservativen und den Progressiven.
Für Rickenbacker ist es klar, dass die Schweizer Politiker keine festen Allianzen bilden werden „Je nach Thema vertreten sie unterschiedliche Standpunkte- und wenn sie sich verstehen, finden sie auch Kompromisse.“
Der Referent konnte nachweisen, dass es sich lohnt, die Opposition in die Regierung mit einzubinden. „Wenn eine Kraft zu stark wird, muss man sie einbinden.“
Fazit:
- Wir sind in der Politik auf Kompromisse angewiesen
- Wir sind aufeinander angewiesen
- Es wird immer Differenzen geben

Freitag, 30. Oktober 2015

Krisen bewältigen, heisst: Das WESENTLICHE erkennen

"Das Grösste und Wunderbarste ist das Einfachste."
W. Rathenau


Benedikt Weibel musste viele Krisen meistern

Bildergebnis für benedikt weibel


Gestern verriet der ehemalige SBB Chef in seinem Referat an der Vortragsgemeinschaft in Schaffhausen, dass
es in schwierigen Situationen immer darum geht,
das Wesentliche zu erkennen und Unwesentliches wegzulassen.
Er erklärte in seinen frei vorgetragenen Ausführungen, wie es möglich ist, eine auf den ersten Blick komplexe Situation aufs Wesentliche zu reduzieren.
Wir müssen auch im Alltag lernen, uns nur noch auf Weniges beschränken. Den Zuhörern wurde bewusst: VEREINFACHEN ist eine Kunst.

Bei Lageanalysen geht es in erster Linie

um FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN

um das RECHERCHIEREN, d.h.  das Sammeln von Fakten

um das STRUKTURIEREN der Fakten

und um die INTERPRETATION der gesammelten Fakten.

In Krisen muss muss mit wenig Aufwand das Maximum herausgeholt werden.

Es geht auch um die Kunst des Weglassens.


Drei Muster sind bei Personen festzustellen, die in schwierigen Situationen führen:

- SACHVERSTAND

- LEIDENSCHAFT

- EINFACHHEIT

LINKS:

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
27. Dez. 2014 ... sich, wenn ein Auftritt vor grossem. Publikum ... Videoaufzeichnungen sind ein geeigne- tes Mittel ... bildhaft auf die Zahl eins aufmerksam.
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/12_27/post.pdf



Was heisst vereinfachen? Das Verb "vereinfachen" (ver - 1 - fachen) verdeutlicht mit der Zahl eins, dass es immer um die "Reduktion auf das Wesentliche" und ...
www.rhetorik.ch/Vereinfachen/Vereinfachen.html

Das Abschieben von Flüchtlingen kann mit Tricks verhindert werden

Deutschland will die Abschiebung forcieren

Doch ist dies nicht so einfach.

Es hat sich gezeigt, dass in Deutschland jene, die erfahren, dass sie abgeschoben werden sollen, sofort bei Freunden abtauchen.
In der Schweiz sollen alle Asylanten einen Rechtsbeistand erhalten. Dieser soll vom Staat bezahlt werden.
Dadurch können Abschiebungen monatelang und länger verzögert werden.
Alle Länder wollen Asylanten, die nicht an Leib und Leben bedroht sind, so rasch als möglich zurückschicken. Doch das ist nur ein frommer Wunsch. Abschiebungen gehen nicht so einfach. 

Ich zitiere die ZEIT:

Manche Politiker glauben, das Flüchtlingsproblem mit Abschiebungen lösen zu können. Doch das ist eine Illusion. Denn kreative Tricks sowie Pannen bei den Behörden verhindern die meisten Abschiebungen.



Es hat fast schon rituelle Züge, was in Osnabrück passiert, wenn eine Abschiebung ansteht. Pflichtschuldig informieren die Behörden den oder die Betroffenen vorab über den geplanten Termin, so will es das niedersächsische Innenministerium. Der Asylbewerber gibt das Datum einem Vertrauten durch, der wiederum das Osnabrücker Aktionsbündnis "No Lager" alarmiert. Eine Telefonkette, in der Hunderte von Abschiebungsgegnern hängen, läuft heiß.
Wenn schließlich die Polizei anrückt, um den Flüchtling zur Abreise zu eskortieren, stehen 50, 70, manchmal 90 Menschen zur Blockade bereit, selbst früh morgens um vier. Nach einer Weile ziehen die Polizisten, von höherer Stelle zur Zurückhaltung angewiesen, dann eben wieder ab. Es soll sogar vorkommen, behauptet "No Lager", dass die Polizei erst gar nicht mehr auftaucht. Der Boykott ist dann reine Formsache.
Unter Abschiebungsgegnern bundesweit gilt Osnabrück mittlerweile als Mekka. Nirgendwo sonst wird so erfolgreich Abschiebung boykottiert. Die Aktivisten bekommen Besuche von außerhalb oder werden zu Vorträgen eingeladen. Und im Internet verkünden sie triumphierend ihre Einsätze wie Treffer in der Torschützenliste. "37. Abschiebung in Osnabrück verhindert!", lautete die jüngste Meldung von Mitte Juli. Manche Länder wie Bayern oder neuerdings Sachsen-Anhalt verschweigen den Abschiebetermin daher mittlerweile, zumindest, solange keine Kinder involviert sind. Kritiker halten das zwar für menschenunwürdig. Doch nicht selten tauchen Asylbewerber eben auch ab, bis der geplante Flug abgehoben hat. Oder sie verlieren den Pass, bekommen plötzlich Herzprobleme und zücken ein Attest vom Arzt, das einem ihrer Kinder Fluguntauglichkeit bescheinigt.

Politiker fast jeder Couleur drängen daher immer heftiger auf schnellere und mehr Abschiebungen. Unterschwellig schüren sie damit die Hoffnung, dass so das Flüchtlingsproblem entschärft werden könnte. Doch das ist völlig unrealistisch. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat zwar ein Papier zur "Eindämmung der Asylmigration" erarbeitet, um schneller abschieben zu können. Doch so gut wie alle in dem aufwendigen, komplexen Prozess involvierten Stellen sind schon jetzt überfordert, und das bei sehr überschaubaren Abschiebezahlen.
"Mehr Abschiebungen sind schon allein deshalb nicht umzusetzen, weil der Bundespolizei das Personal dafür fehlt", sagt Klaus Borghorst, Vorstandsmitglied der Polizei-Gewerkschaft GdP. Innenminister de Maizière habe zwar Mitte der Woche versprochen, 2016 150 Stellen mehr für Rückführungsbegleitungen zu schaffen. "Aber das ist ein Klacks." Bei der Bundespolizei insgesamt, die den Ländern bei der Abschiebung Amtshilfe leistet, fehlten derzeit insgesamt rund 3000 Stellen. Rückführungsbegleitungen darf auch nicht jeder machen, dazu ist ein dreiwöchiger Lehrgang nötig. Nur 630 Beamte sind einem Bundespolizei-Sprecher zufolge eigens geschult.
"Abschiebung", sagt auch der Thüringer Landrat Peter Heimrich desillusioniert, "ist ein zahnloser Tiger. In dieser ganzen Debatte macht sich der Rechtsstaat derzeit lächerlich." Wie fast alle Kommunalpolitiker Deutschlands jagt der Sozialdemokrat derzeit fast rund um die Uhr neuen Flüchtlingsunterkünften nach und fühlt sich dabei wie Sisyphos, weil der Zustrom in seinen Kreis Schmalkalden-Meiningen täglich wächst. Ganze sechs Abschiebungen von Einzelpersonen oder Familien hat die Thüringer Zentrale Abschiebestelle (ZAS) in diesem Jahr in seinem Kreis 2015 angeordnet.

Deutschland wird immer attraktiver für Flüchtlinge

Und davon waren drei geplatzt, unter anderem die einer Familie aus dem Kosovo mit neun Kindern und zwei Dutzend polizeilichen Anzeigen, vorwiegend wegen Ladendiebstählen oder Hausfriedensbruch. Bei der geplanten Abholung fehlte plötzlich der 13-jährige Sohn spurlos. Die Abschiebung per Flugzeug, die 15.000 Euro kostete, wurde abgebrochen. "Die Stimmung an der Basis kippt total", sagt Landrat Heimrich mit Blick auf derartige Fälle düster. Er fühle sich vom Bund allein gelassen. "Wenn das so weitergeht, gibt es einen sehr heißen Herbst und keine gemütlichen Weihnachten."
Offenkundig ist weithin bekannt, dass Deutschland beim Abschieben nicht durchgreift – anders als etwa die Schweiz oder Norwegen, wo etwa Gesuche von Flüchtlingen aus dem Balkan binnen 48 Stunden erledigt sind. Der Asylrechtler, Professor an der Universität Konstanz und ehemalige Berater der Bundesregierung, Kay Heilbronner, hält das sogar für den größten Schwachpunkt: dass abgelehnte Entscheidungen nicht vollzogen werden und die Bundesrepublik dadurch attraktiv für Flüchtlinge wird.
2014 hat Deutschland 10.884 Menschen abgeschoben, kaum mehr als ein Jahr zuvor (10.200). Zugleich stiegen die Asylanträge von 127.000 auf fast 203.000. Mittlerweile ziehen die Zahlen zwar etwas an. Im ersten Halbjahr wurden 8178 Menschen zurückgeschickt, die meisten per Flugzeug. Mehr als ein Viertel (2293) musste von Bundespolizisten begleitet werden. Nach den aktuellsten Zahlen vom 31. Mai wären aber eigentlich mehr als 175.000 abgelehnte Asylbewerber ausreisepflichtig gewesen, 50.000 davon sogar ohne Duldung.
Ohne Widerspruch nimmt so gut wie kein Asylbewerber eine Ablehnung hin. "99 bis 100 Prozent" der Betroffenen legen Einspruch ein, wie Innenministerien von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern übereinstimmend berichten. Es werden Folgeanträge gestellt, Arztatteste präsentiert, Härtefälle geltend gemacht, die Gerichte eingeschaltet, woraufhin abermals Prüfungen anlaufen und wieder Monate vergehen.

Noch im Flugzeug wird Widerstand geleistet

Wenn all das nicht greift, fehlt bei dem einen Rückzuführenden plötzlich der Pass, der andere hat Panikattacken und kann nicht reisen, der Dritte ist, wie der Junge aus Meiningen, gleich ganz verschwunden. Und zu guter Letzt beantragen viele dann Beihilfen für eine freiwillige Rückkehr in ihre Heimat. Dafür werden Fahrkarten, teilweise Prämien und auch Starthilfen gezahlt. Für die Länder ist dieser Weg zwar billiger als die Zwangsabschiebung. Doch dafür gibt es keinen Sperrvermerk im Pass. Und nicht wenige, berichtet etwa das baden-württembergische Innenministerium, kehren dann im nächsten Jahr zurück.
Dazu kommen praktische Probleme: Flugzeuge sind zu chartern, womöglich eine Begleitung bis in die Herkunftsländer zu organisieren. Air Berlin ist die einzige Fluglinie, die diesen Service bietet. Und selbst wenn Flüchtlinge schließlich in der Maschine sitzen, kann die Abschiebung noch scheitern: Manche leisten selbst noch im Flugzeug derart heftig Widerstand, dass der Kapitän eine Mitnahme verweigert. 2014 scheiterten immerhin 141 Abschiebungen aufgrund von "Widerstandshandlungen", vor allem durch Personen aus Somalia und Eritrea. In 74 Fällen weigerte sich der Pilot, eine renitente oder auffällige Person zu transportieren. Die meisten Ablehnungen kamen von der Lufthansa und Germanwings. Mehrere Dutzend Abschiebungen mussten zudem aus medizinischen Gründen abgebrochen werden.
Der Personaleinsatz ist enorm. Bei zu Gewalt neigenden Personen sind zwei Begleiter an Bord nötig, Familien sind meist ruhiger. Aber dennoch sitzen bei 50 bis 70 Flüchtlingen mindestens 30 Beamte mit an Bord. Die müssen im Herkunftsland angemeldet sein, außerdem gute Nerven und viel Geduld haben. "Da wird gespuckt, getreten, es gibt auch mal blaue Augen oder dicke Lippen", sagt GdP-Vorstand Borghorst. Es sei auch vorgekommen, dass sich Menschen selbst verletzten wollten oder im Flieger randalierten. Daher müssen sich alle bis auf die Unterwäsche ausziehen und etwa nach Rasierklingen oder Waffen durchsucht werden.
Ein immenses Problem für die Bundespolizei ist auch, dass die Länder oft sehr viel weniger Asylbewerber zum Flughafen bringen, als sie angemeldet hatten, so ein Sprecher der Bundespolizei. Regelmäßig würden nur zwischen 30 und 40 Prozent tatsächlich "zugeführt". Die Folge: Die Hälfte der eingeplanten Rückführer wird nicht benötigt und bleibt am Boden. "Für diesen Tag stehen sie der Bundespolizei aber für andere polizeiliche Aufgaben an ihren Heimatdienststellen nicht zur Verfügung", so der Sprecher der Bundespolizei.
Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, hält von dem Instrument Abschiebung ohnehin nichts. "Die Politik scheint auf Abschreckung zu setzen. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge wird aber bleiben", sagt er. Statt eine Drohkulisse aufzubauen, müsse die Politik die Menschen auf diese Tatsache viel stärker vorbereiten – und in Integration investieren statt in Sammelflieger. 

FAZIT: Es wäre viel vernünftiger, nur noch echte Flüchtlinge an der Grenze einzulassen. Denn es zeigt sich nicht nur in Deutschland, dass Abschieben zur Farce wird. Die Triage müsste bereits ausserhalb der Schengengrenze erfolgen.
Wer im Land ist, will nicht mehr zurück.