Donnerstag, 6. August 2015

NEIN sagen - aber wie?

Nein sagen schafft Klarheit - Rhetorik.ch

www.rhetorik.ch/Aktuell/06/04_03/neinsagen.pdf
Nein sagen oder riskiert er damit den. Arbeitsfrieden? Welche Antworten oder. Verhaltensweisen bieten sich bei dieser heiklen Situation an? Ein Mitarbeitender ...___________________

5 Tipps zum "Nein-sagen"

(Quelle: Zeitzuleben.de)







5 Tipps nein sagen
Können Sie „nein“ sagen? z. B.:

  • wenn andere Sie immer wieder um etwas bitten, das Sie gar nicht tun wollen,
  • wenn Sie wieder einmal eine unangenehme Arbeit für jemanden übernehmen sollen,
  • wenn jemand sich zum wiederholten Mal Geld von Ihnen pumpen möchte, ohne es je zurückzuzahlen,
  • wenn Sie von einem Verkäufer bedrängt werden, etwas zu kaufen,
  • wenn Ihre Kinder zum x-ten Mal ein Vorschuss auf ihr Taschengeld wollen,
  • oder wenn Sie keine Lust haben, an einem Familienessen teilzunehmen, von dem Sie wissen, das es eh nur wieder in Streit endet.
Klar, einige Male hilft jeder bereitwillig aus und hin und wieder sind wir natürlich auch bereit, unsere eigenen Interessen zurückzustellen. Aber irgendwann kommt für fast jeden der Punkt, wo es nötig ist, eine Bitte abzulehnen. Wenn Sie genau damit Schwierigkeiten haben, ist dieser Artikel genau das Richtige für Sie.
Sie finden hier 5 Tipps, mit denen es Ihnen leichter fallen wird, „nein“ zu sagen.

Tipp 1: Nehmen Sie sich Bedenkzeit, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Bitten Sie ruhig um Bedenkzeit. Sie müssen nicht auf der Stelle „ja“ oder „nein“ sagen, auch wenn der andere das gerne möchte. Sagen Sie ruhig: „Ich muss darüber einen Moment nachdenken. Ich komme in fünf Minuten zu dir und sage dir bescheid.“
Oft sagen wir vorschnell „Ja“ zu etwas, weil wir uns schlicht und einfach überrumpeln lassen. Anliegen und Bitten werden ja meist ganz schnell mal zwischendurch an uns herangetragen und bevor wir es uns versehen, haben wir zu etwas zugesagt, was uns Stunden kostet oder überhaupt keinen Spaß macht.
Deshalb ist es sehr hilfreich, sich immer einen kleinen Moment Zeit zu nehmen, um die Situation kurz zu analysieren. Gehen Sie im Geiste Fragen durch, wie z.B.:

  • Was ist das genau, was ich tun soll? Eine Arbeit, ein Gefallen, soll ich etwas geben?
  • Möchte ich das tun oder geben – oder ist es mir vielleicht zuwider?
  • Wie viel Zeit, Kraft, Energie und Lust habe ich gerade selbst?
  • Was muss eventuell leiden oder zurücktreten, wenn ich der Bitte nachkomme?
  • Wer ist es, der mich da um einen Gefallen bittet? Welche Bedeutung hat dieser Mensch für mich? In welchem Verhältnis stehen wir zueinander?
  • Wie oft habe ich schon etwas für diese Person getan und wenn das schon öfter der Fall war – möchte ich es tatsächlich noch einmal tun?
  • U.ä.
Vielleicht stellen Sie sich gleich einige solcher Checkpunkte zusammen, die Sie dann auf einen Post-it-Note schreiben, der in Blickweite platziert wird. Das ist eine gute Erinnerungsstütze, nicht mehr automatisch „ja“ zu sagen, sondern sich der Situation etwas bewusster zu werden.

Tipp 2: Finden Sie heraus, warum es Ihnen so schwer fällt, „nein“ zu sagen

Dass es vielen Menschen schwer fällt, auch mal eine Bitte oder ein Anliegen abzulehnen, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Klarheit darüber zu bekommen, was es uns ganz persönlich schwer macht, hilft dabei, genau diese Ängste, Bedenken o.ä. zu überwinden.
Hier einige Beispiele für Ursachen dafür, dass wir zu oft „Ja“ sagen:

  • Die Angst, abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werdenEine Angst, die wir sowohl im Freundes- und Bekanntenkreis und in der Familie haben, aber auch im Job. Die meisten von uns machten schon als Kind die Erfahrung, dass manche Menschen uns nur dann mögen, wenn wir ihnen nützlich sind. Heute als Erwachsene können wir diesen Zusammenhang erkennen und müssen dieses Spiel nicht mitmachen. Fest steht, dass Sie sowieso nicht erreichen können, von allen gemocht zu werden – auch dann nicht, wenn Sie alles dafür tun. Entscheiden Sie sich dazu, dass Sie nicht von jemanden gemocht werden müssen, der Sie nicht mag, nur weil Sie nicht alles tun, was er oder sie von Ihnen will. Wählen Sie Freunde und Menschen, die Ihnen wichtig sind, mit Bedacht aus.
  • Angst vor Konsequenzen – Eine Angst, die durchaus berechtigt ist. Nicht jeder reagiert freudig, wenn Sie eine Bitte ablehnen. Es kann also durchaus zu Konflikten kommen oder im Berufsleben haben Sie vielleicht auch Angst, Ihren Job zu verlieren. Hier ist es sehr wichtig, die Situation möglichst objektiv und realistisch einzuschätzen. Es gibt tatsächlich Situationen, in denen es besser ist, „ja“ zu sagen – aber diese Situationen sind sehr viel seltener, als es sich anfüllt. Machen Sie sich klar, dass Sie schon viele Konflikte in Ihrem Leben bewältigt haben und dass Konflikte zum Miteinander dazu gehören. Immer alles zu tun aus Angst vor den Reaktionen anderer, raubt Ihnen Ihre Unabhängigkeit.
  • Man will nicht egoistisch oder herzlos wirken Diese Ursache liegt in unseren Werten begründet. Sie brauchen aber keine Angst davor zu haben, gleich ein Egoist zu sein, nur weil Sie nicht sofort springen, wenn Sie jemand um etwas bittet. Allein, dass Sie das befürchten, zeigt bereits, dass Sie sich über das Thema Gedanken machen. Wirkliche Egoisten kommen gar nicht erst darauf, es zu sein. Aber – es kann durchaus sein, dass man es Ihnen vorwirft. Doch nur weil Sie jemand als egoistisch beschimpft, sind Sie es nicht auch! Der Egoismus-Vorwurf ist sehr wirkungsvoll, wenn man andere zu etwas bringen will. Nehmen Sie diesen Manipulationsversuch aber nicht einfach so hin. Sie wissen selbst am besten, wie viel Sie für andere tun und ob Sie tatsächlich „herzlos“ sind. Ein klarer Blick hilft Ihnen hier schon viel weiter. Wenn Sie sehr unsicher sind, können Sie auch eine Person dazu befragen, die Sie gut kennt – und die Ihnen vor allem wohl gesonnen ist.
  • Das Bedürfnis gebraucht zu werden Diese Ursache liegt oft unbewusst in uns und ist deshalb gar nicht so leicht zu durchschauen. Für andere da sein zu können, gebraucht zu werden, helfen zu können – all das tut vielen Menschen sehr gut. Und es ist ja auch tatsächlich schön, anderen etwas Gutes tun zu können. Wichtig ist nur, dass Sie hier nicht die Balance verlieren und auf diese Weise ein so genanntes Helfer-Syndrom entwickeln. Damit brennen Sie nämlich über kurz oder lang selbst aus (weil Sie zu kurz kommen).
  • Angst, etwas zu versäumen – Ein Aspekt, der sehr oft übersehen wird, der aber ganz entscheidend ist. Vor allem im Freizeitbereich, aber auch im beruflichen oder familiären Umfeld treibt viele das Bedürfnis an, nur nichts zu verpassen. Und so muss man auf jede Feier, zu jeder Veranstaltung, zu jedem Treffen. Man übernimmt Aufgaben und Gefälligkeiten, weil man dadurch glaubt „im Geschehen“ zu sein – und dass einem etwas entgeht, wenn es jemand anderes tut. Hier hilft nur eines: zu lernen, Prioritäten zu setzen. Finden Sie heraus, was Ihnen wirklich Spaß macht, was Ihnen etwas gibt und trainieren Sie Schritt für Schritt, auch mal zu einer Einladung „nein“ zu sagen oder an einer Veranstaltung nicht teilzunehmen. Sie werden sehen, dass das Leben weitergeht, auch wenn Sie nicht überall dabei sind (das können Sie ja sowieso nicht). Und den gewonnenen Freiraum werden Sie auf ganz neue Art nutzen können.
Zu diesen inneren Ursachen kommt dann auch noch die Tatsache, dass es uns die anderen oft nicht gerade leicht machen, „nein“ zu sagen.
Verständlich, denn schließlich möchten sie ja, dass wir ihrer Bitte nachkommen…
Hier einige Strategien derer, die uns dazu bringen wollen JA zu sagen:

  • Schuldgefühle auslösen
  • Erpressung
  • Druck
  • Überrumpelung (s.o.)
  • Schmeicheleien
  • Mitleidstour
  • und anderes mehr.
Hier hilft nur eines: diese Strategien erkennen und entlarven. Schauen Sie genau hin, wer etwas von Ihnen will und welche Mittel diese Person einsetzt, um es zu erreichen. Hier hilft Ihnen Tipp 1, damit Sie den nötigen Abstand gewinnen und erkennen können, welche Mittel Ihr jeweiliger Gegenüber einsetzt. Haben Sie eine Strategie erkannt, können Sie diese freundlich, aber deutlich ansprechen, wie z.B.:

  • „Ich fühle mich im Moment überrumpelt, weil du von mir unter Zeitdruck eine Entscheidung möchtest. Gib mir zehn Minuten und dann sage ich dir Bescheid.“
  • „Ich kann verstehen, dass es dir nicht gefällt, wenn ich jetzt „nein“ sage. Ich möchte mir aber deswegen keine Schuldgefühle machen lassen.“
  • „Ihr Lob freut mich natürlich sehr und trotzdem kann ich leider diese Aufgabe heute nicht mehr für Sie erledigen.“
  • usw.

Tipp 3: Machen Sie sich klar, welchen Preis Sie zahlen, wenn Sie „ja“ sagen

Dieser Tipp klang schon im ersten – also der Situationsanalyse – an, ist aber wichtig genug, auch noch einmal extra genannt zu werden. Machen Sie sich klar, was es Sie eigentlich kostet, zu oft „ja“ zu sagen. Das nämlich kann Ihnen eine gute Portion Motivation und Anreiz geben, ab sofort ein bisschen genauer zu überlegen, ob Sie nicht vielleicht doch einmal etwas ablehnen.

Extra-Tipp

Rechnen Sie ruhig einmal allein zusammen, wie viel Zeit es Sie ganz konkret kostet, Aufgaben für andere zu erledigen. Das einmal summiert zu sehen, kann ein echter Augenöffner sein!
Kosten für zu vorschnelles Ja-sagen sind z.B.:

  • Weniger Zeit, Kraft, Energie u.ä. für Ihre eigenen Vorhaben und Projekte oder für die Menschen, für die Sie viel lieber etwas tun würden.
  • Sehr oft Stress, weil die zusätzlichen Aufgaben ja zu denen hinzukommen, die wir eh schon erledigen müssen.
  • Häufig Ärger darüber, doch wieder nachgegeben zu haben.
  • Nach einer gewissen Zeit das nagende Gefühl, ausgenutzt zu werden.
  • U.ä.
Auch wenn Beziehungen nicht nach kaufmännischen Regeln zu bewerten sind, so sollte doch das Verhältnis im Großen und Ganzen ausgeglichen sein. Das gilt für den Job genauso wie für Freundschaften oder die Familie. Wenn Sie dauerhaft mehr geben als Sie bekommen, werden Sie unzufrieden. Und hier gilt es, besser für sich zu sorgen.
Indem Sie sich klarmachen, was es ganz konkret für Sie bedeutet, immer wieder etwas für andere zu tun, kommen Sie in Kontakt mit Ihren eigenen Bedürfnissen. Menschen, die sich schwer damit tun, „nein“ zu sagen, stellen ihre eigenen Bedürfnisse oft hinten an. Auf Dauer aber höhlt das aus und macht unzufrieden.
Sie sind auch wichtig! Ihre Zeit ist genauso wichtig, wie die anderer Leute, Ihre Kraft ist auch nicht endlos und es steht Ihnen – genau wie jedem anderen zu – gut für sich zu sorgen.

Tipp 4: Erlauben Sie sich „nein“ zu sagen

Dieser Tipp knüpft unmittelbar an den vorherigen an. Dann, wenn Sie sich nämlich klargemacht haben, dass Sie für jedes „Nein“, das Sie nicht sagen, auch einen Preis zahlen, fällt es Ihnen vielleicht leichter, sich selbst die Erlaubnis dafür zu geben, irgendwann auch einmal an sich und nicht nur an andere zu denken.
Sie sind kein schlechter Mensch, wenn Sie eine Bitte ablehnen. Niemand kann ständig für alle bereit stehen. Der Vorwurf, egoistisch zu sein, kommt schnell – aber gut für sich zu sorgen, ist kein Egoismus, das ist notwendige Selbsterhaltung. Sie können anderen nur dann wirklich etwas geben, wenn Sie selbst genug Kraft und Energie haben – und vor allem dann, wenn Sie gerne tun, worum man Sie bittet.

Tipp

Manchmal kann es sinnvoll sein, sich eine solche Erlaubnis schriftlich zu geben.
Erlauben Sie sich also, auch mal „nein“ zu sagen – es ist Ihr gutes Recht! Warten Sie nicht darauf, dass andere Menschen Ihnen dazu die Absolution erteilen, denn gerade diejenigen, die etwas von Ihnen wollen, haben natürlich nur wenig Interesse daran, dass Sie für sich sorgen.

Tipp 5: Lernen Sie, auf sanfte Art „nein“ zu sagen

Wichtig beim Nein-sagen ist vor allem, klar zu sein, aber dabei nicht brutal. Wenn Sie etwas nicht tun wollen, dann sollten Sie das so deutlich sagen, dass der andere es nicht missinterpretieren kann. Das aber kann man behutsam und freundlich tun, so dass das Nein nicht verletzt.
Hier finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten, wie Sie respektvoll „nein“ sagen können:

  • Das Nein begründen Sie brauchen sich zwar nicht zu rechtfertigen, aber Sie können Ihr Nein begründen. Das macht es dem anderen leichter, es anzunehmen. Wenn sich z.B. ein Kollege zu Ihnen setzen will, Sie aber gerade in einem wichtigen Gespräch vertieft sind, bei dem Sie keinen anderen dabeihaben möchten, dann können Sie genau das sagen: „Oh, ansonsten jederzeit gerne – nur jetzt besprechen wir gerade etwas Persönliches.“ Hier bitten Sie selbst um Rücksichtnahme und motivieren so Ihr Nein. Auf diese Weise wird deutlich, dass sich das Nein nicht gegen die Person richtet, sondern andere Ursachen hat.
  • Verständnis zeigen Indem Sie Verständnis für die Bitte des anderen zeigen, wirkt jedes Nein schon viel weicher. Sagen Sie so etwas wie „Dass du so im Zeitstress bist, tut mir sehr leid – aber ich kann dir leider heute trotzdem nicht aushelfen.“ oder „Ihr Team steht da wirklich stark unter Druck. Leider ist es trotzdem nicht möglich, dass eine Arbeitskraft von uns zu Ihnen wechselt.“
  • Bedanken Eine schöne Geste ist, sich dafür zu bedanken, dass der andere einem die Aufgabe zutraut oder das Vertrauen in uns hat: „Ich fühle mich geehrt, dass Sie da an mich denken, aber mein Terminkalender ist leider komplett voll.“ oder „Das ist ein wundervolles Kompliment, dass du mir das zutraust, aber ich kann leider nicht.“
  • Mit Humor In manchen Situationen ist Humor eine wundervolle Möglichkeit, ein Nein zu verpacken. Aber Vorsicht: nicht jeder versteht jede Art von Humor! Im Zweifelsfall sollten Sie deshalb doch lieber eine neutrale Formulierung wählen.
  • Manchmal reicht auch ein Teil-Nein Häufig muss man gar kein striktes Nein sagen. Wenn Sie z.B. nur heute keine Zeit haben, es Ihnen aber nichts ausmachen würde, die Aufgabe morgen zu übernehmen, dann können Sie das genauso sagen. Oder vielleicht sind Sie bereit, einen Teil der Bitte zu erfüllen, dann bieten Sie das an.
  • Gegenangebot machen Es ist auch möglich, einen Gegenvorschlag zu machen – also vielleicht eine andere Idee anzuregen, wie derjenige sein Anliegen lösen kann. Sie zeigen damit, dass Ihnen der andere nicht egal ist, machen aber auch klar, dass Sie nicht zur Verfügung stehen.
In der Regel reicht es aus, wenn Sie konsequent bei Ihrem Nein bleiben. Aber es gibt auch Zeitgenossen, die – gerade wenn diese von Ihnen kein Nein gewohnt sind – hartnäckig davon ausgehen, Sie doch noch „rumzukriegen“. Hier ist dann manchmal auch ein deutlicheres Wort angesagt. Auch hier können Sie die eingesetzte Strategie ansprechen, wie z.B.

  • „Du möchtest mich jetzt offenbar mit allen Mitteln dazu bringen, dass ich „ja“ sage – tut mir wirklich leid, aber das zieht dieses Mal nicht.“
  • „Ihnen scheint es sehr wichtig zu sein, mich umzustimmen. Aber leider kann ich nur noch einmal wiederholen, dass es heute nicht geht.“

Und noch ein Denkanstoß zum Schluss

Und hier haben wir noch einen spannenden Denkanstoß für Sie: Überprüfen Sie einmal, wie Sie selbst damit umgehen, wenn jemand anders „nein“ sagt.
( Kurz nachgefragt: Kennen Sie einen Weg, wie Sie sich richtig gut motivieren können? Eben so, dass Sie die wichtigen Dinge erledigen, ohne dass es ein ständiger Kampf mit dem Schweinehund ist? Falls nicht, dann sollten Sie einmal ganz gezielt Ihre eigenen Motivationsfaktoren herausfinden.

  • Können Sie das Nein akzeptieren oder neigen Sie selbst dazu, den anderen umstimmen zu wollen?
  • Finden Sie es angemessen, wenn andere Ihren Bitten nicht immer nachkommen oder fühlen Sie sich dann verletzt oder beleidigt?
  • Können Sie mit Ihrer Enttäuschung gut umgehen oder werden Sie wütend?
Wenn Sie sich diese Fragen ehrlich beantworten und ggf. hier im Sinne des „Rechts zum Nein-sagen für alle“ etwas an sich arbeiten, wird es Ihnen auch leichter fallen, sich dieses Recht selbst zu nehmen.


LINK:
3. März 2002 ... Einige Zeitmanagement-Gurus arbeiten gerne mit Listen und Aktenordnern. Gemäss deren Rat müssten Sie dauernd Listen erstellen: z.B. was ...
www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html

Mittwoch, 5. August 2015

Thema "Smalltalk" im Nachtclub (Radio SRF 1) vom 4. August

Dani Fohrler im Gespräch mit Marcus Knill

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Nachdem ich verschiedene Beiträge über "Smalltalk" publiziert hatte und ich die Bedeutung des sogenannten "Storry Telling" bei vielen Kommunikationsprozessen wichtig finde, hatte ich mich  für das vertiefende Live - Nachtgespräch (4. August 2200 Uhr bis 5. August 0100 Uhr)  im Studio Zürich zur Verfügung gestellt.
Bildergebnis für smalltalk
Kurze belanglose Gespräche und kurze Begegnungen mögen zwar oberflächlich sein. Sie bergen aber die grosse Chance, eine Brücke zu Mitmenschen zu bauen, die man nicht gekannt hat.

Radio-Moderator Dani Fohrler beabsichtigte den Hörern in der Nachtsendung bewusst zu machen, dass Smalltalk oder das bekannnte Storrytelling mehr ist als nur ein belangloses Geplauder.

Smalltalk  wird gerne als oberflächlich abgestempelt.
Es sein sinnlose Zeitverschwendung,  ist vielfach zu hören.
Kritiker fragen sich:
Was soll ich mich für fremde Menschen interessieren?
Ich kenne ja die fremde Person nicht. 
Weshalb soll ich mit ihr reden?

Was ist Smalltalk?

Smalltalk ist eine zwangslose Unterhaltung, um soziale Kontakte zu knüpfen.
Das unbeschwerte Plaudern bewegt sich tatsächlich an der Oberfläche und will bewusst kein tief schürfender Dialog sein.
Ich habe einmal in einem Seminar alle Bezeichnungen für Smalltalk gesammelt:
- Das kleine Gespräch über unwichtige Dinge
- Unbeschwerte Plauderei
- Lockeres Parlieren
- Lärmloses Gespräch
- Die Kunst, ein Gespräch mit Leerformeln zu führen
- Gegenseitiges Beschnuppern
- Verbale Beziehungspflege
- Partygespräch
- Wortgeplänkel über Alltägliches

Wussten Sie, dass...
...70% der Alltagskommunikation Wortgeplänkel sind
...bei Smalltalk "milder Klatsch" sogar erlaubt ist


Was macht guten Smalltalk aus?

Guter Smalltalk hilft  die Beziehungsebene bei heikeln Gesprächen positiv aufzubauen.
Es ist gleichsam das  Schmiermittel von Dialogen.
Guter Smalltalk ist AUSTAUSCH.
Es ist ein Geben und Nehmen.
Das heisst: Beide Gesprächspartner reden und hören zu.
Das Gespräch ist zeitlich linmitiert.
Die Atmosphäre ist freundlich.
Heikle Themen sind ein Tabu.
Das lockere Gespräch sucht GEMEINSAMKEITEN

Smalltalk  ist nützlich:

- Er hilft Voruteile abbauen (vor Elterngespräch)
- Lockert die Gesprächssituation (vor Kritikgesprächen, Beschwerden)
- Durch die unbeschwerte Plauderei erhöht sich die Gesprächsbereitschaft (Bei wortkargen oder kritisch eingestellten Personen)
- Beide Seiten können auf Tuchfühlung gehen
- Es kann die Stimmung ausgelotet werden (Verkaufsgespräch)
- Schafft Vertrauen
- Fördert die soziale Kompetenz (Zusammenarbeit im Arbeitsteam)
- Der Talker Sympathiepunkte holen (Vorstellungsgespräch)
- Er kann auch im Job
 mehr beachtet 
- Andere wollen gerne mit Menschen zusammen sein, die eine gute Stimmung verbreiten
- Mit belanglosen Gesprächen überwinden wir die normale Scheu
- fördert das Selbstwertgefühl


 Die Voraussetzungen eines guten Gesprächs:

- Wir müssen INTERESSE an den Mitmenschen zeigen
- Gesunde NEUGIERDE ist hilfreich
- Auch Humor
- und eine freundliche Grundhaltung

MENSCHEN, DIE SICH NICHT FUER SICH UND ANDERE MENSCHEN INTERESSIEREN SIND LANGWEILIGE MENSCHEN. 


Für einen guten Smalltalk braucht es deshalb:

- Freude am Talk
- INTERESSE am Gegenüber
- Lockerheit
- Eine offene FRAGEhaltung ist hilfreich
- Auch muss der Talker aktiv zuhören können
- Einfühlungsvermögen (ist eigentlich auch eine Voraussetzung)
- Taktgefühl (Respekt)
- Eine gute Wahrnehmungsfähigkeit erleichtet jeden Kommunikationsprozess (Ein "Dumpfling" ist ein schlechter Talker)
- Eine positive EINSTELLUNG (geistige Haltung) ist zentral wichtig.

Wer INTERESSE zeigt, macht erstaunlicherweise rhetorisch alles richtig:
- Blickkontakt stimmt (Brücke zum DU)
- Er paraphrasiert das Gehörte (Spiegelt es mit eigenen Worten)
- Stellt offene Fragen (es gibt keine Abfragerei)
- Macht keine plumpen, sondern glaubwürdige "dezente" Komplimente
- Lächelt echt und nicht aufgesetzt
- Gestik, Mimik Körpersprache und Stimme stimmt mit der
echten Stimmung überein

Welche Themen eignen sich für einen Smalltalk?

-  Naheliegendes "In Luzern bin ich immer gern"
- Aktuelle Situationen thematisieren (Wetter, Programm, Musik, Anlass)
"Woher kennen Sie...?"
- Persönliches Missgeschick schildern
"Bin heute auf der Hinfahrt geblitzt worden"
- Auf Thema lenken, das den Gesprächpartner interessiern könnte
- Die Meinung des Partners zum Anlass (über eine Referat oder eine Präsentation) einholen
- Möglichst eine Thema suchen, das verbindet (Gemeinsamkeiten ausloten)
DAS GEGENUEBER IST DAS BESTE THEMA
- Ein dezentes Lob
- Bewusst: Belangloses

Tabu- Themen:

- Keine negativen Themen (heikle Themen nie ansprechen)
- Probleme
- Krankheiten
- Todesfälle
- Kritik
- Religion
- Politik
- Gerüchte
- Sexualität

Die grössten Gesprächskiller:

Nur von sich reden
Mit Fragen löchern
Auesserlichkeiten des Gegenübers kommentieren (Tatoo usw.)
(Auch indirekte negative Aussagen, wie: 
"Ich könnte Ihnen einen guten Friseur empfehlen")

Wie lange dauert ein Smalltalk in der Regel

Kürze ist angesagt. Ca 2-3 Minuten.
Wenn zwei Personen sich gut verstehen, kann der Smalltalk in ein normales spannendes Gespräch übergehen. Beide haben  vielleicht das Bedürfnis, weiter zu reden. Dann kann der Talk länger dauern.

 
Smalltalk ist leicht zu lernen

Wir müssen kein Wissen büffeln. Die Kunst der einfachen Plauderei ist einfach zu erwerben.
Gelernt wird es vorab mit der TTT Formel:
TUN-TUN-TUN.
Schwimmen lernen wir bekanntlich nur im Wasser.
Smalltalk lernen wir somit nur praxisorientiert.
Falls Sie starke Hemmungen haben: Wagen Sie vor allem den Anfang.
Springen Sie über den eigenen Schatten:
- Wenn Sie bei einer Gruppe an einem Tisch andoggen,
hören Sie zuerst nur gut zu. Nehmen Sie zuerst nur nonverbal Anteil um nach einer gewissen Zeit  Sie eine aufgeschnappte Aussage  mit einer zustimmende Bemerkung kommentieren.
- Wer wagt gewinnt. Will niemand mit Ihnen reden, nehmen Sie Misserfolge in Kauf.
- Durch aktives Wagen merken Sie, dass der Start
 einfach gelingen kann.
- Es gilt den Kaltstart zu üben
- Merken Sie sich den Namen des Gegenübers
- Ein professionelles Coaching kann Ihnen auch recht viel bringen  (Achten Sie darauf, dass Sie nicht theaterzentiert trainiert werden.)

Der START (Einstieg ist die halbe Miete)

- Die Selbstvorstellung ist der Königsweg
- Bewährt hat sich GNP Formel
G Gruss
N Name mit Vorname nennen
P Plattform: Eine Bemerkung äussern (Aufhänger)

Damit haben Sie das Eis gebrochen.

Uebrigens: Ein echtes Lächeln ist Gold wert.

Nach dem 1. Kontakt geht es dann nur noch darum, das Gespräch am Laufen zu halten.


Bei unseren Smalltalk-Ritualen können wir auch von anderen Kulturen lernen.


Es lohnt sich, die nonverbalen Rituale anderer Kulturen zu kennen.
 Obschon es uns fremd ist, dass  im nahen Osten einer Frau nicht erlaubt ist, dem Gegenüber in die Augen zu schauen. Sie muss immer zuerst devot zu Boden blicken.

Was ich bei den meisten fremden Kulturen (Indien, China, Afrika) erkannt habe: Der Respekt vor den Mitmenschen wird überall gross geschrieben.

Der Respekt gegenüber den Alten ist in den meisten "fremden" Kulturen eine Selbstverständlichkeit.

Für den erfolgreichen Smalltalk könnte wir den Begriff
"Respekt vor dem Gegenüber" auf die Fahne schreiben.

Ferner könnten wir auch etwas vom "Palaver" der Urvölker lernen. Eine Gruppe sitzt ums Feuer und es gibt nur ein unbeschwertes Plaudern. Ziel ist dort - eigentlich wie beim Smalltalk - Gemeinsamkeiten zu formulieren.

Die Deutschen - vor allem den Schwaben - wird nachgesagt, dass sie mundfaul und sollen  zu den Smalltalkmuffeln zählen.
Die  gestikulierenden Südländer hingegen finden wir oft zu
extravertiert.

Hier gilt es wie bei allen heiklen Kommunikationsproblemen eine BALANCE zu finden.

Wir müssen beides können: Das SCHWEIGEN und das SICH AUSDRUECKEN. 

Beim Smalltalk schliesst sich auch folgender Gegensatz nicht aus:

SENSIBILITAET (Zurückhaltung) versus SELBSTDARSTELLUNG nicht aus.

Kann uns Smalltalk glücklich machen?

Das Wort glücklich geht mir zu weit. 
Aber eins ist sicher: Wenn wir das kleine Gespräch über Belangloses beherrschen, haben wir im Beruf und Alltag ein Werkzeug, das uns bei verschiedensten heiklen Kommunikationssituationen weiterbringt.
- Smalltalk ist ein Weichmacher vor schwierigen Kommunikationsprozessen.
Deshalb hat heute auf allen Führungsebenen das "Storytelling" einen besonderen Stellwert erhalten.
Der Smalltalk, welcher als Gesprächsschmiermittel heikle Gespräche positiv beeinflusst, macht sich letztlich für alle bezahlt.
Verkaufs-, Vorstellungs-, Kritik-, Mitarbeiter-, Reklamations-, Beurteilungsgespräche laufen reibungsloser ab.
Storrytelling macht sich somit langfristig bezahlt.
Wenn die Beziehungsebene stimmt, lässt sich bekanntlich effizienter streiten.

Wir können wir auf dem Smalltalk aussteigen?

Bewährt hat sich die Formel: "Entschuldigung ich muss noch eine Kollegin begrüssen" (Muss aber den Tatsachen entsprechen).

Visitenkarte austauschen (Text würdigen) und nachher sagen:
"Vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder einmal."

"Ich hole mir noch ein Getränk. Darf ich Ihnen auch etwas bringen'" Wenn vom Angebot kein Gebrauch gemacht wird, ist es in der Regel so, dass man auf dem Weg zum Ausschank von einer anderen Person ins Gespräch verwickelt wird. Damit ist der Talk beendet.

Ich kann meinem Gesprächspartner eine bekannte Person vorstellen. Wenn die beiden den Smalltalk beginne, verlasse ich  langsam den Tisch.

Dieses Abnabeln funktioniert meist recht gut, wenn eine völlig neue Person dazustösst.

Für mich fragwürdig: "Die Gastgeber erwarten, dass wir die Runde machen. Deshalb..."


Ein No-go ist:

Ruckartiges Weggehen.
"Wir sehen uns nachher wieder". Nachher aber wortbrüchig werden.
Oder: "Jetzt haben wir schon zu lange geredet. Einen schönen Abend."
Lügen: "Ich muss nach Hause" (dann aber bei einer anderen Gruppe noch lange verweilen)

Ein bewährter roter Faden, der den Smalltalks zu einem Zaubermittel macht:

- Der Einstieg ist die halbe Miete (Aktuelles)
- Gemeinsamkeiten suchen
- Austausch (Prinzip des Geben und Nehmens)
- Kürze
- Nur belanglose Themen
- Heikle Themen ausklammern
- Offene Haltung, offene Fragen stellen
- INTERESSE am Du
- Gesunde Neugierde
- Freundliche Grundhaltung 
Die positive EINSTELLUNG ist das A und O

 

   






 


LINKS (Beiträge aus www.rhetorik.ch):
Smalltalk ist das kleine Gespräch über Alltägliches. Nicht nur bei Kritik-, Beurteilungs-, Qualifikations-, oder Schlechtnachrichtengeprächen hat die ...
www.rhetorik.ch/Smalltalk/Smalltalk.html

Bei der Unterhaltung mit einem neuen Gesprächspartner haben sich folgende Smalltalk Starts bewährt: Spannendes Programm heute. Mich nimmt wunder, wie  ...
www.rhetorik.ch/StartSchluss/StartSchluss.html
8. Jan. 2011 ... Dieser Artikel von Andrea Masek aus "Context" basiert auf einem Telefon Interview. Smalltalk ist das Schmieröl bei Kommunikationsprozessen.
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_08/

Smalltalk ist das kleine Gespräch über Alltägliches. Nicht nur bei Kritik-, Beurteilungs-, Qualifikations-, oder Schlechtnachrichtengeprächen hat die ...
www.rhetorik.ch/Smalltalk/Smalltalk.html

Dienstag, 4. August 2015

Simonetta Sommaruga verhält sich zwei Mal politisch ungeschickt

Aus meiner Sicht:

1. Der Olma einen Korb zu geben, war unklug


Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) verzichtet auf die Eröffnung der beliebtesten Schweizer Publikumsmesse Olma und lässt stattdessen Bundesratskollege Johann Schneider-Ammann (FDP) den Vortritt.
Damit vergebe Sommaruga zehn Tagen vor den Parlamentswahlen die einmalige Chance, sich als Zugpferd für die Wahlen einem breiten Publikum zu präsentieren, meint der Ostschweizer Politbeobachter Reto Antenen. Und die Ostschweiz sei nicht gerade als linke Hochburg bekannt. Sommaruga überlasse das Feld einem Bürgerlichen, so Antenen. «Das ist politisch ungeschickt. Die Bundespräsidentin verpasst die Chance, fortschrittliches Gedankengut unter das eher konservative ländliche Olmapublikum zu bringen.» Es werde eine Möglichkeit zu punkten auf dem Silbertablett serviert, doch die SP-Magistratin nutze diese nicht.
Affront gegenüber der Ostschweiz
Monika Simmler, Kantonale Parteipräsidentin der SP und Kandidatin für den Nationalrat, findet es schade, dass Sommaruga nicht an die Olma kommt. «Wir profitieren jeweils, wenn Bundesräte in die Region kommen.» Trotz des Bedauerns wird sie nicht versuchen, Sommaruga zu überreden, doch noch an die Olma zu kommen.
Auch die politische Konkurrenz, die vom Korb Sommarugas an die Olma profitieren könnte, findet es schade, dass die Bundespräsidentin an der Olma mit Abwesenheit glänzt. «Dass nicht mehr die aktuelle Bundespräsidentin oder der Bundespräsident die Olma eröffnet, ist eine Enttäuschung», so Reinhard Rüesch, Fraktionspräsident der FDP. Es sei ein Zeichen mangelnder Wertschätzung gegenüber der Ostschweiz. Für ihn sei wichtiger, dass der jeweilige Leiter des Gremiums die Olma eröffne, als dass es jemand aus seiner Partei sei. Dass der Gesamtbundesrat entschieden hat, dass nicht mehr der Präsident an die Olma reist, sei ein Affront.

2. Die ungeschickte Antwort im Interview mit Hanspeter Trütsch:


Im Gespräch zum 1. August stellt sich Simonetta Sommaruga den Fragen von SRF-Bundeshausredaktor Hanspeter Trütsch. Er möchte wissen, was die grössten Sorgen der Bevölkerung sind und stellt ihr Fragen zu Themen, die «den Leuten unter den Nägeln brennen».

  Video «Das 1.August-Gespräch in voller Länge» abspielen  
Mit dem Bundeshaus im Hintergrund fühlt Trütsch der Bundespräsidentin bei ihren Kernthemen auf den Zahn: dem Asylwesen und der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.
Als er sie zu Beginn des Gesprächs fragt, welche Themen der Bevölkerung am meisten unter den Nägeln brennen, womit sie selber am häufigsten konfrontiert werde, kommt Sommaruga auf die politische Kultur zu sprechen.
Dass der Bundespräsidentin  persönlich die politische Kultur Land und die Missbrauchsmöglichkeiten der direkten Demokratie unter den Nägeln brennt ist nachvollziehbar.
Doch der Interviewer wollte wissen, was der Bevölkerung unter den Nägeln brennt. Da weicht die Magistratin aus. Sie wollte auf keinen Fall  die Asylantenschwemme ansprechen, welche die Bevölkerung sehr stark beschäftigt.
Die  Antwort verdeutlicht, dass die Bundespräsidentin die Sorgen und Nöte der Bevölkerung zu wenig ernst nimmt. Sie antwortet für sich. Was ihr am meisten unter den Nägeln brennt.
Die Oeffentlichkeit befürchtet wohl kaum einen Missbrauch der direkten Demokratie, sondern sie ärgert sich vielmehr, dass das politische Personal die Bedenken und Entscheide des Souveräns  oft ignoriert.
Es gebe in der direkten Demokratie Instrumente, die missbraucht werden könnten, sagt die Bundespräsidentin. Dies heisse nicht, dass die direkte Demokratie nicht mehr funktioniere – vielmehr seien solche Phänomene das Resultat einer politischen Kultur. Sommaruga zeigt sich besorgt darüber.
Gerade weil die Bevölkerung mehr als in anderen Ländern mitreden dürfe, spürten sie auch die Auswirkungen dieser Kultur. Respekt und der Anstand seien wichtige Voraussetzungen, um die direkte Demokratie weiterhin hoch halten zu können.
In der Antworte Sommagugas erkennen wir ein deutliches Missbehagen vor dem direkten Einfluss des Souveräns. Die Antwort ist missverständlich. Ich würde mich nicht wundern, wenn viele Zuhörer die Antwort so interpretieren: Weil die Bevölkerung bei uns mehr mitreden kann, wie in anderen Ländern, wirkt sich dies negativ aus auf die Kultur aus. Es mangle mitunter an Respekt und Anstand.

FAZIT:
Beides war ungeschickt: Die missverständliche Antwort im Interview und das Ignorieren der OLMA. Damit hat Simonetta Sommaruga einige Sympathiepunkte leichtfertig vergeben.
Das bestätigen mir auch die vernichtenden Kommentare im Netz. 
NACHTRAG: Immerhin auf dem Rütli holte sich die Bundespräsidentin wieder Punkte. 
Sie sorgte   bei der Landeshymne für eine positive Ueberraschung: Die Musikgesellschaft Brunnen wurde von Sommaruga, einer einstigen Konzertpianistin, dirigiert.
Sie handelte auch klug, indem sie Junker - der Sie verküsst hatte - nicht eingeladen hatte. Sie wollte wohl nach dem Rütlischwur nicht noch einen Rütlikuss. 


Russland will unschuldig sein, verhindert jedoch mit ihrem Veto die Untersuchung

Mit dem Veto kann Russland zwar ein unabhängigen Tribunal verhindern -
hat sich aber damit einen Bärendienst erwiesen.

Ich zitiere SRF:

Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen UNO-Tribunals zum Abschuss des Fluges MH17 vor einem Jahr über der Ukraine blockiert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin legte im UNO-Sicherheitsrat das Veto seines Landes gegen eine Resolution ein. 

UNO-Sicherheitsrat. 
Bildlegende: Die Einsetzung eines unabhängigen UNO-Tribunals zum Abschuss des Fluges MH17 über der Ukraine ist blockiert. 
Trotz elf Ja-Stimmen scheiterte die Resolution

KOMMENTAR: Die Oeffentlichkeit fragt sich: Was hat Russland zu verbergen?
Hätte das Land eine weisse Weste, hätte es die Resolution unterstützen müssen.
Russland konnte zwar das Tribunal verhindern, hat sich aber mit dem Veto eindeutig geschadet.

Montag, 3. August 2015

Eine Rede ist keine Schreibe

Die jüngsten 1. Augustreden sind bereits wieder Vergangenheit.

Nachdem ich seit Jahren verschiedenste  1. Augustredner  gecoacht habe, 
hier mein FAZIT:

Bildergebnis für 1.August Redner
Photo nur zur Illustration. 
Die Namen der Kunden geben wir  nach unseren vertraulichen 
Beratungen nicht preis.


Der Erfolg-  auch beim diesjährigen Redner, den ich aufbauen durfte - basiert auf folgenden Erkenntnissen:

- Alle Rednerinnen und Redner mussten FREI SPRECHEN. Ablesen sehe ich als ein No-go.
Ein abgelesene "Schreibe" tötet die freie Formulierung. Nur Stichworte habe ich zugelassen.
Es gab kein "Auswendig - lernen" der Rede. Im Training wurden die erarbeiteten Gedanken immer wieder neu formuliert. Lediglich der rote Faden war zwingend.
Frei sprechen war eine Selbstverstädnlichkeit. Denn  "FREI Reden" können im Grunde genommen alle Menschen.
Ein Stichwortzettel war erlaubt.

- Wir trainierten seit Jahren nach dem AAA Prinzip (ANFANG; AUSSAGE, ABSCHLUSS):

1. Der ANFANG ist bekanntlich die halbe Miete. Wir verloren zuerst sehr viel Zeit mit den Abklärungen:
Was interessiert das Auditorium?
Was erwarten die Zuhörer?
Welche Kernbotschaft will ich vermitteln?
Mit welcher Geschichte kann ich die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnen?
Mit den ersten Sätzen musste eine Brücke zu den Zuhörern und zur Thematik aufgebaut werden.


2. Die AUSSAGE  muss mit Erzählungen greifbar gemacht werden. Die Koppelung des abstrakten Kerngedankens mit narrativen Elementen hatten sich bewährt, weil detaillierte Geschichten bei den Adressaten einen "Kino im Kopf" auslösen.

3. Der ABSCHLUSS musste  zum nachhaltigen Schlusspunkt festgelegt werden, mit einem Appell oder einem Schlusssatz. Der Schluss muss automatisch einen Applaus auslösen, ohne dass gesagt werden muss: "Ich danke für die Aufmerksamkeit."

- Entscheidend ists für mich der Auftritt und nicht die Hauptprobe. Bei meinem Coachings verzichtete ich bewusst auf Kniffs und Tricks, d.h. auf  jegliches theaterzentriertes Training.
Es ging immer darum, sich voll und ganz aufs Publikum und das Denken zu konzentieren. Diese PRAESENZ ist etwas vom Wichtigsten.
Wenn nämlich ein Redner von seiner Botschaft überzeugt ist, stimmt seine Stimme, sein Blick und die 
Körpersprache automatisch mit dieser Botschaft überein.
Der Redner kann sich dann auch Fehler erlauben.
Unser Ziel war immer: Natürlichkeit, Authentizität.
Das  zahlte sich in allen Fällen aus.

- Für mich ist beides - Botschaft und das WIE - wichtig.  Ein guter Inhalt oder nur eine perfekte Form allein genügt nicht. Am Schluss zählt letztlich die ganzheitliche Wirkung eines Auftrittes.

- Dank fachgerechtem Videofeedback hatten alle  meine Coachées Erfolg. Der Spiegel Video - fachkundig eingesetzt - stärkt das Selbstvertrauen enorm. Wir erkennen dank des Spiegels VIDEO selbst:
Ich kann es! Eine Rednerin wird dadurch  von unnötigen Nebengedanken völlig entlastet.

- Die detaillierte Vorbereitung  hatte sich bei allen Rednern gelohnt. Vor allem das Ueberprüfen der Technik. 
(Lichtverhältnisse, Mikrofon- und Verstärkeranlage  funktionieren leider nicht immer.)



Wenn  eine wichtige Rede bevorsteht, dürfen Sie sich  mit uns in Verbindung setzen. Nicht nur für 1. Augustreden.
Wir helfen Ihnen gerne weiter. Es ist erstaunlich, dass mit wenig Zeitaufwand sehr viel profitiert werden kann. Unser Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe"hat sich jedefalls bewährt.