Sonntag, 9. November 2014

Eklat im Deutschen Bundestag



Liedermacher Biermann beschimpft Linke 
 

Eigentlich sollte der Liedermacher Wolf Biermann zur Gedenkstunde zum Mauerfall nur singen. Doch dann geriet sein Auftritt zur Abrechnung mit der Linkspartei.

Dass der deutsche Liedermacher Wolf Biermann – der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde – und die SED-Nachfolgepartei "Die Linke" sich nicht grün sind, ist kein Geheimnis. Wie scharf der 77-Jährige die Politiker der Linkspartei im Bundestag anlässlich einer Gedenkstunde zum Mauerfall angriff, überraschte alle.
Eigentlich war Biermann nur gekommen, um auf Einladung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) zu singen. Doch dann holte er zum Rundumschlag gegen die von ihm verhasste Linke aus. Die Partei sei «der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist», sagte der Musiker am Freitag und mutmasste, der «Ironiker» Lammert habe ihn doch wohl deshalb eingeladen, um der Linkspartei ein paar Ohrfeigen zu verpassen.

«Ihr seid dazu verurteilt, das hier zu ertragen»

Lammerts  Versuch, ihm das Wort abzuschneiden, konterte Biermann schlagfertig: «Das Reden habe ich mir in der DDR nicht abgewöhnt und werde das hier schon gar nicht tun.» Sprachs, und sprach weiter in Richtung der Linken: «Ihr seid dazu verurteilt, das hier zu ertragen. Ich gönne es euch.» Es sei «Strafe genug» für die Linken, «dass sie hier sitzen müssen und sich das anhören müssen».
Als die Linksfraktion konterte, sie sei  gewählt worden, gab der Liedermacher zurück, die Wahl sei doch «kein Gottesurteil», die Linke sei in Wahrheit «reaktionär». Erst nach einem minutenlangen Wortduell trug der Musiker schliesslich sein Lied «Ermutigung» vor, das früher besonders bei Oppositionellen in der damaligen DDR beliebt war.

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REUTERS
KOMMENTAR:
Demut war Biermann stets wesensfremd. Der Bundestagspräsident hätte somit wissen müssen, dass Biermann seinen Auftritt nutzen wird, den Frust der Vergangenheit los zu werden.

Die Süddeutsche Zeitung beschreibt Biermanns Situation wie folgt:

Der vielversprechende 16-jährige Kommunist Wolf Biermann wurde 1953, kurz vor dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni, in die DDR geholt, wo ihm eine glänzende Laufbahn offenstand. Sein Vater Dagobert Biermann hatte im Hamburger Hafen kriegswichtige Lieferungen sabotiert und war deshalb in Auschwitz ermordet worden, der Sohn sollte das neue, antifaschistische Deutschland aufbauen helfen, das es für ein Arbeiterkind wie ihn nur in der DDR geben konnte.
Biermann lernte am Berliner Ensemble, wurde von Hanns Eisler unter dessen Fittiche genommen, scheiterte mit seinen an François Villon geschulten Balladen aber bald am staatlich verordneten Banausentum der DDR. Sein parteiliches Liedgut wurde gern genommen, doch nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED 1965 erhielt er Auftrittsverbot und war auf seine Wohnung in der Ostberliner Chausseestraße 131 verwiesen. Dort wurde er von Freunden und Sympathisanten aus der ganzen Welt besucht, die dafür sorgten, dass er nicht vergessen wurde. Das Geld, das er aus dem Westberliner Fontane-Preis erhielt, stiftete er den politischen Verfolgten, die der Anwalt Horst Mahler vertrat; später verstieg er sich sogar zu einer Verteidigung der RAF gegen ihre linken Kritiker.
(Ende Zitat)
Wer diese Vergangenheit kennt, kann die verbale Entgleisung besser einordnen  und vielleicht sogar verstehen. Tatsächlich gibt es ehemalige Stasi Agenten, die sich nach dem Mauerfall im Westen hochgearbeitet haben und sich nun bei den "Linken" recht gut aufgehoben fühlen. So wie es nach dem zweiten Weltkrieg auch führende Nazis gab, die nach der Niederlage von ihre Vergangenheit nichts mehr wissen wollten und im der Bundesrepublik erneut politisch tätig wurden.
Was Biermann sagte, mag selbstsüchtig  und unverschämt gewesen sein.  Seine Wut auf alles, was sich Linkspartei nennt wirkt zwar nach Schlacht von gestern. Doch gehört die Beschimpfung  zur persönlichen Geschichte des politisch Verfolgten. Diese Geschichte lebt in Biermann fort, so wie sie es vielen anderen Menschen geht, die unter der DDR-Staatssicherheit leiden mussten.  
Ich finde es richtig, dass Biermann überhaupt geredet hat und nicht daran gehindert werden konnte.  Bedenken wir: Da verletzt einer die Regeln, und nichts geht dabei kaputt. Für mich ist dies eine erfreuliche Demonstration der Redefreiheit.
 
  


Samstag, 8. November 2014

Sorry - diese Antworten überzeugen nicht

Eine linke Millionärin kommt  in Erklärungsnot


Bei einem Vermögen von 12,4 Millionen versteuerte die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen ein Einkommen von 0 Franken. Jetzt nahm sie Stellung zur umstrittenen Steuer-Optimierung.
(Quelle Blick-online)
Margret Kiener Nellen in Erklärungsnot. play Margret Kiener Nellen in Erklärungsnot.
(Keystone)

Kein Einkommen, dafür 12,4 Millionen Franken Vermögen. Und eine grosse Klappe, wenn es um angebliche Steuerskandale und die Pauschalbesteuerung geht.  Die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen , die sich gerne als Sozialistin bezeichnet, ist in höchster Erklärungsnot.
Gestern enthüllte die «Weltwoche» die erwähnten Steuerzahlen. Heute nahm eine nervöse Kiener Nellen vor den Medien Stellung. Der Tenor: «Es war ein Fehler», «ich war naiv», «ich erschrak damals, als ich unter der Veranlagung die Null sah». Und: «Mir ist klar, dass ein Einkommen von 0 bei einer linken Politikerin Fragen aufwirft.» Obwohl dieser Abzug gesetzmässig war und sei, sagt sie.
Die Fragen versucht Kiener Nellen so zu beantworten. Ihr Mann, der Maschinenbauingenieur Alfred Nellen, habe 2011 einen Einkauf in die zweite Säule getätigt: 400 000 Franken. Von den Steuern konnte der Betrag abgezogen werden.
«Aber ich ging davon aus, dass meine eigenen Einkünfte diesen Betrag kompensieren würden.» Das taten sie offensichtlich nicht, unter der Rechnung stand am Ende trotzdem diese Null. Handeln haben man nicht mehr können. «Man kann der Steuerbehörde ja nicht sagen: Ich will diesen Abzug nicht», versucht sie sich zu erklären. Ja, sie hätte wohl energischer einschreiten müssen. Aber ihr Mann habe halt auch seine Eigenständigkeit.
Nur: Wie kommt eine SP-Nationalrätin überhaupt zu einem steuerbaren Vermögen von über 12 Millionen? Die Ursache sei die Alfar-Holding, ein Eigentum ihres Mannes, die dessen Firma Amax finanziert. Der Aktienwert der Alfar AG explodierte in den letzten Jahren regelrecht. «Dabei sind mein Mann und ich doch einfache ‘Chrampfer’», argumentiert Kiener Nellen dazu.
 «Sie sehen, dass wir keinen Steuerberater haben», lächelt die Nationalrätin. Letztlich würden die Kiener Nellens die Steuererklärung halt ausfüllen, so wie jeder andere auch. Sie geben sie online ein «und sehen das Ergebnis.»


KOMMENTAR:


Wer Mist gebaut hat, muss dazu stehen. Mea Culpa kann sich lohnen. Doch die Antworten der angeschlagenen Politikerin überzeugen als Schuldeingeständnis nicht. Die Rechtfertigungen sind mehr als dürftig:


1. Mit der Begründung, man könne doch der Steuerbehörde nicht sagen, ich will den Abzug nicht, hat Nationalrätin Kiener  an Glaubwürdigkeit eingebüsst.

2. "Ich hätte wohl energischer einschreiten müssen. Aber den Mann habe eben seine Eigenständigkeit." Diese Ausrede überzeugt  nicht. 

3. Auf die Frage, wie man plötzlich ein steuerbares Vermögen von über 12 Millionen haben könne, folgt das Tüpfchen auf dem i der Unglaubwürdigkeit:  «Dabei sind mein Mann und ich doch einfache ‘Chrampfer’», lässt Kiener verlauten. Kaum vorstellbar, dass jemand glaubt, mit Chrampfen allein könne man in so kurzer Zeit 12 Mio  auf die Seite legen.
Die  Chrampferin hat sich mit Ihrem unverkrampften Verhalten im Umgang mit der Steuererklärung enorm geschadet. 

Freitag, 7. November 2014

Donnerstag, 6. November 2014

Mit Klapproths Klappe klappte es leider nicht immer

Stephan Klapproth - der 10 vor 10 Moderator - machte sich 
nicht nur mit seiner Palmen Frisur einen Namen.

 

Seine Sprüche vor der Kamera brachten ihm folgende Spitznamen ein:


- Schwadroneur vor Gott

- Plapperroth

- Informations-Zampano

Auch Klapproths Holperverse sind bekannt:

"Man sieht, da ist einer reich wie Stein. Und wenns ums Geld geht, entpuppt er sich doch als 
schw...ieriger Partner."



Die faulen Sprüche am Schuss der Sendung wurden  - wahrscheinlich auf Anordnung von oben - nach einer Gnadenfrist abgestellt.

Wer kennt sie nicht - die Frisur von Steffi Buchli?

An Halloween war sie immerhin passend:

Mittwoch, 5. November 2014

Unbelehrbar

Hier geht es nicht um teure Therapiekosten.
Hier geht es um Leben und Tod

Tödlicher Crash heute Nacht im Aargau: Der 30-jährige Stefano C.* (30) hat es eilig. Auf der Seetalstrasse von Seon AG in Richtung Schafisheim AG überfährt er im Nebel die Sicherheitslinie und überholt zwei Autos.
Den entgegenkommenden Audi sieht Stefano C. nicht. Frontal knallt er mit seinem Mazda in das korrekt fahrende Auto. Tragisch: Dessen Fahrer (60) und eine 50-jährige Frau kommen bei dem Unfall ums Leben. Die übrigen zwei Insassen werden wie C. schwer verletzt ins Spital gebracht.
Jetzt wird bekannt: Es ist nicht das erste Mal, dass Stefano C. mit dem Strassenverkehrsgesetz in Konflikt gerät, er musste das Billet mindestens einmal schon abgeben. «Er darf erst seit zwei Monaten wieder Auto fahren», sagt eine Nachbarin zu Blick.ch. «Er musste seinen Führerschein noch einmal neu machen.»

KOMMENTAR: 
In solchen Fällen ist Nachsicht das falsche Rezept. 
Hier ist beim Strafmass Härte angebracht.

Dienstag, 4. November 2014

EIn Krimi der unter die Haut geht - Animierte er einen frustrierten Familienvater?

Am Sonntagabend ging es  im Krimi um einen Familienvater, der die Trennung  rächte.
Die Folge: Ein Familiendrama das auch von Jauch im Nachgang verabeitet wurde.


Der letzte Sonntagskrimi wird als EXTRAKLASSE gelobt. Und am Montag ereignen sich in der Schweiz zwei ähnliche Dramen.

Ob die Täter diesen Film gesehen hatten? Dann wäre der Krimi zum Animationsfilm mutiert.

Polizeiruf "Familiensache" Eine sogenannte Familientragödie

 

Andreas Schmidt als ebenso aufmerksamer
wie maßloser Mörder.
 Foto: NDR/Christine Schroeder

"Polizeiruf" der Extraklasse aus Rostock
Erweiterter Selbstmord und das offene Ende einer Affäre



Es ist ihr zehnter Fall und wieder einmal hat das Team des Rostocker "Polizeirufs 110" einen Krimi der Extraklasse abgeliefert. Denn der Film mit dem Titel "Familiensache" ist ein tragischer, emotionaler und fulminanter Krimi, der trotz der Schwere seines Themas Raum ein paar leichte Szenen hat und mit einer überraschenden Wendung für ein offenes Ende sorgt.

"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie", sagt Henning Röder (Uwe Preuss), 1. Hauptkommissar der Mordkommission Rostock zu Beginn des Streifens. Da feiern die Polizisten noch ausgelassen das Dienstjubiläum ihres Chefs. Doch diese Fröhlichkeit wird ihnen schon am nächsten Morgen vergehen.

Andreas Schmidt brilliert als Psycho-Wrack

Denn bei ihren Ermittlungen erleben die Kommissare Bukow und König (Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau) genau das Gegenteil. Sie erleben, wie eine Familie zerstört wird, und müssen anfangs tatenlos zusehen, wie dieses Kostbarste im Leben eines Menschen von einer verzweifelten Person - dem psychisch völlig erledigten Familienvater Arne Kreuz (großartig verkörpert von Andreas Schmidt) - ausgelöscht wird.

Thema "erweiterter Selbstmord"

Erweiterter Selbstmord nennen Fachleute diese Tat. Davon spricht man, wenn ein Elternteil beschließt, sich das Leben zu nehmen, und es nicht in Frage kommt, die Kinder alleine zurückzulassen. Aufwühlend und dramatisch genug für einen Sonntagabendkrimi, könnte man meinen. Doch Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore belässt es nicht bei der Inszenierung der nervenaufreibenden Hatz nach dem Täter. Er lässt daneben die Affäre der Frau von Kommissar Bukow (Fanny Staffa) mit dessen Kollegen Thiessler (Josef Heynert) auffliegen. Und verschärft somit die Spannung noch einmal.
Der als beklemmendes Kammerspiel gestartete und zum rasanten Psychothriller mutierte Fall zieht dadurch Parallelen zwischen dem Amok laufenden Mörder und dem Privatleben des Kommissars. An Intensität ist dieses Szenario kaum zu überbieten. Das liegt auch daran, dass Eoin Moore bei aller Hochspannung ein Gespür für subtil komische Momente hat. Etwa bei der fast schon tragikomischen Szene, als Bukow von der Affäre erfährt. Oder wenn die Kommissare bei der Verfolgung eine langsame Fähre nehmen müssen, weil ein Fluss zwischen ihnen und dem Täter liegt und keine Brücke in der Nähe ist.
NACHTRAG:
Der Krimi wurde zusätzlich medial ausgewertet.
Das war jedoch umstritten. 
Nach dem „Polizeiruf 110: Familiensache“ talkt Günther Jauch mit Darsteller Andreas Schmidt und einem realen Opfer über erweiterten Selbstmord, vulgo „Familiendrama“. Foto: dpa 
Nach dem „Polizeiruf 110: Familiensache“ talkt Günther Jauch mit 
Darsteller Andreas Schmidt und einem realen Opfer 
über erweiterten Selbstmord, vulgo „Familiendrama“. Foto: dpa
Berlin. Im „Polizeiruf 110: Familiensache“ tötet ein Vater Frau und Kinder. Danach spricht Günther Jauch über das Thema erweiterter Selbstmord – mit dem „Polizeiruf“-Schauspieler Andreas Schmidt und mit einer Frau, deren Mann tatsächlich sich und den Sohn getötet hat.


AM MONTAG KAM ES IN DER SCHWEIZ ZU EINEM AEHNLICHEN DRAMA- NUR ZUFALL?

Schiesserei



3 Tote in Wilderswil – war es ein Beziehungsdrama?

Im Berner Oberland wurde am Montagmorgen geschossen. Dabei sind drei Personen ums Leben gekommen. Laut einer Anwohnerin soll es sich um ein Beziehungsdelikt handeln.

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Am Montagmorgen, 3. November, wurden unweit des Bahnhofs in Wilderswil BE drei Tote gefunden.








Schiesserei in beschaulichem Berner Oberländer Dorf: In Wilderswil bei Interlaken BE hat sich am Montagmorgen kurz nach 7 Uhr eine schreckliche Bluttat zugetragen. Wie die Berner Kantonspolizei bestätigte, wurden in der Nähe des Bahnhofs drei Personen tot aufgefunden. Die Identität der drei Opfer ist noch unbekannt.
Eine Anwohnerin berichtet gegenüber 20 Minuten, es soll sich bei der Tat um ein Beziehungsdelikt handeln. Der Täter, ein Portugiese soll seine Ex-Partnerin und ihren neuen Mann und dann sich selbst erschossen haben. Eine Nachbarin geht davon aus, dass der Mann mit der neuen Beziehung seiner Ex-Frau nicht klar kam. 

Auch in Basel kommt es am Montag zu einem ähnlichen Drama:
Am Montag sind in Basel zwei Frauen getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Die Anwohner sind geschockt.