Mittwoch, 29. Oktober 2014
Dienstag, 28. Oktober 2014
Mit Selbstmanagement zum Erfolg
131,88KB Mit Selbstmanagement zum Erfolg
www.verband-mdh.de/assets/verband-mdh/.../2011-3_BI-Leseprobe.pdf
Mit freundlicher Genehmigung hat uns Marcus Knill aus. Uhwiesen, Schweiz, seinen ... Marcus Knill ist selbstständiger Kommunikationsberater und Experte für
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marcus knill
um
09:10
Viele Lehrer fühlen sich ausgebrannt
Ueber 80 Prozent der Lehrer unterrichten gerne.
Aber viele fühlen sich unter Druck. Warum?
Total ausgebrannt
Jeder dritte Lehrer
steht vor dem Burnout
(Laut Blick-online)
Die Schweizer Lehrer sind am Anschlag.
Zehntausende
fühlen sich angeblich ständig überfordert.
Darunter leidet auch die Qualität des
Unterrichts.
KOMMENTAR:
Ich kenne die Arbeit aus meiner ersten Tätigkeit auf der Sekundarschulstufe. Jahrelang erteilte ich nach dem Zusatzstudium Lehrerweiterbildungskurse und coachte Schulbehörden wie auch Eltern.
Die Schullandschaft kenne ich somit aus unterschiedlichster Sicht.
Während der letzten Jahre kam die Schule immer mehr unter Druck. Es änderte sich leider zu viel und zu kurzer Zeit. Aendern per se genügt nämlich noch nicht. Veränderungen sind nur gut, wenn sie zu einer Verbesserung führen.
Leider wurde bei vielen Veränderungen die Volksschule in vielen Bereichen verschlimmbessert.
Der Klassenlehrer, der jeden Schüler gut gekannt hatte und massgeschneidert unterrichten durfte, ist weitgehend verschwunden. An einer Klasse befassen sich heute verschiedenstee Lehrkräfte. Auch auf der Primarstufe gibt es in einer Klasse mehrere Lehrpersonen. Eine heilpädagogische Fachkraft mischt oft auch mit. Im Turnen, Zeichnen, Singen wirken Spezialisten. (Deutsch für Fremdsprachige usw.)
Die Lehrer benötigen heute enorm viel Kraft zur Koordination und das heutige System erfordert viele Absprachen in zusätzlichen Teamsitzungen.
Auch der administrative Aufwand ist enorm gewachsen.
Die Lehrmittel änderten zu rasch und sind zudem oft zu kompliziert.
Der Normlehrer muss "verhaltensgestörte Kinder" in der Normklasse zusätzlich betreuen (Pädagogen dürfen nicht mehr von Störung sprechen. Wer stört muss als verhaltensauffällig bezeichnet werden. Ich weiss nicht, wie lange es noch geht und die "Störer" sogar als "verhaltensoriginell" bezeichnet werden müssen). Es hat den Anschein, als wollten die Schulpolitiker die Störung auf alle Kinder gerecht verteilen.
Ferner belasten auch viele Eltern die Schule zusätzlich, weil sie keine Zeit mehr haben für die notwendige Erziehungsarbeit.
Ferner belasten jene Schüler, die mangelnde Deutschkenntnisse haben, den Unterricht enorm.
Aus meiner Sicht müssten Verantwortlichen den Mut haben, die Schule zu entschlacken und zu vereinfachen.
"Zurück in die Zukunft" mit "konstanten Bezugspersonen"
sollte es heissen. Weshalb nicht Sonderschüler wieder gesondert fördern? Den Lehrpersonen müsste
viel mehr Freiraum im Bereich Methodik und Didaktik eingeräumt werden.
Notiert von
marcus knill
um
07:14
Montag, 27. Oktober 2014
Der Schock
20 Minuten Umfrage wirft hohe Wellen!
Alle Parteien sind geschlossen gegen die Ecopop Vorlage.
Entscheidet sich nun das Volk überraschenderweise
gegen die grossen Parteien?
Nun wird es spannend:
Das Umfrageergebnis von 20 Minuten, wonach zurzeit eine Mehrheit von 53 Prozent die Ecopop-Initiative annehmen würde, warf hohe Wellen. Die Nachricht verbreitete sich bis nach Deutschland. Die Gegner – dazu zählen alle grossen Schweizer Parteien – versprachen, ihre Anstrengungen im Abstimmungskampf noch zu intensivieren. Es gelte aufzuzeigen, wie schädlich die Initiative sei.
Umfrage
Politisieren die Parteien bei Ecopop am Volk vorbei?
63%
33 %
4 %
Insgesamt 1717 Teilnehmer
Kommentar: Es braucht noch grosse Anstrengungen, die Stimmung im Volk zu kehren. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Angst vor Ueberfremdung von den Parteien nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Auch in anderen Ländern werden Stimmen laut, die sich gegen eine unbeschränkte Einwanderung stark machen. Der Mensch reagiert emotional, wenn es um Dichtestress, Sozialkosten,
Verzicht auf Wohlstand und Sicherheitsprobleme geht. Die
Einwanderungsproblematik tangiert eindeutig finanzielle, wirtschaftliche
und soziale Aspekte. Für die Parteien fällt es schwer, die unbeschränkte Zuwanderung schmackhaft zu machen. Nach meinem Dafürhalten wird es in allen Parteien - bei den Grünen, wie auch bei der SP, recht viele Stimmberechtigte geben, die JA stimmen werden.
Bedenken wir:
Bedenken wir:
Unserer Regierung hatte bekanntlich bereits enorme Probleme nach der Abstimmung vom 9. Februar mit der Umsetzung des Volkswillens.
Unvorstellbar, wie sie nun bei einem allfällige Ja (Ecopop Abstimmung) reagieren wird.
Ich würde jedenfalls als Landesregierung diese unerwartete Situation - bereits heute - antizipieren.
In den Weiterbildungsveranstaltungen habe ich nicht wenige Leute kennen gelernt, die sicher JA stimmen werden, weil sie mit ihrer Stimme der Regierung lediglich "Beine machen" wollen, nur deshalb, weil der Volkswille bei Masseneinwanderung immer noch nicht umsetzt wurde.
Zur Zeit versuchen die Gegner der Vorlage mit einfachen Videos und grossen Plakaten die Stimmung in der Bevölkerung zu kehren. Ob dies gelingen wird?
Zur Zeit versuchen die Gegner der Vorlage mit einfachen Videos und grossen Plakaten die Stimmung in der Bevölkerung zu kehren. Ob dies gelingen wird?
Notiert von
marcus knill
um
08:33
Sonntag, 26. Oktober 2014
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Die Schirmrevolution
Das aktuelle Geschehen - festgehalten von einem internationalen Topfotografen.
Das Symbol der pro-demokratischen Proteste in Hongkong
(24. Oktober 2014). Bild: Damir Sagolj/Reuters
Notiert von
marcus knill
um
08:15
Müssen alle ins Gymnasium?
Es hat zu viele Kinder, die nicht ins Gymnasium gehören
«Man kann ein Kind nicht zu einem Genie machen»,
sagt Forscherin Elsbeth Stern.
| Nach Elisabeth Stern unternehmen die Eltern alles, damit ihr Kind gefördert wird. Vielen Jugendlichen wird die Kindheit gestohlen. Die Freizeit wird genutzt für Förderkurse, Ballett, Frühenglisch, Musikunterricht. Entscheidend wäre jedoch, dass das Kind vor allem LESEN und SCHREIBEN lernt. | |||||
| Um die Intelligenz im Rahmen der genetischen Anlagen optimal zu entwickeln, braucht ein Kind vor allem emotionale Geborgenheit und sprachliche Zuwendung. | |||||
| Viele Eltern sind sich nicht bewusst, wie wichtig das Geschichten erzählen, vorlesen und das Gespräche führen mit dem Kind ist. | |||||
| ZUM INTERVIEW: | |||||
Schon früh geraten Kinder in die gigantische Mühle der
Förderpädagogik – Babyschwimmen, Ballett, Frühenglisch und
Musikunterricht. Bringt dies etwas?
Nein, überhaupt nicht. Viele Dinge kann ein Kind später viel leichter lernen, wenn es einiges an Vorwissen mitbringt. Ein Kind sollte grundsätzlich in diesem Alter nicht zu sehr fremdbestimmt sein. Zum Beispiel ist es völlig kontraproduktiv, einem Dreijährigen Geige beizubringen, wenn er dazu keinerlei Tendenzen zeigt. Um schlau zu werden, muss ein Kind auch nicht unbedingt ein Musikinstrument spielen, sondern später vor allem lesen und schreiben können. Das ist entscheidend.
Lässt sich – allem elterlichen Engagement und Ehrgeiz zum Trotz – der Bildungserfolg eines Kindes somit nicht mit etwas mehr Drill und Disziplin in die gewünschten Bahnen lenken?
Kinder sollten das lernen, was im Bereich ihrer Möglichkeiten liegt. Und Eltern sollten nicht glauben, dass sie bei der geistigen Entwicklung ihres Kindes alles in der Hand haben und es mit Druck beliebig trimmen können. Kinder sollten möglichst selbstbestimmt leben und das machen, was ihnen wirklich wichtig ist und wofür sie auch begabt sind. Um Intelligenz im Rahmen der genetischen Anlagen optimal zu entwickeln, braucht ein Kind vor allem emotionale Geborgenheit und sprachliche Zuwendung.
Viele Eltern haben grosse Angst, dass sie eine Chance für ihre Sprösslinge verpassen und sich ein «Lernfenster» für immer schliesst. Gibt es dies also gar nicht?
Doch, aber nur beim natürlichen Spracherwerb. Wenn Eltern die Möglichkeit haben, ihr Kind zweisprachig zu erziehen, sollten sie diese unbedingt nutzen. Damit machen sie dem Kind ein grosses Geschenk. Doch ein bisschen Frühenglisch bringt gar nichts. Viel wichtiger für den späteren schulischen Erfolg ist es, mit Kindern von Anfang an viel zu sprechen, ihnen Geschichten vorzulesen, ihnen zuzuhören und ihren Wortschatz ständig zu erweitern. Sehr früh sind Kinder auch auf eine korrekte Sprache und Grammatik angewiesen. Damit kann man viel bewirken. Ein Fernseher kann diese Art der Kommunikation nicht ersetzen.
Was halten Sie davon, dass in der Schweiz nur rund zwanzig Prozent der Kinder aufs Gymnasium gehen können?
Dies finde ich im Gegensatz zu Deutschland richtig, wo die Hälfte der Schüler aufs Gymnasium geht und die meisten davon nur mittelmässig begabt sind. Denn dies ergibt sich zwangsläufig aus der Normalverteilung der Intelligenz.
Dennoch plädieren Sie dafür, auch in der Schweiz noch zusätzlich zur Aufnahmeprüfung IQ-Tests einzuführen.
Ja, aber nicht flächendeckend, sondern nur in Einzelfällen. Denn es schlummern bei einigen Schülern Potenziale, die nicht entdeckt werden. Wenn ein Kind zum Beispiel überdurchschnittlich gut in Mathematik ist, aber aufgrund eines Migrationshintergrunds in Deutsch die erforderlichen Leistungen für den Übertritt aufs Gymnasium nicht schafft. In solchen Fällen ist es wichtig, dass diese Kinder bereits rechtzeitig in der Primarschule erkannt und dann auch gezielt gefördert werden.
Liesse sich die Quote von rund zwanzig Prozent dann überhaupt noch einhalten?
Ja, denn auch in der Schweiz sind auf dem Gymnasium Kinder, die dort eigentlich nicht hingehören und nur durchschnittlich intelligent sind. Wir haben IQ-Tests in mehreren Gymnasien gemacht und festgestellt, dass auch viele der Schüler in der Schweiz unter dem theoretisch errechneten Mindest-IQ sind, der bei 112,6 liegt. Dieser Wert kommt zustande, wenn wirklich nur die zwanzig Prozent der Intelligentesten aufs Gymnasium gehen würden. Leider ist dies auch hierzulande nicht der Fall. Bei unseren Stichproben lag mehr als ein Drittel unter dem IQ 112,6.
Wie sieht Ihrer Meinung nach guter Unterricht aus?
Die Schüler sollten die Zeit dort intensiv nutzen und nicht verplempern. Schule ist zum Lernen da und nicht zum Herumhängen. Danach können die Kinder auch wieder eine Zeit lang machen, was sie wollen. Das ist genauso wichtig. In Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation haben wir jetzt in insgesamt 300 Deutschschweizer Primarklassen begonnen, Naturwissenschaften zu unterrichten. Und gehen mit Experimenten unter anderem den Fragen nach: Warum schwimmt ein Schiff? Wie breitet sich Schall aus? Was hält Brücken zusammen? Danach müssen die Schüler den Versuch beschreiben. Auf diese Weise vermitteln wir Vorkonzepte über Dichte, Auftrieb, Statik oder Akustik, anstatt die Kinder schwarze Löcher mit Knete basteln oder Pirat spielen zu lassen. Der Inhalt und die Vermittlung von Wissen ist das Wesentliche.
Letztes Wochenende hat ein zwölfjähriger Schweizer in seiner Alterskategorie die europäische Olympiade im Kopfrechnen gewonnen. Ist dafür eine besondere mathematische Begabung notwendig?
Nicht unbedingt. Kopfrechnen ist eine sehr spezifische Sache, für die man Konzentration und viel Übung braucht, aber nicht hochbegabt sein muss. Man kann zum Beispiel auch Gedächtnisweltmeister für Zahlen werden und sich auf Zuruf 100 Zahlen merken. Dafür gibt es Tricks mit Bildern: Die 1 ist ein Stock, die 7 ein Zwerg, die 0 ein Ei. Danach setzt man sich die Zahlen und Bilder zusammen. Dafür braucht es viel Zeit und Training. Wer dies macht, ist dadurch aber nicht automatisch gut auch im Vokabellernen. (Tages-Anzeiger)
KOMMENTAR: Ich habe heute in Schaffhausen wieder die vier Kinderbetreuerinnen gesehen, die jeden Tag Kleinkinder im Vorschulalter in grössen Wagen (bis zu sechs Kleinkinder die - in einem Gefährt einpfercht - dösen vor sich hin) stundenlang durch die Strassen der Stadt ziehen oder stossen. Keine Betreuerin spricht mit den Kindern. Sie fahren einfach mit ihrem "Betreuungsgut" die Betreuungszeit ab. Die Kinder werden sich selbst überlassen. Ab und zu unterhalten sich die jungen Frauen lediglich unter sich. Die Kinder befinden sich - wie eine Ware - im Wagen. Ein trauriges Bild. Wenn sich die Eltern der "abgeschobenen" Kleinkinder bewusst wären, wie wichtig die emotionale Geborgenheit und die sprachliche Zuwendung ist, würden sie sich vermehrt für die geistige Entwicklung ihres Nachwuchses sorgen und ein paar Jahre den eigenen Kindern widmen und auf eine Stufe ihrer Karriereleiter verzichten. Was nämlich in dieser wichtigen, prägenden Phase versäumt wurde, kann später kaum mehr wettgemacht werden.
Das Interview der Wissenschafterin im Tagesanzeiger verdeutlicht, dass die Bezugspersonen im Vorschulalter und in der Schule extrem wichtig sind. Ein Kind lernt nicht durch Vernachlässigung. Kinder müssen das Lernen lernen aber auch die Freizeit geniessen dürfen.
Es gilt die Balance zu finden zwischen fördern (fordern) und Freizeit.
Nach dem Interview Sterns müssen wir uns somit auch fragen, ob die Quotenrregelung an den Mittelschulen richtig ist.
Nein, überhaupt nicht. Viele Dinge kann ein Kind später viel leichter lernen, wenn es einiges an Vorwissen mitbringt. Ein Kind sollte grundsätzlich in diesem Alter nicht zu sehr fremdbestimmt sein. Zum Beispiel ist es völlig kontraproduktiv, einem Dreijährigen Geige beizubringen, wenn er dazu keinerlei Tendenzen zeigt. Um schlau zu werden, muss ein Kind auch nicht unbedingt ein Musikinstrument spielen, sondern später vor allem lesen und schreiben können. Das ist entscheidend.
Lässt sich – allem elterlichen Engagement und Ehrgeiz zum Trotz – der Bildungserfolg eines Kindes somit nicht mit etwas mehr Drill und Disziplin in die gewünschten Bahnen lenken?
Kinder sollten das lernen, was im Bereich ihrer Möglichkeiten liegt. Und Eltern sollten nicht glauben, dass sie bei der geistigen Entwicklung ihres Kindes alles in der Hand haben und es mit Druck beliebig trimmen können. Kinder sollten möglichst selbstbestimmt leben und das machen, was ihnen wirklich wichtig ist und wofür sie auch begabt sind. Um Intelligenz im Rahmen der genetischen Anlagen optimal zu entwickeln, braucht ein Kind vor allem emotionale Geborgenheit und sprachliche Zuwendung.
Viele Eltern haben grosse Angst, dass sie eine Chance für ihre Sprösslinge verpassen und sich ein «Lernfenster» für immer schliesst. Gibt es dies also gar nicht?
Doch, aber nur beim natürlichen Spracherwerb. Wenn Eltern die Möglichkeit haben, ihr Kind zweisprachig zu erziehen, sollten sie diese unbedingt nutzen. Damit machen sie dem Kind ein grosses Geschenk. Doch ein bisschen Frühenglisch bringt gar nichts. Viel wichtiger für den späteren schulischen Erfolg ist es, mit Kindern von Anfang an viel zu sprechen, ihnen Geschichten vorzulesen, ihnen zuzuhören und ihren Wortschatz ständig zu erweitern. Sehr früh sind Kinder auch auf eine korrekte Sprache und Grammatik angewiesen. Damit kann man viel bewirken. Ein Fernseher kann diese Art der Kommunikation nicht ersetzen.
Was halten Sie davon, dass in der Schweiz nur rund zwanzig Prozent der Kinder aufs Gymnasium gehen können?
Dies finde ich im Gegensatz zu Deutschland richtig, wo die Hälfte der Schüler aufs Gymnasium geht und die meisten davon nur mittelmässig begabt sind. Denn dies ergibt sich zwangsläufig aus der Normalverteilung der Intelligenz.
Dennoch plädieren Sie dafür, auch in der Schweiz noch zusätzlich zur Aufnahmeprüfung IQ-Tests einzuführen.
Ja, aber nicht flächendeckend, sondern nur in Einzelfällen. Denn es schlummern bei einigen Schülern Potenziale, die nicht entdeckt werden. Wenn ein Kind zum Beispiel überdurchschnittlich gut in Mathematik ist, aber aufgrund eines Migrationshintergrunds in Deutsch die erforderlichen Leistungen für den Übertritt aufs Gymnasium nicht schafft. In solchen Fällen ist es wichtig, dass diese Kinder bereits rechtzeitig in der Primarschule erkannt und dann auch gezielt gefördert werden.
Liesse sich die Quote von rund zwanzig Prozent dann überhaupt noch einhalten?
Ja, denn auch in der Schweiz sind auf dem Gymnasium Kinder, die dort eigentlich nicht hingehören und nur durchschnittlich intelligent sind. Wir haben IQ-Tests in mehreren Gymnasien gemacht und festgestellt, dass auch viele der Schüler in der Schweiz unter dem theoretisch errechneten Mindest-IQ sind, der bei 112,6 liegt. Dieser Wert kommt zustande, wenn wirklich nur die zwanzig Prozent der Intelligentesten aufs Gymnasium gehen würden. Leider ist dies auch hierzulande nicht der Fall. Bei unseren Stichproben lag mehr als ein Drittel unter dem IQ 112,6.
Wie sieht Ihrer Meinung nach guter Unterricht aus?
Die Schüler sollten die Zeit dort intensiv nutzen und nicht verplempern. Schule ist zum Lernen da und nicht zum Herumhängen. Danach können die Kinder auch wieder eine Zeit lang machen, was sie wollen. Das ist genauso wichtig. In Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation haben wir jetzt in insgesamt 300 Deutschschweizer Primarklassen begonnen, Naturwissenschaften zu unterrichten. Und gehen mit Experimenten unter anderem den Fragen nach: Warum schwimmt ein Schiff? Wie breitet sich Schall aus? Was hält Brücken zusammen? Danach müssen die Schüler den Versuch beschreiben. Auf diese Weise vermitteln wir Vorkonzepte über Dichte, Auftrieb, Statik oder Akustik, anstatt die Kinder schwarze Löcher mit Knete basteln oder Pirat spielen zu lassen. Der Inhalt und die Vermittlung von Wissen ist das Wesentliche.
Letztes Wochenende hat ein zwölfjähriger Schweizer in seiner Alterskategorie die europäische Olympiade im Kopfrechnen gewonnen. Ist dafür eine besondere mathematische Begabung notwendig?
Nicht unbedingt. Kopfrechnen ist eine sehr spezifische Sache, für die man Konzentration und viel Übung braucht, aber nicht hochbegabt sein muss. Man kann zum Beispiel auch Gedächtnisweltmeister für Zahlen werden und sich auf Zuruf 100 Zahlen merken. Dafür gibt es Tricks mit Bildern: Die 1 ist ein Stock, die 7 ein Zwerg, die 0 ein Ei. Danach setzt man sich die Zahlen und Bilder zusammen. Dafür braucht es viel Zeit und Training. Wer dies macht, ist dadurch aber nicht automatisch gut auch im Vokabellernen. (Tages-Anzeiger)
KOMMENTAR: Ich habe heute in Schaffhausen wieder die vier Kinderbetreuerinnen gesehen, die jeden Tag Kleinkinder im Vorschulalter in grössen Wagen (bis zu sechs Kleinkinder die - in einem Gefährt einpfercht - dösen vor sich hin) stundenlang durch die Strassen der Stadt ziehen oder stossen. Keine Betreuerin spricht mit den Kindern. Sie fahren einfach mit ihrem "Betreuungsgut" die Betreuungszeit ab. Die Kinder werden sich selbst überlassen. Ab und zu unterhalten sich die jungen Frauen lediglich unter sich. Die Kinder befinden sich - wie eine Ware - im Wagen. Ein trauriges Bild. Wenn sich die Eltern der "abgeschobenen" Kleinkinder bewusst wären, wie wichtig die emotionale Geborgenheit und die sprachliche Zuwendung ist, würden sie sich vermehrt für die geistige Entwicklung ihres Nachwuchses sorgen und ein paar Jahre den eigenen Kindern widmen und auf eine Stufe ihrer Karriereleiter verzichten. Was nämlich in dieser wichtigen, prägenden Phase versäumt wurde, kann später kaum mehr wettgemacht werden.
Das Interview der Wissenschafterin im Tagesanzeiger verdeutlicht, dass die Bezugspersonen im Vorschulalter und in der Schule extrem wichtig sind. Ein Kind lernt nicht durch Vernachlässigung. Kinder müssen das Lernen lernen aber auch die Freizeit geniessen dürfen.
Es gilt die Balance zu finden zwischen fördern (fordern) und Freizeit.
Nach dem Interview Sterns müssen wir uns somit auch fragen, ob die Quotenrregelung an den Mittelschulen richtig ist.
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marcus knill
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