Donnerstag, 13. März 2014

Hoeness Rhetorik: Unglaublich- aber wahr.

Der Steuermann: Die besten Hoeneß-Sprüche

DAS INTERNET VERGISST NICHTS!
Quelle - Frankfurter Rundschau:
„Ich weiß, dass das doof ist. 
Aber ich zahle volle Steuern.“
(Uli Hoeneß 2005 in einem Interview der „Bild“-Zeitung)
Foto: REUTERS

„Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen,
 ist auch keinem geholfen. 
Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen 
Mann kein Stück besser.“ 
 (Hoeneß 2009 in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“)

„In den vergangenen 20 Jahren sind in 
der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, 
die einen katastrophalen Job gemacht haben. 
Uns wurde vorgegaukelt, dass viele 
Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. 
Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen 
 gewisser Leute voll zu machen.“ 
 (Hoeneß 2012 in der Zeitung „Die Welt“)
Foto: dp
„Unsere Spieler kicken schon jetzt eine 
 Halbzeit fürs Finanzamt, da kommen 
wir nicht weiter, wenn man 60 oder 
70 Prozent nimmt.“ 
 (Hoeneß 2012 in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“)
„Wenn früher eine Mark in der Kasse 
meiner Eltern fehlte, haben wir sie auf 
dem Boden gesucht. 
Die Stimmung beim Weihnachtsfest hing 
entscheidend davon ab, wie gut wir 
vorher verkauft hatten.“ 
 (Hoeneß im Februar 2011 im „Hamburger Abendblatt“)
„Natürlich will ich Erfolg, 
aber nicht um jeden Preis. 
Wenn es um Geld geht, 
muss man auch mal zufrieden sein.“ 
 (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

„Die Finanzwelt zeigt keine Bereitschaft, 
zur Volkswirtschaft beizutragen. 
Eine Krankenschwester trägt mehr zur 
Volkswirtschaft bei als ein Spekulant. 
Wenn ich sehe, dass Optionsscheine 
für Reis steigen, sage ich zu meiner Frau: 
'Das bedeutet, dass Menschen hungern 
müssen, weil sie sich keinen Reis 
mehr kaufen können.'“ 
(Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins"

„Ich habe für mein Schweinefleisch fünf 
 verschiedene Lieferanten. Ich rufe an, 
lasse mir die Preise geben und kaufe dann. 
Für was aber brauchen Banker Schweinebäuche?“ 
 (Wurstfabrikant Hoeneß über Spekulationsgeschäfte von Banken)

.
„Ich habe mit meiner Meinung noch 
nie hinter dem Berg gehalten. 
Und bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, 
dass man damit bei der Bundeskanzlerin
landen kann. Sie will Leute, die 
querdenken. Sie will Leute, die ihr nicht 
nach dem Mund reden. 
Deswegen bin ich Fan von Merkel!“ 
(Hoeneß über Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)

Foto: imago stock&people
„Ich bin kein Besserwisser, sondern ein 
 Bessermacher.“ 
(Hoeneß 2010 vor einem Auftritt 
als Gastredner bei der CSU-Vorstandsklausur)

„Es ist vielleicht langweilig, aber es soll 
uns nie schlechter gehen als jetzt. 
Das ist mein Wunsch. 
Ich muss nicht nach Hawaii oder 
auf die Malediven. Wenn ich irgendwann 
mal Lust dazu habe, werde ich das machen. 
Aber das ist nicht mein Lebenstraum.“ 
 (Hoeneß Anfang 2012 vor seinem 60. Geburtstag)
Foto: dpa


KOMMENTAR: Nach dem heutigen Urteil bekommen diese Aussagen eine neue Bedeutung.
Gesagt ist nicht getan. In diesem Fall ist die Divergenz zwischen Worten und Taten unerhört gross.

DAS URTEIL(BLICK titelt):

Gericht hat entschieden: 3½ Jahre Knast für Hoeness! 

UEBERRASCHUNG:

Mittwoch, 12. März 2014

Bewusst geklaut?

Zwei Politiker haben den Migros Slogan in umgekehrter Form für die eigenen Werbung genutzt

Die Migros pocht auf Markenschutz - die Politiker freuts. Für sie ist das Ziel aufzufallen, bekannt zu werden, erfüllt, In der Werbung ist es bekanntlich wichtig, dass man von einem Produkt spricht.
Aber auch die Migros profitiert von dieser Geschichte. Ihr Slogan wird ebenfalls gratis wiederholt.

Um was geht es?
Ich zitiere BLIck-online:

Die Migros geht gegen zwei Berner Politiker vor

  «Für die Region – aus der Region»: Mit diesem Slogan steigen die SP-Politiker Michael Aebersold und Stefan Jordi in den Berner Wahlkampf. Kommt Ihnen der Spruch bekannt vor? Der Migros auch.

play Stefan Jordi und Michael Aebersold - das umstrittene Logo ist oben rechts.
(zvg)
ntag hängten Grossrat Michael Aebersold und Stadtrat Stefan Jordi (beide SP) ihre ersten Wahlplakate aus, versehen mit dem Spruch «Für die Region – aus der Region». Genau umgekehrt lautet der Migros-Slogan für lokale Produkte. Und auch farblich und grafisch ähnelt der Wahlspruch dem ursprünglichen Signet sehr. Zufall ist das nicht, geben auch die beiden Politiker zu.
Migros Aare-Sprecherin Andrea Bauer reagiert zunächst mit einem Lächeln auf den Logo-Klau und sagt: «Ob es für Politiker besonders originell ist, sich mit Hilfe fremder Ideen zu profilieren, sei dahingestellt.» Fakt sei, dass dieses Logo sowohl als reine Bildmarke wie auch als kombinierte Wortbildmarke geschützt ist. «Selbst wenn dieses Logo auf dem Plakat verfremdet wurde, ist sehr deutlich zu erkennen, worauf es Bezug nimmt. Da dieses Logo ohne unser Einverständnis gebraucht wird, liegt eine Verletzung unserer Marken- und Lauterkeitsrechte vor.»

Politiker dürfen Sujet nicht mehr verwenden

Die Migros Aare hat die Politiker aufgefordert, dieses Sujet künftig nicht mehr zu verwenden. Bereits gedruckte Materialien dürften sie aber einsetzen.
Michael Aebersold zeigt sich über die Reaktion nicht sonderlich überrascht. Er beschreibt das Gespräch mit den Migros-Verantwortlichen als «angenehm, aber in der Sache bestimmt.» Er habe Verständnis, dass die Migros ihre Marke schützen wolle, «aber es ist ja nicht so, dass sie ein Monopol auf den Begriff ‹Region› hat.»

SCHOEN-SCHOEN- SCHOEN

Herrlich - 

die ganze Woche Märzensonne

Dienstag, 11. März 2014

Hektik - Blut - Gewalt- Sex und Ballern allein macht noch keinen guten Krimi

TV-Kritik: 

Der Hamburger «Tatort» war  hektisch und blutig. Das allein genügt noch nicht für einen guten Krimi.
1/6 Das war knapp: Keine Angst, Kommissar Tschiller (Til Schweiger) hat alles im Griff.
Bild:

   
Stichworte aus der Kritik des Tagesanzeigers:

Pam, pam, Kommissar Tschiller (Til Schweiger) schiesst mit der Dienstwaffe den Sicherheitsgurt entzwei, die Bombe tickt, gleich explodiert der Wagen, rasch die Ex-Fau rausgezogen, und: Bumm!
Die Frage, ob eine Kugel vielleicht abprallt, wenn man im Innern eines Autos herumknallt, wird nicht erörtert. Die Hamburger «Tatort»-Folge «Kopfgeld» war längst weitergehechtet, mal flog die Kamera über Szenerien, mal zoomte sie in Details rein, und immer zappelte sie nervös wie ein Erstklässler vor den Sommerferien. «Dann zeigen wir ihnen Blut!», brüllte ein Ermittler, gemeint war die Mafia und ein wenig auch das Publikum. Es bekam Blut zu sehen und richtete sich ein in der heimeligen Brutalität dieses sonntäglichen Lagerfeuerformats.
 Til Schweiger machte ja alles aus und das meiste allein, als Kommissar lavierte er zwischen Familie und Lotterleben und erledigte ansonsten die Schurken auf eigene Faust. Halb erwartete man einen Gastauftritt von Bruce Willis.
Wie macht Til Schweiger das eigentlich, dass die Psychologie sofort lachhaft wird, sobald er auftritt? Dass die Coolness aufgesetzt wirkt und der Witz herbeigezerrt? Soll es sein Geheimnis bleiben. 


KOMMENTAR:
Der Glaube ein Krimi - mit einem Bodycount-Rekord (19 Tote) und harten Kämpfen mano a mano sei ein besserer Krimi - ist ein Irrglaube. Gewalt, Blut, Tote wirre Schnitte, Sex und Ballern allein machen noch keinen guten Krimi. Selten habe ich mich bei einem so hektischen, wirren und blutigen Sonntageabendkrimi dermassen gelangweilt. Es fehlte der rote Faden. Es fehlte vor allem die Glaubwürdigkeit, das Mitfiebern. Ranking aus meiner Sicht: Ein Flop - gut gemeint aber wie beim Essen: Zu viel Salz und Pfeffer verdirbt ein Menue. Ich rate den Tatort Machern: Geht über die Bücher!
NACHTRAG: Vernichtendes urteil auch vom Fan-club chef Francois Werner. Ich zitiere aus BLICK-online vom 11.3.14:
Nix für schwache Nerven war die gestrige «Tatort»-Folge des Hamburg-Teams um Til Schweiger (50): Ein grausamer Rekord von 19 Toten, viel Blut und Gewalt und actionreiche Szenen. Wie fanden eigentlich eingefleischte «Tatort»-Fans und -Kenner die Folge «Kopfgeld»? Fanclub-Chef François Werner hat die Folge genauer analysiert.
Der Film war blutig und nackt - weit weg von einem typischen «Tatort». Finden Sie das gut oder bedenklich?Ich mag das übertriebene, actionlastige Geballere im «Tatort» nicht so sehr, richtig!  Für meinen Geschmack war das alles ein wenig dünn, einem «Tatort» nicht würdig, viel zu eindimensional und schwarz-weiss gezeichnet. Natürlich darf es in der «Tatort»-Landschaft auch solch einen Farbklecks geben, aber man hat sich doch sehr stark entfernt vom ursprünglichen «Tatort»-Konzept. Ich frage mich, warum Herr Schweiger immer wieder Bruce Willis nachmachen muss und nicht was ganz Eigenes, etwas Neues entworfen hat. 
Der Schweiger-Tatort zeichnet sich (auch) durch Action aus. Vermissen Sie die leisen Töne?Die leisten Töne gibt es im «Tatort» ja auch weiterhin - Gott sei Dank - aber eben nicht bei Herrn Schweiger. Einmal im Jahr wird das schon auszuhalten sein.
Wie schätzen Sie den gestrigen Tatort und Schweigers Performance von gestern ein?Die Quote war ja deutlich schwächer als beim Erstling. Viele Fans haben erklärt, gar nicht erst einschalten zu wollen. Die Leute wissen, was sie von Schweiger zu erwarten haben und das Interesse lässt offensichtlich schon schnell nach. Es wird sich zeigen, ob die ARD sich damit einen Gefallen tut: das Stammpublikum zu verschrecken, nur um ein paar mehr junge Zuschauer auf der anderen Seite zu gewinnen. Ich bin gespannt,  wie lange sich  das eindimensionale Konzept hält und ob es sich schnell erschöpft. Viele Fans sehen das offenbar ganz ähnlich, wie unsere «Tatort»-Rangliste (www.tatort-rangliste.de) zeigt. Der Film kommt äußert schlecht weg, die Fans haben den Film sehr kritisch gesehen und entsprechend schlecht bewertet. Er befindet sich derzeit fast auf Platz 900, also ziemlich weit unten im Reigen aller bisherigen «Tatorte»  

Montag, 10. März 2014

Demonstration gegen Bischof Huonder in St Gallen

Erstaunliches Medienecho

einer Demonstration

 

Umzug in St. GallenTausende demonstrieren gegen Bischof Huonder

 Vitus Huonder sorgte jüngst wegen bizarrer Vorschläge zum Umgang der katholischen Kirche mit Schwulen und Wiederverheirateten für Schlagzeilen. Heute gingen Tausende  gegen den Churer Bischof auf die Strasse.

  Heute Nachmittag auf dem Klosterplatz in St. Gallen.
(Keystone )
  Bischof Vitus Huonder. (Keystone)
In St. Gallen sind heute Nachmittag dreitausend Menschen zusammengekommen, um gegen die Leitung des Bistums Chur unter Bischof Vitus Huonder zu demonstrieren. In einem friedlichen Marsch unter dem Motto «Es reicht!» zogen sie zum Sitz von Bischof Markus Büchel.
Büchel ist als Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz der höchste Katholik im Land. Ihm überreichten die Manifestantinnen und Manifestanten nach dem Protestmarsch einen Brief.
Darin fordert die Allianz «Es reicht!» konkret eine neue Leitung des Bistums Chur. Im Schreiben wird explizit die Einsetzung eines Administrators verlangt, der das Vertrauen der Mehrheit der Gläubigen des Bistums Chur geniesst und den vielen resignierten kirchlichen Mitarbeitenden und Gläubigen der Diözese neue Hoffnung zu schenken vermag. Zudem sollte er für eine barmherzige und weltzugewandte katholische Kirche stehen.
Als Bischof Markus Büchel aus den Händen von Rosmarie Koller, der Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes, den Brief entgegennahm, sagte er: «Pontifex bedeutet Brücken bauen und nicht Brücken niederreissen.» Von Büchel wird erwartet, dass er den Papst in Rom darauf aufmerksam macht, dass es im Bistum Chur rumort.
Der Demonstration vorangezogen waren Hornbläser. Die Teilnehmenden trugen grüne Foulards mit dem aufgedruckten Motto «Es reicht!». Der Aufzug, an dem gemäss den Organisatoren rund dreitausend  Menschen jeden Alters teilnahmen, verlief friedlich. Die Demonstranten forderten auf Transparenten, dass die Kirche allen Menschen Platz bieten müsse.
Bischof Vitus Huonder und sein Generalvikar Martin Grichting sorgen unter den Gläubigen immer wieder für Unmut. Huonder brüskierte unlängst Homosexuelle und wieder verheiratete Geschiedene mit seinem Vorschlag, sie sollten mit verschränkten Armen zur Kommunion gehen und statt der Hostie einen Segen erhalten.
Kritisiert wird Huonder auch, weil er sich dezidiert gegen das Verhüten ausgesprochen hatte. So hiess es auf einem Anti-Huonder-Flyer, der auf dem Bahnhofplatz vor dem Protestmarsch zum Klosterhof und zum Sitz von Bischof Markus Büchel in St. Gallen verteilt wurde: «Wir haben genug von Ausgrenzung, von Diskriminierung, von Feudalismus und systematischem In-Frage-Stellen wertvoller staatskirchenrechtlicher Strukturen».
Dieser letzte Punkt richtet sich nicht nur gegen Bischof Huonder, sondern auch gegen Generalvikar Grichting, der die Kirchensteuer abschaffen will. Das würde die staatskirchenrechtliche Basis schwächen.
Grichting könnte in drei Jahren, wenn Huonder 75 wird, Bischof von Chur werden, wenn das konservative Domkapital das will.
Für gestern war eine Pro-Huonder-Kundgebung in St. Gallen angesagt. Diese wurde auf Huonders Wunsch abgesagt. In Steinen SZ fand ein Gottesdienst für Huonder statt.
In einer Stellungnahme des Bistums Chur heisst es, der Protest in St. Gallen sei kein Widerstand gegen Chur, sondern Widerstand gegen die unverkürzte katholische Lehre.
Das heutige Bistum Chur umfasst die Kantone Graubünden, Schwyz, Uri, Glarus, Obwalden, Nidwalden und Zürich und rund 300 Pfarreien.  (SDA)

Kommentar: Den Zielsatz der Veranstalter (Es reicht nun - Bischof Huonder ist nicht mehr der Bischof von ALLEN. Die Liste seiner Fehlleistungen ist zu lang geworden) versuchte Chur mit dem Argument zu kontern: Die Demonstranten wollen nicht nur eine Person abschiessen. Sie sind im Grunde genommen   gegen die Lehre der katholischen Kirche. Das Medienecho der Veranstaltung war enorm. Wie beim umstrittenen Bischof Haas wird die Bischofskonferenz sicherlich das Anliegen der eindrücklichen Demonstranten ernst nehmen und das Schreiben an die entsprechenden Instanzen weiterleiten. Ich gehe davon aus, dass Rom dafür besorgt sein wird, Brücken zu bauen, statt den Spaltpilz weiter wuchern zu lassen. Das wird eine Weile dauern, denn Rom will kaum signalisieren, dass man sich auf Druck einer Demonstration beeinflussen lässt.

Sonntag, 9. März 2014

Frühling pur am 8. März

An diesem sonnigen Frühlingstag zog es 
die Menschen an die Seen und in die Berge

Ob die Justizministerin auch dieses Mal ungeschoren davon kommen wird?

Ja, die Bundesrätin Widmer-Schlumpf wird sicherlich auch diesen Fehltritt unbehelligt  überstehen.

Ihre Hausmacht wird einmal mehr funktionieren, obwohl die Finanzministerin ihre Verantwortung beim jüngsten Skandal nicht wahr genommen hat.
Aus 20 Min:

Schon wieder sorgt ein Informatikskandal in der Bundesverwaltung für Schlagzeilen. Warum greifen die Kontrollmechanismen auch in diesem Fall nicht?

storybildAls Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD ist Eveline Widmer-Schlumpf auch die Zentrale Ausgleichsstelle ZAS unterstellt. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Nach dem Informatikdebakel Insieme und der Korruptionsaffäre im Seco steht der Bundesverwaltung der nächste Informatikskandal ins Haus. Auch die Zentrale AHV-Auslgeichsstelle ZAS in Genf hat in den letzten Jahren Millionenbeträge in Softwareprojekte investiert, ohne die Aufträge auszuschreiben, schreibt der «Tages-Anzeiger». Dabei wäre das gesetzlich vorgeschrieben. Bis die Eidgenössische Finanzkontrolle auf die Zustände in Genf reagierte, dauerte es mehrere Monate.
Doch warum gelingt es der Bundesverwaltung nicht, die Millionen verantwortungsbewusst zu managen?
• Zu wenig Kontrolle
«Einmal mehr hat Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ihre Führungsverantwortung nicht wahrgenommen», sagt SVP-Nationalrat Thomas Aeschi, der auch Mitglied der Finanzkommission ist. Der Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements sind sowohl die Zentrale Ausgleichsstelle ZAS wie auch das Bundesamt für Telekommunikation und Informatik BIT unterstellt. Der Bundesrat müsse die Amtsleiter enger führen und härter durchgreifen, findet Aeschi.

«Jedes Departement und jedes Amt ist ein kleines Königreich. Es gilt das ungeschriebene Gesetz: Du redest mir nicht drein und umgekehrt.» Um dies zu ändern, würden kosmetische Korrekturen des Bundes nicht ausreichen, es brauche eine Revision des Verwaltungsorganisationsgesetzes, die bessere Kontrollen zuliesse. «Es kann nicht sein, dass jeder macht, was er will, und niemand kontrolliert das.» Wichtig ist laut Aeschi eine zentrale Einkaufskompetenz, bei welcher die Vergabekriterien einheitlich definiert und Projekte nach den gleichen Kriterien vergeben werden.
Beim Eidgenössischen Finanzdepartement heisst es: «Die Führungsverantwortung und damit die Aufsichtskompetenz der Departements-Chefin beschränken sich auf die ihr direkt unterstellten Ämter.» Eines dieser Ämter sei die Eidgenössische Finanzverwaltung EFV, der die ZAS angegliedert sei. Letztere sei eine eigenständige Organisationseinheit mit einem eigenen internen Inspektorat. «Die Sicherstellung der korrekten Abwicklung von Beschaffungen ist Bestandteil des internen Kontrollsystems sowie der Führungslinie der ZAS.»

Kommentar: Wetten, dass die Finanzministerin auch bei diesem Versagen die Panne unbeschadet überstehen wird.
Der SVP will niemand eine Genugtuung gönnen.