Freitag, 10. Januar 2014
Weshalb dieser enorme Aufwand?
Die Gegner der Ausschaffungsinitiative müssen grosse Befürchtungen haben, dass die Bevölkerung der Masseneinwanderung einen Riegel schieben könnte.
Der Einsatz der drei Bundesräte ist einmalig:
Der Ausgang der Abstimmung ist nach meinem Dafürhalten völlig offen. Es gibt ein Umfrage, die geht von einem eindeutigen NEIN aus. Online Umfragen zeigen aber das Gegenteil. Die Spannung wächst. Wenn es so eindeutig wäre, würden sich nicht beide Seite so stark engagieren. Befürworter und Gegner werfen aussergewöhnlich viel Geld auf. Die Plakate sind professionell gemacht: Die Initianten bedienten sich der Analogie Bäume der Gegner. Sie reden von STOP DER MASSENeinwanderung. Die Gegner der Initiativen schlagen Blocher mit seinem Hodlerbild und sprechen von Wohlstand abholzen und ABSCHOTTUNG. (Früher hätte man geschreiben: Gegen die MASSENEINWANDERUNG. Dann hätte man das Wort MASSE wiederholt. Ein gutes Beispiel von einem professionellen WORT und BILD- Streit.
Aus NZZ:
Zumindest bei Simonetta Sommaruga finden die Auftritte aber eindeutig im Zusammenhang mit der SVP-Initiative statt. Fast täglich ist sie zurzeit unterwegs, diese Woche am Dienstag im waadtländischen Morges, am Mittwoch im solothurnischen Balsthal, am Donnerstag in Genf und am Freitag in Winterthur. Nächste Woche heissen die Stationen Liestal und Luzern, bevor es in das «Arena»-Studio des Schweizer Fernsehens geht. Übernächste Woche stehen noch das freiburgische Bulle, das sankt-gallische Widnau und Zürich auf dem Programm.
Zentral gesteuert
Den Befürwortern der Initiative geht dies eindeutig zu weit. «Mit dieser Massierung der Auftritte wird die Informationspflicht des Bundesrates bei weitem überschritten», sagt SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz. Das sei «einseitige Behördenpropaganda». Dass die Regierung informiere, sei legitim, doch sie müsse dies neutral und ausgewogen tun und dürfe die Schattenseiten der Zuwanderung nicht ausblenden. «Die Bundesräte informieren beschönigend und ohne ein Wort der Selbstkritik, beispielsweise zu den groben Fehleinschätzungen bezüglich Zuwanderungszahlen in der Vergangenheit oder zu der Wirkungslosigkeit der Ventilklausel.»Dass Bundesräte sich in den Abstimmungskampf einschalten, ist nicht neu. Gerade wenn es um Geschäfte grosser Tragweite geht, sind oft auch mehrere Bundesräte im Einsatz. Das war bei der EWR-Abstimmung so, bei den Abstimmungen zum Uno-Beitritt, bei den Bilateralen I und II und bei der Erweiterung der Personenfreizügigkeit. Im Vorfeld der Abstimmung vom Februar 2009 traten mehrere Bundesräte insgesamt auch mehr als 30-mal auf.
Doch SVP-Generalsekretär Martin Baltisser spricht davon, die Informationstätigkeiten des Bundesrates im Vorfeld von Abstimmungen hätten «eine neue Dimension» angenommen. Immer häufiger liessen sich die Bundesräte von den Abstimmungskomitees für ihre Kampagne regelrecht einspannen. «Die Bundesrats-Auftritte werden zentral von den Abstimmungskomitees und den federführenden Verbänden koordiniert, sind top durchorganisiert und ganz gezielt eingebunden in die Kampagnenstruktur.» Das habe man schon bei der Abstimmung über den Vignettenpreis gesehen. In der Tat wurden dort die zahlreichen Auftritte von Verkehrsministerin Doris Leuthard zusammen mit der Kampagnenleitung der CVP und einem einem PR-Büro koordiniert (NZZ 6. 11. 13).
Bei den derzeitigen Auftritten der Bundesräte im Vorfeld der Abstimmung vom 9. Februar ist es sicher kein Zufall, dass sie zeitlich gestaffelt und fast flächendeckend über die ganze Schweiz erfolgen. Economiesuisse als Speerspitze der Gegenkampagne und häufig auch (Mit-)Veranstalter übernimmt hier die Rolle des zentralen Koordinators. Offenbar kannte man beim Wirtschaftsverband auch den Abstimmungstermin, bevor er offiziell kommuniziert wurde.
«Eine Grauzone»
Der Kommunikationschef von Justizministerin Sommaruga, Guido Balmer, betont – wie die anderen Bundesratssprecher –, dass sämtliche Auftritte auf Anfragen von Veranstaltern beruhten. Der Bundesrat selber mache keine aktive Kampagne. Er nehme lediglich seine Informationspflicht wahr. Die Bundesräte nähmen eine möglichst neutrale Rolle ein und informierten lediglich über die Haltung von Bundesrat und Parlament. Deshalb träten Bundesratsmitglieder auch nicht in einem Streitgespräch direkt und allein gegen die Befürworter der Initiative an. Meist kämen diese bei solchen Veranstaltungen aber ebenfalls zu Wort.Für SVP-Generalsekretär Baltisser haben die Initiativ-Befürworter an solchen Anlässen allerdings die Rolle eines «Feigenblattes», das sehe man schon am jeweiligen Setting und an den Redezeiten. «Da ist vieles inszeniert.»
Ist die Nähe zwischen den Abstimmungskomitees und den Bundesräten tatsächlich ein zunehmendes Problem? Der Politologe Georg Lutz glaubt das nicht. «Kontakte zwischen der Regierung und den Komitees gab es schon immer», sagt er. Das liege in der Natur der Sache und habe auch damit zu tun, dass Bundesräte in ihre Partei eingebunden seien, welche sich aktiv an den Abstimmungskampagnen beteiligten. «Es gib hier eine Grauzone», sagt Lutz. Solange kein Geld aus den Departementen zu den Komitees fliesse und Personalressourcen nicht übermässig strapaziert würden, sei dies unproblematisch.
Lutz erinnert auch an Beispiele aus der Vergangenheit. So sei die Kampagne zur F/A-18-Abstimmung im Jahr 1993 praktisch aus dem Generalsekretariat des damaligen Verteidigungsministers Kaspar Villiger orchestriert worden. Ob und wie stark sich Bundesräte in Abstimmungen einmischten, sei auch von ihrer Persönlichkeit abhängig.
Genauso wenig neu wie die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Abstimmungskomitees ist die Kritik daran. Sie führte vor einigen Jahren denn auch zur Initiative «Volkssouveränität statt Behördenpropaganda», im Volksmund «Maulkorb-Initiative» genannt, die 2008 an der Urne mit 75 Prozent aber haushoch abgelehnt wurde.
Zurückhaltung versprochen
Allerdings versprach die Landesregierung damals, sich künftig bei Abstimmungskämpfen zurückzuhalten. Und das Parlament hielt in einem indirekten Gegenvorschlag fest, die Kommunikation des Bundesrates habe «sachlich, transparent und verhältnismässig» zu erfolgen. Zudem haben sich Bundesrat und Verwaltung bereits im Jahr 2003 einen eigenen Leitfaden zur Kommunikation auferlegt. In den sogenannten «Grundsätzen der Kommunikation von Bundesrat und Bundesverwaltung» steht unter anderem, der Bundesrat müsse «umfassend und transparent» informieren. Ob dies derzeit der Fall ist, darüber gehen die Meinungen naturgemäss auseinander.Allerdings gilt es den Einfluss solcher öffentlichen Bundesrats-Auftritte auch nicht zu überschätzen. Nicht nur die EWR-Abstimmung hat eindrücklich gezeigt, dass auch ein massiertes und geschlossenes Auftreten von Bundesrat und Wirtschaftsverbänden noch lange keinen Sieg an der Urne bedeutet.
Notiert von
marcus knill
um
09:03
Donnerstag, 9. Januar 2014
Kinder von Promis und die sozialen Medien
Maurer-Sohn auf Facebook
«Alter, de isch gege jedi Droge!»
von Christoph Bernet - Ueli Maurers jüngster Sohn äussert sich auf Facebook zur Haltung seines Vaters zur Drogenlegalisierung. Experten mahnen Angehörige von hohen Politikern zu mehr Vorsicht.
storybild
Wie schon vor über neun Jahren, als im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden, spricht sich der Bundesrat auch heute gegen die Legalisierung von Drogen aus. Das lässt sein jüngster Sohn auf Facebook verlauten.
Wie schon vor über neun Jahren, als im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden, spricht sich der Bundesrat auch heute gegen die Legalisierung von Drogen aus. Das lässt sein jüngster Sohn auf Facebook verlauten. (Bild: Keystone/Luis Eduardo Noriega)
Die Kinder unserer Bundesräte bewegen sich, wie viele andere aus ihrer Generation, ganz selbstverständlich in den sozialen Medien. Von Ueli Maurers sechs Kindern haben fünf einen Facebook-Account. Auch die drei Söhne von Bundespräsident Didier Burkhalter haben ein Profil.
Doch der magistrale Auftritt auf dem sozialen Netzwerk gelingt nicht allen Bundesratskindern gleich gut. Während sich Burkhalters Söhne mit Vorliebe in sportlicher Pose im Kreis ihrer Fussballmannschaft oder beim Marathonlauf präsentieren, äussert sich Ueli Maurers jüngster Sohn frisch von der Leber zur Haltung seines Vaters zu illegalen Genussmitteln.
Er solle seinen Vater von deren Legalisierung überzeugen, schreibt ein Facebook-Freund des Maurer-Sprosses neben ein Foto. Doch Maurers Sohn erteilt ihm eine Abfuhr: «Haha Alter das chasch vergesse, de isch gege jedi Droge!» An Maurers Haltung hat sich damit nichts geändert, seit vor über neun Jahren im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden. Ueli Maurer sagte schon damals, er sei gegen jegliche Legalisierung, auch von weichen Drogen.
Obamas Töchter dürfen nicht auf Facebook
Während in der Schweiz die Angehörigen von Politikern auf Facebook machen können, was sie wollen, ist man in den USA vorsichtiger. So hat Barack Obama seinen Töchtern bis zum 18. Lebensjahr verboten, ein Facebook-Profil zu eröffnen. Bis es so weit ist, wird Obama aus dem Präsidentenamt ausgeschieden sein.
Auch Schweizer Politiker wären gut beraten, wenn sie bezüglich der Präsenz ihrer Angehörigen auf Social Media mehr Vorsicht walten lassen würden, sagen Experten. Für Thomas Bigliel, Geschäftsführer von Politnetz, einer Online-Plattform für Politik, ist die Sensibilisierung auf die Gefahren von Social Media zentral: «Es wäre wünschenswert, wenn neugewählte Bundesräte von der Bundeskanzlei auf die Risiken hingewiesen würden, denen sich ihre Angehörigen in den sozialen Netzwerken aussetzen.»
«Vielen ist nicht bewusst, welche Sprengkraft solche Posts haben können», sagt Bigliel. Durch den viralen Charakter der soziale Netzwerke könne sich eine unvorsichtige Äusserung innert kürzester Zeit tausendfach verbreiten und in die Öffentlichkeit gelangen.
«Wie bei der Zahnpastatube: Was raus ist, ist raus»
«Posts auf sozialen Medien bergen immer ein Risiko», bestätigt Kommunikationsexperte Marcus Knill. Ist ein prominenter Vater im Spiel, wie es bei einem Bundesratssohn der Fall sei, sei besondere Vorsicht geboten. «Es lohnt sich immer, kurz innezuhalten und sich zu überlegen, welche Konsequenzen eine Äusserung oder ein Foto haben können», sagt Knill.
Die Problematik bei den sozialen Medien sei die Unwiderrufbarkeit, sagt Knill: «Es ist wie bei der Zahnpastatube: Was einmal raus ist, ist raus und kann nicht mehr zurückgenommen werden.» Dieser Verantwortung müssten sich auch Bundesratskinder bewusst sein. Als Kind exponierter Eltern trage man die Verantwortung, diesen nicht zu schaden.
Bundesverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf
Doch bei der Bundesverwaltung sieht man keinen Grund für Richtlinien, welche den Umgang mit sozialen Medien durch Bundesratsangehörigen regeln. Bundesräte seien mit dem Umgang sensibler Informationen vertraut, entsprechend bestehe hier kein Handlungsbedarf, sagt Ursula Eggenberger von der Bundeskanzlei. Sie verweist auf den Leitfaden für den Umgang mit Social Media für die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung. Darin werden diese etwa darauf hingewiesen, keine vertraulichen Informationen preiszugeben und nur Bilder und Texte zu veröffentlichen, die man jederzeit auch Mitarbeitern oder Vorgesetzten zeigen würde.
Für die Kinder von Bundesrat Maurer, die auf Facebook präsent sind, gelten die Basisregeln des Anstands, genau wie für alle anderen User, sagt VBS-Sprecher Peter Minder. «Auch für die Kinder eines Bundesrats gilt: Auf Facebook muss man den gesunden Menschenverstand walten lassen.»
(20 Min)
Notiert von
marcus knill
um
06:33
Mittwoch, 8. Januar 2014
WIssen mit BUCHSTABEN festigen
Aus dem ABC der Medienrhetorik:
Am Ende von unseren Weiterbildungstagen verweise ich gerne - zur Festigung gemeinsamer Erkenntnissen - auf folgende Buchstabenformeln hin:
LLL, KKK, BBB, EEE, I I I I, MMMM, TTT, HHH, CCC,
**********
Mit LLL erinnern wir an das unabdingbare "Leben Langes Lernen"
**********
und mit KKK, dass Aussagen Konkret - Kurz und Klar sein müssen
(Siehe auch die K Formeln unter den LINKS)
**********
Ich habe diese Woche in meinem Blog auf Steffen Lukeschs (Siehe LINKS) BBB Formel hingewiesen:
**********
Der erfahrene Fernsehjournalist und Coach prägte im Zusammenhang mit der Frage (Wie steht es mit meinen Ressourcen?) auch noch die Formel:
und meinte damit:
E wie Energie (Bin ich fit für den Auftritt?)
E wie Emotion (Wie steht es mit meiner Ueberzeugung? Betroffenheit?)
E wie Erscheinung (Bin ich situationsgerecht angezogen?)
**********
I I I I steht für:
Es gibt Möglichkeiten, bei einem unfairen Angriff das Gesicht zu wahren. Bei einem harten Schlagabtausch lohnt es sich, die IIII Formel im Kopf zu haben. Dies setzt aber ein längeres Training in einem Mediensimulator unter fachkundiger Leitung voraus.
Ignorieren
Lenken Sie auf die Sachebene.Ironisieren
Nutzen Sie auch die Rückfragetechnik.Identifizieren
Das Wahrnehmen der fragwürdiger Taktiken setzt aber Präsenz und aktives Zuhören sowie Kenntnis der Taktiken voraus.Isolieren
Dissozieren Sie, gewinnen sie Distanz. Krasse Unfairness dürften wir sogar mit Gesprächsabbruch gekontert werden.**********
MMMM
Gilt generell bei der Kommunikation mit Menschen. Wer mit Menschen zu tun hat, muss sie mögen.
MMMM=Man Muss Menschen Mögen. Es heisst nicht: Man Muss Menschen Lieben.
Wer mit Kunden zu tun hat: MMKM (Man Muss Kunden Mögen)
Wer mit Kindern zu tun hat: MMKM (Man Muss Kinder Mögen)
Oder für Aerzte: MMPM (Man Muss Patienten Mögen)
usw.
**********
TTT-Formel (als Lenkungstechnik)lautet:
|
d.h. sie ist anzusprechen, ist kurz zu beantworten, evt. mit einem Nein abzulehnen
oder zu stoppen. Dann wird zum Argument gelenkt (Turn). Dieser Teil wird ausführlich,
detaillierter, farbiger geschildert, mit einem Beispiel, einer Erzählung
oder einer Geschichte (Talk).
Wir haben bei Ueli Maurer und Hansjörg Fehr verschiedentlich festgestellt,
dass beide in Interviews die TTT - Formel geschickt anwenden. Beispiel:
| Touch: (Bewertung): Die Frage hat nichts mit dem Thema zu tun. | ||
| Turn: (Rückführung): Wir reden heute von der Jugendkriminalität und | ||
| Talk: (Vertiefung der eigenen Argumentation): Gestern hat mir eine Lehrerin erzählt ... (Es folgt nun das Erlebnis einer Lehrerin, die unterstreicht, dass Grenzen gesetzt werden müssen) |
TTT gilt aber auch als Aufforderung zum aktiven Training: Tun-Tun-Tun (Aktives TUN ist am NACHHALTIGSTEN)
Die HHH Regel
| H für Herzblut | H für Hartnäckigkeit | H für Humor |
Herzblut, Herzlichkeit, Hartnäckigkeit oder Schalk sind auch Attribute, die gerne bei Rezensionen gebraucht werden.
Das CCC Modell
In Krisensituationen hat sich das CCC Modell bewährt:
Das Modell hatte Urs Peter Naef (Lieter CC und Mediensprecher Migros-Genossenschafts-Bundes) am Communication Forum 2013 vorgestellt. |
Eine andere CCC Formel:
| C = Charisma |
| C = Chance |
| C = Check |
**********
**********
Ich finde solche Kurzformeln hilfreich zur Festigung erworbener Erkenntnisse. Das wichtigste vor einem Auftritt bleibt jedoch immer:
Bin ich locker? Präsent? Habe ich Lust für den Auftritt? Bin ich selber überzeugt von dem, was sich sage?
**********
LINKS:
Steffen Lukesch - Video einer Moderation
Steffen Lukesch - Medientraining und Moderation. ... Gesundheitssymposium St ...
www.steffenlukesch.ch/Video_Moderation.html - Im Cache
- **********
Notiert von
marcus knill
um
02:51
Dienstag, 7. Januar 2014
MUND und KOMMUNIKATION
Der MUND - der Sitz der SPRACHE
Nach dem Betrachten des Buches "Das Orale" von Hartmut Böhme/Beate Slominski, München 2013 musste ich zwangläufig über die Bedeutung des Mundes bei Kommunikationsprozessen nachdenken, obwohl das Autorenteam das Thema zuerst aus der Sicht eines Zahnarztes ausgegangen sind. Der Philosoph Böhme und die Zahnärztin Slominski ist es jedenfalls in ihrem 348 seitigen Buch ernst mit der Erkundung von Zähne, Lippen, Zunge, Kiefer, Gaumen, Rachen. Dieser ereignisreiche Ort ist dann Ausgangspunkt für kollektive Bilder, Mythen, Begriffe, Assoziationen und Gefühle.
Was sich hinter dem verschlossenen Mund verbirgt, ist aus Sicht der Autoren gleichsam ein unbekannter Kontinent.
Tatsächlich hat das Orale etwas Geheimnisvolles, das sich in der Alltagssprache bildhaft wiederspiegelt:
Im alten Testament ist von "Zahn um Zahn" die Rede.
Begriffe wie, die "gespaltene Zunge" oder der "Höllenschlund" beziehen sich auf die orale Zone.
Der Gegner kann sich "bis auf die Zähne bewaffnen".
Wir können einer Person "auf den Zahn fühlen" oder ihm "die Zähne zeigen".
Es gibt Probleme, an denen wir uns die "die Zähne ausbeissen können".
Ob der "Zahn der Zeit" der mächtigste unter allen Zähnen ist?
Wir sehen: Zähne haben mit Angriff und Verteidigung zu tun.
Linguist Jürgen Trabant schreibt in seinem Aufsatz über die Evolution der Sprache: "Nichts konstituiert den Menschen so sehr als Menschen, wie das, was aus seinem MUNDE tönt."
Die mündliche Sprache, die Artikulation der Laute war ein entscheidender Sprung in der Gattungsgeschichte. Die Laute entstehen im komplexen Zusammenspiel einer ganzen Reihe von Organen wie Lunge, Gaumen, Zähne, Zunge, Lippen.
Die ausströmende Atemluft wird durch eine Gliederung in unterscheidbare Bewegungen zum Ausbau von bedeutungstragender Lautsequenzen genutzt. Das ist laut Trabant "die geniale Erfindung der menschlichen Primaten gewesen".
Die Mund-zu-Mund-Kommunikation
Form der direkten Kommunikation "von Mund zu Mund" zwischen Konsumenten innerhalb ihres sozialen Umfeldes, wobei insbesondere Meinungsführer für Multiplikator-Effekte sorgen, die zu Buzz führen kann; früher auch als "Mund-zu-Mund-Propaganda" bezeichnet.Bei der Werbung ist die Mund-zu-Mund Beurteilung etwas vom Wichtigsten.
Wird beispielsweise in einem Seminar schlecht gearbeitet, kommt es zwangsläufig zu einem negativen Multiplikationseffekt. Jeder Teilnehmer teilt die negative Erfahrung möglicherweise Dutzenden von Bekannten mit. Der schlechte Ruf verbreitet sich dadurch lawinenartig. Das gilt aber auch bei positiven Erlebnissen. Es lohnt sich somit, immer so zu arbeiten, dass die Teilnehmer die Prozessqualität eines Coachings erkennen. Die Mund-zu-Mund Propaganda ist effizient. Sie ersetzt Werbekosten.
LINKS (direkte Kommunikation):
Kommunikationsformen - Rhetorik.ch
Kommunikation ist durch moderne Technik vielfältiger geworden. ... Bei der direkten Kommunikation müssen Sender und Empfänger gleichzeitig anwesend sein ...
www.rhetorik.ch/Kommunikationsformen/Kommunikationsformen.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Elektronische Kommunikation und ihre Grenzen - Rhetorik.ch
15. Juni 2002 ... Medien, Netiquette, Email ettiquette, Kommunikation, Email. ... Nur beim direkten Kontakt werden sprachliche und nichtsprachliche ...
www.rhetorik.ch/EKommunikation/EKommunikation.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Beurteilen- aber wie? - Rhetorik.ch
In diesem Beitrag geht es darum aufzuzeigen, wie dank Vertrauen, Selbstkritik und direkter Kommunikation Leistungen verbessert werden können.
www.rhetorik.ch/Beurteilen/Beurteilen.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Kommunikative Kompetenz als Schlüssel zum Erfolg - Rhetorik.ch
Kommunikation fördern heisst, die Wahrnehmungsfähigkeit fördern ... Teamfähige kommunizieren nicht egozentrisch (auf sich bezogen). Ihr Sprechen ist ...
www.rhetorik.ch/KomKom/KomKom.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Kommunikation: Erst hartes Training bringt Qualität - Rhetorik.ch
Es steht fest: Qualität bezieht sich auch auf das "Miteinander kommunizieren", und konkret auf Interaktionsprozesse. Kommunikation steht in einem direkten und ...
www.rhetorik.ch/Qualitaet/Qualitaet.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Mit Fragen umgehen - Rhetorik.ch
... weil sie voraussetzte, dass niemand antworten wird. Wir sind der Meinung, dass die Frage ein Universalinstrument der Kommunikation ist. "Wer fragt, führt!
www.rhetorik.ch/Antworttechnik/Antworttechnik.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Weichspüler vermeiden - Rhetorik.ch
4. Apr. 2007 ... Eine direkte, klare und konkrete Kommunikation ist der Schlüssel zum Ziel. Viel zu oft noch unterlaufen Fehler in der Ausdrucksweise und ...
www.rhetorik.ch/Weichspueler/Weichspueler.html -Im Cache - Ähnliche Seiten Feedback - Rhetorik.ch
Direkte Feedbacks geben (Unter vier Augen, persönlich, die Person direkt ansprechen). Keine globalen, verallgemeinernden Abrechnungen! Die passende ...
www.rhetorik.ch/Johari/Johari.html -Im Cache - Ähnliche Seiten
Notiert von
marcus knill
um
06:21
Montag, 6. Januar 2014
Professionelle Reaktion nach einer Medienkampagne
Der neue Ständeratspräsident Hannes Germann hatte noch vor seiner Wahl im Hinblick auf die Masseneinwanderung Stellung bezogen.
Diese Meinung wurde jüngst im SVP Extrablatt prominent publiziert.
Die Stellungnahme im SVP Blatt wurde von verschiedenster Seite heftig kritisiert. Wirkte orchestriert.
Nun hat Hannes Germann in einem Interview reagiert. Aus meiner Sicht recht geschickt:
Ich zitiere Tagi-online:
«Ich verstecke mich nicht hinter einem Amt»
Bild: Keystone
Als Ständeratspräsident, voll und ganz. Aber natürlich bin ich trotzdem immer noch ein Standesvertreter, auch wenn ich eine neue Funktion habe und innerhalb des Rates keine Position mehr beziehen kann.
Haben Sie an Ihr Amt als Ständeratspräsident gedacht, als Sie den Essay fürs SVP-Extrablatt zur Masseneinwanderungsinitiative verfassten?
Nein. Im Artikel zum Thema «Wie viel Wachstum wollen wir?» mache ich mir Gedanken um Zukunftsfragen, die unser Land betreffen. Ich habe ihn verfasst, als ich noch nicht Ratspräsident war. Ich gebe im Text ohnehin keine Stimmempfehlung ab, ich schreibe: «Wir dürfen auf die Urteilsfähigkeit des Schweizer Volkes vertrauen.» Dazu braucht es aber eine vertiefte und sachliche Diskussion – und die will und darf ich auch als Präsident anregen.
Sie tun dies aber in einer Parteipublikation.
Das Extrablatt wurde an alle Schweizer Haushalte versandt. Und es ist nicht gänzlich verboten, sich im Präsidialjahr zu politischen Themen zu äussern. Mein Text richtet sich an jene, die sich Gedanken über die Zuwanderung machen. Auch als Ständeratspräsident darf ich die Ängste der Menschen ernst nehmen.
Der Ständerat jedenfalls sagte deutlich Nein zur Initiative, mit 37:5 Stimmen.
Ich habe mich nicht zur Initiative geäussert, sondern zur Frage, wie viel Wachstum die Schweiz verträgt. Der Text steht in einem grösseren Zusammenhang. Wir haben eine enorme Zuwanderung, aber keinerlei Möglichkeit, das Ausmass zu steuern. Einige, zum Beispiel die Ecopop-Initianten, wollen praktisch null Zuwanderung, die Wirtschaft will volle Freiheit. Das Volk muss nun entscheiden.
Politiker von links bis rechts kritisieren Ihren Artikel. Der Ständeratspräsident müsse die Mehrheitsmeinung der kleinen Kammer vertreten, sonst werde das Amt unglaubwürdig.
Als Ratspräsident hat man das Recht und die Pflicht, politische Fragen zu diskutieren. Jeder weiss, wo ich parteipolitisch stehe, jeder kann meine Äusserungen richtig einordnen. Ich bin dem Rat gegenüber zu hundert Prozent loyal, aber ich kann mich als Mensch nicht verleugnen, vor allem wenn es um Grundsatz- oder Gewissensfragen geht. Das ist hier der Fall. Ich verstecke mich nicht hinter einem Amt – schon gar nicht, wenn ich es nur für ein Jahr innehabe.
Dann würden Sie den Text nochmals so publizieren?
Ich stehe zum Artikel. Die Publikation im Extrablatt ist vielleicht ein Grenzfall... Mit der Kritik muss und kann ich leben. Die Kritiker sollten besser selber klarmachen, wo sie im Bezug zur Masseneinwanderung stehen. Doch wer Angst vor einer inhaltlichen Diskussion hat, bricht wohl lieber einen solchen Streit vom Zaun.
Werden Sie in Zukunft also zurückhaltender kommunizieren?
Ich werde meine Meinung auch im Präsidialjahr nicht verleugnen, aber ich werde sie in den Hintergrund stellen. Ich werde im nächsten Jahr auch keine Abstimmungskämpfe führen, wir haben genug andere Exponenten, die sich dazu berufen fühlen und das gut machen. Die Parteileitung akzeptiert das.
Widerwillig?
Ob widerwillig oder nicht spielt keine Rolle.
Der «SonntagsBlick» spekuliert, dass Sie von Ihrer Partei unter Druck gesetzt wurden, den Text fürs Extrablatt zu verfassen.
Nein. Zu Spekulationen nehme ich ohnehin keine Stellung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Kommentar:
Obschon Hannes Germann als ein Politiker bekannt ist, der die diplomatischen Rhetorik versteht, weicht er den Antworten nicht aus.
Es vertritt im Interview eindeutig die Meinung, dass er auch als Ständerat seine persönliche Meinung äussern dürfe.
In seinem Beitrag des SVP Blattes gebe er keine Wahlempfehlung ab. Es gehe ihn jedoch um die Einwanderungsproblematik, die gut bedacht sein müsse. Auch als Vorsitzender des Ständerates sei man berechtigt, zu einer sachlichen Diskussion anzuregen. Da die Zeitung an alle Haushalte verteilt worden sei, richte sich sein Text an alle, die sich Gedanken zur Zuwanderung machen. Es sei eine Tatsache, dass für das Volk bisher keinerlei Möglichkeit bestehe, die Zuwanderung zu steuern! Auch als Ständeratspräsident müsse er die Aengste der Bevölkerung ernst nehmen. Man habe das Recht und die Pflicht, solche politischen Fragen zu diskutieren. Jeder leser könne seine Aeusserung richtig einordnen.
Ich finde gut, dass Germann auf Spekulationen gar nicht eingeht und die Kritiker und Medien nicht anklagt, die seinen Artikel lautstark beanstandet hatten. Die Kritik wirkte aus meiner Sicht orchestriert, wie es bei Medienkampagnen üblich ist.
Notiert von
marcus knill
um
00:32
Sonntag, 5. Januar 2014
Der Promi und die Medien (Teil 4)
Aerzte müssen mit der Gier der
Journalisten umgehen können
Ich verweise auf Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Krisenkommunikation im Fall Michael Schuhmacher
Es ist verständlich, dass die Medien unerträglich werden können.
Dennoch muss der Umgang mit den Journalisten gelernt werden.
Ich zitiere Tagi-online:
Die Gier in Grenoble
Bild: Keystone
Vor einer Woche erfuhr die Welt innert Sekunden von seinem schweren Unfall. Michael Schumacher liegt im Spital von Grenoble, es geht um Leben und Tod. Jean-François Payen, der Leiter der neurochirurgischen Intensivstation, kümmert sich mit seinem Team um ihn, wie sie sich schon um viele Verunfallte gekümmert haben. Diesmal ist alles anders. Payen muss Auskunft geben, er steht im grellen Licht der Kameras, was ihm zuwider ist, und einmal sagte er vor den Journalisten: «Wir behandeln hier jeden anderen Patienten genauso wie Michael Schumacher, der einzige Unterschied sind Sie!» Er sagte es sehr zornig.
Sie, die Medien. Wir, die Öffentlichkeit. Schon kurz nach der ersten Eilmeldung standen TV-Übertragungswagen auf dem Spital-Parkplatz, gab es Livesendungen und schnell Spekulationen, und einer der Journalisten soll sich gar als Priester verkleidet haben, um so vielleicht in die bewachte Etage vordringen und noch exklusiver berichten zu können. Jemand stürzt beim Skifahren. Er prallt mit dem Kopf auf einen Felsen. Ein tragischer Unfall, wie viele.
In Méribel passierte es Michael Schumacher, er gehört weltweit zu den Bekanntesten. Von 250 anderen kennen wir den Namen nicht. Für den Mediziner Payen ist die mediale Gier vor dem Spital in Grenoble unerträglich. Nicht nur für ihn.
Kommentar: Der Fall Schuhmacher macht uns einmal mehr bewusst, dass der Umgang mit gierigen Journalisten gelernt werden muss. Die Praxis zeigt: Dies kann auch gelernt werden. Aber nicht erst, wenn die Medien vor der Haustüre stehen. Krisenkommunikation heisst: Sich rechtzeitig vorbereiten für den schlimmsten Fall: "Was wäre wenn...?". Wir sehen im Fall Grenoble: Ohne Kommunikationskonzept und abrufbarem Kommunikationsmanagement ist ein Arzt innert Kürze überfordert.
K+K kann Ihnen weiter helfen und Ihre Institution für solche Extremsituationen vorbereiten.
Nachtrag (Quelle BILD):
Staatsanwaltschaft kündigt Pressekonferenz an
Polizei und Staatsanwaltschaft haben für Mitte der Woche eine Pressekonferenz angekündigt, in der über den Ermittlungsstand zum Ski-Unfall von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher am 29. Dezember in Meribel informiert werden soll.Da am Sonntag, 5. Januar 2014 das Spital immer noch kein offizielles sickerte eine interne Information an die französische Presse durch. Das Wort OFFENBAR macht den Lesern bewusst, dass die Meldung nicht offiziell abgesegnet ist. Schade, dass das Spital immer noch nicht proaktiv informiert!
Ich zitiere 20 Min:
Schumis letzter Hirn-Scan offenbar «sehr schlecht»
Noch immer warten die Familie und Bekannten von Michael Schumacher vergeblich auf gute Neuigkeiten aus dem Spital in Grenoble. Laut Medienberichten sind auch die Ärzte in grosser Sorge.
Das Bangen um Michael Schumacher geht weiter. Der letzte Hirn-Scan am Samstag sei «sehr schlecht» ausgefallen, berichtet die französische Zeitung «Le Journal de Dimanche». Die behandelnden Ärzte seien in grosser Sorge. Die Zeitung stützt ihre Aussagen nach eigenen Angaben auf interne Quellen aus der Klinik in Grenoble.(nach 20 Min)
Zwangsläufig Folge der unkoordinierten Kommunikation: Gerüchte!!
Die Gerüchte in deutschen Medien überschlagen sich.
Nach Informationen von RTL soll Michael Schumacher «nicht mehr in akuter Lebensgefahr» schweben. Der Fernsehsender beruft sich auf Schumi-Managerin Sabine Kehm.
RTL-Reporter Felix Görner vermeldet am frühen Montagabend:
«Wie mir Schumis Managerin Sabine Kehm eben am Telefon gesagt hat, kann man heute (Montag) erstmals sagen, dass Michael Schumacher nicht mehr in akuter Lebensgefahr ist. Das heisst sein Zustand ist so stabil, dass man nicht mehr von Lebensgefahr sprechen kann», so Görner.
Sabine Kehm dementiert RTL-Meldung
Am späten Abend verneint Schumi-Managerin Kehm, diese Aussage gemacht zu haben. Der «SID» zitiert Sabine Kehm wie folgt:
«Ich kann bestätigen, dass Michaels Zustand als stabil bezeichnet werden kann, wie es bereits im offiziellen Statement am heutigen Tage (Montag) geschrieben worden ist. Ich kann nicht bestätigen, geäussert zu haben, dass er sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet.»
Auch Bild.de lässt die Fans aufhorchen. Es ist von der «ersten Hoffnung» für Schumi die Rede. Das Ärzte-Team um Dr. Payen sei sich zum ersten Mal sicher, dass sich Schumacher nicht mehr in Lebensgefahr befinde.
Die Ärzte in Grenoble reden aber nicht. Somit ist klar, dass sich Schumi noch immer in kritischen Zustand befindet.(Quelle Blick)
Notiert von
marcus knill
um
12:19