Freitag, 22. November 2013
Beeindruckend
Aus "die Welt in Bildern":
Es ist nicht der erste Schnee, sondern Asche nach einem Vulkanausbruch
Notiert von
marcus knill
um
07:20
Mit Millionen geht es der SVP an den Kragen
Das wird spannend:
Früher hiess es: Gib mir eine Million und mache aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat.
Nun gibt es bei der bevorstehenenden Masseneinwanderungs- Initiative ein Millionen Duell. Beide Seiten werfen riesige Summen auf, um die Stimmberechtigten zu beeinflussen.
Werden dadurch die Meinungen neutralisiert?
Ich zitiere die Basler Zeitung:
Mit Millionen gegen die reiche SVP
Bild: Salvatore di Nolfi/Keystone
Den Themen-Cocktail für die Abstimmungswochenenden mixt der Bundesrat, indem er mindestens vier Monate vor einer Volksabstimmung die Inhalte benennt. Dies schreibt das Bundesgesetz über die politischen Rechte so vor. Frei ist der Bundesrat hingegen zu bestimmen, welche Vorlagen gleichzeitig vors Volk kommen – unter Wahrung gewisser Fristen. Beraten durch Einflüsterer, Interessenvertreter und Kommunikationsprofis achtet er dabei darauf, dass nicht einseitig gegen Partei- und Bundesratsmehrheiten mobilisiert werden kann. Der Mix machts aus und ist Gegenstand von Einflussnahme der Regierung. Bei der Zuwanderungs-Initiative spielten auch noch andere Überlegungen eine Rolle.
Erstens: möglichst weit weg von den Wahlen. Die SVP-Initiative wird voraussichtlich stark mobilisieren. Indem der Bundesrat den Abstimmungstermin möglichst lange vor den nächsten Wahlen fixiert, vermeidet er, dass die vielen Initiativbefürworter – quasi in derselben emotionalen Wallung – gleich auch noch SVP-Kandidaten wählen. Zweitens: die kurze Zeit für den Abstimmungskampf nach Weihnacht/Neujahr und dem Stichtag am 9. Februar. Kaum sind die Feiertage vorbei, werden die Abstimmungscouverts schon in den Briefkästen liegen. Viele füllen diese umgehend aus. Die kurze Zeit für die Propaganda hilft eher den Initiativgegnern als den Initianten.
Die führende Rolle im Abstimmungskampf bei den Gegnern spielt der finanzstarke Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Seine erste Kampagnenmillion hat er bereits investiert. Seit Wochen begleiten Plakate mit schwarzen Apfelbäumen und den roten Früchten der bilateralen Verträge die Passanten. Dies ist Phase eins der Gegenkampagne. Weitere Millionen wurden in Studien investiert, weitere Millionen werden bis im Februar folgen. Etwa acht bis zehn Millionen ist Economiesuisse dieser Abstimmungskampf wert. Da wird nicht mal die SVP mithalten können, die auf gute Spendenzuflüsse und finanziell potente Parteimitglieder zählen kann.
Brunner stimmt Delegierte ein
Einen wichtigen Teil ihrer Kraft will die SVP im Abstimmungskampf über Freiwillige in den Parteisektionen entfalten. Diese sind auf dem Land gefordert, ihre Plakatständer auf Privatgrund in gefrorene Ackerböden zu rammen und Standaktionen bei Minustemperaturen durchzuführen. Wie die Gegner startet auch die SVP ihre offizielle Kampagne noch vor der Adventszeit. Am Samstag steht ihre Masseneinwanderungs-Initiative im Zentrum ihrer Delegiertenversammlung in Reiden (LU). Gespannt wartet die Öffentlichkeit auf die Rede von Bundespräsident Ueli Maurer. Wie wird er die Gratwanderung zwischen der offiziell zu vertretenden Bundesratsmeinung und der eigenen Parteimeinung meistern?
Deutlich zeichnen sich demgegenüber die Argumentationslinien im SVP- Abstimmungskampf ab. Die Schweiz habe schon immer grosszügig, aber kontrolliert ausländische Arbeitskräfte aufgenommen und ihnen eine berufliche Perspektive geboten, stimmt Parteipräsident Toni Brunner die Delegierten auf die Versammlung ein. «Seit dem Jahr 2007 sind jedoch jährlich rund 80 000 Personen mehr in die Schweiz ein- als ausgewandert.» Dies entspreche Jahr für Jahr einer Zunahme der Bevölkerung in der Grössenordnung der Stadt Luzern, «in zwei Jahren gar der Einwohnerzahl der Stadt Genf.»
Die SVP beschreibt die Zuwanderung somit vorab als Problem der schieren «Masse» und nicht etwa als Problem auf Stufe Individuum. Diese hohe Zuwanderung erfordere eine Siedlungsfläche von 4448 Fussballfeldern, schreibt Brunner in seiner Einladung an die Delegierten. «Die Folgen dieser verhängnisvollen Entwicklung sind täglich spür- und erlebbar: zunehmende Arbeitslosigkeit (Erwerbslosenquote von fast acht Prozent unter den Ausländern), überfüllte Züge, verstopfte Strassen, steigende Mieten und Bodenpreise, Verlust von wertvollem Kulturland, Lohndruck, Ausländerkriminalität, Asylmissbrauch, Kulturwandel in den Führungsetagen und belastend hohe Ausländeranteile in Fürsorge und anderen Sozialwerken.» Die Gefährdung des «künftigen Wohlstands in der Schweiz» prophezeien übrigens Initiativbefürworter wie Initiativgegner – je nach Abstimmungsresultat.
SVP-Exponenten im Fokus
Die Argumente der Initiativgegner erfolgen auf zwei Schienen. Einerseits sollen Zahlen und Studien die wirtschaftlichen Vorteile der heutigen, wirtschaftsgesteuerten Zuwanderung belegen. Das Hauptargument hier: Ein Ja zur Zuwanderungs-Initiative ist gleichbedeutend mit dem Ende der bilateralen Verträge mit der EU.
Was zählt mehr? Befürchtungen vor einer übermässigen Zuwanderung oder gegenüber der nächsten Rezession? Die zweite Schiene der Initiativgegner wird auf die SVP und ihre Exponenten abzielen. Es wird darum gehen, die SVP als unglaubwürdig hinzustellen, was ein Ja zur Initiative verunmöglichen soll. (Basler Zeitung)
Kommentar: Ich gehe davon aus, dass beide Seiten die Stimmberechtigten warnen werden, sich nicht von der Millionenwerbung der Gegner beeinflussen zu lassen. Das führt vermutlich zu eine Patt-Situation.
Was aber der SVP helfen wird, sind alle Meldungen, welche durchblicken lassen, dass die Stimmberechtigen über den Tisch gezogen werden. Beispielsweise, dass Vorlagen weiterhin nicht so umgesetzt werden, wie es im Initiativtext worden war (Verwahrung, Ausschaffung). Das macht die Bürger sauer und wird sich bestimmt für die SVP auszahlen. Es ist für die Stimmberechtigten nicht nachvollziehbar, dass der Wille des Volkes immer wieder mit dem dem Argument abgeblockt werden kann: Der Souverän in der Schweiz darf nicht internationales Recht brechen. Vor allen stösst ihm sauer auf, dass mit diesem Argument die Volksmeinung übergangen werden kann. Dies führt zur Zementierung des bekannten Vorurteils:
"Die machen doch nur, was sie wollen!"
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marcus knill
um
07:10
Donnerstag, 21. November 2013
Wenn ich nicht das kriege, was ich will, dann...
Carlos hat sich schon als Kind das geholt, was er wollte...
und hatte bislang immer Erfolg. Und jetzt?
Nachdem publik geworden ist, welche Vergünstigungen der Messerstecher beanspruchen durfte, wurde Carlos in eine geschlossene Anstalt verbracht. Nun will er sein teures Boxtraining mit einem Hungerstreik erzwingen.
Stadt ZürichRegion
Carlos will Thaibox-Training mit Hungerstreik erzwingen
Aus Protest gegen seine Unterbringung in eine geschlossene Anstalt tritt der 18-jährige Carlos morgen um 10 Uhr in den Hungerstreik. Das erklären seine Eltern im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Mehr
Kommentar: Ich gehe davon aus, dass dieser Druck für Carlos kontraproduktiv ist, zumal sein Opfer immer noch auf die Entschädigung warten muss. Auf Druckversuche reagiert die Bevölkerung äusserst negativ. Der Hungerstreik wirkt sich für Carlos negativ aus.
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marcus knill
um
08:55
Mittwoch, 20. November 2013
Dieter Hildebrand tot
Newsticker:
Kabarettist Dieter Hildebrandt ist tot
Das
teilte seine Frau Renate der Nachrichtenagentur dpa mit. Er starb in
der Nacht zu Mittwoch in einem Münchner Krankenhaus im Alter von 86
Jahren. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass Hildebrandt schwer
an Krebs erkrankt ist. Er lag nach Angaben seines engen Freundes Dieter
Hanitzsch auf der Palliativstation. Die Diagnose Prostatakrebs hatte er
nach Angaben der Münchner Zeitung „tz” erst im Sommer bekommen. Alle
Auftritte hatte er abgesagt. Nachdem sich sein Zustand vor wenigen
Wochen gebessert hatte, durfte er zunächst nach Hause. Dann habe es aber
einen schweren Rückschlag gegeben und er sei erneut in die Klinik
gekommen.
Kommentar: Ich schätzte seine scharfe Zunge, seine rhetorische Stärke, seine Intelligenz und seine einmalige Auftrittskompetenz.
LINK:
Dieter Hildebrandt über Ursula von der Leyen (Renten ... - YouTube
www.youtube.com/watch?v=q31JHhCOuN827.09.2011 - Hochgeladen von ThomKutlatschkowaMehr Kabarett: http://www.youtube.com/playlist?list=PLB89699B1469BA7A9 Sendung vom 28.09.2011 ...
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marcus knill
um
11:40
Die Glücksbringer
Coaches und Motivationstrainer versorgen gesunde Menschen mit einfachen Rezepten zur Optimierung ihrer selbst. Die blosse Beschwörung Fortunas ist bei diesen Glücksbringern wichtiger als die Inhalte.
Wer sind diese Menschen, die von anderen hören wollen, wie man richtig lebt? Und wer die Trainer und Coaches, die Massen aus dem Lot geratener Psychen wie Chiropraktiker wieder umpolen und routiniert auf das sogenannte "Positive" hinlenken, hin zu sozial erwünschten Stimmungen?
Abseits dieser Gruppen gibt es jedoch eine Vielzahl an Trainern, Keynote- oder Top-Speakern, die auf eigene Faust beraten und motivieren. Zahlen dazu sucht man vergeblich. Die Kultur der Selbstoptimierung wuchert ungeregelt. Wie viele Glückscoaches oder Erfolgsmotivatoren es gibt, weiß keiner; doch jeder kennt den erfolgreichsten von ihnen: Peter Kinauer.
"Schauen Sie", sagt er, "den Leuten geht es nicht gut. Sie sehnen sich nach Erfolg, und mein Wert liegt darin, dass ich den Menschen zeige, wie sie erfolgreich sein können." Auf seiner Visitenkarte prangt als Berufsbezeichnung: "Experte für Erfolg und Motivation". Weißes Hemd, die Finger seiner Hände vor dem Bauch ineinander verzahnt, wie ein zufriedener Buddha sitzt der 74-Jährige auf einem dunklen Drehstuhl, in einem Dachgeschossbüro im 13. Wiener Gemeindebezirk. Anleitung zum Misserfolg, Lächle und die Welt lächelt, Nobody is Perfect, heißen seine Referate und Bestseller-Bücher. Seit dreißig Jahren ist er im Geschäft, seine Programme sind begehrt. Er liefert Erfolgsstrategien im Schnellservice, die so simpel gestaltet sind wie Bedienungsanleitungen für einen Couchtisch vom Möbeldiscounter – ein Millionengeschäft.
Seine Kundenliste liest sich eindrucksvoll: Nestlé, Strabag, Mazda, Raiffeisen – sie alle buchen ihn, um ihre Mitarbeiter emotional aufzumöbeln. "Und zum Lachen ist auch immer etwas dabei", sagt Kinauer amüsiert.
Drei Vorträge hält Kinauer derzeit pro Woche und kassiert dafür jeweils zwischen 3.400 und 4.500 Euro. Auch die marode Staatsbank Hypo Alpe Adria Kärnten zählt zu seinen Kunden. Vergangenes Jahr leistete sie sich einen Vortrag unter dem Titel Jetzt oder nie! So erobern Sie die Zukunft . Stellung nehmen wollte die Bank dazu nicht.
"Der Persönlichkeitsbildungsmarkt ist schwer überschaubar", sagt Michael Girkinger. Der Politikwissenschaftler und Historiker setzt sich in seinem Buch Einmal Glück und Erfolg, bitte! kritisch mit der Branche auseinander. "Da tummeln sich viele Hobby-Therapeuten, Motivationsgurus und selbst ernannte Experten aller Couleurs, die mit oft zweifelhaften Angeboten ein wachsendes Klientel beruflich und privat beraten, was das Zeug hält. Und wer sich offiziell nicht Unternehmens-, Lebens- oder Sozialberater nennen darf, der versucht es eben als Trainer oder Coach – oder gleich als beides zusammen."
Es gibt keine Wirtschaftskrise, die Krise, sie ist nur im Kopf
Emotionstrainer Manfred Rauchensteiner.
"Es gibt keine Wirtschaftskrise, die Krise, sie ist nur im Kopf", sagt der Emotionstrainer Manfred Rauchensteiner. Der 51-jährige Oberösterreicher wird heute in der Abendakademie Linz einen Vortrag halten. Gebräuntes Gesicht, stahlblaue Augen, Leinensakko. Ein grüner Stein hängt an einer schwarzen Kette um seinen Hals. Alles im Leben sei "Einstellungssache". Rauchensteiner nippt an seinem Kaffee, seine Mimik wirkt gekünstelt, sein Blick fixiert ungewöhnlich lange das Gegenüber, als brauchte es ständige Aufmerksamkeit.
Seine Ausbildung zum Glücksstrainer hat Rauchensteiner bei Ella Kensington absolviert, einem deutsch-schweizerischen Anbieter von Glücksseminaren. 23 Jahre lang arbeitete Rauchensteiner zuvor bei den Casinos Austria als Betriebskassier. Er kümmerte sich um die Ausgabe der Jetons und die Bargeldverwaltung, war aber auch für Menschen zuständig, die glücklos zu viel gezockt hatten. "Mit denen muss man dann reden, sie fragen, ob sie sich das Spiel jetzt noch leisten können. Insofern war ich einfach immer in Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen, und das hat mich interessiert."
Das Licht ist schummerig, die Luft stickig. Mulzer erzählt Geschichten. Er berichtet von Reisen, von Erfolgsstrategien, von Studienergebnissen. Er räuspert sich, breitet hin und wieder die Hände aus oder fasst sich am Oberarm. Nie kommt er zum Punkt, immer lässt er eine Geschichten offen, um eine neue anzufangen; verschachtelte Ausführungen. Viele sind bereits nach der ersten halben Stunde eingedöst. Ich versuche, mich mit Mitschreiben wachzuhalten.
- Neuro-Linguistisches Programmieren
- Positiv umdeuten
- Anwendung
- Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) wurde von
dem amerikanischen Psychologen Richard Bandler und dem Linguisten John
Grinder Anfang der siebziger Jahre an der University of California in
Santa Cruz entwickelt.
Sie versuchten, die erfolgreichsten Methoden aus der Gesprächs- und Psychotherapie, der Gestalt- und Familientherapie in einem Werkzeugkoffer zu vereinen.
Auch Methoden aus der Hypnotherapie, der modernen Systemtheorie, Linguistik und Neurophysiologie flossen ein.
Manipulation des Unterbewusstseins
Der euphorische Teilnehmer ist selbst NLP-Trainer und leitet später eine Übungsgruppe. Die verschachtelten Geschichten Mulzers heißen nested loops, erklärt er. Dass die Teilnehmer davon müde werden und wegdösen, sei durchaus gewollt. In die Geschichten seien Suggestionen, Lernziele und gewünschte Veränderungen eingebettet. Auf bewusster Ebene bekämen wir das nicht mit, aber das Unterbewusstsein nehme die versteckten Befehle auf. Es sei unmöglich, sich dagegen zu wehren. Als ich anmerke, es sei eine verrückte Vorstellung, jemand könnte in meiner Psyche herumpfuschen, ohne dass ich es merke oder will, belehrt mich der Mann: "Du willst es ja, sonst wärst du nicht hier."
@tinagroll folgen@zeitonline_kar folgen
Ein einträgliches Geschäft scheint es auf jeden Fall zu sein. Der Verband für Neuro-Linguistisches Programmieren (DVNLP) hat allein gut 2.000 Mitglieder, und es gibt noch mehr Verbände. Die meisten Anbieter solcher Ausbildungen verlangen für den Grundkurs mehrere Tausend Euro. Wer an Mulzers Großkurs teilnimmt, muss nur 350 Euro zahlen. "NLP-Ballermann" wird seine Veranstaltung daher genannt. Und ein bisschen wie auf Mallorca geht es auch zu. Eine Gruppe junger Männer läuft mit Luftballonhüten herum; sie hoffen, nach erfolgreicher Teilnahme mit Hypnosetechniken besser bei Frauen anzukommen.
- NLP in Deutschland
- NLP international
- Chris Mulzer
- In Deutschland sind rund 2.000 Anwender, NLP-Ausbilder und NLP-Trainer im Deutschen Verband für Neuro-Linguistischen Programmieren (DVNLP)
organisiert. Der Verband will die Qualität der NLP-Ausbildungen sichern
und hat Mindestinhalte, ein standardisiertes Curriculum sowie
Zertifizierungskriterien definiert.
Die NLP-Ausbildungen gliedern sich in Grundkurse, sogenannte Practitioner, Masterkurse und Trainerausbildungen. Aus Sicht des DVNLP soll die Grundausbildung mindestens 130 Zeitstunden und 18 Tage umfassen und muss von einem zertifizierten NLP-Trainer durchgeführt werden. Die Gruppen sollen klein sein. Die Mindestgröße beträgt sechs Personen, ab zehn Teilnehmern ist eine Assistenz obligatorisch, die mindestens den Grundkurs nachweisen kann. Auf dem Lehrplan stehen 23 Inhalte. Die Ausbildung soll mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung enden.
Coaching"Für Chefs ist Hypnose ein wirksames Werkzeug"
Thomas Krause: Die Anforderungen in vielen Führungspositionen sind enorm. Ich habe selbst viele Jahre als Führungskraft im Verkauf gearbeitet und coache viele Entscheider aus dem Verkauf und Vertrieb. In der modernen Arbeitswelt kommt es ja vor allem darauf an, zu funktionieren. Die Gefühle, die Seele, das Unterbewusste spielen kaum eine Rolle. Dieser Teil von uns wird über Hypnose angesprochen. Dort schlummern viele wichtige Ressourcen: Kraft, Ruhe, Entspannung, Selbstvertrauen und Freude, die zur Bewältigung von Stress gebraucht werden. Nun ist aber Hypnose kein Dauerzustand. Es wäre also falsch, zu sagen, Manager würden unter Hypnose gesetzt und in diesem Zustand ferngesteuert.
Krause: Über Hypnose existieren viele Klischeevorstellungen. Dabei ist Hypnose ein natürlicher Zustand, den jeder kennt. Jeder kann sich in eine Trance versetzen und wir tun es auch ständig. Wenn wir beispielsweise im Kino gebannt auf die Leinwand starren oder in Tagträume versinken, befinden wir uns letztlich in einer Trance. Es ist ein Zustand angenehmer Entspannung und innerer Ruhe, in dem wir Zugang zu unserem Unterbewusstsein haben und in dem wir für Suggestionen empfänglich sind. Das geht übrigens auch mit Autosuggestionen, beispielsweise wenn man sich einredet, dass alles bestens laufen werde, um die Angst vor einer beruflichen Herausforderung zu überwinden. Es ist aber nicht möglich, jemanden gegen seinen Willen in diesem Zustand fernzusteuern, auch verliert der Hypnotisand nicht die Kontrolle über sich. Ich habe unzählige Klienten hypnotisiert. Alle sind wieder aufgewacht – und allen ging es danach besser. Ich zeichne die Sitzung übrigens auch als Audiofile auf, sodass die Klienten sich die Hypnose später noch einmal anhören können. Viele nutzen das zu Hause zur Entspannung.
Krause: Hypnose ist komplex und einfach zugleich. Der Trance-Zustand wird über Worte erreicht, ein Pendel braucht es dafür nicht, es sei denn, der Klient glaubt stark daran, dass das Pendel zur Hypnose unverzichtbar ist. Solch einen Glaubenssatz nutze ich natürlich. In erster Linie spricht der Hypnotiseur mit seinem Klienten. Er lenkt sein Bewusstsein auf die Atmung und die Muskulatur, und er spricht auch die Fantasie an. Der Klient soll sich beispielsweise eine schöne Landschaft vorstellen. Die Kunst dabei ist es, alles vage zu halten, Fragen zu stellen. Zum Beispiel durch Worttilgungen, -verzerrungen und – verallgemeinerungen, wird ein transderivationaler, unbewusster Suchprozess ausgelöst. Der Klient gleicht bei diesem Vorgang bereits gemachte Erfahrungen ab. Auf diese Weise wird auch der Zustand der Entspannung angeleitet. In dieser Phase wird das Bewusstsein abgelenkt. Man ist dann empfänglich für Suggestionen und bekommt so Lösungen mit auf den Weg, die alte Verhaltensweisen aufbrechen können. Voraussetzung dafür ist natürlich Vertrauen und dass sich der Klient auch darauf einlässt.
ZEIT ONLINE: Suggestion klingt nach Manipulation.
Krause: Suggestionen sind Angebote. Aber Sie haben Recht: Hypnose ist Manipulation – eine bewusst gewünschte. Wenn sich der Andere darauf nicht einlässt, funktioniert es nicht.
ZEIT ONLINE: Was sind das für Angebote?
Krause: Das hängt vom Ziel der Hypnose ab. Ich gebe mal ein Beispiel: Vor einiger Zeit kam eine Führungskraft aus Österreich zu mir. Dieser Mann war Vertriebsleiter und bekam die Aufgabe, für ganz Österreich eine neue Vertriebsstruktur aufzubauen. Er fühlte sich erschöpft und überfordert von der neuen Aufgabe, auch weil er harte Entscheidungen zu treffen hatte. In der Hypnose haben wir daran gearbeitet, dass er wieder zu sich kommt, auf seine Gefühle achtet und neue Kraft findet. Das heißt, ich arbeite mit der Suggestion, dass sich mein Klient gut gerüstet für den Job fühlt und auf seine Gefühle achten kann. Nach der Sitzung fühlte er sich entspannter und war zuversichtlicher.
KOMMENTAR:
Ein glaubwürdiger Coach hat.....
- eine fundierte Ausbildung
- eine langjährige praktische Erfahrung
- verfügt über die notwendige Rollenkompetenz, das psychologische Grundwissen nebst dem Hochschulwissen, aber auch die erforderliche kommunikative und soziale Kompetenz. K+K hilft Ihnen gerne weiter.
Notiert von
marcus knill
um
09:22