Sonntag, 3. November 2013
Junge Polizeihündin wird Medienstar
Wurde die Polizei Opfer des Erfolges?
Die Plakate mit der putzigen Hündin werden gestohlen
Für eine Kampagne der Genfer Grenzwacht posiert eine Baby-Hündin seit Kurzem auf zahlreichen Werbeplakaten. Nun sind Dutzende Poster verschwunden.
Auf Facebook bereits ein Star
Auch auf den Sozialen Netzwerken hat der tierische Werbestar längst eingeschlagen wie eine Bombe – über 25 000 Mal wurde das Fotoalbum der Hündin bereits auf Facebook angeklickt. Auf der offiziellen Seite des Grenzwachtkorps häufen sich zudem überschwängliche Kommentare entzückter Hundefans.
Und die Daïka-Manie hält an: Bereits jetzt legen Autofahrer beim Grenzposten Bardonnex Extra-Stopps ein, um die niedliche Schäferhündin kurz streicheln zu können. Aufgrund der riesigen Nachfrage hatte der neue Star nun sogar bei einer Ausstellungsmesse in La Chaux-de-Fonds einen Gastauftritt - weitere 500 Poster gingen extra dafür in den Druck.
KOMMENTAR:
Die Polizei wurde nicht Opfer der Erfolges. Der Marketingeffekt ist gelungen. Dank der Hündin und der gestohlenen Plakate ist Ziel und Zweck der PR-Aktion mehr als erfüllt. Jeder kennt heute die Werbekampagne und damit auch deren Kernaussage.
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marcus knill
um
09:22
Samstag, 2. November 2013
Schade: So etwas dürfte nicht geschehen!
Ich besuchte jüngst den Vortrag einer bekannten Persönlichkeit aus der Medienwelt und erlebte Folgendes:
Vor dem Auftritt dieses prominenten Medienmannes kontrollierte ein Techniker Mikrofon und Verstärkeranlage. Dann verliess er den Raum und war nicht mehr gesehen.
Als dann der bekannte Redner (der eigentlich gewohnt war, vor Mikrofon und Kamera zu reden) mit seinen Ausführungen begann, nahm ich an verschiedenen Reaktionen in den hinteren Reihen ein Unbehagen wahr. Die Stimme war kaum zu hören. Der Grund: Das Mikrofon war nicht richtig positioniert. (Normalerweise werden heute Redner mit einem Headset verkabelt. Dann stimmt die Distanz zwischen Mund und Mikrofon immer!). Auch ich musste mich anstrengen, den Inhalt der Ausführungen mit zu bekommen.
Der besagte Redner sprach dann - trotz technischer Unzulänglichkeit - im gewohnten, familiären Kammerton weiter. Und dies während des ganzen Vortrages!!!!
Im persönlichen Gespräch oder im Radiostudio mag dies richtig sein. Wenn jedoch die sanfte, zurückhaltende Stimme nicht verstärkt wird, kommt es in einem Saal zu Problemen hinsichtlich Verständlichkeit. Merkt ein Redner, dass seine Aussage beim Publikum nicht ankommt oder dass er kaum verstanden wird, so müsste ein Techniker zur Hand sein, der den Ton unverzüglich regelt. Das war an der besagten Veranstaltung in jenem grossen Saal leider nicht der Fall. Der Techniker war nicht mehr vor Ort und die Zuhörer, die für die Veranstaltung bezahlt hatten, mussten sich den ganzen Abend damit abfinden, nur Sprachfetzen zu verstehen. Erstaunlich wenige verliessen den Saal. Die andern ärgerten sich wohl im Stillen.
Der besagte Vortrag (er wäre hörenswert gewesen) war aus meiner Sicht eine Zumutung!
Erkenntnis: Es gehört zum ABC der Vortragstechnik, dass die Verstärkeranlage nicht nur gecheckt wird. Ein Techniker müsste vor Ort sein, der bei Unzulänglichkeiten sofort einspringen und das Manko korrigieren kann. Anderseits müssten auch Redner selbst erkennen, dass sie nicht gut verstanden werden. Ich kenne Profiredner, die im Publikum eine Person beauftragen, zu signalisieren, dass es mit der Verständlichkeit kappt. Ein Vortragender, der registriert, dass seine Botschaft akustisch nicht richtig ankommt, müsste sich anpassen und müsste fähig sein - bei einer unbefriedigenden Uebertragung - auch lauter zu reden. Ich habe Dozenten erlebt, die am Anfang das Publikum gefragt haben "Versteht man mich?" Als dann Stimmen in den hinteren Reihen negierten, sagten sie: "Kommen Sie bitte nach vorn". Ich vertrete die These: Nicht der Adressat muss sich dem Sender anpassen. Der Sender ist dafür verantwortlich, dass seine Aussage akustisch wahrgenommen wird.
Ein Redner muss beim Ausfall einer Verstärkeranlage oder wenn die Anlage nicht richtig eingestellt ist, ausdruckstärker (lauter) reden. Selbst dann, wenn dies seiner gewohnten dezenten Sprechweise widerspricht.
FAZIT: Vorbereitung ist die halbe Miete! Der Veranstalter dürfte sich eine derartige Unzulänglichkeit nie leisten, nicht nur dann, wenn das Publikum Eintritt bezahlen musste. Aus meiner Sicht hätte man an der besagten Veranstaltung die Kosten für den Eintritt zurückerstatten müssen!
Anderseits sollten Vortragende ihre Wahrnehmungsfähigkeit so schulen, dass sie SELBST erkennen, dass das Publikum die Ausführungen akustisch nicht richtig mitbekommt.
Was nützt der beste Vortrag, wenn die wertvollen Gedanken nicht aufgenommen werden können? Wussten Sie übrigens, dass nicht nur in der Schweiz über 10 % der Zuhörer hörbehindert sind?
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marcus knill
um
07:57
Freitag, 1. November 2013
Eine Falschaussage wird zum Bumerang
Die Folgen einer Wissenslücke vor Mikrofon und Kamera:
Verkehrministerin Doris Leuthard trat in der Arena als Botschafterin für die Preiserhöhung der Vignette auf. Sie wollte die Medien für Ihre Argumentation nutzen. Eine Wissenlücke genügte und machte das Ziel ihres Auftrittes zu Nichte. eine Falschaussage wird nun zum Bumerang.
Der Patzer wird wohl recht viel beitragen zur Ablehnung der Vignettevorlage.
Der Vorfall macht uns bewusst, dass wir einen Medienauftritt immer gut vorbereiten müssten.
Die Folge des verbalen Ausrutschers wird nun von den Lastwagenchauffeuren genüsslich ausgeschlachtet - mit enormer Medienwirkung. Ich zitiere 20 Min:
«Nur für dich»
LKW-Fahrer veräppeln Doris Leuthard
Auch LKWs bräuchten Vignetten, behauptete Bundesrätin Leuthard. Sie lag falsch. Chauffeure aus dem Kanton Luzern gehorchten trotzdem und druckten sich gleich selber Vignetten.
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marcus knill
um
10:55
Einmal mehr hat mich Lutz Jäncke beeindruckt
Lernen benötigt Stimulation
An der Weiterbildungsveranstaltung der Schulen VIVENTA in der Stadt Zürich (unter der Direktorin Pia Kasper) sprach diese Woche der renommierte Neuropsychologe und Neurowissenschaftler der Universität Zürich Lutz Jäncke über:
Interaktion zwischen VERTRAUEN, OFFENER KOMMUNIKATION und einer
MOTIVIERENDEN LEHR- und LERNKULTUR
Bei allen Präsentationen, Vorlesungen und Auftritten schätze ich bei Lutz Jäncke seine Präsenz, seine Begeisterungsfähigkeit, sein enormes Wissen, vor allem seine frei vorgetragenen, verständlichen, bildhaften Gedanken.
Was mir bei diesem Input vor über 200 Lehrkräften erwähnenswert geblieben ist:
EMOTIONEN - BILDER - GESCHICHTEN verstärken das Lernen!
Unser Gehirn vernetzt und speichert das Wissen dank dieser Stimulanz schneller!
VERNETZUNG ist das Zauberwort!
Gefühle, Erfahrungen fördern das Lernen
Wissen muss verkoppelt werden!
Wir lernen, was stimuliert.
Es ist nicht in erster Linie die Begabung, die uns weiterbringt. Es ist die MOTIVATION, vor allem die interne SELBST MOTIVATION.
Wer lernen will, macht die Hausaufgaben früher, hat weniger Absenzen und lernt rascher.
Lernen benötigt ZEIT. Lernen benötigt Kraft und Power.
SELBSTDISZIPLIN - AUFMERKSAMKEIT/ACHTSAMKEIT - WIEDERHOLUNGEN sind keine Hohlformeln.
Lutz Jäncke bestätigte mir im persönlichen Gespräch, dass das Gehirn gefordert werden will.
Er bestätigte meine Beobachtung bei meiner Tätigkeit: Ich kenne viele ältere Personen, die das Gehirn auch im Alter fordern, die ständig NEUES lernen und das Gehirn nicht pensionieren lassen. Dass wir als gesunde Menschen bis 20 Minuten vor dem Tod immer noch lernen können ist für viele neu. Vor Jahren ging man davon aus, dass das Denken und Lernen ab 50 Jahren schrittweise nachlässt.
Etwas vom Wichtigsten ist für mich die BEGEISTERUNGsfähigkeit für eine Sache.
Das Publikum hat bei Lutz Jäncke erleben können, was es heisst, von einer Thematik selbst begeistert zu sein. Er hat es vorgelebt.
Fazit: Ich kann als Lehrender kein Feuer entfachen, wenn es in mir nicht brennt!
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marcus knill
um
10:04
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Auswahl der schönsten Herbstbilder
Diese Aufnahme aus dem Lötschental gefiel mir besonders gut -
liegt doch unser Refugium Salmenfee auf gleicher Höhe. Dies beeinflusste sicherlich meine Wahrnehmung.
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marcus knill
um
09:04
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Weshalb die Familieninitiative von den Stimmberechtigten aller Parteien angenommen werden könnte
In allen Parteien hat es Befürworter
Quelle 20 Min: Aufstand des Mittelstandes: Experten glauben, dass viele Mittelschichtseltern für die SVP-Familieninitiative stimmen werden, weil sie zunehmend unter Druck geraten.
Mittelstand
Gemäss der einfachsten Definition gehören 60 Prozent zum Mittelstand. Je 20 Prozent gehören zur Ober- und zur Unterschicht. Umgemünzt auf das Bruttoeinkommen, bedeutet dies zum Beispiel für eine Familie mit zwei Kindern: Wer 94’000 bis 210'000 Franken verdient, gehört zum Mittelstand. Ab einem Einkommen von 123’000 Franken spricht man vom mittleren Mittelsand, ab 209'000 Franken vom oberen Mittelstand. Gerade bei Mittelstandsfamilien kommt die Initiative sehr gut an, wie das Forschungsinstitut gfs.bern in seiner Umfrage herausgefunden hat. Denn der Mittelstand ist unter Druck geraten. «Vor vierzig Jahren war es für eine Mittelstandsfamilie mit zwei Kindern normal, sich ein Haus und ein Auto leisten zu können», sagt gfs-Projektleiter Lukas Golder. Heute sei das schwierig: «Die Krankenkassenprämien, Steuern und Wohnkosten sind gestiegen», so Golder.
Auch ein Haushalt mit einem Einkommen von 8000 Franken müsse nach der Geburt eines zweiten Kindes jeden Rappen zweimal umdrehen. So zeigt der gfs-Familienmonitor Mittelschichtsfamilien 2013, dass sich die finanziellen Bedingungen für diese Bevölkerungsgruppe in den letzten drei Jahren fast durchwegs verschlechtert haben. Für die Studie wurden 1000 Mittelschichtsfamilien befragt.
«Viele Mittelstandsfamilien fühlen sich als Milchkühe, es gibt eine Empfindung des Abstiegs», sagt Golder. Deshalb sei jetzt jedes Angebot attraktiv, das ihre Situation verbessert, egal woher es komme. «Ganz nach dem Motto: Jetzt sind endlich wir mal dran!»
Mittelstandsfamilien schauen pessimistisch in die Zukunft
Wie der Familienmonitor zeigt, sorgen sich besonders junge Familie, solche mit mehr als einem Kind, einkommensschwache und Mittelschichtsfamilien aus der Deutschschweiz oder dem urbanen Raum stärker um ihre ökonomische Zukunft als noch vor drei Jahren. Sie befürchten, dass Krankheit, abnehmende Arbeitsplatzsicherheit und Zuwanderung ihre eigene finanzielle Situation verschlechtern könnte.
Auch der liberale Think-Tanks Avenir Suisse kam in einer Studie Ende letzten Jahres zum Schluss, dass der Mittelstand zunehmend unter Druck gerate und unter einem «gefühlten Abstieg» leide. Einerseits hole die Unterschicht bei den Reallöhnen auf, andererseits ziehe die Oberschicht davon. Zwar könne sich der Mittelstand heute mehr Güter leisten als vor zwanzig Jahren. Doch der relative Statusverlust nage am Selbstverständnis des Mittelstands.
Die Studienautoren stellten weiter fest, dass sich der soziale Aufstieg schwieriger als früher gestalte. Vor allem der obere Mittelstand sehe sich «durch das Wirken der staatlichen Umverteilungsmaschinerie um die Früchte seiner Arbeit betrogen», schrieb Avenir Suisse-Direktor Gerhard Schwarz.
KOMMENTAR:
Die Steuerprogression ist heute ein zentrales Problem bei der Frage nach Krippenplätzen. Erzielt nämlich eine Mutter - dank höherem Teilzeitpensum - einen so grossen Lohn, dass die Prämienverbilligungen bei der Krankenkasse oder bei den Krippenplätzen entfällt, lohnt sich ihre externe Arbeit nicht mehr. Die staatlichen Umverteilungsmechanismen fressen das zusätzliche Einkommen weg. So ist es wohl nicht verwunderlich, wenn alle Vorlagen Familieninitiativen aus Protest aus Kreisen aller Parteien zustimmen. Wie gespalten die Meinungen sind, hat sich bei der CVP gezeigt.
Ich zitiere 20 Min:
Auch die CVP-Volksinitiative «Für Ehe und Familien – gegen die Heiratsstrafe», die letzte Woche vom Bundesrat zur Annahme empfohlen wurde, geniesst ähnlich breiten Rückhalt.
In der Vergangenheit hat der unter Druck geratene Mittelstand andere Vorlagen bereits massgeblich beeinflusst. Die Ausschaffungsinitiative oder die Kampagne gegen Sozialhilfebetrüger seien auf fruchtbaren Boden gefallen, weil sich die Mittelschicht nach unten habe abgrenzen wollen. Dies sagte Christoph Müller, Generaldirektor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialforschung M.I.S-Trend, in einem Interview mit 20 Minuten. Auch das Ja zur Abzockerinitiative sei eine Abrenzung nach oben und ein Zeichen des Protests gewesen.
Notiert von
marcus knill
um
17:26