Freitag, 1. März 2013

Gleichheit, die ich meine....

Keine Uebertrittsprüfungen mehr -  Verbot von Nachhilfestunden, es sei denn, alle könnten davon gratis profitieren - keine Hausaufgaben mehr - Verbot von Rückversetzungen  - keine Selektion mehr vor der Maturität!
Diese wohlklingenden Forderungen zielen auf ein Schule ohne Stress und Druck, auf  Chancengleichheit, auf das Recht auf  Hochschulbildung.


 

Der Traum von einer Ausbildung vollkommener Chancengleichheit ist nicht neu. Das ist  ideologisch gefärbter Wein in neuen Schläuchen. Derzeit werden erstaunlicherweise einige dieser überholten Forderungen in den Medien  aufgewärmt und in Deutschland zum Teil schon umgesetzt.
Sie widersprechen völlig dem wirklichen Leben, bei dem nicht allen  eine Beschäftigung garantiert werden kann.

Sobald sich nämlich ein Student später mit einer Stelle auseinandersetzen muss, holt ihn die ausgeklammerte  Selektion ein. Die Firmen trauen nämlich den geschönten Beurteilungen nicht mehr. Die Kandidaten werden im der Praxis plötzlich hart geprüft, getestet und in einer Probezeit bewusst gestresst und belastet. Man will nachträglich erfahren, wie es mit der Belastbarkeit, dem Durchstehvermögen und den Kernkompetenzen bestellt ist.

Ich setzte mich seit Jahren auch mit der Lehrerweiterbildung intensiv auseinander und habe erkannt, dass viele Lehrkräfte ihre anvertrauten Zöglinge bewusst auf die Anforderungen des harten Berufalltages ausrichten. Sie wollen die Jugendlichen fürs Leben vorbereiten! Sie legen  grossen Wert auf selbständiges Arbeiten (dies kann beispielsweise mit Hausaufgaben trainiert werden), auf Pünktlichkeit, Respekt, Sauberkeit, Verlässlichkeit und Durchstehvermögen (Verhalten und Absenzen werden wieder zusätzlich vermerkt).




Fazit: Die abgegriffenen, pseudoprogressiven Forderungen nach absoluter Chancengleichheit führen in  eine Sackgasse. Wollen wir die Glaubwürdigkeit der Zeugnisse aufs Spiel setzen?
Was nützt es  Jugendlichen, Schulen und  Firmen, wenn wir die Maturität abwerten und die aufgewärmten Bestrebungen - "Recht auf höhere Bildung" umsetzen?
Welchen Wert haben akademische Titel, wenn nachher Taxichauffeusen mit einem Hochschulabschluss das tägliche Brot verdienen müssen?
Es lohnt sich, diese Zusammenhänge zu überdenken und  solche grundsätzlichen Fragen für sich zu beantworten.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Stolpersteinbrück oder Klartextrhetoriker?

aus DIE ZEIT:

Steinbrück nennt Berlusconi und Grillo Clowns

 

 

Die deutschen Politiker kommentieren Italiens Parlamentswahl. Während sie Probleme für Europa fürchten, versucht der italienische Präsident Napolitano zu beschwichtigen.
Silvio Berlusconi
Silvio Berlusconi

Der Ausgang der Parlamentswahl in Italien wird nach Einschätzung des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück "zu einem größeren Problem in der Eurozone beitragen". Die überraschenden Wahlsieger verspottete Steinbrück mit der Bemerkung, er sei bis zu einem gewissen Grad "entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben". Einer davon sei der Komiker und Spitzenkandidat der Protestbewegung, Beppo Grillo, der andere "definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub".

Kommentar: Mit den ungeschminkten provozierenden Sprüchen hat sich Steinbrück oft geschadet.
Ob er mit dieser Aussage in Deutschland punktet? Wäre denkbar.

Stolpersteinbrück hatte schon immer Probleme mit seiner Klartextrhetorik. Der Virus "Diarrhoe der Zunge" müsste bei Steinbrück endlich einmal behandelt werden.
Fazit: GESAGT IST GESAGT!!



NACHTRAG:
Spiegel:

Nach Italien-Schelte FDP schmäht Steinbrück als "Peerlusconi"

Mit markigen Worten zur Italien-Wahl hat Peer Steinbrück den Präsidenten des Landes verärgert - nun muss er selbst Spott ertragen: FDP-Politiker Wissing bezeichnet ihn als "Peerlusconi" - in Anlehnung an Silvio Berlusconi, den der SPD-Kanzlerkandidat einen Clown genannt hatte. mehr... Video | Forum ]
Sein loses Mundwerk ist Peer Steinbrück wieder einmal zum Verhängnis geworden: Der italienische Staatspräsident Napolitano sagte nun gar ein für heute geplantes Treffen mit dem deutschen Kanzlerkandidaten ab. 

Das Treffen mit dem italienischen Staatschef kommt nicht zustande: Peer Steinbrück. (Archivbild)
Das Treffen mit dem italienischen Staatschef kommt nicht zustande: Peer Steinbrück. (Archivbild)
Bild: Keystone

Stolpersteinbrück versteht es nicht nur die Schweiz den Präsidenten italiens zu beleidigen. Er hat sich an die Fehltritte ins Fettnäpfchen gewöhnt. Die Folge: Er isoliert sich selbst.

Steinbrücks Dinner for One

Die "Diarrhoe der Zunge" könnte als eine der weitverbreiteten Krankheiten bezeichnet werden. Die "Geschwätzigkeit" ist möglicherweise eine selbstgewählte ...
www.rhetorik.ch/Geschwaetzigkeit/Geschwaetzigkeit.html

Mittwoch, 27. Februar 2013

Wird ITALIEN unregierbar?

Ich zitiere Spiegel:

Patt-Situation nach den Wahlen in Italien: Die Kommentatoren in der europäischen Presse beschäftigen sich mit den negativen Folgen für die EU, aber auch mit dem unerwartet schlechten Abschneiden von Regierungschef Mario Monti.

Kommentar: Ich rechnete mit Ueberraschungen
Dass aber Komiker Beppe Grillo und der Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi zusammen mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen haben wenige gedacht. Dass die Mehrheit die Reformen des Mario Monti so gewaltig abwählt, ist ungewöhnlich. Für die Stabilität der EU wird dies negative Folgen haben. Vor allem Spanien könnte betroffen sein, wenn auf den Finanzmärkten neue Unruhe aufkommt.
Mario Monti, sagte die Wahrheit. Das tat weh und durfte nicht sein. Jetzt stehen die kleinen Sanierungserfolge Mario Montis  auf dem Spiel. Das Land ist  de facto unregierbar geworden.

20 Minuten Online - Ein Tsunami fegt durch Italiens Politik - News

www.20min.ch/.../Ein-Tsunami-fegt-durch-Italiens-Politik-30...Teilen
vor 2 Stunden – Beppe Grillos Wutrede bei seinem letzten Wahlkampfauftritt am 22. Februar in Rom. (Video: YouTube/TheNetDaily).

Die Erfolge des Protest-Blogger Beppe Grillo machen deutlich, dass die Italiener einfach nicht reformwillig sind und wieder die alten Zustände zurück haben wollen. Grillos NEIN zu allem hatte Erfolg. Belusconi punktete für viele Italiener als cooler Typ, der faule Sprüche reisst und Versprechungen macht, die gut ankommen. In den anderen Ländern kommt hingegen die Bunga Bunga- Rhetorik gar nicht gut an. Berlusconis Erfolg ist auch seiner Medienpräsenz auf den eigenen Kanälen zuzuschreiben.


 Nach meinem Dafürhalten wird es zu Neuwahlen kommen.

Was mich übrigens einmal mehr feststellen konnte:
Die ersten Umfragen stimmten ganz und gar nicht mit dem endgültigen Resultat überein. Dies verdeutlicht, dass die Leute, die aus den Wahllokalen gekommen sind, bei den Befragungen nicht die Wahrheit gesagt haben. Viele haben heimlich dem Komiker Grillo die Stimme gegeben. Sonst wäre er nicht auf ein Viertel der Stimmen gekommen.

Der Frühling lässt auf sich warten-




doch die Hoffnung stirbt zuletzt

Nach eisigem Februar

Dienstag, 26. Februar 2013

Wer will schon gegen Familien sein

Marcus Knill
Die Debatte über den Familienartikel – über den am 3. März abgestimmt wird – wurde von Seiten der Befürworter über Wochen sachlich, zurückhaltend, ruhig und mit anerkannten Persönlichkeiten geführt. Das Ja schien beim damaligen Stand der  Meinungsbildung  gesichert.  Plötzlich stellen nun Umfragen beim Familienartikel   eine Erosion der frühen Zustimmung fest. Weshalb? Ausschlaggebend muss die SVP-Zeitung gewesen sein, die allen Haushaltungen zugestellt wurde.

Sie vermittelte der Bevölkerung in erster Line eine emotionale Kernbotschaft (Wort und Bild stimmten überein). Sie lautete dahingehend, dass die Familieninitiative  eine Mogelpackung sei. Die Dachbotschaft: Die eigentlichen Familien werden mit der Initiative gar nicht gestützt. Es wird  nur die Fremdbetreuung gefördert und jene Eltern, welche die Kinder selbst betreuen, haben bei einer Annahme das Nachsehen. Kinder bräuchten  eigene konstante Bezugspersonen und Nestwärme! Die Bilder und Argumente emotionalisierten plötzlich alle Stimmberechtigten. Die Stimmung scheint zu kippen. Am 3. März muss auch das Ständemehr erreicht werden und das dürfte schwierig werden. Ohne die SVP-Zeitung wäre sicherlich die Initiative sang- und klanglos angenommen worden. Denn: Wer will schon gegen  FAMILIEN sein. Falls nun der Familienartikel am 3. März überraschend scheitert, so wäre dies nicht dem zitierten Sachargument “unermessliche Kosten” zuzuschreiben. Ausschlaggebend wäre einmal mehr eine Erkenntnis aus der Kommunikationspsychologie: Emotionen schlagen Fakten! Bilder beeinflussen mehr als Worte!
Marcus Knill
Montag, 25. Februar 2013 um 13:09 Uhr

Montag, 25. Februar 2013

Zum NOVARTIS Kommunikationsflop


Quelle Handelszeitung

«Ich würde als 

Medienchef zurücktreten»

 von Tobias Keller

 

Novartis macht Jagd auf die Person, welche das 72-Millionen-Konto von Daniel Vasella verraten hat. Was formaljuristisch korrekt ist, entwickelt sich für Novartis zum Kommunikationsflop.
Artikel zum Thema: 
Wer hat das Konto von Novartis mit den 72-Millionen Franken an den Finanzblog «Inside Paradeplatz» verraten? Diese Frage treibt die Novartis-Verantwortlichen in den letzten Tagen um. Dies offenbar so sehr, dass ein Novartis-Sprecher zur Zeitung «Sonntag» sagte: «Novartis prüft die rechtlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit der bekannt gewordenen Indiskretion.» Das heisst, Novartis plant eine Klage wegen Bankgeheimnisverletzung gegen unbekannt.
Nachdem sich Daniel Vasella an der Generalversammlung der Novartis nicht für die Entgegennahme des 72-Millionen-Vertrages entschuldig hat, kommt jetzt der nächste Kommunikations-GAU.
Der Zürcher PR-Experte Klaus J. Stoehlker stellt die Frage, ob der Novartis-Kommunikationschef kompetent ist und die Schweizer Öffentlichkeit versteht: «Der Einsatz ausländischer Kommunikationschefs bringt das Zusatzrisiko, dass sie die Konzernleitung in Fragen nationaler Kommunikation nicht wirklich beraten können.»
Im Zuge falsch eingeschätzter Schweizer Befindlichkeiten hat Novartis nun in der Wochenendpresse zum Hallali auf den Geheimnisverräter geblasen - und auch hier das Echo komplett falsch eingeschätzt. «Selbstverständlich war dies ein Fehler. Novartis hat damit das für das Unternehmen unangenehme Thema unnötigerweise verlängert» sagt Klaus J. Stöhlker.

Wo ist der Schuldige

Novartis-Chefjurist Felix Ehrat ist derzeit am Ausloten der Jagd-Methoden. Denn selbst wo genau er ansetzen muss, ist vielen noch nicht ganz klar. Laut «Sonntag» ist bis jetzt nicht bekannt, ob es wirklich ein Konto bei der Bank Notenstein gibt. Der oberste Staatsanwalt des Kantons St. Gallen, Thomas Hansjakob, ist bislang nicht von sich aus aktiv geworden, so die Zeitung. Dies weil die St.Galler nicht wissen, welche Ostschweizer Bank derzeit die 72-Millionen hortet.
Die öffentlich gewordene Suche schadet Novartis weiter.

 «Die Suche nach dem «Sünder» bestätigt die Vermutung, dass Novartis die 72-Millionen heimlich an Vasella überweisen wollte» sagt Kommunikationsberater Marcus Knill. Da bleibe das ungute Gefühl zurück «dass man ein Fehlverhalten vertuschen wollte».
Novartis muss schon mit den Nachwehen der GV vom letzten Freitag fertig werden und hat sich am Sonntag noch den Kommunikations-GAU rund um die Banken-Indiskretion aufgeladen. Kommunikativ hat der Pharmakonzern in den letzten Tagen für Marcus Knill zu viel falsch gemacht. Das müsse Konsequenzen haben: «Ich würde nach diesen Fehlleistungen als Kommunikationschef zurücktreten.»

So wird der Jäger zum Gejagten. Novartis hätte die Sache besser auf sich beruhen lassen – nun ist die Öffentlichkeit mit im Spiel und es braucht nicht viel Fantasie um zu erkennen, auf welcher Seite sie steht.

Nicht nachvollziehbar:

Renitentes Verhalten wird belohnt

23-Jähriger erzwingt Sozialhilfe – 

Berikon wehrt sich. 

Wie ein junger Nichtstuer eine 

ganze Gemeinde narrt.


BERIKON - AG - Eine Aargauer Gemeinde verweigerte einem jungen Mann die Sozialhilfe. Weil er renitent war und nichts arbeiten wollte. Das Bundesgericht gab ihm recht. Und jetzt betreibt er seine Gemeinde sogar!