Dienstag, 14. August 2012

Spektakuläre Bilder vom Mars:

Die einmaligen Bilder vom roten Planeten finden kaum Beachtung

360-Grad-Aufnahme der Marsoberfläche, zusammengesetzt aus 817 Einzelaufnahmen des Mars-Rovers «Opportunity». (Video: NASA) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Die Verzückung über das erste körnige Marsbild der neuen Raumsonde war gross. Am Donnerstag legte «Curiosity» mit der ersten Farbaufnahme vom Galle-Krater nach.
Tausende Kilometer entfernt in der Meridiani-Hochebene steht sein kleinerer Bruder «Opportunity» und sendet seit acht Jahren fleissig Daten an die Erde – darunter Bilder, die der neuesten Raumsonde in nichts nachstehen (siehe Video oben).

«Opportunity» war am 25. Januar 2004 auf dem Mars gelandet und sollte ursprünglich eine dreimonatige Mission absolvieren. Die NASA entschied danach, den Rover weiter einzusetzen. Inzwischen hat er über 3000 Arbeitstage auf dem Buckel und über 34 Kilometer zurückgelegt – eine gewaltige Strecke angesichts seiner geringen Fortbewegungs-Geschwindigkeit von durchschnittlich 0.03 Kilometern pro Stunde und äusserst begrenzten Fernsteuermöglichkeiten.

Quelle 20 Min.

Montag, 13. August 2012

So etwas darf nicht sein!

Mehr Mais für Motoren als für Menschen

Trotz der schweren Dürre wird in den USA mehr Mais für die Produktion von Treibstoff verwendet als für die Ernährung. Die UNO will, dass die USA die Ethanol-Produktion stoppen.
Resultat der Dürre im US Bundesstaat Illinois: Ein halb verdorrter Maiskolben.
Resultat der Dürre im US Bundesstaat Illinois: Ein halb verdorrter Maiskolben.
Bild: Keystone

Die schwere Dürre im Mittleren Westen der USA hat die Ernteaussichten noch einmal eingetrübt. Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet nun die schlechteste Mais- und Sojaqualität seit 1988 und anhaltend hohe Preise für beide Ackerbauprodukte, mit denen die USA die Weltmärkte versorgen. Verschlimmert wird die Lage zusätzlich durch das Ethanol-Programm. Zum ersten Mal wird mehr Mais zu Treibstoff verarbeitet als zur Ernährung von Menschen und Tieren genutzt.
Der Präsident der Welternährungsorganisation (FAO), José Graziano da Silva, warf den USA in einem Leitartikel in der «Financial Times» vor, die Mangellage noch zu verschärfen. «Ein sofortiger, vorübergehender Stopp des Ethanol-Mandats würde die Märkte etwas entlasten und mehr Mais für die Ernährung von Tier und Mensch freimachen.» Der als Sohn brasilianisch-italienischer Eltern in den USA aufgewachsene da Silva schreibt, die aktuelle Krise habe noch nicht das Ausmass der schweren von 2008 erreicht. Auch seien die UNO und die Länder besser gewappnet als damals. «Doch die Risiken sind hoch; und jede falsche Antwort auf die aktuelle Lage kann diese Risiken provozieren.»
Der Leitartikel war zeitlich exakt auf die Publikation der ersten zuverlässigen Ernteschätzung in den USA angelegt. Tatsächlich musste das US-Landwirtschaftsministerium gestern die schlimmsten Befürchtungen bestätigen. Die extreme Dürre hat aus einer Rekordernte, wie sie nach den Niederschlägen des Frühlings erwartet worden war, eine magere gemacht. Die Bauern dürften demnach 13 Prozent weniger Mais und 12 Prozent weniger Soja einbringen als letztes Jahr. Das sind die schlechtesten Erträge seit 2006 bzw. 2003. Gleichzeitig ist die Qualität so schlecht wie seit 30 Jahren nicht mehr. Aufgefangen wird dies teils dadurch, dass die Farmer die grösste Anbaufläche seit 1937 angepflanzt hatten, um von den hohen Weltmarktpreisen profitieren zu können.
Fleischproduzenten klagen
Die FAO ist nicht allein mit ihrer Forderung, die Umwandlung von Mais in Ethanol vorübergehend einzustellen. Auch die industriellen Fleischproduzenten finden, dass die Maisverwertung für Automotoren unsinnig ist. Smithfield Foods etwa, der weltweit grösste Produzent von Schweinefleisch, kauft dieses Jahr rund 130 Millionen Bushel (1 Bushel entspricht rund 35 Liter) Mais als Tierfutter, muss dafür aber viermal mehr bezahlen als vor Einführung des Ethanol-Programms. Zum ersten Mal überhaupt sei es billiger, Mais aus Brasilien zu importieren als von den US-Farmern zu kaufen, sagt Smithfield-Chef Larry Pope. Der Konzern sei somit gezwungen, den Bauern im Mittleren Westen ihr garantiertes Einkommen zu entziehen.
Das Ethanol-Mandat ist ein 2005 von der Regierung Bush durchgesetztes Subventionsprogramm für den Mittleren Westen. Unter dem Vorwand, die CO2-Emissionen zu reduzieren, werden die Raffinerien gezwungen, mindestens 9 Prozent der Treibstoffe mit Ethanol anzureichern. Dies führt dazu, dass heute mehr Mais in Automotoren verbrannt (40 Prozent) als für Tiernahrung verwendet wird (36 Prozent).
Obama bleibt hart
Nichts aber deutet darauf hin, dass die Regierung Obama nachgibt. Ohio und Iowa, die beiden grössten Mais- und Soja-Staaten, sind Wackelstaaten in den Präsidentschaftswahlen. Ähnlich wie die Frage der Waffengesetzgebung ist der Kampf gegen die Ethanol-Lobby ein Unterfangen, das Obama nicht wagen wird, Dürre hin oder her.
Die Nahrungsmittelpreise weltweit haben noch nicht den Höchststand des letzten Jahres erreicht; vor allem, weil ausreichend Reis vorhanden ist. Auch ist Weizen nicht so schlimm von den Dürren betroffen wie Mais und Soja. Allerdings beginnen die Bauern in der südlichen Hemisphäre erst jetzt mit der neuen Aussaat, ohne dass sich ein Ende der extremen Wetterausschläge abzeichnet. So haben Sorgen über einen verzögerten Monsun in Indien, die Trockenheit in Australien und Überschwemmungen in Brasilien die Future-Preise für Zucker und Getreide bereits nach oben getrieben. Kein Land aber exportiert mehr Soja und Mais als die USA, und ohne US-Weizen wäre auch die Afrikahilfe gefährdet. Das National Intelligence Council, ein Beratergremium des US-Präsidenten, warnte schon im Mai davor, dass Länder wie Pakistan, Bangladesh, Sudan und Ägypten, die alle existenziell auf Lebensmittelimporte aus den USA angewiesen sind, auch am anfälligsten für soziale Unruhen sind. (Tages-Anzeiger)

Kommentar: Die UNO war leider zu oft ein zahnloser Tiger. Hoffentlich kann sie in diesem Fall etwas bewirken. 

Nachtrag aus DIE ZEIT:

Nahrungsmittelkrise"Biokraftstoff E10 hat nie funktioniert"

Die Verbraucherzentrale hält den Biokraftstoff für gescheitert, Umwelt- und Hilfsorganisationen fordern ein sofortiges Aus. Nur der Umweltminister setzt noch auf E10.  [weiter…] (77)

Sonntag, 12. August 2012


Wasserspringen (Eindrückliches Bild aus den Wettkämpfen)

Grimasse beim Fall ins Wasser


Qin Kai (China) | GettyImages

Gerhard Blocher kann es nicht lassen


Im Umgang mit den Medien trat er immer wieder ins Fettnäpfchen und man kann davon ausgehen, dass er mit seinen unbedachten Auftritten seinem Bruder enorm schadet. Ich habe Parlamentarier kennen gelernt, die mir gesagt hatten, Gerhard Blochers Auftritte habe zur Abwahlt von Christoph als Bundesrat mit beigetragen.

Ich zitiere BLICKonline:


Skandal-Bruder kandidiert.

Gerhard Blocher  will in die Politik

SCHAFFHAUSEN - Der ältere Bruder von Nationalrat Christoph Blocher wills wissen: Der pensionierte Pfarrer kandidiert auf der Liste der SVP-Senioren für den Schaffhauser Kantonsrat.


play Gerhard Blocher: «Die können sich auf einiges gefasst machen.» (Foto: Goran Basic)
Gerhard Blochers Name steht auf der Kandidaten-Liste der SVP-Senioren für die Wahl in den Schaffhauser Kanstonsrat, berichtet «Tele Top» heute. Der grosse Bruder von Christoph Blocher sei von einem SVP-Politiker für eine Kandidatur angefragt worden. Die Schaffhauser Regierung könne sich auf einiges gefasst machen, falls er gewählt werde, sagt Blocher.
Im Bericht des Regionalsenders nimmt Gerhard Blocher als Erstes ausgerechnet die SVP-Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel ins Visier: «Wenns zu einem Handgemenge kommt, dann käme sie dran wie in der letzten Phase eines Boxkampfs. Schonungslos», sagt Blocher. Es gehe ihn «einen Dreck an», in welcher Partei die sei, so Blocher. Seine Kandidatur sei mit Bruder Christoph nicht abgesprochen: «Der weiss von nichts», sagt Blocher.
Der pensionierte Pfarrer von Hallau sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufregung:

 Er nannte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf eine «Wildsau»,  den Schaffhauser SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr beschimpfte er als «allerletzten Menschen» und als «schwächlichen Dummkopf». Im berüchtigten «Reporter»-Beitrag des Schweizer Fernsehens zückte er ein Sackmesser. Das sei Christophs letztes Mittel, sagt er in die TV-Kamera. «Es heisst Nahkampf und Blut.»
Kommentar: Gerhard Blocher wird kaum gewählt werden. Doch hat er einmal mehr mit seiner Ankündigung seinem Bruder geschadet. Alles wird wieder aufgewärmt. Medien vergessen nichts!
Es ist mir unverständlich, dass jemand aus alten Fehlern nicht lernen will.

Samstag, 11. August 2012

Steet Parade 2012:

Heiss - laut - schräg - kreativ

Fortlaufend

Aus NZZ:

Das Phänomen der Masse





Die Streetparade im Zürcher Seebecken aus der Vogelperspektive. Hundertausende geniessen die Feier am Zürcher Seebecken.
Die Streetparade im Zürcher Seebecken aus der Vogelperspektive. Hundertausende geniessen die Feier am Zürcher Seebecken.Bild: Christian Beutler / NZZ

Menschenmengen faszinieren, sie wurden aber immer auch als bedrohlich und zerstörerisch wahrgenommen – Einblicke in die Anatomie der Masse.

Es sind jedes Jahr Hunderttausende, die sich, vom strammen Bassgewitter rhythmisiert, durch die Zürcher Innenstadt bewegen: Raver, Tanzwütige, Erlebnissuchende, Schaulustige. Körper an Körper, dicht gedrängt, sind sie an der Street Parade auf der Suche nach dem ekstatischen Erlebnis in der Masse. Die Bilder davon gehen um die Welt und haben eine verstörende Anziehungskraft. In Zeiten vermeintlicher Über-Individualisierung geben sich Menschen einem kollektiven Rausch hin. Die Parade, früher Laufsteg einer Subkultur und heute trotz Kommerzialisierung noch immer als «Demonstration» etikettiert, hatte nie eine politische Botschaft. Die Antriebsfeder der vielen scheint etwas anderes zu sein.
Elias Canetti, Autor und Nobelpreisträger, der seinen Lebensabend in der Limmatstadt verbracht hatte, hätte das Phänomen wohl mit Interesse verfolgt. 1960 erschien sein Hauptwerk «Masse und Macht», an dem er mehr als 30 Jahre gearbeitet hatte. Von eigenen Erlebnissen in Menschenmengen elektrisiert, versuchte er in dieser literarisch-anthropologischen Studie Antworten zu finden auf die Frage, wie sich Vermassung beschreiben lässt.

Das Buch beginnt mit einer Behauptung: «Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes.»

Einswerden im Kollektiv

Wer kennt das Unbehagen nicht angesichts voller S-Bahnen oder des Gedränges von Volksaufmärschen wie dem «Züri-Fäscht»? Diese Ur-Angst lässt sich laut Canetti aber paradoxerweise gerade in Menschenansammlungen überwinden: «Es ist die Masse allein, in der der Mensch von dieser Berührungsfurcht erlöst werden kann. (. . .) Sobald man sich der Masse einmal überlassen hat, fürchtet man ihre Berührung nicht. In ihrem idealen Falle sind sich alle gleich.» Dieser glückliche Augenblick des Sich-Befreiens von der Furcht und des Gleichwerdens im Kollektiv sei es, weshalb Menschen zur Masse werden wollten.

Die Angst der Eliten

Die Masse selbst hat den Drang, stets weiter zu wachsen, und trägt für Canetti schliesslich trotz aller Faszination immer auch ein zerstörerisches Potenzial in sich. Diese pessimistische Sicht zeigt sich aber gerade in der Street Parade nicht. Das Unpolitische führt dort zu – von Exzessen Einzelner abgesehen – kollektiver Friedfertigkeit; ein Aufstand wird nicht geprobt. Damit verschiebt sich die Wahrnehmung von Massenphänomenen grundlegend.
Seit der Französischen Revolution galten die Massen, die sich in Grossstädten zusammenscharten, als gefährlich, böse, umstürzlerisch und vor allem als manipulierbar. Von Schwarmintelligenz, von einer Weisheit der vielen, sprach noch niemand. Einer der Ersten, die Massenbewegungen diagnostizierten, war der französische Arzt Gustave Le Bon. In seiner «Psychologie der Massen» von 1895 ging er davon aus, dass die alten Eliten durch die Macht der Masse bedroht und verdrängt würden. Wenn das Gebäude der Zivilisation morsch werde, seien es stets die Massen, die seinen Zusammensturz herbeiführten. Man musste sich also in acht nehmen und lernen, die Mechanismen der Masse zu verstehen.

Streik und Rebellion

Die vermeintliche Bedrohung durch die Massen zeigt sich auch im Kleinen. Als beispielsweise im Sommer 1912 in Zürich Maler und Schlosser eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit forderten, die Arbeitgeber aber nicht darauf eingingen, entstand eine gefährliche Konfliktsituation. Ein Generalstreik wurde ausgerufen, Tausende Arbeiter strömten auf den Helvetiaplatz, Redner peitschten ein. Das Bild von huttragenden Arbeitern wirkt wohl nur mit 100 Jahren Distanz idyllisch. Angesichts der schieren Masse wurde die Regierung damals rasch nervös. Erst der Einmarsch von Militärtruppen machte dem Spuk des Streiks ein Ende.
Das gleiche Unbehagen verspürten die Stadtoberen angesichts rebellierender Jugendlicher. Sowohl in den 1960er Jahren wie Anfang der 1980er Jahre gingen Jugendliche auf die Strasse, forderten Freiräume, lebten Utopien nach. Nicht selten waren Ausschreitungen die Folge von Kundgebungen im öffentlichen Raum. Die Bilder von Heerscharen aufmüpfiger Jugendlicher und rigoros durchgreifenden Ordnungshütern prägten das Bild von Zürich, wie es in der ländlichen Schweiz wahrgenommen wurde. Dabei war es genau in jener Zeit, dass die ersten Rockkonzerte und -festivals Menschenmassen zusammenbrachten, zu verzaubern begannen und damit einen Grundstein dafür legten, wie ein Ereignis wie die Street Parade heute von vielen wahrgenommen wird: aufregend, faszinierend, aber auch irgendwie harmlos.
Unter dem Titel «Bilder von Zürich» präsentiert die NZZ diesen Sommer in loser Folge Selbst- und Aussenwahrnehmungen einer Stadt, die in ihrem eigenen Verständnis zwischen internationaler Grösse und kommunaler Beschaulichkeit schwankt. Bereits erschienene Artikel finden sich unter www.nzz.ch/dossiers.



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Ein Individuum in der Masse (Nachlese):

"Lebt der noch?" - "Ja, aber zur Zeit weiss er nichts davon."


LINKS:



In seinem Buch "Psychologie der Massen" schildert er, wie die Massen geführt, aber auch verführt werden können. Die Prinzipien sind seit jeher ähnlich.
www.rhetorik.ch/Massen/Massen.html
Die Beeinflussung der Massen gelang nachhaltig. ... Auch Massen (bei Grossveranstaltungen und Demonstrationen) wirken beeinflussend auf den Einzelnen.
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html
9. Aug. 2008 ... Der Mensch mutiert zu einem kleinen Element einer Masse und muss ... Gigantische Show des Lichts und der Massen Peking perfektioniert zur ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/08_09/index.html







Aus TAGI:





Freitag, 10. August 2012

Was in den Medien gesagt wird, muss immer wahr sein.
Man muss aber nicht alles sagen, was wahr ist.

Eine vertrauliche interne Buchhaltung der SVP wirft laut der Sendung "10 vor 10" des Schweizer Fernsehens (SF) vom Donnerstag ein neues Licht auf den Wahlkampf 2007. Die Wahlkampfausgaben seien höher als die Partei damals kommunizierte.
(sda) Die SVP habe damals 7,4 Millionen Franken in den Wahlkampf investiert, hiess es in der Sendung. SVP-Präsident Toni Brunner sagte dazu, in der Schweiz müsse jede Partei selber Spender finden. Die SVP gebe sich sehr grosse Mühe dabei.
Laut "10 vor 10" schrieb der damalige Pressesprecher der SVP dem Schweizer Fernsehen 2007, die Partei habe 5 Millionen Franken für den Wahlkampf eingesetzt. Auch der damalige Parteipräsident Ueli Maurer habe diese Zahl genannt.
Brunner sagte dazu, die SVP gebe keine öffentliche Auskunft über Spenden, es sei ihm schleierhaft wie eine solche Zahl bestätigt werden konnte. (Quelle Bieler Tagblatt)

Klicken Sie auf das Bild, um den Beitrag zu sehen:



Das Geheimnis der SVP-Buchhaltunga

Das Geheimnis der SVP-Buchhaltung

Die Buchhaltung der Parteien ist ein Buch mit sieben Siegeln. Hinter einer Wand von Schweigern bleibt verborgen, wer die Regierungsparteien finanziert, über wie viel Geld sie verfügen, und wofür sie es ausgeben. «10vor10» lüftet nun ein gut gehütetes Geheimnis: Die zugespielte Wahlkampf-Buchhaltung der SVP enthält Brisantes.

Kommentar:
Eine Partei muss sich entscheiden, ob sie Wahlkampfausgaben bekannt geben will oder nicht. Wenn dazu geschwiegen wird, müsste man jedoch konsequent sein. Wenn Zahlen bekannt gegeben werden, müssen diese Stimmen.  Wird nämlich publik, dass die genannte Zahlen nicht der Wahrheit entsprechen, leidet der Ruf der Partei. Sie macht sich unglaubwürdig.
Wenn später nachgewiesen werden kann, dass falsche Zahlen publiziert wurden und die Partei dann die Panne beschönigt, bagatellisiert, schweigt, nach faulen Ausreden sucht oder den Fehler auf einen Sündenbock abschiebt, so ist dies der der falsche Weg. Als Verantwortlicher einer Partei gilt es, sofort Farbe zu bekennen. Man darf die Schuld nicht auf einen Sündenbock abschieben.  Der Auftritt von Toni Brunner im 10 vor 10 spricht für sich. So unsicher hatte er noch nie gewirkt (Satzbrüche, Sprechfluss, äussert sich widersprüchlich, Blick usw.) Anstatt konkret zu antworten, erzählt er Banalitäten zur Finanzbeschaffung der Parteien. Brunner muss seine Behauptung, die SVP habe keine Zahlen genannt - zurechtbiegen.
Weshalb kein rasches MEA CULPA? (Wir haben einen Fehler gemacht!) Mit Verwischen, Ausweichen ist die Geschichte nicht vom Tisch - im Gegenteil: Alles wird nur noch schlimmer.

Gleichberechtigung in der Partnerschaft heisst MITEINANDER statt "Milchbüchlirechnung" in der Aufteilung der gemeinsamen Aufgaben.

Jeder soll das machen, was er am besten kann. Jede Ehe organisiert sich selbst und geht nicht vom feministischen Ansatz aus, dass alle Verpflichtungen von Mann und Frau konsequent halbiert werden müssen.

Ein lesenswerter Beitrag aus MAMA-BLOG im TAGI:

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Müssen alle wirklich das Gleiche tun, 
oder einfach nur gleich viel? 
Mann in Frauenkleidern am Staubsaugen.
(Illustration: Jamie Vesta)


Als wir kleine Kinder hatten, hatte ich die fixe Idee, dass man, also wir als Mann und Frau, alles teilt. Gleich viele Windeln wechseln, gleich viele zähe Nachtstunden mit einem weinenden Baby auf dem Arm durch die Wohnung tigern, gleich viel arbeiten gehen, Wäsche falten, Rechnungen bezahlen, auf Spielplatzbänken sitzen – und was immer es an gefühlten Millionen schönen und weniger schönen Dingen gibt, die eine Familie eben ausmachen.

Das hatte irgendwann zur Folge, dass wir, übermüdet und gleichberechtigungsbeflissen, wie wir waren – aus Überzeugung, wir sind ja modern – viele Stunden damit verbrachten, abzumachen, wer was wann tut. Und ich gebe zu: Vor allem ich war immer öfter im zackigen Buchhalter-Modus und habe wohl schon fast die abgewaschen Teller pro Kopf gezählt. Voll die kleinliche Milchbüchlirechung. Einen Teil kann man sicher als Charakterschwäche abbuchen. Der andere geht auf das Konto «unpassendes Modell gewählt».

Irgendwann wurde uns das zu blöd. Wir beschlossen, es mal anders zu versuchen und das so genannt egalitäre System zu kippen. Seit ein paar Jahren mache ich meine Familien-Jobs, mein Mann macht andere, jeder die, die ihm am besten liegen. Aber eben nicht dieselben, sondern einfach gleich viele. Darum habe ich beispielsweise keinen blassen Schimmer von unserer aktuellen Steuerrechnung, Lampen flicke ich keine mehr und Altglas trage ich auch nicht mehr zur Sammelstelle. Dafür bin ich zuständig dafür, dass es bei uns wohnlich ist, hab die Termine der Familie im Griff und habe ein Auge auf die Hausaufgaben. Logisch, helfen wir einander, wenn nötig. Aber wir müssen nicht mehr den ganzen Quark aushandeln.
Seit dieser Umstellung bin ich massiv weniger genervt, wenn ich am Morgen vor der Arbeit noch rasch das Bad putze und auf dem Heimweg einen Sack voll Essen anschleppe. Ich hab ja anderswo Pause und wir gemeinsam mehr Zeit und Energie für Interessanteres. Zudem haben die klaren Einteilungen auch unerwartet unterhaltsame Seiten. 


Wenn beispielsweise wieder so ein Telefonfuzzi anruft, um mir das neueste Angebot für noch besseres und schnelleres und billigeres Telefonieren anzudrehen, sage ich: «Oh, das tut mir leid, da verstehe ich gar nichts davon, wissen Sie, das macht alles mein Mann.» – «Und wann kommt der nach Hause?» (Jetzt Stimmlage noch um einen Tick verdoofen oder, je nach Stimmung, eine Prise Anklage und Jammer beimengen): «Siiiiie, dass weiss ich halt amigs auch nicht…» Aha und tschüss.



Vermutlich haben sich das die Vorkämpferinnen der Frauenrechte damals nicht ganz so vorgestellt. Für mich ist jedoch eine der möglichen logischen Weiterentwicklungen der Emanzipation, dass ich mich gemeinsam mit meinem Mann für unsere eigene Form des Familienlebens entscheiden kann, auch für eine altmodischere. Für diese Freiheit bin ich enorm dankbar. Und die wünsche ich allen. Frauen wie Männern.


Kommentar: Seit Jahren plädiere ich für  gemeinsam erarbeitete, selbstbestimmte Lösungen im Umgang mit Eheverpflichtungen.
Wer dem Partner ein Verhalten aufzwingen möchte, wird langfristig Schiffbruch erleiden.  Die Machoehe, aber auch eine Macha - ehe, sollten wir nach  Phasen  einseitier Gleichberechtigungsbemühungen überwunden haben.
Jede Ehe darf ihr Modell leben. Die Frau darf zu Hause bleiben und sich den Kindern widmen. Sie soll sich aber auch ausser Haus verwirklichen dürfen.