Dienstag, 5. Juni 2012

Was hilft gegen Prüfungsstress?


Stress blockiert bekanntlich das Denken.Es gibt eine Palette von brauchbaren Tools, um die die Prüfungsangst zu bewältigen.

Wie man Prüfungsversagen in den Griff bekommt

(Ich zitiere Tagi) 
Viele bringen unter Druck weniger Leistung, als sie eigentlich könnten. Hirnforscher ermittelten Strategien gegen die Blockade. Die Massnahmen sind simpel – und wirksam.
 
Wenn der Test zum Horrorerlebnis wird: Bei Prüfungsangst blockiert der empfundene Druck offenbar Teile des Arbeitsgedächtnisses.

Wenn der Test zum Horrorerlebnis wird: Bei Prüfungsangst blockiert der empfundene Druck offenbar Teile des Arbeitsgedächtnisses.
Bild: Keystone

Wir alle kennen sie, die Situationen, wenn es um alles geht oder zumindest sehr viel: bei Prüfungen in der Schule, der Universität oder der beruflichen Ausbildung. Im Sport. Bei einem Vorstellungsgespräch. Bei einer Präsentation vor Publikum. Beim entscheidenden Date. In derlei Drucksituationen kann das kommen, was man als Prüfungs- oder Versagensangst, bisweilen auch als Lampenfieber bezeichnet.


 Die Amerikaner nennen es schlicht «Choking» – das «Verkrampfen» und «Ersticken» des eigenen Könnens. Das Phänomen resultiert in einer Leistung, die nicht den eigentlichen Fähigkeiten entspricht. «Dies tritt dann auf, wenn Sie unter Druck stehen, alles richtig zu machen», sagt Sian Beilock von der University of Chicago. «Das kann den Besten passieren.» Die Psychologin ist eine der wenigen Wissenschaftler, die das Choking seit Jahren systematisch beleuchten und ihre Probanden in Studien immer wieder stressen. Ihre These: Vielfach lässt sich das Verkrampfen mit simplen Massnahmen bekämpfen, beispielsweise, indem man über die eigenen Ängste schreibt.


Das lästige Phänomen hat viele Formen, milde und schwere: Die einen müssen sich kurz vor dem eigentlichen Akt übergeben. Andere schlafen tagelang schlecht, werden panisch oder depressiv, magern ab. Wieder andere bleiben etwa auch während einer Prüfung cool, bis sie plötzlich einen entscheidenden Aussetzer haben. Oberflächlich betrachtet verlieren die Leute nur die Nerven. Bei genauem Hinsehen verbergen sich hinter dem Choking psychologische und neuronale Mechanismen, die zunehmend bekannt werden. Bei der «klassischen» Prüfungsangst beispielsweise blockiert der empfundene Druck nach Auffassung von Forschern Teile des Arbeitsgedächtnisses, das dann die eigene Leistung sabotiert.


Intelligente stärker betroffen


Beilock umschreibt das Arbeitsgedächtnis als die mentalen Pferdestärken des Gehirns. Dieses neuronale Netzwerk stellt sicher, dass wir uns vor allem auf die Dinge konzentrieren, die für die Lösung einer aktuellen Aufgabe oder eines Problems nötig sind. Ob das nun eine Rechenaufgabe ist oder das Verkaufsgespräch mit einem Kunden. Intelligente Menschen verfügen im Arbeitsgedächtnis über grössere Kapazitäten als weniger begnadete Zeitgenossen. Unter Druck zeigen sie allerdings ähnlich hohe Stresswerte wie andere Menschen. Erstaunlicherweise leide die Performance der intelligenteren aber am meisten, wenn in den Experimenten der Druck erhöht werde, sagt Beilock. Der Grund: Sie sind an komplexes Denken gewöhnt und weichen unter Druck oft nicht auf einfache Denkstrategien aus, die das Arbeitsgedächtnis entlasten.


In einer ihrer neuesten Studien hat Beilocks Team eine Schar Probanden Matheaufgaben lösen lassen und zunehmend unter Druck gesetzt. Mussten die Teilnehmer schwere Aufgaben lösen, fiel ihre Leistung mit steigendem Druck durchschnittlich um zehn Prozent. Bei den Experimenten lagen die Probanden in einem Hirnscanner, der die Aktivität in ihren Denkorganen verfolgte. Die Forscher fanden ein regelrechtes Netzwerk von Hirnarealen, deren Aktivität mit mehr oder weniger Choking verbunden ist – und konnten anhand der Aktivität voraussagen, welche Probanden höchstwahrscheinlich verkrampfen würden und welche nicht. Die Versagensängste besetzen offenbar einen Teil des Arbeitsgedächtnisses, wodurch für die anstehenden Aufgaben nur noch begrenzte kognitive Pferdestärken bereitstehen. Der Zwischenspeicher ist buchstäblich überlastet.


Einschlägige Signale


Wenn die Versagensängste kommen, reagiert der Körper mit einschlägigen Signalen: Man schwitzt, der Puls beschleunigt sich, Stresshormone wie Kortisol werden ausgeschüttet. In einer anderen Studie zeigte sich:


 Es ist entscheidend, «wie wir diese körperlichen Reaktionen interpretieren», erklärt Sian Beilock. Deutet sie beispielsweise ein Schüler als Zeichen seiner Angst, steigt das individuelle Risiko, Versagensangst zu entwickeln. Vor allem, wenn die Menschen schon von vornherein etwa vor Mathematik Respekt haben – wie viele Mädchen und Frauen. Andere hingegen deuten die körperlichen Reaktionen als Motivationsschub. Sie sehen sie positiv und sagen sich: «Ich bin bereit!» Die Perspektive beeinflusst erheblich Erfolg oder Versagen.


Beilock empfiehlt den Chokern deshalb, bewusst mit sich selbst zu sprechen. Sich daran zu erinnern, dass schwitzende Hände und ein rasendes Herz alle möglichen tollen Erlebnisse begleiten – etwa ein Spiel zu gewinnen, Achterbahn zu fahren, Sex und so weiter. Oder bewusst an Situationen zu denken, die sie erfolgreich bewältigt haben. Eine weitere Methode haben die Forscher aus Chicago sogar jüngst im Wissenschaftsmagazin «Science» vorgestellt. Demnach lassen sich Versagensängste buchstäblich wegschreiben.


Schreiben hilft


Sian Beilock und ihr Kollege Gerardo Ramirez haben die Methode in vier Studien getestet – nicht nur im Labor, sondern auch im «wahren» Leben mit Neuntklässlern vor einer wichtigen Biologieprüfung. Schon sechs Wochen zuvor gaben die Kinder erstmals Auskunft darüber, ob Prüfungsangst aufkommt. Kurz vor der Prüfung erhielten sie die Anweisung, entweder über ihre Gefühle zu schreiben oder über Dinge nachzudenken, die nichts mit Biologie zu tun haben, oder gar nichts zu schreiben. Das Resultat: Wer über seine Bedenken schrieb, «überwand die Prüfungsängste und rief sein ganzes Potenzial ab», fasst die US-Wissenschaftlerin zusammen. Selbst die Ängstlichsten von allen.
Offenbar entladen die Leute mit dieser Strategie das von ihren Ängsten überlastete Arbeitsgedächtnis. Denn wer nicht schriftlich über sich und seine Emotionen reflektierte, bekam im Schnitt schlechtere Noten. In einem weiteren Experiment belegten die beiden Forscher: Nicht das Schreiben an sich, sondern die Reflexion über ihre Gefühle und Gedanken hilft den Probanden.


  Beilock glaubt, dass die Methode in unterschiedlichen Drucksituationen genutzt werden kann – und obendrein einfach anzuwenden ist.
Allerdings nicht in Fällen von Choking vor einem Publikum, etwa bei Vorträgen oder im Sport. Hier kann der Stress dazu führen, dass Leute ihrer Präsentation zu viel Aufmerksamkeit schenken. In Studien mit mehreren Hundert Probanden haben die Chicagoer Forscher ermittelt:


 In derlei Situationen sollte man das Verkrampfen bekämpfen, indem man sich ablenkt, bevor es losgeht, um überhaupt nicht ins Nachdenken zu kommen. Zum Beispiel ein Lied singen oder in Dreierschritten rückwärts zählen. Vor allem gute Sportler, glaubt Beilock, könnten so verhindern, vor Publikum zu verkrampfen.

(Ende Zitat)

Kommentar: Analog der Beantwortung des Stresses und des Lampenfiebers kann mental sehr viele gemacht werden.
Wir müssen die Phänomene der Blockade erkennen und lernen, die negative Spannung in eine positive Kraft um zu wandeln.
LINKS:

Jederman erlebt Stress. Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben ...
www.rhetorik.ch/Stress/Stress.html
12. Okt. 2010 ... Lampenfieber ist ein Phänomen, das einen Redner, Schauspieler oder Musiker vor einem Auftritt befallen kann. Der Hypothalamus, die ...
www.rhetorik.ch/Lampenfieber/Lampenfieber.html
Selbst Profis mit langjähriger Erfahrung kämpfen gegen das Lampenfieber vor Auftritten ... Es gibt bewährte Techniken, die das Lampenfieber reduzieren helfen .
www.rhetorik.ch/Redeangst/Redeangst.html
Vergleichen Sie auch die Artikel Lampenfieber , Stress oder Redeangst . Bei einer Prüfung sind alle nervös. Wenn es ernst gilt, wenn es um wichtige Entscheide ...
www.rhetorik.ch/Pruefungsangst/Pruefungsangst.html




3. Okt. 2003 ... Schreiben Sie schnell und flüssig, so wie es Ihre Hand zulässt. Der Gedankenfluss darf während des Schreibens nicht unterbrochen werden.
www.rhetorik.ch/Gedankenschreiben/Gedankenschreiben.html
16. Aug. 2006 ... Sie müssen sich bewusst werden, dass Eustress zu jeder Verlautbarung gehört; Allein schon das Wissen, dass Lampenfieber normal ist, ...
www.rhetorik.ch/Schwellenangst/Schwellenangst.html

Montag, 4. Juni 2012

Zweischneidig


Einerseits ist es richtig, dass Verstösse gegen das Antirassismusgesetz geahndet  und nicht geduldet werden sollten. Anderseits wird mit dem Strafverfahren das Bild zusätzlich in den Köpfen verankert, weil es  nochmals abgebildet wird. Bilder wirken bekanntlich stärker als Worte.  Deshalb lohnt es sich immer, gut zu überlegen,  ob fragwürdige Bilder nicht bewusst ignoriert werden sollten. Wir sehen dies beim umstrittenen Roma - Cover der Weltwoche. In folgendem Beitrag  (Tagesanzeiger- online) wird das Bild nochmals abgebildet:





Bild des Anstosses: Das Roma-Cover der «Weltwoche».


(Ich zitiere.)

Das Titelbild des Roma-Jungen mit gezückter Pistole hat für die Weltwoche ein juristisches Nachspiel: Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, hat die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen das Blatt eröffnet. Das bestätigt Sprecherin Corinne Bouvard: «Wir ermitteln wegen Verstosses gegen die Rassismusstrafnorm.»
Damit reagiert die Zürcher Justiz auf mehrere Anzeigen, die kurz nach der Veröffentlichung der umstrittenen Weltwoche-Ausgabe Anfang April bei den Polizeien in Zürich und Basel-Land eingegangen waren.
Philip Gut, stellvertretender Chefredaktor bei der Weltwoche, zeigt sich überrascht vom Strafverfahren. «Wir haben letzte Woche davon erfahren», sagt er. Der Vorwurf des Rassismus gegen die Titelgeschichte der Weltwoche sei in aller Entschiedenheit zurückzuweisen. «Das Cover-Bild symbolisiert präzis den Kern des Missstands, nämlich dass Roma-Banden bereits Kinder und Jugendliche zu kriminellen Zwecken missbrauchen.»


Kommentar: Provokative Bilder werden mitunter bewusst eingesetzt, in der Hoffnung, die Provokation führe zu einen Medienwirbel.
Denn Klagen, Proteste und Klagen lohnen sich in der Regel für den Provokateur. So wie früher der Index von fragwürdiger Literatur (katholische Kirche) den Absatz der "verbotener Bücher" gefördert statt reduziert hatte und Proteste bei beanstandeten Bühnenstücken oder Filmen eigentlich meist zu einer  Gratis PR- Aktion für die Autoren geführt haben, müssten heute Kritiker erkennen, dass Klagen meist kontraproduktiv sind. Das juristische Nachspiel beim Roma - Titelbild bietet auch in diesem Fall der Weltwoche eine erneute Plattform, den angeblichen Missstand der Roma-Banden zu wiederholen:

Das Cover wird zusätzlich abgebildet (gratis!) und der Provokateur kann nicht nur das Bild, er kann auch seine Kernbotschaft  nochmals platzieren. In diesem Fall: Kinder der Roma-Banden würden zu kriminellen Zwecken missbraucht. 
Erkenntnis: Provokateure schätzen negative Echos und Klagen.  Anderseits ärgert sie nichts mehr, als wenn die Provokation ignoriert wird und  dadurch ins Leere läuft.


Sonntag, 3. Juni 2012

Brüll-Rhetorik


Lafo nützte das Brüllen nicht viel. 
Die deutschen LINKEN wählten eine neue Doppelspitze.

Ich zitiere BILD:


Letzter großer Auftritt beim Linke-Parteitag Gut gebrüllt, Lafo!

Neue Doppelspitze gewählt: Katja Kipping und Bernd Riexinger +++ Klatsche für Dietmar Bartsch +++ Sahra Wagenknecht nicht angetreten

Oskar Lafontaine hält keine Rede, er brüllt eine Rede und ruft die jubelnden Delegierten zu Zusammenhalt auf
Oskar Lafontaine hält keine Rede, er brüllt eine Rede und ruft die jubelnden Delegierten zu Zusammenhalt auf
Beim vermutlich letzten großen Auftritt bei einem Bundesparteitag hat sich Oskar Lafontaine seine Partei noch mal so richtig zur Brust genommen.


Mit hochrotem Kopf brüllte er sich durch 21 Minuten, rief zu Zusammenhalt auf, griff die SPD an, kritisierte die Medien.

Lafo in Höchstform, die 550 Delegierten tobten und viele fragten sich: Hat er da für seine Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht gebrüllt? Soll sie statt seiner Parteichefin werden?


Am Abend stand fest: Wagenknecht tritt NICHT an.


NEUE DOPPELSPITZE


Dann ging es schneller als erwartet: Erst setzte sich die bisherige Linke-Vize-Vorsitzende Katja Kipping als Parteichefin durch.


Sie kassierte in einer Kampfabstimmung gegen die Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn 67 Prozent der Stimmen.
Frisch gebackene Linke-Chefin: Katja Kipping (34)
Frisch gebackene Linke-Chefin: Katja Kipping (34)
Foto: dapd
Der zum fundamentalistischen Flügel zählende Bernd Riexinger aus Baden-Württemberg gewann die zweite Runde. Der Stuttgarter Landeschef erhielt 297 von 555 gültigen Stimmen. Er habe die Vision einer sozialistischen Gesellschaft, erklärte er in seiner Bewerbungsrede. „Wir müssen uns auf unsere Ziele besinnen.”


Eine böse Klatsche für den ostdeutschen Reformer Dietmar Bartsch, der gegen Riexinger angetreten war. Und doch noch ein Triumph für Lafo: Riexinger gilt als sein Ersatzmann.


Mit Schwung ins neue Amt. Bernd Riexinger führt künftig mit Katja Kipping die Links-Partei
Mit Schwung ins neue Amt. Bernd Riexinger führt künftig mit Katja Kipping die Links-Partei
Foto: dapd
WARTEN AUF WAGENKNECHT


Sie ließ die Bombe erst um 21.22 Uhr platzen: Per Sonderbeschluss erhielt Sahra Wagenknecht eine Minute Redezeit und gab bekannt, sie werde nun doch nicht für den Parteivorsitz kandidieren.


Die 42-jährige: „Ich trete nicht an und will euch persönlich erklären, warum es nicht tue: Ich möchte nicht die Polarisierung auf die Spitze treiben, weil ich finde, dass das unserer Partei nicht gut tut."
Dabei wurde Wagenknecht bis zur allerletzten Sekunde bekniet und angefleht, anzutreten.
In einer Kungel-Runde am Rande des Parteitags ab 20.47 Uhr, als das Ergebnis des ersten Wahlgangs für den weiblichen Pflicht-Part an der Parteispitze noch nicht bekannt war, soll sie „bearbeitet“ worden sein: Oskar Lafontaine, Ex-Parteichef Klaus Ernst und der Kandidat für die gemischte Wahlrunde, Bernd Riexinger, redeten auf sie ein.
Um 21.02 Uhr war klar: Katja Kipping hat das Rennen als Parteichefin gemacht. Dann schmiss die schöne Sahra das Handtuch.
Parteitagsgerücht: Hier sollen Oskar Lafontaine, Klaus Ernst und Kandidat Bernd Riexinger versucht haben, Sahra Wagenknecht zur Kandidatur zu überreden.
Parteitagsgerücht: Hier sollen Oskar Lafontaine, der bisherige Parteichef Klaus Ernst und Kandidat Bernd Riexinger versucht haben, Sahra Wagenknecht zur Kandidatur zu überreden
Foto: dpa
AUFTRITT LAFO


Sein Vortrag: Eine Feuersalve nach der nächsten, immer wieder unterbrochen von donnerndem Applaus, Jubel, begeistertem Fuß-Getrampel. 


Seine Botschaft: Schluss mit dem bekloppten Gerede einer Spaltung. Und eine Rundum-Schelte für die Medien, die mit ihren Berichten von Reformen aus dem Osten, die gegen die Beton-Linken im westlichen Lafo-Lager anrennen, alles schlimmer machen, als es ist.
Er vereint die feindlichen Lager – zumindest für die 21 Minuten seiner Redezeit.
Oskar Lafontaine
Er gibt alles: Oskar Lafontaine hält seine Rede auf dem Linke-Parteitag in Göttingen
Foto: dapd
„Wir haben kein Recht diese Linke Partei zu verspielen", wettert Lafontaine, schon nach ein paar Minuten mit hochrotem Kopf und völlig auf der Zinne.


Befindlichkeiten Einzelner? „Das ist doch kein Grund, ein politisches Projekt in Frage zu stellen!"
Wie zuvor Fraktionschef Gregor Gysi pocht der Ex-Parteiboss auf einstige Erfolge und betont: „Es gibt keinen Grund, das nicht wieder zu versuchen!"
Er spricht von Hass in seiner Truppe: Fraktionschef Gregor Gysi
Er spricht von Hass in seiner Truppe: Fraktionschef Gregor Gysi
Foto: Getty Images
Gysi hatte allerdings in seinem Auftritt vor Lafontaine von Hass in der Fraktion gesprochen, von einer möglichen Spaltung. Seit Jahren habe er versucht, die unterschiedlichen Teile zusammenzuführen. „Dabei kann man zermalmt werden.” Das sei er leid.


Der Bruch der Männerfreundschaft, er wird in den beiden Reden deutlich. Gysi hatte Lafontaine die Unterstützung für eine Spitzenkandidatur entzogen.


Lafontaine sagt dann: Streit in der Sache – ja, aber persönlicher Zank – nein, tragt den gefälligst im Inneren aus, denn das kommt beim Wähler nicht gut an.


Dann ätzt Lafontaine gegen die Sozialdemokraten, ein schon „traditionell" schwieriges Verhältnis – damit gibt es indirekt seinem Widersacher Dietmar Bartsch eins mit, der für eine Öffnung der Linken Richtung SPD steht.
Die über 550 Delegierten danken es dem Saarländer mit dem Riesen-Ego, der in der Bundespolitik keine Führungsrolle mehr übernehmen will, mit frenetischen Beifall.


Kommentar: Wenn Argumente ausgehen, wird leider immer wieder vergeblich versucht, das Defizit mit Lautstärke zu kompensieren. Brüllrhetorik überzeugt nie.


LINKS:


2. Juli 2004 ... Überzeugen können, das ist eine hohe Kunst. Trotz langer Vorbereitung kommen die Beiträge beim Gegenüber nicht an. Grund: Die ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Argumente.html
24. März 2007 ... Wer ganz Unrecht hat, ist leichter zu überzeugen als einer, der zur Hälfte Recht hat. -- Ralph Waldo Emerson Der Glaube kann uns niemals ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html
Gespräche haben ihre eigene Dynamik. Nur wer sich vorbereitet, zuhört und reflektiert hat die Möglichkeit, auch mit Antworten die Gesprächsführung zu ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html
6. Juli 2007 ... Ueberzeugen. ... Aktuell Artikel · Artikel Inhaltsverzeichnis, Suche in Rhetorik.ch: 7 Regeln zum besseren Überzeugen. I Sorgfältig Planen ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Regeln.html
7. Apr. 2009 ... Der folgende Artikel von Fabrice Müller enthält ein Interview mit Marcus Knill und erscheint am 24. April in der Zeitschrift "Organisator".
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/04_07/index.html

Samstag, 2. Juni 2012

Wie der dreifache Welttorhüter Oliver Kahn die Verkrampftheit vor Mikrofon und Kamera besiegen lernte


Es gehört zu meinen  Standardaufgaben, Persönlichkeiten innert kurzer Zeit für Radio- und Fernsehauftritte fit zu machen. Das heisst so weit zu bringen, dass sie trotz des Stresses natürlich und locker - so  reden, als gehe es um ein persönliches Gespräch am Esstisch. 

Jeder Profi-Coach sucht nach Mitteln und Wegen, damit der Coaché sehr schnell lernt, locker und dennoch konzentriert vor Mikrofon und Kamera überzeugend zu reden.




Oliver Kahn - Adidas Golden Ball Trophy-2010 FIFA World Cup


In einem Interview im TELE verrät Oliver Kahn, wie er die Verkrampftheit verloren hatte, um nun locker als Experte bei Reportagen mit zu wirken. Ich zitiere:


"Es hat mich selber genervt, dass ich so angestrengt wirkte. "Sei lockerer!", sagte ich mir. Aber ich habe gesehen: Das ist nicht so leicht umzusetzen. Lockerheit kommt von innen. Der Druck der Karriere musste erst abfallen. Ich bin froh, dass alles vorbei ist. Und ich werde immer ruhiger. Das gefällt mir."


Kommentar: Oliver Kahn bestätigt, dass unser Ansatz richtig ist: Wir machen keine Kosmetik. Wir arbeiten an der EINSTELLUNG der Coachés und nutzen die Kraft der Bilder. Wenn Sie die Palette der wichtigsten Erkenntnisse erwerben wollen, wenden Sie sich an K+K. Wir helfen Ihnen gerne weiter.


LINKS:


Und dazu kommt die Aussenwelt, die von uns Lockerheit verlangt. ... Selbst wenn der Prüfling nach aussen - so gut es geht - Lockerheit markiert; er fühlt sich ...
www.rhetorik.ch/Pruefungsangst/Pruefungsangst.html
1. Juli 2006... Training bringt Ihnen diese Balance zwischen Präsenz, d.h. 100 prozentige Konzentration und Zuhören, sowie der notwendigen Lockerheit.
www.rhetorik.ch/Alltagsrhetorik/Alltagsrhetorik.html

Freitag, 1. Juni 2012

Blochers Immunität teilweise aufgehoben


 20 Min:


Blocher muss sich Verfahren stellen

Die ständerätliche Rechtskommission hat entschieden, dass Blocher im Fall Hildebrand für ein Treffen Anfang Dezember keine Immunität geniesst. Ein zweiter Entscheid dürfte ähnlich ausfallen.

storybildZumindest für ein Treffen im Fall Hildebrand muss sich Nationalrat Christoph Blocher einer Strafuntersuchung stellen. (Bild: Keystone)

Die Karten stehen im Fall Hildebrand schlecht für Christoph Blocher. Der SVP-Nationalrat muss sich einem Strafverfahren der Zürcher Staatsanwaltschaft stellen - zumindest was ein Treffen am 3. Dezember betrifft. Weil dieses vor der Vereidigung als Nationalrat am 5. Dezember stattgefunden habe, geniesse Blocher noch keine Immunität. Dies hat die ständerätliche Rechtskommission am Donnerstag mit 11 zu 2 Stimmen entschieden - gleich wie die nationalrätliche Kommission. Der Entscheid ist damit definitiv.









Es ist nämlich durchaus möglich, dass die Staatsanwälte bei der Untersuchung der beschlagnahmten Unterlagen, Computer und Handydaten auf kompromittierende Informationen stossen, die nichts mit dem Fall Hildebrand zu tun haben. Der Gedanke, dass all die privaten Daten gesichtet würden, sei unangenehm, sagte Blocher gestern.
Er agiert gerne im Verborgenen
Theoretisch könnte sogar ein anderes strafbares Delikt ans Licht kommen. Sollte die Staatsanwaltschaft derartige Hinweise finden, könnte sie diese laut Strafrechtsprofessor und SP-Nationalrat Daniel Jositsch verwenden. Dieser Fall ist aber eher unwahrscheinlich und sei Christoph Blocher hier ausdrücklich nicht unterstellt.
Die Ermittler dürften eher auf andere brisante Fakten stossen, die strafrechtlich nicht relevant sind – etwa auf Hinweise zur Finanzierung der SVP, Informationen zu Blochers Wirken als Bundesrat, Hintergründe zur «Basler Zeitung» und «Weltwoche» oder andere blochersche Geheimnisse. Dies würde nicht überraschen, da Blocher gerne im Verborgenen agiert, wie sich unter anderem beim Kauf der «Basler Zeitung» zeigte.


«Wir wissen ja, wie die Staatsanwälte denken und im Pub reden»


Auch im Wahlkampf 2007 spielte er eine lange unbekannte Rolle. In diesem März veröffentlichte die «NZZ am Sonntag» Informationen, wonach SVP-Wahlkampfleiter Toni Brunner selbst für den Kauf eines Beamers bei Blocher – damals Bundesrat – einen Antrag hatte stellen müssen. Zudem sollen über Blochers Privatanwalt sechsstellige Beträge in bar geflossen sein. Die SVP vermutet, dass diese Daten über einen entsorgten Computer der stellvertretenden Generalsekretärin an die «NZZ am Sonntag» gelangt sind.
Und was findet die Staatsanwaltschaft wohl auf dem Computer der Familie Blocher? Und vor allem: Wird sie es für sich behalten? SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zweifelt: «Wir wissen ja, wie die Staatsanwälte denken und im Pub reden.» Überdies habe das Fernsehen vorab von der Hausdurchsuchung bei Blocher erfahren. Dieser habe daher allen Grund, an der Diskretion der Staatsanwälte zu zweifeln. Anders schätzt Daniel Jositsch die Lage ein: «Im Gegensatz zur Hausdurchsuchung sind an der Sichtung der Daten derart wenige Personen beteiligt, dass ein Leck sehr unwahrscheinlich ist.»
Computer schreddern lassen
Da Blocher bereits im Januar als Auskunftsperson einvernommen und am Tag vor der Hausdurchsuchung über das Verfahren gegen ihn informiert wurde, hätte er allfällig belastendes Material auch verschwinden lassen können. Die Erfahrung zeigt aber, dass fast alle Verdächtigen nicht wissen, dass einmal gelöschte Computerdaten wiederherstellbar sind. Und Blocher ist alles andere als ein Computerspezialist. Er hat als Bundesrat nie ein solches Gerät benutzt und besitzt auch heute keinen eigenen Computer. Beschlagnahmt wurde jener seiner Frau sowie offenbar auch jener des Sekretariats. Die Staatsanwaltschaft wollte gestern dazu keine Angaben machen.
Sicher ist, dass Christoph Blocher inzwischen sensibilisiert ist. Im April sagte er dem «Magazin», er habe seine Kinder angewiesen, alte Firmencomputer schreddern zu lassen, damit Geheimes geheim bleibe.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Müssen die Lehrer auch zu Heilpädagogen ausgebildet werden?



Wenn die Zürcher Erziehungsdirektorin die Zahl der vielen Lehrer pro Klasse senken will, so ist dies sicherlich ein gutes Ziel. In der Volksschule gibt es nämlich heute pro Klasse viel zu viele Bezugspersonen.
Mit einer heilpädagogischen Zusatzausbildung der Lehrer erhofft sich nun Regierungsrätin Aeppli eine Reduktion von Lehrkräften pro Klasse.

Es gibt jedoch  einen vernünftigeren Weg, die Zahl der Bezugspersonen zu senken, als den Klassenlehrern auch noch die Arbeit der Heilpädagogen aufzubürden. Wir müssten nur den Mut haben, die aufgelösten Sonderklassen wieder einführen. Dies hätte den grossen Vorteil, dass benachteiligte Kinder besonders gefördert würden und die Regelklasse wieder unter normalen Bedingungen arbeiten könnte. Die enorme Belastung der Klassenlehrer durch Kinder der ehemaligen Kleinklassen ist  unbestritten. Es darf nicht sein, dass die Beziehungslosigkeit in den Schulklassen zur Norm  wird.
Die Schulklassen wurden nachweisbar heterogener. Da sitzt ein hochbegabtes Kind neben einem Zappelphilipp. Ein sensibles Mädchen neben einem Einwandererkind. Dann gibt es zahlreiche Schüler, die kein Wort Deutsch können. Von jenen Kindern gar nicht zu reden, die den Unterrichts ständig  stören und deren Verhalten laufend zu wünschen übrig lässt. Die  Auflösung der Sonderklassen war vor Jahren gut gemeint. Heute ist es für einen Lehrer kaum mehr möglich, sich konzentriert der Vermittlung des Unterrichtsstoffes zu widmen.
Wollen wir einen Kollaps in der Volksschule riskieren? Nicht alle Eltern können es Regierungsrätin Aeppli gleich tun und ihr Kind in eine Privatschule schicken. Regine Aeppli müsste eigentlich so viel Führungserfahrung gesammelt haben, dass sie weiss, dass man jedes System auch ver-schlimm-bessern kann und oft ein Schritt zurück ein lohnender Schritt in die Zukunft ist, der zu einer Verbesserung führt.

Aeppli will alle Zürcher Primarlehrer zu Heilpädagogen machen

Aus TAGI
Die Bildungsdirektorin macht heiklen Vorschlag, um die Zahl der Lehrer pro Schulklasse zu reduzieren.
Soll die Zahl der Lehrer in den Schulzimmern reduzieren: Eine verlängerte Ausbildung zum Heilpädagogen.
Soll die Zahl der Lehrer in den Schulzimmern reduzieren: Eine verlängerte Ausbildung zum Heilpädagogen.
Bild: Felix Schaad, Tages-Anzeiger

Im Kanton Zürich werden schwierige Kinder seit einigen Jahren in die Normalklassen integriert. Das hat die Hektik und die Unruhe in den Klassen vergrössert. Teilweise sind neben den Hauptlehrern gegen zehn Speziallehrer und Therapeuten in den Klassen tätig.
Jetzt macht Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) im Interview mit dem TA einen neuen Vorschlag, um die Zahl der Lehrpersonen in den Schulzimmern zu reduzieren. Alle Primarlehrer sollen in Zukunft zu Heilpädagogen ausgebildet werden und dann deren Aufgaben in den Klassen übernehmen: die Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Für das Primarlehrerdiplom genügte dann nicht mehr ein Bachelor (6 Semester). Nötig wäre ein Master, was die Ausbildung um mindestens anderthalb Jahre verlängern würde.

Lehrer sind nicht begeistert

Bei der Lehrerschaft wird der Vorschlag skeptisch aufgenommen. Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Schweizerischen Lehrerverbands, begrüsst zwar, wenn die Primarlehrer künftig einen Heilpädagogik-Master machen müssten. Die heutige Ausbildung sei das absolute Minimum, aber: «Superlehrer erhält man so keine», sagt Zemp. Der Heilpädagoge sei in den Schulklassen nicht in jedem Fall ersetzbar. Manchmal sei es nötig, dass er physisch anwesend sei, um einen geordneten Unterricht zu garantieren.
Ähnlich denkt die Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes ZLV, Lilo Lätzsch. Sie gibt auch zu bedenken, dass nicht jeder Primarlehrer noch Heilpädagoge sein möchte. Es gebe viele, die die Klassenarbeit als ihre Hauptaufgabe ansähen. Auch für Lätzsch ist es zwingend, dass während mindestens 50 Prozent der Unterrichtszeit zwei Lehrpersonen anwesend sind.
(Ende Zitat)

Kommentar: Die Lehrerausbildung dürfte nicht noch zusätzlich verlängert werden. Unsere Kinder brauchen wenige  Bezugspersonen, die das Vertrauensverhältnis aufbauen können. Den Lehrern noch mehr aufzubürden, ist der falsche Weg. Entlasten wir die Klassen von Schülern, die besser und individueller in Kleinklassen gefördert werden können. Deshalb: Führen wir wieder die bewährten Sonderklassen ein, bei denen sich  die Kinder mit Defiziten dank geschulter Heilpädagogen individuell fördern lassen und die Regelklassen wesentlich entlastet werden. Beide, Begabte und Behinderte haben das Anrecht, gefördert zu werden. Beim heutigen System werden die guten Schüler schlechter und die Behinderten nicht besser.

Mittwoch, 30. Mai 2012

 
Steinbrücks Analogie mit der Mohrrübe


«Die goldene Mohrrübe, die dem Esel vorgehalten wird»




Wenige Tage vor der nächsten Beratungsrunde zum Steuerabkommen mit der Schweiz heizt Peer Steinbrück die Stimmung nochmals an: Das Abkommen begünstige Steuerbetrüger und enthalte Defizite. Mehr..
(Quelle Tagi)





Nach dem bildhaften Angriff auf die Schweiz mit der Kavallerie holt nun Steinbrück attackiert er mit einem neuen Vergleich das jüngste Steuerabkommen an. Prognose: Mit dieser jüngsten Analogie folgt sicherlich wieder ein Medienwirbel. Das Schweizervolk reagierte immer sauer auf solche Belehrungen aus Deutschland.