Kälteste Nacht in diesem Winter
Sonntag, 15. Januar 2012
Dieser Beitrag aus Polit Blog ist lesenswert
Christian Brönnimann schreibt am Freitag 13. Januar 2012
Wie Hildebrand log, ohne zu lügen
«Ich habe in dieser Geschichte nie gelogen. Ich bin mit mir im Reinen», sagte Philipp Hildebrand am Montag, als er der Öffentlichkeit seinen Rücktritt erklärte. Wie kann der abgetretene Nationalbankpräsident nach all dem, was über die Affäre rund um seine privaten Devisengeschäfte bekannt ist, eine solche Aussage machen, ohne rot zu werden im Gesicht? Die Antwort ist ganz einfach: Aus seiner Perspektive hat er sich tatsächlich an die Wahrheit gehalten – wenn auch objektiv betrachtet nicht an die ganze.Hildebrand beteuerte sowohl bei seinem Auftritt letzte Woche als auch am Montag, dass seine Frau «die Devisentransaktion am 15. August ohne mein Wissen veranlasst hat». Für diesen Fakt gebe er sein «Ehrenwort». So gut sie tönt, so leer ist die Aussage. Dass er am Tag X nicht über das konkrete Geschäft im Bild war, mag formal gesehen korrekt sein, ist aber irrelevant. Denn Hildebrand hat seiner Frau das Einverständnis gegeben, über sein Konto Devisengeschäfte abzuwickeln. Das ist sein grundsätzlicher Fehler. Da das Dokument, das dies beweist, erst nach seinem Auftritt am Dienstag im Internet abrufbar war, entging Hildebrand aber kritischen Fragen zu diesem für ihn unerfreulichen Teil der Wahrheit.
Indirekt zu lügen ist bei den Mächtigen und Wichtigen ein bekanntes Muster. Unvergessen ist etwa Bill Clintons Ausflucht nach seiner Affäre mit Monica Lewinsky.
«Ich habe in dieser Geschichte nie gelogen. Ich bin mit mir im Reinen»: Philipp Hildebrand, 15. Dezember 2011. (Bild: Keystone)
– eine elegante Möglichkeit, einen inneren Gewissenskonflikt zu umgehen. Dabei ist auffällig: Schon letzte Woche nahm er den weiteren Verlauf der Geschichte vorweg, vielleicht um sein Gewissen weiter zu entlasten. Im Rückblick fast etwas entlarvend sagte er bei seinem ersten Auftritt am Donnerstag: «Ob wir wirklich alles kennen, heute, ist schwierig zu betrachten. Aber seit zwei Tagen haben wir das Puzzle doch zu grossen Teilen komplettieren können.» Zu diesem Zeitpunkt wusste Hildebrand genau, welches Puzzlestück noch fehlte, um ihn zu Fall zu bringen.
Indirekt zu lügen ist bei den Mächtigen und Wichtigen ein bekanntes Muster. Unvergessen ist etwa Bill Clintons Ausflucht nach seiner Affäre mit Monica Lewinsky: Er habe keinen Sex mit ihr gehabt, behauptete er – weil Oralsex in seiner Realität kein richtiger Sex ist.
Genauso kann Christoph Blocher darauf beharren, keine «Bankunterlagen» von Hildebrand zu besitzen, wenn er in Tat und Wahrheit fotografierte Bildschirmausschnitte erhalten hat.
Dahinter steckt ein durch und durch menschlicher Wesenszug.
Auch ein Kind verschweigt, im Dorfladen Schokolade geklaut zu haben,
wenn seine Eltern nur danach fragen, ob es Bonbons eingesteckt hat. Die
Affäre Hildebrand zeigt einmal mehr: Die Mächtigen sind immer dann am
nahbarsten, wenn sie in der Defensive sind.
LINKS:
Nicht jeder ist zur Lüge geboren. Wer grosse Angst hat, erwischt zu werden, sollte es bleiben lassen. Lügen klappt nur mit Leichtigkeit und Souveränität.
www.rhetorik.ch/Wahrheit/Luege.html
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wird unablässig gelogen. Bei all den vielen Lügen hat kaum jemand ein schlechtes Gewissen. Viele Händler täuschen Interesse oder Desinteresse vor.
www.rhetorik.ch/Wahrheit/Wahrheit1.html
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erschien mit verschiedenen Babies auf Illustrierten, zum Teil vor der
Geburt des Kindes. Quelle: Teil der Wanderausstellung "X für U -
Bilder, die lügen" ...
www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
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27. Jan. 2011 ... Januar 2011 beschäftigte sich DRS 1 im Treffpunkt mit dem Schwerpunktthema " Lügen". Die Sendung wurde mit folgendem Text angekündigt: ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_27/index.html
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20. Febr. 2003 ...
Marcus Knill, wann haben Sie zum letzten Mal gelogen? MARKUS KNILL:
Heute Morgen. Wie gehts, hat mich ein Bekannter gefragt. Es geht ...
www.rhetorik.ch/Wahrheit/Fantasie.html
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Notiert von
marcus knill
um
09:18
Samstag, 14. Januar 2012
Im jurassischen Vendlincourt ist derzeit ein spektakuläres Naturschauspiel zu beobachten. Allabendlich versammeln sich zahllose Bergfinken und führen ihre Flugmanöver durch.
Bergfinken verdunkeln den Himmel über dem Jura.
Kommunikation und Vögel (LINKS)
10. März 2002 ... Die Mitglieder eines Teams stehen füreinander ein! Zumindest dann, wenn sie so viel Verstand haben wie die Wildgänse.
www.rhetorik.ch/Appreciative/Appreciative.html
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19. Mai 2011 ... Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Krabbenprinzip · Teams können von Wildgänsen lernen. Das Buch "Das Mövenprinzip" von Tavis Bradberry ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/05_19/index.html
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Notiert von
marcus knill
um
06:05
Freitag, 13. Januar 2012
Heute war der erste Freitag der 13. in diesem Jahr.
Für mich war heute ein Glückstag: Gute Gespräche, gutes Essen, spannende Aufträge, schönes Wetter.
Notiert von
marcus knill
um
20:30
Wulff und kein Ende?
Wulff kann nicht entlassen werden - Er will die Krise aussitzen - Machtmensch Merkel stützt ihn zur Zeit noch - aber wie lange?
Wulff kann nicht entlassen werden - Er will die Krise aussitzen - Machtmensch Merkel stützt ihn zur Zeit noch - aber wie lange?
Solange Merkel den angeschlagenen Bundespräsidenten stützt, kann sich Wulff alles leisten.
Die Causa Wulff ist gravierender als der Fall Hildebrand.
Wulff macht laufend Fehler, lügt und hält das Wort nicht.
Es tauchen immer neue Fragen auf- nicht nur zur fragwürdigen Finanzierung seines Hauses (anonymer Bank-Check), den Einladungen von Personen, die vom Bundespräsidenten profitieren und seinem unprofessionellen Umgang mit Medien.
Angela Merkel will unbedingt einen zweiten Fall Köhler vermeiden. Sie macht alles, damit Wulff sie nicht in Strudel hineinziehen kann. Sie weiss genau, wie sie die eigene Haut retten kann.
Angela Merkel ist Meisterin der Machtspiele.
Heute sagt sie, Wulff habe auf viele Fragen eine Antwort gegeben. "Sollte es neue Fragen geben, wird er sie genau so beantworten."
In dieser Aussage Merkel schimmert durch: Wulff hat nicht auf alle Fragen geantwortet." Merkel hofft, dass er sie noch beantwortet wird. Wenn nicht, dann...?
Kommentar: Wulff möchte mit aller Kraft zur Normalistät zurückkehren. Die Affaire ist aber noch nicht ausgestanden. Zur Zeit dreht sich der Wirbel ums Versprechen, sämtliche Journalistenfragen zu veröffentlichen. Wie oft kann ein Bundespräsident seine Versprechen einfach ignorieren? Je länger die Krise andauert, kann die Geschichte Angela Merkel schaden. Für mich steht fest: Merkel stützt Wulff nur noch so lange, als sie selbst nicht unter seinen Fehlleistungen leiden muss.
Wulff's Antworten waren leider selten glaubwürdig. Er versprachTransparenz und hilet dann das Wort nicht. Er blockierte den Wortlaut des Textes der Comboxdrohung.
Wulff stellt sich laufend selbst das Bein.
Wulff stellt sich laufend selbst das Bein.
Er versprach jüngst - anlässlich seiner Entschuldigung-, er werde ALLE Antworten auf 400 Fragen ins Internet stellen. Dies war wiederum ein Versprechen, das Wulff wiederum nicht einhält. Sein Anwalt publizierte nur eine Zusammenfassung der Fragen (unter dem Vorwand der Schweigepflicht).
Bei Wulff darf nicht von einer Hetzjagd oder Medienkampagne gesprochen werden. Die Medien haben das Recht und müssen sogar am Ball bleiben, wenn er Fragen nicht beantwortet. Ein Journalist schrieb jüngst: Die Geschichten sind ein Schrecken ohne Ende. Besser wäre: Ein Ende ohne Schrecken. Bereits werden Namen von Nachfolgern Wulffs gehandelt: De Maizière und Walter Steinmaier. Merkel kann den angeschlagenen Bundespräsidenten nicht unbeschränkt lange entlasten. Die Last wird zu gross.
Nun auch noch Bonusmeilen-Missbrauch?
Notiert von
marcus knill
um
09:26
Donnerstag, 12. Januar 2012
Die Bundespräsidentin muss sich rechtfertigen.
Kurz vor dem ARENA Auftritt hatte Eveline Widmer - Schlumpf vom belastenden E Mail erfahren. Trotzdem gab sie Hildebrand einen Persilschein. Sie habe zu ihm das volle Vertrauen!
Dies irritierte die Medien und die Oeffentlichkeit.
Ist die Rechtfertigung der Bundespräsidentin glaubwürdig, indem sie sagt, sie hätte dem Bundesrat nicht in den Rücken fallen dürfen. Oder hatte die Bundespräsidentin als Kontrahentin Blochers an der ARENA die Parteibrille aufgesetzt? War sie dadurch befangen?
Nachdem die Bundesrätin hinter die Meinung des Bundesrates stehen musste (obschon sie das Mail gesehen hatte), hätte sie auch auf den Auftritt verzichten können. Doch für Eveline Widmer- Schlumpf war dies keine Option. Tatsächlich hätte dies mit der Absage einen Wirbel ausgelöst. Was hätte sie dann tun sollen? Sie hätte transparent informieren können, indem sie gesagt hätte: "Es sind noch nicht alle Details und Mails verifiziert. Wir können heute nicht abschliessend sagen, dass der Nationalbankpräsident vom Devisenhandel der Frau nichts gewusst hat."
Damit wäre sie dem Bundesrat nicht in den Rücken gefallen und würde nicht als voreingenommene Politikerin dastehen. Im Fall Hildebrand haben sich wahrscheinlich beide - BLOCHER und WIDMER-SCHLUMPF - durch Hass- und Rachegefühle leiten lassen.
«Ich überlegte, den Arena-Auftritt abzusagen»
Die Bundespräsidentin wurde schon vergangenen Freitag über das verhängnisvolle E-Mail von Philipp Hildebrand informiert. Darin soll der ehemalige SNB-Präsident dem Dollarkauf grundsätzlich zugestimmt haben.
Medienkonferenz von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf zum Fall Hildebrand.
Im
Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf spricht am 11. Januar vor den versammelten Medien in Bern.(Bild: Reuters) Bildstrecken Der Fall HildebrandPresse reagiert mit BedauernEin Rücktritt geht um die Welt
Nach dem Rücktritt von Philipp Hildebrand ist Widmer-Schlumpf zunehmend in die Kritik geraten. Vor allem deshalb, weil sie dem ehemaligen SNB-Präsidenten noch in der «Arena» des Schweizer Fernsehens vom vergangenen Freitag das Vertrauen ausgesprochen hat.
Die zentrale Frage: Hat die Bundespräsidentin das brisante E-Mail des Sarasin-Kundenberaters vorher gesehen oder nicht? Die Antwort gab Widmer-Schlumpf am Mittwoch vor den Medien: Sie hat es gesehen.
Rund eine Stunde vor der Sendung habe Bankratspräsident Hansueli Raggenbass sie über die Existenz des Mails informiert, sagte Widmer-Schlumpf. Raggenbass habe gesagt, dass er das Mail bereits vor Hildebrands Medienkonferenz vom Donnerstag gesehen habe. Es handelt sich um das Mail des Bankers mit der Aussage, er erinnere sich, dass Hildebrand einem Dollarkauf durch seine Frau zugestimmt habe.
«Nicht am TV die Meinung ändern»
Kurz vor ihrem TV-Auftritt habe sie sich dann in Zürich Kloten mit Raggenbass getroffen und das E-Mail zeigen lassen. Dafür habe sie nur wenig Zeit gehabt, vielleicht zehn Minuten oder eine Viertelstunde. In dieser kurzen Zeit habe sie nicht abschliessend beurteilen können, ob das Mail an der ganzen Situation etwas ändere.
Bleibt die Frage: Weshalb ist sie dennoch in die Sendung gegangen und hat Hildebrand das Vertrauen ausgesprochen? Sie habe es sich kurz überlegt, gar nicht erst in die «Arena» zu gehen, antwortete Widmer-Schlumpf. Diese Möglichkeit habe sie jedoch in Anbetracht der möglichen Reaktionen wieder verworfen.
Stattdessen habe sie beschlossen, hinzugehen und zu betonen, dass die Haltung des Bundesrats auf dem aktuellen Stand der Dinge beruhe. Diesen Entscheid begründet Widmer-Schlumpf damit, dass sie nicht die Möglichkeit gehabt habe, mit ihren Bundesratskollegen zu diskutieren. Und ohne vorgängige Diskussion habe es ihr nicht angestanden, plötzlich in der «Arena» eine abweichende Haltung zu vertreten.
Auch die Prüfer hatten das E-Mail nicht
Am Samstagabend hat sich Widmer-Schlumpf dann erneut vom Bankrat informieren lassen, bevor sie am Sonntagmorgen ihre Bundesratskollegen an einer Telefonkonferenz in Kenntnis setzte. Der Bundesrat habe die Sache prüfen und am (heutigen) Mittwoch darüber diskutieren wollen.
Allerdings habe der Bundesrat nun nicht mehr über die Dokumente diskutiert. Es bringe nichts, im Nachhinein zu beurteilen, ob die damalige Haltung des Bundesrats richtig war, sagte Widmer-Schlumpf: «Dies würde an der Situation nichts mehr ändern.»
Am (gestrigen) Dienstag war bekannt geworden, dass auch die Prüfer das brisante E-Mail des Kundenberaters nicht hatten. Sowohl eine Vertreterin von PricewaterhouseCoopers (PwC) als auch der Direktor der eidg. Finanzkontrolle, Kurt Grüter, sagten auf Schweizer Radio DRS, das belastende Mail sei nicht in den Unterlagen gewesen.
Grüter wollte zwar bei Hildebrand persönlich nachhaken, wurde aber laut eigenen Angaben von der Nationalbank abgeblockt. PwC und Grüter kamen am 21. Dezember zum Schluss, es habe keine unzulässigen Transaktionen und keinen Missbrauch von privilegierten Informationen gegeben.
Auch Bundesrat Didier Burkhalter sagte vor den Medien, er bedauere es nicht, dass der Bundesrat so lange an Hildebrand festgehalten habe. Es sei im Interesse der Schweiz gewesen, so lange an einer Situation festzuhalten, die auch positiv hätte ausgehen können. «Es hat mit einem Rücktritt geendet, aber das wusste man nicht von Anfang an.»
Expertise für Vorgänge in der SNB
Was die Vorgänge in der Nationalbank betrifft, so hat der Bundesrat entschieden, eine Expertise in Auftrag zu geben. Dies gab Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf bekannt. Ein Experte soll aufzeigen, welche Kompetenzen, Zuständigkeiten und Verantwortungen der Bankrat hat und welches die Möglichkeiten des Bundesrats sind. Den Namen des Experten wollte das Finanzdepartement auf Anfrage nicht nennen.
(Aus 20 Min)
Widmer Schlumpf im Zentrum des Interesses
Bild: Keystone
Widmer-Schlumpf nimmt Stellung
Heute Nachmittag hat Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zu den Wirren rund um die Hildebrand-Affäre Stellung genommen. Dazu, dass sie sich in der «Arena» vor Hildebrand gestellt hatte, sagte sie: «Ich habe erst eine Stunde vor der Sendung durch Herrn Raggenbass von dem E-Mail erfahren.» Es war das E-Mail, das den SNB-Präsidenten noch mehr unter Druck brachte. Sie habe sich kurz überlegt, ob sie nicht in die Sendung gehen sollte, dann aber diesen Gedanken verworfen. Es sei ihr aber nicht möglich gewesen, innert so kurzer Zeit eine genaue Analyse von besagtem Mail vorzunehmen noch hätte sie eigenhändig in der Sendung eine neue Haltung des Bundesrates vertreten können. Um das Bundesratskollegium auf den neusten Stand der Dinge zu bringen, habe sie am Sonntag eine Telefonkonferenz einberufen. (cpm)Zwar hat sich Widmer-Schlumpf heute Nachmittag dazu geäussert (siehe Kasten links). Trotzdem scheint es so, dass die Sache genau da gelandet ist, wo sie Christoph Blocher hinhaben wollte. Zur Erinnerung: Der SVP-Vizepräsident sagte am Montagabend, es handle sich nicht um einen Fall Hildebrand, sondern um einen Fall Bankrat und Bundesrat.
Eine menschliche Reaktion?
«Mag
sein, dass sich Widmer-Schlumpf vorschnell hinter Hildebrand gestellt
hat und ihre Äusserung in der Arena etwas unvorsichtig war», sagt nun
SP-Nationalrätin und WAK-Mitglied Prisca Birrer-Heimo auf Anfrage. Aber:
Das sei mit dieser Vorgeschichte doch menschlich. «Einerseits hat die
Bundespräsidentin mit dem SNB-Präsidenten bei der UBS-Rettung eng
zusammengearbeitet und kennt seine Arbeit, und andererseits musste sie
sich dauernd gegen massive Angriffe von Rechtsaussen wehren.»
Nicht äussern zu Widmer-Schlumpfs Rolle mag sich FDP-Finanzpolitiker Philipp Müller. Nur so viel: «Nein, in eine Falle locken lässt sich Widmer-Schlumpf nicht.» Dafür sagt sein Parteipräsident Fulvio Pelli in der «Aargauer Zeitung»: «Es wäre eine Übertreibung, die Polemik nach dem Rücktritt von Herrn Hildebrand auf andere Kreise auszudehnen.»
Aufklärung verlangt
Polemik hin oder her: Die Affäre rund um die Finanzgeschäfte von Philipp Hildebrand ruft nach Aufklärung. Und dazu gehören offenbar immer mehr auch Antworten auf offene Frage zu Bundesrätin Widmer-Schlumpf. Warum wurde nicht eine schärfere Prüfung der Handelstätigkeiten sowie des E-Mail-Verkehrs von Hildebrand und seiner Bank angefordert? Wann hat der Bundesrat gestützt auf welche Informationen welche Entscheidungen getroffen?
«Widmer-Schlumpf sagte, die Sache müsse jetzt aufgeklärt werden. Ich gehe davon aus, dass die Bundesrätin das umfassend, sprich nach allen Seiten, meint», so Birrer-Heimo. Aufklärung wird auch in Kreisen der CVP und Grünen verlangt. Für die SVP ist allerdings alles, was nicht eine PUK ist, zu wenig. Blochers Partei fordert die Einsetzung einer Untersuchungskommission, die für eine «lückenlose Aufarbeitung der zurückliegenden Ereignisse» sorgt. Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht. Eine Mehrheit im Parlament zeichnet sich nicht ab.
Auf die Sache und nicht auf die Köpfe zielen
Abgesehen von allen Aufklärungsforderungen nach dem grossen Wirbel wäre Birrer-Heimo ein anderer Weg zur Beilegung der Missstände sowieso lieber gewesen. «Wenn man solches feststellt, dann soll man doch mit politischen Vorstössen auf eine Verbesserung hinarbeiten und nicht auf die Köpfe zielen und damit gleich auch noch die Institution destabilisieren.» Das aber ist inzwischen geschehen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2012, 14:58 Uhr
Quelle TAGI
Kommentar: Einmal mehr sehen wir, dass bei Untersuchungen im Nachhinein erstaunliche Fakten bekannt werden. Es gibt zu denken, wenn die Prüfer als befangene Gefälligkeitsgutachter entlarvt werden und Hildebrand Untersuchungen offensichtlich abgeblockt hatte:
Am (gestrigen) Dienstag war bekannt
geworden, dass auch die Prüfer das brisante E-Mail des Kundenberaters
nicht hatten. Sowohl eine Vertreterin von PricewaterhouseCoopers (PwC)
als auch der Direktor der eidg. Finanzkontrolle, Kurt Grüter, sagten auf
Schweizer Radio DRS, das belastende Mail sei nicht in den Unterlagen
gewesen.
Grüter wollte zwar bei Hildebrand persönlich nachhaken,
wurde aber laut eigenen Angaben von der Nationalbank abgeblockt.
Notiert von
marcus knill
um
08:46
Mittwoch, 11. Januar 2012
Zu den Kommunikationsfehlern des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
Ich beurteilte den Auftritt Hildebrands vor den Medien als glaubwürdig und begründete dies.Mein Lob betraf vor allem die rhetorischen Aspekte. In verschiedenen Medien wies ich jedoch immer wieder darauf hin, dass Hildebrand zu spät aufgetreten ist. Ich beanstandete auch die Kommunikationsstrategie des Präsidenten der SNB. Es wurde zu wenig geklärt. Weshalb wurden nicht schon vor Weihnachten alle Fakten auf den Tisch gelegt? Beim Krisenmanagement wurde versagt: Es wurde vor allem reagiert und Fakten scheibchenweise dargelegt. Erst als der Druck zu gross wurde, trat Hildebrand vor die Presse. Nach dem letzten Medienauftritt sieht es so aus, dass der Rücktritt vor allem deshalb so überraschend erfolgte, weil Hildebrand befürchten musste, es könnten bei weiteren Untersuchungen zusätzliche Mängel ans Tageslicht kommen. Der überzeugende Medienauftritt hinterlässt nun im Nachhinein einige Schatten. Der Präsident der Nationalbank gab das Ehrenwort, er habe die Wahrheit gesagt, er sei aus eigenen Stücken zurückgetreten. Wenn es nun zutrifft, dass Hildebrand vom Bankrat gezwungen wurde, den Rücktritt zu erklären (und nicht aus eigenen Stücken), so wäre dies gravierend. In Krisen müssen alle Aussagen stimmen. Falls er zum Rücktritt gezwungen worden wäre, hätte Hildebrand in diesem Fall vor der Presse erklären müssen: Zusammen mit dem Bankrat entschloss ich mich, zurückzutreten.
Was mich aber am meisten enttäuschte, ist der Umstand, dass heute sein Ehrenwort in Frage gestellt werden muss. Denn die Fakten (Aussage eines Beraters) beweisen, dass Hildebrand das o.k. für die Transaktionen gegeben hatte und die Frau nicht - wie versichert worden war - ohne sein Wissen gehandelt habe.
Wenn in Umfragen (20 Min) die Bevölkerung Hildebrand nach seinem Auftritt als glaubwürdig beurteilt hatten, zweifle ich daran, dass dies nach Bekanntwerden der Unzulänglichkeiten auch noch der Fall wäre.
Was mich aber am meisten enttäuschte, ist der Umstand, dass heute sein Ehrenwort in Frage gestellt werden muss. Denn die Fakten (Aussage eines Beraters) beweisen, dass Hildebrand das o.k. für die Transaktionen gegeben hatte und die Frau nicht - wie versichert worden war - ohne sein Wissen gehandelt habe.
Wenn in Umfragen (20 Min) die Bevölkerung Hildebrand nach seinem Auftritt als glaubwürdig beurteilt hatten, zweifle ich daran, dass dies nach Bekanntwerden der Unzulänglichkeiten auch noch der Fall wäre.
Wenn Philipp Hildebrand und die Nationalbank besser kommuniziert hätten, wäre der Rücktritt des SNB-Präsidenten nicht nötig geworden. Zwei Experten zeigen die Kommunikationsfehler auf.
Hildebrand geht. Er hätte seinen Abgang verhindern können, glauben Experten. (Bild: Keystone)
Der Auftritt Philipp Hildebrands vom Montag, als er seinen Rücktritt bekannt gab, hat die Kommunikationsexperten überzeugt: «Der Notenbanker wirkte glaubwürdig», sagt Roger Huber, Präsident des Schweizerischen Verbands für Krisenkommunikation. So klar hätte der zurückgetretene SNB-Präsident aber bereits viel früher auftreten sollen, findet Huber.
Auch Marc Comina, Chef des Romandie-Ablegers der PR-Agentur Farner, sagt, Hildebrand habe in Sachen Kommunikation nicht alles richtig gemacht. Er hätte alle Mittel zur Verfügung gehabt, um sich aus der Affäre zu ziehen. Indem er das Interesse der Institution über sein eigenes stellte, habe Hildebrand jedoch «für eine positive Überraschung gesorgt, die ihm zur Ehre gereicht».
Comina ist überzeugt, dass Hildebrand bereits am letzten Donnerstag die richtige Strategie angewendet habe, indem er sich den Medien «völlig nackt» gezeigt habe. Zudem habe er richtigerweise auf die Tatsache gesetzt, dass «niemand der SVP, Blocher und der ‹Weltwoche› den Sieg gönnen mochte». «Er wusste, dass die anderen bereit waren, auf einem Auge halb blind zu sein.»
Die schlechte Strategie der SNB
Doch warum musste Hildebrand trotzdem die Notbremse ziehen und seinen Rücktritt bekannt geben? Huber stellt der Kommunikationsstrategie der SNB insgesamt schlechte Noten aus: Hätte Hildebrand bereits vor Weihnachten alle Fakten auf den Tisch gelegt und sich für die Angelegenheit entschuldigt, wäre die Affäre nie derart ausser Kontrolle geraten. Zwar hätte Hildebrands Lack auch dann einige Kratzer gehabt. Mit dem Rücktritt habe der Notenbanker aber jetzt trotz allem den «Totalschaden» erlitten.
«Mit einem sauberen Krisenmanagement hätte Hildebrand den Sessel heute nicht räumen müssen», ist Huber überzeugt. Die Salamitaktik habe sich einmal mehr als schlecht erwiesen. Die Nationalbank habe immer nur genau so viel zugegeben, wie sie musste. Erst als der Druck riesig war, veröffentlichte sie die Reglemente über Eigengeschäfte des Direktoriums. Und als der Druck noch grösser wurde, trat Hildebrand am letzten Donnerstag erstmals vor die Medien.
Rücktritt: «Veritable Überraschung»
Was Huber aber erstaunt, ist die Tatsache, dass der Notenbanker nicht stärker um sein Amt gekämpft hat. «Womöglich ahnte er, dass noch weitere Dinge ans Licht kommen», urteilt Huber.
Der Rücktritt von Hildebrand war denn auch für Comina eine veritable Überraschung. So etwas komme in der Schweiz sehr selten vor. Der Kommunikationsexperte erachtet es als schweren moralischen Fehler, dass Hildebrand «
mit Material der SDA
Kommentar:
Der Rücktritt hätte mit einem professionellen Krisenmangement verhindert werden können.
Leider kommen nun zu viele Unzulänglichkeiten an den Tag. Blick schreibt:
Am Tag seines Rücktritts hat Philipp Hildebrand
alle E-Mails zum heiklen Dollar-Deal offengelegt – inklusive
handschriftlicher Notizen von Felix S. (56), Sarasin-Banker und
langjähriger Vermögensverwalter der Hildebrands (siehe Bildstrecke
oben).
Zunächst wird der Nationalbankpräsident entlastet. Es war eindeutig Kashya Hildebrand, die am 15. August 2011 den Auftrag gegeben hat, für 400 000 Franken Dollar zu kaufen.
Aber, und das ist der springende Punkt: Philipp Hildebrand war voll und ganz einverstanden. Nachdem er per Mail eine Kopie der Kaufbestätigung bekommen hat, mailt er am nächsten Morgen zwar an Felix S.: «Ich bin überrascht wegen einer Dollar-Transaktion.» Kurz darauf antwortet ihm Felix S. mit dem verhängnisvollen Satz: «Ich erinnere mich auch, dass du bei unserem gestrigen Gespräch gesagt hast, es sei für dich in Ordnung, wenn Kashya den Dollar-Anteil erhöhen wolle.»
Zu diesem Gespräch hat Felix S. zudem ein Protokoll erstellt. Darin hält er fest: Philipp Hildebrand «erwägt, seinen Dollar-Anteil zu erhöhen, möchte die Entscheidung aber Kashya überlassen». Deshalb besuchte Felix S. die Ehefrau noch am gleichen Tag in der Galerie. «Sie war sehr begeistert, das zu machen», notierte der Banker. Sofort erteilte sie den heiklen Auftrag.
Fazit: Philipp Hildebrand hat am 15. August selber keinen Auftrag erteilt – damit ist die «Weltwoche» in diesem Punkt widerlegt. Aber er hat indirekt dazu angestiftet: Er sprach mit seinem Banker über einen grösseren Dollar-Kauf, fügte aber an, Kashya solle entscheiden – im Wissen, dass seine Frau schon länger Dollar kaufen wollte.
Bleibt die Frage: Wer kannte diese brisanten Unterlagen? Die Finanzkontrolle und Pricewaterhouse Coopers bezeichneten vor Weihnachten alle Vorwürfe als «haltlos». Allerdings bezieht sich deren Bericht nur auf Hildebrands Mail an Banker Felix S. – dessen Antwort mit dem entscheidenden Satz wird nicht erwähnt. Entweder wurde er verschwiegen, oder er lag damals noch nicht vor.
Zunächst wird der Nationalbankpräsident entlastet. Es war eindeutig Kashya Hildebrand, die am 15. August 2011 den Auftrag gegeben hat, für 400 000 Franken Dollar zu kaufen.
Aber, und das ist der springende Punkt: Philipp Hildebrand war voll und ganz einverstanden. Nachdem er per Mail eine Kopie der Kaufbestätigung bekommen hat, mailt er am nächsten Morgen zwar an Felix S.: «Ich bin überrascht wegen einer Dollar-Transaktion.» Kurz darauf antwortet ihm Felix S. mit dem verhängnisvollen Satz: «Ich erinnere mich auch, dass du bei unserem gestrigen Gespräch gesagt hast, es sei für dich in Ordnung, wenn Kashya den Dollar-Anteil erhöhen wolle.»
Zu diesem Gespräch hat Felix S. zudem ein Protokoll erstellt. Darin hält er fest: Philipp Hildebrand «erwägt, seinen Dollar-Anteil zu erhöhen, möchte die Entscheidung aber Kashya überlassen». Deshalb besuchte Felix S. die Ehefrau noch am gleichen Tag in der Galerie. «Sie war sehr begeistert, das zu machen», notierte der Banker. Sofort erteilte sie den heiklen Auftrag.
Fazit: Philipp Hildebrand hat am 15. August selber keinen Auftrag erteilt – damit ist die «Weltwoche» in diesem Punkt widerlegt. Aber er hat indirekt dazu angestiftet: Er sprach mit seinem Banker über einen grösseren Dollar-Kauf, fügte aber an, Kashya solle entscheiden – im Wissen, dass seine Frau schon länger Dollar kaufen wollte.
Bleibt die Frage: Wer kannte diese brisanten Unterlagen? Die Finanzkontrolle und Pricewaterhouse Coopers bezeichneten vor Weihnachten alle Vorwürfe als «haltlos». Allerdings bezieht sich deren Bericht nur auf Hildebrands Mail an Banker Felix S. – dessen Antwort mit dem entscheidenden Satz wird nicht erwähnt. Entweder wurde er verschwiegen, oder er lag damals noch nicht vor.
Notiert von
marcus knill
um
12:58
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