Samstag, 5. November 2011




Die Kunst der PAUSE




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Was wäre Musik ohne Pausen! Pausen unterstreichen einen Rhythmus, gehören genauso wie Töne zur Melodie, und prägen Lieder, ja ganze Kompositionen.
Verlassen wir die Musik und werfen wir einen Blick auf die Kommunikationsprozesse.

Betrachten wir einmal die Pause bei Kommunikationsprozessen:


LINK:


12. Juli 2007 ... Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung.
www.rhetorik.ch/Pause/Pause.html

Freitag, 4. November 2011

Paradox:


 Kleiderspenden schaden einheimischer Textilindustrie


Das Kilo für 1,20 Dollar

Das große Geschäft mit den Kleiderspenden aus Deutschland
(aus 20 Min)


Kleiderhändler auf einem Markt im tansanischen Dar es Salaam


Kleiderhändler auf einem Markt im tansanischen Dar es Salaam

Wolfgang Huse hat ein gutes Gewissen und ist stolz auf seine Arbeit. Der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Osterholz-Scharmbeck leert seine Altkleidercontainer mit dem Rot-Kreuz-Emblem wöchentlich, denn es kommt ordentlich etwas zusammen. Die meisten Spendensäcke wandern allerdings nicht etwa in die Kleiderkammer des DRK, wo die Sachen an Bedürftige abgegeben werden. Die ist voll bestückt, nur wenige Menschen nehmen das Almosen in Anspruch. Nein, Wolfgang Huse und sein freiwilliger Helfer werfen die Spenden auf einen Lkw-Hänger. Der ist auf dem Betriebshof des DRK in Osterholz-Scharmbeck vorsorglich abgestellt und wird, wenn er bis unter die Deckplanen vollgestopft ist, abgeholt. Aber Wolfgang Huse glaubt zu wissen, was mit den gespendeten Altkleidern passiert: Sie würden in einer großen Sortieranlage bei Bitterfeld gesammelt und gingen von dort direkt in die Krisengebiete der Welt. Deshalb hat er »ein gutes Gefühl, wenn man denkt, dass Hilfsbedürftige davon existieren, die sich sonst nichts leisten können«.


So ungefähr stimmt das sogar, nur ein entscheidendes Detail ist selbst dem Angestellten des DRK nicht bewusst:


Es sind nicht die Hilfsbedürftigen der Welt, die von den Spenden leben, sondern eine global arbeitende und denkende Branche, die die Kleidung in einem knallharten Geschäft verkauft. Und das in so großen Mengen, dass die einheimische Textilindustrie in vielen belieferten Ländern inzwischen vollkommen marginalisiert ist. Der eigentliche Wille der Spender wird auf diese Weise ad absurdum geführt: Anstatt den Armen zu helfen, ist jedes gespendete Kleidungsstück ein weiterer Beitrag zur Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten – vor allem in Afrika, wohin der Löwenanteil der Ware exportiert wird.


Wie konnte es so weit kommen? Es steckt eine genial einfache Geschäfts- und Marketingidee dahinter, die wie eine Gelddruckmaschine funktioniert:


Man bemächtigt sich einer Ware ohne Herstellungskosten. Denn diese wird gespendet, wofür die Geber mit einem guten Gewissen belohnt werden. Keine der großen Wohltätigkeitsorganisationen redet gern darüber, aber fast alle sind dabei, ob Malteser, DLRG oder eben das Deutsche Rote Kreuz, der größte Player auf dem deutschen Markt. Volker Leopold, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Osterholz-Scharmbeck, erzählt zumindest, wie alles begann. Wie vor rund 40 Jahren ein Unternehmer die Kleiderspendenidee beim DRK propagiert habe und sein Interesse gleich mit einem Scheck unterstrich. Was damals den Geschäftsführer des DRK überzeugte, mit diesem Unternehmen zu arbeiten: »Und dieses Unternehmen begleitet uns auch in der Tat auch heute noch.«


Dieses Unternehmen ist die Efiba, und sie beherrscht den deutschen Markt. Landesweit hat sie mit Kreisverbänden des DRK, aber auch mit anderen Wohltätigkeitsorganisationen Verträge geschlossen, in denen diese ihren guten Namen und ihr Logo zur Verfügung stellen, die Spenden aber direkt an das Unternehmen gehen.


Im ostdeutschen Wolfen steht die größte Textilsortieranlage der Welt
Dafür erhalten die Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wie etwa das Rote Kreuz, Geld. Zurzeit seien das rund fünf Cent pro Kilo, verrät ein Insider, aber ganz genau will sich niemand in die Karten schauen lassen. Kein Wunder, denn was würden die Spender tun, wenn sie wüssten, dass ihre Altkleider in einen unerbittlichen Wirtschaftskreislauf eingespeist werden?


Für Pailak Mzikian ist das alles kein Problem. Er steht in Bitterfeld-Wolfen und beschreibt stolz die perfektionierte Arbeitsweise der größten Textilsortieranlage der Welt. Mzikian ist bei Soex in Wolfen angestellt. Das Hauptquartier der Soex Group, nach eigenen Angaben »weltweiter Marktführer« für Kleidungsrecycling, liegt in Bad Oldesloe bei Hamburg. Efiba, der Vertragspartner der Hilfsorganisationen, ist ein Tochterunternehmen von Soex, und im Wolfener Werk kommen die Lkw mit Spendenware im Minutentakt an. Bis zu 300 Tonnen Kleiderspenden sind es täglich, allein ein Viertel davon stammt aus den Containern des Deutschen Roten Kreuzes. Aber auch in kommerziellen Aufstellern auf Parkplätzen und an Supermärkten wird gesammelt, dafür ist die Soex-Tochter Retextil zuständig. Doch Efiba bringt aber deutlich mehr, wie Mzikian bestätigt.


Von den insgesamt rund 700.000 Tonnen Altkleidern, die 2010 laut Soex in Deutschland gesammelt wurden, verarbeitete die Firma allein 85.000 Tonnen und erzielte damit einen Gesamtumsatz von 58 Millionen Euro. Im vollcomputerisierten Sortierwerk Wolfen werden die Spenden nach Qualität neu gebündelt. Was gar nicht zu brauchen ist, muss nach deutschem Gesetz recycelt werden, aber das sind nur rund 15 Prozent der Ware. Die große Masse der Spenden geht ganz andere Wege.


Die besten Stücke, die sogenannte Creme-Ware, wird in die Länder des ehemaligen Ostblocks und in arabische Staaten exportiert und dort in Secondhandgeschäften verkauft. Alles Minderwertige geht nach Afrika, immerhin noch rund 60 Prozent des Werksausstoßes. Natürlich werden die Textilien dort verkauft. Gespendet wird nichts davon, meint Pailak Mzikian, »das wäre ökonomisch und nachhaltig nicht logisch. Wir sind ja ein Full-Profit-Unternehmen, keine NGO.«




Kommentar: Die Tatsache, dass gespendete Ware nicht den Aermsten zu Gute kommt, könnte dazu führen, dass wir nicht mehr spenden. Die Verteilorganisationen sind gefordert, dafür zu sorgen, dass sie die Transporte bis zu den Aermsten begleitet. Andernfall müssen sie sich nicht wundern, wenn die Spendefreudigkeit gewaltig nachlässt. Weshalb nicht gebrauchte Kleider Notdürftigen in der Schweiz direkt  verschenken?

Das Herbstbild zum Tage


  (Leserwettbewerb Tagi)


Frage zum Tage:


Wie kann die griechische Regierung
VerTRAUEN schaffen, 
wenn man ihr nicht TRAUEN kann?


storybild


Griechenland-Euro-Krise: Papandreou plant Referendum und Vertrauensfrage - Merkel und Sarkozy bei G20-Gipfel in Cannes - Ticker

Drohender Bankrott in Athen

Donnerstag, 3. November 2011

Bei der Krisenkommunikation müssten auch aussergewöhnliche, seltene Situationen geübt werden


Es ist keine neue Erkenntnis, dass es nicht genügt, Auftritte vor Mikrofon und Kamera theoretisch anzugehen. Ich schreibe immer wieder: So wie Piloten im Simulator üben, obschon sie fliegen können, analog müssen auch wir die ungewöhnlichen Situationen vor Mikrofon und Kamera praktisch  trainieren, obwohl wir reden können.

Ich wunderte mich deshalb, dass  Piloten die Bauchlandung im Simulator nicht üben müssen.


Ich zitiere 20 Min:


«Bauchlandungen werden nicht trainiert»

Er landete ohne Fahrwerk sicher auf dem Flughafen Warschau. Seither wird der Pilot gefeiert. Doch wie gefährlich ist eine solche Bauchlandung? Zwei Swiss-Piloten klären auf.




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Der Held der Polen: Kapitän Tadeusz Wrona hat die Boeing 767 ohne Fahrwerk gelandet.
Wenigstens nach Aussen gibt sich der polnische Kapitän Tadeusz Wrona betont cool: «Ich lande jetzt ohne Fahrwerk», funkt er trocken zum Fluglotsen. Im Inneren des Piloten muss es aber Sekunden vor dem Aufsetzen gebrodelt haben.



 
Die Flughafenfeuerwehr ist nicht mehr in der Lage, einen Schaumteppich auf den Pisten des Zürcher Flughafens zu legen. Vor wenigen Jahren wurde ein entsprechendes Spezialfahrzeug ausgemustert. «Studien haben gezeigt, dass das starke Blech der Flugzeuge eine Bauchlandung auch auf einer Betonpiste aushält», sagt Urs Eberle, Sprecher von Schutz & Rettung, zu 20 Minuten Online. Im Notfall würden in Kloten die Tanklöschfahrzeuge links und rechts der Piste dem havarierten Flugzeug hinterher rasen und mit Schaumkanonen allfällige Flammen löschen. Ohne Schaumteppich könne man die Piste zudem viel rascher wieder in Betrieb nehmen, darüber hinaus sei der Schaum sehr umweltschädlich. (am)
Denn schon ein kleiner Fehler hätte eine Katastrophe auslösen können: «Die grösste Gefahr bei einer Bauchlandung ist, dass das Flugzeug auseinander bricht», sagt der ehemalige MD-11-Kapitän und Swissair-Fluginstruktor Werner Walser zu 20 Minuten Online. Damit dies nicht passiere, müsse man die Maschine möglichst sanft und genau auf Pistenachse aufsetzen: «Es darf kein Fehler passieren, sonst rutscht die Maschine von der Piste.» Denn ohne Fahrwerk könne man den Flieger – einmal am Boden - kaum mehr steuern. «Dann spielt nur noch die Physik», so Walser.


Pilot schaltet Triebwerke ab

Im schlimmsten Fall rutscht so der vollbesetzte Passagierjet bei Tempo 200 auf einen Acker. «Dann graben sich die Triebwerke wie Baggerschaufeln in die Erde und fliegen weg. Die Gefahr einer Explosion ist dann sehr gross», erläutert der 71-jährige Ex-Kapitän und Schriftsteller. Um das Risiko eines Feuers zu reduzieren, würden deshalb kurz vor dem Aufsetzen durch den Copiloten beide Triebwerke komplett abgestellt.


In der vom TV live übertragenen Notlandung von Warschau ging glücklicherweise alles gut, in Polen ist Kapitän Wrona nun ein Held – wie Sully Sullenberger nach seiner geglückten Notwasserung auf dem Hudson River in New York. Ex-Swissair-Pilot Walser sieht dies nüchterner: «Eine solche Landung traute ich zu meiner Zeit bei der Swissair den meisten Piloten zu, das ist schliesslich deren Job.»


Bauchlandung per Checkliste

Wer aber denkt, dass Linienpiloten solche Notfälle zigfach im Simulator üben, täuscht sich: «Wie eine Notwasserung wird eine Bauchlandung nur in der theoretischen Ausbildung besprochen und nicht im Simulator trainiert», sagt Thomas Steffen, A340-Pilot der Swiss und Vorstandsmitglied des Pilotenverbands Aeropers. Allerdings verfüge man über Checklisten an Bord für alle möglichen Notfälle. «Die Wahrscheinlichkeit einer Bauchlandung ist zu klein, als sich ein Training lohnt», sagt denn auch Swissair-Instruktor Walser.
In seiner Swissair-Karriere hat er nur einen wirklich brenzligen Moment erlebt, als während eines Trainingsflugs mit einer MD-80 beinahe ein Vorflügel wegflog. «Am meisten Angst hatte ich aber vor eigenen Fehlern. Denn ein reifer Pilot hat immer Respekt vor sich selber.»
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Die sanfte Notlandung ohne Fahrwerk. (Quelle: AP-Television)

 Kommentar: Ueber diese Begründung könnte man diskutieren. 

Jööh - nicht nur für Katzenliebhaber


Quelle 20 Min:


So oder so kommt es zu Problemen


Europa will oder kann es sich nicht leisten Griechenland Pleite gehen zu lassen.



Das Dilemma: Wenn die griechische Regierung den Sparkurs durchsetzen will, streikt die Bevölkerung.
Wenn die Verschuldung weitergeht und das Land den Forderungen der europäischen Staaten nicht entgegenkommt, wird der Geldhahn abgedreht. Die Politiker in Griechenland sind sich bewusst: Würden die Sparbemühungen mit Gewalt durchgesetzt, sind sie sehr schnell weg vom Fenster. Deshalb soll nun das Volk die Verantwortung übernehmen. Blick skizziert heute folgende Szenarien, die nun denkbar sind:


Giorgos Papandreou (links) wird von Nicolas Sarkozy (Mitte) und Angela Merkel ins Gebet genommen (Archiv) (sda)

Mit der Ankündigung eines Referendums zum Rettungspaket für Griechenland, ist der Euro wieder in Frage gestellt. Was passiert, wenn die Griechen Nein sagen und droht gar das Ende des Euro?

Sechs mögliche Szenarien:

1. Kommts überhaupt zum Referendum?

Bevor die Griechen über das Sparpaket abstimmen können, muss zuerst im Parlament eine Hürde genommen. werden. Ministerpräsident Giogos Papandreou stellt morgen Freitag um Mitternacht die Vertrauensfrage. Verliert er, kommt es zu Neuwahlen und das Referendum käme nicht zu Stande. Die Unsicherheit über die Akzeptanz des Sparpaketes würde bis auf unbestimmte Zeit bleiben.

2. Die Euro-Zone zerbricht vor Referendum
Gewinnt Papandreou morgen Freitag die Vertrauensfrage, kommt es voraussichtlich am 4. Dezember zum Referendum. Weil die Unsicherheiten an den europäischen Märkten derart gross ist, könnte die Lage bis dahin schon ausser Kontrolle geraten. Es droht ein Flächenbrand. Weil Europa die Zahlungen für Griechenland bis zu einem Entscheid zurück hält, droht den Griechen die Pleite. Das hätte ernste Folgen für die europäischen Banken. Besonders die französischen, die stark in Griechenland eingebunden wäre. Diese Banken müssten vom Staat gerettet werden. Die Beträge wäre so astronomisch, dass selbst der aufgestockte Rettungsfonds nicht mehr aussreicht.

3. Griechen sagen Ja
Die Griechen entscheiden sich in einer Volksabstimmung für das Sparpaket und damit auch für den Verbleib in der Eurozone. Dies würde die Finanzmärkte schnell stabilisieren.

4. Griechen sagen Nein
Europa würde alle Hilfszahlungen an Griechenland streichen. Die Pleite wäre unvermeidlich und würde innert Kürze eintreten. Ob dann Griechenland auch aus dem Euro ausgeschlossen wird, ist noch unklar. Merkel und Sarkozy schliessen diese Möglichkeit nicht mehr aus.

5. Bankrotte Griechen werden gerettet
Griechenland lehnt das Referendum ab, geht Pleit und wird dennoch von Europa gerettet. Weil das Bankensystem in ganz Europa zusammen zu brechen droht, retten die Europäer Griechenland in letzter Sekunde. Um eine schwere Depression zu vermeiden, nehmen sie diese Herkulesaufgabe in Kauf.

6. Griechenland reist Euro-Zone in den Abgrund
Griechenland erhält keine Hilfszahlungen mehr und geht bankrott. Das Land scheidet aus dem Euro-Raum aus und vermutlich auch aus der EU. Ein solches Ausstiegs-Szenario hat die EU nicht offiziell geregelt. Die Kosten wären nicht abzuschätzen. Die ganze Euro-Zone droht zu zerfallen.



Kommentar: Die Situation ist  ernst!


NEU:


Notregierung soll Griechen retten. Papandreou sagt Euro-Abstimmung ab


Leider geht das Drama weiter