Samstag, 15. Oktober 2011

Zur Rolle der Medien im Wahlkampf 11



In der Kommunikationslandschaft MEDIEN - PARTEIEN - KANDIDATEN - PUBLIKUM müssen wir uns nicht nur damit auseinandersetzen, wie die Parteien und Politiker sensibilisieren (hinsichtlich Themen), wie sie diese Themen visualisieren (mit welchen Bildern), wie  die Stimmberechtigten mobilisiert werden (wie  sich die Parteien verbünden) und wie sie personifizieren (Mit welchen Botschaftern?), um die Sieger auszumachen.
die Rolle der Medien in diesem Wahlkampf müsste eigentlich auch bedacht werden.






Bei der jüngstes ARENA mit Chefredakteure wurde der Wahlkampf 11 als zu langweilig ("Gähn langweilig"  titelte Blick am Abend) bezeichnet.  Warum ist der aktuelle Wahlkampf so lau? Diese Frage stand am Anfang im Zentrum der Diskussion.



Wer jedoch die Medienaktivitäten in diesem Wahlkampf betrachtet, stellt fest:


Es wurde  dieses Jahr von den Medien selten so ein grosser Aufwand betrieben. Es wurde in diesem angeblich lauen Wahlkampf für Auftritte von Parteien und Kandidaten enorm  viel Platz eingeräumt. Vom Berner Bundesplatz konnten wir täglich  Interviews mit Exponenten der Politik vernehmen.  Alle Medien räumten diesem Wahlkampf aussergewöhnlich viel Platz ein. Selten wurde so viel gemacht.
Die Aktivitäten der Medien waren somit alles andere als lau.


Wir müssen uns deshalb auch die Frage stellen, weshalb die Medien so einen enormen Aufwand betrieben haben. Weshalb suchten sie diese Nähe zu den Politikern? Weshalb das enorme Interesse am Kontakt mit Exponenten der Politik? Dies versuchte ich in einem Votum an der ARENA zu begründen:


- Die Medien wollen und müssen informieren (Informationsauftrag)


- Die Medien wollen Einschaltquoten. Es wäre nicht normal, wenn für einen Chefredakteur  die Auflagezahlen kein Thema wäre.


- Die Medien schätzen  Auseinandersetzungen, Kämpfe, Streit. Das sind wichtige  Treiber sind hinsichtlich "Wecken der Aufmerksamkeit", Einschaltquoten. Bekanntlich verkauft sich Ausserwöhnliches bei den Konsumenten immer besser  als emotionslose Fakten und Botschaften. Die  Medien haben somit ein  Interesse an ungewöhnlichen  Geschichten. Diese werden vom Publikum geschätzt.


- Die Medien brauchen und wollen Geld. Nicht nur hinsichtlich Inserate. Elektronische  Medien erhalten auch Konzessionen. Der Kontakt zum politischen Personal wird bewusst gesucht. Deshalb ist die Tendenz zur Nähe zur Politik und Politiker verständlich. Der aussergewöhnliche Aufwand in diesem Herbst ist sicherlich auch politisch geprägt.


- Medien profitieren  vom gekaufen Raum. Wenn die SVP in der Schlussphase mit Inseraten nochmals die Bürger mobilisiert (Beispielsweise die grossen Inserate, die vor einem Geheimplan warnen), so kann dies den Printmedien nur recht sein.


An der Arena war es offensichtlich, dass ich mit diesem Hinweis bei einzelnen Journalisten  etwas ausgelöst hatte. Diese Zusammenhänge werden nämlich nicht gerne gehört. Ein Chefredakteur wollte mir sogar während der Sendung unterstellen, ich hätte gesagt, die Medien würden nicht  trennen zwischen dem gekauftem Raum und redaktionellem Teil. Meine Analyse gehe davon aus, dass sich Journalisten  durch die Inserenten beeinflussen lassen.


Beobachter fragten sich: Weshalb diese ungehaltene Reaktion? Von einer Beeinflussung war gar  nie die Rede. Es wurde lediglich die Rolle der Medien im Wahlkampf beleuchtet und bewusst gemacht, dass Medien einen lebendigen Wahlkampf lieben, bei dem die Fetzen fliegen.
Es wäre durchaus nachvollziehbar, falls  Journalisten Auseinandersetzungen im Wahlkampf sogar bewusst schüren. 


An der ARENA (Elefantenrunde mit Chefredakteure) musste ich diesen unpopulären Aspekt im  Kommunikationsfeld MEDIEN - PARTEIEN - KANDIDATEN - PUBLIKUM beleuchten, mit dem Risiko, dass mein Beitrag einem Chefredakteur in den falschen Hals gerät. Einmal mehr bestätigte sich für mich ein Kommunikationsphänomen: Menschen hören selektiv, interpretieren und glauben das gehört zu haben, was man meint, gehört zu haben. Das heisst, viele hören das, was sie gehört haben wollen.


Fazit: Der Wahlkampf war aus der Sicht der Medien weniger lau als es einzelne Redakteure empfunden haben. Ich zweifle jedenfalls daran, dass dieses Jahr weniger Bürger mobilisiert werden konnten. Die Stimmbeteiligung wird sich nach meinem Dafürhalten im Rahmen halten und kaum einknicken.



Uebrigens: Zur  Kernfrage der Sendung ARENA: Wer wird siegen? Aus kommunikativer Sicht nur jene Politiker, die eine Botschaft, verständlich, überzeugend und glaubwürdig vermitteln können, die - wie erwähnt - Botschaften visualisieren können, die Verbündete finden, sich vernetzen und die Wähler mobilisieren können. Diese werden siegen. Die Botschafter der Parteien sind ausschlaggebend. Eine wissenschaftlichen Untersuchung (Universität Zürich) bestätigte : Das Image einer Person  schlägt die Fakten.


LINKS



18. Okt. 2009 ... Sowohl die Person als auch die Präsentation beeinflussen den Inhalt wesentlich. Fakten werden durch die Person oder die Darstellung gefärbt. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/index.html


Nachtrag zur Sendung:




Bild Die «Arena»-Runde mit den Chefredaktoren.
Hannes Britschgi, Roger Köppel, Markus Spillmann und Patrik Müller (von links nach rechts) hören einem Parteienvertreter zu. sf
Die jeweilige Schlagzeile zum Verlauf des Wahlkampfs 2011 wäre für die Chefredaktoren folgende:
«Stinklangweiliger Wahlkampf»
Roger Köppel, Verleger «Weltwoche»
Parteien und Medien hätten die Diskussion über wesentliche Themen verweigert. Ein weiteres Merkmal ist für ihn: «Alle gegen die SVP».
«Spannend auf dem Land, lau in der Stadt»
Patrik Müller, Chefredaktor «Der Sonntag»
Wenn man mit dem Auto über Land fahre, dann rieche es nach Wahlkampf, auch an den Podien werde in ländlichen Regionen intensiv diskutiert.
«Pastell statt grell»
Hannes Britschgi, Publizist Ringier
Der Wahlkampf sei etwas ruhig, aber es gebe sanfte Töne. Über das ganze Jahr hinweg gesehen, sei er interessant gewesen.
«Profilarm»
Markus Spillmann, Chefredaktor «NZZ»
Die Parteien seien fast nicht aufeinander eingegangen. Dies erwecke den Eindruck, dass jede Partei versuchte, sich selber zu positionieren. Kontroversen mit politischen Gegnern sei man aus dem Weg gegangen.
«Arena»: Wer gewinnt die Wahlen 2011?

Mittwoch, 12. Oktober 2011

ARENA befasst sich mit den Wahlen 2011 und will wissen, wer gewinnt.


Aktuelle Sendung vom 14.10.2011

Wahlen 2011: Wer gewinnt...?

In einer Woche fällt die Entscheidung! Chefredaktoren und weitere Beobachter der Schweizer Politszene schauen zurück auf den Wahlkampf und diskutieren wichtige Fragen: Welche Parteien überzeugen am meisten? Ist der Wahlkampf tatsächlich weniger polarisiert als auch schon? Wer wird gewählt? Und: Was heisst das für die Bundesratswahlen im Dezember?

In der Arena diskutieren:
- Externer LinkHannes Britschgi, Publizist Ringier
- Externer LinkRoger Köppel, Verleger und Chefredaktor «Weltwoche»
- Externer LinkPatrik Müller, Chefredaktor «Der Sonntag»
- Externer LinkMarkus Spillmann, Chefredaktor «NZZ»

Weiter in der Sendung:
- Externer LinkMichael Hermann, Politforscher
- Externer LinkMarcus Knill, Kommunikationsberater
- Generalsekretärinnen und-sekretäre der 6 grossen Parteien

Wiederholungen:
Samstag, 15. Oktober 2011
SF 1: 02.35 Uhr und 15.30 Uhr
SF info: zwischen 08.00 und 13.00 Uhr


Nachtrag: Aus persönlich,com

"Arena"

Lädt zur Chefredaktoren-Elefantenrunde

Tamedia bleibt draussen.
Um über den aktuellen Wahlkampf zu diskutieren, hat das Schweizer Fernsehen für einmal Chefredaktoren und andere Beobachter der Schweizer Politszene zur Sendung am Freitag eingeladen. Auf der Gästeliste sind: Hannes Britschgi (Publizist Ringier), Roger Köppel (Verleger und Chefredaktor "Weltwoche"), Patrik Müller (Chefredaktor "Sonntag") und Markus Spillmann (Chefredaktor "NZZ"). Sie werden darüber diskutieren, welche Parteien im Wahlkampf besonders überzeugend waren und wer wohl gewählt wird. Auch mögliche Auswirkungen auf die Bundesratswahlen im Dezember sollen zu Sprache kommen.
Beim Blick auf die Gästeliste fällt auf: Unter den prominenten Namen findet sich niemand der Tamedia, obwohl der Konzern mittlerweile rund 43 Prozent des Schweizer Pressemarktes kontrolliert. Bei Tamedia war man darum ziemlich perplex über die Gästeauswahl des Schweizer Fernsehens: "Wir nehmen den Entscheid, nur Vertreter anderer Schweizer Medienhäuser zu berücksichtigen, erstaunt zur Kenntnis“, sagt Unternehmenssprecherin Eliane Gräser auf Anfrage von persoenlich.com. Doch das Zürcher Traditionshaus will nicht kleinlich sein und der "Arena" keinen Vorwurf machen: "Selbstverständlich ist das Schweizer Fernsehen völlig frei in der Wahl in seiner Gäste."
Doch das Erstaunen seitens Tamedia ist durchaus berechtigt, denn fraglich ist: Warum hat SRF nur Ringier, "NZZ", AZ-Medien und die "Weltwoche" eingeladen? Ist es Absicht, dass Tamedia draussen bleibt? "Ziel war es, Vertreter von verschiedenen Zeitungsarten in der Runde zu haben. In dieser Zusammensetzung sind die Typen Boulevard-Zeitung, Wochenmagazin, Sonntagstitel und klassische Tageszeitung vertreten", erklärt Mediensprecher Martin Reichlin gegenüber persoenlich.com die Auswahlkriterien der "Arena"-Redaktion. Da die Runde auf eine gewisse Grösse beschränkt werden müsse, konnte man dabei nicht sämtliche Medienhäuser berücksichtigen.
Von einem bewussten Ausschluss kann demnach nicht gesprochen werden. Reichlin und auch Gräser weisen darauf hin, dass bei der Wahlsendung "Entscheidung 11" am 23. Oktober auf SF 1 auch Res Strehle vom "Tages-Anzeiger" in der Chefredaktoren-Runde vertreten sein wird. (eh)


2. Nachtrag:



"Arena"

Hannes Britschgi vertritt Ringier-Chefredaktoren

Alle Gäste der Freitagssendung sind bekannt.
Zur "Arena" am Freitag hat das Schweizer Fernsehen verschiedene Chefredaktoren eingeladen: Hannes Britschgi (Publizist Ringier), Roger Köppel (Verleger und Chefredaktor "Weltwoche"), Patrik Müller (Chefredaktor "Sonntag") und Markus Spillmann (Chefredaktor "NZZ") den Wahlkampf diskutieren (persoenlich.com berichtete), Daneben sind auch der Politforscher und "Tages-Anzeiger"-Kolumnist Michael Hermann, sowie der Kommunikationsberater Marcus Knill sind als Gäste ins Studio eingeladen.
Beim Blick auf die Gästeliste fragt sich nicht nur, warum Tamedia in der Chefredaktoren-Elefantenrunde nicht vertreten ist, sondern es fällt auf, dass von Ringier kein Chefredaktor, sondern Publizist Hannes Britschgi teilnimmt. Warum klemmen Ralph Grosse-Bley ("Blick") und Karsten Witzmann ("SonntagsBlick")? Lesen Sie hierzu den Kommentar auf blog.persoenlich.com. (pd/eh)


NACHTRAG:


TV Knatsch


ARENA ohne Frauen - Stämpfli tobt






titelt BLICK.



"Unfassbar" - sagt Regula Stämpfli


Ich zitiere (die Bildlegende unter der Foto kann nicht stimmen):




Keine Männer in der «Arena»: Die Politologin regt sich darüber auf. (Zvg)


«Das ist doch mehr als erstaunlich, dass Frauen schlicht ignoriert werden. Es geht dabei nicht um mich», konstatiert Stämpfli, die selber regelmässiger Gast in der «Arena» ist. Tatsache sei, dass das Thema Frauenquote als Wahlkampfthema nicht existiere.

 SRF-Sprecher Martin Reichlin: «Stimmt. Wir bringen  eine Runde, die aus lauter Chefredaktoren besteht. Leider gibt es nur wenige Chefredaktorinnen. Und diejenigen, die wir anfragten, waren verhindert oder sagten ab.»

Frauen wollten oder konnten nicht


Angefragt wurden mehrere Frauen: Ex-Tages-Anzeiger-Chefin Esther Girsberger weilt im Ausland. Catherine Duttweiler, Chefin des Bieler Tagblatts, sagte ab. Und Susanne Boos (WoZ) weilt ebenfalls ausser Land.

Die Redaktion habe sich redlich bemüht, eine Frau zu finden. Und warum wurde nicht eine Politologin anstelle eines Mannes eingeladen? Reichlin: «Die Redaktion hat Politforscher Michael Hermann eingeladen, weil er in den letzten Jahren intensiv das Wahl- und Abstimmungsverhalten der Bevölkerung erforscht hat.»


Kommentar: Persönlich vertrete ich die Meinung, dass die Programmmacher über die Referenten bestimmen dürfen und ich gehe davon aus, dass Regula Stämpfli nur den inneren Ring gemeint hat. In der ersten Reihe standen nämlich zwei Generalsekretärinnen. Ich gehe nicht davon aus, dass damit der Protest  gegen den Kollegen,  Politologe Michael Hermann, gerichtet war.  Hinsichtlich  Geschlechterproporz bin ich kein Erbsenzähler. Mich stört es auch nicht, wenn es einmal eine reine Frauenrunde ist. In einer Diskussionsrunde sollte es weder Alibimänner noch Alibifrauen geben. 



Eindrückliche Aufnahme des Tages (aus Blick)






Eine Spinne arbeitet schon früh am Morgen, 
entsprechend feucht ist das Netz noch. (Reuters)


Kommentar im Wahlherbst:

Leider sind sich viele Politiker zu wenig bewusst,
wie wichtig das persönliche Netzwerk ist.

Buschauffeur von Ukrainer halb tot geschlagen


Die Problematik mit der Ausschaffung krimineller Ausländer war während der Wahlphase nur von der SVP thematisiert worden und wurde kaum diskutiert. Die anderen Parteien haben dieses Jahr etwas gelernt. Sie haben die Themen der SVP einfach leer laufen lassen und brachten es damit fertig, dass der SVP die Argumentationsplattform gleichsam entzogen wurde. Bei den Minarett- und Schäfchenplakaten führten früher die erbosten Proteste stets  dazu, dass die SVP ständig im Fokus der Aufmerksamkeit stand. Die Gegner wurden zu Steigbügelhalter der SVP.

Folgender Blickartikel - kurz vor den Wahlen - könnte nun der SVP zusätzliche Stimmen bringen. Diese Mediengeschichte weckt  Emotionen.  Bürgerinnen und Bürgern wird  mit dem Vorfall allen wieder bewusst , dass  die Umsetzung der  Ausschaffungsinitiative (die vom Volk angenommen wurde) verzögert wird. Sie sagen sich: So ein Schläger müsste ausgeschafft werden.

  Blick - der alles andere als das Leibblatt der SVP ist - durfte diese Geschichte nicht  ausklammern. Es gibt nämlich bei der Boulevardpresse auch eine Informationspflicht. Vor allem, wenn es um Emotionen, Blut und Tränen geht.

Ich zitiere Blick:


So sieht ein Mann aus, der nur knapp dem Tod entronnen ist.

Das linke Auge von Manuel Garay (60) aus Murg SG ist blutunterlaufen, er kann sich kaum bewegen. Der Bus-Chauffeur hat Prellungen am ganzen Körper, sein Schädel ist gebrochen. «Vom linken Ohr bis rüber zum anderen ist alles kaputt», sagt der gebürtige Spanier. «Ich habe nun Schrauben und Platten im Kiefer. Aber ich bin froh, dass ich noch lebe!»

Der Bus-Chauffeur wurde Sonntagabend beim Bahnhof in Ziegelbrücke GL brutal angegriffen und halb totgeschlagen. (BLICK berichtete).

«Ich hätte sterben können», sagt Garay. Dabei hatte ich noch nie Streit mit Passagieren. Ich fahre sogar Nachtbus und die jungen Leute haben es immer sehr gut mit mir.»

Früher arbeitete Familienvater Manuel Garay als Schreiner. «Doch der viele Staub tat mir nicht gut.» Deshalb setzt er sich vor zehn Jahren ans Bus-Steuer, wird Chauffeur. «Ich habe es nie bereut! Und jetzt ist mir das passiert!»

Zur Attacke kam es um 19 Uhr, kurz vor seiner letzten Fahrt. «Ich sass am Steuer und hatte die Türe offen, damit die Passagiere reinkommen und bei mir ein Billett lösen können.»

Er sieht einen Mann, der direkt vor der Türe eine Zigarette raucht. «Ich sagte ihm, dass er damit bitte etwas weiter weg zu den offiziellen Aschenbechern gehen soll.»

Aber der Ukrainer Denys S.* (24) ignoriert die Aufforderung. Manuel Garay geht zum ehemaligen Bodybuilder raus. Und: «Ich sagte ihm wieder, dass er weiter weg rauchen könne. Und ob ich es ihm noch ein drittes Mal sagen müsse. Da meinte er nur zu mir, ich solle meine Schnorre halten und haute mir voll eine rein!»

Manuel Garay stürzt zu Boden, wird ohnmächtig. Denys S. tritt weiter auf ihn ein.

«Er meinte, ich solle meine Schnorre halten und haute mir voll eine rein.»


Garays Arbeitskollege Peter Thoma (48) verkauft zur Tatzeit im Bus nebenan gerade Tickets, als er die brutale Attacke mitbekommt. Er lässt den Täter laufen, kümmert sich um seinen am Boden liegenden Kollegen. Blut tropft auf den Boden.

Garay wird schliesslich mit der Rega ins Kantonsspital nach St. Gallen geflogen.

«Ich bin Peter sehr dankbar», sagt der Schwerverletzte. «Wer weiss, ob ich ohne ihn überhaupt noch am Leben wäre.» Die Ärzte haben ihn bereits am Kiefer operiert. «Zum Glück lindern die Schmerzmittel das Schlimmste», so der Chauffeur.

Er ist froh, dass die Polizei Denys S. rasch verhaften konnte. Und was sagt er zum brutalen Schlägerangriff des Ukrainers? Manuel Garay: «Er soll hart bestraft werden. Sehr hart!»


Kommentar: Ich habe festgestellt, dass bei der Bevölkerung das Bedürfnis nach Sicherheit sehr hoch ist.
Wenn es die Politiker nicht fertig bringen, die subjektiven Aengste vor willkürlichen Gewalttaten aber auch Sachbeschädigungen  (wie Autos anzünden usw.) in der Bevölkerung zu reduzieren, so sind all jene Vorkommnisse, wie das Zusammenschlagen eines Bus-Chauffeurs, Wasser auf die Mühlen jener Parteien, die sich für Ruhe und Ordnung stark machen.
Nachtrag: 


Nun hat sich gezeigt, dass der Blick einen falschen Täter  abgebildet hatte.


Ich zitierte 20 Min (Blick hat die Korrektur noch nicht publiziert):



Dumm nur, dass der Mann auf dem Bild nicht der Ukrainer ist. Max Muster ist auch nicht 24 Jahre alt, sondern 29-jährig und absolut unschuldig. Sein einziges Vergehen ist, dass er einen ähnlichen Vornamen hat wie der Täter und keinen tadellosen Ruf in Glarus geniesst. Er sei kein Unschuldslamm, sagt eine Leser-Reporterin. Max Muster selbst wollte sich auf Anraten seines Anwaltes zum Fall nicht äussern.


Damit bekommt die Geschichte eine völlig neue Dimension. Sie verdeutlicht, was eine  Publikation bewirken kann. Sie veranschaulicht ferner, wie rasch eine Meinung gemacht werden kann.
Ich zweifle daran, dass all jene, die den Beitrag mit dem UKRAINER gelesen habe, die Korrektur ebenfalls mitbekommen haben. 

Dienstag, 11. Oktober 2011

Aus BLOG Persönlich. com:


Fortsetzung folgt auf Oben-ohne Foto der FDP Frauen

storybild


Vor Wochen habe ich die Werbekampagnen der FDP Frauen analysiert. Ich setzte schon damals einige Fragezeichen zur Werbeaktion mit der Generalsekretärin mit folgender Aufschrift auf dem schwarzen Balken: «Nicht mehr oben ohne».

Nun gibt es eine Fortsetzungsgeschichte, die ich letzte Woche auf 20min.ch las. Auf einem Balken posierte die Generalsekretärin der FDP Frauen im Juli «oben ohne» für mehr Frauen in Führungspositionen. Der «Blick» druckte das Bild unzensiert unter dem Titel «Freisinnige Nacktpanne».  Dafür muss er sich nun verantworten.



Denn für Esseiva war das eine klare Verletzung des Rechts an ihrem Bild und ein massiver Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte. «Niemand darf ohne mein Einverständnis ein bewusst technisch manipuliertes Bild von mir verwenden», sagte sie gegenüber 20min.ch. Deshalb habe sie beim Presserat eine Beschwerde gegen die Zeitung eingereicht.

Natürlich habe die Grafikerin einen Fehler gemacht, als sie eine Datei aufgeschaltet habe, bei der die verschiedenen Bildebenen nachträglich bearbeitbar gewesen seien, räumt Esseiva ein. Sie hätte jedoch nie damit gerechnet, dass dies getan werde. Mit ihrer Forderung an den Presserats werden die Bilder aber weder verschwinden, noch ist eine Richtigstellung zu empfehlen. Weshalb also dieser Schritt? «Mir geht es um das Recht an meinem Bild und um Stil im Journalismus», sagt die Freiburgerin. Es sei eine Chance zu zeigen, dass die Medien mit Frauen und Männern unterschiedlich umgingen. «Wenn der Grüne Nationalrat Bastien Girod nackt vor einem Polizeiauto posiert, finden das alle cool, aber bei mir als Frau macht man den Balken weg.»

Ob das Geschlecht Esseivas tatsächlich eine Rolle gespielt hat beim Entscheid, das Foto ohne Balken zu publizieren, ist offen. Bei Ringier, dem Verlag des «Blicks», wollte man dazu mit Verweis auf das hängige Verfahren keine Stellung nehmen.

Kommentar: In meinem ersten Beitrag über die «Oben ohne» Werbung hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass es bei PR-Aktionen immer auch darum geht, Aufmerksamkeit zu erlangen. Das haben die FDP Frauen mit ihrem Flyer eindeutig erreicht. So gesehen wäre schon die erste Aktion ein PR Erfolg gewesen. Oft wird in der Politik und Kunst nur deshalb provoziert, damit man einen Medienwirbel auslösen kann und zum Medienthema wird. Diese Methode hatte mitunter die SVP jahrelang mit Erfolg angewendet. Provokateure sind stets sauer, wenn sie ignoriert werden. So gesehen könnten eigentlich die FDP Frauen mit ihrer Aktion zufrieden sein. Sie hatten bewusst provoziert. Die FDP Frauen konnten – dank der Diskussionen in der Öffentlichkeit – ihr Anliegen  erläutern. Die jüngste Klage gibt den Frauen eigentlich erneute Publizität. Man spricht einmal mehr vom angeblich gelungenen «Oben-ohne»-Plakat. Die PR-Gruppe der FDP Frauen könnten sich somit erneut auf die Schultern klopfen. Wieder erlangte man mit dem analogen Plakat Aufmerksamkeit. Die Generalsekretärin zeigt sich nun im nachhinein unglücklich. Die Geschichte habe ihr letztlich geschadet, findet sie. «Blick» habe nun mit der Publikation des Bildes – ohne Balken – die Grenze überschritten.

Für mich hat diese  Fortsetzungsgeschichte verschiedene Ebenen:

Es geht um die rechtliche Frage: Hat «Blick» gegen die Persönlichkeitsrechte der Generalsekretärin der FDP Frauen verstossen, obwohl der Fehler bei der Grafikerin lag? Werden die FDP Frauen von dieser Geschichte PR mässig langfristig tatsächlich profitieren oder verlagert sich die Diskussion noch mehr auf jene Ebene, die von den Frauen nie gewünscht wurde (Frau als Sexobjekt)?

Die Geschichte bestätigt einmal mehr, dass es sich bei Marketingaktionen immer lohnt, mit Profis zu arbeiten, die keine dilettantischen Fehler machen. Auf dieses Problem habe ich verschiedentlich bei den heutigen Wahl-Spots hingewiesen, die kontraproduktiv sein können, weil sich Kandidaten vorschnell vor eine Kamera stellen und sich mit ihren Auftritten lächerlich machen.

Aus meiner Sicht das Wichtigste: Steht letztlich die gewünschte Kernbotschaft nach den Mediengeschichten im Zentrum oder war die Aktion doch kontraproduktiv? Das entscheiden immer nur die Adressaten und nicht die Macher. In diesem Fall hatte ich leider keine guten Rückmeldungen erhalten. Aufmerksamkeit zu erlangen ist das nur ein Aspekt. Das Wichtigste beim Marketing ist und bleibt die Vermittlung einer überzeugenden Kernbotschaft. Diese müsste verankert werden.

Marcus Knill
Dienstag, 11. Oktober 2011
Kategorie: Allgemeines




Montag, 10. Oktober 2011

Zu den Polit-Wortwolken in diesem Wahlherbst


Alle Parteien versuchen sich auf allen Ebenen zu profilieren. Die Stassenränder sind mit Plakaten vollgepflastert. Vor lauter Köpfen fehlt der Bevölkerung vielfach der Durchblick. Welche Partei - welcher Volksvertreter setzt sich für meine Anliegen ein? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil uns die Parteien mit Wortwolken einnebeln. Kernbotschaften sind kaum mehr zu erkennen.


Die SonntagsZeitung vom 9. Oktober hat dies mit auschaulichen WORTWOLKEN sehr gut dargestellt. Aus diesen Wortfetzen lässt sich immerhin ein besseres Profil der Versprechen und Kernbotschaften erkennen.




Wenn wir die Aussagen aus diesen Wortwolken destillieren, bleiben folgende Aussagen zurück:



FDP:


- die Leistung muss sich lohnen

- Wir sind für eine leistungsstarke Wirtschaft


- Wir sind für eine liberale Schweiz

- Wir sind kompetent

- Statt nach links oder rechts wollen wir vorwärts



Nach den Medienauftritten des Parteipräsidenten Pelli:




- Die Schweiz hat eine Erfolgsgeschichte 

- Wir wollen mit einem starken Finanzplatz dazu beitragen, dass der Wohlstand erhalten bleibt





CVP:



- Wir stärken die Familien

- Wir wollen Inhalte statt Lärm

- Wir wollen Lösungen statt Gejammer

- Unsere Schwerpunkte sind: Bildung, Sicherheit

- Wir wollen eine Schweiz ohne Schlagseite



Nach den Medienauftritten des Parteipräsidenten Darbellay:



- Wir wollen den bilateralen Weg

- Wir schaffen die Heiratsstrafe ab

- Wir wollen keine Krankenkassenbeiträge für Kinder

- Wir wollen den Atomausstieg geordnet schaffen



SVP:


- Stopp der Zuwanderung

- Die Ausschaffungsinitiative muss umgesetzt werden

- Unsere Partei bekämpft den EU Beitritt

- Wir stärken die Landwirtschaft



Nach den Medienauftritten des Parteipräsidenten Brunner:



- Wir sind gegen Masseneinwanderungen

- Wir dürfen uns nicht weiter verschulden

- Wir sind für ein Rentenalter von 65 Jahren für alle


SP:

- Wir sind fürs Umverteilen

- Die Reichen müssen zur Kasse gebeten werden


- Mieten und Krankenkassenprämien müssen für Arme verbilligt werden

- Wir fordern einen Mindestlohn 

- Wir wollen die Erbschaftsteuer  einzuführen



Nach den Medienauftritten des Parteipräsidenten Levrat:



- Wir sind für sozialen Ausgleich




- Wir fordern nicht nur Mindestlöhne sondern auch generell höhere Löhne

- Wir fordern verbilligte Mieten

- Slogan der Umverteilung: Für ALLE, statt für WENIGE





GRUENE:


Nach den Medienauftritten des Parteipräsidenten Leuenberger:

Wir sind:


- Für die Zukunft


- Für eine soziale Wirtschaft

- Für mehr Umweltschutz


- Für den sofortigen Atomausstieg

- Für Zuwanderung



Die GRUENLIBERALEN:

- Sie setzen auf Nachhaltigkeit




 BDP:


- fokussiert sich gegen Blocher

- Fokus auf "bürgerliche Kraft"

- Fokussiert sich auf Kompromissbereitschaft

- (Wir haben die beste Bundesrätin und lehnen jede Abwahl von Bisherigen ab)

- Unsere Partei ist jung und unverbraucht




Ich habe die Auftritte unzähliger Kandidaten mitverfolgt und stellte fest:


- Die Kandidierenden haben eine Vorliebe für abstrakte Formulierungen:

FREIHEIT- ZUKUNFT - SICHERHEIT - ENERGIEVERSORGUNG - NACHHALTIGKEIT. Solche Begriffe sind  besonders beliebt. Dieses Jahr ist der Verweis auf die SCHWEIZ generell hoch im Kurs. In den Wortwolken dominiert das Wort FUER....



Mein Kommentar:

- Die Kernbotschaft wird zu wenig visualisiert
- Worte müssten die passenden Bilder auslösen
- Die Bilder sollten jedoch zur  Botschaft passen
- Der Ruf (das Image) der Werbeträger ist wichtiger als die Botschaft

- Jede Partei hat Probleme mit Vorurteilen
- Im Grunde genommen ist nichts überzeugender als die eigene Ueberzeugung
- Somit ist es schwierig - mit noch so viel Werbung - die Bevölkerung umzustimmen

Die Parteien müssten sich in diesem Wahlkampf mit folgenden verbreiteten Vorwürfen besser auseinandersetzen:

Die FDP bleibt für viele die Partei der Banken und Bosse. Das negative Image von Bundesrat Villiger im Zusammenhang mit den Vorkommnissen der UBS hat das Vorurteil der Partei der Reichen und Banken zusätzlich zementiert ( Assoziationen zu Honegger, Kopp, Swissair, Boni) Dieses Image bringt die Partei kaum mehr los.

Die CVP hat durch die vielen Positionswechsel das Image von Wendehälse, von einer Wischi-waschi Partei.

Die SVP gilt als eine Volkspartei, die von einem Millardär gesteuert wird.
Der gravierendste Vorwurf: Sie ist nicht kompromissbereit und dadurch auch nicht regierungsfähig.

Die SP fordert nur und wünscht und wünscht. Sie sagt aber nicht, wer all die Forderungen zahlen soll. Wenn der Staat alle Wünsche erfüllen muss,  führt dies zwangsläufig zu Steuererhöhungen und einen Verschuldung. Die Partei hat das Image einer Umverteilungspartei.

Den GRUENEN wird vorgeworfen, sie nehme  im Hinblick mit dem sofortigen Umsteigen in Kauf, dass der Benzinpreis auf 4 Franken steigt und sich die Strompreise für die Bevölkerung verdoppeln. Bei der Förderung der Windenergie und der Nutzung der Windkraft zählen sie selbst (aus Umweltschutzgründen) zu den Blockierern.

Gedanken zur Kommunikation und Ausstrahlung der Parteien:
 



Die FDP: Sie lavierte zu oft. Sie sieht überall Feinde (Medien/andere Parteien). Es fehlt bei den Sprechern an Sympathieträgern 


Die CVP: Sie hat mehrere Kommunikationstalente (Leuthard/Darbellay/Schwaller/ Bischof). Leider schadet sich der Parteipräsident selbst, indem er oft zu forsch reinschiesst und dann zurückbuchstabieren muss.





Die SVP: Sie kommuniziert stets in einfacher Sprache und die Partei spricht mit "einer"Stimme. Doch fragt man sich. Es diese Partei wirklich die Partei des kleinen Mannes? Die Parteistrategen winden sich sehr, wenn es um Macht und Wirtschaftspfründe geht (Inhaltlich und kommunikativ)

.

Die SP: Sie bemüht sich den Kommunikationsgau mit dem fragwürdigen SP Parteiprogramm (Kapitalismus überwinden, Abschaffung der Armee, EU) zu konkretisieren. Der Beitritt zur EU kommt "vorläufig"nicht in Frage.  Erbschaftssteuer, Mindestlohn, Einheitskrankenkasse  generell die Umverteilung wurde ins Zentrum des Themenkatalogs gerückt. Trotz Banken-Boni-Euro-Krise konnte sich die Partei nicht richtig profilieren. Levrat kommuniziert verständlich und geschickt. Doch tritt er zu oft als poltender Gewerkschafter auf. Die Parteistrategen winden sich sehr, wenn es um Macht und Wirtschaftspfründe geht.


Die GRUENEN: Sie leiden immer noch unter dem Image der Körnchenpicker und Wolle-Bast-Hanf Politiker.




Die GRUENLIBERALEN: Hier dominiert der Präsident Bäumle. Neben ihm ist kaum noch jemand auszumachen. Er ist intelligent, hat ein gutes Mundwerk und verblüfft, weil er von Wirtschaft etwas versteht. Er muss aufpassen, dass er die Gegner nicht als "Zürischnurri" überfährt.


Die BDP:
sie profitiert vom Evelyne Widmer-Schlumpf Effekt. Die Frau ist klug, agiert geschickt, verliert nicht die Nerven, bleibt sachlich. Die Partei hat das Problem, dass sie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.




Fragen, die mir in diesen Tagen gestellt worden sind:


Welche Parteien überzeugten am meisten?

Wird weniger polarisiert als früher?

Wer gewinnt?


Wer im Bundesrat gewählt?



Ich bin nicht Politologe  möchte ich diese Fragen nur aus kommunikativer Sicht beurteilen.



Auch bei der politischen Kommunikation gilt es bei den Parteien vier Aspekte zu betrachten:



1.  Das SENSIBILISIEREN (Welche Themen werden aufgenommen?)


2.  Das VISUALISIEREN (Lassen die Parteien Bilder sprechen?)


3. Das MOBILISIEREN (Suchen sie Verbündete?)


4. Das PERSONIFIZIEREN (Setzen sie die richtigen Botschafter ein?)


Zur SENSIBILISIERUNG:


Hier verweise ich mich auf mein Destillat der Themen.
Die SVP nutzt zur Sensibilisierung Aengste und das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung und setzte auf ein Thema das unter den Nägeln brennt.


Die CVP setzt auf das Thema Familie


Die SP auf die Umverteilung und verspricht.......


Die  GRUENEN auf das Energieproblem


Zur VISUALISIERUNG:


Die Visualisierung ist bei den meisten Parteien ein Schwachpunkt (ausser bei der SVP).
Das "Ja" als Schlüsselwort ist bei der SP missverständlich und ohne Bild verknüpft. 
Die Kandidaten reden meist zu abstrakt und scheinen nicht gernt zu haben, wie EINE Dachbotschaft mit dem passenden BILD (BEISPIEL, GESCHICHTE oder ANALOGIE) verbunden d.h. visualisiert werden kann.
Wenn ein Gag zur Botschaft wird, stimmt etwas nicht.




Zur MOBILISIERUNG:


Die FDP wirkt demobilisierend. Der Alleingang wird sich rächen. Es fehlt die Vernetzung. Die Partei leidet unter der Demobiliserung der eigenen Wähler.
Bei der CVP mobilisiert der Leuthard- Effekt.
Bei der SP mobilisiert  Bundesrätin Sommaruga, so wie es bei der BDP mit Evelyne Widmer Schlumpf der Fall ist.


Die Frage nach der vermehrten Mobilisierung der jungen Wählerinnen ist künftig neu zu bedenken.




Zur PERSONIFIZIERUNG:


Die FDP hat nur in der welschen Schweiz eine Galionsfigur (BR Burkhalter).
Bundesrat Schneider - Ammann ist kommunikativ eine Hypothek.
Im Grunde genommen wäre Regierungsrätin Keller-Sutter eine Wahllokomotive.


Bei der CVP  kommt Darbellay zwar recht gut an. Doch schadet der Partei sein Zickzackkurs und sein Taktieren.










Wie stehen wir nun kurz vor den Wahlen im Wahlkampf.




Zur aktuellen Situation:


Die einzelnen Parteien versuchen sich im Endspurt nochmals zu positionieren. Die SVP will die Bevölkerung  für die Thematik "Stopp der Masseneinwanderung"  mobilisieren und deckt angeblich einen Geheimplan auf (Kurz nach den Wahlen soll es an einer Sitzung zu einer Annäherung an die EU kommen).




 Die CVP betont ihre Vermittlerfunktion und unterstreicht ihre Haltung in der Energiefrage. Galionsfigur ist ihre beliebte Vorzeige- Bundesrätin. Leider versucht Darbellay die SVP unter Druck zu bringen, indem er bekannt gibt, dass die CVP nur einen Kandidaten unterstützen werde, der hinter den bilateralen Verhandlungen steht.



Die SP scheint sich vom unnötigen Ballast endgültig befreit zu haben (Abschaffung der Armee und Ueberwindung des Kapitalismus). Sie setzt nun voll auf die Karten: Erbschaftssteuer, ohne den Mittelstand zu belasten, Mehr Lohn, billigere Wohnungen, Krankenkassenprämienermässigung für  Minderbemittelte und die Flugzeugbeschaffung, ohne das Volk zu befragen.



Die FDP  versucht sich weiterhin vom Image der BO- Partei (BOnzen und BOnibezüger) zu befreien und verlagert das Schwergewicht vom "Kampf gegen die Bürokratie" zu einer "Partei liberaldenkender Menschen, die Leistungen nicht bestraft".



Zur Frage: Weshalb ist der Wahlkampf so flau?


Die Parteien haben gelernt, sich nicht von den Plakaten der SVP  provozieren zu lassen. Die SVP muss sich im Hinblick auf die Ständeratswahlen staatsmännischer geben. Dennoch finde ich den Wahlkampf gar nicht so flau. Ich gehe sogar davon aus, dass sich die Stimmbeteiligung am Schluss sehen lassen wird.

In den Bergen ist bereits der Winter  eingekehrt
- bei uns wurde es gestern jetzt richtig Herbst


Foto 20 Min: