Sonntag, 9. Oktober 2011

Jörg Kachelmann endgültig freigesprochen






Es ist und bleibt richtig, dass einem Beschuldigten allfällige Straftaten nachgewiesen werden müssen und nicht umgekehrt. Die Devise muss lauten: im Zweifel für den Angeklagten.


Ich zitiere Tagi:


Jörg Kachelmann ist endgültig frei

Der Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung ist rechtskräftig. Die Revisionsanträge wurden zurückgenommen.


  Gut gelaunte Anwältin, nachdenklicher Mandant: Andrea Combé verlässt mit dem freigesprochenen Jörg Kachelmann die Tiefgarage des Gerichts. (31. Mai 2011)


Fragen: 


Wie wird der Beschuldigte entschädigt?


Wie hoch ist sein Reputationsschaden?

Auch wir haben viel über den Fall geschrieben.


Auszug aus den zahlreichen LINKS:


29. Febr. 2008 ... Im November 2007 verbreiteten die Medien eine Aussage, die der Meteorologe Jörg Kachelmann angeblich gemacht haben soll. Es wurde im ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/02_29/index.html
Sex bei 120 Sachen: Im November 2007 verbreiteten die Medien eine Aussage, wonach Starmeteoro- loge Jörg Kachelmann angeblich “Sex bei 120 Sachen” ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_02/persoenlich.pdf
24. März 2010 ... Der Wetterfrosch Jürg Kachelmann ist in Untersuchungshaft. Für Promis gilt: Im Zweifel für den Angeklagten. Dass Menschen mit erfundenen ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/03_24/index.html
3. Nov. 2010 ... Einmal mehr handelte Jörg Kachelmann gezielt prozesstaktisch. Seine Anwälte wissen, dass sich Richter von der öffentlichen Meinung ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_03/index.html
28. März 2010 ... März, 2010. Der TV-Meterologe Jörg Kachelmann ist weiter in den Medien. Er wurde am 20. März aufgrund eines Vergewaltigungsverdacht in ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/03_28/index.html
31. Mai 2011 ... März, 2010 · Jörg Kachelmann und die Wurstmaschine. Nach 43 Verhandlungstagen hat das Landgericht Mannheim Jörg Kachelman ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/05_31a/index.html
6. Juni 2010 ... «Meteo-Rhetorik» und Kachelmanns Verhalten. Medienrhetorik. Jörg Kachelmann schuf vor einigen Jahren ein neues Meteo-Vokabular. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/07_04/06_10.pd
12. Nov. 2010 ... Aus dem Tagi: Im Prozess gegen Jörg Kachelmann ist die Ärztin befragt worden, die bei Sabine W. Verletzungen nach der mutmasslichen Tat ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_12/index.htm
29. Juli 2010 ... Heute um 13:34 trat Jörg Kachelmann ins Freie. Er lächelte frisch rasiert in die Kameras. Liess seinen Anwalt reden und schwieg selber. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/07_29/index.html
4. Nov. 2007 ... Wetterfrosch Jörg Kachelmann sogar mit Sex bei 120 Kilometern pro Stunde und fügte bei - als finde er es lustig - "und trotzdem passierte kein ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_04/index.html



teaser image

Samstag, 8. Oktober 2011

Leserfoto aus 20 Min:



Der erste Schnee

Mit einem Logo weltweit bekannt geworden


Mit einer Variation des Firmenlogos hat es ein Design-Student aus Hongkong nach dem Tod von Steve Jobs schlagartig zu Ruhm gebracht – AT&T verzeichnet einen wahren Ansturm auf das neue iPhone.

Quelle TAGI:
Logo zu Ehren von Steve Jobs verändert: Jonathan Mak.

Logo zu Ehren von Steve Jobs verändert: Jonathan Mak.
Bild: AFP

Er fühle sich überwältigt und «geschmeichelt» über die rasche Verbreitung seines Werks, sagte der 19-jährige Urheber des Bilds, Jonathan Mak, am Freitag in Hongkong. Sein Werk zeigt den typischen Apfel, anstelle der üblichen Bissspur jedoch die Silhouette von Jobs mit seiner markanten Nickelbrille. Die deutsche Zeitung «Welt» druckte es am Freitag auf der Titelseite ab.

Die Täter werden nach den Bedürfnissen gefragt



Es konnte nachgewiesen werden, dass die Krawalle an den illegalen Partys nicht politisch motiviert waren. Es wurde aus Langeweile und aus Lust an der Konfrontation mit der Polizei Gewalt ausgelebt und Sachbeschädigungen ausgeübt. Erstaunlich, dass  der Staat glaubt, er könne dieser Gewalt mit einem Fragekatalog begegnen, indem die Täter nach den Wünschen und Bedürfnissen gefragt werden. 

Erstaunlich, dass der Staat genau dies macht, wie es Kuschelpädagogen vor Jahren gemacht haben, die nicht mehr den Mut hatten Spielregeln durchzusetzen nach dem Motto: Wer randaliert oder kriminelle Handlungen ausübt, hat einen Grund. Seine Bedürfnisse sind ernst zu nehmen. Ein Kind, das dem Tischnachbarn in der Schule einen Bleistift in die Hand bohrt, ist nicht mehr in seinem Verhalten gestört (verhaltensgestört darf nicht gesagt werden), sondern aus Sicht gewisser Psychologen ist er nur verhaltensauffällig oder sogar  verhaltensoriginell.


Sollen nun Gewalttäter "aus Lust an der Gewalt"  die volle Zuwendung bekommen und damit für die Taten  gleichsam noch belohnt werden?


Ich zitiere den Tagi:






Die Stadt Zürich reagiert auf die Krawallen im September: Sie fordert auf der Internetplattform Facebook die Jugendlichen auf, acht Fragen zu beantworten. Das schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Unter anderem dürfen sich die Jugendlichen dazu äussern, was sie in Zürich am meisten nervt, wenn sie in den Ausgang gehen.
Sie werden auf der Seite «fertigpuff», die bereits 1801 Fans hat, gefragt, wie sie im Ausgang den Umgang mit der Polizei erleben und wie die Polizei ihr Verhalten verbessern könne, ohne die polizeilichen Aufgaben zu vernachlässigen.


Stadtrat hofft auf kreative Vorschläge



 Die Stadt will die Rückmeldungen sammeln und realisierbare Lösungen in künftige Strategien einfliessen lassen. «Wir erhoffen uns viele interessante und kreative Vorschläge», lässt sich der Zürcher Stadtrat und Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) in der Mitteilung zitieren.
In der Stadt Zürich war es Mitte September am Bellevue, am Central und in der Nähe des Hauptbahnhofes zu schweren Ausschreitungen gekommen. Unbekannte hatten mehrmals zu illegalen Freiluftpartys aufgerufen. Diese endeten in gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte Gummischrot, Wasserwerfer und Reizstoff ein.


Kommentar: Es wäre eine verkehrte Welt, wenn die Opfer und Geschädigten mit den unverschuldeten Schäden sich selbst überlassen bleiben. Die Täter  hingegen ernst genommen werden und - wie vorgesehen -  nach ihren Bedürfnissen gefragt werden. Sie würden damit  für ihr sinnloses Tun aus Langeweile gleichsam noch belohnt.    

Nach den warmen, herrlichen
 "Altweibersommer"- Wochen:

 Wintereinbruch im Herbst?


Winter im Herbst

Bild des Tages (aus 20 Min)





«Wie schön doch die Gemüse-Liebe sein kann»



Freitag, 7. Oktober 2011

Ständeratskandidaten auf dem hohen Seil


Am Mittwochabend 5.10.11 traten die Zürcher Ständeratskandidaten im Kaufleuten gegeneinander an.
Ich habe die Spitzenkandidaten für Blick am Abend unter die Lupe genommen.

Spitzenkampf um die beiden Zürcher Ständeratssitze (v.l.): Alt-Bundesrat Christoph Blocher (SVP) tritt gegen die amtierenden Ständeräte Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) an.

Spitzenkampf um die beiden Zürcher Ständeratssitze (v.l.): Alt-Bundesrat Christoph Blocher (SVP) tritt gegen die amtierenden Ständeräte Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) an.
Bild: Keystone


Die Bisherigen Gutzwiller und Diener, Kandidatin Ingold, Moderator Edgar Schuler und die Kandidaten Blocher, Glättli, Hany und Hardegger (v. l.). Foto: Sabina Bobst
Die Bisherigen Gutzwiller und Diener, Kandidatin Ingold, Moderator Edgar Schuler und die Kandidaten Blocher, Glättli, Hany und Hardegger (v. l.). Foto: Sabina Bobst 



Zürcher Ständeratskandidaten unter der Lupe




Marcus Knill beurteilt die subjektive Wirkung der Spitzenkandidaten


Quelle Blick am Abend




18 Tage vor der Ständeratswahl kreuzten  im Kaufleutensaal in Zürich am Mittwochabend die wichtigsten Kandidaten die Klingen. Die bisherigen Ständeräte Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) traten gegen Altbundesrat und 
Exnationalrat Christoph Blocher (SVP)) an. Mit von der Partie waren auch Urs Hany (CVP), Maja Ingold (EVP), sowie Balthasar Glättli (Grüne) und Thomas Hardegger (SP), die ebenfalls einen Sitz in der kleinen Kammer ergattern möchten.

Nachfolgend beschränke ich mich in meiner Blitzanalyse in erster Linie auf die drei  Spitzenkandidaten und beleuchte wahrgenommene Stärken, aber auch  Störfelder. Blocher, Diener und Gutzwiller sind erfahrene und rhetorisch gewandte Debattierer.

Ueberraschend belebte jedoch der Schlagabtausch Glättli- Blocher das Wahlpodium, das von Edgar Schuler (Tages-Anzeiger) recht gut moderiert wurde.







Christoph Blocher:

Vollblutpolitiker  Blocher ist und bleibt ein Phänomen. Wie bei anderen Auftritten, polarisierte er auch in diesem Streitgespräch. Er provozierte die Gegner und punktete bei seiner „Gemeinde“. Von den zahlreichen Claqueuren der links-grünen Seite liess er sich nicht irritieren. Es gelang es ihm,  trotz vieler rhetorischer Mängel (konstant zu laute Stimme, falscher Umgang mit dem Handmikrofon usw,) – seine Kernbotschaft jeweils so zu vermitteln, dass sie das Publikum nachvollziehen konnte. Blochers Hauptstärke: Er glaubt an das, was er sagt. Auch wenn er zu lang  sprach, hörte ihm das Publikum aufmerksam zu. Das Publikum spürt, ob die Einstellung und das Engagement eines Redners mit seiner Botschaft übereinstimmen.



Verena Diener:

Die  Ständerätin hielt sich eine halbe Stunde lang zurück. Wer nichts sagt, sagt bekanntlich nichts Falsches. Dann aber sprach sie ruhig, glaubwürdig und bedacht.

Sie suchte keine Konfrontation. Gegenüber Blocher positionierte sie sich dennoch eindeutig.

Diener überzeugte mich trotz ihres etwas divahaften Verhaltens.



Felix Gutzwiller:

Der Präventivmediziner gab sich weniger hektisch, als bei seinen  Medienauftritten üblich. Zum Beispiel bei Giaccobbo. Bei allen heiklen Auftritten wirkt er  immer echt. Die spürbare Zurückhaltung mit den diplomatischen Antworten ist vielleicht auf die Sandwichsituation (Loyalität gegenüber der Kollegin versus Vermeidung der Konfrontation  mit der SVP) zurückzuführen.  






Da die Kandidaten der  „zweiten Liga“ ebenfalls recht gut argumentierten, war ein Sieger schwer aus zu machen. Balthasar Glättli zeigte sich kämpferisch, war dennoch erstaunlich dialogisch. Thomas Hardegger agierte argumentationstechnisch geschickt und auch Maja Ingold  und Urs Hany durften sich sehen lassen. Dennoch punktete bei mir Felix Gutzwiller am meisten, er wirkte  am glaubwürdigsten.

 Nicht nur die zahlreichen lästigen technischen Störungen waren ärgerlich,  auch die  Seitengespräche Dieners und Gutzwillers während der Diskussion störten.



Fazit:

So vage und unklar die Frage beantwortet werden konnte, wie viel Geld der Partei für den Wahlkampf zur Verfügung stehe und wie viel jeder persönlich  aufwende, so diffus waren auch viele  Lösungsansätze bei der Ausländer- und Energiefrage. Zu viele Nebelkerzen wurden gezündet, klare Standpunkte gab es wenige.