Verena Diener wird vorgeworfen: Sie predige Wasser und trinke Wein
Es ist zu viel verlangt, wenn man von Vorbildern Uebermenschliches verlangt.
Politiker, Lehrer, Theologen sind auch nur Menschen und wir dürfen nicht erwarten, dass sie völlig unfehlbar sind. Wenn jedoch eine Person, die Wasser predigt, d.h. sich selbst nicht an das hält, was sie verkündet, muss sie damit rechnen, zum Medienthema zu werden. Details werden öffentlich ausgetragen.
So ist es Verena Diener ergangen. Die nachfolgenden Artikel verdeutlichen dies (Quelle TAGI):
Ihre Partei kämpft gegen die Zersiedelung an. Derweil
besitzt Ständerätin Verena Diener ein Ferienhaus. Das sei Privatsache,
heisst es bei den Grünliberalen.
Besitzt ein Ferienhaus in Deutschland: GLP-Ständerätin Verena Diener.
Bild: Keystone
Muss ein Politiker vorleben, was er predigt? Häme ergoss sich vor zwei
Wochen über Ruth Genner, weil sich die grüne Stadträtin mit einer
Limousine ins Urnerland chauffieren liess. Und erneut stellt sich die
Frage, inwieweit ein Politiker in seinem Alltag ein Vorbild abgeben
muss. Im Fokus steht
Verena Diener,
deren Politik sich konsequent an ökologischer Nachhaltigkeit
orientiert, wie sie auf ihrer Homepage anpreist. Die GLP-Ständerätin
besitzt in der Nähe von Stein am Rhein auf deutschem Boden ein
Ferienhaus – in Wangen an einem Hang, den die Dorfbewohner
«Millionenhügel» nennen (TA von gestern).
Wie kommt das an in
einer Partei, welche «die fortschreitende Zersiedelung und den
ungebremsten Bodenverbrauch» bekämpft? Und die verlangt, die gerade im
ländlichen Raum «überdimensionierten Bauzonen» seien zu verkleinern?
Martin Bäumle, Präsident der
Grünliberalen Schweiz, hält sich zurück: «Was meine Mitglieder in ihrem Privatleben machen, ist ihre Sache.»
Gian von Planta,
Fraktionschef im Stadtzürcher Gemeinderat, bezeichnet Dieners Verhalten
hingegen als «nicht gerade imagefördernd» für die Partei.
Thomas Maier,
Fraktionschef im Kantonsrat, kennt Dieners Fall nicht, wie er
versichert. Er sagt aber: «Als Liberale wollen wir den Lebensstil der
Leute nicht bis ins kleinste Detail vorschreiben.» Entscheidend sei die
ökologische Gesamtbilanz. Ein Ferienhaus in der Nähe zu besitzen, könne
ökologischer sein als drei bis vier Langstreckenflüge pro Jahr in
exotische Länder. Maier verzichtet auf ein Ferienhaus. Er nutze gerne
die Annehmlichkeiten eines Hotels und möchte so wenig wie möglich zur
Zersiedelung beitragen.
Auch Grüne haben Ferienhäuser
Gemeinderat
von Planta besitzt ebenfalls kein Feriendomizil, wohl aber seine Eltern
in ihrem Heimatort Zuoz GR. Diese benutzen die Wohnung während der
sechs warmen Monate im Jahr, in der Wintersaison wechseln sich von
Planta und seine Brüder ab: «Kalte Betten gibts bei uns nicht.»
GLP-Nationalrätin
Tiana Moser verteidigt Diener: Diese sei frei in ihrem Entscheid. Von
Bedeutung sei, ob ein Haus in die grüne Wiese gebaut werde: «Das war
meines Wissens hier nicht der Fall.» Die Grünen sparen ebenso mit Kritik
– wohl nicht zufällig, denn auch in ihren Reihen gibt es
Ferienhausbesitzer, wie Kantonsrätin
Esther Guyer seufzend einräumt: «Jeder muss selber zur Einsicht gelangen, dass das nicht sinnvoll ist.»
Verena Diener war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
(Tages-Anzeiger)
Kommentar:
Auch Grüne dürfen Ferienhäuser haben. Es ist aber nicht professionell, wenn man nach der Publikation eines Sachverhaltes schweigt. Schlimmer waren vor allem die fadenscheinigen Selbstschutzbehauptungen, als gestern publik wurde, dass Verena Diener auch noch ohne Baubewilligung einen Schuppen im Garten des Ferienhauses erstellen liess. Sie begründete dies mit Aussagen, wie:
Ich habe nicht gewusst dass es eine Baubewilligung braucht- Ich habe den Nachbarn mündlich informiert.
Diese Geschichten können der erfolgreichen Politikerin wertvolle Stimmen kosten.
Aus Tagi online:
Verena Diener wegen illegalem Gartenhäuschen in der Kritik
Gegen die Zürcher Ständerätin Verena Diener läuft
in Deutschland ein Verfahren. Sie soll ohne Bewilligung ein Gartenhaus
gebaut haben.
Ohne Bewilligung gebaut: Ständerätin Verena Diener.
Bild: Keystone
Verena Diener ist Mitglied der
Grünliberalen und
sitzt für den Kanton Zürich im Stöckli. Und neuerdings besitzt sie ein
Haus privilegierter Lage in Wangen, auf der deutschen Seite des
Bodensees, wie die «Aargauer Zeitung» heute Mittwoch schreibt. Das Haus
der Ständerätin gehöre zu einem Ensemble von grosszügigen Häusern und
liege an einem Hang, den die Dorfbewohner als «Millionenhügel»
bezeichnen, wo vor allem «Zweitwohnsitzler» hausen würden.
Dort
hat Diener laut AZ ein Gartenhaus gebaut, ohne dafür eine Baubewilligung
einzuholen – ausgerechnet in jener Bauzone in Wangen sind so genannte
Nebenbauten nicht erlaubt.
«Es war nach Auskunft des Erbauers nicht
notwendig, eine Bewilligung einzuholen, und die Nachbarin wurde von uns
mündlich vorgängig informiert», sagt Diener gegenüber der AZ. Während
sie den Bau als «kleines Gerätegartenhäuschen» bezeichnet, spricht ein
Nachbar von einer «massiven Verbauung des Hanges» vor dem Haus.
Jetzt
läuft gegen Diener ein sogenanntes Widerspruchsverfahren. Und Diener
hofft, dass ihr Gartenhaus nachträglich legalisiert wird. Bei den
Behörden in Wangen ist laut AZ ein entsprechender Antrag hängig, der am
kommenden Montag im Gemeinderat behandelt werden soll.