Sonntag, 2. Oktober 2011

Krisenkommunikation und Medien


Einführungstext


Krisen managen heisst nicht nur Krisen erkennen und vorbeugen. Viele Unternehmen haben allmählich erkannt, dass das Meistern von Krisen längst vor einer möglichen Krise beginnen muss.



Viele Institutionen  liessen wärend der letzten Jahre Handbücher (Manuels, Checklisten mit aktualisierten Telefonlisten)  ausgearbeiten und lassen sich dabei meist fachgerecht beraten. Die Handbücher werden laufend aktualisiert, damit allfällige Krisen erfolgreich bewältigt werden können.




Doch kommen meist die regelmässigen professionellen Medientrainings mit der obersten Führungsebene zu kurz. vielleicht im Glauben, ein kurzfristiges Briefing sei dann schon noch möglich. Die ist jedoch ein Irrglaube. Praxisorientiertes Training bedarf genügend Zeit!






Hier ein paar wichtige Erkenntnisse aus unseren bewährten Modulen (Umgang mit Medien vor Krisensituationen):









1. Sicherheit bekommt man nicht durch Theorie.





Trotz fachgerechter Erläuterungen unterlaufen den meisten Ungeübten im Training gravierende Fehler. Dies ist normal aber heilsam. Wenn prozessorientierte Fälle mit Experten vor der Kamera geübt werden, wächst die Erfolgsbilanz erstaunlich rasch. In unseren Intensivseminaren werden konkrete Situationen simuliert. (Live Interviews, Statements und überraschende Anfragen von Journalisten).







2. Wie im Sport müssten diese Checks mittelfristig alle zwei Jahre wiederholt werden, damit die Nachhaltigkeit gewährleistet bleibt.





Nur durch praktisches Ueben und durch regelmässiges Training halten Sie sich fit. Im Krisenfall werden Ihnen dann die harten Fragen der Journalisten irgendwie bekannt vorkommen.





3. Die  Szenarien müssen im Simulator möglichst realistisch inszeniert sein.







Unsere Profi Journalisten bereiten sich für jede Institution individuell und sehr gründlich vor und Sie werden bei uns - wie ein Pilot im Simulator -  mit verschiedenen realistischen Situation konfrontiert. Sie haben bei uns das Gefühl, dass Sie später tatsächlich in so eine realistische Situationen geraten könnten.







3. Lassen Sie sich nur von erfahrenen Experten coachen.


Auf dem Markt gibt es  Journalisten, die Seminare anbieten, nur um damit ein Zubrot zu verdienen.
Doch mangelt es ihnen am didaktischen Wissen und der Erfahrung als Coach mit Erwachsenen.
Der Lerneffekt bei unseren Seminaren ist dank des Expertenstatus des Teams sehr hoch. Wir arbeiten nur mit Profis. Dank fachgerechter Feedbackverfahren und kleiner Gruppen ist unsere Ausbildung effizient. Aufwand und Ertrag darf sich sehen lassen.


Was Sie in unseren Intensivseminaren mitnehmen:


- Es wird Ihnen bewusst, dass Radio und Fernsehen  "NEBENBEIMEDIEN" sind. Weil beim Konsumieren die Aufmerksamkeit meist recht gering ist und die Zuhörer oder Zuschauer  nur so nebenbei zuhören oder zusehen, lernen Sie bei uns  in etwa fünf Sätzen mediengerecht antworten.

- Sie werden auch befähigt, kurz, klar, einfach und verständlich zu formulieren.

- Sie lernen bei uns, die wesentlichsten Themen in 30 Sekunden auf den Punkt zu bringen und zwar so, dass sie "Otto-Normalverbraucher" versteht.

- Sie lernen die Kernbotschaft zu definieren und mit Worten zu visualisieren.

- In unseren Seminaren wird Ihnen bewusst, welche Marotten sich eingeschlichen hatten und erkennen dass es bei der Krisenkommunikation besonders wichtig ist, dass auf Fachjargon, Fremdwörter und vor allem auf Spekulationen, Prognosen und Schuldzuweisungen verzichtet werden muss.
Dank fachgerechten Videofeedback erkennen Sie viele Defizite selbst. Beispielsweise das Wiederholen von Vorwürfen, Reizworten oder negativer Begriffe.



- Ferner erkennen Sie, dass in Krisen Vertrauen und Akzeptanz sehr wichtig sind. Vor allem ist die Wirkung Ihrer Person wichtig. Sie werden selbst erkennen, dass Sie nur dann überzeugen, wenn sie echt und natürlich kommunizieren. Ohne Training sind Sie in Stress- Situationen alles andere als natürlich. Deshalb müssen Sie sich im Simulator an die unnatürliche Situation vor Mikrofon und Kamera  gewöhnen. Natürlich und glaubwürdige Auftritte können gelernt werden wie das ABC in der Schule.

- Etwas vom Wichtigsten:

Die Oeffentlichkeit macht sich ein Bild von Ihnen und Ihrem Unternehmen.
Im Grunde genommen ist Ihr Bild die Botschaft.

Samstag, 1. Oktober 2011

Verena Diener wird vorgeworfen: Sie predige Wasser und trinke Wein



Es ist zu viel verlangt, wenn man von Vorbildern Uebermenschliches verlangt. 
Politiker, Lehrer, Theologen sind auch nur Menschen und wir dürfen nicht erwarten, dass sie völlig unfehlbar sind. Wenn jedoch eine Person, die Wasser predigt, d.h. sich selbst nicht an das  hält, was sie verkündet, muss sie damit rechnen, zum  Medienthema zu werden.  Details werden öffentlich ausgetragen.
So ist es Verena Diener ergangen. Die nachfolgenden Artikel verdeutlichen dies (Quelle TAGI):


Ihre Partei kämpft gegen die Zersiedelung an. Derweil besitzt Ständerätin Verena Diener ein Ferienhaus. Das sei Privatsache, heisst es bei den Grünliberalen.

Besitzt ein Ferienhaus in Deutschland: GLP-Ständerätin Verena Diener.

Besitzt ein Ferienhaus in Deutschland: GLP-Ständerätin Verena Diener.
Bild: Keystone

Muss ein Politiker vorleben, was er predigt? Häme ergoss sich vor zwei Wochen über Ruth Genner, weil sich die grüne Stadträtin mit einer Limousine ins Urnerland chauffieren liess. Und erneut stellt sich die Frage, inwieweit ein Politiker in seinem Alltag ein Vorbild abgeben muss. Im Fokus steht Verena Diener, deren Politik sich konsequent an ökologischer Nachhaltigkeit orientiert, wie sie auf ihrer Homepage anpreist. Die GLP-Ständerätin besitzt in der Nähe von Stein am Rhein auf deutschem Boden ein Ferienhaus – in Wangen an einem Hang, den die Dorfbewohner «Millionenhügel» nennen (TA von gestern).


Wie kommt das an in einer Partei, welche «die fortschreitende Zersiedelung und den ungebremsten Bodenverbrauch» bekämpft? Und die verlangt, die gerade im ländlichen Raum «überdimensionierten Bauzonen» seien zu verkleinern? Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen Schweiz, hält sich zurück: «Was meine Mitglieder in ihrem Privatleben machen, ist ihre Sache.» Gian von Planta, Fraktionschef im Stadtzürcher Gemeinderat, bezeichnet Dieners Verhalten hingegen als «nicht gerade imagefördernd» für die Partei. Thomas Maier, Fraktionschef im Kantonsrat, kennt Dieners Fall nicht, wie er versichert. Er sagt aber: «Als Liberale wollen wir den Lebensstil der Leute nicht bis ins kleinste Detail vorschreiben.» Entscheidend sei die ökologische Gesamtbilanz. Ein Ferienhaus in der Nähe zu besitzen, könne ökologischer sein als drei bis vier Langstreckenflüge pro Jahr in exotische Länder. Maier verzichtet auf ein Ferienhaus. Er nutze gerne die Annehmlichkeiten eines Hotels und möchte so wenig wie möglich zur Zersiedelung beitragen.


Auch Grüne haben Ferienhäuser


Gemeinderat von Planta besitzt ebenfalls kein Feriendomizil, wohl aber seine Eltern in ihrem Heimatort Zuoz GR. Diese benutzen die Wohnung während der sechs warmen Monate im Jahr, in der Wintersaison wechseln sich von Planta und seine Brüder ab: «Kalte Betten gibts bei uns nicht.»
GLP-Nationalrätin Tiana Moser verteidigt Diener: Diese sei frei in ihrem Entscheid. Von Bedeutung sei, ob ein Haus in die grüne Wiese gebaut werde: «Das war meines Wissens hier nicht der Fall.» Die Grünen sparen ebenso mit Kritik – wohl nicht zufällig, denn auch in ihren Reihen gibt es Ferienhausbesitzer, wie Kantonsrätin Esther Guyer seufzend einräumt: «Jeder muss selber zur Einsicht gelangen, dass das nicht sinnvoll ist.»
Verena Diener war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Tages-Anzeiger)


Kommentar:

Auch Grüne dürfen Ferienhäuser haben.  Es ist aber nicht professionell, wenn man nach der Publikation eines Sachverhaltes schweigt. Schlimmer waren vor allem die fadenscheinigen Selbstschutzbehauptungen, als gestern publik wurde, dass Verena Diener auch noch ohne Baubewilligung einen Schuppen im Garten des Ferienhauses erstellen liess. Sie begründete dies mit Aussagen, wie:
Ich habe nicht gewusst dass es eine Baubewilligung braucht- Ich habe den Nachbarn mündlich informiert.

Diese Geschichten können der erfolgreichen Politikerin wertvolle Stimmen kosten. 
Aus Tagi online:


Verena Diener wegen illegalem Gartenhäuschen in der Kritik

Gegen die Zürcher Ständerätin Verena Diener läuft in Deutschland ein Verfahren. Sie soll ohne Bewilligung ein Gartenhaus gebaut haben. 

Ohne Bewilligung gebaut: Ständerätin Verena Diener.

Ohne Bewilligung gebaut: Ständerätin Verena Diener.
Bild: Keystone

Verena Diener ist Mitglied der Grünliberalen und sitzt für den Kanton Zürich im Stöckli. Und neuerdings besitzt sie ein Haus privilegierter Lage in Wangen, auf der deutschen Seite des Bodensees, wie die «Aargauer Zeitung» heute Mittwoch schreibt. Das Haus der Ständerätin gehöre zu einem Ensemble von grosszügigen Häusern und liege an einem Hang, den die Dorfbewohner als «Millionenhügel» bezeichnen, wo vor allem «Zweitwohnsitzler» hausen würden.
Dort hat Diener laut AZ ein Gartenhaus gebaut, ohne dafür eine Baubewilligung einzuholen – ausgerechnet in jener Bauzone in Wangen sind so genannte Nebenbauten nicht erlaubt.


«Es war nach Auskunft des Erbauers nicht notwendig, eine Bewilligung einzuholen, und die Nachbarin wurde von uns mündlich vorgängig informiert», sagt Diener gegenüber der AZ. Während sie den Bau als «kleines Gerätegartenhäuschen» bezeichnet, spricht ein Nachbar von einer «massiven Verbauung des Hanges» vor dem Haus.


Jetzt läuft gegen Diener ein sogenanntes Widerspruchsverfahren. Und Diener hofft, dass ihr Gartenhaus nachträglich legalisiert wird. Bei den Behörden in Wangen ist laut AZ ein entsprechender Antrag hängig, der am kommenden Montag im Gemeinderat behandelt werden soll.

Das SF will den Schweizer Schönheitswettbewerb künftig nicht mehr ausstrahlen. 

Wir werden diese MISS Sendung nicht verMISSen.





Freitag, 30. September 2011

Ermotti legt 13 "Nicht UBS Mandate" ab


Als mich die Wirtschaftsjournalistin (Tagi) heute am Telefon gefragt hatte, wie ich den nachträglichen Rückzieher des neuen UBS Chefs Sergio Ermotti  beurteile, wies ich darauf hin, dass die UBS Vorgesetzten alle Mandate gekannt hätten. Ermotti wurden sie damals angeblich in  seiner alten Rolle genehmigt.  Dass es aber richtig und verständlich sei, wenn der CEO in der neuen Rolle diese Mandate rasch und geordnet abgelegt habe. Jetzt stehe er  in einer neuen Funktion  in der Oeffentlichkeit und die Mandate wären somit nicht mehr tragbar gewesen.
Nach meinen Recherchen wurde Ermotti nicht unter Druck gesetzt. Der Uebergang soll geordnet erfolgen. Somit scheint aus dieser Sicht der Entscheid Ermottis richtig und könnte den UBS Chef  nicht mehr schaden.
Hinsichtlich BRANDING (Image) hat die UBS aber einen so enormen Vertrauensverlust erlitten, der mit dieser Handlung noch lange nicht vom Tisch ist. Zu viele negativen Vorkommnisse sind "eingebrannt" und sind auch noch lange nicht  vernarbt.  


 Tagi online fragt (Ich zitiere):


Warum erst jetzt?

Von Olivia Kühni 
Nach mehreren Presseberichten hat der neue UBS-Chef Sergio Ermotti angekündigt, seine externen Mandate abzugeben. Dass die Grossbank erst auf Druck reagierte, wird kritisiert.

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Der neue Chef bei der Schweizer Grossbank: Sergio Ermotti am UBS-Treffen in Singapur, 21. September 2011.
Bild: Reuters

   

Die UBS (UBSN 10.52 -6.90%) hat reagiert. Der neue Chef Sergio Ermotti werde «alle privaten Mandate rasch, aber geordnet in neue Hände übergeben», liess die Bank gestern verlauten. Die Ankündigung erfolgte, nachdem Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und weitere Medien berichtet hatten, dass Ermotti VR-Präsident bei in Panama registrierten Firmen ist. Unter dem Dach dieser Firmen werden Tessiner Hotels betrieben.
Panama gilt seit Jahrzehnten als Steuerfluchthafen. Es gibt keine Hinweise, dass die betreffenden Unternehmen aus diesem Grund dort seit den späten 1970-er Jahren registriert sind. Dennoch hätte die Tatsache die UBS bei der Anstellung Ermottis im Frühling aufhorchen lassen müssen – alleine aufgrund des Imageschadens, den die Assoziation Panamas mit einem ihrer Geschäftsleitungsmitglieder anrichten könnte.


Unter besonderer Beobachtung


Die UBS wird mit Argusaugen beobachtet – nicht nur von den Medien, sondern auch von den Bürgern, der Politik, den Märkten. Schliesslich ist sie die Bank, die wegen mutmasslicher Beihilfe zu Steuerdelikten in den USA eine Millionenstrafe zahlen und tausende Kundendossiers aushändigen musste. Andere werden möglicherweise folgen, doch es ist die UBS, die es bislang erwischt hat.
«Für eine Bank, die in den letzten Jahren derart in die Defensive geraten ist, gibt es nur eines: konsequent jedes Risiko eines Reputationsschadens zu vermeiden», sagt Kommunikationsexpertin Beatrice Tschanz. «Es darf nicht der kleinste Schatten fallen.» Auch Bankenkritiker und Autor René Zeyer sagt: «Das hätte die UBS sehen müssen.»


«Fähig zur Selbstkritik»


Auch Ermotti persönlich war offenbar das Risiko seines Mandats bewusst. Er liess diese Woche verlauten, er hätte dieses nur unter der Bedingung übernommen, dass der Sitz der betreffenden Firmen raschmöglichst in die Schweiz verlegt werde. Trotzdem behielt er die Ämter bei seinem Eintritt in die UBS im April – während er etwa einen VR-Sitz in Tito Tettamantis Fidinam SA aufgab.
Aus welchen Gründen die UBS ausgerechnet die Panama-Mandate für unbedenklich hielt – oder welche Auflagen Ermotti allenfalls gemacht wurden –, ist nicht zu erfahren. Die Bank verweist als Stellungnahme darauf, dass der Interim-CEO seine Mandate jetzt abgeben werde. Diese Tatsache rechnet PR-Experte Franco Gullotti dem neuen Chef an:


«Ermotti zeigt Einsicht und ist offenbar fähig zur Selbstkritik.» Das sei untypisch für einen Banker und habe ihn positiv überrascht. «Für mich hat Ermotti an Reputation gewonnen.» Ähnliches sagt auch der Kommunikationsfachmann Marcus Knill: «Die UBS war über die Mandate informiert», so Knill. «Das werte ich positiv.»


Drei Tage – drei Statements


Bis zur Einsicht dauerte es jedoch eine Weile: Am Dienstag sagte die UBS gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, der VR habe die Mandate geprüft und festgestellt, dass kein Interessenskonflikt bestehe. Am Mittwoch sagte Kommunikationschef Michael Willi gegenüber der «Handelszeitung», Ermotti wolle seine externen Mandate nochmals überprüfen, sofern er definitiv Konzernchef der UBS werde. Und am Donnerstag schliesslich kam die eingangs zitierte Meldung, Ermotti übergebe die externen Mandate in neue Hände. Zu diesem Zeitpunkt war der Tessiner seit sechs Monaten bei der UBS. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 30.09.2011 (Ende Zitat)

Kommentar:

 Was im Hinblick auf die Wahl des neuen CEOs schaden könnte, wäre, wenn nachgewiesen könnte, dass er erst auf Druck von aussen und nicht aus eigenen Stücken die Mandate abgegeben hat. Wenn  verlorenes Vertrauen aufgebaut werden soll, darf nichts beschönigt oder vertuscht werden. Jetzt darf es bei der UBS keine schwarzen Flecken mehr geben. Laut Blick und NZZ ist Ermotti in der Oeffentlichkeit noch nicht angeschlagen. Er habe sich des Ballastes entledigt, heisst es.

Wann ist eine Werbung sexistisch?


Eine Lauterkeitskommission SLK entscheidet, ob eine Werbung die Grenze des Zulässigen überschreitet.
Nachdem eine Metzgerei Frauenbein im Zusammenhang mit Fleischverwertung in Verbindung brachte, führte dies  zu einer Klage. Die Lauterkeitskommission (SLK) gab den Klägern recht.


Ich zitiere 20 Min:


Fleisch und Kurven gehören nicht zusammen

Wer mit nackter Haut für Fleisch wirbt, ist ein Sexist. Dies sagt die Lauterkeitskommission. Der gerügte Metzger findet dies absurd. Für Terre des Femmes dagegen wäre ein Boykott angebracht.

storybild

Wirbt mit diesem Sujet für Fleischwaren: Der Zürcher Metzgermeister Urs Keller (rechtes Bild).
Metzgermeister Urs Keller kann den Entscheid nicht fassen: «Das ist absurd. Wir wollten nur etwas Modernes machen, statt mit einem toten Tier zu werben.» Keiner seiner 60 Mitarbeiter habe die Werbung für sexistisch gehalten, auch das Model nicht. «Niemand hatte zweideutige Gedanken. Offenbar haben andere Leute aber sehr viel Fantasie», so Keller.


Er hat nun zwar den Slogan vom Auto entfernt, doch das Sujet fährt weiter durch Zürich.


Für Terre des Femmes Schweiz reicht dies nicht. «Die Werbung ist auch ohne Worte unmissverständlich: Die Frau wird durch die klischierte Aufmachung einer Sexarbeiterin so käuflich wie das Tierfleisch», sagt Co-Geschäftsleiterin Natalie Trummer. Einen Spielraum für Toleranz sieht sie hier nicht: «Ich persönlich würde die Metzgerei boykottieren.»


Kommentar:
Immer wieder kommt es hinsichtlich Sexismus in der Werbung zu Klagen.
Würde der Passus Blickfang und Dekorationscharakter ernst genommen, so müssten unzählige Plakate z.B. in der Autobranche eingeklagt werden. Eine abschliessende, allgemein gültige Definition von geschlechterdiskriminierender Werbung zu formulieren, ist immer noch nicht möglich. Bei der Beurteilung von Werbung spielen nämlich das persönliche Werteverständnis und das subjektive Empfinden der Betrachtenden - und nicht zuletzt auch deren Geschlecht - eine grosse Rolle. Eine Annäherung an den Begriff "sexistische Werbung" wird in Zürich dennoch versucht. Es werden Kriterien formuliert, die helfen sollen, Werbung im Hinblick auf ihren sexistischen Gehalt zu beurteilen.














Die Fachstelle für Gleichstellung versucht eine Definition:




"Sexistisch ist Werbung dann, wenn sie ein Geschlecht, meistens die Frau, in traditionell beschränkter Funktion, als sexuell verfügbares Wesen oder nur mit stereotypen Eigenschaften darstellt; wenn sie Körper oder Körperteile wie Hintern und Brüste als Blickfang einsetzt und so voyeuristische Instinkte bedient. Ausschlaggebend ist der Gesamteindruck, den eine Werbung vermittelt."


Die Seite betont, dass eine Sexy Werbung (= Sex Appeal besitzend) nicht unbedingt sexistisch sein muss.

Beispiele





Sexuelle Anspielungen, die Produktunabhängig sind. Beispiel: Sanitas Inserat in 20 Minuten 10/2005, Quelle: Stadt ZH

Köperteile im Blickfang, die die Sexualität der abgebildeten Person vermarktet: Seat Inserat in 20 minuten 4/2003, Quelle: Stadt ZH

Schablonisierendes Bild der Geschlechter: Michael Page, NZZ Executive, 3/2006, Quelle: Stadt ZH

Suggestion, dass ein Geschlecht nur für bestimmte Tätigkeiten geeignet ist. Panasonic, 20 Minuten, 11/2003, Quelle: Stadt ZH

Assoziationen zur Gewalt werden ausgelöst. Casino Lake Side, 5/2004, Quelle: Stadt ZH

IWC Plakat, Zürich, 2003, Ironie und Humor. Die Fachstelle für Gleichstellung findet dieses Beispiel keine sexistische Ironisierung, sondern listet es als Beispiel einer Sexistischen Werbung. Quelle: Stadt ZH

Siemens Plakat, Oktober 2005. Humor. Auch dieses Beispiel wird von der Fachstelle für Gleichstellung als sexistisches Beispiel aufgelistet. Quelle: Stadt ZH

Radio Energy Plakat, Zürich, August 2004, Die Fachstelle für Gleichstellung listet dies als sexistisches Beispiel. Quelle: Stadt ZH

Tally Weijl Plakat, Zürich 2006. Die Fachstelle für Gleichstellung listet dies als sexistisches Beispiel. Quelle: Stadt ZH





Kommentar: Bei der Werbung, bei der Kunst oder Satire dürfen wir bestimmt etwas grosszügiger sein, auch dann, wenn gewisse Richtlinien angeritzt werden. Wenn bei politischen Fragen, bei religiösen Aussagen und gesellschaftskritischen Problemen keine Toleranz mehr akzeptiert wird, so haben wir Mühe. Ironie, Humor, Karikaturen dürfen eine gewisse Narrenfreiheit geniessen. Dennoch gibt es Grenzen, die respektiert werden müssen. Diese Grenzziehung ist aber nicht so einfach, wie es gewisse "Wort- und Bildpolizisten" wahr haben möchten.

Fazit:Es ist begrüssenswert, wenn eine Fachinstanz eindeutige Grenzen setzt, wie im Fall des Metzgermeisters Keller. Was aber unbedingt auch berücksichtigt werden muss: Durch die Klage wurde das Bild in den Medien (in diesem Fall in einer der grössten Gratiszeitung) abgebildet. Auch wir müssen  in diesem Beitrag das Bild zeigen, damit sich die Oeffentlichkeit ein eigenes Urteil bilden kann. Damit wird aber das Bild zusätzlich multipliziert. Und somit ist es gut denkbar, dass die Klage dem Metzgermeister zu einer willkommenen Gratiswerbung verhilft. Dies könnte der Verlauf des Umsatzes belegen. Dieses Resultat würde mich jedenfalls interessieren.





Donnerstag, 29. September 2011

Strassenschild - in Hamburg gefunden:


Am Knill in 22147 Hamburg (Rahlstedt)

Straßenschild Am Knill

Irreführung mit offiziellem Logo nicht strafbar?






Die SVP hat Glück. Ein Flyer unter dem irreführenden offiziellen Logo kann nicht bestraft werden.
20 Min begründet es:


Ein Schwyzer Wahlkampf-Flyer, der auf den ersten Blick wie ein offizielles Schreiben vom Kanton anmutet, sorgt bei einigen Bürgern für rote Köpfe. Ein Detail macht das Ganze aber nicht strafbar.

storybild

So landete der Wahlkampfflyer von Judith Uebersax in den Briefkästen.
Weiter ist darauf zu lesen: «Aufgrund der anhaltenden Masseneinwanderung sehen wir uns dazu ­gezwungen, pro 100 Quadratmeter Wohnfläche vier Zuwanderer in jedes Haus zwangsweise einzuquartieren.» Erst bei genauem Hinsehen wird klar: Beim Flugblatt handelt es sich um Wahlpropaganda der SVP-Nationalratskandidatin und Kantonalpräsidentin Judith Uebersax. «Ich finde die Aktion ein legitimes Mittel, um pointiert auf mein Anliegen aufmerksam zu machen», sagt diese dazu.


Doch die Aktion provoziert. «Dieser offizielle Anstrich ist für mich ein klarer Missbrauch», ärgert sich der CVP-Kantonalpräsident Andreas Meyerhans. Das Schreiben sei eine Grenzüberschreitung. Auch bei der Staatskanzlei gingen Beschwerden von verärgerten Bürgern ein.



Der Kanton hat daher vom Rechtsdienst abklären lassen, ob Uebersax mit der Aktion zu weit gegangen ist.

Zu einer Anzeige kommt es nicht.
«Die Verwendung des Kantonswappens ist nicht strafbar», sagt Andreas Luig, Informationsbeauftragter des Kantons. Zumal das weisse Kreuz erst noch auf der falschen – der linken – Seite sei. Anders hätte es wohl ausgesehen, wenn das offizielle Kantonslogo verwendet worden wäre.


Die baz, tagi, berner zeitung und bund (online)  zitieren Knill:

«Der Kanton Schwyz teilt mit: Verfügung zur Zwangs-Einquartierung. Per sofort.» Diese Mitteilung mit dem Kantonswappen ragte in den letzten Tagen aus den Briefkästen der Schwyzer Haushalte. Nach der ersten Irritation und bei genauerem Hinsehen wird klar, dass es sich beim Faltblatt nicht um eine Information der Kantonsbehörden handelt, sondern um eine Wahlkampfaktion der SVP. «Aufgrund der anhaltenden Masseneinwanderung sehen wir uns dazu gezwungen, pro 100 Quadratmeter Wohnfläche vier Zuwanderer in jedes Haus zwangsweise einzuquartieren», teilt die fiktive Kantonsbehörde weiter mit.

Der Flyer der SVP-Nationalratskandidatin Judith Uebersax aus Sattel hat im Kanton Schwyz für Aufregung und Empörung gesorgt. Der offizielle Anstrich des SVP-Flugblatts sei grenzwertig, sagte Andreas Meyerhans, Präsident der CVP Schwyz, auf Anfrage von baz.ch/Newsnetz. Ausserdem operiere die SVP mit Argumenten und Zahlen, die überhaupt nichts mit der Situation im Kanton Schwyz zu tun hätten. In der Tat: In bester SVP-Manier betreibt Nationalratskandidatin Uebersax, die auch die SVP des Kantons Schwyz präsidiert, Panikmache. So steht auf dem Flyer die Behauptung, dass in den Kindergärten bald kein Schwyzer Dialekt mehr gesprochen werde.

Kantonswappen mit Kreuz am falschen Ort

Nach Beschwerden von verärgerten Bürgern hat sich auch die Schwyzer Staatskanzlei mit der Angelegenheit befasst. Es gebe kein Copyright auf das Kantonswappen, erklärte Andreas Luig, Informationsbeauftragter des Kantons Schwyz, auf Anfrage. Damit sei die Verwendung des Kantonswappens auch nicht strafbar. Der Rechtsdienst habe rasch festgestellt, «dass wir keine rechtliche Handhabe haben», sagte Luig.

Anders hätte es wohl ausgesehen, wenn das offizielle Kantonslogo verwendet worden wäre. Geschickterweise verzichtete die SVP aber nicht nur auf die Verwendung des Kantonslogos. Auf dem roten Kantonswappen platzierte sie auch das weisse Kreuz auf der falschen Seite, also oben links statt oben rechts.

«Die SVP hat Glück mit diesem Flyer»

Mit dem Flyer der SVP-Nationalratskandidatin Uebersax befasst sich auch der Kommunikationsberater Marcus Knill in seinem neusten Blog-Beitrag. Er stellt die Frage, ob die Irreführung mit einem offiziellen Logo strafbar sei. «Die SVP hat Glück mit diesem Flyer», lautet die Antwort von Knill. Sie habe nichts Strafbares gemacht. «Vor allem hat die SVP erreicht, was sie wollte: Aufmerksamkeit», sagt Knill im Gespräch mit baz.ch/Newsnetz. Die SVP erreiche Medienpräsenz für eines ihrer Kernthemen, den Kampf gegen die angebliche Masseneinwanderung. Gerade in diesen Wahlkampfwochen, in denen alle Parteien für einen Überfluss an Informationen sorgten, gelinge es der SVP mit einer neuen Provokation, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die SVP-Nationalratskandidatin Uebersax war heute Morgen nicht erreichbar. In der Schwyzer Lokalpresse liess sie verlauten, dass ihre Aktion ein legitimes Mittel sei, um pointiert auf ein Anliegen aufmerksam zu machen. Sie habe erreicht, was sie beabsichtigt habe.
(baz.ch/Newsnetz

Kommentar: Jede Partei will Aufmerksamkeit. Die SVP schaffte es immer wieder sich mit Provokationen Medienpräsenz zu verschaffen. Selbst wenn die SVP bestraft worden wäre, hätte sie ihre Botschaft "verkaufen" können. Denn der Flyer führt zum Kernthema der SVP. Es geht um die angebliche Schwemme von Einwanderern mit der fiktiven offiziellen Massnahme von Zwangs-Einquartierungen. Die Links Parteien haben vor den bevorstehenden Wahlen gemerkt, dass Provokateure "kein Brot haben", wenn sie ignoriert werden. Blocher spürt dieser Jahr diese Erkenntnis. Die SP bemüht sich jedenfalls, Blocher mit einer Ausklammerungstaktik zu begegnen. Sie hatte bislang damit Erfolg. Mit diesem Flyer schaffte es jedoch die SVP , dass man von ihr spricht. Für die Medien ist diese Geschichte jedenfalls ein Thema, denn sie haben auch eine Informationspflicht.


Auch Freysinger  rechnet mit kurzfristiger Aufmerksamkeit, indem er Plakate wild aufhängt und froh ist, wenn sie runtergerissen  oder verunstaltet werden: Man spricht immerhin von ihm.

Für einmal ist es die Polizei, die Wahlplakate der SVP wieder runterreisst. Das Plakat von Oskar Freysinger wurde illegal aufgehängt.


Ausgelächelt: Freysinger-Plakat an Walliser Strassenlaternen-Mast. (1815.ch)
Ausgelächelt: Freysinger-Plakat an Walliser Strassenlaternen-Mast. (1815.ch)
Die Plakateschwemme der SVP hat Gegner auf den Plan gerufen: Betrunkene und nüchterne Jungsozialisten, unbekannte Vandalen (Blick.ch berichtete) machten sich an den aufgehängten Konterfeis der konservativen Kandidaten zu schaffen.

Im Wallis aber läuft alles ein wenig anders: Am Montag waren es im Raum Visp/Brig für einmal Polizisten, die Plakate des Walliser Nationalrats Oskar Freysinger von den Strassenlaternen runterpflückten. Grund: Die Freysinger-Visagen waren am Wochenende illegal aufgehängt worden.

Hat Freysinger willentlich das Gesetz gebrochen? «Die Plakatierung wurde von meinem Wahlkampfteam organisiert und durchgeführt», windet sich der SVP-Kandidat gegenüber dem Internetportal «1815.ch».

Seine Wahlkämpfer hätten halt stinkfrech auf «Guerilla»-Methoden gesetzt: Die Überlebensdauer seiner Plakate sei sowieso nur sehr kurz, weil seine Gegner sie sofort abreissen oder verschmieren würden.» So hätte er wenigstens einen «kurzfristigen PR-Effekt», gibt Freysinger offen zu.

Für die Aktion drohe dem Poltiker nun eine Busse von einigen hundert Franken, gab die Gemeindepolizei Visp bekannt. Ausserdem würden ihm die Kosten für die Entfernung der illegalen Plakate verrechnet. (bih)

Auf dem Internet veröffentlicht Freysinger ein von ihm höchstpersönlich verschmiertes Wahlplakat: Damit seine Gegner ruhig schlafen können. (zvg)
Auf dem Internet veröffentlicht Freysinger ein von ihm höchstpersönlich verschmiertes Wahlplakat: Damit seine Gegner ruhig