Montag, 31. Januar 2011

Der Traum wurde gestern wahr


Ich genoss die Stille und traumhafte Winterlandschaft.
Verschneite Tannen mit Raureif auf dem Feldberg und herrliche Sonne.



Winter





Schwarzwald-Winterzauber am Feldberg

Sonntag, 30. Januar 2011


Burka nicht gestattet


Quelle Bild:

Bürgeramts-Mitarbeiterin will so gekleidet zum Dienst kommen. Jetzt entschied OB Roth Burka geht nicht!

Burka geht nicht: Bürgeramts-Mitarbeiterin will verschleiert zum Dienst kommen
OB Petra Roth will keine Verschleierung im Bürgeramt

Kommentar: Eine Vermummung in der Oeffentlichkeit behindert das Identifizieren von Personen Deshalb müsste auch das Vermummungsverbot bei Demonstrationen konsequent umgesetzt werden (Wir reden nicht vom Kopftuch). Wer nichts zu verbergen hat, darf das Gesicht zeigen. Der Bürger hat das Recht, ins Gesicht einer Beamtin zublicken. Bei Kommunikationsprozessen sind die Augen die Fenster zur Seele wie auch die Brücke zum Du.
Die Verhüllung ist somit eine Kommunikationssperre. 
Muslima weigert sich, unverschleiert zum Dienst zu kommen: Bizarrer Burka-Zoff im Frankfurter Bürgeramt


In einem solchen Gewand will die Bürgeramt-Mitarbeiterin zur Arbeit kommen. Sie ist seit 10 Jahren bei der Stadt beschäftigt und Mutter von vier Kindern.



Der Zoff ist vorprogrammiert. Keine Seite will nachgeben. Wenn eine Beamtin Kundenkontakt hat, darf sie nach der Oberbürgermeisterin nicht verhüllt sein. Der Anwalt der Burkaträgerin will aber das Recht auf Burkatragen durchsetzen.
Würde die Beamtin in einer Burka erscheinen, würde sie zurückgeschickt. Die Auseinandersetzung geht weiter.

An einem Auge blind?



Der Karlsruher Mob

Die rechte Gewaltszene wurde seit Jahren genau unter die Lupe genommen. Das ist richtig. Doch fehlt die wissenschaftliche Aufarbeitung der linken Gewalt. Darüber gibt es kaum Untersuchungen von Soziologen. Viele Kommentatoren scheinen auch  einem Auge blind zu sein. Die jüngsten Gewalttaten vermummter Linksextremer gegen Privatbesitz und Menschen schreckten  die Oeffentlichkeit plötzlich auf. Es zeigte sich nämlich, dass die linke Gewaltszene tatsächlich zu wenig  beobachtet wurde und  beispielsweise das Vermummungsverbot nie durchgesetzt wurde.

Man liess den schwarzen Block zu lange gewähren. Die Polizei nannte dies Deeskalationstaktik. Dies in  der Meinung, das Eingreifen führe nur zu unnötigen Eskalationen.
Die Berner bewilligten den Chaoten einen rechtsfreien Raum (Reithalle).
Dass letzte Nacht ausgerechnet von daher die Polizei angegriffen wurde, müsste uns zu denken geben.
Ich zitiere Blick:





In der Nacht wird einer Patrouille der Kantonspolizei Bern an die Schützenmattstrasse gerufen. In der Nähe einer Reithalle hat sich ein Autounfall ereignet.

Am Unglücksort werden die Polizisten von einer Gruppe vermummter Männer abgefangen. Sie werfen mit Flaschen nach den Beamten.

Die Patrouille kann den Unfall nicht aufnehmen und muss sich zurückziehen. Später wird ein zweites Polizei-Fahrzeug in der Nähe der Reithalle angegriffen. Unbekannte haben das Auto mit Farbe beworfen.

Der eigentliche Unfallverursacher konnte trotzallem ausfindig gemacht werden. Zu der Identiät der vemummten Männer ist noch nichts bekannt.



Jetzt fordern Politiker Massnahmen: Zerrt linke Chaoten ans Licht!
 
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Kommentar: Bei Gewalt darf es kein Nachsehen geben - weder von links noch von rechts.  Gewaltakte sind rasch zu stoppen!


 Nachtrag: Frank A. Meyer bringt es im SOBLI auf den Punkt:






Nichts

Von Frank A. Meyer |


Man stelle sich vor: Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) hält im Zürcher Volkshaus ihren Parteitag ab. Draussen blockieren vermummte Vandalen der radikalen Rechten den Zugang. Sie greifen sich den Zürcher Nationalrat Mario Fehr, schlagen ihn mit Fäusten zu Boden und treten ihm mit ihren Springerstiefeln ins Gesicht.

Man stelle sich vor: Anderntags erklärt Christoph Blocher: «Wer glaubt, bei Demonstrationen einfach so durchlaufen zu können, muss sich nicht wundern, wenn etwas passiert.» ­Mario Fehr ist also selber schuld.

Man stelle sich vor, was los wäre, ­hätte sich dieses Szenario wirklich abgespielt: Aufheulen der linken und linksliberalen Kreise im Land, Protestresolutionen von Intellektuellen und Schriftstellern und Künstlern, Bezichtigung Blochers als Komplize der radikalen rechten Szene, Verurteilung der SVP als demokratiefeindliche Bewegung, Mobilisierung aller anständigen Demokraten gegen den Rechtspopulismus.

Am 21. Januar – wie jeder weiss – fand Folgendes statt: Die SVP versammelte sich im Zürcher Albisgüetli zur all- jährlichen Blocher-Messe. Draussen blockierten vermummte Vandalen der ­radikalen linken Szene die Strasse. Sie griffen sich den Zürcher Nationalrat Hans Fehr, schlugen ihn mit Fäusten zu Boden und traten ihm mit ihren Springerstiefeln ins Gesicht.

Anderntags erklärte Beatrice Reimann, Co-Präsidentin der Stadtzürcher SP: «Wer glaubt, bei Demonstrationen einfach so durchlaufen zu können, muss sich nicht wundern, wenn etwas passiert.» Hans Fehr war also selber schuld.

Wenigstens ist sich die SPS uneinig, ob Frau Reimanns Satz wirklich angebracht war.

In der Linken ist eine andere Diskus­sion längst überfällig: Was kommt mit den vermummten Vandalen, die ja ­besonders gerne auch 1.-Mai-Feiern mit ihren Gewaltorgien begleiten, auf die Demokratie zu? Derzeit vernetzen sie sich zu einer gesamteuropäischen Bewegung. Seit kurzem haben sie ­sogar ein Manifest für ihre Rebellion, ein Buch mit dem programmatischen ­Titel: «Der kommende Aufstand».

Die natürlich anonyme Anleitung zum totalen Bruch mit der freiheitlich-­offenen Gesellschaft propagiert: «Lasst uns von der Sabotage folgendes Prinzip behalten: ein Minimum an Risiko, ein Minimum an Zeit, ein Maximum an Schäden.»

Genau so inszenieren sich die Schwarzen Blocks von London, Paris, Berlin, Zürich: Anonymität und Vermummung, um das Risiko kleinzuhalten; Koordination über Twitter, um kurzfristig an demokratischen Veranstaltungen zuzuschlagen; «Abfackeln» von Personenwagen und Zerstören von ­Ladengeschäften, um die Schäden zu maximieren.

Die ominöse Schrift drängt: «Noch zu warten, ist Wahnsinn. Die Katastrophe ist nicht das, was kommt, sondern das, was da ist.»

Was aber ist da? Demokratie ist da. Rechtsstaat ist da. In den Augen der Autoren beides nichts anderes als «die Katastrophe, die da ist».

Ist das Pamphlet «Der kommende Aufstand» links, rechts, anarchistisch? Nichts von alledem. Dieses Manifest propagiert das Nichts – zum Beispiel am 21. Januar in Zürich schwarz vermummt mit Springerstiefeln.
 

Samstag, 29. Januar 2011

Ich wünsche allen, welche heute die mündliche Prüfung absolviert hatten, ein erholsames Wochenende über 1500 m bei Sonne und Schnee!



 
Sonne, Baum, Schnee, Winter, kalt, berge, Kälte, sonnenaufgang, dämmerung, Äste, Ast, Berglandschaft, verschneit, Alpenregion

Freitag, 28. Januar 2011


Ich wünsche morgen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kommunikationslehrganges


eine erfolgreiche  Prüfung!















Sie kennen den Ablauf der mündlichen Prüfung und die Experten.Wer zwischen den Modulen die erworbenen Erkenntnisse vertieft hat, wird die Prüfung problemlos bestehen.





Ihr Prüfungsteam

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Stellenwert der CARE-Arbeit


"To care" heisst jemand betreuen.
Diese Arbeit wird nach meinem Dafürhalten zu wenig anerkannt.
Grosseltern betreuen Kinder. Familienangehörige pflegen Kranke. Unzählige Arbeiten verrichten wir ehrenamtlich. Auch die Hausarbeit. Doch diese Tätigkeiten werden zu wenig anerkannt. Wenn eine Frau zu Hause bleibt, um sich der Familie zu widmen, wird sie als nicht erwerbspflichtig eingestuft. Dabei wäre unsere Gesellschaft je länger je mehr auf ehrenamtliche Dienste angewiesen. Vielleicht auch deshalb, weil es vor allem Frauen waren, die Care-Arbeit geleistet haben, anerkennt die Oeffentlichkeit  diese Arbeiten zu wenig.
Dass diese Arbeit wertvoll ist, wird niemand bestreiten, doch fehlt generell die Anerkennung. Wenn sich eine Person nach Jahren der Care-Arbeit bewirbt, spürt sie hautnah, dass ihre Erfahrung  bei der Familientätigkeit gar nichts zählt (Bereiche: Management, Organisationstalent, Krankenpflege, Kochen, Erziehen usw.)

Es fehlt ein Diplom.  Ohne anerkannten Beruf oder Studium hat keine Care-Arbeiter eine Chance weiter zukommen. Diese Arbeit wird nicht anerkannt Deshalb kehren die meisten Menschen dem Haushalt den Rücken, obwohl die Gesellschaft dringend auf Menschen angewiesen wäre, die  Betreuungsarbeiten leisten.

Nachdem es auch in Altersheimen, Spitälern, Schulen an Betreuungspersonen mangelt, wird die Forderung immer hörbarer: Engagiert Euch für die Care-Arbeit. Wenn Frauen den Männern raten: Engagiert Euch für die Familie und betonen: Die Arbeit mit dem eigenen Kind ist etwas vom schönsten und bereichert den Betreuer! Wenn dem so wäre, müssten wir uns fragen, weshalb dann viele Mütter der Care-Arbeit  den Rücken kehren? 

So wenig wie die Frauen, werden sich auch nicht die Männer  für die Care-Arbeit engagieren, so lange diese Arbeit keine Anerkennung findet. Nochmals: Es geht nicht um den Lohn, sondern um die Anerkennung

Vielleicht müssten wir doch ernsthaft die Anregung weiterverfolgen, die alle Menschen (ob Mann oder Frau) verpflichten möchte, nachzuweisen, wann, wo wie lange im Leben Care-Arbeit geleistet wurde. So wie die Männer die Militärdienstpflicht absolvieren konnten - ohne Imageeinbusse - so würden alle Care-Arbeitenden im Alltag eher anerkannt.

Donnerstag, 27. Januar 2011

"Wer nicht lügen kann, weiss nicht was Wahrheit ist" (Nietzsche)


Luegen - flunkern - täuschen - beschönigen


Alle möchten Lügner entlarven können. Dies ist jedoch nicht so einfach.
Es gibt Grenzen bei der Lügenerkennung!




Am Morgen des 26. Januar 2011 beschäftigte sich DRS 1 im Treffpunkt  mit dem Schwerpunktthema "Lügen". Die Sendung wurde mit folgendem Text angekündigt:


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Ehrlich währt am längsten?

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Fünfzig Mal pro Tag  sagen wir nicht die Wahrheit. Dies behaupten zumindest verschiedene Studien. Wir flunkern, sagen nicht alles und reden unsere Biographie schön. «Treffpunkt» geht der Frage nach, ob das tatsächlich verwerflich ist.


Nicht immer ist die Wahrheit förderlich. Kürzlich hat die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch in einem Interview zugegeben, dass sie fast täglich einmal bereue, in dieses Amt gewählt worden zu sein. Es hagelte Kritik, die sich mit ein wenig Unwahrheit wohl hätte vermeiden lassen.



«Treffpunkt» zeigt auch auf, wie wir das Lügen als Kinder lernen und wie Erwachsene mit dem Widerspruch umgehen, dass sie den Kindern verbieten zu lügen, es selber aber dauernd tun.



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Weil ich mich seit Jahren mit der Thematik Kommunikation und Lüge beschäftigte, durfte ich im Studio bei dieser Sendung mit dabei sein.

LINKS: Meine Betiräge in rhetorik.ch



  1. Lügen, zehn Regeln (NZZ)

    Nicht jeder ist zur Lüge geboren. Wer grosse Angst hat, erwischt zu werden, sollte es bleiben lassen. Lügen klappt nur mit Leichtigkeit und Souveränität. ...
    www.rhetorik.ch/Wahrheit/Luege.html - Cached - Similar
  2. Kommunikation und Lüge

    Bei all den vielen Lügen hat kaum jemand ein schlechtes Gewissen. Viele Händler täuschen Interesse oder Desinteresse vor. ...
    www.rhetorik.ch/Wahrheit/Wahrheit1.html - Cached - Similar
  3. Bildmanipulationen

    Das Foto von Dodi Al-Fayed und Diana stammt aus dem Jahre 1997. Quelle: Wanderausstellung "X für U - Bilder, die lügen" und Spiegel. ...
    www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html - Cached - Similar
  4. Zürich Woche Artikel: Lügen erfordert viel Fantasie

    20. Febr. 2003 ... KNILL: Wichtig scheint mir der Unterschied zwischen Lügen, die einem anderen scha den oder eben nicht. Gegen erstere bin ich absolut. ...
    www.rhetorik.ch/Wahrheit/Fantasie.html - Cached - Similar
  5. Menschenkenntnis

    Lügen lernen mit dem Körper? Bei der mehrstündigen Befragung Clintons über das Verhältnis zu einer seiner Mitarbeiterinnen - die mit Video aufgezeichnet ...
    www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis.html - Cached - Similar
  6. Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang mit Menschen

    Dies bedeutet, dass Lügen auf lange Sicht kurze Beine haben. ... Ein Arzt wird unter Umständen bewusst "lügen" und hilft damit vielleicht dem Patienten mehr ...
    www.rhetorik.ch/Wahrheit/Wahrheit2.html - Cached - Similar
  7. Redeanalyse: Beispiel Clinton

    Angenommen, es müsste eine Person lügen lernen, ist der Aufwand grösser. ... (Damit interpretiert Clinton implizit: Das Aufdecken einer Lüge ist unbedeutend ...
    www.rhetorik.ch/Redeanalyse/Clinton.html - Cached - Similar



Wichtig schien mir, schon am Anfang der Sendung fest zu halten, dass wir nur dann von Lüge reden können, wenn der Sender (Lügner) eine Aussage macht, von der er weiss oder vermutet, dass sie unwahr ist und  beabsichtigt , dass diese Aussage geglaubt wird. Wenn er nicht weiss, dass die Aussage falsch ist, sprechen wir von Unwahrheit. Wenn eine Person das felsenfest glaubt, was er sagt (gibt es oft bei Zeugenaussagen), so handelt es sich nicht um eine Lüge.


Warum lügen wir?



Du darfst lügen




Die Menschen lügen vor allem aus, Scham,  Höflichkeit (Sie haben eine schöne Einrichtung), aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen, aus Unsicherheit oder in einer Notsituation (Notlüge). Man will die eigene Person, andere Personen oder Interessen schützen. Möglicherweise auch, um Konflikten aus dem Weg gehen, mitunter  auch aus Unsicherheit. Man will sich durch die Lüge einen Vorteil verschaffen (falsche Erfolgszahlen bei der Bank, um einen Kredit zu bekommen) oder man will das eigene Image aufmöbeln (Ausbildung, Titel usw.)-->Wunsch nach Anerkennung.
Es gibt viele  Variationen  des Lügens (schwindeln, flunkern, beschönigen, betrügen).



Die Forschung unterscheidet folgende Kategorien von Lügen:


- DIE SELBSTLUEGE (Das ist die letzte Zigarette)


- DIE NOTLUEGE AUS FREUNDSCHAFT (Man will den Mitmenschen eine Freude machen (Todlangweilige Party= Das war ein schöner Abend)


- DIE GELTUNGSLUEGE (aus dem  kleinen Hügel, der in den Ferien bestiegen wurde, wird plötzlich ein Viertausender)



- DIE ANGSTLUEGE (Aus Angst vor einer Trennung, verschweigt man einen Seitensprung )


- DIE SKRUPELLOSE LUEGE (Um sich ins recht Licht zu rücken gibt man den Fehler nicht zu und beschuldigt andere) Andere werden benachteiligt.

Soziologe Peter Stiegnitz erforschte das Lügenverhalten in einer neuen Disziplin der sogenannten MENTIOILOGIE (mentin= lügen). Er stellte Hitlisten von typischen Männer - oder typischen Frauenlügen auf (Nummer 1 bei den Männern war: Das Auto. Nummer 1 bei den Frauen: Das Gewicht)


Werner Stangl verweist in seinen Arbeitblättern über das Lügen darauf hin, dass heute im Internet (Twitter, facebook) - evt. als Selbstschutzmassnahme - sehr viel gelogen wird.

In der Vorbereitung zur Sendung bereitete ich mich auf folgende Fragen vor:



- Zeigt uns nicht die Natur, dass nur derjenige überlebt, der täuschen kann?
Haben doch in  heiklen Situationen die Täuschungstalente (Krieg, Wirtschaft, Gericht) mehr Erfolg als jene, die grundehrlich sind?


- Ziehen im Wirtschaftleben nicht jene Führungskräfte den Kürzeren, die nie lügen?


- Welche Signale verraten das Lügenverhalten (Erkennungsmerkmale)?


- Gibt es taugliche Lügendetektoren?


- Wann dürfen wir lügen (Die juristische Seite konnte ich ausklammern, da im Studio eine Juristin mit dabei war)?


Was hat das Wort "VerLEUGNEN" mit lügen zu tun (Wenn wir etwas nicht wahr haben wollen)?


- Wenn die Eltern schon ihre Kleinkinder laufend anlügen (St. Nikolaus, Christkind, Osterhase) müsste man dann  nicht auch über diese fragwrüdige Vorbildfunktion nachdenken? Eltern lehren quasi den Kindern das Lügen!



Lügen ist kognitive Schwerstarbeit und stresst den Körper.





Wir können beim Lügenprozess  typischen Körpersignale erkennen, die sich bei Ueberraschungs-, Stress-Situationen ebenfalls zeigen. Z.Bsp:


- Druck
- Abweichungen zum normalen Sprechen: Lautstärke - Reduzierte Gestik - Ausweichen mit dem Blick - Erröten - Diktion und Sprache ändert plötzlich - sonderbares Pausenverhalten - erhöhter Schweissaustrieb - Unstimmigkeit in der Stimme, sie wird beispielsweise höher - übertriebenes Verhalten  - erhöhte Lidschlagzahl - Pupillen vergrössern sich - Puls erhöht - Atmung reduziert - trockener Mund.  Wirtschaftführer beschönigen Negatives: Reden z.Bsp. reden sie in der WIR, statt in der ICH-Form. Es werden extrem übersteigert positive Worte gebraucht (brillant, phantastische Resultate...), obschon es der Firma schlecht geht.







Erkenntnis:




Gefährlich ist das Interpretieren eines einzigen Signales. Die jeweilige Situation und der Kontext müsste bei der Analyse mit berücksichtigt werden. Alle Versuche, Lügen über körpersprachliche Signale zu entlarven sind - sowie alle Experimente mit Lügendetektoren -  sind immer noch nicht eindeutig. Von Samy Molcho habe ich gelernt: Wer Lügen erkennen will, muss zuerst alles, was wahrgenommen wird, präzis beschreiben. Dies setzt aber eine gute Wahrnehmungsfähigkeit voraus. Sonst werden wir zu Falsch-nehmern (Falsch-sehern oder Falsch-hörern)


Manager, die gelernt haben, professionell zu lügen, machen sich beim Training dieser Erkenntnisse zu nutzen, indem sie sich bewusst entspannen und die falschen Geschichten völlig verinnerlichen. Sie lernen auch, nie ins Gesicht zu greifen, mit angemessener Gestik den Druck abzubauen und dem Gegenüber offen in die Augen zu schauen.





storybild

An der Radiosendung "Treffpunkt" verwies die Erziehungswissenschafterin Marlise Küng auf die Lüge im Zusammenhang mit den sozialen Konventionen. Sie erklärte, wie Eltern bei Konventionsverletzungen intervenieren könnten. Sie wies auch auf die Bedeutung der Sensitivität der Mutter beim Säugling hin und machte bewusst, dass die Lüge eine kognitive Leistung ist.
Urs Zeiser machte deutlich, dass man Menschen nicht auf Grund eines Signales entlarven kann. Für ihn kann ein Mensch in Bezug auf die Gefühle nicht lügen. Er kann zwar die Gefühle zurückhalten. Diese Zurück- HALTUNG erzeugt immer Spannungen, die sich auf den Körper auswirken (Beispielsweise im Knie oder auch im Kiefergelenk).



FAZIT:



Nicht alles was WAHR ist, müssen wir sagen. Doch sollte alles, was wir sagen, sollte ehrlich sein. Es gilt  die jeweilige Situation stets mit zu berücksichtigen. Ein Kellner, der lächelt, obschon er traurig ist, lügt nach meinem Dafürhalten noch nicht. Im Gericht gibt es Fragen, bei denen gelügt werden darf und Fälle, bei denen die Lüge strafbar ist. Die Wahrheit sollte dem Gegenüber nie  wie ein nasses Tuch ins Gesicht geschlagen werden. Das WIE vor allem der TON ist sehr sehr wichtig (Wie beim Kritikgespräch). Wer lügt, erhofft sich meist einen Vorteil. Eine Lüge kann irreparablen Schaden anrichten (Ich denke an die Geschichte, bei dem ein Kind bei den Eltern das Vertrauen verloren hatte, nachdem es erst mit 18 Jahren erfuhr, dass es angelogen wurde über seine Herkunft)


Sendung im Archiv DRS1:

http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/top/treffpunkt/2785.sh10165833.html





 "Die sicherste Tarnung ist noch immer die blanke Wahrheit. Die glaubt niemand" (Max Frisch)


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ECHO EINES HOERERS:



Dieter Schmalfuss schreibt:



Lügen

Machiavelli`s Rat an Mächtige
Widerspruch von Politik und Wahrhaftigkeit





Ein kluger Machthaber kann und darf sein Wort nicht halten, wenn ihm das zu Schaden gereicht

 und wenn die Gründe weggefallen sind, die ihn zu seinem Versprechen veranlasst haben.

Wären die Menschen alle gut, so wäre dieser Vorschlag nicht gut;

da sie aber schlecht sind und das gegebene Wort auch nicht halten würden,

hast du auch  keinen Anlass, es ihnen gegenüber zu halten.

Auch hat es einem Herrscher noch nie an rechtmässigen Gründen gefehlt,

seinen Wortbruch zu bemänteln.





 Quelle: Niccolo Machiavelli 1469 – 1527
Italienischer  Politiker, Staatstheoretiker und Dichter
In:  Macht und Lüge sind unzertrennlich. Ulrich Greiner
DIE  ZEIT  Nr. 8  vom 17.2.2000

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