Sonntag, 28. März 2010

Immer mehr Schüler kennen die elementarsten Verhaltensregeln nicht mehr.

Lehrkräfte möchten sich vor allem auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, nämlich auf das eigentliche UNTERRICHTEN - aber auch auf das BILDEN und ERZIEHEN.

Wenn das Vermitteln von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten in erster Linie zum Unterricht gehört, so darf das Unterrichten als Kerngeschäft bezeichnet werden.

Die Hauptaufgabe der Erziehung lag bislang auf den Schultern der Eltern. Nun gibt es leider nur noch wenige intakte Familien. Fakt ist ferner, dass der Verantwortungsbereich der Eltern im Alltag schwindet. Denn viele Eltern sind gar nicht mehr in der Lage, Ihren wichtigen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Es ist ihnen gar nicht mehr möglich, diesen Part zu übernehmen. Neben dem Job, der sie völlig auffrisst, fehlt die Energie, auch noch den Erziehungsauftrag mit zu tragen. Frauen, die sich für ein paar Jahre voll und ganz den Kindern widmen, werden heute indirekt bestraft, weil voll berufstätige Ehepaare finanziell eindeutig bevorzugt werden.

Man überlässt die Kinder ihrem Schicksal, einer staatlichen Betreuungsinstitution oder sich selbst. Häufig erwarten die Eltern oder der übrig gebliebene Elternteil von der Schule, dass sie an Stelle der Familie die zeitaufwendige Nacherziehung übernimmt.

Die Lehrkräfte werden jedoch bei dieser Zusatzarbeit kaum unterstützt . Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, in der Schule die elementarsten Verhaltensregeln nachträglich beizubringen.

Die Schule muss den Jugendlichen auch noch in der Oberstufe solche selbstverständlichen Verhaltensregeln beibringen und den Jugendlichen ständig mangelnde Umgangsformen in Erinnerung rufen:

Das Grüssen

Das Händewaschen nach dem WC-Besuch

Saubere Kleidung

Sprechen ohne Kaugummi im Mund

Keine SMS schreiben während des Unterrichtes

Pünktlichkeit

Verzicht auf Fäkalsprache

Weder verbale noch physische Gewalt gegenüber .......

Das Zuhören (Dass nur einer spricht)

Es fehlen leider in vielen der heutigen "Familien" konstante Bezugspersonen, die beim kleinsten Jammern nicht mehr einfach nur eine Absenz auf einem Fresszettel unterschreiben, die auch konkrete Regeln hinsichtlich Fernsehkonsum, Videospiele beachten.

Den heutigen Lehrern erkennen an den obligaten Elternabende, dass es kaum noch Leitlinien gibt hinsichtlich Ausgang, Alkohol- Nikotinkonsum oder Mediennutzung.

Es wird erwartet, dass die Lehrpersonen den Jugendlichen die mangelnden Verhaltensregeln nachträglich beibringen. Sie können nicht mehr mit der selbstverständlichen Unterstützung der Eltern rechnen. Dieser enorme Mehraufwand zum Unterrichten zehrt an den Kräften dieser Lehrpersonen. Kommt dazu, dass es keine eigentlichen Klassenlehrer mehr gibt. Bereits in der Volksschule teilen meist mehrere Personen eine Lehrstelle.

Sind wir auf dem richtigen Weg, wenn wir künftig nicht nur den angeschlagenen Familien, sondern auch noch den überforderten Lehrkräften unter die Arme greifen müssen, weil unseren Kindern die elementarsten Verhaltensregeln nicht mehr zu Hause beigebracht werden?

Wenn in unserer Gesellschaft die Weichen falsch gestellt worden sind, müsste man heute den Mut haben, das Rad wieder zurück zu drehen. Konkret: Schulen und Familien würden davon profitieren, wenn künftig in erster Linie jene Kräfte unterstützt werden, die unseren Schulen und Familien dank präsenten Betreuungspersonen helfen, dass sich unsere Kinder zu lebenstüchtigen Menschen entwickeln, die schon früh lernen, Mitmenschen zu respektieren und wissen, was es heisst, verzichten zu können und mit Belastungen, Frust oder Konflikten umzugehen.

Diese Gedanken basieren auf zahlreichen persönlichen Erfahrungen aus einem lesenswerten Beitrag in der NZZ am Sonntag, 28. März von Hansruedi Hottinger, Vizepräsident der Sek 1 CH des Dachverbandes der Deutschschweizer Sekundarlehrpersonen.

Samstag, 27. März 2010

Fragwürdiges zur Interpretation der Körperprache

Es ist erstaunlich, welchen Erfolg das fragwürdige Interpretieren der Körpersprache hat. Wahrscheinlich sehnen sich viele danach, die Gesten, die Mimik und andere Körpersignale richtig entziffern zu können. Dieser Wunsch scheint stärker zu sein als alle Vernunft. Es ist nämllich hinlänglich bekannt, dass es gefährlich ist, Menschen aufgrund nur eines Signales zu "entlarven".

Heute las ich folgenden Artikel (Quelle Seite 3 ch.):

Angela Merkel: Okkulte Geste? Samstag, 27. März 2010 Die „Raute der Macht“, das „Merkel Dach“: Die immer gleiche Handgeste von Angela Merkel hat bereits verschiedene Namen bekommen. Seit einiger Zeit diskutieren nun Verschwörungstheoretiker, ob es sich bei der Handbewegung um eine okkulte Geste, um ein Zeichen der Freimaurer (Das Auge der Pyramide) handelt. Das Datum kann niemand genau sagen, seit wann Angela Merkel die immer gleiche Handgeste macht. Die Zeitschrift „Stern“ vermutet, dass es sich beim „Merkel Dach“ um einen Tipp ihrer Schwester, die Ergotherapeutin ist, handelt. Viele Verschwörungstheoretiker vermuten allerdings, dass es sich bei Angela Merkel um eine ferngesteuerte Machtmarionette der „Elite“ handelt, die als Zeichen die Pyramdie und das Auge hat. Begründet wird dies dadurch, dass Angela Merkel an Geheimtreffen der ...

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Noch krasseres!
merkel 1

Solche Interpretationen haben nichts mit echter Wahrnehmungsschulung zu tun. Im Gegenteil: Wir werden auf ein Detail fokussiert und beurteilen Menschen nicht mehr intuitiv und ganzheitlich.

Jüngst hatte ich Gelegenheit, die REZEPTE eines sogenannten Spezialisten für Körpersprache mit zu verfolgen. Den Teilnehmenden wurden pfannenfertige Lösungen aufgetischt. Die Zuhörer nahmen diese "Weisheiten" zu meinem Erstaunen - wie ein Schwamm - gierig auf, in der Hoffnung, künftig die Gedanken ihrer Kunden eindeutig lesen zu können.

Jede Gestik wurde eindeutig beurteilt. Der Referent verteilte sogar Checklisten, mit absolut richtigen Interpretationen und verkauft heute erfolgreich seine einfachen Rezepte.

Beispielsweise wusste der Referent (Er kommt aus der Marketing und Verkaufsbranche), dass jemand, der mit den Fingern den unteren Bereich des Gesichtes berührt, ein Umsetzungsproblem habe und handeln möchte.

Oder : Wenn jemand mit der linken Hand das rechte Handgelenk umfasst, so stehe fest, dass er immer etwas weiss und dies nicht sagen will.

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Im Alltag lohnt sich, die Wirkung einer Person auf das Gegenüber nicht nur auf Grund EINES Aspektes zu beurteilen, sondern sie ganzheitlich zu betrachten.

==> Ein Stimmanalytiker kann mit einer Stimmanalyse wichtige Aspekte bewusst machen.

Ein Phoniater erklärte mir während des Studiums, wie er mit Stimmanalysen versucht, herauszufinden, ob jemand lügt.

==> Ein professioneller Graphologe überraschte mich mit seinen präzisen Analysen einzelner Schriftbilder.

==> Kinesik Spezialist Samy Molcho ist fähig, aus dem Verhalten einer Person Erstaunliches ablesen.

LINKS (aus rhetorik.ch):

Pseudopsychologie

Pseudopsychologie. ... Auf dieser Seite finden Sie ein Beispiel einer fragwürdigen Pseudopsychologie. Vergleichen Sie die Artikel: ... www.rhetorik.ch/Pseudopsychologie/Pseudopsychologie1.html -Cached

Ich lernte im Laufe der Jahre zahlreiche Spezialisten kennen, die sich mit der Wirkung der Mitmenschen auseinandergesetzt haben.

==> Ein NLP Spezialist (NLP =Neurolingustisches Programmieren) entlarvte in einem Seminar das Gegenüber an den Augenstellungen und versuchte zu prognostizieren, was die jeweilige Person tatsächlich dachte.

==> Es gibt angebliche Wahrseher, die aus einem Signal der Körper- und Gesichtsform usw. das Gegenüber glauben entlarven zu können.

Auf dem Markt finden wir zahlreiche Bücher, die beschreiben, wie körpersprachliche Signale punktgenau interpretiert werden können.

==> Ich kenne Personalchefs, die aus dem Vokabular eines Interviews mehr herauskristallisierten können, als der Bewerber eigenlich von sich preisgeben wollte.

==> In einer Grossbank wurde das obere Kader nach dem DISG Modell in Farbtypen eingeteilt.

- D (dominant ROT)

- I (initiativ ORANGE)

- S (stetig GRUEN)

- G (gewissenhaft BLAU)

Das Kader musste Kurse besuchen, um sich selbst und die Mitarbeiter nach diesem Modell einzuschätzen um daraus erworbene Verhaltenstipps im Job anzuwenden. Die Umsetzung dieses Rasters kostete die Bank viel Zeit und Geld. Es erstaunte mich: Diese einfache Methode wurde von vielen Mitarbeitern geschätzt. Denn sie glaubten nun zu wissen, wie man das Gegenüber behandeln kann. Weil sich die meisten Menschen nach einfachen und eindeutigen Zuordnungen sehnen, werden derartige rezeptorientierten Anleitungen geschätzt.

Aus langjähriger Erfahrung habe ich gelernt, dass solche punktuellen Erkenntnisse unter Umständen richtig - aber auch falsch - sein können. Denn es sind immer nur Teilerkenntnisse. Ein einzelner Mosaikstein vermittelt nie ein schlüssiges Gesamtbild.

Im Laufe der Jahre wurde mir bewusst: Alle punktuellen Versuche, hinter die Fassade eines Menschen zu sehen, genügen leider noch nicht. Wer Menschen tiefgründiger erkennen will, benötigt einen

GANZHEITLICHEN Ansatz.

Wir benötigen verschiedenen Steine, um ein Gesamtbild zu erkennen. Ich versuche deshalb als Coach, Menschen bewusst ganzheitlich (holistisch) zu analysieren.

Erst dank verschiedenster Mosaiksteine wird es möglich, uns der gewünschten "Wahrheit" anzunähern.

Alle punktuellen Methoden - wenngleich sie als taugliche Mittel angepriesen werden- genügen leider noch nicht, um unser Gegenüber absolut richtig einzuschätzen.

Die Wirkung einer Person bestimmen übrigens nicht Experten, sondern das Publikum.

Wir haben alle seit unserer Kindheit eine bewährte "Ausbildung" im Lesen der Körpersignale.

Jeder Mensch verfügt zwangsläufig über eine jahrelange Erfahrung. Dessen sind wir uns viel zu wenig bewusst.

Ich wage zu behaupten: Wir alle sind im Grunde genommen Profis und haben seit früher Kindheit an gelernt , die Signale unserer Mitmenschen (Eltern, Geschwister, Kollegen) zu entziffern. Das geschieht weder mit Tabellen, noch theoretisch, sondern vielmehr über die Intuition. ES ist möglich, dass diese natürlich erworbene Wahrnehmungsfähigkeit nur verschüttet ist. Besser als rezeptorientierten "Gurus" nachzulaufen, lohnt es sich vielmehr, unsere Sinne d.h. unsere Wahrnehmungsfähigkeit ständig zu nutzen und zu stärken.

Wirkung von Worten

Dass Bilder (EinBILDungen) und Gedanken unsere Psyche beeinflussen können sind hinlänglich bekannt. Aber auch Worte beeinflussen uns.

Ich zitiere sda:

Worte können Schmerzen auslösen. Sobald man Begriffe wie «quälend», «zermürbend» oder «plagend» hört, wird das Schmerzgedächtnis alarmiert.

Prof. Dr. med., phil. habil. Thomas Weiß

Prof. Dr. Thomas Weiß

Psychologe Thomas Weiss von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Schmerzforschung) erklärte am am Freitag: Die Forscher haben mit Hilfe der sogenannten funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) beobachtet, wie Studienteilnehmer auf bestimmte Worte reagieren und welche Hirnaktivität ausgelöst wird.

«Diese Befunde zeigen, dass allein schon Worte unser Schmerzgedächtnis aktivieren können»,

erklärte Weiss. Damit haben sie eine ähnliche Wirkung wie schmerzhafte Erfahrungen, etwa der Pieks einer Spritze. Dass Menschen schmerzhafte Erfahrungen speichern, sei biologisch sinnvoll, da dies ermöglicht, potenziellen Gefahren für Leib und Leben aus dem Wege zu gehen. «Unsere Ergebnisse legen jedoch zusätzlich nahe, dass verbalen Reizen eine bisher unterschätzte Bedeutung zukommt», so Weiss. Für die Psychologen stelle sich nun vor allem die Frage, welche Rolle die verbale Auseinandersetzung mit Schmerzen für Patienten mit chronischen Schmerzen spielt.

Diese Patienten sprächen sehr häufig über ihr Schmerzempfinden, etwa mit ihrem Arzt. Ob solche Gespräche möglicherweise zu einer Verstärkung der empfundenen Schmerzen führen, wollen die Forscher nun in einer weiteren Studie klären. (sda-ats/mt)

Kommentar: Seit Jahren stelle ich fest, dass wir Worte zu wenig ernst nehmen. Es hat sich in meiner Tätigkeit immer wieder gezeigt, dass uns Worte enorm beeinflussen. Deshalb sollten wir mit Worten bedachter umgehen.

LINKS:

Aus KNILL BLOG:

Freitag, 12. Februar 2010

Cyberchondrie kann Aengste auslösen

EinBILDungen beeinflussen unsere Psyche und Befindlichkeit

Cyberchondrie

Cyberchondrie

Selbstdiagnose aus dem Internet Köln – Das Internet wird in medizinischen Fragen zunehmend zur Informationsquelle Nummer eins. Laut der Studie „E-Health Trends in Europe“ beziehen über die Hälfte der EU-Bürger medizinische... mehr

In einem Beitrag 20 Min (18.1.10) wird darauf hingewiesen, dass immer mehr Leute im Internet Gesundheitsinformationen holen. Die gelesenen Gefahren und denkbaren Folgen führen dazu, dass sie die Menschen, wegen des Gelesenen schwere Krankheiten einbilden und zum Cyberchonder werden. Symptome von harmlosen Krankheiten führen im Netz zu schweren Krankheiten und die Leser leiden unter Aengsten. Diese Aengste können dann zu ernsthaften Erkrankungen führen, ohne dass es dazu einen objektiven Befund gibt. Heute informieren sich bis zu 10 Prozent der Patienten vor der Arztkonsultation im Internet eine Prognose und suchen nach Felix Huber (Aerztenetzwerk MEDIX Zürich) eine Erklärung für Ihre Beschwerden. vile verlieren beim Surfen die Uebersicht. Bei allen Beeinflussungsprozessen spielen EinBILDungen eine grosse Rolle. Es ist erwiesen, dass Leute nach dem Lesen der Beipackzettel bei Medikamenten nachher die möglichen Nebenwirkungen recht schnell verspüren. Wenn steht: Das Medikament könnte zu Uebelkeit und Appetitlosigkeit führen. Dem Leser wird es nachher tatsächlich übel. Als mich vor Jahren ein Autofahrer als Velofahrer auf dem Velostreifen angefahren hatte und die Knieverletzung operiert werden musste, sagte ich dem Anästhesiearzt: Hören Sie, ich bin ein Hypochonder. Alle denkbaren negativen Auswirkungen der Narkose würden mich negativ beeinflussen. Ich weiss: Aus juristischen Gründen müssen Sie mir alle möglichen negativen Auswirkungen erwähnt haben. Aber ich will dies nicht hören. Ich vertraue Ihnen! Mit guten Gefühlen erwachte ich aus der Narkose. Einbildungen können auch hilfreich sein Das Autogene Training, Motivationsprozesse, Lernbilder - übrigens Auch die Hypnose - nutzen die Wirkung von EinBILDungen. Der Erfolg basiert immer auf dem Phänomen "Wirkung von BILDERN". Argumente überzeugen vor allem durch Bilder und Geschichten. Die Werbung - auch Parteien nutzen die enorm starke Wirkung von Bildern. Bei Kommunikationsprozessen können wir uns dank positiven Bildern auch in Stressstiuationen entspannen.

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  1. Die Kraft der Einbildung

    Einbildung (gr. phantasia) ist nicht nur eine Vorstellung im allgemeinen Sinne, sie kann jedoch auch ein Eindruck sein, die nichts in der Realität zu tun ... www.rhetorik.ch/Einbildung/Einbildung.html - Cached - Similar
  2. Wortwoertlich nehmen

    Doch Einbildung ist negativ besetzt, weil wir bei eingebildeten Menschen davon ausgehen, dass das innere Bild einer eingebildete Person unrealistisch ist: ... www.rhetorik.ch/Woertlich/Woertlich.html - Cached - Similar
  1. Wirkung von Bildern

    23. Jan. 2002 ... Bilder prägen sich tiefer ins Gedächtnis ein als Worte. ... im Nachhinein Fragen über die Wirkung derartiger Schreckens - Bilder auf: ... www.rhetorik.ch/Bildwirkung/Bildwirkung.html - Cached - Similar
  2. Toxische Kommunikation

    11. Jan. 2004 ... Sind aber Worte tatsächlich so belanglos? Wir alle haben schon die Erfahrung gemacht, welch zerstörerische Wirkung hässliche Worte und ... www.rhetorik.ch/Toxisch/Toxisch.html - Cached - Similar
  3. Macht der Worte

    "Im Anfang war das Wort" meint zwar ein Johannesspruch, die Kraft und suggestive Wirkung von Bildern ist aber oft nachhaltiger als das abstrakte Wort ... www.rhetorik.ch/Fenster/Fenster.html -Cached - Similar

Zur Zeitumstellung am Wochenende:

Zehn Mythen über die Zeitumstellung: Schlafprobleme, Tiere und Kinder merken nichts,

+ Die Zeitumstellung (Uhr muss eine Stunde vorgestellt werden) hat zwar den Vorteil, dass wir mehr Licht und UV Strahlen bekommen. Damit wird die schlechte Laune vertrieben. Doch gibt es immer mehr Kritiker, weil die Umstellung verschiedenste Nachteile hat: - Die Kühe benötigen tatsächlich mehrere Wochen, bis sie sich umgestellt haben. - Nach der Zeitumstellung gibt es mehr Verkehrsunfälle (Quelle Auto Club Europa). Grund: Schlafdefizit, Konzentrationsmangel. - Bei Kindern beeinträchtigt die Stunde weniger Schlaf eine Beeinträchtigung der schulischen Leistung (30-40 %). Die innere Uhr wird durcheinander gebracht. Deshalb sollten die Kinder eine Stunde früher ins Bett gehen. - Durch die Umstellung wird unser Immunsystem aus dem Rhythmus geworfen. Dies schwächt die körpereigene Abwehr. - Statistisch gesehen bringt die Umstellung auch mehr Herzinfarkte. Deshalb wird der ständige Wechsel von Schlafforschern kritisiert. Erstaunlich, was wir alles opfern müssen, nur um keine Zeitinsel zu werden.

Aus Blick-online:

Jeden März dieselbe Frage!

Freitag, 26. März 2010

Kachelmann bleibt stigmatisiert - auch wenn er unschuldig ist

Ich zitiere 20 Min:

Noch haben sich die Vorwürfe gegen Jörg Kachelmann nicht erhärtet. Doch der Fall seines Ex-Kollegen Andreas Türck zeigt: Der Wiedereinstieg ins TV-Geschäft ist nach dem Verdacht der Vergewaltigung fast unmöglich.

Mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert: die TV-Moderatoren Jörg Kachelmann (aktuell) und Andreas Türck (2005).

Mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert: die TV-Moderatoren Jörg Kachelmann (aktuell) und Andreas Türck (2005). Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Der Fall Türck

Andreas Türck wurde vorgeworfen, eine junge Frau zum Oralsex gezwungen zu haben. Je länger die Untersuchungen dauerten, desto klarer wurde jedoch, dass die Anklägerin keine verlässliche Quelle ist. Später hat man bei ihr gar Wahrnehmungsstörungen festgestellt. Das Verfahren wurde 2005 mangels Beweisen eingestellt.

Der Strahlemann aus dem deutschen Fernsehen erlebt bange Stunden. Jörg Kachelmann wird verdächtigt, seine langjährige Freundin vergewaltigt zu haben. Immer mehr «Details» geraten über die Medien ans Licht. So soll Kachelmann ein Doppelleben geführt und mehrere Frauen gleichzeitig bei der Stange gehalten haben. Bisher besteht jedoch nur ein Verdacht.

Doch dass ein solcher eine TV-Karriere zerstören kann, haben ähnliche Fälle aus der Vergangenheit gezeigt. So wurde der einst beliebte TV-Moderator Andreas Türck 2004 ebenfalls wegen Vergewaltigung angeklagt. Die deutschen Medien – vor allem das Boulevardblatt «Bild» - berichteten ausführlich über den «Skandal». Türck wurde vorgeführt – und vorverurteilt.

Unter Beobachtung - für immer

«Das Kopfkino der meisten Menschen ist darauf programmiert, sich negative Dinge zu merken, auch wenn sie unwahr sind», sagte die Psychologin Christine Baumanns damals zu «Bunte». Und: «Andreas Türck ist selbst nach einem Freispruch auf ewig stigmatisiert. Man wird in Zukunft ganz genau beobachten, wie er sich zu Frauen verhält.»

Tatsächlich wurde der Name Türck nur noch zusammen mit dem Wort Vergewaltigung genannt. Und auch nachdem er 2005 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, hat seine Karriere einen gewaltigen Knick erlitten. Sein Auftraggeber Pro 7 trennte sich von ihm, Türck arbeitete fortan nur noch hinter der Kamera.

«Die Vorverurteilung, mit der ich zu kämpfen hatte, war mit meinem Freispruch noch lange nicht erledigt», sagte Türck 2007 der «Süddeutschen Zeitung». «Viele Menschen haben mich behandelt, als wäre ich verurteilt worden.»

«Riesige Wunden hinterlassen»

Auch wenn er es gewollt hätte, wäre ihm die Rückkehr vor die Kamera wohl verwehrt geblieben. Wer einmal in den Medienarchiven und im Internet mit Vergewaltigung in Verbindung gebracht wird, wird diese Bürde so einfach nicht mehr los.

Gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» sprach Türck von einem «Albtraum»: «Zunächst war es unglaublich schwierig, ins normale Leben zurückzufinden. Der Prozess hat in meinem Leben riesige Wunden hinterlassen. Dennoch habe ich es geschafft, wieder auf die Beine zu kommen.»

Ein ähnliches Schicksal dürfte auch Jörg Kachelmann ereilen. Denn auch er ist eine Person von öffentlichem Interesse – ob er will oder nicht. Oder wie es Türck gegenüber news.de ausdrückt: «Was heisst, die Öffentlichkeit vermissen? Dass ich eine öffentliche Person bin, kann man so schnell nicht loswerden, sonst würden Sie wohl kaum ein Interview mit mir führen wollen.» (reh)

Kommentar:

Dass Menschen mit erfundenen Beschuldigungen "fertig " gemacht werden können ist hinlänglich bekannt. Anderseits muss die Polizei alle Anzeigen ernst nehmen. Die Medien haben ihrerseits auch die Pflicht, zu informieren. Die ARD, welche über die Verhaftung Ihres Moderators bewusst nichts gebracht hat, wurde vorgeworfen, sie würden etwas vertuschen. Wenngleich Medien einen Promi - wie Kachelmann - nicht vor verurteilen dürfen, gibt es auch eine Informationspflicht. Bei diesem einmaligen Medienevent kam es zu einem Selbstläufer und zu unzähligen Trittbrettartikeln. Die Oeffentlichkeithat selten so einen Mediengau erlebt. Kachelmanns Story - ob erfunden oder nicht - hat alle Voraussetzungen zu einer Boulevardgeschichte: Promi - Sex - Gewalt - Emotionen (Blut, Tränen, Sperma). Eines ist sicher: Die Geschichte geht weiter! Selbst wenn Kachelmann unschuldig ist, wird er nicht ungeschoren aus dem Strudel der Beschuldigungen davonkommen.

Nachtrag Blick:

Das Lächeln ist Kachelmanns Schutzmaske

Fernseh-Stars lächeln immer, auch wenn sie wissen müssten, dass der grosse Spass längst vorbei ist.

Jörg Kachelmann lächelnd nach seiner Vernehmung beim Haftrichter: Er wollte sich den Medien zeigen. (Reuters)
Jörg Kachelmann lächelnd nach seiner Vernehmung beim Haftrichter: Er wollte sich den Medien zeigen. (Reuters)

Kommentar: Es gibt tatsächlich ein Lächeln als "Antibeisshemmungsverhalten" - als Schutz. Zum Beispiel: Kinder, die in der Schule von einem Lehrer laut gemassregelt werden, schützen sie sich mit einem Lächeln, in der Hoffnung, man werde dann weniger "gebissen". Bei Jörg Kachelmann finde ich nichts von diesem spontanem Schutzverhalten. Für mich ist es ein bewusstes, inszeniertes Lachen vor den Medien.

Vom Umgang mit Komplikationen

Gestern hatte ich mit einem Spezialarzt ein aufschussreiches Gespräch über den Stellenwert der Kommunikation im Spital. Wir waren uns einig, dass generell im Umgang mit Menschen die Art des Kommunizierens eine zentrale Rolle spielt - vor allem das Einfühlungsvermögen. Das gilt übrigens bei allen Berufen, die mit Menschen zu tun haben!

Der Arzt bestätigte mir, dass auch bei Patienten die Vorgespräche enorm wichtig sind. Dazu benötige er genügend Zeit. Dieser angebliche Zeitverlust erweise sich später rasch als Zeitgewinn. Als Arzt erhalte er bei diesen Vorgesprächen hilfreiche Zusatzinformationen. Das Vertrauen werde aufgebaut und letztlich wirke sich diese Vertrauensbasis auch positiv auf die Heilungsprozesse aus.

Das wertvolle Gespräch bestätigte mir ferner:

1. FREUDE am Job ist etwas vom Wichtigsten.

Dies entspricht genau meiner These, dass man künftig weniger von Work-live balance sprechen sollte, weil das Arbeiten auch zum Leben gehört. Arbeiten darf nicht - als Gegensatz - dem Leben gegenübergestellt werden. Ich betrachte das Arbeiten Job auch zum Leben. Deshalb lohnt es sich, auch bei der Arbeit Freude zu haben.

2. Aus dem wertvollen Dialog mit dem Spitalarzt notierte ich mir folgenden Kernsatz über Komplexität, den ich hier im BLOG auf Komplikationen übertrage:

"Nicht Komplikationen sind das Problem, sondern der Umgang mit Komplikationen!"

Dieser Gedanke gefiel mir sehr. Als Ombudsman stelle ich seit Jahren fest, dass leider viele Menschen nie gelernt haben, mit Komplikationen, mit Störungen, mit Konflikten und Schwierigkeiten umzugehen. Würde dies schon in der frühen Lebensschule vermittelt, gäbe es möglicherweise weniger Scheidungen und weniger unzufriedene Menschen. Komplikationen und Schwierigkeiten gehören nämlich zum Leben wie das Amen in der Kirche.

Die Kommunikationsfähigkeit und Hirschmann

Aus 20 Min:

Kommunikationsexperte

25. März 2010

«Hirschmann sass da wie ein Sünder»

von Yvonne Zurbrügg - Für seinen Auftritt in «Talk täglich» erntet Carl Hirschmann Kritik. Kommunikationsexperte Marcus Knill sagt gegenüber 20 Minuten gar: «Hirschmann ist entweder schlecht gecoacht oder schlecht gebildet.»

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Für seinen TV-Auftritt erhält Hirschmann miserable Noten. (Bild: Tele Züri)

Eigentlich wollte Carl Hirschmann (29) seine Unschuld beteuern. In der Talkshow von Tele Züri hatte er am Mittwochabend 25 Minuten lang Zeit dafür. «Aber schon der Start ist misslungen», erklärt Marcus Knill. Der Kommunikations­experte hat für 20 Minuten die Sendung analysiert: «Die Hände in Gebetshaltung, unechtes Lächeln, unbestimmte Aussagen, Stottern: Ich rechne damit, dass 95 Prozent der Zuschauer dachten, er lügt! Er sass da wie ein Sünder.»

Seit gestern ist klar: Die Schlägerei zwischen Carl Hirschmann, Ex-Mister Sven Melig und dessen Begleiterin wurde tatsächlich gefilmt. Polizeisprecher Marco Cortesi bestätigte gegenüber 20 Minuten Online: «Der fragliche Zeitpunkt ist auf dem Band vorhanden.» Ein Detektiv der Polizei habe sich das Band gestern angesehen, aber: «Wir sagen nicht, was auf dem Band zu sehen ist.» Weil auf den Aufnahmen von der Lobby des Luxushotels Dolder zahlreiche Gäste zu sehen seien, bleibe die Kassette aus datenrechtlichen Gründen im Moment noch im Dolder.

Nicht nur das: Hirschmann habe sich punkto Alkoholkonsum und Erinnerungsvermögen widersprochen. «Das ist fahrlässig», so Knill. Für ihn ist klar: «Hirschmann ist entweder schlecht gecoacht oder schlecht gebildet.» Zum Ende der Sendung erklärte Hirschmann seine «neurologische Störung». «Er psychologisierte wirres Zeug», so Knill.

Sein Fazit: «Die Sendung hatte Unterhaltungswert. Für Hirschmann gings aber schief. In meinen Augen hätte er kurz und knapp seine Unschuld erklären und auf die laufende Untersuchung hinweisen sollen. Stattdessen hat er sich vorgeführt.» Hirschmann jedoch scheint zufrieden. Via Facebook bedankte er sich gestern «für die lieben Nachrichten nach dem TV-Auftritt».

Kommentar:

Wir könnten uns gut vorstellen, dass der Coach, der neben Hirschmann das Interview steuerte, den Medien einen kranken Hirschmann präsentieren wollte, der psychotherapeutisch behandelt wurde und unter einer "neurologischen" Krankheit leidet und dadurch bei einer allfälligen Klage profitieren könnte, weil er psychisch krank und zur "Tatzeit" alkoholisiert war. Vielleicht wollte der Coach mit dem fahrigen Auftritt seines Klienten der Oeffentlichkeit die "neurologische" Krankheit veranschaulichen. Doch: An diese Hypothese glaube ich nicht.