Sonntag, 23. August 2009
Micheline Calmy Rey muss auch Kritik einstecken
Hat Micheline Calmy-Rey die Libyen-Affäre verschlafen?
Quelle Tagi
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Konnte die Schweizer Geiseln nicht befreien: Micheline Calmy-Rey. Bild: Keystone
Der Vorwurf ist happig: Micheline Calmy-Rey habe habe seit der Verhaftung zweier Schweizer in Tripolis zu wenig getan. «Das Aussenministerium hat die Sache ein Jahr lang vergeigt», sagt ein Vertreter aus dem engsten Regierungskreis unverblümt gegenüber dem «Sonntag». Seit Juli 2008 sitzen zwei Schweizer Geiseln in Libyen fest. Deshalb habe Bundespräsident Hans-Rudolf Merz versuchen müssen, die vollständig blockierte Situation mit Libyen zu retten.
Die Kritik an Calmy-Rey wird in mehreren Departementen ebenfalls geäussert. Und auch in der Regierung selbst seien kritische Stimmen gegen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey persönlich laut geworden, hält ein Insider fest. Erstmals spricht nun Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP). «Das Aussendepartement hat verschiedene Versuche gestartet, jedoch bisher ohne Erfolg», sagt sie.
War das Aussendepartement informiert?
Welches Misstrauensklima in der Regierung in Sachen Libyen herrscht, verdeutlicht ein Beispiel: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz habe den Vertrag am Mittwoch aus einem Grund gar nicht in den Bundesrat bringen können, sagt ein Vertreter aus dem engsten Regierungskreis: Der Inhalt hätte – aus politischen Motiven – den Weg in die Öffentlichkeit gefunden und damit die Libyen-Reise verunmöglicht.
Aus demselben Grund habe Merz seine Absicht, sich zu entschuldigen, ebenfalls unmöglich äussern können. Weiter sagen zuverlässige Quellen gegenüber «Sonntag», dass das EDA - entgegen Aussagen aus dem Aussendepartement - sehr wohl in die Merz'sche Entschuldigung involviert war: Zwei EDA-Mitarbeiter waren es, welche die Entschuldigung formulierten. Diese beiden Mitarbeiter hielten es indes nicht für nötig, die Departementschefin Calmy-Rey persönlich zu informieren.Kommentar: Der Bundespräsident scheint nach diesen Informationen deshalb eigenmächtig gehandelt zu haben, weil seine Kollegin die Geiselaffaire verschlafen hat. Es gibt für Aussenstehende zu denken, falls ein Bundesrat deshalb Kollegen Informationen vorenthalten muss, weil er damit rechnen müsste, dass dann die Vertraulichkeit nicht mehr gewahrt ist. Zu vieles gibt zu denken und ist den Medien unklar. Es gibt in der Affaire Libyen zu viele Ungereimtheiten. Hat das EDA die Entschuldigungsformulierung vorbereitet oder nicht? Wie können wir wissen, was Fakt ist, wenn laufend Aussagen und Gegenaussagen gemacht werden? Einmal mehr sind wir mit fragwürdigen Kommunikationsproblemen im Bundesrat konfrontiert. Bundesrat Blocher kann nicht mehr bei den jüngsten Pannen der schwarze Peter zugespielt werden.
Es ist für alle Kritiker schwierig - ohne genaue Detailkenntnisse - bei einzelnen Bundesräten Schuldzuweisungen vorzunehmen. Dass es aber hinsichtlich Kommunikationsmanagement im Bundesrat auch in diesem Fall nicht gut bestellt ist, ist Tatsache. Die Libyengeschichte ist aus meiner Sicht ein Posse. Die Landesregierung spricht mit verschiedenen Stimmen . Es fehlt die Koordination der Kommunikation. Das ist eindeutig unprofessionell! Das Kollegium BR funktioniert nicht!
Das jüngste Trauerspiel ist nicht der erste Zoff im Bundesrat.
Hier ein Auszug aus vielen Beispielen (LINKS):
Notiert von
marcus knill
um
17:58
Samstag, 22. August 2009
Bundespräsident Merz setzt sich in die Nesseln
Dies könnte Folgen haben
Zu den Fakten (Quelle Blick):
Hans-Rudolf Merz wollte ganz allein Staatsmann sein. Das ging schief. Die Schweiz ist gedemütigt, das Schicksal der Geiseln ungewiss.
Hans-Rudolf Merz am Donnerstag in Tripolis: «Die Schweiz ist bereit, sich für die ungebührliche und unnötige Verhaftung von Hannibal Gaddafi und seiner Familie durch die Genfer Polizei und für andere Schweizer Behörden zu entschuldigen.» (Keystone)
Das hat es in der neueren Schweizer Geschichte noch nicht gegeben:
Ein Bundesrat reist im Alleingang zu einem Despoten, wird dann nicht einmal vorgelassen, unterzeichnet mit einem Lakaien einen fragwürdigen Vertrag – und muss trotzdem mit leeren Händen zurückreisen. Der Ausflug von Hans-Rudolf Merz in die grosse diplomatische Welt ist ein Desaster. Der Gaddafi-Clan ist sauer auf die Schweiz, weil vor der Schweizer Justiz alle gleich sind. Denn in Genf wurden Gaddafi-Sohn Hannibal und seine Frau verhaftet, weil sie Hausangestellte geschlagen und mit heissem Wasser verbrüht hatten. Daraufhin lief der Clan Amok: Zwei Schweizer wurden in Libyen als Geiseln genommen, die Öllieferungen eingestellt und Gelder aus der Schweiz abgezogen. Prügel-Hannibal träumte gar davon, eine Atombombe auf die Schweiz zu werfen. Seit einem Jahr arbeitet eine Taskforce von erfahrenen Diplomaten an einer Lösung für die Spannungen zwischen Gaddafi und der Schweiz. Recherchen von Blick.ch zeigen, dass seit längerem der Entwurf einer Vereinbarung mit Libyen vorliegt. Zwei Punkte waren für die Schweiz nicht verhandelbar:
1. Man entschuldigt sich nicht.
2. Wenn ein Regierungsmitglied nach Libyen reist, kommen auf dem Rückflug im selben Flugzeug auch die Schweizer Geiseln mit nach Hause.
Zur KRITIK: • Die Geiseln sind nicht befreit. Garantien fehlen, dass die beiden Schweizer bis 1. September frei sind.
• Der Bundesrat wurde hintergangen. Merz informierte zwar summarisch über seine Libyen-Ambitionen Doch der Restbundesrat ging davon aus, dass Merz nur mit klaren Zusagen nach Tripolis fliegt. Ohne Entschuldigung und indem er die Geiseln gleich mitnehmen wird. Ein einzelner Bundesrat darf nach Verfassung gar keinen Vertrag unterschreiben, ohne dass der Gesamtbundesrat zugestimmt hat.
Auch das EDA wurde hintergangen. Das EDA machte zwar Vertragsentwürfe. Doch Merz verfasste einen neuen Vertrag. EDA: «Der Vertrag, so wie er ausgehandelt und unterzeichnet worden ist, war weder mit der Vorsteherin des Departements noch mit der Direktion für Völkerrecht abgesprochen.»
Auch die Genfer Regierung wurde hintergangen. Mit dem Alleingang hat Merz auch die Genfer Regierung desavouiert.
Im Grunde genommen hatte sich Libyen für seine Angriffe gegen einen Rechtsstaat entschuldigen müssen.
Quelle Tagi:
Micheline Calmy-Rey widerspricht Hans-Rudolf Merz
Uebrigens: Die anderen Bundesräte haben alle eine Entschuldigung bei Gaddafi immer abgelehnt. Vor allem: Der von Merz unterzeichnete Kniefall-Vertrag ist bindend, auch wenn er in der Schweiz nicht verfassungskonform zustande gekommen ist.
Merz gab gestern indirekt zu, er habe auf eigene Faust gehandelt. Er habe die Situation mit Libyen deblockieren wollen, sagte er. «Es galt, einen Führungsentscheid zu treffen, und den habe ich getroffen.» Er will die Verantwortung auf sich nehmen. Wir fragen uns: Mit allen Konsequenzen?
Die Verärgerung in der Oeffentlichkeit ist verständlich «So gehts nicht! Wie in den Fällen Tinner und UBS erfahren wir auch jetzt wieder erst im Nachhinein und aus den Medien von der Reise», so Dick Marty (FDP), Präsident der aussenpolitischen Kommission des Ständerats.
Merz kann jetzt nur hoffen, dass die zwei Schweizer Ende nächster Woche frei sind. Garantien hat der Bundespräsident keine. «Ich stehe zu diesem Vertrag, ich werde die Verantwortung dafür übernehmen.» Konkret könnte dies heissen: Rücktritt. Falls die Schweizer nicht frei kämen, würde es für Merz ungemütlich. Ein Bundesrats-Vertrauter sagte nach Blick: «Merz kann nur warten und beten. Entweder sind die Geiseln nächste Woche in der Schweiz, oder wir haben eine zweite Vakanz im Bundesrat.»
Tagi:
Merz genervt: «Ja, ja, ich habe alles falsch gemacht»
Ihre E-Mail wurde abgeschickt.
Merz tritt pünktlich um 13.30 Uhr vor die Medien. Und beginnt mit seiner Erklärung: Er habe die Reise nach Libyen lange vorbereiten können, es sei keine Blitzaktion gewesen. Er habe zwei Ziele gehabt. Erstens zu schauen, dass die beiden Geiseln nach Hause reisen können. Das zweite Ziel war, dass sich die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen normalisieren.
Bücklingverhalten des Bundesrates darf nicht Standard werden:
Wir erinnern an das Verhalten des Bundesrates bei Dalai Lama:
Ich zitiere aus dem BUND:
«Peinlicher und feiger Bückling»
«Wir erwarten, dass die Schweiz als neutrales Land wie andere Rechtsstaaten weltweit auch einen Friedensnobelpreisträger auf höchster Ebene trifft und nicht nur Wen Jiabao oder den iranischen Präsidenten Ahmadinejad», sagt Karma Pangring, der Präsident der Tibetergemeinschaft in der Schweiz. «Wenn der Bundesrat den Dalai Lama nicht empfängt, ist dies ein peinlicher und feiger Bückling vor China», findet der Zürcher Nationalrat Mario Fehr, der die Parlamentarische Gruppe für Tibet präsidiert. «Wenn die Schweiz mit China einen echten Menschenrechtsdialog führen will, muss sie auch jene unterstützen, die eine friedliche Lösung der Tibet-Frage wollen.»
Bei der Aushändigung der UBS Kundendaten handelte der Bundesrat ebenfalls mit einem vorschnellen Bücklingsverhalten. Nachträglich hat sich gezeigt: Es war ein rechtswidriges unnötiges Nachgeben.
Aus Fehlern müsste man lernen!
Fehler dürfen wir alle machen. Aber nicht immer die Gleichen!
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Die Kritik reisst nicht ab
Der Bundesrat wollte nie eine Entschuldigung - höchstens ein Bedauern! Dennoch hat sich der Bundespräsident entschuldigt und eigenmächtig die Schuld auf sich genommen. Dass ein Politiker im Alleingang einen Schuldigen entschuldigt, stösst bei vielen sauer auf. Eine gewisse Zurückhaltung bei Politikern ist nur deshalb spürbar, weil zurzeit niemand die beiden Schweizer gefährden will. Dass ein Erpresser entschuldigt wird, ist und bleibt unverständlich. Im Grunde genommen eine verkehrte Welt.
Nachtrag NZZ
Die Kritik an Bundespräsident Merz reisst nicht ab. Nun wollen sich auch die Kantone auf Wunsch Genfs mit der umstrittenen Entschuldigung befassen. Sie sehen die Polizeihoheit der Kantone gefährdet. Auch im Bundesrat gehen die Meinungen offenbar ausseinander. ...
20 Min:
Affäre Gaddafi
Merz war nicht zum Vertragsschluss berechtigt
Eisernes Schweigen, Anspielungen, indirekte Bemerkungen, die doch viel sagen!
Eisiges Schweigen. Ausgerechnet die Bundesrätin, die seit Monaten mit dem Fall Libyen betraut ist, beschränkt sich am Wochenende nach dem Kniefall des Aussenministers vor Libyen auf ein auffallend dürres Statement.
Wichtig sei, dass die beiden Schweizer endlich ausreisen könnten, gab Bundesrätin Micheline Calmy-Rey der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» zu verstehen. Andere Fragen zum Thema wollte sie nicht beantworten. «Ich sage dazu nichts weiter.» Weil sie jedes weitere Wort bereuen könnte?
Da gaben sich die beiden anderen Kolleginnen des Libyen-Fahrers Merz in der Schweizer Regierung doch einiges auskunftsfreudiger. Obwohl: Auch hier schlägt dem Bundespräsidenten nicht eben Begeisterung entgegen. Sowohl Doris Leuthard wie auch Eveline Widmer-Schlumpf, sagten gegenüber der Sonntagspresse, dass Merz‘ Alleingang im Kollegium noch zu reden geben werde.
Widmer-Schlumpf: Rechtliche Bedenken
Justizministerin Widmer-Schlumpf ist sich gar nicht sicher, ob Merz‘ Vertrag rechtlich wasserfest ist, wie sie gegenüber «Sonntag» sagte. Skeptisch beurteilt sie insbesondere das unabhängige Schiedsgericht. Es soll die Affäre um die Festnahme des Gaddafi-Sohns Hannibal in Genf untersuchen.
«Die Genfer Polizei wurde in ihrem Kompetenzbereich tätig, die Genfer Regierung hat ihr korrektes Verhalten attestiert, und jetzt soll ein Schiedsverfahren im Kompetenzbereich der Kantone durchgeführt werden – und das erst noch im Ausland, in London», gab Widmer-Schlumpf zu bedenken.
Leuthard: Darüber wird geredet
Auch Wirtschaftsministerin Doris Leuthard sieht Diskussionsbedarf, wie sie gegenüber Schweizer Radio DRS erklärte. «Wir werden sicher im Bundesrat die Abläufe besprechen», sagte Leuthard in Anspielung auf das Kompetenzgerangel zwischen dem Finanzdepartement von Merz und dem Aussenministerium (EDA) von Micheline Calmy-Rey.
Weder Calmy-Rey noch die Direktion für Völkerrecht hätten den in Tripolis unterzeichneten Vertrag sichten können, hatte das EDA am Freitag verlauten lassen.
Couchepin: «Kenne Inhalt des Vertrags nicht»
Eine Vogel-Strauss-Strategie fuhren bisher Moriz Leuenberger und Pascal Couchepin in der Sache. Leuenberger äusserte sich gar nicht dazu, Couchepin nur folgendermassen: «Ich kenne den Inhalt der Vereinbarung nicht und bin nicht in der Lage, eine Meinung zu äussern.» Dabei ist der Wortlaut des Abkommens seit Donnerstag öffentlich bekannt.
Ausdrückliches Lob erhielt Merz bislang nur von Verteidigungsminister Ueli Maurer. «Der Bundespräsident hat seine Sache gut gemacht», sagte Maurer gegenüber Radio DRS. Kurz, knapp und ebenso überraschend. Ausgerechnet der ehemalige SVP-Polterer Maurer zeigt damit Verständnis für den Kniefall der Schweiz vor dem Wüstendiktator in Tripolis. (SDA/bih)
Allianz für eine Entschuldigung: Militärminister Ueli Maurer (SVP) und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Schweizer Illustrierte)
< Straft Merz mit eisigem Schweigen ab: Micheline Calmy-Rey. (Keystone)
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marcus knill
um
09:13
Mittwoch, 19. August 2009
Zum aktuellen Medienseminar in BERN in dieser heissen Woche:
(Zur Einstimmung der Teilnehmer)
Nachhaltigkeit ist gefragt! Das Wissen allein genügt nicht - wir müssen uns die Erkenntnisse Schritt um Schritt zu Nutze machen Ich habe unzählige Weiterbildungsveranstaltungen besucht. Das Grundproblem: Es wird viel Wissen vermittelt - wir verstehen es - die Erkenntnisse leuchten uns auch ein. Doch später ist alles wieder beim Alten, weil die Nachhaltigkeit fehlt. Vieles, was gelernt wird, haben wir schon einmal gehört, wissen es irgendwie bereits. Doch leider machen wir uns dieses Wissen nicht zu Nutze! Merken Sie sich deshalb: Wenn Sie die Anregungen und Erkenntnisse aus dem Internetbuch oder aus Rhetorik AKTUELL nachhaltig vertiefen wollen - gilt: Geben Sie nie auf. Arbeiten Sie immer nur an EINEM Lernpunkt! Churchill sagte einmal in einer Rede vor einem grossen Auditorium: GEBEN SIE NIE, NIE, NIE AUF! Mehr sagte er nicht. Viele Zuhörer waren verärgert, nur dies zu hören. Aber es war das Wichtigste, was Churchill zu sagen hatte. Dieses Mark der Weisheit wollte er nicht mit zusätzlichem Gerede verwässern. Bedenken Sie, wie viele Versuche ein normales Baby unternehmen muss, um laufen zu lernen. Kein Wunder, dass wir laufen können. Wir haben es unzählige Male geübt und immer wieder versucht. Wir haben bei diesen Geh-Versuchen nicht aufgegeben. Das gilt auch bei den Bausteinen der Rhetorik. Edison hatte bekanntlich 1000 Versuche gemacht, bis er die Glühbirne erfunden hatte. Walt Disney suchte 302 Banken auf, um seinen Freizeitpark zu verwirklichen. Deshalb: Bleiben Sie hartnäckig am Ball, wenn Sie die eine wichtige Erkenntnis umsetzen wollen. Antoine de Saint Exupéry sagte: ES GIBT MEHR LEUTE DIE KAPITULIEREN, ALS SOLCHE DIE SCHEITERN! Link:
WICHTIG: Der erarbeitete Lernpunkt hilft Ihnen, nicht nur Medienauftritte zu optimieren. Die Verbesserung der kommunikativen Kompetenz kommt Ihnen auch bei Meetings, Besprechungen und Aufritten (im Beruf und Alltag) zu gut. Ihr Urteil über die Nachhaltigkeit unserer Veranstaltung mit Profi-Journalist, Kommunikationschef und mir interessiert uns sehr. Lassen Sie mir deshalb ein Echo nach ca. drei Monaten zukommen.
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marcus knill
um
21:10
Hugo Löscher vor dem achzigsten Geburtstag gestorben
1/8 Einer der bekanntesten Schweizer Schriftsteller ist tot: 1972 erhält Hugo Loetscher den Literaturpreis der Stadt Zürich. Bild: KEYSTONE/AP
Kommentar: Für mich war Hugo Loetscher ein Mensch, der Ambiguitäten liebte. Er brachte viele Gegensätze unter einen Hut. So beispielsweise: Die Schweiz und die globale Welt. Oder: Humor und Ernsthaftigkeit. Die Schweiz verliert einen der hervorragendsten Meister des Wortes . Rhetorik.ch behält den grossartigen Schweizer Erzählkünstler in bleibender Erinnerung.
Link:
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Hugo Loetscher – Wikipedia
Hugo Loetscher wuchs in Zürich auf. Nach der Matura studierte er an den Universitäten Zürich und Paris Philosophie, Soziologie und Literaturwissenschaft. ... Leben - Künstlerisches Schaffen - Die Dürrenmatt-Affäre de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Loetscher - Im Cache - Ähnlich - Hugo Loetscher ist tot (Kultur, Aktuell, NZZ Online)
19. Aug. 2009 ... Laufend aktualisierte Nachrichten, Analysen und Hintergründe zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. www.nzz.ch/.../loetscher_diogenes_1.3367334.html - vor 3 Minuten gefunden - Ähnlich -Diogenes Verlag | Autoren: Loetscher, Hugo
Der Tagi veröffenlicht erstmals das Bewerbungsschreiben Loetschers an die WELTWOCHE:
Hugo Loetscher: «Ich bin glücklich, dass es nur zwei Geschlechter gibt.»
Ausschnitt aus Loetschers Brief an die «Weltwoche».
Lieber Gody Suter,
hier einige Angaben meine Person betreffend:
geboren am 22. Dezember 1929 in Zürich als Sohn eines Handwerkers, der Zeit seines Lebens zwischen selbständig und unselbständig schwankte, bis er am Ende unselbständig wurde
und als Sohn einer deutschen Mutter, die dem Kind von den «Besseren» predigte, womit sie nicht nur an die vom Zürichberg dachte, sondern die «Besseren» begannen schon mit den Primarlehrern. Aufgewachsen in einem Arbeiterviertel zur Zeit der Arbeitslosigkeit, behütet von einer Grossmutter, die unter der Matratze Goldstücklein verbarg, die schönsten selbstgestrickten Pullover des Quartiers tragend als Anfang alles Besseren – politische Zeiten, sodass der Vater der Arbeitermusik beitrat.
Katholisch getauft, unter nicht praktizierenden katholischen Eltern aufgewachsen, war ich aktiver Ministrant, auch wenn ich später an Altären diente, deretwegen man nicht in aller Frühe aufstand, sondern deretwegen man erst spät ins Bett ging – katholische Jugendbewegung mit Höhenfeuer, Fahnenwacht und Kameradschafts-Onanie.
Gymnasium in Zürich – Vollhumanismus. Hätte ich als Student auch in Griechisch Nachhilfestunden geben müssen, könnte ich es vielleicht noch lesen. Aber die Lateiner blieben dank Gymnasiasten, die ich in die gallischen Kriege begleitete und mit denen ich periodenlang gegen Catilina wetterte.
Ein Semester Germanistik, dann ein Semester Geschichte – dann ein Unterbruch: Aufenthalt in Paris. La France devient la maîtresse de ma sensibilité. Las dort die Autoren, über die ich dissertieren sollte: Sartre, Camus, Merleau-Ponty, die Marxisten wie Lefèvre und die Katholiken wie Maritain und Gilson. Entschluss, Philosophie zu studieren – Politische Philosophie. In Zürich gab es keine eigentlichen «Politischen Wissenschaften», man hatte sich für die Juristisch-Volkswirtschaftliche oder die Philosophische Fakultät zu entscheiden. Entschied mich zum Phil-einer, Wirtschaftsgeschichte und Soziologie kamen dazu. Unregelmässiges Studium – war zwei Jahre Präsident des Verbandes Schweizerischer Studentenschaften, wobei die schönste Tat das erste Stipendium der Schweizer Studenten für einen Negerstudenten in Südafrika war. Lernte Sitzungen präsidieren und Kommissionen bilden, stellte Ordnungsanträge und wurde überstimmt, war dafür in Nancy, Paris, Berlin, Kopenhagen, London, Edingburgh - immer in der Studenten-Uno. Genoss die Vorzüge des Funktionärs und litt unter dem Managertum ohne Bühlerhöhe oder ein anderes Sanatorium.
Verschiedene Male gründete ich Europa. Wurde für eine Amtsperiode Mitglied der Schweizerischen Unesco-Kommission. Leitete das Petitionskomitee für die Mitarbeit der Schweiz in Europa. Eines Tages entschloss ich mich dann – viel später – Nomade zu sein, und wählte als Wüste Europa.
Was ich schreib und was ich mit dem Schreiben treib, das wissen Sie – sonst fällt mir nichts mehr ein – doch: ich bin glücklich, dass es nur zwei Geschlechter gibt.
Aus diesen Angaben ist ein Briefhock geworden.
Noch einmal meinen Dank.
Ich werde Ihnen aus Griechenland eine oder zwei Sachen schicken für die Literaturseite – nichts Kritisches, aber hoffentlich Drucktüchtiges.
Mit den besten Grüssen
Ihr Loetscher
Der Brief wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.
Notiert von
marcus knill
um
19:03
GESTERN - HEUTE UND MORGEN:
Hitzetage!!!!!
Eis oder Pool wäre cool
Aus 20 Min:
Notiert von
marcus knill
um
13:50
Unfassbar: Warum immer wieder dasselbe?
Ist die Oeffentlichkeit machtlos?
Ich zitiere bild:
Rottweiler-Rüde „Sam“ nach der Beißattacke. Er wurde inzwischen eingeschläfert
Frauchen sagt, er wollte doch nur spielen Rottweiler zerfleischt Stefanie
Es ist schon wieder passiert! In einem Hinterhof hat ein bissiger Rottweiler ein Mädchen (5) angegriffen und schwer verletzt! Die kleine Stefanie musste mehrfach operiert werden.
Der Vater : „Keiner weiß, ob meine Tochter jemals wieder fröhlich lachen kann oder ob ihr Gesicht für immer entstellt bleibt.“
Stefanie (5) vor der Beißattacke. Das Mädchen liegt mit schlimmen Kopfverletzungen in einer Klinik
Es passierte am Sonntagnachmittag in einem Bochumer Hinterhof. Fatma T. (26), die Hundehalterin, wollte ihre beiden Rottweiler „Sam“ und „Rocky“ im Hof waschen. Die massigen Tiere spielten mit einem Ball. Plötzlich öffnete die kleine Stefanie die Hoftür. Die unangeleinten Hunde entdeckten sie, rannten auf das Kind zu.
Als die Kleine schrie, biss „Sam“ zu. Stefanies Vater Nusret : „Ich hörte ihre Schreie, bin sofort runtergerannt.“
Im Hof sah der Vater, wie ein Rottweiler seiner Tochter ins Gesicht biss: „Alles war voller Blut! Der Kopf meines Kindes war im Maul dieser Bestie, ihr Ohr abgerissen, das Auge weg. Ich habe mit den Hunden gekämpft, ihnen Stefanie irgendwie entrissen.“
Der Mann rannte mit dem blutüberströmten Kind auf die Straße.
Eine Augenzeugin: „Im Gesicht und im Nacken klafften tiefe Wunden. Das Mädchen blutete stark, wir haben mit Kompressen versucht, die Blutungen zu stillen.“
Unfassbar: Wie so häufig in solchen Fällen hätte die Hundebesitzerin das Tier gar nicht halten dürfen. Ihr fehlte der in Nordrhein-Westfalen vorgeschriebene „Sachkundenachweis“.
Ein Beamter des Ordnungsamtes : „Den hatte sie zwar beantragt, aber die Prüfung noch nicht abgelegt.“
Fraglich, ob die Frau nun noch eine Chance bekommt, eine solche Prüfung abzulegen. Denn nach der Beißattacke zeigte sie sich auch noch uneinsichtig. Sie sagte:
„Mein Hund ist doch eigentlich lieb. Er wollte doch nur spielen!“
Beide Tiere wurden inzwischen eingeschläfert, die Polizei ermittelt gegen die Halterin.
Kommentar: Auch in der Schweiz gibt es nach einer Attacke ein grosses Geschrei. Dann aber bleibt alle beim Alten. Das Ganze wiederholt sich dann, wenn später wieder ein Kind zerfleischt wird.
Notiert von
marcus knill
um
11:07