Montag, 10. August 2009

Eiertänzer Pelli:

Geschicktes Lavieren oder schädliches Verwirrspiel?

Die FDP hat die Oeffentlichkeit immer wieder überrascht mit vagen Zielsetzungen und unklaren Kernbotschaften. Fulvio Pelli setzt die Verwirrspiele der FDP fort.

Ueber eine allfällige Kandidatur hielt er sich lange bedeckt. Er sagte nie eindeutig, ab wann er sich endgültig entscheidet.

Die FDP Tessin liess verlauten, dass sie Pelli nicht nominieren werde.

Dann war zu erfahren, dass der FDP Parteipräsident als Kandidat doch zur Verfügung stehe, wenn die von der Bundeshausfraktion beantragt würde.

In einem Interview bestätigte er, dass er dann doch zur Verfügung stehe, wenn er nominiert würde.

Weshalb dieses Verwirrspiel? Warum so kompliziert?

Kommentar: Fulvio Pelli ist in Verlegenheit. Als Parteipräsident muss er als Stratege die Nachfolge des zurücktretenden FDP Bundesrates sichern. So müsste er sich unter Umständen bei entsprechender Konstellation zur Verfügung stellen. Denn bei der FDP ist er ein valabler Kandidat und könnte unter Umständen den Sitz retten. Damit könnte sich für ihn das Taktieren letztlich doch noch auszahlen. Pelli hat bestimmt auch noch persönliche Interessen und möchte sich den Aufstieg nicht verbauen. Auf der anderen Seite schadet ihm das Taktieren nicht nur bei den Parlamentariern, weil man keinen halbherzigen, unschlüssigen Bundesrat wünscht. Man will keine Zögerer, keine Zauderer.

Auf die Frage, ob Pelli den Entscheid vom CVP Kandidat abhängig machen wolle, antwortete er wortwörtlich:

"Ich würde NEIN antworten."

Diese Antwort mit dem Konjunktiv "würde" macht uns bewusst, dass Pelli auch unklar und vage kommuniziert.

Ich vermisse bei ihm die Eindeutigkeit. Für seine Wahl sehe ich schwarz. Die Echos in den Medien ist schecht!

Ich zitiere Blick:

Bundesrat Puff um Pellis Kandidatur!

Die Tessiner FDP schickt Fulvio Pelli ins Rennen um den Sitz von Bundesrat Pascal Couchepin. Oder doch nicht? Die Partei macht ein «Gschtürm». Denn sie schlägt Pelli zwar vor, nominiert ihn aber nicht.

Polit-Posse

Kommentar von Marcel Zulauf, stv. Chefredaktor blick.ch Kandidiert er? Kandidiert er nicht? Das Puff um Fulvio Pellis Kandidatur passt zum Eindruck, den die FDP immer wieder hinterlässt: Den einer Partei ohne Plan und Strategie. Eigentlich hat FDP-Präsident Pelli mehrmals unmissverständlich klar gemacht: Ich will nicht in den Bundesrat, ich will der Partei bis zu den nächsten Wahlen vorstehen. Nun «beugt er sich dem Entscheid der Fraktion», sagt er nach der inoffiziellen Nomination seiner Tessiner Kollegen. Bis die FDP weiss, was sie will, wird sie vielleicht von Mitte-Links überholt. Denn am 16. September muss die Bundesversammlung nicht zwingend einen Parteikollegen Couchepins wählen. Sondern einen Kandidaten, der das Amt mit Überzeugung übernehmen will.

Blick:

Bundesrats-Wahl Pellis Hin und Her: Reicht das für den Bundesrat?

11.08.2009

ZÜRICH – Das Hin und Her um die Bundesrats-Kandidatur von Fulvio Pelli gibt zu reden. Polit-Experten sind sich einig: Führungsqualitäten, wie sie ein Bundesrat zeigen muss, hat Pelli nicht bewiesen.

Laviert er sich doch noch in den Bundesrat? FDP-Chef Fulvio Pelli. (Keystone)

Üblicherweise ziert man sich, gibt aber diskret zu erkennen, dass man die Wahl annehmen würde. Und manchmal wird man sogar Bundesrat und hatte das gar nicht im Sinn: Wir erinnern uns an Otto Stich, 1983, und Eveline Widmer-Schlumpf, 2007.

Aber was FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli in Sachen Bundesratskandidatur bisher geboten hat, löst Kopfschütteln aus. Wie ein Mantra hatte er seit dem Rücktritt von Parteikollege Pascal Couchepin verkündet, er wolle nicht Bundesrat werden. Gestern nun hat ihn seine Tessiner Kantonalpartei doch noch vorgeschlagen. Eine offizielle Kandidatur ist das aber immer noch nicht. Jetzt sagt Pelli nur, wenn die Fraktion ihn wolle, dann würde er kandidieren. Bis Ende August heisst das also: Warten auf Pelli.

Wie passt dieses Lavieren zu den Anforderungen an einen Bundesrat? Zeigt Pelli damit die Führungsqualitäten, die in der Finanz- und UBS-Krise gefordert sind Nein, sagenPolit-Experten.

«Pelli bewegt sich zwischen Taktieren und Lavieren», meint HSG-Politologe Silvano Möckli gegenüber Blick.ch. Als ob er Angst vor einer Nichtwahl hätte. «Aber als Bundesratskandidat sollte man auch in schwierigen Situationen klar Position beziehen.» Pelli mache daher einen zwiespältigen Eindruck. Ausserdem sollten für alle dieselben Regeln gelten. Gestern lief die Frist für FDP-Kandidaten ab. «Alle haben sich daran gehalten. Nur Pelli nicht.»

Pelli mache sich mit seinen Widersprüchen unglaubwürdig. Das moniert sogar eine FDP-Parteikollegin, die nicht genannt werden will. Früher habe Pelli für einen Generationenwechsel im Bundesrat plädiert. Jetzt zeige er aber doch Ambitionen: «Das könnte man ihm jetzt vorwerfen.» Ausserdem sei es nicht überzeugend, dass Pelli die Verantwortung für seine Kandidatur jetzt der Fraktion zuschiebe.

Skeptisch ist auch Bastien Girod, junger Zürcher Nationalrat der Grünen. Er sieht im Bundesrat nur Verwalter und ratlose Akteure. Keine klare Linie. Nach den jüngsten Manövern der FDP befürchtet Girod: «Daran wird auch Pelli nichts ändern.»

Nachtrag Tagi:

FDP-Vizepräsidentin: «Wir brauchen Pelli nicht»

Die Bundesratskandidatur von FDP-Chef Pelli sorgt in der Partei für Ärger: Die Partei habe genügend gute Kandidaten. Pelli zeigt kein Verständnis für die Kritik

Egerszegi: Pelli ist zu alt

Auch die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi ist nicht einverstanden mit dem Weg, den Pelli eingeschlagen hat. «Stellen Sie sich vor, Pelli wäre eine Frau. Dann würde man ihn als wankelmütig bezeichnen», sagt die Ständerätin. Sie ziehe es vor, wenn Leute mit offenen Karten spielen. Schliesslich wisse man, dass Pelli Bundesrat werden wolle.

Der Tessiner war 2003 bereits einmal offizieller Bundesratskandidat, als es um die Nachfolge von Kaspar Villiger ging. Er scheiterte aber bereits an der Fraktion. Nun hält ihn Egerszegi für zu alt. «Er ist 58, und er selber hat gesagt, er wolle, dass sich der Bundesrat verjünge.» Wie Moret findet auch Egerszegi, dass sich zumindest zwei der offiziellen Kandidaten gut als Bundesräte eignen: Pascal Broulis und Didier Burkhalter.

«Ich laviere nicht, meine Botschaft ist klar»

Pelli selbst hält nichts von der internen Kritik:

«Ich laviere nicht, meine Botschaft ist klar. Die Fraktion ist frei, ob sie mich nominieren will oder nicht.»

Kommentar: Parteipräsident Pelli hätte eine Nachhilfestunde in Medienrhetorik nötig. Er macht den klassischen Fehler, dass er in seiner Replik den Vorwurf LAVIEREN wiederholt und zusätzlich festigt. Wenn einem Lehrer vorgeworfen wird, er sei Ferientechniker, so dürfte er diese Anschuldigung auch nicht wiederholten. Der Lehrer müsste sagen:

"Ueberhaupt nicht! Wussten Sie, dass ich während der letzten Sommerferien zwei Tage bei den Schweizerischen Lehrerfortbildungskursen in Frauenfeld intensiv gearbeitet habe?"

Wenn Pelli den Vorwurf wiederholt, wenngleich negierend: Ich LAVIERE nicht! So wird damit das Wort LAVIEREN wiederholt und zusätzlich gefestigt. Kommt dazu, dass nachgeweisen werden kann, dass Pelli tatsächlich LAVIERT und man bei ihm das LAVIEREN konkret nachweisen kann. (Zickzackkurs, Hin und her, Einmal: "Ich kandidiere", dann: "Ich kandiere doch, wenn.." usw.) ---> Siehe Pressespiegel

FAZIT:

Die Verwirrung und Irritationen rund um das Theater mit der Kandiatur Pellis kann nachgewiesen werden. Zu lange sagte Pelli zu wenige deutlich Nein. Jüngst liess er verlauten, er kandidiere nicht. Dann liess er die Medien doch wissen, er kandidiere, falls er von der FDP Fraktion vorgeschlagen werde. Eine Bundesratskandidatur halte er zwar nach wie vor nicht für notwendig. Wenn ihn die Fraktion vorschlage, werde er jedoch nicht Nein sagen.

Seine Formulierungen, wie bei dieser doppelten Verneinung sind so umständlich und irrtierend wie Pellis Verhalten. Statt "nicht Nein zu sagen", wäre auch die eindeutige Formulierung möglich gewesen: "Ich werde zusagen". In einem NZZ Interview wurde Pelli konkret gefragt:

Hand aufs Herz: Möchten Sie nun Bundesrat werden oder nicht? Pelli antwortet ebenfalls mit einer doppelten Verneinung:

"Es ist nicht so, dass ich nicht am Bundesratsamt interessiert wäre."

Flavio Pelli liebt den vagen Konjunktiv. Dazu noch ein Beispiel:

Auf die Frage, ob Pelli den Entscheid vom CVP Kandidat abhängig machen wolle, antwortete er im Fernsehen wortwörtlich: "Ich würde NEIN antworten." Diese Antwort mit dem Konjunktiv "würde" veranschaulicht, dass Pelli lieber unklar und vage kommuniziert als eindeutig.

Ich vermisste bei ihm bereits bei älteren Analysen - die Eindeutigkeit. Die Echos in den Medien waren denn auch entsprechend schlecht! Es ist zwar denkbar, dass Pellis Eiertanzverhalten am Schluss doch noch Erfolg hat. Politologin Regula Stämpfli sagte zu Pellis politischen Spielchen in 20 Minuten vom 11. August:

"Im Tollhaus des momentanen Bundeshauses scheint je länger je mehr nur noch solches Vorgehen auch erfolgreich zu sein. Peinlich, aber sehr politpraktisch." Diesen klaren Worten ist nichts zuzufügen.

Nachtrag Blick (Pressechos - Pelli scheinen die Felle davonzuschwimmen):

  • Die FDP: Fraktionschefin Gabi Huber sagte in der «NZZ am Sonntag»: «Mein persönlicher Wunsch ist, dass Fulvio Pelli Parteipräsident bleibt». Sie macht deutlich, dass die FDP unter den offiziellen Kandidaten Didier Burkhalter, Pascal Broulis, Martine Brunschwig Graf und Christian Lüscher Leute hat, die den Sitz erobern können.
  • Die SP: Vize-Fraktionschef Andy Tschümperlin sagte in der «Zentralschweiz am Sonntag», Pelli sei für viele SPler nicht wählbar. Weil aber die SP den FDP-Anspruch anerkenne, wäre Pellis Kandidatur «eine echte Gefahr für den zweiten FDP-Sitz». Will heissen, CVP-Kandidat Urs Schwaller würde erben.
  • Die SVP: Noch am Freitag sagte SVP-Vize Christoph Blocher in seinem Internet­sender: «Wir müssen mit Pelli leben». Aber in der SVP haben jetzt andere das Sagen. Nach der Parteileitungssitzung Ende Woche rapportierte Blocher: «Namhafte Vertreter unserer Partei sind der Ansicht, dass wir einen eigenen Kandidaten nominieren sollen», sagte Blocher dem SonntagsBlick. Im Vordergrund steht der Freiburger Jean-François Rime.
  • Die NZZ: Auch FDP-nahe Medien gehen auf Distanz. «Klug wäre, wenn die freisinnig-liberale Fraktion Pellis Bundesratsambitionen hintanstellen würde», schrieb die «NZZ». «Der Freisinn muss Pelli eine goldene Brücke zum Rückzug bauen», forderte «NZZ am Sonntag».
  • Informationsflut kann stressen - was tun?

    Links:

    1. Information - Informationsflut

      Nachdem bis zum heutigen Tage die Information lawinenartig zu einer Informationsflut angewachsen ist, ist der Umgang mit der Informationsfülle zu einem ... www.rhetorik.ch/Information/Information.html - Cached - Similar
    2. rhetorik.ch aktuell: Organisation kämpft gegen Informationsflut

      Heise: "Nicht nur die Menge der Nachrichten, sondern auch die Etikette im Umgang mit den neuen Kommunikationsmitteln verursacht die Informationsflut. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_14/index.html - Cached - Similar
    3. rhetorik.ch aktuell: Was kann man gegen die Informationsflut tun?

      Was kann man gegen die Informationsflut tun? Links: Zum Umgang mit Information · Informationen sammeln und sinnvoll bearbeiten · Informationsmanagement ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/02_11.html - Cached - Similar
    4. [PDF]

      Die Informationen sammeln – und sinnvoll verarbeiten Beschaffung ...

      File Format: PDF/Adobe Acrobat - View überall die Informationsflut z.B. in Unter- nehmen, Lehranstalten oder Spitälern. ... hend, dass die Informationsflut nur durch ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/04_21/in_puncto_4_05.pdf - Similar
    5. Informationsmanagement - Rhetorik.ch

      Im Kommunikationszeitalter steigt überall die Informationsflut z.B. in ... Hierauf folgte die Analyse Davon ausgehend, dass die Informationsflut nur durch ... www.rhetorik.ch/Information/Informationsmanagement.html - Cached - Similar
    6. Zeit managen - aber wie?

      3. März 2002 ... Wir ertrinken gleichsam in einer Informationsflut. Wir wissen: Von den unzähligen Informationen bleibt nur ganz wenig im Langzeitgedächtnis. ... www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html - Cached - Similar
    7. Elektronische Kommunikation und ihre Grenzen

      15. Juni 2002 ... Email fördert eine unüberschaubare Informationsflut. Abarbeiten von Email nach der Arbeit kann die Freizeit belasten. ... www.rhetorik.ch/EKommunikation/EKommunikation.html - Cached - Similar
    8. Medienkommunikation Positionierung

      5. Juni 2007 ... mit durchschnittlich 30'000 Botschaften konfrontiert. In der Regel verrottet diese Informationsflut auf der Halde des Informationsmülls. ... www.rhetorik.ch/.../Medienkommunikation1.html - Cached - Similar

    Reden ist Gold, mailen ist Silber

    (Quelle Berner Zeitung)

    Was täglich an Informationen über uns hereinbricht, frisst Arbeitszeit und lässt das Gehirn heiss laufen. Strategien, wie Sie Infos blitzschnell verarbeiten – oder eliminieren, was Sie gar nicht zu interessieren braucht.

    Hilfe, schon wieder 50 neue Mails im Postfach: Die tägliche Informationsflut kann gehörig stressen.

    Hilfe, schon wieder 50 neue Mails im Postfach: Die tägliche Informationsflut kann gehörig stressen. Bild: colourbox

    Tipps

    Reden ist Gold, mailen Silber Wer viele E-Mails schreibt, erhält viele E-Mails. Wer lange Memos schreibt, hat viele Rückfragen. Wer Hinz, Kunz, Gott und den Rest der Welt ins «Cc» aufnimmt, ersäuft irgendwann in der Flut. E-Mail nur für kurze, klare Mitteilungen verwenden. Wird oder ist der Sachverhalt kompliziert: ein Gespräch vereinbaren oder telefonieren. «Weiterleiten» und «Antwort an alle» sind nur in den seltensten Fällen angebracht. Lassen Sie sich von den Verteilern nehmen – holen Sie sich die Informationen, die sie brauchen. Statt alles per E-Mail verteilen: öffentliche Ordner anlegen, in denen allgemeine Informationen wie Protokolle zentral abgespeichert und eingesehen werden können.

    Nehmen Sie den Inhalt sämtlicher Bücher, die jemals geschrieben wurden und multiplizieren Sie ihn mit 50'00'000 – das ist ungefähr die Menge der Informationen, die wir Menschen im Jahr 2007 erschaffen haben. Tendenz zunehmend. «In der Schweiz wächst der digitale Datenberg bis 2010 auf 10 Exabyte», sagt Christophe Touton, General Manager Xerox Switzerland. Würde alles ausgedruckt, müsste jeder von uns rund 320 Tonnen Bücher ins Regal stellen – Auflage jeweils ein Stück, wohl verstanden. Und wer liest das alles? Wir natürlich. Allein mit E-Mails beschäftigt sich der Schweizer Arbeitnehmer 1 Stunde und 20 Minuten pro Tag – im Durchschnitt. Touton: «Laut einer Studie von Basex vernichtet die Informationsflut in den USA jährlich rund 650 Milliarden US-Dollar an Produktivität.»

    Grenzen des Schnelllesens Da hilft nur eines: schneller lesen? «Nein, denn das ist nur mehr vom Gleichen», sagt Ruth Wenger, Entwicklerin von «alphaskills» aus Baar. Es brauche einen neuen Umgang mit der Information – und vor allem einen anderen Zugang zum Gehirn. Der Engpass beim Lesen ist das Wernicke-Zentrum: Es liegt in der linken Hirnhälfte, arbeitet sequenziell, schafft höchstens drei Wortpakete pro Sekunde. Das ergibt beim durchschnittlichen Leser 200 bis 250 Wörter in der Minute. Mit Schnelllesetechniken bringe man es auf bis zu 450. Aber da ist Schluss. «Liest man schneller, kommt es zu einem Overload – die Augen folgen den Zeilen, aber man nimmt nichts mehr auf.» Haben wir keine Zeit, die Infos zu verarbeiten, geraten wir in Stress: Die Herzfrequenz steigt, die Muskeln verspannen sich. Und im Gehirn sind vorwiegend Beta-Wellen (14–40 Hertz) messbar – es laufen Nebenprogramme, in der Hirnforschung «random thinking» genannt, unwillkürliches Denken. Das reduziert die Aufnahmefähigkeit, wir geraten noch mehr unter Druck. Eine Negativspirale. Wer mehr Information aufnehmen und verarbeiten will, muss auf die visuellen Gehirnfunktionen umschalten – sie nehmen schneller und umfassender wahr. «Unser Gehirn erkennt den Inhalt eines Bildes in 1/24 Sekunde», sagt Ruth Wenger. Lerne man, schriftliche Information visuell aufzunehmen, steige die Kapazität um ein Vielfaches: Relevante Informationen werden mit bis zu 3000 Wörtern pro Minute geortet. Damit das funktioniert, müsse man sich in einen physisch entspannten, mental klaren Zustand versetzen – tiefe Herzfrequenz, geringe Muskelspannung, im Gehirn Alpha-Wellen (8–14 Hertz). «Der Alpha-Zustand ist die Grundlage visueller Lesetechniken», sagt Wenger. Und eine Voraussetzung, damit die Information selbst bei sehr hohem Tempo kognitiv aufgenommen werden kann. Sich in den Alpha-Zustand zu versetzen könne man innerhalb einer Stunde lernen. Dann noch zwei, drei Tage üben – und man sei fähig, Infos drei- bis fünfmal schneller zu verarbeiten. Weitere Strategien gegen Datenberge: Reduzieren, Filtern, Redundanzen-Eliminieren. Willy Knüsel, Trainer für Arbeitstechnik aus Solothurn, empfiehlt, sich einige Binsenwahrheiten zu Herzen zu nehmen (siehe Box). Ausserdem: Wer E-Mails unnötigerweise beantwortet, etwa mit «Mach ich», ist ein Spammer – überflügelt nur noch von jenen, die dafür auch noch eine Lesebestätigung anfordern.

    Klare Regeln

    Frank Brinken, CEO des Maschinenbauers StarragHeckert, bewältigt die Informationen pragmatisch bis drakonisch: An ihn adressierte E-Mails werden automatisch markiert, nicht beflaggte löscht er ungelesen, wenn die Zeit knapp ist. Und wie schützt er sich vor unerwünschten E-Mails? «Intern durch ein ruhiges Wort, Externe werden konsequent abgemahnt.» Das wirke, ebenso wie klare Spielregeln: Maximal fünf Personen auf dem Verteiler, Anhänge müssen kleiner als 1 MB sein. Brinken erhält pro Tag 30 bis 50 Mitteilungen, fast nie komme etwas mehrfach. Scannen, digitalisieren, kategorisieren, sortieren und zusammenstellen – auch computergestütztes Dokumentenmanagement kann helfen, der Informationsflut Herr zu werden. Xerox, IBM, Microsoft, Intel und weitere führende IT-Unternehmen haben 2008 die Information Overload Research Group gegründet. Sie soll Lösungen entwickeln zur Bewältigung der Informationen aus Handys, E-Mails, Instant Messengers und Druckdokumenten. Das Ziel: Die unnötigen Unterbrüche des Arbeitsflusses reduzieren – diese beanspruchten inzwischen 28 Prozent des Arbeitstags eines «Kopfarbeiters». Weitere 45 Prozent verbrauche er beim Verarbeiten von Information und an Meetings, 15 Prozent für Recherchen. Zum Nachdenken und Reflektieren verblieben ihm noch magere 12 Prozent – eine knappe Stunde pro Tag.

    Stress vermeiden

    «Wir brauchen mehr Kompetenz im Umgang mit Information», sagt Ruth Wenger. Filtern und Aufnehmen sei das eine. Verarbeiten, Verknüpfen, Ablegen und Erinnern das andere. «Am besten funktionieren visuell strukturierte Ankermethoden.» Dann brauche das Gehirn zum Erinnern bloss Stichworte: Wer das Haar vom Schwanz vom Elefanten in der Hand hat, kann den Elefanten wieder herbeiziehen. Und, ganz wichtig, Stress vermeiden. Denn: «Wann kommen Ihnen die besten Ideen oder die Lösungen zu Problemen?» Am Morgen nach dem Aufwachen, unter der Dusche, beim Joggen – immer dann also, wenn man sich gar nicht explizit mit den Fragen auseinandersetzt. Wenn das Gehirn den Freiraum hat, jene Verknüpfungen zu machen, die zum richtigen Entscheid führen. (Berner Zeitung)

    Dienstwagenaffaire:

    Die Aussagen von Ulla Schmidt sind widersprüchlich

    Widersprüchliche Aussagen schaden dem Image

    Wie aus einer Dienstfahrt eine Privatfahrt wurde

    Wollen Sie uns verarschen, Frau Schmidt?

    Ich zitiere Bild am 10.08.2009

    Sie kann wieder lachen ...

    Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gestern beim SPD-Wahlkampftermin bei der „Augsburger Puppenkiste“. Die Ministerin ist gut drauf, scherzt mit den Kindern.

    Mehr zum Thema

    Wie aus einer Dienstfahrt eine Privatfahrt wurde

    „Für private Termine am Urlaubsort nutzt sie einen Mietwagen. Sofern im Einzelfall der Dienstwagen privat genutzt wird, wird das genau wie in diesen Fällen im Inland üblich auch privat abgerechnet.“ sagte Schmidts Sprecherin Dagmar Kaiser noch am 26. Juli 2009

    Ausriss

    "Sie haben uns gegenüber erklärt, dass es sich bei allen Fahrten... in Zusammenhang mit ihrem Urlaub – mit Ausnahme von zwei Dienstfahrten vor Ort in Spanien (72 km) – um private Fahrten gehandelt habe.“ Der Bundesrechnungshof (Ausriss) hat die Ministerin mittlerweile entlastet

    Foto: Imago

    Grund für ihre unverschämt gute Laune: Der Rechnungshof hat sie entlastet, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat sie nach der Entlastung doch in sein Wahlkampfteam geholt.

    Dienstwagen-Affäre – war da doch was unklar?

    Wer sich die Entlastung Schmidts durch den Bundesrechnungshof genauer ansieht, ist nämlich verblüfft. In dem Brief von Rechnungshof-Präsident Dieter Engels an Ulla Schmidts Staatssekretär heißt es wörtlich:

    „Sie haben uns gegenüber erklärt, dass es sich bei allen Fahrten der Bundesministerin für Gesundheit im Zusammenhang mit ihrem Urlaub – mit Ausnahme von zwei Dienstfahrten vor Ort in Spanien (72 km) – um private Fahrten gehandelt habe. Frau Bundesministerin für Gesundheit werde diese Fahrten ausnahmslos als privaten Nutzungswert im Wege der Individualbesteuerung versteuern.“

    Der Bundesrechnungshof kommt dann zu dem Schluss: „Wir stellen hiernach fest: Frau Bundesministerin für Gesundheit hat ihr Dienstfahrzeug im Rahmen der einschlägigen Vorschriften genutzt. Dem Bundeshaushalt ist folglich kein Schaden entstanden.“

    SELTSAM, DENN...

    Bislang hatte es die Ministerin immer dienstlich begründet, dass ihr Fahrer den Dienstwagen die 2387 Kilometer in ihren spanischen Urlaubsort Dénia brachte.

    Ihre Sprecherin noch am 26. Juli: „Die Ministerin nimmt in ihrem Urlaub Diensttermine wahr. Für private Termine am Urlaubsort nutzt sie einen Mietwagen. Sofern im Einzelfall der Dienstwagen privat genutzt wird, wird das genau wie in diesen Fällen im Inland üblich auch privat abgerechnet.“

    Und auch Schmidts Staatssekretär Klaus Theo Schröder hatte am 28. Juli noch vorgerechnet, warum die Dienstwagenfahrt nach Spanien Sinn macht. Die Ministerin brauche auch im Urlaub ein Behelfsbüro. Und das müsse transportiert werden – eben im Dienstwagen.

    Im Prüfbericht liest sich das jedoch anders. Was für die Ministerin erst dienstlich war, soll jetzt privat sein! Wie es wohl zu dem Sinneswandel kam?

    FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zu BILD: „Bei Ulla Schmidt ist jetzt offenbar ein Sinneswandel eingetreten, denn von einer Dienstfahrt nach Spanien will sie plötzlich nichts mehr wissen. Offenbar hat Ulla Schmidt mehr Angst vor dem Bundesrechnungshof als vor den Steuerzahlern, die ja auch Wähler sind. Hätte sie von Anfang an die private Bezahlung zugesichert, hätte sie sich und dem Land viel Ärger erspart.“

    Kommentar: Welche Aussage nun tatsächlich zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Doch stören mich die unterschiedlichen Begründungen. Aussagen in den Medien bleiben immer gespeichert. Trotz Entlastungsschreiben hat nun Ulla Schmidt ein Glaubwürdigkeitsproblem.

    Angenommen, der Politikerin könnte nachgewisen werden, dass sie nicht die ganze Wahrheit gesagt hat, folgt bestimmt noch eine Fortsetzung der Geschichte.

    SP will endlich Ruhe verständlicherweise keine Untersuchung . Die Union hingegen möchte die Geschichte ausschlachten.

    Ich zitiere bild-online:

    Denn: Die Entscheidung, die Reise mit dem Dienstwagen als „privat“ abzurechnen, fiel erst nach ihrer Rückkehr aus dem Spanienurlaub – als ihre Affäre bereits die Schlagzeilen bestimmte.

    Der VERDACHT der Opposition:

    Schmidt übernimmt die Kosten dieses Mal aus eigener Tasche, um die Kontrolle des Rechnungshofs zu bestehen. So entging sie einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.

    Doch wie war es bei früheren Urlauben? Musste dafür etwa der Steuerzahler aufkommen?

    Schmidts Sprecherin wich in der Bundespressekonferenz entsprechenden Fragen gestern aus, erklärte lediglich: „Die Ministerin hat alle Fahrten der vergangenen Jahre ordnungsgemäß versteuert.“ Aber wie? Privat oder dienstlich? Genau das will der Haushaltsausschuss jetzt klären.

    In der SPD wird die Furcht immer größer, dass Schmidts Dienstwagen-Affäre den Wahlkampf völlig verhagelt.

    Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier forderte gestern Medien und die „politische Konkurrenz“ auf, die Debatte zu beenden.

    Steinmeier bei N24: „Jetzt lasst auch Fairness gelten. Führt nicht einfach eine Diskussion fort, die wir beenden müssen, sondern lasst uns auf das konzentrieren, was wirklich Sache ist in der Gesundheitspolitik.“

    Nachtrag 14. August 09:

    Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (60, SPD) hat auch in den Jahren 2004 bis 2008 mit ihrem Dienstwagen Urlaub gemacht. Dies geht aus einem Schreiben ihres Ministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor (liegt BILD vor).

    Die Reisen des Dienstwagens zum Urlaubsort gelten als Dienstfahrten und wurden somit nicht privat versteuert. „Für den Zeitraum 2004 und 2005 befand sich ein Dienstwagen aufgrund von Erfordernissen des Personenschutzes am Urlaubsort“, heißt es in dem Schreiben.

    Zu den Jahren 2006 bis 2008 schreibt das Ministerium: „Wie in den Jahren zuvor hat die Ministerin auch in den Jahren 2006 bis 2008 Termine vor Ort wahrgenommen, die sich insbesondere mit den sozialen Problemen der vielen in der Region ansässigen Deutschen befassten.“

    Schmidt war unter Druck geraten, nachdem ihr Dienstwagen im Juli in ihrem spanischen Urlaubsort Alicante gestohlen worden war. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub hatte sie angegeben, dass sie die Fahrt des Wagens an den Urlaubsort privat als geldwerten Vorteil versteuere.

    Jetzt bleibt jedoch die Frage, warum die Fahrten von 2004 bis 2008 anders versteuert wurden als die aus diesem Jahr?

    Sonntag, 9. August 2009

    Drehbuch der Machtlosigkeit

    Aus einleuchtenden Gründen durften Jugendlichen in der Schwiz keine Freiheitsstrafen verhängt werden. Nachdem sich jedoch schon 13 und 14 jährige grober krimineller Handlungen schuldig machen, fragt sich, ob das Jugendstrafgesetz nicht den heutigen Bedingungen angepasst werden müsste. Im heutigen Sonntagsblick wurde das Drehbuch der Machtlosigkeit der Justiz, der Eltern, der Schule und Bezugspersonen publiziert. Ein ernüchterndes Bild, das zu denken gibt!

    Ich zitiere:

    Vierzehn Jahre alt ist er, und er sieht aus wie ein harmloser Bub. Doch Alejandro B. ist ein schwerer Junge, ein unverbesserlicher Wiederholungstäter, der sich als Gangster sieht und nicht lange fackelt. Er ist Mitglied der zehnköpfigen Winter­thurer Jugendgang, die im Mai festgenommen wurde.

    Bekannt wurde der Fall letzte Woche – da platzte Urs W.** der Kragen. «Mein Sohn gehört zu den Opfern dieses Kriminellen.»

    Die Tat liegt zwei Jahre zurück: «Sie kreisten meinen Jungen ein, schlugen ihn und klauten ihm das Handy.» Kurz da­rauf verhaftete die Polizei Alejandro und seine damalige Bande. «Er wurde zu zehn Tagen gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Weil er schon 20 Tage in U-Haft gesessen hatte, musste er nicht einmal diese leisten», erzählt der wütende Vater des Opfers. Der Mann arbeitet im sozialpädagogischen Bereich – ist also gewiss kein Haudegen. Aber über das Schweizer Jugendstrafrecht kann er nur den Kopf schütteln. SonntagsBlick zeigte Urs W. die Anklageschrift gegen Alejandro. Ein beängstigend eindrückliches Dokument:

    • Alejandro B. ist gerade mal zwölf Jahre alt, als er seine erste Straftat begeht. Im Schwimmbad Winterthur-Töss raubt er zusammen mit vier Freunden zwei Jugendliche aus. Die Opfer müssen unter Androhung von Schlägen ihr Geld hergeben.

    • Im Juni 2007 greifen die Behörden erstmals ein: Der Junge soll im Schulheim Elgg ZH einquartiert werden, einem Zentrum für verhaltensauffällige Kinder zwischen zehn und 16 Jahren. Alejandro verbringt dort keinen Tag. Die Schule lehnt seine Betreuung ab – die Prog­nosen seien zu schlecht.

    • Alejandro wird Dauergast bei der Polizei. Vor seinem 13. Geburtstag nehmen sie ihn fünfmal fest: Im Juni, Juli, September und gleich zweimal im Oktober 2007. Viermal wird er nur befragt, dann wieder entlassen. Am 2. November kommt er für 20 Tage in U-Haft.

    • Die Jugendanwaltschaft verfügt für Alejandro B. einen mehrmonatigen Aufenthalt in einem geschlossenen Jugendheim. Von Ende November bis März bleibt er in der Durchgangsstation Winterthur.

    Danach wird Alejandro entlassen. Die Behörden wollen, dass er in ein Schulheim kommt – denn der Junge gilt für sie als Intensivtäter. Doch seine Mutter interveniert, Alejandro darf nach Hause – und wird erneut rückfällig.

    Kann denn niemand diesen Verbrecher stoppen?

    Die Handhabe fehlt: Das Jugendstrafrecht erlaubt für Jugendliche unter 15 Jahren keinen Freiheitsentzug. Für Strafrechts­professor Martin Killias (61) ein grosses Prob­lem. «Das Jugendstrafrecht wurde in einer Zeit konzipiert, als Jugendliche sehr selten schwerste Taten verübt haben. Meiner Meinung nach muss man die Altersgrenzen und die Sanktionen überdenken.» Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist der Unterschied zwischen dem Jugend- und Erwachsenenstrafrecht nirgends so gross wie in der Schweiz.

    Wird gegen einen straffälligen Jugendlichen eine Massnahme wie Heimaufenthalt verfügt, kostet das den Steuerzahler pro Tag rund 400 Franken. Vater Urs W.: «Was nützt eine Therapie, wenn der Täter nicht bereit ist an sich zu arbeiten?» * Name der Redaktion bekannt ** Name von der Redaktion geändert

    (ZVG)

    Die Opfer müssen weiter zittern

    Sie kesselten ihn ein, raubten sein Handy. Simon W.* war im Oktober 2007 in Pfungen ZH der Gang von Alejandro B. hilflos ausgeliefert. Sein Vater Urs W.: «Die Angreifer schlugen meinem Sohn ins Gesicht. Er trug Prellungen davon. Viel schlimmer waren aber die psychischen Folgen. Er war wochenlang traumatisiert.» Simon W. war damals 15 Jahre alt. Er hoffte, den Tätern möglichst nicht wiederzubegegnen. Doch bereits nach einem halben Jahr kreuzten sich die Wege von Täter und Opfer erneut.

    «Alejandro lungerte wieder am Bahnhof Winterthur herum. Mein Sohn musste sich mehrfach verstecken. Er hatte Angst, dass sie ihn wieder attackieren.» Urs W. ist entsetzt: «Im Vordergrund sollte der Schutz der Opfer stehen und nicht die Resozialisierung der Täter.»

    In Winterthur ZH hat sich das Problem mit Jugendbanden zugespitzt. Jugendliche organisieren sich um den Bahnhofplatz nach amerikanischem Vorbild in Gangs. Sie nennen sich «Zone 20»-Mafias (Zone 20 ist die Bezeichnung des Zürcher Verkehrsverbunds für die Stadt Winterthur). «Wir haben Kenntnis von diesen Gruppen», bestätigt Jugendanwalt Patrik Killer. Im Internet stellen sich die Jugendlichen als harte Gangster dar und verabreden sich zu Strassenkämpfen. Und sie prahlen damit, unschuldige Opfer attackiert zu haben. *Name von der Redaktion geändert

    Dafür wurde Alejandro B. schon verurteilt

    • 30. April 2007, Schwimmbad Winterthur-Töss: Bandenmässiger Raub. Mit seiner Gang fordert ­Alejandro B. von zwei Jugendlichen Geld. Sie kesseln die Opfer ein und drohen mit Schlägen.

    • 1. Juni 2007, Bahnhof Winter­thur: Bandenmässiger Raub. ­Das Opfer wird zur Herausgabe von 50 Franken gezwungen.

    • 1. Juni 2007, Marktgasse Winter­thur: Bandenmässiger Raub. Wieder verlangt die Gruppe Bargeld und das Handy des Opfers.

    • 31. Juli 2007, Winterthur: Falsche Anschuldigung.

    • 1. September 2007, Tösstalstrasse Winterthur: Bandenmässiger Raub. Das Opfer wird mit Fusstritten ­attackiert. Erst als der Jugendliche schreit, lässt die Bande von ihm ab.

    • 1. September 2007, Hauptbahnhof Winterthur: Bandenmässiger Raub.

    • 5. Oktober 2007, Winterthur-Veltheim: Hausfriedensbruch. Einbruch ins Kulturzentrum Veltheim.

    • 7. Oktober 2007, Bahnhof Bülach: Bandenmässiger Raub und Angriff. Dem Opfer wird das Nasenbein gebrochen.

    • 7. Oktober 2007, Bahnhof Pfungen: Bandenmässiger Raub. Alejandro B. schlägt dem 15-Jährigen ins Gesicht. Er erleidet Prellungen und ist über Wochen traumatisiert.

    • 8. Oktober 2007, Coop Grüze Winterthur: Diebstahl.

    • 9. Oktober 2007, Winterthur: Sachbeschädigung und Diebstahl.

    • 23. Oktober 2007, Bahnhof Pfungen: Nötigung. Die Gang greift einen Jugendlichen an, schlägt ihn.

    • 27. Oktober 2007, Hauptbahnhof Winterthur: Bandenmässiger Raub. Unter Androhung von Schlägen raubt die Gang vier Jugendliche aus.

    Kommentar:

    So wie jedes Kind einen Anspruch hat auf körperliche Unversehrheit, so haben auch die Passanten ein Recht, geschützt zu werden. Es geht nicht nur um den Schutz unserer Kinder vor unverhältnismässigen Strafen. Es geht auch um den Schutz der Mitmenschen vor Gewalttaten. Wenn Leute im Bahnhof Winterthur sich nicht mehr frei und ungefährdet bewegen können, muss dafür gesorgt werden, dass Menschen, die sich nicht an Spielregeln halten wollen, separiert werden. Es gibt nicht nur Rechte für Täter. Es gibt auch einen Anspruch auf Schutz der Oeffentlichkeit und ein Ernstnehmen der Opfer.

    Samstag, 8. August 2009

    Mangelndes Rückgrat des Bundesrates

    Um Proteste Chinas zu vermeiden, wurde Nobelpreisträger Dalai Lama vom Bundesrat nicht empfangen.

    Ich zitiere aus dem BUND:

    «Peinlicher und feiger Bückling»

    «Wir erwarten, dass die Schweiz als neutrales Land wie andere Rechtsstaaten weltweit auch einen Friedensnobelpreisträger auf höchster Ebene trifft und nicht nur Wen Jiabao oder den iranischen Präsidenten Ahmadinejad», sagt Karma Pangring, der Präsident der Tibetergemeinschaft in der Schweiz. «Wenn der Bundesrat den Dalai Lama nicht empfängt, ist dies ein peinlicher und feiger Bückling vor China», findet der Zürcher Nationalrat Mario Fehr, der die Parlamentarische Gruppe für Tibet präsidiert. «Wenn die Schweiz mit China einen echten Menschenrechtsdialog führen will, muss sie auch jene unterstützen, die eine friedliche Lösung der Tibet-Frage wollen.»

    Kommentar: Einmal mehr zeigt sich, dass wirtschaftliche Interessen wichtiger sind als Menschenrechtsfragen. Der Bundesrat hätte mit dem Empfang des geistigen Oberhauptes der Tibeter ein deutliches Zeichen setzen, das weltweit beachtet worden wäre.

    Oeffentliche Auftritte:

    DAS WICHTIGSTE IN KUERZE

    von Marcus Knill

    1. VORBEREITUNG

    Vor dem Anlass die Rede nochmals gedanklich durchgehen. Ohne Manuskript!

    - Welches ist die Kernaussage?

    - Wie vermittle ich diese Kernbotschaft dem entsprechenden Publikum, damit sie ankommt?

    Link:

    Results 1 - 10 of about 109 from www.rhetorik.ch for vorbereitung. (0.11 seconds)
    1. Vorbereitung unter Zeitdruck

      Das bedingt eine besondere Vorbereitung, die auch unter Zeitdruck beherrschen weren müssen. Links zum Thema: Antizipieren, Zeitmanagement ... www.rhetorik.ch/Vorbereitung/Vorbereitung.html - Cached - Similar

    2. KURZ VOR DEM AUFRITT

    Sich lockern.

    Muskeln lockern - Kiefer - Zunge - Gesicht. Evt. auf die Brust trommeln.

    3. NATUERLICH BLEIBEN

    Sich nie so benehmen, wie man meint, dass es andere von mir erwarten. Niemanden imitieren.

    Link:

    1. Natuerliche Kommunikation

      Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
    2. [PDF]

      IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

      File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Spiegels Video – sehr schnell, dass natürliche ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar

    4. KEINE NEBENGEDANKEN

    Viele überlegen sich, wohin mit den Händen. Weder an die Hände noch die Augen denken. Denken Sie an das Denken und sprechen Sie das Gegenüber an (einzelne Personen im Publikum). Wenn Sie ganz bei der Sache sind, können Sie sich unzählige Fehler leisten. Wer authentisch bleibt und adressatengerecht spricht, überzeugt.

    5. EINE GEWISSE GRUNDSPANNUNG IST NOTWENDIG

    Mit der Grundspannung ist der positive Stress gemeint. Wer jedoch Angst hat, nimmt sich eigentlich zu wichtig. Die Zuhörer setzen sich in erster Linie mit dem Inhalt der Botschaft auseinander. Nur Referenten, die verkrampft sind und sich sonderbar verhalten, werden zum Thema. Wer keine Spannung mehr hat, wirkt spannungslos, ist lendenlahm.

    Freitag, 7. August 2009

    Federer Zwillinge: Nur eine Foto für die Fans

    Die ganze Welt hat auf die Foto der Zwillinge gewartet. Das Ehepaar Federer hat keine Exklusivbilder verkauft, sondern jetzt nur über Face book den Fans eine Aufnahme publiziert, die von der ganzen Weltpresse übernommen werden musste.

    Stolze Eltern: Mirka und Roger mit ihren Mädchen Charlene und Myla. (Roger Federer)

    Ich zitiere Blick:

    Auf diese Baby-Fotos war die ganze Welt gespannt: Roger Federer hat vor einer Woche angekündigt, das erste Foto seiner beiden Mädchen nicht dem Meistbietenden zu verkaufen, sondern seinen Fans gratis auf Facebook zu zeigen.

    Dies hat er um 12.17 Uhr heute Freitag gemacht. Kurz, knapp und trocken. So preist Roger Federer auf seinem Facebook-Profil das erste Bild seiner Zwillinge Charlene und Myla an.

    «Wie versprochen: Hier ist ein Familienbild, das mein Vater geschossen hat. Er glaubt, er wird professioneller Fotograf. Es war sehr lustig, weil beide Mädchen den Schluckauf hatten, als wir ein nettes Bild machen wollten. Den Mädchen und der Mutter geht´s prächtig. Danke für all die guten Wünsche.»

    Schade nur, dass das Tennis-As nicht verrät, welches Mädchen auf seinem Schoss sitzt: Ist es Myla oder Charlene? Mirka und Roger behalten dieses Geheimnis noch für sich.

    Kommentar: Wir gratulieren dem Ehepaar, dass sie es immer wieder fertig bringt, die Medien im Zaun zu halten. Dies ist nur möglich, wenn man vom Virus Mediengeilheit noch nicht befallen ist, wie andere Promis und bewusst und hartnäckig NEIN sagen kann.

    Dank des konsequenten Medienmanagements gehen bei den Federers auch bei den Zwilligen die People- Blätter leer aus!

    Hut ab! Solch bewusste Zurückhaltung gegenüber den Medien ist leider selten. In dieser Hinsicht könnten sich viele Stars ein Stück abschneiden. Alle hätten nämlich ein Recht auf Privatsphäre, die Rechte über das eigene Bild und die eigene Stimme.

    Das einzige unspektakuläre Foto wird von Blick analysiert:

    Ich zitiere:

    Unser Tennis-Held stellte das Foto gestern Mittag gegen 12.30 Uhr auf seine Facebook-Seite im Internet. Geschossen hat es Rogers Vater Robert. «Er glaubt, er wird noch ein Profi-Fotograf», schreibt Roger auf Facebook. Und: «Es war sehr lustig, weil die beiden Mädchen Schluckauf hatten, während wir versuchten, ein ordentliches Foto zu machen.»

    Wer Myla und wer Charlene im Arm hält – das verrät Roger nicht. Dafür verrät das Foto viel über die nun vierköpfige Familie Federer. Es ist wie ein Spaziergang durch das Glück.

    Roger (wird heute 28) und Mirka (31) schauen nicht in die Kamera, sie haben nur Augen für die beiden am 23. Juli in der Zürcher Hirslanden-Klinik geborenen Babys. Mirkas linke Hand liegt zärtlich auf Rogers Oberschenkel.

    Beide sitzen im Wohnzimmer auf einer Samtcouch. Die Mama trägt einen pinkfarbenen Cardigan (den sie schon während der Schwangerschaft oft trug), der Lipgloss ist perfekt auf die Farbe ab­gestimmt, darunter ein weisses Shirt und schwarze Stretch-Hosen. Ihre Haare sehen frisch frisiert aus, als hätte sie schon wieder Zeit für den Coiffeur. Die Nägel sind frisch lackiert (transparenter Nagellack).

    Der Papa hat sich fürs Shooting nicht extra schick gemacht: klassische washed Denim Jeans, graues T-Shirt ohne Emblem.

    Die Babys tragen natürlich Zwillings-Look, identische weisse Kleidchen mit Mäscheli an den Ärmeln.

    Die Harmonie ist mit Händen greifbar. Myla und Charlene dösen, das Baby in Mirkas Arm blinzelt mit einem Auge, spreizt den winzigen dicken Zeh rechts herrlich ab.

    Roger selbst wirkt eine Spur unsicher, als Papa auf der Couch ist er erkennbar noch nicht so routiniert wie auf dem Court. Aber Roger wird schnell lernen, so wie er schnell gelernt hat, was es braucht, um der beste Tennisspieler aller Zeiten zu werden.

    «Die Mädchen und die Mama sind grossartig», sagt Roger, und man spürt, wie der Stolz förmlich aus ihm herausplatzt.

    Auf seiner Facebook-Seite haben bis zum Abend über 18 000 Fans aus der Schweiz und dem Ausland den Federers gratuliert. Über 65 000 Menschen signalisierten Roger via Internet: Daumen hoch!

    «Danke für all die guten Wünsche», sagt Roger, der nächste Woche in Montreal (Kanada) auf die ATP-Tour zurückkehrt.