Montag, 10. August 2009

Dienstwagenaffaire:

Die Aussagen von Ulla Schmidt sind widersprüchlich

Widersprüchliche Aussagen schaden dem Image

Wie aus einer Dienstfahrt eine Privatfahrt wurde

Wollen Sie uns verarschen, Frau Schmidt?

Ich zitiere Bild am 10.08.2009

Sie kann wieder lachen ...

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gestern beim SPD-Wahlkampftermin bei der „Augsburger Puppenkiste“. Die Ministerin ist gut drauf, scherzt mit den Kindern.

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Wie aus einer Dienstfahrt eine Privatfahrt wurde

„Für private Termine am Urlaubsort nutzt sie einen Mietwagen. Sofern im Einzelfall der Dienstwagen privat genutzt wird, wird das genau wie in diesen Fällen im Inland üblich auch privat abgerechnet.“ sagte Schmidts Sprecherin Dagmar Kaiser noch am 26. Juli 2009

Ausriss

"Sie haben uns gegenüber erklärt, dass es sich bei allen Fahrten... in Zusammenhang mit ihrem Urlaub – mit Ausnahme von zwei Dienstfahrten vor Ort in Spanien (72 km) – um private Fahrten gehandelt habe.“ Der Bundesrechnungshof (Ausriss) hat die Ministerin mittlerweile entlastet

Foto: Imago

Grund für ihre unverschämt gute Laune: Der Rechnungshof hat sie entlastet, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat sie nach der Entlastung doch in sein Wahlkampfteam geholt.

Dienstwagen-Affärewar da doch was unklar?

Wer sich die Entlastung Schmidts durch den Bundesrechnungshof genauer ansieht, ist nämlich verblüfft. In dem Brief von Rechnungshof-Präsident Dieter Engels an Ulla Schmidts Staatssekretär heißt es wörtlich:

„Sie haben uns gegenüber erklärt, dass es sich bei allen Fahrten der Bundesministerin für Gesundheit im Zusammenhang mit ihrem Urlaub – mit Ausnahme von zwei Dienstfahrten vor Ort in Spanien (72 km) – um private Fahrten gehandelt habe. Frau Bundesministerin für Gesundheit werde diese Fahrten ausnahmslos als privaten Nutzungswert im Wege der Individualbesteuerung versteuern.“

Der Bundesrechnungshof kommt dann zu dem Schluss: „Wir stellen hiernach fest: Frau Bundesministerin für Gesundheit hat ihr Dienstfahrzeug im Rahmen der einschlägigen Vorschriften genutzt. Dem Bundeshaushalt ist folglich kein Schaden entstanden.“

SELTSAM, DENN...

Bislang hatte es die Ministerin immer dienstlich begründet, dass ihr Fahrer den Dienstwagen die 2387 Kilometer in ihren spanischen Urlaubsort Dénia brachte.

Ihre Sprecherin noch am 26. Juli: „Die Ministerin nimmt in ihrem Urlaub Diensttermine wahr. Für private Termine am Urlaubsort nutzt sie einen Mietwagen. Sofern im Einzelfall der Dienstwagen privat genutzt wird, wird das genau wie in diesen Fällen im Inland üblich auch privat abgerechnet.“

Und auch Schmidts Staatssekretär Klaus Theo Schröder hatte am 28. Juli noch vorgerechnet, warum die Dienstwagenfahrt nach Spanien Sinn macht. Die Ministerin brauche auch im Urlaub ein Behelfsbüro. Und das müsse transportiert werden – eben im Dienstwagen.

Im Prüfbericht liest sich das jedoch anders. Was für die Ministerin erst dienstlich war, soll jetzt privat sein! Wie es wohl zu dem Sinneswandel kam?

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zu BILD: „Bei Ulla Schmidt ist jetzt offenbar ein Sinneswandel eingetreten, denn von einer Dienstfahrt nach Spanien will sie plötzlich nichts mehr wissen. Offenbar hat Ulla Schmidt mehr Angst vor dem Bundesrechnungshof als vor den Steuerzahlern, die ja auch Wähler sind. Hätte sie von Anfang an die private Bezahlung zugesichert, hätte sie sich und dem Land viel Ärger erspart.“

Kommentar: Welche Aussage nun tatsächlich zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Doch stören mich die unterschiedlichen Begründungen. Aussagen in den Medien bleiben immer gespeichert. Trotz Entlastungsschreiben hat nun Ulla Schmidt ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Angenommen, der Politikerin könnte nachgewisen werden, dass sie nicht die ganze Wahrheit gesagt hat, folgt bestimmt noch eine Fortsetzung der Geschichte.

SP will endlich Ruhe verständlicherweise keine Untersuchung . Die Union hingegen möchte die Geschichte ausschlachten.

Ich zitiere bild-online:

Denn: Die Entscheidung, die Reise mit dem Dienstwagen als „privat“ abzurechnen, fiel erst nach ihrer Rückkehr aus dem Spanienurlaub – als ihre Affäre bereits die Schlagzeilen bestimmte.

Der VERDACHT der Opposition:

Schmidt übernimmt die Kosten dieses Mal aus eigener Tasche, um die Kontrolle des Rechnungshofs zu bestehen. So entging sie einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Doch wie war es bei früheren Urlauben? Musste dafür etwa der Steuerzahler aufkommen?

Schmidts Sprecherin wich in der Bundespressekonferenz entsprechenden Fragen gestern aus, erklärte lediglich: „Die Ministerin hat alle Fahrten der vergangenen Jahre ordnungsgemäß versteuert.“ Aber wie? Privat oder dienstlich? Genau das will der Haushaltsausschuss jetzt klären.

In der SPD wird die Furcht immer größer, dass Schmidts Dienstwagen-Affäre den Wahlkampf völlig verhagelt.

Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier forderte gestern Medien und die „politische Konkurrenz“ auf, die Debatte zu beenden.

Steinmeier bei N24: „Jetzt lasst auch Fairness gelten. Führt nicht einfach eine Diskussion fort, die wir beenden müssen, sondern lasst uns auf das konzentrieren, was wirklich Sache ist in der Gesundheitspolitik.“

Nachtrag 14. August 09:

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (60, SPD) hat auch in den Jahren 2004 bis 2008 mit ihrem Dienstwagen Urlaub gemacht. Dies geht aus einem Schreiben ihres Ministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor (liegt BILD vor).

Die Reisen des Dienstwagens zum Urlaubsort gelten als Dienstfahrten und wurden somit nicht privat versteuert. „Für den Zeitraum 2004 und 2005 befand sich ein Dienstwagen aufgrund von Erfordernissen des Personenschutzes am Urlaubsort“, heißt es in dem Schreiben.

Zu den Jahren 2006 bis 2008 schreibt das Ministerium: „Wie in den Jahren zuvor hat die Ministerin auch in den Jahren 2006 bis 2008 Termine vor Ort wahrgenommen, die sich insbesondere mit den sozialen Problemen der vielen in der Region ansässigen Deutschen befassten.“

Schmidt war unter Druck geraten, nachdem ihr Dienstwagen im Juli in ihrem spanischen Urlaubsort Alicante gestohlen worden war. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub hatte sie angegeben, dass sie die Fahrt des Wagens an den Urlaubsort privat als geldwerten Vorteil versteuere.

Jetzt bleibt jedoch die Frage, warum die Fahrten von 2004 bis 2008 anders versteuert wurden als die aus diesem Jahr?

Sonntag, 9. August 2009

Drehbuch der Machtlosigkeit

Aus einleuchtenden Gründen durften Jugendlichen in der Schwiz keine Freiheitsstrafen verhängt werden. Nachdem sich jedoch schon 13 und 14 jährige grober krimineller Handlungen schuldig machen, fragt sich, ob das Jugendstrafgesetz nicht den heutigen Bedingungen angepasst werden müsste. Im heutigen Sonntagsblick wurde das Drehbuch der Machtlosigkeit der Justiz, der Eltern, der Schule und Bezugspersonen publiziert. Ein ernüchterndes Bild, das zu denken gibt!

Ich zitiere:

Vierzehn Jahre alt ist er, und er sieht aus wie ein harmloser Bub. Doch Alejandro B. ist ein schwerer Junge, ein unverbesserlicher Wiederholungstäter, der sich als Gangster sieht und nicht lange fackelt. Er ist Mitglied der zehnköpfigen Winter­thurer Jugendgang, die im Mai festgenommen wurde.

Bekannt wurde der Fall letzte Woche – da platzte Urs W.** der Kragen. «Mein Sohn gehört zu den Opfern dieses Kriminellen.»

Die Tat liegt zwei Jahre zurück: «Sie kreisten meinen Jungen ein, schlugen ihn und klauten ihm das Handy.» Kurz da­rauf verhaftete die Polizei Alejandro und seine damalige Bande. «Er wurde zu zehn Tagen gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Weil er schon 20 Tage in U-Haft gesessen hatte, musste er nicht einmal diese leisten», erzählt der wütende Vater des Opfers. Der Mann arbeitet im sozialpädagogischen Bereich – ist also gewiss kein Haudegen. Aber über das Schweizer Jugendstrafrecht kann er nur den Kopf schütteln. SonntagsBlick zeigte Urs W. die Anklageschrift gegen Alejandro. Ein beängstigend eindrückliches Dokument:

• Alejandro B. ist gerade mal zwölf Jahre alt, als er seine erste Straftat begeht. Im Schwimmbad Winterthur-Töss raubt er zusammen mit vier Freunden zwei Jugendliche aus. Die Opfer müssen unter Androhung von Schlägen ihr Geld hergeben.

• Im Juni 2007 greifen die Behörden erstmals ein: Der Junge soll im Schulheim Elgg ZH einquartiert werden, einem Zentrum für verhaltensauffällige Kinder zwischen zehn und 16 Jahren. Alejandro verbringt dort keinen Tag. Die Schule lehnt seine Betreuung ab – die Prog­nosen seien zu schlecht.

• Alejandro wird Dauergast bei der Polizei. Vor seinem 13. Geburtstag nehmen sie ihn fünfmal fest: Im Juni, Juli, September und gleich zweimal im Oktober 2007. Viermal wird er nur befragt, dann wieder entlassen. Am 2. November kommt er für 20 Tage in U-Haft.

• Die Jugendanwaltschaft verfügt für Alejandro B. einen mehrmonatigen Aufenthalt in einem geschlossenen Jugendheim. Von Ende November bis März bleibt er in der Durchgangsstation Winterthur.

Danach wird Alejandro entlassen. Die Behörden wollen, dass er in ein Schulheim kommt – denn der Junge gilt für sie als Intensivtäter. Doch seine Mutter interveniert, Alejandro darf nach Hause – und wird erneut rückfällig.

Kann denn niemand diesen Verbrecher stoppen?

Die Handhabe fehlt: Das Jugendstrafrecht erlaubt für Jugendliche unter 15 Jahren keinen Freiheitsentzug. Für Strafrechts­professor Martin Killias (61) ein grosses Prob­lem. «Das Jugendstrafrecht wurde in einer Zeit konzipiert, als Jugendliche sehr selten schwerste Taten verübt haben. Meiner Meinung nach muss man die Altersgrenzen und die Sanktionen überdenken.» Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist der Unterschied zwischen dem Jugend- und Erwachsenenstrafrecht nirgends so gross wie in der Schweiz.

Wird gegen einen straffälligen Jugendlichen eine Massnahme wie Heimaufenthalt verfügt, kostet das den Steuerzahler pro Tag rund 400 Franken. Vater Urs W.: «Was nützt eine Therapie, wenn der Täter nicht bereit ist an sich zu arbeiten?» * Name der Redaktion bekannt ** Name von der Redaktion geändert

(ZVG)

Die Opfer müssen weiter zittern

Sie kesselten ihn ein, raubten sein Handy. Simon W.* war im Oktober 2007 in Pfungen ZH der Gang von Alejandro B. hilflos ausgeliefert. Sein Vater Urs W.: «Die Angreifer schlugen meinem Sohn ins Gesicht. Er trug Prellungen davon. Viel schlimmer waren aber die psychischen Folgen. Er war wochenlang traumatisiert.» Simon W. war damals 15 Jahre alt. Er hoffte, den Tätern möglichst nicht wiederzubegegnen. Doch bereits nach einem halben Jahr kreuzten sich die Wege von Täter und Opfer erneut.

«Alejandro lungerte wieder am Bahnhof Winterthur herum. Mein Sohn musste sich mehrfach verstecken. Er hatte Angst, dass sie ihn wieder attackieren.» Urs W. ist entsetzt: «Im Vordergrund sollte der Schutz der Opfer stehen und nicht die Resozialisierung der Täter.»

In Winterthur ZH hat sich das Problem mit Jugendbanden zugespitzt. Jugendliche organisieren sich um den Bahnhofplatz nach amerikanischem Vorbild in Gangs. Sie nennen sich «Zone 20»-Mafias (Zone 20 ist die Bezeichnung des Zürcher Verkehrsverbunds für die Stadt Winterthur). «Wir haben Kenntnis von diesen Gruppen», bestätigt Jugendanwalt Patrik Killer. Im Internet stellen sich die Jugendlichen als harte Gangster dar und verabreden sich zu Strassenkämpfen. Und sie prahlen damit, unschuldige Opfer attackiert zu haben. *Name von der Redaktion geändert

Dafür wurde Alejandro B. schon verurteilt

• 30. April 2007, Schwimmbad Winterthur-Töss: Bandenmässiger Raub. Mit seiner Gang fordert ­Alejandro B. von zwei Jugendlichen Geld. Sie kesseln die Opfer ein und drohen mit Schlägen.

• 1. Juni 2007, Bahnhof Winter­thur: Bandenmässiger Raub. ­Das Opfer wird zur Herausgabe von 50 Franken gezwungen.

• 1. Juni 2007, Marktgasse Winter­thur: Bandenmässiger Raub. Wieder verlangt die Gruppe Bargeld und das Handy des Opfers.

• 31. Juli 2007, Winterthur: Falsche Anschuldigung.

• 1. September 2007, Tösstalstrasse Winterthur: Bandenmässiger Raub. Das Opfer wird mit Fusstritten ­attackiert. Erst als der Jugendliche schreit, lässt die Bande von ihm ab.

• 1. September 2007, Hauptbahnhof Winterthur: Bandenmässiger Raub.

• 5. Oktober 2007, Winterthur-Veltheim: Hausfriedensbruch. Einbruch ins Kulturzentrum Veltheim.

• 7. Oktober 2007, Bahnhof Bülach: Bandenmässiger Raub und Angriff. Dem Opfer wird das Nasenbein gebrochen.

• 7. Oktober 2007, Bahnhof Pfungen: Bandenmässiger Raub. Alejandro B. schlägt dem 15-Jährigen ins Gesicht. Er erleidet Prellungen und ist über Wochen traumatisiert.

• 8. Oktober 2007, Coop Grüze Winterthur: Diebstahl.

• 9. Oktober 2007, Winterthur: Sachbeschädigung und Diebstahl.

• 23. Oktober 2007, Bahnhof Pfungen: Nötigung. Die Gang greift einen Jugendlichen an, schlägt ihn.

• 27. Oktober 2007, Hauptbahnhof Winterthur: Bandenmässiger Raub. Unter Androhung von Schlägen raubt die Gang vier Jugendliche aus.

Kommentar:

So wie jedes Kind einen Anspruch hat auf körperliche Unversehrheit, so haben auch die Passanten ein Recht, geschützt zu werden. Es geht nicht nur um den Schutz unserer Kinder vor unverhältnismässigen Strafen. Es geht auch um den Schutz der Mitmenschen vor Gewalttaten. Wenn Leute im Bahnhof Winterthur sich nicht mehr frei und ungefährdet bewegen können, muss dafür gesorgt werden, dass Menschen, die sich nicht an Spielregeln halten wollen, separiert werden. Es gibt nicht nur Rechte für Täter. Es gibt auch einen Anspruch auf Schutz der Oeffentlichkeit und ein Ernstnehmen der Opfer.

Samstag, 8. August 2009

Mangelndes Rückgrat des Bundesrates

Um Proteste Chinas zu vermeiden, wurde Nobelpreisträger Dalai Lama vom Bundesrat nicht empfangen.

Ich zitiere aus dem BUND:

«Peinlicher und feiger Bückling»

«Wir erwarten, dass die Schweiz als neutrales Land wie andere Rechtsstaaten weltweit auch einen Friedensnobelpreisträger auf höchster Ebene trifft und nicht nur Wen Jiabao oder den iranischen Präsidenten Ahmadinejad», sagt Karma Pangring, der Präsident der Tibetergemeinschaft in der Schweiz. «Wenn der Bundesrat den Dalai Lama nicht empfängt, ist dies ein peinlicher und feiger Bückling vor China», findet der Zürcher Nationalrat Mario Fehr, der die Parlamentarische Gruppe für Tibet präsidiert. «Wenn die Schweiz mit China einen echten Menschenrechtsdialog führen will, muss sie auch jene unterstützen, die eine friedliche Lösung der Tibet-Frage wollen.»

Kommentar: Einmal mehr zeigt sich, dass wirtschaftliche Interessen wichtiger sind als Menschenrechtsfragen. Der Bundesrat hätte mit dem Empfang des geistigen Oberhauptes der Tibeter ein deutliches Zeichen setzen, das weltweit beachtet worden wäre.

Oeffentliche Auftritte:

DAS WICHTIGSTE IN KUERZE

von Marcus Knill

1. VORBEREITUNG

Vor dem Anlass die Rede nochmals gedanklich durchgehen. Ohne Manuskript!

- Welches ist die Kernaussage?

- Wie vermittle ich diese Kernbotschaft dem entsprechenden Publikum, damit sie ankommt?

Link:

Results 1 - 10 of about 109 from www.rhetorik.ch for vorbereitung. (0.11 seconds)
  1. Vorbereitung unter Zeitdruck

    Das bedingt eine besondere Vorbereitung, die auch unter Zeitdruck beherrschen weren müssen. Links zum Thema: Antizipieren, Zeitmanagement ... www.rhetorik.ch/Vorbereitung/Vorbereitung.html - Cached - Similar

2. KURZ VOR DEM AUFRITT

Sich lockern.

Muskeln lockern - Kiefer - Zunge - Gesicht. Evt. auf die Brust trommeln.

3. NATUERLICH BLEIBEN

Sich nie so benehmen, wie man meint, dass es andere von mir erwarten. Niemanden imitieren.

Link:

  1. Natuerliche Kommunikation

    Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
  2. [PDF]

    IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Spiegels Video – sehr schnell, dass natürliche ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar

4. KEINE NEBENGEDANKEN

Viele überlegen sich, wohin mit den Händen. Weder an die Hände noch die Augen denken. Denken Sie an das Denken und sprechen Sie das Gegenüber an (einzelne Personen im Publikum). Wenn Sie ganz bei der Sache sind, können Sie sich unzählige Fehler leisten. Wer authentisch bleibt und adressatengerecht spricht, überzeugt.

5. EINE GEWISSE GRUNDSPANNUNG IST NOTWENDIG

Mit der Grundspannung ist der positive Stress gemeint. Wer jedoch Angst hat, nimmt sich eigentlich zu wichtig. Die Zuhörer setzen sich in erster Linie mit dem Inhalt der Botschaft auseinander. Nur Referenten, die verkrampft sind und sich sonderbar verhalten, werden zum Thema. Wer keine Spannung mehr hat, wirkt spannungslos, ist lendenlahm.

Freitag, 7. August 2009

Federer Zwillinge: Nur eine Foto für die Fans

Die ganze Welt hat auf die Foto der Zwillinge gewartet. Das Ehepaar Federer hat keine Exklusivbilder verkauft, sondern jetzt nur über Face book den Fans eine Aufnahme publiziert, die von der ganzen Weltpresse übernommen werden musste.

Stolze Eltern: Mirka und Roger mit ihren Mädchen Charlene und Myla. (Roger Federer)

Ich zitiere Blick:

Auf diese Baby-Fotos war die ganze Welt gespannt: Roger Federer hat vor einer Woche angekündigt, das erste Foto seiner beiden Mädchen nicht dem Meistbietenden zu verkaufen, sondern seinen Fans gratis auf Facebook zu zeigen.

Dies hat er um 12.17 Uhr heute Freitag gemacht. Kurz, knapp und trocken. So preist Roger Federer auf seinem Facebook-Profil das erste Bild seiner Zwillinge Charlene und Myla an.

«Wie versprochen: Hier ist ein Familienbild, das mein Vater geschossen hat. Er glaubt, er wird professioneller Fotograf. Es war sehr lustig, weil beide Mädchen den Schluckauf hatten, als wir ein nettes Bild machen wollten. Den Mädchen und der Mutter geht´s prächtig. Danke für all die guten Wünsche.»

Schade nur, dass das Tennis-As nicht verrät, welches Mädchen auf seinem Schoss sitzt: Ist es Myla oder Charlene? Mirka und Roger behalten dieses Geheimnis noch für sich.

Kommentar: Wir gratulieren dem Ehepaar, dass sie es immer wieder fertig bringt, die Medien im Zaun zu halten. Dies ist nur möglich, wenn man vom Virus Mediengeilheit noch nicht befallen ist, wie andere Promis und bewusst und hartnäckig NEIN sagen kann.

Dank des konsequenten Medienmanagements gehen bei den Federers auch bei den Zwilligen die People- Blätter leer aus!

Hut ab! Solch bewusste Zurückhaltung gegenüber den Medien ist leider selten. In dieser Hinsicht könnten sich viele Stars ein Stück abschneiden. Alle hätten nämlich ein Recht auf Privatsphäre, die Rechte über das eigene Bild und die eigene Stimme.

Das einzige unspektakuläre Foto wird von Blick analysiert:

Ich zitiere:

Unser Tennis-Held stellte das Foto gestern Mittag gegen 12.30 Uhr auf seine Facebook-Seite im Internet. Geschossen hat es Rogers Vater Robert. «Er glaubt, er wird noch ein Profi-Fotograf», schreibt Roger auf Facebook. Und: «Es war sehr lustig, weil die beiden Mädchen Schluckauf hatten, während wir versuchten, ein ordentliches Foto zu machen.»

Wer Myla und wer Charlene im Arm hält – das verrät Roger nicht. Dafür verrät das Foto viel über die nun vierköpfige Familie Federer. Es ist wie ein Spaziergang durch das Glück.

Roger (wird heute 28) und Mirka (31) schauen nicht in die Kamera, sie haben nur Augen für die beiden am 23. Juli in der Zürcher Hirslanden-Klinik geborenen Babys. Mirkas linke Hand liegt zärtlich auf Rogers Oberschenkel.

Beide sitzen im Wohnzimmer auf einer Samtcouch. Die Mama trägt einen pinkfarbenen Cardigan (den sie schon während der Schwangerschaft oft trug), der Lipgloss ist perfekt auf die Farbe ab­gestimmt, darunter ein weisses Shirt und schwarze Stretch-Hosen. Ihre Haare sehen frisch frisiert aus, als hätte sie schon wieder Zeit für den Coiffeur. Die Nägel sind frisch lackiert (transparenter Nagellack).

Der Papa hat sich fürs Shooting nicht extra schick gemacht: klassische washed Denim Jeans, graues T-Shirt ohne Emblem.

Die Babys tragen natürlich Zwillings-Look, identische weisse Kleidchen mit Mäscheli an den Ärmeln.

Die Harmonie ist mit Händen greifbar. Myla und Charlene dösen, das Baby in Mirkas Arm blinzelt mit einem Auge, spreizt den winzigen dicken Zeh rechts herrlich ab.

Roger selbst wirkt eine Spur unsicher, als Papa auf der Couch ist er erkennbar noch nicht so routiniert wie auf dem Court. Aber Roger wird schnell lernen, so wie er schnell gelernt hat, was es braucht, um der beste Tennisspieler aller Zeiten zu werden.

«Die Mädchen und die Mama sind grossartig», sagt Roger, und man spürt, wie der Stolz förmlich aus ihm herausplatzt.

Auf seiner Facebook-Seite haben bis zum Abend über 18 000 Fans aus der Schweiz und dem Ausland den Federers gratuliert. Über 65 000 Menschen signalisierten Roger via Internet: Daumen hoch!

«Danke für all die guten Wünsche», sagt Roger, der nächste Woche in Montreal (Kanada) auf die ATP-Tour zurückkehrt.

Mittwoch, 5. August 2009

Zur Informationskampagne "Schweinegrippe"

Was das BAG gut macht und was noch fehlt

Aus Blick online:

Nach der gestrigen telefonischen Erkundigung bei Marcus Knill, (K+K Kommunikationsberatung)

BERN –Die Schweinegippe-Welle rollt auf uns zu. Ärzte sind verunsichert und Kommunikations-Experten kritisieren die Informationspolitik des BAGs.

&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&

Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Gesundheit BAG

Wichtig für alle.

Man kann durch einfache Massnahmen dazu beitragen, sich selbst und andere zu schützen.

Hände waschen.

Hände waschen.

Waschen Sie sich mehrmals täglich gründlich die Hände mit Wasser und Seife.

Bleiben Sie zu Hause.

Bleiben Sie zu Hause.

usw.

&&&&&&&&&&&&&&

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) warnt vor der Schweinegrippe. Im Herbst könnten 1 bis 2 Millionen Schweizer daran erkranken und 5000 daran sterben. Ist das Angstmacherei oder vernünftige Informationspolitik?

Albert Wettstein, Chefarzt des Stadtärztlichen Dienstes Zürich, verteidigt das Vorgehen: «Obwohl die Schweinegrippe etwas weniger schlimm ist, als wir erwartet haben, wird die Bevölkerung im Herbst merken, warum das BAG die Warnungen herausgegeben hat. Spätestens wenn Schwangere oder junge Männer im besten Saft sterben.»

Um die Bevölkerung zu informieren, hat das BAG die Homepage «pandemia.ch» aufgeschaltet.

Kommunikations-Berater Marcus Knill hat sich mit der Informationspolitik des BAGs und der entsprechenden Homepage «pandemia.ch» auseinandergesetzt. «Auf den ersten Blick ist die Seite gut aufgemacht und sehr einfach gestaltet.» Doch es gibt ein gewichtiges Aber.

Einige Mängel

Gemäss Knill fehlen wichtige Details. «Die Werbe-Spots mit Beat Schlatter sind zwar auch auf der Seite, allerdings wird in den Spots nie gezeigt, wie man richtig die Hände wäscht.» Auch die fehlende Interaktivität der Pandemie-Seite prangert Knill an: «Die Leute müssten Fragen stellen können, auf die sie möglichst schnell Antworten bekommen sollten.»

Das grösste Versäumnis des BAGs seien aber die Übersetzungen. So steht die Seite auf Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung. Rätoromanisch fehlt aber. Die Ausländer wurden ganz vergessen: «Man muss auch an die ganzen Portugiesen, Albaner, Türken usw. denken. Es ist äusserst wichtig, dass auch diese wissen, wie man sich schützen kann», sagt Knill.

Insgesamt kommt Knill zur Ansicht, dass es zwar richtig sei, dass das BAG informiere. Jedoch sei die Pandemie-Seite nicht fertig gedacht worden.

Hausärzte unzufrieden

Auch Hausärzte kämpfen mit Unklarheiten. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, bestürmen verunsicherte Hausärzte die grossen Kantonsspitäler. Diese fordern deshalb, dass das BAG aktiver und regelmässiger informiert.

Das sieht Zürichs Stadtarzt Albert Wettstein anders: «Der Informationsfluss klappt hervorragend. Wir erhalten jede Woche ein Bulletin und falls etwas unklar sein sollte, schaue ich auf der Homepage des BAG nach.» Es sei richtig, dass das BAG zurzeit nicht ständig neue Aussagen mache, findet Wettstein. «Man muss zurückhaltend sein, damit man nicht zuviel sagt. Die Schweinegrippe entwickle sich so fulminant, dass man leicht falsche Informationen verbreiten könne.

Dem widersprechen die Infektiologen von den Kantonsspitälern Aarau und Luzern. Sie würden andauernd Anrufe von Hausärzten erhalten, die um Rat und Hilfe fragen, weil sie nicht genügend informiert seien.

Kommenar: Es bleibt zu hoffen, dass das BAG die Defizite raschmöglichst nachbessert.

Zankapfel Réduit

1/11 Die «Club»-Runde zur «Alpenfestung», von links: François de Capitani (Kurator am Schweizerischen Landesmuseum), Josef Lang, (Nationalrat und Vorstand der GSoA), Georg Kreis, (Geschichtsprofessor), Röbi Koller (Moderation), Ueli Haldimann (Direktor SF), Nathalie Unternährer (Leiterin Nidwaldner Museum), Rudolf Jaun (Militärhistoriker). Sehen Sie nachfolgend Bilder von der ersten «Alpenfestung»-Sendung.

Das Thema Réduit polarisiert- weshalb?

Es ist dem Club zu verdanken, dass der Bevölkerung deutlich wurde, weshalb die Filmsequenzen über die Alpenfestung für heisse Köpfe sorgten. Die Gesprächssrunde machte bewusst, dass es den Vertretern des Bergier Berichtes sauer aufgestossen ist, dass man nun mit einer Serie das Réduit thematisiert, das in ihrem Bericht (bewusst?) völlig ausgeklammert blieb. Ich habe von einem renommierten Militärhistoriker erfahren, dass die Bedeutung der Schweizer Armee und das Konzept des Réduit von gewissen ideologisch geprägten Wissenschaftern bewusst negativ beleuchtet worden war. So wie nach dem zweiten Weltkrieg auch folgende einseitige Sicht kolportiert worden war:

1. Die Verschonung unserer Landes ist ausschliesslich der bewaffneten Armee zu verdanken.

2. Vor allem das Réduit mit der Besetzung der Nord-Südachse habe die Nazis zur Vernunft gebracht (Der Eintrittspreis sei deshalb zu hoch gewesen)-

Später kam es vor der Erstellung der Bergiers Berichtes zu einer gegenteiligen einseitigen Optik:

1. Die Schweiz sei nur deshalb verschont geblieben, weil Offiziere und Politiker mit den Nazis zusammengespannt hätten.

2. Man habe der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut und zu wenig betont, dass hilfsbedürftige Flüchtlinge ausgesperrt wurden.

3. Die Armee sei völlig wirkungslos gewesen

In der Diskussion im CLUB erkannten kritische Zuschauer, dass es vor allem beim Stichwort "Réduit" um einen Glaubenskrieg geht. Die einseitige Position von Jo Lang und Co wurde unverblümt und geschickt immer wieder als Fakt in den Raum gestellt. Für sie müsste eigentlich das Wort Réduit aus den Köpfen getilgt werden, denn mit diesem Wort sind Assoziationen wie INSEL, ABKAPSELUNG, VERTEIDIGUNG usw. verbunden. Das Fernsehen trage dazu bei, dass der Réduitgedanke neue auflebe.

Im Zeitalter der Multikultur und der Globalisierung haben für Jo Lang Mythen und Symbole wie Unabhängigkeit, Rütli, Tell keinen Platz mehr.

Dass diese absolute Position wiederum konservative Geister wecken musste, die in den Köpfen der Aktivdienstgeneration steckt, lag in der Luft. Es kam deshalb zu vehementen Protesten. Es wird aus meiner Sicht kaum mehr möglich sein, eine Brücke zu bauen zwischen Réduitgläubigen und Réduitverleugner.

Bei dieser Frage gibt es nämlich - kein "Entweder - oder", sondern nur ein "Sowohl als auch".

Ich zitiere BAZ:

«Ihr müsst der GSoA eigentlich dankbar sein», meint der Historiker François de Capitani und richtet seinen Blick Richtung TV-Direktor Ueli Haldimann. Die Armeeabschaffer forderten schon nach der ersten Folge die Abschaffung der Sendung, da die 55 Millionen Kriegsopfer wegen Nichterwähnung verhöhnt würden. Die GSoA rief damit eine Unmenge weitere Verhöhner auf den Plan, die zum Teil selbst die Aktivdienstgeneration in Verruf geraten sahen und mit ihren empörten Kommentaren das SF-Verkleidungsspielchen zum Schweizer Medienthema Nummer eins machten. Die Neugier vieler Zuschauer wurde dadurch erst geweckt.

Kommentar: Die GSoA ist sich wohl kaum bewusst, dass sie mit Ihrem Protest die beste Werbung für die Sendereihe im Schweizer Fernsehen gemacht hat. Ich behaupte: Das Fernsehen verdankt vor allem den Armeeabschaffern die erstaunlich hohe Einschaltquote.

Lang hell entsetzt

Den Standpunkt der GSoA vertrat im «Club» Nationalrat Jo Lang, der in seinen nicht enden wollenden Wortmeldungen unzählige Male wiederholte, was alles in der Sendung «skandalöserweise» ausgespart wird: das Leid der Opfer, das Flüchtlingselend, die Schweizer Waffenlieferungen nach Deutschland. «Helles Entsetzen» habe bei ihm das Zuschauen zuweilen ausgelöst.

Kommentar: Aus rhetorischer Sicht scheint Jo Lang gepunktet zu haben. Er kam immer wieder zu Wort und schaffte es sogar, dass der Moderator die traditionelle Spielregel ausklammerte, den Erstredner nicht auch noch am Schluss zu Wort kommen zu lassen. Jo Lang und Co konnte jedenfalls mit dem Eröffnungsvotum und den Schlussbemerkungen die Sendung gleichsam einrahmen. Jo Lang weiss sehr gut was Wiederholungstaktik heisst.Er schlug seine Argumentationsnägel tief ein. Dennoch habe ich das Gefühl, dass seine penetrante Art, Behauptungen als Fakten hinzustellen, letztlich kontraproduktiv waren. Behauptungen, wie: Die Sprengkammern am Gotthard seien leer gewesen und eine Vielzahl von Offizieren hätten mit Hitler sympatisiert, wurden gemäss meinen punktuellen Nachforschungen als plumpe Behauptungen erkannt. Dass die Kammern erst in der entsprechenden Alamstufe geladen werden, ist vielen bekannt und es ist auch hinlänglich bekannt, dass Hitler einen Angriffsplan gegen die Schweiz ausgearbeitet hatte (Plan Tannenbaum) und die Schweizer Armee unbestrittenermassen den Eintrittspreis erhöht hatte. Doch war es nicht nur die Armee, die uns vor den Kriegswirren bewahrt hatte.