Donnerstag, 19. März 2009

Das Bild des Tages aus 20 Min:

Löwenbabys im Zürcher ZOO geniessen die Frühlingssonne

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Note UNGENUEGEND für den Bundesrat!

Für Politologin Regula Stämpfli müssten fünf Bundesräte so schnell wie möglich in die Rente gehen. Im Blick online urteilt die Politologin mit erstaunlich deutlichen Worten:

Regula Stämpfli ist gar nicht gut auf den Bundesrat zu sprechen. (Zvg)

Merz ist ein riesiges Handicap, titelt Blick

In der Finanzkrise handelte die Regierung zu behäbig und bot einen ungeordneten Rückzug beim Bankengeheimnis.

Vor allem Hans-Rudolf Merz kriegt sein Fett ab. (Keystone)

Im Parlament tönte es am 18. März nicht viel besser: Nachdem der Bundesrat lavierte und sich im Bankenkundengeheimnis leichtfertig ins Bockshorn jagen liess, holte sich die Exekutive im Parlament und in der Oeffentlichkeit schlechte Noten: Aus den Beurteilungen notierte ich mir hinsichtlich dem Verhalten der Landesregierung:

. zu devot

. naiv

. verhält sich wie in einem Hühnerstall

. lässt die Krise schlittern

. wartet, wartet bis es zu spät ist

. leidet an Realitätsverlust

. nur wenige Parlamentarier aus der Mitte finden, der Bundesrat habe das einzig Richtige gemacht. Er habe gar keine andere Wahl gehabt

. der Bundesrat verfügt über ein Rückgrat wie ein Zahnstocher

. kuscht

. der Bundesrat ist nicht kriegstauglich

. gibt nach

. ist mutlos

. ist führungsschwach

. lässt sich von Gefühlen leiten

. kommuniziert schlecht - nicht einheitlich

. gemeinsame Position fehlt

. hält sich nicht an Konzepte und Abmachungen (Müsse zuerst Resultat der Expertengruppe abwarten)

. hat Angst vor der schwarzen Liste wie vor dem schwarzen Mann,obschon Angst ein schlechte Ratgeber ist! . lässt sich von Steinbrück bluffen und ins Bockshorn jagen

. tritt zu wenig offensiv gegenüber dem Ausland auf

. stellt keine Gegenforderung. Beispielsweise, dass zuerst ALLE Steueroasen analog behandelt werden

. hat den Kopf in den Sand gesteckt

. verpasste die Chance, das Problem auf dem Verhandlungsweg zu lösen

. delegierte das Krisenmanagement an die Finanzmarktaufsicht, statt das Szepter selbst an die Hand zu nehmen

.

Fazit: Note UNGENUEGEND

Nachtrag Blick:

Ein happiger Vorwurf, den sich Bundesrat Merz gefallen lassen muss:

Vorwürfe von Links und Rechts an Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Reuters)

Klartext aus dem Schweizer Parlament an die Adresse von Englands Premierminister Gordon Brown und Co.: Wenn wir das Bankgeheinnis lockern, dürfen eure Steueroasen nicht unangetastet bleiben.

FDP-Fraktionschefin Gabi Huber (UR) forderte «gleiche Rechte für alle, auch für britische Territorien und US-Gliedstaaten».

Sie zielte damit auf Kanalinseln wie Jersey oder den US-Staat Delaware, welche ausländischen Bankkunden teils sogar weiter gehenden Schutz bieten als die Schweiz. Der Bundesrat müsse die Trockenlegung aller Steueroasen fordern, sagte Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL).

Auch die übrigen Fraktionen prangerten die Doppelzüngigkeit an, mit welcher gerade die USA und Grossbritannien die Schweiz unter Druck setzten. Diese Länder predigten Wasser und tränken Wein, sagte Jean-Pierre Grin (SVP/VD).

Bild online beurteilt heute den Bundesrat:

Der Bundesrat 2009 (Keystone/Michael Stahl)
Der Bundespräsident und Finanzminister
Hans-Rudolf Merz: FDP, Finanzminister. (Keystone)

Hans-Rudolf Merz: Als die Krise sich zuzuspitzte, versagte sein Herz. Seit seinem Comeback sei er nicht mehr der Alte, heisst es. Die Affäre UBS brachte Merz gleich mehrmals in Bedrängnis. Am Schluss musste er das Bankgeheimnis gegenüber dem Ausland opfern. Hals über Kopf.

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Die Wirtschaftsministerin
Doris Leuthard: CVP, Wirtschaftsministerin. (Keystone)

Doris Leuthard: Ihr wird vorgeworfen, sie reagiere zu zögerlich bei den Massnahmen, jetzt wo der Schweiz eine wirtschaftliche Krise drohe. Als sie nicht in die «Task Force Finanzplatz» berufen wurde, trötzelte sie und sagte, sie habe in Sachen Bankgeheimnis schon viel früher aktiv werden wollen. Verschlief, dass die Schweiz auf die Schwarze Liste der OECD gesetzt wurde.

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Die Justiz-und Polizeiministerin
Eveline Widmer-Schlumpf: BDP, Justiz- und Polizeiministerin. (Keystone)

Eveline Widmer-Schlumpf: Nach ihrer Wahl war Widmer-Schlumpf mehr mit ihrer ehemaligen Partei, der SVP, als mit ihrem Amt beschäftigt. Als Rudolf Merz ausfiel, musste sie sein Departement übernehmen. Bevor die UBS Staatshilfe beantragen musste, vermisste man klare Worte von ihr. Beim Rettungspaket selbst agierte sie aber souverän.

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Die Aussenministerin
Micheline Calmy-Rey: SP, Aussenministerin. (Keystone)

Micheline Calmy-Rey: Wer wird je den Kopftuch-Auftritt der Aussenministerin im Iran vergessen. Einige Zeit nach diesem Auftritt muss sich Calmy-Rey vorwerfen lassen, die Diplomatie ausgerechnet dort vernachlässigt zu haben, wo sie in der Krise am wichtigsten ist: bei den «befreundeten» Staaten. Allen voran Deutschland und die USA.

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Der Innenminister
Pascal Couchepin: FDP, Innenminister. (Keystone)

Pascal Couchepin: Der Innenminister hat mit der Wirtschaftskrise direkt nicht viel zu tun. Trotzdem mischte er sich ein: mit dem Vorschlag, den Schweizer Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, als neuen Präsidenten der UBS zu holen. Das hatte nur einen Schönheitsfehler. Ackermann steht derzeit nicht zur Verfügung. Sonst ist von Couchepin nichts zu hören, wie die Schweiz aus der Krise finden soll.

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Der Verteidigungs-und Sport-Minister
Ueli Maurer: SVP, Verteidigungs- und Sport-Minister. (Keystone)

Ueli Maurer: Verweist stolz darauf, dass er als einziger Bundesrat die Lockerung des Bankgeheimnisses nicht mittrug. Winkelried Maurer? Oder zeigt sich der gestandene SVP-Politiker wieder als gewiefter Taktiker? Denn er weiss genau, dass das Bankgeheimnis in der alten Form gar nicht zu halten war. Rezepte gegen die Krise hat er bisher nicht angeboten.

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Der Kommunikations-und Energieminister
Moritz Leuenberger: SP, Verkehrs-, Kommunikations- und Energieminister. (Keystone)

Moritz Leuenberger: Er sitzt seit 13 Jahren im Bundesrat. Auch aus den eigenen SP-Reihen werden die Forderungen lauter, endlich zurückzutreten. Die Liberalisierung des Strommarktes lief chaotisch. Die Vergabe der Radiolizenzen führte zum Aufruhr. Als Energieminister könnte er zur Ankurbelung der Konjunktur zum Beispiel Sanierungsprogramme für Altbauten anstossen, die der Energieeffizienz dienen. Doch davon hört man nichts!

Nachtrag 20. März (blick):

Bundesrat: Note ungenügend!

Mittwoch, 18. März 2009

Die Uneinsichtigkeit Steinbrücks

Mit Verwunderung hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf die Empörung in der Schweiz über seinen Indianer-Vergleich reagiert. «Mit keiner Silbe und keinem Vergleich hat sich der Minister despektierlich gegenüber der Schweiz und ihren Bürgerinnen und Bürger verhalten.» sagte Steinbrücks Sprecher Torsten Albig.

Schweizer Gegenwehr schockt Peitschen-Peer

Wenn jedoch Steinbrück am Samstag am Rande des Treffens der Finanzminister der G-20 in London die Drohung mit einer schwarzen Liste gegenüber der Schweiz mit der «siebten Kavallerie vor Yuma» verglichen hat, die man auch ausreiten lassen könne und sagte: «Aber die muss man nicht unbedingt ausreiten. Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt», so ist dies arrogant, despektierlich und inakzeptabel! Steinbrück hat keinen Grund, verwundert zu sein.

Grosse Verwunderung

Mit «grosser Verwunderung» stelle Steinbrück fest, welche Wirkung ein plastisches Bild habe. Damit sollte nach Angaben des Sprechers nur beschrieben werden, dass es gut sein könnte, wenn sich auch die Schweiz beim Bankgeheimnis an die Regeln der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD) halte.

Überrascht stelle das Ministerium jetzt fest, dass einige Schweizer Steinbrück in die Nähe deutscher Politiker der 30er-Jahre stellten, sagte Albig. «Dass Mitglieder ihrer Nationalversammlung meinen, den bösen Deutschen zu entdecken, wenn man darüber diskutiert, ob es klug ist, OECD-Regeln anzuwenden oder nicht, das überrascht mich sehr», fand der Sprecher.

Steinbrück muss sich überhaupt nicht wundern, wenn die Schweizer auf einen Peitschen schwingenden selbsherrlichen Deutschen sauer reagieren. Nicht die Schweiz ist empfindlich. Steinbrück hat die Anti Reaktionen geschürt. Er sollte lieber selbstkritisch sein und sich entschuldigen.

«Selbst schlichte Bilder sehr sensibel wahrgenommen»

Albig sagte auf Nachfrage eines Schweizer Journalisten in der Bundespressekonferenz: «Wir nehmen zur Kenntnis, dass selbst schlichte Bilder bei Ihnen sehr sensibel wahrgenommen werden. Dafür mag es mehrere Erklärungen geben. Zumindest fühlen Sie sich in ihrer Situation, ausserhalb der OECD-Regeln zu stehen, offensichtlich nicht ganz wohl. Das können wir verstehen. Da können wir nur auffordern: Bewegen Sie sich auf uns zu, dann werden ganz triviale Bilder für Sie auch nicht ganz so unangenehm in der Schweiz.»

Wenn dieser Vergleich der Schweizer mit den Indianern ein schlichtes Bild ist, kann man Steinbrück nicht mehr helfen. Diese Uneinsichtigkeit gibt zu denken.

Seine Äusserungen bleiben «inakzeptabel" und sind nicht nur im Ton "aggressiv». Steinbrücks Rhetorik ist auf internationaler Ebene zwischen freundschaftlich verbundenen Nachbarn «beleidigend und vollkommen unhaltbar» (so hat es unsere Aussenministerin immerhin treffend formuliert).

Zuckerbrot und Peitsche

Aussagen Steinbrücks waren schon im Oktober Anlass für die Schweiz gewesen, den deutschen Botschafter zu zitieren. Damals ging es um einen Protest gegen die Aussage des Ministers vor Journalisten in Paris, in der Kontroverse um die Steuerflucht müsse man statt zum Zuckerbrot auch zur Peitsche greifen.

Fazit: Trauriger als die verbalen Entgleisungen ist die nachträgliche Uneinsichtigkeit des deutschen Finanzministers. Anstatt sich zu entschuldigen, bezichtigt er mit seiner Beschönigung, die Schweizer als überempfindlich.

Wenn Steinbrück sagt:

«Mit keiner Silbe despektierlich»

So sagen wir:

Die Wortwahl war mehr als bissig:

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (Bild: Keystone)

Die gesamten Peitschen und Indianer Aeusserungen waren bestimmt mehr als despektierlich!!!

Schade, dass Thomas Müller mit seiner Aussage, nun Steinbrück Gelegenheit gibt, von seinem Fehlverhalten abzulenken. Nun kann er gegen die Annäherung des Finanzministers zu den Nazi protestieren. Müller nimmt aber nichts zurück. Er erklärte, er habe nur mit gleicher Münze zurückzahlen wollen, damit er sehe wie solche Vergleiche inakzeptabel sind.

Schade, hatte sich doch bereit im Parlament eine breite Front quer durch alle Parteien gebildet, die sich gegen Steinbrücks Wildwest-Rhetorik zur Wehr setzte.

Quelle Tagi:

Heisse Debatte im Nationalrat: 40 Redner wollen Dampf ablassen.

Heisse Debatte im Nationalrat:

40 Redner liessen Dampf ab. (Bild: Keystone)

Dass die Schweizer Volkseele kochte, wird in allen Medien zum Ausdruck gebracht:

Kriegt die Schweizer Verbalpeitsche zu spüren: Finanzminister Peer Steinbrück. (Reuters)

Blick am Abend: Schweizer lästern über Steinbrück

„Blick am Abend“

Schweizer lästern über Steinbrück

Schweizer Gegenwehr schockt Peitschen-Peer

Aus Blick:

Wir haben unsere liebe Mühe mit der teutonsich-scharfen Art des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück. Jetzt wandelt sogar die CVP in SVP-

Erst vergleicht Finanzminister Peer Steinbrück die Schweiz mit Indianern. Jetzt schießt die Schweizer Zeitung zurück!

Gewiss wird jetzt nur noch über Müllers verbale Entgleisung diskutiert.

«Erinnert an Deutsche mit Ledermantel, Stiefel und Armbinde»

Quelle Blick

Hier die umstrittene Videosequenz:

20 Min:

Thomas Müller zu Peer Steinbrück

Das Spiegelbild trügt

In der Praxis stelle ich immer wieder fest, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis jemand sein echtes Spiegelbild (bei Videoaufnahmen) akzeptiert. Beim fachgerechten Videofeedback sind sich viele Menschen nicht bewusst, dass sie beim Betrachten der Sequenzen mit dem natürlichen Abbild konfrontiert werden und sich so sehen wie die Umwelt. Das Bild wird weder beschönigt noch verschlechtert.

Ein ausgebildeter Kameramann filmt möglichst objektiv, d.h. so, wie jemand von den anderen Menschen gesehen wird. In der Regel sehen wir uns leider täglich X Mal seitenverkehrt im Spiegel. Links ist rechts und die rechte Seite ist links. Ferner blenden Menschen gerne das wahre Bild des eigenen echten Bildes aus.

http://bianca.last-pain.net/geschichten.html

Das Spiegelbild trügt in der Regel, das wir in uns haben. Nicht nur, dass wir uns möglicherweise jünger in Erinnerung haben. Oder weil wir unser tatsächliches Bild überblenden. Mit Versuchen konnte nachgewiesen werden: Wurden Menschen mit ihren manipulierten d.h. beschönigenden Portraits konfrontiert, so zeigte sich: Die Betrachter unterstellten sich die geschönte Aufnahme und bezeichneten diese als echt. Erst, wenn sich jemand ständig mit dem echten ungeschönten Abbild auseinandersetzt, bekundet er weniger weniger Mühe, sich zu akzeptieren und dieses ungeschminkte Abbild richtig zu lesen. Man kann diesen Prozess der Selbsterkenntnis mit dem Lesen eines Textes im Spiegel vergleichen. Wer versucht, Texte im Spiegelbild zu lesen, wird grosse Mühe haben, diesen Text fliessend zu lesen. So ergeht es auch uns, wenn wir nicht gelernt haben, sich mit unserem echten Abbild ständig auseinanderzusetzen. Wer das echte Abbild ständig ausblendet, wird es beim ersten Videofeedback so gehen, wie wenn man im Spiegel versucht den gespiegelten Text zu lesen.

Das will heissen: Es lohnt sich, sich regelmässig dem fachgerechten Videospiegel auszusetzen. K+K ist Ihnen bei diesem Check behilflich.