Sonntag, 8. März 2009

Basejumping: Kick mit Grenzen

Es muss ein besonderes Erlebnis sein, mit 250 Stundenkilometer durch die Lüfte zu pfeilen - wenige Meter über den Köpfen der Besucher eines Bergrestaurantes hinweg. Die Grenzen solchen Tuns sind vorprogrammiert. Es gab schon einige Tote bei riskanten Sprüngen von Bergklippen. Der besagte Kick holten sich die Springer nach einem Heliabsprung.

Ich zitiere 20 Min:

Basejumps

«Das sprengt den Rahmen»

Vor mehreren Tagen sind Basejumper in Grindelwald mit Spezialanzügen absichtlich sehr nahe an einer belebten Restaurantterrasse vorbeigesegelt. Dem Grindelwalder Gemeindepräsident Emanuel Schläppi geht das zu weit: Er sorgt sich um die Sicherheit der Unbeteiligten.

Das Video des umstrittenen Basejumps: Dominik Loyen und Joakim Sommer flogen so nah am Männlichen vorbei wie nie zuvor. (Quelle: YouTube.com)
Gemeindepräsident Emanuel Schläppi ist besorgt (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)
Basejumper Ueli Gegenschatz mit einem Wingsuit (Bild: Keystone/Thomas Ulrich)

Zwei Abenteuersportler sprangen vor rund zwei Wochen aus einem Helikopter. Mit ihren Anzügen, sogenannten Wingsuits, können die Basejumper vom freien Fall in einen Gleitflug übergehen. Die beiden segelten am Bergrestaurant Männlichen vorbei und über die Felskante hinaus Richtung Wengen und Lauterbrunnen. Das Lauterbrunnental mit seinen vielen fast senkrechten Felswänden gilt als Eldorado der Basejumper.

Quelle: SDA/ATS

Aus Tagi online:

Adrenalinkick: Bei «Proximity Flights» können Unbeteiligte zu Schaden kommen.

Adrenalinkick: Bei «Proximity Flights» können Unbeteiligte zu Schaden kommen. (Bild: Keystone)

Das Bild zum Tage:

Soja Plantagen - nicht um die Menschheit zu ernähren, sondern um Betriebstoff herzustellen.

Bio-Ethanol ist das neue Gold. Und so muss die Soja-Ernte auf Brasiliens Mega-Feldern pfeilschnell vonstatten gehen. Praktischer Nebeneffekt: In Zukunft könnten denn wohl auch die Mähdrescher selber mit dem neuen Brennstoff befeuert werden. (AP)

Das Vorgehen gibt zu Denken: Abholzen von Wäldern. Dann Mais, Soja oder Raps anpflanzen - um Ethanol zu produzieren! ***********************************************************************

Justizministerin Widmer- Schlumpf zeigt die Zähne

aus 20 min:

Widmer-Schlumpf greift an

«Die USA verletzen rechtsstaatliche Prinzipien»

Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat die USA wegen ihrer Forderung zur Herausgabe von UBS-Daten scharf kritisiert. Die Kritik habe sie auch gegenüber US-Justizminister Eric Holder geäussert.

Kommentar: Es ist zwar erfreulich, wenn die Schweiz nicht nur defensiv reagiert. Doch frage ich mich:

Ist diese Kritik vorgängig mit dem Gesamtbundesrat abgesprochen worden? Oder handelt es sich einmal mehr um eine persönliche Einzelaktion?

Bohlen ist nicht zu hart für die Schweiz - er wäre mit seiner Exekutionsrhetorik eine Zumutung (so, wie in Deutschland)

Es geht mir nicht darum, Music Star in der Schweiz zu beurteilen. Doch kann ich nachweisen, dass Bohlens menschenverachtender Umgang mit Jugendlichen auch in Deutschland die Grenzen überschritten hat. Ich bin froh, haben die TV Verantwortlichen den Wünschen der Boulevardpresse nicht nachgekommen und klar gegen Bohlens Exekutionsrhetorik eindeutig Stellung bezogen. Gratuliere! So wie BILD von den verbalen Entgleisungen des Pop Titans profitiert, hätte wahrscheinlich BLICK auch gerne die angeblich mutigen, verletzenden und erniedrigenen Sprüchen gerne publiziert. Bekanntlich kann man dank Schadenfreude der Leser Auflagen steigern.

Ich zitiere Blick-online:

Amgarten: «Bohlen ist zu hart für die Schweiz»

Wer sich persönlich vergewissern wird, wie Bohlens Expertensprache bei der Be- oder vielmehr Verurteilung die Grenze des Zumutbaren überschreitet, kann dies in Rheotrik.ch nachlesen

(Klicken Sie im Suchfenster das Wort Bohlen ein und Sie kommen auf alle Analysen ).

Sie können dann die angeblich originellen, provokanten und deftigen Sprüche selbst zu Gemüte führen. Versetzen Sie sich dabei in einen Jugendlichen, der noch keine Ahnung hat, in was er sich einlässt und nicht weiss, welche Folgen psychische Erniedrigungen haben können, wenn mansich von Bohlen freiwillig "fertig machen" lässt. Eine Lehrperson würde jedenfalls bestraft, wenn sie bei einem Kritikgespräch so mit Jugendlichen umgehen würde wie Bohlen. Die Sendung Music Star kann auch ohne Exekutions-Rhetorik optimiert werden.

Sie finden folgende Beiträge:

  1. rhetorik.ch aktuell: Bohlen und die Apfelringe

    26. Nov. 2005 ... Nachdem Dieter Bohlen die Gesangskünste der letzten 14'000 Bewerber im "DSDS" auf primitive Art und Weise verbal schikaniert und beleidigt ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/11_26.html - 9k - Cached - Similar pages
  2. rhetorik.ch aktuell:

    21. Aug. 2003 ... Bohlen öffnet darin einen Becher Milchreis mit den Worten "Jetzt brauch ich mal etwas Ehrliches." Politiker meinten, das sei eine ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_21_2003.html - 10k - Cached - Similar pages
  3. rhetorik.ch aktuell:

    28. Nov. 2004 ... Jetzt macht Markromarkt Dieter Bohlen zum Gespött. Dieter Bohlen war von der Boulevardpresse nicht zu erreichen. Vielleicht befand er sich ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_28_2004.html - 6k - Cached - Similar pages
  4. rhetorik.ch aktuell:

    3. Okt. 2003 ... Die Leute, die Bohlen im ersten Buch vorgeführt habe, seien ein bisschen ... Im neuen Buch entwickelte Bohlen eine Vermarktungstrategie, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Oct_03_2003.html - 15k - Cached - Similar pages
  5. Exekutionsrhetorik

    Sie wurde in letzter Zeit von Dieter Bohlen im Fernsehen praktiziert. ... Wenn Bohlen nach den Auftritt zu einem Jugendlichen sagt: ... www.rhetorik.ch/Exekution/Exekution.html - 6k - Cached - Similar pages
  6. rhetorik.ch aktuell: Geht der Krug doch zum Brunnen, bis er bricht?

    16. Jan. 2007 ... Es ist eine Zumutung fürs Publikum, wenn Bohlen weiterhin Jugendliche ... Bohlen wehrt sich gegen den Vorwurf, er ginge in der Casting-Show ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/01_16/index.html - 8k - Cached - Similar pages
  7. rhetorik.ch aktuell: Bilden Schlagzeilen Meinungen?

    Doch bestätigte mir heute ein Interview mit Dieter Bohlen in seiner "Bild" Blattkritik bei der ... Bohlen will bei der "Bild" auf keinen Fall Kopfbeiträge. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/11_11/index.html - 5k - Cached - Similar pages
  8. rhetorik.ch aktuell:

    17. März 2003 ... Dieter Bohlen und Co ihre Millionen. So ist allen gedient. ... Dieter Bohlen schreckt selbst vor "verbaler Exekution" nicht zurück. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Mar_17_2003.html - 25k - Cached - Similar pages
  9. rhetorik.ch aktuell:

    17 Feb 07: Die Exekutionsrhetorik des Dieter Bohlen · 16 Jan 07: Geht der Krug doch zum Brunnen, bis er bricht? 26 Nov 05: Bohlen und die Apfelringe ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Bohlen.html - 7k - Cached - Similar pages
  10. rhetorik.ch aktuell:

    17 Feb 07: Die Exekutionsrhetorik des Dieter Bohlen · 27 Jan 07: Steinmeier unter Druck · 19 Jan 07: Die Rücktrittsankündigung Stoibers ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Deutschland.html - 37k - Cached - Similar pages
    1. rhetorik.ch aktuell: Lästern schadet der Dialogik

      18. Sept. 2007 ... Dieter Bohlen lästerte, stellte Kandidaten bloss und profilierte sich auf Kosten der Opfer. Er verkaufte sogar seine bösartigen Sprüche. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_18/index.html - 7k - Cached - Similar pages
    2. rhetorik.ch aktuell:

      17 Feb 07: Die Exekutionsrhetorik des Dieter Bohlen · 16 Jan 07: Geht der Krug doch zum Brunnen, bis er bricht? 21 Dez 06: Klatsch Leckerbissen: Donald und ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Fernsehen.html - 31k - Cached - Similar pages
    3. [PDF]

      PRIVATLEBEN UND ÖFFENTLICHKEIT – EIN BALANCEAKT

      File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML stellt hatte, bricht sie heute auch über Dieter Bohlen (der das Nämliche tut) den ... Diesen Satz könnte Dieter Bohlen im gleichen Wortlaut auf Arabelle ... www.rhetorik.ch/Aktuell/balance/07_2004.pdf - Similar pages
    4. rhetorik.ch aktuell:

      28 Nov 04: Bohlen wird zur Witzfigur · 25 Nov 04: Zum Gebrauch des Plurals · 24 Nov 04: Verurteilung eines Reporters ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_2004.html - 27k - Cached - Similar pages
    5. rhetorik.ch aktuell: Zum Ende von 'Black n'Blond

      31. Aug. 2006 ... Oktober 2006: Rohr kopiert Exekutionsrhetorik von Bohlen Chris von Rohr versucht seinen Abstieg wettzumachen, indem er sich auch noch der ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_31.html - 9k - Cached - Similar pages
    6. Alpha Tiere im Rosenkrieg (Günter Klein)

      4. März 2003 ... Kahn spielt nun in einer Liga mit: Thomas Borer, Sabine Christiansen, Dieter Bohlen, Hera Lind, Uschi Glas, Klausjürgen Wussow, ... www.rhetorik.ch/Klatsch/MuenchnerKurier.html - Similar pages
    7. rhetorik.ch aktuell: Zur ersten Black'n Blond Sendung

      Wir erwähnten früher in einem Beitrag Chris von Rohr, weil er sich bei Music Star nicht zu den "Fertigmachern Rhetorikern" zählte wie Dieter Bohlen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/10_31.html - 11k - Cached - Similar pages
    8. rhetorik.ch aktuell: Indiskretion über Blocheraussage

      16. Okt. 2006 ... Dieter Bohlen, Eva Hermans, Paris Hilton, Homer, Homer Simpson, Baron de Montesquieu, John Locke. Denn in der Mediendemokratie sind die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/10_16.html - 22k - Cached - Similar pages
    9. rhetorik.ch aktuell:

      16. Nov. 2003 ... Wenn da erst das Schicksal von Arbeitslosen erörtert wird und danach Gottschalk Trallala macht, dann kann ja gleich Dieter Bohlen kommen und ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_16_2003.html - 12k - Cached - Similar pages
    10. rhetorik.ch aktuell: Die Börse als kulturelles System

      Dieter Bohlen ist in Deutschland nicht etwa Bestseller-Autor aufgrund der hohen literarischen Qualität seines Werkes, sondern schlicht, weil eine Mehrheit ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/10_13/index.html - 8k - Cached - Similar pages
    1. rhetorik.ch aktuell:

      21. Febr. 2004 ... Ob bei Bohlen und Co die Sprachverschmutzung mit Eiholzers Reinigungen nachträglich säubern lassen, ist jedoch zu bezweifeln. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Feb_21_2004.html - 17k - Cached - Similar pages
    2. rhetorik.ch aktuell:

      17 Feb 07: Die Exekutionsrhetorik des Dieter Bohlen · 15 Feb 07: Hol dr an Politiker · 14 Feb 07: Zufallsreportagen · 13 Feb 07: Zum Wahlkampf in Frankreich ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell.html - 167k - Cached - Similar pages
    3. rhetorik.ch aktuell:

      1. Apr. 2002 ... Wenn Borer und seine Frau sich in Klatschseiten zieren, so sei es auch nichts ehrenrühriges, wenn sie auch wie Bohlen, Feldbusch oder Naddel ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Apr_01_2002.html - 70k - Cached - Similar pages
    4. rhetorik.ch aktuell:

      26 Nov 05: Bohlen und die Apfelringe · 25 Nov 05: Giftunfall in China · 24 Nov 05: Das Mercedes Crash-Test-Debakel · 21 Nov 05: Bushs Schlagfertigkeit ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_2005.html - 30k - Cached - Similar pages
    5. rhetorik.ch aktuell:

      26 Nov 05: Bohlen und die Apfelringe · 21 Nov 05: Bushs Schlagfertigkeit · 30 Okt 05: Zu einem Interview mit Ingrid Deltenre ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Wortwirkung.html - 24k - Cached - Similar pages
    6. rhetorik.ch aktuell: Stars oder Sternschnuppen?

      2. März 2005 ... Wir erinnern an die negativen Vorbilder Bohlen und Soost. Was sagte Chris von Rohr? Fucking Weltklasse; Relight my Eier; Geil performt, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/03_02.html - 8k - Cached - Similar pages
    7. rhetorik.ch aktuell:

      24 Jun 04: Rückschlag für Bohlen · 23 Jun 04: Spuckgeschichte ohne Ende · 22 Jun 04: Privatleben und Öffentlichkeit - Ein Balanceakt ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Medien.html - 48k - Cached - Similar pages

Samstag, 7. März 2009

Comagic Zwillinge und die Medien

Seit 2000 halten sich die Comagic Zwillige illegal in der Schweiz auf. Sie haben keine Papiere. Dank Rekursen und Rekursen konnten die Kinder nicht ausgewiesen werden und haben sich in der Schweiz während der Jahre der Rekurszeit in der Schule recht gut integriert. Verständlich, dass die Kollegen und Kolleginnen sich gegen die Ausschaffung mit allen Mitteln weiter zur Wehr setzen. Die Mediengeschichte veranschaulicht, dass so die Ausschaffung ein ganz andere Dimension bekommt, wenn die Geschichte medientauglich ist. Tatsächlich gelang es, die Medien ( Presse, Radio, Fernsehen und Lokalsender und 20 Min Internet TV, und Internetplattformen zu gewinnen und zu nutzen. Die Zwillinge haben etwas gelernt. Sie sagten am Mikrofon:

Wenn wir in den Medien kommen, kümmern sich auch die Politiker um uns!

Die Jugendlichen haben erkannt, dass die Medien eine grosse Macht sein können. Die Medien müssen nur genutzt werden.

ich zitiere Tagi online:

Aleksandra Comagic: «Wenn ich soviele Leute sehe, glaube ich ans Gute»

Das Schulhaus Lavater wehrt sich gegen die Ausweisung der 15-jährigen Comagic-Zwillinge. Kämpferisch und solidarisch traten sie vor die Medien.

Aleksandra und Tijana Comagic nach der Medienkonferenz im Schulhaus Lavater. (Video: Roman Weber)

Die Rechnung scheint aufzugehen: Rekurs, Rekurs und wieder Rekurs, Zeit gewinnen und dann nachweisen, dass jetzt eine Rückweisung unsinnig ist. Dies animiert alle, Ausreisen jahrelang zu verweigern. damit man das Ziel erreichen kann, hier zu bleiben. Aus der Sicht der Zwillinge eine erfolgreiche Taktik. Wichtig: Die Medien einschalten nutzen! Denn Politiker wagen es nicht, sich gegen den Mainstream der Medien zu äussern.

Freitag, 6. März 2009

Zum Auftritt des Finanzministers an der heutigen Medienkonferenz

Heute Morgen hat der Bundesrat über des Bankgeheimnis debattiert. Um 14 Uhr informierte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, mit welcher Strategie sich die Landesregierung gegen den massiven Druck aus dem Ausland wehren will.

(Quelle 20 Min)

Ich zitiere:

Merz: «Deutschland betreibt Steuerdumping»

Der Bundesrat will die internationale Rechts- und Amtshilfe bei Steuerdelikten ausbauen und signalisiert Offenheit. Weiter setzt er eine Expertengruppe ein, welche die Landesregierung berät. Merz warnt zudem vor Sanktionen.

Kann der Bundesrat den Druck aus dem Ausland noch abwehren? (Bild: Keystone)

Merz sagte vor den Medien, dass der Bundesrat am Schutz der Privatsphäre festhalten wolle, im Verkehr mit dem Ausland aber Gesprächsbereitschaft signalisieren wolle.

Wie man die Zusammenarbeit mit dem Ausland in Steuerfragen ausbauen könne und wolle, sei Gegenstand von

Abklärungen, die eine Expertengruppe aus Juristen und Finanzfachleuten vornehmen soll. Bis in zwei Wochen soll die Gruppe unter Leitung des Juristen und Völkerrechtlers Manuel Sager erste Resultate vorlegen.

Merz betonte, dass es sich bei der Expertengruppe nicht um eine Taskforce handelt, dass sie nicht kommuniziert und dem Sitzungsgeheimnis untersteht. Bezüglich der Probleme mit den USA brauche es in einer späteren Phase zusätzliche Spezialisten, welche dem Bundesrat unter die Arme greifen.

Im Verkehr mit dem Ausland will der Bundesrat auf gleich lange Spiesse pochen: Wenn Deutschland eine Abgeltungssteuer von 28 Prozent einführe, so Merz, und die Schweiz eine Quellensteuer von 35 Prozent kenne, dann betreibe Deutschland Dumping, und dann müsse die Schweiz gleiches Recht verlangen.

Ob man die Unterscheidung in Steuerbetrug und Steuerhinterziehung aufrechterhalten könne und wolle, beantwortete Hans-Rudolf Merz nicht: Genau darüber solle die Expertengruppe beraten und dem Bundesrat berichten.

Falls die Schweiz auf eine schwarze Liste komme, meinte Merz, gehörten Österreich und Luxenburg auch darauf. Mit den Finanzministern dieser Länder mit Bankgeheimnis wird sich Merz an diesem Wochenende treffen. Sie seien die natürlichen Koalitionspartner der Schweiz in dieser Frage.

Die Expertengruppe steht unter der Leitung des Völkerrechtlers und Diplomaten Manuel Sager. Sager hat das amerikanische Anwaltspatent und war in mehreren Funktionen als Diplomat für die Schweiz in den USA tätig. Seit letzten Herbst leitet er die Politische Abteilung V im Aussendepartement. Weiter gehören dem Gremium neben Bundesvertretern auch Nationalbank-Vizepräsident Philipp Hildebrand an, Urs Roth, Geschäftsführer der Bankiersvereinigung, Professor Alfred Mettler, der an der Giorgia State University lehrt, Professor Xavier Oberson, Ordinarius für Steuerrecht an der Universität Genf, und Titularprofessor Jens Drolshammer.

Kommentar:

Finanzminister Merz wies alle Vorwürfe zurück, der Bundesrat habe "geschlampt". Obschon er unter Druck war, versuchte Merz souverän und mehrsprachig die kritischen Fragen zu beantworten. Was mir auffiel:

Zu dem von seiner Kollegin Widmer Schlumpf geprägten neuen Begriff "schwere Steuerhinterziehung" wollte er nichts wissen und sagte eindeutig:

"Es gibt keine schwere Steuerhinterziehung".

Der Kollegin werden wohl die Ohren geläutet haben!

Die Expertengruppe wurde zum Rettungring

Bei allen heiklen Fragen konnte sich Bundesrat Merz hinter die Expertengruppe verschanzen. Die Gründung dieser wissenschaftlichen Beratergruppe, ohne eigene Befugnisse, ohne eigene Auftritte rettete Merz vor heiklen Klippen. So gesehen half diese neue Experten-Gruppe immer wiede rals hilfreicher Blitzableiter bei Interviews. Es liegt nun an dieser Gruppe, alle Möglichkeiten zu prüfen. Damit muss sich nun der Bundesrat bei keiner heiklen Frage mehr konkret festlegen. So gesehen, war die Gründung dieser Gruppe für den Bundesrat ein geschickter Schachzug. Denn alle müssen jetzt zuerst abzuwarten, was diese Gruppe in 14 Tagen sagt.

Nachtrag Blick (zeigt dass es nun die Experten richten sollen):

Merz bleibt im Reduit

Am Abend gibt Bundespräsident Merz endlich zu, dass es hinsichtlich Kommunikation im Bundesrat nicht immer gut gelaufen ist.

Meine Beurteilung zur Krisenkommunikation des Bundesrates möchte ich an dieser Stelle nicht nochmals wiederholen.

Die Medienkonferenz bestätigt heute folgende graviernden Versäumnisse des Bundesrates hinsichtlich Krisenkommunikation, nachdem er seit Wochen - wenn nicht seit Monaten - gewusst hat, wie der Hase läuft:

Das was jetzt die Expertenguppe tun muss, hätte schon längst - während der Phase des Antizipierens - gemacht werden können: Der Bundesrat hätte die notwendige Zeit gehabt, alle Varianten und möglichen Lösungen aufzulisten - mit Vor- und Nachteilen - auch unter Beizug von Spezialisten. Nun, lässt der Bundesrat lediglich das nachholen, was schon längst fällig gewesen war!

Der Finanzminister versprach heute: Künftig werde der Bundesrat die Kommunikation führen. Die Führung liege künftig in der Hand des Bundespräsidenten. Bitte, auch das hätte längst festgelegt werden müssen!

< style="color: rgb(204, 102, 0);">professionelles Kommunikationskonzept

? Ich zweifle daran. Sonst hätte nicht jedes Mitglied des Bundesrat für sich individuell kommuniziert nach dem Prinzip "Jeder gegen Jeden".

Ferner vermissten wir seit Wochen einen offiziellen Krisenstab.

Der einberufene Ausschuss von drei Bundesräten kann gar kein taugliches Führunsinstrument sein. Denn jeder der Drei kann sich in diesem Ausschuss verstecken. Denn niemand trug die Verantwortung.

Es mangelte während der ganzen Führungskrise an einer Strategie, um das Bankenkundengeheimnis zu verteidigen.

FAZIT: IM GRUNDE GENOMMEN BOT DER BUNDESRAT EIN TRAUERSPIEL.

Die Mediensechos fallen denn auch entsprechend kritisch aus:

Nebulös!

Ich zitiere die NZZ:

«Grobe Steuerhinterziehung», «dynamische Weiterentwicklung des Bankgeheimnisses»: Mehrere Mitglieder des Bundesrats hausierten in den letzten Tagen mit unverständlichen Wortschöpfungen, um sich nicht festlegen zu müssen oder Zeit zu gewinnen. Vor der Regierungssitzung am Freitag waren die Erwartungen entsprechend hoch: Der Bundesrat sollte endlich Klartext reden und eine Strategie darlegen, wie der Schweizer Finanzplatz aus dem Würgegriff Amerikas und mehrerer EU-Staaten befreit werden kann.

Der Paukenschlag blieb aus. Was Bundespräsident Hans-Rudolf Merz vor den Medien bekanntgab, hätte die Regierung schon vor Monaten beschliessen können.....

Ich zitiere die SN:

So klug als wie zuvor

Der rhetorische Nebel den Merz und Widmer-Schlumpf mit Begriffen wie "dynamische Weiterentwicklung des Bankgeheimnisses" und "grobe Steuerhinterziehung" produziert hatten, hat sich nicht gelichtet. Stattdessen wurde eine Expertengruppe benannt, die er schon vor zwei Wochen hätte gebildet werden können.

Ich zitiere Blick:

Heute wiederholte Merz aber nur Bekanntes: Verfahren sollen beschleunigt werden. Es dürfte eine Verbesserung der Rechtshilfe geben.

Und dann verwies Merz auf seine Expertengruppe. Diese werde jetzt zwei Wochen beraten, und dann werde der Bundesrat informieren.

(Illu 20 Min)

In zwei Wochen mehr: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat die Medien am Freitag in Bern über die Expertengruppe zum Bankgeheimnis informiert. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Indem die Expertengruppe erst jetzt gebildet wird, angeblich um Denkzeit zu gewinnen wurde im Grunde genommen erneut wertvolle Zeit vertrödelt?

Was wir heute immerhin wissen: Die Richtung des Bundesrates ist unklar!

Dafür spricht Peter Spuhler KLARTEXT!

Ich zitiere aus dem Tagi Interview vom 7.3.09:

Der Thurgauer Nationalrat Peter Spuhler sagt, dass der Bundesrat die Schweiz in der Krise um das Bankgeheimnis bisher zu wenig klar vertreten hat.

Der Thurgauer Nationalrat Peter Spuhler sagt, dass der Bundesrat die Schweiz in der Krise um das Bankgeheimnis bisher zu wenig klar vertreten hat.

Aus dem Interview:

War es richtig, dass der Bundesrat die Herausgabe von Kundendaten der UBS an die amerikanische Behörde erlaubte?

Bisher spielte der Bundesrat in der Krise betreffend Bankkundengeheimnis eine schwache Rolle. Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie die Position der Schweiz nach aussen und nach innen klar kommuniziert. Wir haben ja ein ganz anderes System als die anderen Länder, die die Steuern meist als Quellensteuer direkt vom Lohn abziehen. Sie kennen die Selbstdeklaration nicht, die wir mit der Steuererklärung haben. Der Bürger hat in der Schweiz eine höhere Eigenverantwortung als beispielsweise in Deutschland oder den USA. Daraus ergibt sich die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug.

Wie erklären Sie den Unterschied?

Wir gehen in der Schweiz davon aus, dass die Bürger die Steuererklärung nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen. Wenn etwas vergessen geht, ist das Steuerhinterziehung. Wenn man aber bewusst eine Lohnabrechnung oder ein Formular fälscht, das zur Steuererklärung gehört, ist das Steuerbetrug.

Sollte die Schweiz am herkömmlichen Bankgeheimnis festhalten?

Ja, denn rechtlich ist alles sauber geregelt. Wir haben Rechtshilfeabkommen, das Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU und in den letzten Wochen haben wir mit England und Frankreich neue Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Ausgerechnet diese Länder attackieren uns jetzt. Aus wirtschaftlichen Gründen. Aber diese Fakten hört man nicht. Die Regierung schweigt und glaubt, dass sie eine solche internationale Krise aussitzen kann.

Aber Frau Widmer-Schlumpf war doch in Amerika.

Doch statt den Amerikanern den Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug zu erklären, kreierte sie einen dritten Begriff, nämlich «grobe Steuerhinterziehung». Das gibt es gar nicht. Das ist der Kommunikations-Gau!

Es gibt aber sogar Banker, die meinen, dass die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung nicht mehr haltbar sei.

Wir müssen uns bewusst sein, dass ein Wirtschaftskrieg im Gange ist. Es geht um die Frage, welches Land nach der Finanzkrise welchen Anteil an den Finanzdienstleistungen hat. Und wenn wir jetzt nicht die Kraft aufbringen, unsere Position zu kommunizieren und zu verteidigen, dann wird der Finanzplatz Schweiz geschwächt. Das Geschäft geht dann nach London oder Paris oder New York.

Um was für einen Anteil am Wohlstand geht es?

Vor der Krise erwirtschaftete der Finanzplatz etwa 13 bis 14 Prozent des BIP. Und bezahlte etwa den gleichen Anteil an Steuern. Das sind Milliarden. Letztlich geht es jetzt aber um die Frage, ob die Schweiz als Finanzplatz überleben kann oder nicht.

Soll das Bankgeheimnis im Ausland anders ausgestaltet sein als im Inland?

Das ist Blödsinn. In den Bilateralen Verträgen haben wir das Zinsbesteuerungsabkommen festgelegt, bei dem auf den ausländischen Guthaben eine Quellensteuer erhoben wird. Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, ob man das auf Amerika ausdehnen soll. Doch sonst müssen wir unsere Postion halten. Das erwarte ich auch von unserer Regierung.

Aber die Amerikaner wollen den gläsernen Bankkunden.

Eines der höchsten Güter der Schweiz ist der Schutz der Privatsphäre. Ein weiteres ist die Eigenverantwortung der Bürger. Würden wir den gläsernen Kunden einführen, wäre das eine Katastrophe. Ein Zeichen dafür, dass wir als Willensnation Schweiz nicht mehr in der Lage sind, unsere Interessen international a) zu kommunizieren und b) zu verteidigen.

Wäre der Druck kleiner, wenn wir in der EU wären?

Das glaube ich nicht. Dann würde man einfach per Gesetz aus Brüssel sagen, was gilt. Es gibt ja drei EU-Staaten, nämlich Luxemburg, Belgien und Österreich, die heute das wasserdichtere Bankgeheimnis haben als wir. Auch das muss man nach aussen kommunizieren. Dafür müsste man bereit sein, mit dem Finger auf die anderen zu zeigen. Und sie auch unter Druck zu setzen. Aber wir haben niemanden in der Regierung, der das macht.

Animation

Das «Wunder vom Hudson» als Trickfilm

(Quelle 20 Min/Youtube)

Der Animationsfilm ist so spannend wie ein Hollywood-Thriller und zeigt die spektakuläre Notwasserung des Fluges 1549 am 15. Januar 2009, als Pilot Sullenberger wie durch ein Wunder 155 Menschen das Leben rettete.

(Quelle: YouTube)

Der Film der US-Firma Scenesystems zeigt eindrücklich, wie präzise und gelassen Pilot Sullenberger den Airbus A320 am 15. Januar auf dem Hudson in New York notwasserte. Unterlegt ist der Film mit den originalen Tonaufnahmen aus dem Cockpit.

Kommentar: Ein Beispiel, das zeigt, dass wir ohne Training keine Spitzenleistungen vollbringen können. Es ist heute bekannt, dass Pilot Sullenberger immer wieder im Simulator Landungen ohne Triebwerk geübt hat. Uebung macht den Meister! Dies gilt auch bei der Medienrhetorik. K+K ermöglicht Ihnen ein individuelles Training in unserem Mediensimulator. Ueberall - auch beim Sport - genügt die beste Begabung allein nicht. Training ist ein MUSS.