Der Winter ist zurückgekehrt
(Bild: Keystone)
Rhetorik.ch Blog
Persönliche Gedanken
von Marcus Knill
zu Aktuellem.
Das SPIEGEL - Dilemma
Senta Berger: "Ich schaue nicht gern in den Spiegel. Denn es ist nicht leicht, wenn der Spiegel sagt, früher hast Du blühender ausgesehen!"
Wir wissen es zwar längst, dass wir bei der Alltagskommunikation unsere blinden Flecken nur dann erkennen, wenn sie uns mit Spiegelverfahren (Rückmeldungen) 1:1 bewusst gemacht werden.
Der Spiegel mit Videofeedback - fachgerecht angewendet - ist deshalb beim Coaching ein wertvoller Lernbeschleuniger. Er führt dazu, uns zu akzeptieren - so wie wir tatsächlich sind. Und merken auch, dass wir im Grunde genommen besser wirken als wir es meinen.
Doch die Konfrontation mit dem eigenen Bild ist am Anfang für viele oft ein Schock.
Wer sich offen spiegeln lässt, steckt somit in einer Zwickmühle: Wir sollten uns spiegeln lassen und möchte aber nicht gespiegelt werden. Ohne die Bereitschaft, sich so zu sehen, wie wir wahrgenommen werden, kommen wir nicht weiter.
Senta Berger bestätigt in erstaunlicher Offenheit: Die Konfrontation mit der Realität (echtes Abbild) fällt ihr recht schwer. Die bekannte Schauspielerin erkannte, dass sie sich selbst nicht so sieht, wie es das Spiegelbild offenbart.
Die Wahrheit kann schmerzen, besonders, wenn wir unser Spiegelbild jahrelang verdrängen oder dem Spiegel zu lange ausgewichen sind.
Uebrigens: Das Videobild zeigt uns zudem nicht seitenverkehrt, so wie wir uns im Spiegel im Badezimmer täglich X Mal sehen. Das Spiegeln mit Video ist somit im weitesten Sinn eine echte Selbsterfahrung.
Falls Sie sich auf dem Weg "des sich Akzeptierens" begeben wollen, setzen Sie sich mit K+K in Verbindung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
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Notiert von
marcus knill
um
08:32
Bankgeheimnis - wie weiter?
Die Diskussion ums Bankgeheimnis wird uns die nächsten Woche noch lange beschäftigen. Es gibt verschiedene Konzepte und Vorstellungen, wie die Schweiz dem Druck begegnen kann.
Nach der SP muss die Schweiz sämtliche Konzessionen machen
Die Bürgerlichen wollen für fremde Länder keine Differenzierung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug Für FdP Parteipräsident Pelli ist das Bankgeheimnis gar nicht verhandelbar
Die SVP will am Bankgeheimnis festhalten und bei weiteren Drohungen mit Gegenmassnahmen antworten Eines steht fest: Die USA wird den immensen Druck noch verstärken und Obama will die Steueroasen aushebeln Der Bundesrat sucht nun in heiklen Verhandlungsgesprächen mögliche Lösungen. Bankgeheimnis anpassen: Die Varianten
1. Die Schweiz hält an allen bisherigen Gesetzen fest. 2. Das Bankgeheimnis wird nicht angetastet. Das Zinsbesteuerungsabkommen wird aber weiteren Ländern angeboten, Schlupflöcher werden geschlossen (favorisierte Variante vieler Politiker). 3. Der Begriff «Steuerbetrug» wird nicht mehr so eng definiert. So könnte die Schweiz in mehr Fällen Amtshilfe leisten. Für Schweizer und Ausländer würde das Bankgeheimnis bedingt gelten. 4. Die Schweiz leistet auch bei Steuerhinterziehung Amtshilfe für Steuerbehörden im Ausland. 5. Die Schweiz bietet automatischen Austausch über Kundenkonti an.
(Quelle 20 Min)
Kommentar: Was bei der Problematik Bankgeheimnis und illegale Herausgabe von Kundendaten besonders ärgerlich ist: Dass der Bundesrat nach aussen unterschiedliche Lösungen verlauten liess und auch noch jetzt verlauten lässt. Nach meinem Dafürhalten müsste unserer Exekutive lernen, dass Aussagen und Botschaften koordiniert werden müssen. Von Krisenmanagement ist so wenig zu verspüren. Es scheint, als würde ein Kapitän mit den wichtigsten Offizieren eines Bootes zusammensitzen und diskutieren, was gemacht werden soll, während dessen über ein grossen Leck ständig Wasser einströmt. Es genügt nicht, wenn in einer sochen Krisensituation drei Offiziere viel zu spät hingehen und mit einem kleinen Schöpfkellen allmählich beginnen, Wasser über Bord zu schaffen. Die drei Bundesräte Calmy-Rey, Widmer-Schlumpf und Merz handeln jedoch genau so, wie die drei unfähigen Offiziere.
Die jüngste Panne:
Das Angebot, dass Justizministerin Widmer- Schlumpf am 3. März den USA unterbreitet hatte, war im zuständigen Ausschuss des Bundesrates offenbar nicht abgesprochen.
Das Bankgeheimnis wird somit durchlöchert werden:
Steinbrück will noch mehr Löcher!
Schon wieder geisselt er die Schweiz.
Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hat der Schweiz abermals Tatenlosigkeit gegenüber Steuerhinterziehern vorgeworfen. Mehr...
Steinbrück will die Schweiz in die Knie zwingen!
Aus Tagi 4.3.09:
Ihre E-Mail wurde abgeschickt.
Keine Angaben zu möglichen Konzessionen: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.
Grobe Steuerhinterziehung dem Steuerbetrug gleichsetzen: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Aus Blick 4.3.09:
Ein angeblich bekannter Begriff, der juristisch nicht definiert ist!
Eveline Widmer-Schlumpf signalisierte am Montag in den USA Kompromissbereitschaft: «Wir werden uns Gedanken darüber machen müssen, inwieweit grobe Steuerhinterziehung gleich behandelt werden soll wie Steuerbetrug.» Aber was, bitte, ist «grobe Steuerhinterziehung»? Montagabend im «10 vor 10» behauptete Eveline Widmer-Schlumpf: «Ich führe den Begriff nicht ein, den gibt es.» «Muss mich erkundigen» Dann gibt es sicher eine Menge Leute, die erklären können, was «grobe Steuerhinterziehung» genau ist. BLICK fragt nach. Zuerst in Widmer-Schlumpfs Justizdepartement. «Ich nehme an, es handelt sich um bedeutende Fälle», sagt Medienmann Folco Galli, «aber stellen Sie doch Ihre Frage direkt der Sprecherin der Bundesrätin.» Doch diese, Brigitte Hauser-Süess, ist überfragt: «Ich muss mich bei Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf erkundigen, kann sie aber zurzeit nicht erreichen.»
Wenn «grobe Steuerhinterziehung» ein bereits geläufiger Begriff ist, muss wenigstens die Eidgenössische Steuerverwaltung Bescheid wissen. Doch auch hier Fehlanzeige: «Frau Widmer-Schlumpf muss sagen, was sie damit meint», so Pressesprecher Beat Furrer. Vielleicht wissen private Steuerberater mehr. Der Zuger Top-Steuerexperte Werner Räber: «Irrtum vorbehalten, steht kein solcher Begriff im Gesetz.» Am Abend erklärt dann Bundesrats-Sprecher Oswald Sigg: «Grobe Steuerhinterziehung» sei ein nicht-juristischer Sammelbegriff, der noch alles offen lasse. Man wolle nichts präjudizieren.
Der Begriff existiert also irgendwie. Aber was er bedeutet, weiss niemand. Das ist, nicht-juristisch ausgedrückt, grobe Irreführung.
Auf geltende Abkommen pochen und Verfahren verkürzen: Bundesrätin Doris Leuthard.
Immer wieder dieselbe Frage: Wer koordiniert die Aussgen des Bundesrates?
Der Bundesrat ist tatsächlich ein unkoordinierter Haufen.
Micheline Calmy-Rey folgt bestimmt auch noch mit einer eigenen Version.
Nachtrag 5. März 09
Justizministerin Widmer-Schlumpf - von Amerika zurückgekommen - sprach heute im Radio über die Gespräche mit dem amerikanischen Justizminister. Sie sagte, der Bundesrat wolle keine Feuerwehrübung machen und sich lieber Zeit nehmen, um alle Möglichkeiten zu überdenken. Habe ich richtig gehört? Keine Feuerwehrübung mehr machen? Und es brennt bereits! Es wäre gut gewesen hätte der Bundesrat vor dem jetzigen Flächenbrand Feuerwehrübungen gemacht. Wenn es brennt, gilt es sicherlich auch zu überlegen , zu denken. Aber dann gilt es: RASCH zu handeln. Dem Bundesrat muss leider vorgeworfen werden, dass er laviert und mit sieben unterschiedlichen Stimmen redet. Bundesrätin Widmer- Schlumpf hat recht, wenn sie sagt, es wäre verheerend, wenn der Bundesrat nach aussen nicht einig wäre. Genau das ist aber das Verheerende in der hetuige Situation. Der Bundesrat ist nach AUSSEN alles andere als EINIG.
Nachtrag 2. Teil:
In der Führungscrew Bundesrat gilt derzeit weder die Devise "Einer für Alle", noch "Alle für eine Botschaft". Es scheint dass die Devise gilt: "Jeder gegen jeden!"
Wir lesen heute im Blick:
Couchepin kritisiert Merz!
1. Persönliche Auseinandersetzungen immer mündlich unter vier Augen austragen.
2. Keine Kollegenschelte in der Offentlichkeit. Das dürfte es nie mehr geben! Jeder gegen Jeden (Fortsetzungsgeschichte)
Diesmal Leuthard gegen Merz (Quelle 20 min):
Wird momentan selber hart angepackt: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Reuters)
«Ich hätte einen anderen Weg gewählt, weil es wichtig ist, dass man schnell reagiert», kritisierte Leuthard den von Hans-Rudolf Merz erst am Mittwoch eingesetzten Ausschuss gegenüber Radio DRS. Die Volkswirtschaftsministerin machte klar, dass sie sich ein «schnelleres Vorgehen» zum Schutz des Bankgeheimnisses gewünscht hätte. Wichtig sei jetzt, dass viele Experten in der Taskforce vertreten seien.
Mit diesen Aussagen ritze Leuthard das Kollegialitätsprinzip, sagt Politologin Regula Stämpfli. Das sei aber verständlich, denn die Schweiz habe noch selten einen so «schwachen und uneinigen» Bundesrat gehabt: «Merz, der ja lange bei der UBS gearbeitet hat, benimmt sich heute wie deren Pressesprecher.» Ihm fehle jegliche politische Sensibiliät, so Stämpfli. Merz agiere zu zögerlich, urteilte unisono auch die Presse: Die Taskforce bestehe aus «Pausenfüllern» («Südostschweiz») und komme «Jahre zu spät» («Landbote»). Auf die Frage eines Journalisten, wieso man erst jetzt reagiere, antwortet Merz entnervt, er befinde sich nicht in einem «Komödienstadel».
Kommentar:
Der Bundesrat müsste wissen (Es gibt in den Departementen genügend Berater):
Krisenkommunikation beginnt vor der Krise!
Das wichtigste ist die Vorbereitung.
Dazu gehören das Entwerfen von Krisenszenarien und das regelmässige Trainieren des Notfalls. Wer bei Ausbruch einer Krise zuerst ein Krisenkommunikations-Konzept erstellen muss, läuft dem Geschehen hinterher. Wo ist der Krisenstab? Welche Person führt die Krise? Wer managt die Botschaften? Die Antworten auf diese zentralen Fragen fehlen.
Nach dem bisherigen Verhalten des Bundesrates beim Streit rund ums Bankgeheimnis, hat er die Vorwürfe zu wenig antizipiert, obwohl er schon lange gewusst hatte, was es geschlagen hat.
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marcus knill
um
08:20
Steuerstreit könnte zum Wirtschaftskrieg eskalieren
Die Schweiz könnte auch auf die schwarze Liste kommen
Obama und Brown sind sich einig: YES WE CAN!!!!
Weltweit gibt es viele Steueroasen. England (Brown) und die USA (Obama) sollten vorher über die Bücher gehen und schauen, ob sie nicht selbst versteckte Leichen im Keller haben. Klicken Sie die Karten an - LINK INFOGRAFIK (Quelle 20 Min). Es hat erstaunlich viele Steueroasen, die sich viel weniger kooperativ gezeigt haben als die Schweiz.
Barack Obama und Gordon Brown wollen gegen Steueroasen vorgehen. (Bild: Keystone)
Nachtrag TAGI-online:
Ihre E-Mail wurde abgeschickt.
1/17
Natürlich kann man mit seinem Geld auch auf die bekannten Schatzinseln flüchten, man kann in die tropischen, suptropischen oder mediterranen Steuerparadiese:
Sie heissen
Anguilla, Cayman Islands oder Nauru, Belize und Panama, San Marino oder Andorra.
Notiert von
marcus knill
um
21:00
Notiert von
marcus knill
um
09:16
Haiders Geist lebt weiter
Ich war nicht der einzige, der geglaubt hatte, nach Haiders Tod, werde der rechte Spuk in Oesterreich auch beerdigt. Nun scheint der Tod das Gegenteil bewirkt zu haben. Es kam zu einem erdrutschartigen Sieg der "Haider Partei". Der Grund liegt wahrscheinlich in der Unzufriedenheit der Bevölkerung an der Einwanderungspolitik und in der hohen Arbeitlosenquote. Haiders Erbe Illustration Spiegel:
Vor fast fünf Monaten raste Jörg Haider in den Tod. Heute konnte seine Partei im österreichischen Bundesland Kärnten dennoch einen triumphalen Wahlsieg feiern.
Dieser Sieg gehört einem Toten: Die Partei des im Oktober tödlich verunglückten Rechtspopulisten Jörg Haider hat bei der Landtagswahl in Kärnten einen triumphalen Sieg errungen. Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) holte nach dem Tod seines Parteigründers 45,8 Prozent aller Stimmen. Das ist mehr als je zu Haiders Lebzeiten.
Für die Sozialdemokraten (SPÖ) von Bundeskanzler Werner Faymann sagte die Hochrechnung hingegen ein Debakel voraus. Danach stürzte die SPÖ um knapp 10 Prozentpunkte auf etwa 28,6 Prozent ab.
Die Wahl in Kärnten stiess bei nationalen und internationalen Medien auf ein riesiges Interesse: Beim Pressebüro liessen sich rund 200 Medienvertreter akkreditieren. Die Journalisten interessierte vor allem die Frage, wie es nach Haider politisch in Kärnten weitergeht.
Aus 20 Min:
Viereinhalb Monate nach dem spektakulären Tod des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider hat das von ihm gegründete rechte Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) einen triumphalen Sieg bei der Landtagswahl in Kärnten errungen.
Ich fragte mich heute morgen, weshalb Tagi online diese Meldung mit keiener Zeile erwähnte.
Notiert von
marcus knill
um
09:03