Montag, 2. März 2009

Haiders Geist lebt weiter

Ich war nicht der einzige, der geglaubt hatte, nach Haiders Tod, werde der rechte Spuk in Oesterreich auch beerdigt. Nun scheint der Tod das Gegenteil bewirkt zu haben. Es kam zu einem erdrutschartigen Sieg der "Haider Partei". Der Grund liegt wahrscheinlich in der Unzufriedenheit der Bevölkerung an der Einwanderungspolitik und in der hohen Arbeitlosenquote.

Haiders Erbe

Illustration Spiegel:

Stefan Petzner und Gerhard Dörfler mit Haider-Porträt: Das BZÖ hat Haider überlebt
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DPA

Stefan Petzner und Gerhard Dörfler mit Haider-Porträt: Das BZÖ hat Haider überlebt

Ich zitiere blick:

Vor fast fünf Monaten raste Jörg Haider in den Tod. Heute konnte seine Partei im österreichischen Bundesland Kärnten dennoch einen triumphalen Wahlsieg feiern.

Dieser Sieg gehört einem Toten: Die Partei des im Oktober tödlich verunglückten Rechtspopulisten Jörg Haider hat bei der Landtagswahl in Kärnten einen triumphalen Sieg errungen. Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) holte nach dem Tod seines Parteigründers 45,8 Prozent aller Stimmen. Das ist mehr als je zu Haiders Lebzeiten.

Für die Sozialdemokraten (SPÖ) von Bundeskanzler Werner Faymann sagte die Hochrechnung hingegen ein Debakel voraus. Danach stürzte die SPÖ um knapp 10 Prozentpunkte auf etwa 28,6 Prozent ab.

Die Wahl in Kärnten stiess bei nationalen und internationalen Medien auf ein riesiges Interesse: Beim Pressebüro liessen sich rund 200 Medienvertreter akkreditieren. Die Journalisten interessierte vor allem die Frage, wie es nach Haider politisch in Kärnten weitergeht.

Aus 20 Min:

Österreich

«Jörg Haiders letzter Sieg»

Viereinhalb Monate nach dem spektakulären Tod des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider hat das von ihm gegründete rechte Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) einen triumphalen Sieg bei der Landtagswahl in Kärnten errungen.

Ich fragte mich heute morgen, weshalb Tagi online diese Meldung mit keiener Zeile erwähnte.

Sonntag, 1. März 2009

Gezinktes Video oder echter Freudentanz?

In 20 Min habe ich heute ein Video gefunden.

Ob sich die Szene tatsächlich so zugetragen hat, oder ob es sich um ein Video nach Drehbuch handelt, darüber streiten sich nachträglich die Experten. In YouTube kommt die Show jedenfalls zu Ehren.

Wir fragen uns: Dreht der Tischtennisspieler tatsächlich durch, oder ist alles nur Show? Ich habe meine Meinung gemacht

Ich zitiere 20 Min:

0:10 im Rückstand und da schlägt der Gegner ins Netz. Statt sich für seine desolate Leistung zu schämen, feiert dieser verrückte Tischtennisspieler seinen ersten Punkt mit einer Tanzeinlage, welche die Welt noch nicht gesehen hat.

(Quelle: YouTube)

Wie aber soll man den völlig unangebrachten aber zugegebenermassen sehr unterhaltsamen Showtanz eines Tischtennisspielers einordnen, der gerade seinen ersten Punkt erzielt hat und nunmehr nur noch 1:10 im Rückstand liegt? Schauen Sie sich das Video genau an und Sie werden Ihre Meinung gemacht haben.

Zu den entwürdigenden Filmen im Pflegezentrum Etlisberg:

Die Würde von Demenzkranken ist unantastbar!

Ich zitiere NZZ online:

Bestürzung über die Handy-Aufnahmen in Pflegezentrum

Experten sprechen von einem erschreckenden Einzelfall

Fachleute und Organisationen aus dem Pflegebereich sind empört über die heimlichen Nacktaufnahmen, die Angehörige des Pflegepersonals von zwei Bewohnerinnen des Stadtzürcher Pflegezentrums Entlisberg gemacht haben.

Ende Zitat

Rechtfertigungen sind Täterschutz

Wenn ausgebildetes Pflegepersonal sich mit Handy-Filmchen über anvertraute Demenzkranke lustig macht und sie zu entwürdigenden Handlungen animiert (Kranke müssen tanzen, werden geschlagen oder müssen in den eigenen Kot liegen) ist Täterschutz fehl am Platz.

Es ist zwar begreiflich, dass es die Pflegerinnen und Pfleger nicht gerne haben, dass die ganze Berufsgruppe durch die grauenhaften Taten generell in Misskredit geraten. Wir sehen es auch anderorts: Wenn es beispielsweise in einem Schulhaus zu Uebergriffen kommt, leiden hernach alle Lehrkräfte darunter. Uebergriffe beeinflussen den Ruf eines ganzen Berufsstandes.

Nach den ersten Pressemeldungen kamen - wie immer - Experten zu Wort, die sich mit der Frage beschäftigten, wie es zu solchen grauenhaften Vorkommnissen kommen kann. Es ging nicht lange und das Fernsehen brachte einen Film, in dem gezeigt wurde, dass das Pflegepersonal überfordert sei. Es fehle an Geld und es wurde gezeigt, wie das Personal unter Stress leide. Einmal mehr ist dies ein ragwürdiger Versuch, die Täter zu verstehen und die Schuld auf äusseren Umstände abzuwälzen. Im Grunde genommen wurden im Film mit gezielten Schuldzuweisungen die Täter als Opfer dargestellt, so wie man es öfters erlebt, wenn nach sinnlosen Gewalttaten von jugendlichen Täter versucht wird die Taäter zu verstehen und der Gesellschaft oder dem Erziehungssystem die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich erinnere mich an einen Fall, das wurde einem Amokläufer Verständnis entgegengebracht, weil er im Beruf gemobbt worden war.

Hier müssen wir deutliche Stopsignale setzen!

Wenn wir die körperliche und psychische Unversehrtheit des Menschen hoch halten, so dürfen wir von Erziehenden aber auch von Kindern verlangen, dass sie die Mitmenschen weder verletzen noch quälen.

Die Taten als solche ist verwerflich und die Uebertretungen sind zu ahnden. Beim Strafmass können erst später allfällige Umstände berücksichtigt werden. Zu den konkreten Vorkommnissen im im Pflegezentrum Etlisberg: Verzichten wir auf billige Ent-schuldigungen und deklarieren wir eindeutig:

Die Würde von Demenzkranken ist unantastbar!

Wer die Intimsphäre von Mitmenschen missbraucht, muss merken, so etwas darf nicht geschehen - auch dann nicht, wenn er als Betreuer gestresst ist.

Wenn Mitmenschen im Abhängigkeitsverhältnis und Menschen, die schwächer und unterlegen sind, physisches und psychisches Leid zugefügt wird, so ist dies besonders verabscheuungswürdig. Die Missetaten des ausgebildeten Pflegepersonals sind somit nicht entschuldbar.

Soderbar: Es gibt Tierschutzvereine. Ich frage mich: Weshalb gibt es nicht auch Schutzvereinigung für alte, alterskranke und gebrechliche Menschen?

Nachtrag:

Folgendes spielt sich laut blick.ch in einem der Handy-Filme ab, Opfer sei eine 88-jährige Demenzkranke:

"Zuerst ist nur eine lachende Frauenstimme zu vernehmen: 'So, herzlich willkommen an der Paradiesstrasse.' Acht Sekunden sieht man nur schwarz, dann kommt ein Zimmer ins Bild.

Eine alte Frau liegt nackt am Boden neben dem Bett. Rechts von ihr steht eine Pflegerin.

Die Stimme fährt fort: 'Im Hotel, im 5-Sterne-Hotel. So sehen unsere Gäste aus. Wie sie Tag für Tag …' Sie beendet den Satz nicht, sondern beginnt zu kichern. Die Kamera schwenkt auf die nackte alte Frau am Boden. Sie versucht sich mit einem Tuch, das ­neben ihr liegt, zuzudecken. Die Frau mit der Kamera: 'Sie fühlen sich sehr wohl, wie Sie ­sehen …'

'Dass sie ihren A … versch …hi, hi, hi. Schauen Sie da. Und ihre Einlagen … sind noch schlimmer. Und das ist Madame Anna' (Kamera schwenkt voll auf das Gesicht der wehrlos am Boden liegenden Frau). 'Anna, sag mal etwas.'

'Abfahre!'

Die Frau am Boden sagt mit schwacher Stimme: 'Abfahre, abfahre …' Dann schwenkt die Handy-­Kamera zur Pflege-Kollegin im schwarz-weißen T-Shirt. 'Und das ist Schwester G.' Diese hält sich vor Lachen eine Hand vors ­Gesicht. Die Frau mit der Handy-Kamera sagt: 'Sie wird Freude haben, ihren A.... Sie hat in die Hosen gemacht. Das heißt, ich muss Anni parat machen.'

Zu sehen ist, wie Schwester G. der alten Frau das Tuch wegzieht.

Stimme: 'Adieu mitenand, bis später …'

Tagi online:

Pflegeheim-Skandal: «50 Prozent der neuen Pflegenden ist ungeeignet»

Die Vorfälle im Zürcher Pflegeheim Entlisberg, in dem demente Betagte mit Handykameras gefilmt wurden, sind keine Einzelfälle: Im Kanton Waadt entdeckten Inspektoren Patienten, die ans Bett gebunden waren.

Im städtischen Krankenheim Entlisberg filmten Pflegerinnen nackte Patientinnen.

Im städtischen Krankenheim Entlisberg filmten Pflegerinnen nackte Patientinnen. (Bild: Reto Oeschger)

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Der Pflegeheim-Skandal im Zürcher Pflegeheim Entlisberg beschäftigen die kantonalen Gesundheits­direktoren. Präsident Pierre-Yves Maillard, setzt sich für Inspektionen durch die Kantone oder Gemeinden ein. «Ich bevorzuge die Kontrolle durch die Kantone.»

Im Kanton Waadt entdeckten die Inspektoren auf ihren unangemeldeten Besuchen in 17 von 50 Pflegeheimen, dass die Bewegungsfreiheit der Patienten eingeschränkt war. Sie waren beispielsweise ans Bett gebunden oder zeitweise im Zimmer eingesperrt.

Das Zürcher Pflegeheim Entlisberg war Ende letzten Jahres zweimal überprüft worden. Weder der für die Aufsicht zuständige Bezirksrat noch die ISO-Zertifizierungsstelle stellten den Handy-Missbrauch fest. Beide Besuche fanden vorangekündigt statt.

«Es braucht einen Menschlickeits-Test»

Auch andere Experten schlagen Alarm: «50 Prozent der neuen Pflegenden ist ungeeignet», betont Michael Schmieder, Leiter des Pflegeheims Sonnweid in Wetzikon ZH gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Bei der Betreuung von demenzkranken Patienten ist eine liebevolle Zuwendung das Wichtigste. Ist ein Pfleger dazu nicht in der Lage, ist er fehl am Platz.»

Schmieder selber müsse deshalb immer wieder Leute entlassen, berichtet die Zeitung weiter. Jetzt fordert der Heimleiter die Behörden zum Handeln auf:

«Heute zählt nur das Fachwissen. Es muss ein Umdenken stattfinden. Es braucht einen Menschlickeits-Test.»

Samstag, 28. Februar 2009

Schade: Finanzminister Merz wird zum Zauderer

Hans -Rudolf Merz hatte nach der Herzoperation eine sehr gute Reputation und war als Bundesrat in der Oeffentlichkeit beliebt. Jetzt wird er nun hart kritisiert. Die Medien werfen ihm im Zusammenhang mit den UBS-Pannen vor, er zaudere, laviere und warte zu lange, bis er konkret handle. Sein Ausraster nach dem Vorwurf, er habe in der UBS Krise zu spät gehandelt, machte die Oeffentlichkeit stutzig. Seine billige Rechtfertigung mit dem vorgegebenen Sitzungsrhythmus war mehr als peinlich. In Krisen kann man nicht abwarten, bis zu einem nächsten Sitzungstermin.

Foto 20 Min:

Es kann und darf nicht sein, dass unsere Regierung in Krisensituationen (es handelt sich um eine veritable Wirtschaft- und Finanzkrise, die sich nun auch zu einer Führungskrise entwickelt) - keinen Krisenstab bestimmt hat.

Botschafter Borer brachte diese Manko in der gestrigen ARENA auf den Punkt: Er verglich das Verhalten mit dem Einsatz der Feuerwehr in einem Brandfall. Er sagte, es wäre lächerlich, wenn ein Feuerwehrkommandant mit seinen Offizieren zuerst eine Sitzung einberufen würde, um tagelang zu diskutieren und zu überlegen, wie man den Brand am besten bekämpfen solle. Uebertragen auf die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten weiss der Bundesrat schon lange, dass es brennt.

Was machte jedoch Bundesrat Merz? Er bestimmte einen Ausschuss, der überlegt, wie das Feuer gelöscht werden soll. Es ist unverständlich, wenn der Bundespräsident in der aktuellen alarmierenden Situation die Hände in den Schoss legt, nachdem er vorschnell und unbedacht bei der heikelsten Frage die Daten von UBS Kunden rechtswidrig dem US -Justizministerium zukommen liess. Der Bundesrat trägt eine Mitschuld, wenn das Bundesverfassungsgericht desavouiert und das Bankgeheimnis rechtwidrig ausgehebelt werden konnte.

Zu Recht lesen wir heute in der Tagespresse, der Bundesrat verkenne die politische Dimension und wundere sich, wenn das Problem immer grösser werde.

Es zeigt sich, dass der Bundesrat zu einer führungslosen Gruppe von Einzelkämpfern mutiert, die keine Ahnung hat von Krisen- und Kommuniktionsmanagement.

Früher wurde Bundesrat Blocher vorgeworfen, er halte sich nicht ans Kollegialprinzip. Der neue Bundesrat ist es nun, der laufend Auseinandersetzung öffentlich austrägt und jeder gegen jeden kämpft. Das jüngste Beispiel:

Der Zoff zwischen Merz und Calmy-Rey steht im Tagi online:

Merz wolle Botschafter Alexander Karrer als Leiter der Task Force Bankgeheimnis einsetzen. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sei jedoch mit dieser Besetzung nicht einverstanden, schreibe die Westschweizer Zeitung «Le Temps».

Nachtrag Blick 2. März:

Hilfloser Bundesrat ? Am 19. Februar informiert Bundespräsident Merz zur Aufhebung des Steuergeheimnisses.

(Blick)

Wir haben es alle noch in den Ohren. Wie Bundespräsident Hans-Rudolf Merz immer wieder beteuerte: Das Bankgeheimnis ist nicht verhandelbar! Basta. Jetzt ist er Mitglied einer Dreiertruppe, zusammen mit seinen Kolleginnen Evelyne Widmer-Schlumpf und Micheline Calmy-Rey, um zu retten, was zu retten ist.

Wir warten gespannt, wie es morgen tönt.

Nachtrag von Politologin Regula Stämpfli

Und was sagen Politik-Experten? Blick.ch fragte die Politologin Regula Stämpfli, die derzeit in Brüssel arbeitet, und Georg Lutz in Lausanne.

Blick.ch: Reicht die Task Force aus den Bundesräten Merz, Calmy-Rey und Widmer-Schlumpf?

Regula Stämpfli: Es ist ja nicht mal eine richtige Task Force, sondern eine sogenannte Arbeitsgruppe. Aber immerhin: Es ist besser als nichts. Doch zur Krisenbewältigung braucht es mehr.

Georg Lutz: Wichtig ist nicht die Form, sondern dass jemand die Verantwortung übernimmt. Das Problem ist aber eher, dass man nicht weiss, was der Bundesrat überhaupt will.

Braucht es einen stärkeren Bundespräsidenten? Mit mehr Kompetenzen und längerer Amtszeit?

Georg Lutz: Es scheint, dass man sich im Bundesrat hintereinander versteckt. Ein stärkeres Bundespräsidentamt wäre eine Möglichkeit, sichtbare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Man muss dann das Amt aber auch mit Kompetenzen ausstatten, sonst bringt es nichts.

Regula Stämpfli: Nein. Aber es wäre klug, Finanzminister Merz von seinem Präsidentenamt zu entlasten und dieses ad interim Bundesrat Couchepin zu übergeben und Widmer-Schlumpf als Co-Leitung ins Finanzdepartement zu holen. Hans-Rudolf Merz, so haben die letzten Wochen gezeigt, ist als Alleinverantwortlicher für die jetzige Krise völlig ungeeignet.

Hätte der Bundesrat aus dem Swissair-Grounding Lehren ziehen müssen, die jetzt brauchbar wären? Warum wurden solche Lehren nicht gezogen?

Regula Stämpfli: Die Mächtigen in der Schweiz haben viel zu lange auf Selbstzufriedenheit und Sturheit geschaltet. Früher war die Schweiz mal klein und fein. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich die Schweizer Regierung nur noch mit sich selbst beschäftigt. Deshalb ist die Schweiz zumindest in der Politik heute nicht mehr fein, sondern nur noch verdammt klein.

Georg Lutz: Wenn man einem Bundespräsidenten mehr Macht geben will, dann muss man die Macht der sechs anderen beschneiden. Das ist sowohl im Bundesrat als auch im Parlament schwierig durchzusetzen.

Schweizer Regierung ist nur noch mit sich selbst beschäftigt: Politologin Regula Stämpfli. (Regula Stämpfli)

Man weiss nicht, was der Bundesrat überhaupt will: Politologe Georg Lutz. (ZVG)

Freitag, 27. Februar 2009

Der Holocaust Leugner:

Seine fragwürdige Entschuldigung wird von der Kirche akzeptiert

Der umstrittene katholische Geistliche Richard Williamson hat sich nach seiner erzwungenen Ausreise aus Argentinien offenbar für die Leugnung des Holocaust entschuldigt. Dies meldete heute die katholische Nachrichtenagentur Zenit in Rom.

Ich zitiere 20 min:

Der ultrakonservative Bischof Richard Williamson hat sich für seine Äusserungen zum Holocaust entschuldigt. Zum inhaltlichen Kern der Kontroverse sagte er aber nichts.

Richard Williamson bei seiner Ankunft in Grossbritannien. (Bild: Reuters)

Der 68-Jährige soll in einem Brief an den Vatikan geschrieben haben,

er entschuldige sich «bei Gott» bei allen, die er durch seine Leugnung der Judenvernichtung im Dritten Reich verletzt habe.

Die Agentur wertete dies als Rücknahme der Äusserungen des Bischofs, die weltweit Empörung ausgelöst hatten.

Williamson hatte in einem Ende Januar ausgestrahlten Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass «200´000 bis 300´000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben» seien, aber «nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern».

Wie Williamsons den Papst an der nase herumführt

Am selben Tag unterschrieb Papst Benedikt XVI. ein Dekret, das die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft rückgängig machte.

Vom Papst aufgefordert, seine Äusserungen zu widerrufen, sagte Williamson lediglich, er werde seine Aussagen zum Holocaust «überprüfen».

Argentinien, wo Williamson seit 2003 in einem Priesterseminar gelebt hatte, hatte den Geistlichen in der vergangenen Woche zum Verlassen des Landes aufgefordert und andernfalls mit Ausweisung gedroht. Als Begründung führte die Regierung an, Williamson habe mit der Leugnung des Holocausts das Judentum beleidigt.

Das Mitglied der erzkatholischen Pius-Bruderschaft war gestern am Londoner Flughafen Heathrow eingetroffen und hatte sich zunächst in Schweigen gehüllt. Einem Zeitungsbericht zufolge steht Williamson in Kontakt mit dem verurteilten britischen Holocaust-Leugner David Irving. (SDA)

Williamson vor seinem Abflug in Buenos Aires. (Reuters)

Kommentar:

Der Holocaust Lügner hat sich nur dafür entschuldigt, dass er Leute mit seiner Aussage verletzt habe. Er nahm jedoch die Lüge nicht zurück!!! Unverständlich, dass der Papst diese "Entschuldigung" als Widerruf akzeptiert. Die Einheit der katholischen Kirche scheint ihm wichtiger zu sein, als die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Nachtrag Bild:

Skandal-Bischof Richard Williamson: Katholiken und Juden: Entschuldigung reicht nicht

Skandal-Bischof Richard Williamson Katholiken und Juden: Entschuldigung reicht nicht!

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hält die Erklärung von Skandal-Bischof Richard Williamson (68) zu seinen Äußerungen über den Holocaust für unzureichend.

Die Bitte um Vergebung sei „in keiner Weise befriedigend“, sagte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer dem „Tagesspiegel“.

Nachtrag: Wahrscheinlich haben dem Papst heute die "Ohren geläutet". Der Aufschrei in den Medien konnte der Vatikan kaum überhören. Am Feitag abend war jedenfalls zu erfahren, dass sich der Papst nun mit dem billigen Entschuldigungstrick doch nicht zufrieden gibt und auf seine alte Forderung zurückkommt, die der Holocaust Leugner bis jetzt nie erfüllt hatte. Der Papst will, dass Williamson die Lüge explizit widerruft! Ob es dem berühmt berüchtigten Bischof erneut gelingt, den Papst auszutricken?

Ich zitiere Bild:

Skandal-Bischof Richard Williamson Vatikan: Entschuldigung reicht nicht!

Zentralkomitee der Katholiken fordert Überwachung der Pius-Bruderschaft durch den Verfassungsschutz

Der Vatikan hat die Entschuldigung des erzkonservativen Skandal-Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson (68) als unzureichend bezeichnet!

Donnerstag, 26. Februar 2009

Was funkelt da für ein auffallend roter Ring an der Hand des Bundesrates Leuenberger?

fragt Blick und überschreibt diese "weltbewegende" Geschichte mit einer Analogie:

Bunderat der Ringe

(Keystone)

Frage: Weshalb darf ein roter Bundesrat nicht zu seiner politischen Farbe stehen?

Was ist mit dem Bundesrat los?

Stellen Sie sich vor, es brenne ein Haus und die Feuerwehr würde am Telefon antworten:

"Wir können doch nicht zaubern, wir haben einen bestimmten Einsatzrhythmus. Warten Sie bitte gefälligst. Wir sind kein Komödienstadel!"

Nach so einer Antwort wäre der Medienwirbel vorprogrammiert.

Seit Tagen muss sich der Bundesrat mit Krisen herumschlagen (UBS, BANKGEHEIMNIS. ERPRESSUNG AUS USA).

Ich glaubte mich im falschen Film als ich gestern von Bundesrat Merz auf die Frage, warum alles so lange dauere, die Antwort hörte:

Er sei nicht in einem «Komödienstadel», der Bundesrat habe eben einen Sitzungsrhythmus.

Der Bundesrat ist kein Komödienstadel: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz

Der Bundesrat hat eben einen Sitzungsrhythmus!

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz

Quelle Tagi online

Auf die Frage eines Journalisten,warum man denn erst jetzt reagiere, reagierte Finanzminister Hans-Rudolf Merz überraschend ungehalten. Der Bundespräsident verlor die Fassung:

Er sei nicht in einem Komödienstadel. Der Bundesrat habe einen Sitzungsrhythmus.

Diese provokative Antwort stiess nicht nur bei Politikern auf völliges Unverständnis. Auch die Bevölkerung wunderte sich.

Gerhard Pfister (CVP), der Präsident der Staatspolitischen Kommission fand, in der Schweiz gehe sogar die Wirtschaft nach Fahrplan zugrunde.

«Bundesrat Merz hat offenbar die Nerven verloren», vermutet er.

Kommentar: Man darf vom Bundesrat erwarten, dass er dann zusammenkommt, wenn es nötig ist- vor allem in Krisensituationen. Die billige Ausrede mit dem Sitzungsrhythmus könnte höchstens ein Schalterbeamter gemacht haben. Wenn jedoch eine der wichtigsten Führungspersönlichkeit den normalen Betrieb nicht mehr von Ausnahmesituationen unterscheiden kann, dann stimmt etwas nicht!

In Krisensituationen (Wirtschaftskrise, Finanzkrise) geht es darum, schnell, situationsgerecht - aber nicht überstürzt zu handeln.

Ich zitiere die Kritik in der NZZ:

Bei allem Verständnis für den starren Sitzungsrhythmus staunt man doch, dass die Landesregierung erst eine Woche nach Ablauf des Ultimatums einen Ausschuss einsetzt, der zuerst noch eine Strategie ausarbeiten müsse.