Sonntag, 1. März 2009

Zu den entwürdigenden Filmen im Pflegezentrum Etlisberg:

Die Würde von Demenzkranken ist unantastbar!

Ich zitiere NZZ online:

Bestürzung über die Handy-Aufnahmen in Pflegezentrum

Experten sprechen von einem erschreckenden Einzelfall

Fachleute und Organisationen aus dem Pflegebereich sind empört über die heimlichen Nacktaufnahmen, die Angehörige des Pflegepersonals von zwei Bewohnerinnen des Stadtzürcher Pflegezentrums Entlisberg gemacht haben.

Ende Zitat

Rechtfertigungen sind Täterschutz

Wenn ausgebildetes Pflegepersonal sich mit Handy-Filmchen über anvertraute Demenzkranke lustig macht und sie zu entwürdigenden Handlungen animiert (Kranke müssen tanzen, werden geschlagen oder müssen in den eigenen Kot liegen) ist Täterschutz fehl am Platz.

Es ist zwar begreiflich, dass es die Pflegerinnen und Pfleger nicht gerne haben, dass die ganze Berufsgruppe durch die grauenhaften Taten generell in Misskredit geraten. Wir sehen es auch anderorts: Wenn es beispielsweise in einem Schulhaus zu Uebergriffen kommt, leiden hernach alle Lehrkräfte darunter. Uebergriffe beeinflussen den Ruf eines ganzen Berufsstandes.

Nach den ersten Pressemeldungen kamen - wie immer - Experten zu Wort, die sich mit der Frage beschäftigten, wie es zu solchen grauenhaften Vorkommnissen kommen kann. Es ging nicht lange und das Fernsehen brachte einen Film, in dem gezeigt wurde, dass das Pflegepersonal überfordert sei. Es fehle an Geld und es wurde gezeigt, wie das Personal unter Stress leide. Einmal mehr ist dies ein ragwürdiger Versuch, die Täter zu verstehen und die Schuld auf äusseren Umstände abzuwälzen. Im Grunde genommen wurden im Film mit gezielten Schuldzuweisungen die Täter als Opfer dargestellt, so wie man es öfters erlebt, wenn nach sinnlosen Gewalttaten von jugendlichen Täter versucht wird die Taäter zu verstehen und der Gesellschaft oder dem Erziehungssystem die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich erinnere mich an einen Fall, das wurde einem Amokläufer Verständnis entgegengebracht, weil er im Beruf gemobbt worden war.

Hier müssen wir deutliche Stopsignale setzen!

Wenn wir die körperliche und psychische Unversehrtheit des Menschen hoch halten, so dürfen wir von Erziehenden aber auch von Kindern verlangen, dass sie die Mitmenschen weder verletzen noch quälen.

Die Taten als solche ist verwerflich und die Uebertretungen sind zu ahnden. Beim Strafmass können erst später allfällige Umstände berücksichtigt werden. Zu den konkreten Vorkommnissen im im Pflegezentrum Etlisberg: Verzichten wir auf billige Ent-schuldigungen und deklarieren wir eindeutig:

Die Würde von Demenzkranken ist unantastbar!

Wer die Intimsphäre von Mitmenschen missbraucht, muss merken, so etwas darf nicht geschehen - auch dann nicht, wenn er als Betreuer gestresst ist.

Wenn Mitmenschen im Abhängigkeitsverhältnis und Menschen, die schwächer und unterlegen sind, physisches und psychisches Leid zugefügt wird, so ist dies besonders verabscheuungswürdig. Die Missetaten des ausgebildeten Pflegepersonals sind somit nicht entschuldbar.

Soderbar: Es gibt Tierschutzvereine. Ich frage mich: Weshalb gibt es nicht auch Schutzvereinigung für alte, alterskranke und gebrechliche Menschen?

Nachtrag:

Folgendes spielt sich laut blick.ch in einem der Handy-Filme ab, Opfer sei eine 88-jährige Demenzkranke:

"Zuerst ist nur eine lachende Frauenstimme zu vernehmen: 'So, herzlich willkommen an der Paradiesstrasse.' Acht Sekunden sieht man nur schwarz, dann kommt ein Zimmer ins Bild.

Eine alte Frau liegt nackt am Boden neben dem Bett. Rechts von ihr steht eine Pflegerin.

Die Stimme fährt fort: 'Im Hotel, im 5-Sterne-Hotel. So sehen unsere Gäste aus. Wie sie Tag für Tag …' Sie beendet den Satz nicht, sondern beginnt zu kichern. Die Kamera schwenkt auf die nackte alte Frau am Boden. Sie versucht sich mit einem Tuch, das ­neben ihr liegt, zuzudecken. Die Frau mit der Kamera: 'Sie fühlen sich sehr wohl, wie Sie ­sehen …'

'Dass sie ihren A … versch …hi, hi, hi. Schauen Sie da. Und ihre Einlagen … sind noch schlimmer. Und das ist Madame Anna' (Kamera schwenkt voll auf das Gesicht der wehrlos am Boden liegenden Frau). 'Anna, sag mal etwas.'

'Abfahre!'

Die Frau am Boden sagt mit schwacher Stimme: 'Abfahre, abfahre …' Dann schwenkt die Handy-­Kamera zur Pflege-Kollegin im schwarz-weißen T-Shirt. 'Und das ist Schwester G.' Diese hält sich vor Lachen eine Hand vors ­Gesicht. Die Frau mit der Handy-Kamera sagt: 'Sie wird Freude haben, ihren A.... Sie hat in die Hosen gemacht. Das heißt, ich muss Anni parat machen.'

Zu sehen ist, wie Schwester G. der alten Frau das Tuch wegzieht.

Stimme: 'Adieu mitenand, bis später …'

Tagi online:

Pflegeheim-Skandal: «50 Prozent der neuen Pflegenden ist ungeeignet»

Die Vorfälle im Zürcher Pflegeheim Entlisberg, in dem demente Betagte mit Handykameras gefilmt wurden, sind keine Einzelfälle: Im Kanton Waadt entdeckten Inspektoren Patienten, die ans Bett gebunden waren.

Im städtischen Krankenheim Entlisberg filmten Pflegerinnen nackte Patientinnen.

Im städtischen Krankenheim Entlisberg filmten Pflegerinnen nackte Patientinnen. (Bild: Reto Oeschger)

Artikel zum Thema

Der Pflegeheim-Skandal im Zürcher Pflegeheim Entlisberg beschäftigen die kantonalen Gesundheits­direktoren. Präsident Pierre-Yves Maillard, setzt sich für Inspektionen durch die Kantone oder Gemeinden ein. «Ich bevorzuge die Kontrolle durch die Kantone.»

Im Kanton Waadt entdeckten die Inspektoren auf ihren unangemeldeten Besuchen in 17 von 50 Pflegeheimen, dass die Bewegungsfreiheit der Patienten eingeschränkt war. Sie waren beispielsweise ans Bett gebunden oder zeitweise im Zimmer eingesperrt.

Das Zürcher Pflegeheim Entlisberg war Ende letzten Jahres zweimal überprüft worden. Weder der für die Aufsicht zuständige Bezirksrat noch die ISO-Zertifizierungsstelle stellten den Handy-Missbrauch fest. Beide Besuche fanden vorangekündigt statt.

«Es braucht einen Menschlickeits-Test»

Auch andere Experten schlagen Alarm: «50 Prozent der neuen Pflegenden ist ungeeignet», betont Michael Schmieder, Leiter des Pflegeheims Sonnweid in Wetzikon ZH gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Bei der Betreuung von demenzkranken Patienten ist eine liebevolle Zuwendung das Wichtigste. Ist ein Pfleger dazu nicht in der Lage, ist er fehl am Platz.»

Schmieder selber müsse deshalb immer wieder Leute entlassen, berichtet die Zeitung weiter. Jetzt fordert der Heimleiter die Behörden zum Handeln auf:

«Heute zählt nur das Fachwissen. Es muss ein Umdenken stattfinden. Es braucht einen Menschlickeits-Test.»

Samstag, 28. Februar 2009

Schade: Finanzminister Merz wird zum Zauderer

Hans -Rudolf Merz hatte nach der Herzoperation eine sehr gute Reputation und war als Bundesrat in der Oeffentlichkeit beliebt. Jetzt wird er nun hart kritisiert. Die Medien werfen ihm im Zusammenhang mit den UBS-Pannen vor, er zaudere, laviere und warte zu lange, bis er konkret handle. Sein Ausraster nach dem Vorwurf, er habe in der UBS Krise zu spät gehandelt, machte die Oeffentlichkeit stutzig. Seine billige Rechtfertigung mit dem vorgegebenen Sitzungsrhythmus war mehr als peinlich. In Krisen kann man nicht abwarten, bis zu einem nächsten Sitzungstermin.

Foto 20 Min:

Es kann und darf nicht sein, dass unsere Regierung in Krisensituationen (es handelt sich um eine veritable Wirtschaft- und Finanzkrise, die sich nun auch zu einer Führungskrise entwickelt) - keinen Krisenstab bestimmt hat.

Botschafter Borer brachte diese Manko in der gestrigen ARENA auf den Punkt: Er verglich das Verhalten mit dem Einsatz der Feuerwehr in einem Brandfall. Er sagte, es wäre lächerlich, wenn ein Feuerwehrkommandant mit seinen Offizieren zuerst eine Sitzung einberufen würde, um tagelang zu diskutieren und zu überlegen, wie man den Brand am besten bekämpfen solle. Uebertragen auf die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten weiss der Bundesrat schon lange, dass es brennt.

Was machte jedoch Bundesrat Merz? Er bestimmte einen Ausschuss, der überlegt, wie das Feuer gelöscht werden soll. Es ist unverständlich, wenn der Bundespräsident in der aktuellen alarmierenden Situation die Hände in den Schoss legt, nachdem er vorschnell und unbedacht bei der heikelsten Frage die Daten von UBS Kunden rechtswidrig dem US -Justizministerium zukommen liess. Der Bundesrat trägt eine Mitschuld, wenn das Bundesverfassungsgericht desavouiert und das Bankgeheimnis rechtwidrig ausgehebelt werden konnte.

Zu Recht lesen wir heute in der Tagespresse, der Bundesrat verkenne die politische Dimension und wundere sich, wenn das Problem immer grösser werde.

Es zeigt sich, dass der Bundesrat zu einer führungslosen Gruppe von Einzelkämpfern mutiert, die keine Ahnung hat von Krisen- und Kommuniktionsmanagement.

Früher wurde Bundesrat Blocher vorgeworfen, er halte sich nicht ans Kollegialprinzip. Der neue Bundesrat ist es nun, der laufend Auseinandersetzung öffentlich austrägt und jeder gegen jeden kämpft. Das jüngste Beispiel:

Der Zoff zwischen Merz und Calmy-Rey steht im Tagi online:

Merz wolle Botschafter Alexander Karrer als Leiter der Task Force Bankgeheimnis einsetzen. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sei jedoch mit dieser Besetzung nicht einverstanden, schreibe die Westschweizer Zeitung «Le Temps».

Nachtrag Blick 2. März:

Hilfloser Bundesrat ? Am 19. Februar informiert Bundespräsident Merz zur Aufhebung des Steuergeheimnisses.

(Blick)

Wir haben es alle noch in den Ohren. Wie Bundespräsident Hans-Rudolf Merz immer wieder beteuerte: Das Bankgeheimnis ist nicht verhandelbar! Basta. Jetzt ist er Mitglied einer Dreiertruppe, zusammen mit seinen Kolleginnen Evelyne Widmer-Schlumpf und Micheline Calmy-Rey, um zu retten, was zu retten ist.

Wir warten gespannt, wie es morgen tönt.

Nachtrag von Politologin Regula Stämpfli

Und was sagen Politik-Experten? Blick.ch fragte die Politologin Regula Stämpfli, die derzeit in Brüssel arbeitet, und Georg Lutz in Lausanne.

Blick.ch: Reicht die Task Force aus den Bundesräten Merz, Calmy-Rey und Widmer-Schlumpf?

Regula Stämpfli: Es ist ja nicht mal eine richtige Task Force, sondern eine sogenannte Arbeitsgruppe. Aber immerhin: Es ist besser als nichts. Doch zur Krisenbewältigung braucht es mehr.

Georg Lutz: Wichtig ist nicht die Form, sondern dass jemand die Verantwortung übernimmt. Das Problem ist aber eher, dass man nicht weiss, was der Bundesrat überhaupt will.

Braucht es einen stärkeren Bundespräsidenten? Mit mehr Kompetenzen und längerer Amtszeit?

Georg Lutz: Es scheint, dass man sich im Bundesrat hintereinander versteckt. Ein stärkeres Bundespräsidentamt wäre eine Möglichkeit, sichtbare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Man muss dann das Amt aber auch mit Kompetenzen ausstatten, sonst bringt es nichts.

Regula Stämpfli: Nein. Aber es wäre klug, Finanzminister Merz von seinem Präsidentenamt zu entlasten und dieses ad interim Bundesrat Couchepin zu übergeben und Widmer-Schlumpf als Co-Leitung ins Finanzdepartement zu holen. Hans-Rudolf Merz, so haben die letzten Wochen gezeigt, ist als Alleinverantwortlicher für die jetzige Krise völlig ungeeignet.

Hätte der Bundesrat aus dem Swissair-Grounding Lehren ziehen müssen, die jetzt brauchbar wären? Warum wurden solche Lehren nicht gezogen?

Regula Stämpfli: Die Mächtigen in der Schweiz haben viel zu lange auf Selbstzufriedenheit und Sturheit geschaltet. Früher war die Schweiz mal klein und fein. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich die Schweizer Regierung nur noch mit sich selbst beschäftigt. Deshalb ist die Schweiz zumindest in der Politik heute nicht mehr fein, sondern nur noch verdammt klein.

Georg Lutz: Wenn man einem Bundespräsidenten mehr Macht geben will, dann muss man die Macht der sechs anderen beschneiden. Das ist sowohl im Bundesrat als auch im Parlament schwierig durchzusetzen.

Schweizer Regierung ist nur noch mit sich selbst beschäftigt: Politologin Regula Stämpfli. (Regula Stämpfli)

Man weiss nicht, was der Bundesrat überhaupt will: Politologe Georg Lutz. (ZVG)

Freitag, 27. Februar 2009

Der Holocaust Leugner:

Seine fragwürdige Entschuldigung wird von der Kirche akzeptiert

Der umstrittene katholische Geistliche Richard Williamson hat sich nach seiner erzwungenen Ausreise aus Argentinien offenbar für die Leugnung des Holocaust entschuldigt. Dies meldete heute die katholische Nachrichtenagentur Zenit in Rom.

Ich zitiere 20 min:

Der ultrakonservative Bischof Richard Williamson hat sich für seine Äusserungen zum Holocaust entschuldigt. Zum inhaltlichen Kern der Kontroverse sagte er aber nichts.

Richard Williamson bei seiner Ankunft in Grossbritannien. (Bild: Reuters)

Der 68-Jährige soll in einem Brief an den Vatikan geschrieben haben,

er entschuldige sich «bei Gott» bei allen, die er durch seine Leugnung der Judenvernichtung im Dritten Reich verletzt habe.

Die Agentur wertete dies als Rücknahme der Äusserungen des Bischofs, die weltweit Empörung ausgelöst hatten.

Williamson hatte in einem Ende Januar ausgestrahlten Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass «200´000 bis 300´000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben» seien, aber «nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern».

Wie Williamsons den Papst an der nase herumführt

Am selben Tag unterschrieb Papst Benedikt XVI. ein Dekret, das die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft rückgängig machte.

Vom Papst aufgefordert, seine Äusserungen zu widerrufen, sagte Williamson lediglich, er werde seine Aussagen zum Holocaust «überprüfen».

Argentinien, wo Williamson seit 2003 in einem Priesterseminar gelebt hatte, hatte den Geistlichen in der vergangenen Woche zum Verlassen des Landes aufgefordert und andernfalls mit Ausweisung gedroht. Als Begründung führte die Regierung an, Williamson habe mit der Leugnung des Holocausts das Judentum beleidigt.

Das Mitglied der erzkatholischen Pius-Bruderschaft war gestern am Londoner Flughafen Heathrow eingetroffen und hatte sich zunächst in Schweigen gehüllt. Einem Zeitungsbericht zufolge steht Williamson in Kontakt mit dem verurteilten britischen Holocaust-Leugner David Irving. (SDA)

Williamson vor seinem Abflug in Buenos Aires. (Reuters)

Kommentar:

Der Holocaust Lügner hat sich nur dafür entschuldigt, dass er Leute mit seiner Aussage verletzt habe. Er nahm jedoch die Lüge nicht zurück!!! Unverständlich, dass der Papst diese "Entschuldigung" als Widerruf akzeptiert. Die Einheit der katholischen Kirche scheint ihm wichtiger zu sein, als die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Nachtrag Bild:

Skandal-Bischof Richard Williamson: Katholiken und Juden: Entschuldigung reicht nicht

Skandal-Bischof Richard Williamson Katholiken und Juden: Entschuldigung reicht nicht!

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hält die Erklärung von Skandal-Bischof Richard Williamson (68) zu seinen Äußerungen über den Holocaust für unzureichend.

Die Bitte um Vergebung sei „in keiner Weise befriedigend“, sagte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer dem „Tagesspiegel“.

Nachtrag: Wahrscheinlich haben dem Papst heute die "Ohren geläutet". Der Aufschrei in den Medien konnte der Vatikan kaum überhören. Am Feitag abend war jedenfalls zu erfahren, dass sich der Papst nun mit dem billigen Entschuldigungstrick doch nicht zufrieden gibt und auf seine alte Forderung zurückkommt, die der Holocaust Leugner bis jetzt nie erfüllt hatte. Der Papst will, dass Williamson die Lüge explizit widerruft! Ob es dem berühmt berüchtigten Bischof erneut gelingt, den Papst auszutricken?

Ich zitiere Bild:

Skandal-Bischof Richard Williamson Vatikan: Entschuldigung reicht nicht!

Zentralkomitee der Katholiken fordert Überwachung der Pius-Bruderschaft durch den Verfassungsschutz

Der Vatikan hat die Entschuldigung des erzkonservativen Skandal-Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson (68) als unzureichend bezeichnet!

Donnerstag, 26. Februar 2009

Was funkelt da für ein auffallend roter Ring an der Hand des Bundesrates Leuenberger?

fragt Blick und überschreibt diese "weltbewegende" Geschichte mit einer Analogie:

Bunderat der Ringe

(Keystone)

Frage: Weshalb darf ein roter Bundesrat nicht zu seiner politischen Farbe stehen?

Was ist mit dem Bundesrat los?

Stellen Sie sich vor, es brenne ein Haus und die Feuerwehr würde am Telefon antworten:

"Wir können doch nicht zaubern, wir haben einen bestimmten Einsatzrhythmus. Warten Sie bitte gefälligst. Wir sind kein Komödienstadel!"

Nach so einer Antwort wäre der Medienwirbel vorprogrammiert.

Seit Tagen muss sich der Bundesrat mit Krisen herumschlagen (UBS, BANKGEHEIMNIS. ERPRESSUNG AUS USA).

Ich glaubte mich im falschen Film als ich gestern von Bundesrat Merz auf die Frage, warum alles so lange dauere, die Antwort hörte:

Er sei nicht in einem «Komödienstadel», der Bundesrat habe eben einen Sitzungsrhythmus.

Der Bundesrat ist kein Komödienstadel: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz

Der Bundesrat hat eben einen Sitzungsrhythmus!

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz

Quelle Tagi online

Auf die Frage eines Journalisten,warum man denn erst jetzt reagiere, reagierte Finanzminister Hans-Rudolf Merz überraschend ungehalten. Der Bundespräsident verlor die Fassung:

Er sei nicht in einem Komödienstadel. Der Bundesrat habe einen Sitzungsrhythmus.

Diese provokative Antwort stiess nicht nur bei Politikern auf völliges Unverständnis. Auch die Bevölkerung wunderte sich.

Gerhard Pfister (CVP), der Präsident der Staatspolitischen Kommission fand, in der Schweiz gehe sogar die Wirtschaft nach Fahrplan zugrunde.

«Bundesrat Merz hat offenbar die Nerven verloren», vermutet er.

Kommentar: Man darf vom Bundesrat erwarten, dass er dann zusammenkommt, wenn es nötig ist- vor allem in Krisensituationen. Die billige Ausrede mit dem Sitzungsrhythmus könnte höchstens ein Schalterbeamter gemacht haben. Wenn jedoch eine der wichtigsten Führungspersönlichkeit den normalen Betrieb nicht mehr von Ausnahmesituationen unterscheiden kann, dann stimmt etwas nicht!

In Krisensituationen (Wirtschaftskrise, Finanzkrise) geht es darum, schnell, situationsgerecht - aber nicht überstürzt zu handeln.

Ich zitiere die Kritik in der NZZ:

Bei allem Verständnis für den starren Sitzungsrhythmus staunt man doch, dass die Landesregierung erst eine Woche nach Ablauf des Ultimatums einen Ausschuss einsetzt, der zuerst noch eine Strategie ausarbeiten müsse.

Die Ueberraschung: Grübel führt neu die UBS. Konzernchef Rohner streicht die Segel

Gestern hätte ich nicht gedacht, dass meine Anregung schon heute umgesetzt wird.

Ich hatte in Schaffhausen und im CLUB einen gebrochenen UBS Chef erlebt. Wenn er heute verlauten lässt, er habe den Rücktritt schon früher geplant, so wage ich die Behauptung: Dies kann nicht stimmen. Es muss eine Notlüge sein, obwohl die UBS dies offiziell so verkündet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der "entmachtete" UBS Chef Rohner schon seit Wochen gewusst hatte, dass er zwei Tage nach seinen Auftritten (Schaffhausen und Club) die Bühne verlassen wird. Es ist unvorstellbar, dass ein Chef so abgebrüht ist und so lange, so falsch kommunizieren kann. Wer alle Aussagen subsummiert und analysiert, stellt rasch fest, dass Rohner der Rücktritt überraschend aufgezwungen worden sein muss. Hätte er das Datum des Rücktrittes gekannt, wäre er nicht mehr in den CLUB gegangen und wäre er nicht mehr nach Schaffhausen gekommen. Der Chefökonom Wellershoff verlässt übrigens auch das UBS Schiff. Seine Verabschiedung gab er jedoch in Schaffhausen dem Chefredaktor der Schaffhauser Nachrichten persönlich bekannt und wurde indirekt angekündigt. Man empfand insofern eine Abschiedsstimmung, als ihm von einer Vielzahl von Schaffhauser UBS Mitarbeitern am Schluss einzeln je eine Rose überreicht hatten. Gegen einen geplanten Rücktritt Rohners spricht Vieles, sein Verhalten, seine persönlichen Gespräche und seine Worte, die er an die Kunden, die Mitarbeitenden und an die Oeffentlichkeit gerichtet hatte. Solche Worte würde kein Mensch aussprechen, wenn er genau wüsste, dass man in zwei Tagen die Bühne verlässt. Leute aus dem persönlichen Umfeld Rohners sind alle überzeugt, dass Rohner in den letzten Tagen stark unter Druck gekommen ist aber persönlich bereit war das UBS Schiff noch selbst aus der Krisensituation zu steuern. Vermutlich hatte der Verwaltungsrat mit der Rauswurf gewartet, bis er von Grübel die Zusage hatte. Mit der Notlüge, Rohner habe den Rücktritt bereits im Januar bekanntgegeben, versucht nun der Verwaltungsrat Rohners Rauswurf zu entschärfen Kurer ist jetzt auch angezählt Nur noch der Rücktritt Kurers fehlt, damit die UBS einen Neubeginn wagen kann. Auch bei Kurer hoffe ich auf einen raschen Entscheid. Die Messer werden sicherlich bereits gewetzt.

Aus NZZ- online:

Oswald Grübel neuer UBS-Chef

Wirtschaft: 26. Februar 2009,

Kommentar: Ein Akt der Verzweiflung

Grübels Auftritt – Rohners Abgang

Ob es Oswald Grübel gelingen wird, das Steuer bei der UBS herumzureissen, ist alles andere als sicher. Die Probleme der Grossbank sind riesig. Doch dürfte Grübel einer der wenigen Spitzenleute sein, die genug Erfahrung haben, um eine global tätige Bank zu sanieren, meint NZZ-Wirtschaftsredaktor Ermes Gallarotti.

Dissoziation - als Methode der inneren Führung

Wenn Sie persönlich angegriffen werden:

Dissozieren Sie!

Sie können persönliche Angriffe wegstecken, indem Sie sich bewusst von solechen Angriffen lösen, sich distanzieren d.h. wenn sie dissozieren. ("Das lässt mich völlig kalt!")

Normalerweise nehmen wir persönliche Angriffe viel zu ernst und assozieren. Wir ärgern uns und es kommt zu Ueberreaktionen. Doch geraten wir so in eine emotionale Sackgasse.

Gehen Sie deshalb in die Gegenrichtung!

Dissozieren Sie!

"Googeln" Sie. Es gibt wertvolle Hinweise unter dem Begriff "Dissoziationstechniken".

Techniken, die Sie befähigen , Konflikte und Angriffe nicht mehr persönlich zu nehmen. Wenn sie konkret lernen möchten, Abstand zu nehmen von hinderlichen Gefühlen, werde ich Ihnen gerne in einem individuellen fachgerechtem Coaching diese Techniken festigen. Wenden Sie sich unverbindlich an K+K.

Zitat aus google (NLP Techniken):

Visuell sich zu dissoziieren bedeutet, z.B. eine Szene von außen zu betrachten. In einer dissoziierten visuellen Erinnerung sieht man die erinnerte Szene von außen: Man sieht sich selbst als Teil der Szene. In einer dissoziierten auditiven Erinnerung hört man von außen, aus Distanz, was es da zu hören gab. Wenn man in dieser Szene selbst gesprochen hat, dann hört man in einer dissoziierten Erinnerung die eigene Stimme aus Distanz, von weit weg.

Andere Beispiele, sich zu dissoziieren sind, sich vorzustellen: (1) man sei hinter einer dicken Glasmauer und könne so die Szene betrachten, (2) man sei mit einer schützenden Licht-Hülle umgeben, (3) man befände sich hinter einer Licht-Schranke, die alle schädlichen Strahlen aufhält, usw. In sehr belastenden Erinnerungen oder bei Szenen, die jemanden \"überfallen\" (z.B. bei Phobien) kann eine doppelte oder dreifache Dissoziation hilfreich sein. Bei der doppelten Dissoziation wird eine weitere Meta-Ebene konstruiert: ich (aus Ebene 3) betrachte mich (in Ebene 2), wie ich dasitze und auf das Geschehen in Ebene 1 schaue, wo ich zu sehen bin.

Ich kann auch dissozieren, in dem ich mich auf die höhere Ebene (Metaebene) begebe, und Sachverhalte von oben, aus einer gewissen Distanz betrachte. Wenn ich mich während deines Streitgespräches auf die Metaebene begebe, erkenne ich wie das Gespräch verläuft und kann es beshreiben ("Ich rede über das REDEN").

Nachtrag (aus Wikipedia):

Metaebene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eine Metaebene ist eine übergeordnete Ebene oder Sichtweise, wenn ein Diskurs oder eine Struktur innerhalb von sich selbst über sich selbst spricht. Zu jeder Metaebene selbst kann wieder eine neue Metaebene gebildet werden.

Beispiele [Bearbeiten]

In der Informatik unterscheidet man zwischen Daten und den sog. Metadaten, die diese beschreiben.

Die Wissenschaftstheorie untersucht auf einer Metaebene die wissenschaftlichen Methoden, die wiederum der Untersuchung von natürlichen Phänomenen - d. h. der Wissenschaft - dienen.

Bei der Betrachtung der menschlichen Kommunikation wird eine Diskussion, die sich nicht mit deren Inhalten, sondern mit dem äußeren Rahmen (Sprecher, Voraussetzungen, Begrifflichkeiten) auseinandersetzt, als Metaebene oder auch Metadiskussion bezeichnet.

In der Kunst, Literatur oder im Film spricht man von einer Metaebene, wenn die jeweilige Produktion oder Entstehung eines Werkes selbst zum Inhalt der Arbeit wird. Bekannte Filmbeispiele sind z. B. 8½ von Federico Fellini und das Blair Witch Projekt.

Die Vermischung von (Objekt-)Ebene und Metaebene ist eine Möglichkeit, um selbstbezügliche Aussagen oder Bilder zu erstellen. Ein Beispiel ist das bekannte Bild La trahison des images (wörtlich: „Der Verrat der Bilder“) von René Magritte, das eine Pfeife mit dem Schriftzug „Ceci n'est pas une pipe.“ („Dies ist keine Pfeife.“) abbildet.

Siehe auch [Bearbeiten]

Metasprache, Gödelscher Unvollständigkeitssatz, Maxwellscher Dämon, Wahrnehmung, Metaethik, Dekonstruktion, Metawissenschaft, Metadaten, Metatheorie, Metaisierung, Metagattung