Dienstag, 10. Februar 2009

Cyber Mobbing

Unter Jugendlichen verbreitet sich das Cyber Mobbing im Eiltempo. In Mail, Facebook und mit SMS können Jugendliche ihre Gegner auf perfideste Art und Weise anonym beschimpfen. Sie manipulieren deren Photos oder schreiben ihnen die übelsten Schimpfwörter ohne Kommentar. Gestern wurden im RTL einige der miesesten Techniken konkret gezeigt (wie unliebsame Kollegen oder Mitschülerinnen im Netz gemobbt werden). Ich verzichte and dieser STelle bewusst darauf, diese üblen Techniken im Detail zu schildern. Doch scheint mir folgender Hinweis hilfreich: Betroffenen sollten sofort handeln und diese Attacken speichern (als Beleg) und sich fachliche Hilfe holen.

20 Min online ging schon vor Monaten der Frage nach, was Betroffene tun können, die Opfer des Cyber Mobbings geworden sind. Oder, was man präventiv tun kann um nnicht Opfer zu werden:

Was tun gegen Cyber-Mobbing?

Der Rufmord im Internet nimmt immer grössere Ausmasse an. Wer einmal am digitalen Pranger steht, kommt davon fast nicht mehr los. Ein Experte erklärt, wie man sich gegen Cyber-Mobbing schützen kann.

Total betrunken, von den Kollegen verunstaltet und ins Internet hochgeladen: In diesem Fall hat der junge Mann Glück, dass man sein Gesicht nicht erkennt.

Diese Regeln gilt es in Chats zu befolgen:

- Gibt Acht beim Chatten, du weisst nie, was dein Gegenüber mit deinen Informationen macht.

- Dein Chatname sollte nie etwas über deine Person aussage. Vermeide deshalb, deinen Namen, dein Alter oder deinen Wohnort im Chatnamen zu verwenden.

- Schicke keine Fotos von dir. Triff niemals eine Person, die du im Internet kennen gelernt hast, ohne deine Eltern zu informieren.

- Glaube nicht alles, was man dir im Internet erzählt. Du weisst nie, wer dein Chatpartner wirklich ist und was er oder sie mit den Informationen macht, die du ihm gibst.

- Antworte nicht auf E-Mails, die dich erschrecken. Wenn dich ein Bild verwirrt, verlasse die Website und sage es deinen Eltern.

- Gib niemals deinen Wohnort oder deine E-Mail-Adresse bekannt. Gib auch nie deine Telefon- oder Natelnummer weiter. Sende keine Fotos von dir und sage nie deinen richtigen Namen.

- Triff niemals eine Person, die du im Internet kennen gelernt hast, ohne deine Eltern.

Ganze Webseiten haben sich darauf spezialisiert, an ungeliebten Zeitgenossen digital Rache zu nehmen. Da werden anonym Lügen verbreitet, diffamierende Fotos wilder Partys oder heisser Nächte mit dem Ex-Freund hochgeladen und private Adressen publiziert. Die Mobbing-Opfer können sich dagegen nur schwer zur Wehr setzen.

Die Konsequenzen für die Betroffenen sind einschneidend. Bei Bewerbungen werfen solche Einträge ein denkbar schlechtes Licht auf den Kandidaten. Denn den Personalverantwortlichen, welche die Namen in der Regel googlen, bleiben die diffarmierenden Fotos nicht verborgen. Die Opfer von Cyber-Mobbing leiden aber auch unter erheblichen psychischen Folgen - teilweise mit tödlichem Ausgang. Im vergangenen Oktober wurde eine 13-jährige Amerikanerin mit gezielt im Internet verbreiteten Lügen von der Nachbarschaft regelrecht in den Selbstmord gehetzt.

Experte Marin Boess gibt Tipps:

Herr Boess, was kann präventiv unternommen werden, damit man nicht selbst Opfer von Cybermobbing wird?

Mich beunruhigt, dass viele Kinder und Jugendliche zu sorglos mit Ihren Fotos im Internet und auf dem Handy umgehen resp. diese verschicken. Dies beinhaltet ein grosses Potenzial, um Cyberbullying zu betreiben. Kinder und Jugendliche sollten vor allem im Internet-Chat vorsichtig sein.

Was raten Sie den Opfern?

Opfer können sich jederzeit mit ihren Eltern an die kantonale Opferhilfestelle wenden. Dies sollte der erste Kontakt sein. Mit der OH-Stelle kann auch eine Anzeige bei der Polizei ins Auge gefasst werden. Kinder und Jugendliche können sich anonym beim Jugendtelefon Nr. 147 der pro juventute melden. Die Beratung erfolgt professionell und gratis.

Eltern, die sich zum Thema informieren möchten, können dies entweder auf unserer Webseite www.stopp-kinderpornografie.ch tun oder beim nationalen Bündnis gegen sexuelle Gewalt an Kindern unter www.schau-hin.ch.

Sie sprechen von einer starken Zunahme in der Schweiz, gibt es ungefähre Zahlen dazu?

Leider gibt es keine statistischen Daten bezüglich der Fälle von Cyberbullying in der Schweiz. Ich spreche von den direkten Rückmeldungen der kantonalen Polizeikorps, die aber nicht unter diesem Stichwort Eingang in die Statistik finden. Wir beachten einen Anstieg der beobachteten Fälle, seit sich die Polizei mit ihrer Kampagne «Stopp Kinderpornografie im Internet» auch konkret mit diesem Thema befasst, also seit 2004. Die Probleme beim Mobbying, das man schon lange kennt, haben sich verstärkt ins Internet verlagert.

Gibt es «typische» Opfer?

Das «typische Opfer» gibt es nicht, es sind Mädchen und Jungs davon betroffen. Jungs kennen leider oft keine Möglichkeit, um sich mit ihren Eltern oder Freunden über das Problem auszutauschen und bleiben mit Ihrem Problem alleine.

RTL Tipps:

Mobbing im Internet und per SMS

Besonders gemeine Variante

Mobbing passiert überall: auf dem Schulhof, auf dem Weg zur Schule und nach Hause, in der Freizeit. Immer öfter wird auch auf elektronischem Weg gemobbt - mit dem Handy per SMS, per E-Mail, in Online-Communities und -Foren. Das besonders gemeine daran: Die Täter bleiben anonym, können sich hinter erfundenen E-Mail-Adressen und Nicknames verstecken.

Diese Form des Mobbings kann für die Opfer noch verletzender sein. Denn die getarnten Täter und Täterinnen (oft sind es nämlich Mädchen, manchmal ganze Cliquen) können hemmungslos ihren Aggressionen nachgeben. Sie fühlen sich sicher, dass sie nicht enttarnt und zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem ist es für sie leichter, als wenn sie dem Opfer Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und seine Reaktionen erleben. Mitleid kann so nicht aufkommen.

Wer von SMS-Botschaften oder E-Mails verfolgt wird, ahnt oft, wer dahinter stecken könnte. Trotzdem ist es nicht einfach, den oder die Täter zu überführen. Andere Opfer sind völlig ahnungslos. Die Ungewissheit, wer hinter den Angriffen steckt, kann noch schlimmer sein und Kinder und Jugendliche völlig aus der Fassung bringen. Viele ziehen sich völlig zurück und werden depressiv.

SVP Kampagne in gewohnt provokativer Art

Heute im Tagi gelesen:

SVP möchte lieber «Maria statt Scharia»

Die SVP im Bezirk Bremgarten möchte nach eigenen Angaben die «Diskriminierung von Musliminnen» stoppen – mit einer umstrittenen Plakatkampagne, die heute begonnen hat.

Kampagne mit vergitterter Burka: Laut Bezirkspräsident Erwin Meier will die SVP «niemanden beleidigen».

Kampagne mit vergitterter Burka: Laut Bezirkspräsident Erwin Meier will die SVP «niemanden beleidigen». Bild: SVP Bremgarten

Die SVP des aargauischen Bezirks Bremgarten geht mit verschleierten Musliminnen auf Stimmenfang. Ab heute hängen die Plakate «Maria statt Scharia». Auf keinen Fall, so fordert die SVP, dürfe das islamische Recht, die Scharia, in der Schweiz praktiziert werden, wie der Freiburger Ethnologe Christian Giordano vorgeschlagen hatte.

«Wir wollen niemanden beleidigen und respektieren die Religionsfreiheit», beteuert Bezirkspräsident Erwin Meier. Und die SVP stellt sich auch als Partei für Frauenrechte dar: «Die eklatante Diskriminierung einiger muslimischer Frauen» sei in der Schweiz «absolut nicht tolerierbar», so Meier. «Wir setzen uns dafür ein, dass man sich in der Schweiz anziehen kann, wie es einem passt.»

Keine Sorgen wegen juristischer Folgen

Mit Islamplakaten hat die Bezirkspartei bereits Erfahrung: Bei den Nationalratswahlen 2007 hatte Grossrat Andreas Glarner mit seinem Sujet «Baden oder Bagdad?» für Aufsehen gesorgt. Ein Strafverfahren wurde vor Bundesgericht allerdings eingestellt. Vor erneuten juristischen Problemen fürchtet sich Bezirkspräsident Meier nach eigenen Angaben nicht. Das Scharia-Plakat sei nicht rassistisch, sondern soll «zum Denken anregen».

Kommentar: Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Das Argument, das Plakat wolle nur zum Denken anregen, ist raffiniert. Die Werbung wird zwar als Aktion gegen die Diskriminierung der Frauen bezeichnet. Doch hat die Aufmachung dennoch einen deutlichen fremdenfeindlichen Unterton.

Hat sich die SVP von Haiders Partei inspirieren lassen. Ihr Plakat vor drei Jahren:

SVP Plakat erinnert stark an «Daham statt Islam». (Flickr.com/scottpartee)

Montag, 9. Februar 2009

Beobachtungsaufgabe:

Der Tagesanzeiger schreibt:

Blocher vergleicht Ja-Sager mit Nazis

&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&& Frage: Vergleicht Blocher tatsächlich die Ja-Sager mit Nazis? Wen meint er mit den Ja-Sagern? Das Volk oder diejenigen, die sich für das Ja eingesetzt haben? &&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&

Hören Sie sich nun die Originalsequenz im Blocher TV an und urteilen Sie dann, ob Blocher tatsächlich das Stimmvolk - das Ja gestimmt hat - mit Nazis vergleicht, oder ob er den Vergleich relativiert? &&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&

Ich zitiere den Tagi:

Christoph Blocher wirkt nach der Abstimmungsniederlage zur Personenfreizügigkeit verbittert:

Er wirft den Gewinnern vor, das Volk zu manipulieren wie im Dritten Reich.

Schon wieder ein Nazivergleich: Christoph Blocher auf teleblocher.ch.

Die SVP hat Mühe, das Abstimmungsresultat zu akzeptieren. «Dieser Entscheid stärkt der EU enorm den Rücken. Die wird sich jetzt sagen: von der Schweiz kannst du alles haben. Der Druck wird massiv steigen», sagt Alt-Bundesrat Christoph Blocher auf Teleblocher.ch. Dies meldete die Zeitung «NEWS».

Und er wirft den Befürwortern gar Manipulation des Volkes vor – und vergleicht die Stimmung vor dem Urnengang mit dem Dritten Reich: «Nehmen Sie diktatorische Strömungen wie das Dritte Reich. Natürlich, wenn alle hinstehen und dem Hitler zujubeln, dann gehören sie immer zu den Gewinnern», so Blocher wörtlich. Und er hielt auch auf Nachfrage des Stichwortgebers Matthias Ackeret an seinem Vergleich fest. So sagte Ackeret, das sei doch nicht vergleichbar. Worauf Blocher antwortete: «Doch, das ist insofern vergleichbar, weil viele denken, sie müssten zur Mehrheit gehören – und ja nicht zur Minderheit.»

Eine Bitte:

Ihre Meinung interessiert mich.

Senden Sie mir deshalb Ihre Antwort ---> k-k@bluewin.ch

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Tagi 10.2.09:

Unterstützung für den ehemaligen Bundesrat: Mörgeli und Blocher bei einer Medienkonferenz im vergangenen September.

Unterstützung für den ehemaligen Bundesrat: Mörgeli und Blocher bei einer Medienkonferenz im vergangenen September. Bild: Keystone

Für den Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli hat Christoph Blocher mit dem Nazi-Vergleich «völlig recht». «Es war bei der Abstimmung leider möglich, durch Wortbruch und Lügen eine Mehrheit zu gewinnen.»

Anders sehen dies Parteikollegen jenseits des Zürcher Flügels. Allen voran Peter Spuhler (TG): «Jetzt überzieht Blocher massiv.»

Parlamentarier anderer Couleur sind nicht minder erschrocken: FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (BE) findet, die «absolute Schweinerei» lasse tief blicken. «Dumm und primitiv» SP-Präsident Christian Levrat sieht Blochers Wahrnehmung «in krasser Form verzerrt».

Der Präsident der Rassismuskommission, Georg Kreis, doppelt nach, Blochers Aussage sage nur etwas über dessen Geisteszustand und nichts über den Zustand des Volks aus: «Sie ist dumm und primitiv, aber nicht überraschend.»

Kommentar: Bis jetzt sind bei mir noch nicht viele Meinungen zu Blochers Vergleich eingetroffen. Zwei Mailschreiber fanden, Blocher habe sich zu missverständlich ausgedrückt. Er hätte deutlicher betonen müssen, dass es ihm nur darum gehe, zu zeigen, dass es in Diktaturen schwer falle, gegen den Strom zu schwimmen und die Mehrheitsmeinung bei den Kommuninisten und bei den Nazis nicht richtig sein muss. Niemand vertrat die Auffassung, Blocher habe die Bevölkerung der JA Stimmenden explizit als Nazi bezeichnen wollte. Der Tagi Titel ist sogar von einer Person als bewusste Desinformation bezeichnet worden, um der SVP zu schaden.

FAZIT: Nazi Vergleiche sind immer gefährlich. Viele Persönlichkeiten sind gescheitert, weil sie irgend ein Problem in den Kontext mit dem Dritten Reich gestellt hatten. z.B. Eva Herman.(Sie sagte nur. Hitler hätte auch Gutes getan,z. B, Autobahnen gebaut. Ihr hatte dies "den Kopf "gekostet. Christoph Blocher hätte so klug sein sollen, dass er sich nicht auf Glatteis mit dem Vergleich NAZI begibt. Er ist kein politischer Anfänger!

Wenn Sie folgendes Video sehen möchten, klicken Sie unter dem Video (more info) an:

Extra 3 - Telekolleg: Politiker-Deutsch - Der Nazi-Vergleich

Wieder einmal präsentiert das Bildungsfernsehen von Extra 3 Telekolleg am 18.9.2008 eine neue Folge. Thema heute: Politiker-Deutsch - Der Nazi-Vergleich
Wieder einmal präsentiert das Bildungsfernsehen von Extra 3 Telekolleg am 18.9.2008 eine neue Folge. Thema heute: Politiker-Deutsch - Der Nazi-Vergleich
Category: Comedy
Tags:

Mit Vergleichen zur Nazi-Zeit sorgten Politiker aller Parteien in den vergangenen Jahren immer wieder für Skandale. Ob kalkulierter Tabu-Bruch oder spontan geäußerte Wut - die Ausfälle lösten stets helle Empörung aus.

Der von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) angeblich angestellte Vergleich der Methoden von Präsident George W. Bush mit denen Adolf Hitlers zählt zu einer Reihe Aufsehen erregender Fälle, die FAZ.NET dokumentiert:

Herbst 1979

Edmund Stoiber organisiert als CSU-Generalsekretär den Wahlkampf für den damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß. Als Strauß bei einem Wahlkampfauftritt in Nordrhein-Westfalen mit Eiern beworfen wird, ruft er: Diese Leute benehmen sich „wie die schlimmsten Nazi-Typen in der Endzeit der Weimarer Republik“.

Stoiber sorgt Ende 1979 auf einem CSU-Parteitag mit einem Nazi-Vergleich für weiteren Wirbel: „Nationalsozialisten waren in erster Linie Sozialisten.“

Sommer 1982

Der damalige Oberbürgermeister Saarbrückens und SPD-Vorsitzende des Saarlandes, Oskar Lafontaine, wirft dem amtierenden Bundeskanzler vor: „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“

Juni 1983

Der damalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler wettert im Bundestag: „Ohne den Pazifismus der 30er Jahre wäre Auschwitz überhaupt nicht möglich gewesen.“ Die SPD bezeichnet er einige Wochen danach als „fünfte Kolonne“ Moskaus. Im Frühjahr 1985 sagt der damalige SPD-Chef Willy Brandt, Geißler sei der „seit Goebbels schlimmste Hetzer in diesem Land“.

15. Oktober 1986

In einem Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“ vergleicht der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels: „Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der (...) versteht was von PR - der Goebbels verstand auch was von PR. Man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen.“ Kohl distanziert sich einige Wochen später von dem Interview, ist jedoch nicht zu einer offiziellen Entschuldigung bereit.

21. Juni 2000

Alt-Kanzler Kohl vergleicht die SPD-Boykottaufrufe wegen seiner Spendenaktion für die CDU in einem ZDF-Interview mit dem Boykott jüdischer Geschäfte unter der NS-Diktatur.

12. März 2001

Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagt in einem WDR-Interview über CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer: „Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen.“

9. Februar 2002

Ludwig Stiegler, damals stellvertretender SPD-Fraktionschef, erklärt im Streit um das NPD-Verbotsverfahren, gerade bei CDU/CSU und FDP müsste „die historische Schuld alle denkbaren Aktivitäten auslösen, wenigstens heute schon den Anfängen zu wehren“. Der SPD-Politiker verwies Union und Liberale darauf, dass „deren Vorläuferparteien am 23. März 1933 Hitler ermächtigt haben, nachdem sie ihn zuvor verharmlost und an die Macht gebracht haben“.

29. August

Im Anschluss an die Sondersitzung des Bundestages über die Hochwasserkatastrophe vergleicht Altkanzler Kohl einem Bericht des „Spiegel“ zufolge in kleinem Kreis Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) mit dem Hitler-Stellvertreter und NS-Reichstagspräsidenten Hermann Göring. „Das ist der schlimmste Präsident seit Hermann Göring“. Kohl dementiert die Äußerung nicht, sondern erklärt lediglich, es liege ihm fern, ein Mitglied einer demokratischen Partei Deutschlands mit einem Mitglied einer totalitären Partei zu vergleichen.

18. September

In einem Gespräch mit Gewerkschaftern in ihrem Wahlkreis wirft Däubler-Gmelin Bush laut „Schwäbischem Tagblatt“ vor, mit einem Irak-Krieg vor allem von innenpolitischen Problemen ablenken zu wollen. Dies sei eine beliebte Methode. „Das hat auch Hitler schon gemacht.“ Direkt anschließend stellt sie klar: „Ich habe nicht die Personen Bush und Hitler miteinander verglichen, sondern die Methoden.“

Schwarzfahrer und Schwarzfahrerin: Mit ungleichen Ellen gemessen

Vor zwei Wochen kapitulierten Bahnbegleiter im ICN Zug von Neuenburg nach Lausanne vor fast 100 Schwarzfahrern. Die Bande konnte unbehindert randalieren und wüten, weil sie die Sicherheitskräfte bedrohten. Die SBB kapitulierte vor den Hooligans . Jedenfalls kamen diese echten Schwarzfahrer ungeschoren davon, obschon sie auch den Speisewagen verwüsteten.

Vor einer Woche wurde eine Grosi (gemäss Blick) - nur weil sie vergessen hatte, eine Mehrfahrtenkarte zu entwerten - in Yvonand VD spät abends von drei SBB Kontrolleuren festgehalten und am weiterfahren gehindert. Obschon die ältere Dame die Beamten beschwörte, dass sie vergessen hatte das Billet zu entwerten und sie darauf aufmerksam machte, dass sie nun den letzten Bus verpasse, wenn man sie nicht gehen lasse. Sie musste im Zug bleiben und hernach 45 Minuten an der Kälte warten, bis sie hernach ein Franzaose - aus Mitleid - mit seinem Auto nach Hause fuhr. Die SBB entschuldigte sich inzwischen mit eienem Brief und machte die Frau darauf aufmerksam, dass man berechtigt gewesen wäre, ihr eine Busse von 80 Franken zu verpassen.

Die Lehre aus der Geschichte: Grosis sollten auch zusammen als Bande Zug fahren. Dann kann man problemlos schwarz fahren und auch noch zur Belustigung einen Speisewagen verwüsten. Ich gehe davon aus, dass die Hooligans keinen Brief erhalten haben. Die SBB könnten dies noch nachholen, verbunden mit der freundlichen Bitte, sie sollten doch das nächste Mal ein Kollektivbillet lösen. Die SBB- dein Freund und Helfer!

Sonntag, 8. Februar 2009

Zum Kurer Interview in voller Länge in Davos

Quelle SF:

Video vom 31.01.2009, 15:24
Kurer-Interview in voller Länge
Lange schwieg UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer zu den geplanten Bonus-Zahlungen seiner Bank. In der Sendung «WEF live» hat Kurer nun erstmals Stellung genommen und die Zahlungen verteidigt. (Hinweis: Das ganze Interview mit Peter Kurer finden Sie als Video in der Mehrwert-Box).

31. Januar 2009, 14:17 Letzte Aktualisierung: 2. Februar 2009, 9:39

UBS-Boni: Jetzt redet Peter Kurer

VR-Präsident äussert sich zu Boni

Lange schwieg UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer zu den geplanten Bonus-Zahlungen seiner Bank. In der Sendung «WEF live» hat Kurer nun erstmals Stellung genommen und die Zahlungen verteidigt. (Hinweis: Das ganze Interview mit Peter Kurer finden Sie als Video in der Mehrwert-Box).

Kommentar: Betrachten Sie bitte das Kurer Interview in voller Länge in der Mehrwert-Box.

Achten Sie darauf, wo er konkret wird, wo er ausweicht und überlegen Sie welche Dachbotschaft er immer wieder betont.

Sie werden sehen:

Kurer betont mehrfach, dass die UBS die Bonuszahlungen in der gesamten Industrie am stärksten heruntergefahren habe. Die UBS verfolge die aggressivste Politik im Salärbereich. Er habe aber Verständnis dafür, dass die Bonuszahlungen für Diskussionen sorgten

Hinsichtlich Verschweigen der Zahlen bleibt er konsequent:

Zu genauen Zahlen nimmt Kurer nie Stellung. Die Forderungen nach einer früheren Offenlegung habe man zur Kenntnis genommen und werde sie «sicher nochmals diskutieren».

Wie begründet er das Zuwarten bis zum 10 Februar?

Kurer betont, dass die UBS die internen Prozesse «nicht ad hoc derart beschleunigen» könne. Deshalb gehe er weiter davon aus, dass die Bank erst am 10. Februar informieren werde.

Dies hänge auch mit börsenrechtlichen Vorschriften zusammen, begründete Kurer das Verschweigen konkreter Zahlen. Es sei niemanden gedient, wenn man die Dinge nun überstürzen würde, nur um sie später wieder korrigieren zu müssen.

Auch keine Informationen erfahren wir über Kundengelder

Kurer bedauert, dass die UBS nicht durchdringe auch wenn sie klar informiere. Viele Informationen würden in den Emotionen schlicht untergehen.

Auf die konkrete Frage, ob es der UBS mittlerweile gelungen sei, die Abflüsse von Kundengeldern zu stoppen, verweist Kurer geschickt auf die börsenrechtlichen Bestimmungen. Deshalb könne er dazu nicht Stellung nehmen. Auch zum laufenden Verfahren gegen die Grossbank in den USA äusserte sich Kurer nicht. Er versicherte aber, dass dieses Verfahren zuoberst auf der Prioritätenliste stehe.

Leuthard verlangte schnelle Information

Hier konnte Kurer ebenfalls den Kopf aus der Schlinge ziehen, indem sich an die Kernbotschaft hielt. Wir können erst transparent informieren, wenn alles geklärt ist. Es ist nicht unser Ding , Zahlen zu komunizieren, die nicht gesichert sind.

«Ich bin der Meinung, dass die UBS rasch Transparenz schaffen muss, nachdem der Verwaltungsrat die entsprechenden Entscheide gefällt haben wird», sagte die Wirtschaftsministerin in einem Interview in der «Berner Zeitung». «Diese Information sollte noch vor der Bilanzkonferenz vom 10. Februar erfolgen. Dann wird vielleicht auch alles erklärbarer und transparenter.»

(sf/sda/schl)

Peter Kurer, in Grossaufnahme.
Video abspielen

Nach tagelangem Schweigen hat Kurer jetzt Stellung genommen. (sf)

1 weiteres Video

Kommentar: Es lohnt sich, das ganze Interview in Ruhe mitzuverfolgen. Nehmen Sie sich Zeit für folgende Beobachtungsaufgabe: In welchen Passagen überzeugt er Sie? In welchen nicht? Machen Sie Notizen! Wo benutzt er nichtssagende Airbagrhetorik (warme Luft)? Wo ist er konkret? Dieses Selbststudium schult Ihre Wahnehmungsfähigkeit.

Planungsfehler mit gravierenden Folgen

Wenn es tatsächlich zutrifft, dass bei der Neat gewisse Tunnelstrecken falsch dimensioniert worden sind, so würde dies bedeuten, dass der Lastwagenverkehr nicht - wie gefordert - zeitgerecht auf die Schiene verlegt werden kann. Dieser angeblich kleine Planungsfehler auf dem Papier hätte folgenschwere Auswirkungen. Auf den Zeitplan, den internationalen Verkehr usw. Die Versprechen der Behörden könnten jedenfalls nicht eingelöst werden. Von den zusätzlichen Kosten nicht zu reden.

Wir fragen uns: Wer ist für diese Schlamperei zuständig? Wahrscheinlich werden sich alle Betroffenen die Hände in Unschuld waschen und am Schluss wird ein kleiner Zeichner den Kopf hinhalten müssen. Das Ganze ist mehr als ein Schildbürgerstreich.

Ich zitiere 20 Min:

Schildbürgerstreich

Zufahrtstunnel der NEAT sind zu klein

Auch der Gotthard-Basistunnel schafft sie nicht, die Verlagerung der Güter auf die Schiene: Für moderne Lastwagen-Anhänger bleibt die Strecke gesperrt, weil 30 Tunnel von insgesamt 20 Kilometer Zulaufstrecken zu klein bemessen sind