Freitag, 23. Januar 2009

Aerzte müssen auch medientauglich sein

Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem immensen Medienwirbel. In solchen Situationen zeigt sich, dass Medienkompetenz nicht in fünf Minuten erworben werden kann. Auch Aerzte müssten eigentlich für derartige überraschende Auftritte trainiert werden. Ich habe mir die Voten von drei Aerzten der Universitäts-Klinik für Allgemeine und Chirurgische Intensivmedizin angeschaut. Die Unterschiede hinsichtlich Medienrhetorik finde ich gross.

1. NORBERT MUTZ (Leiter der Intensivmedizin)

2. WOLFGANG KOLLER (Direktor Stellvertreter)

3. RICHARD BAUER ( Neurochirurg)

Ich zitiere Tagi online:

Albrecht noch Tage im Tiefschlaf – Ärzte verhalten optimistisch

Noch gibt es keinen neuen Bescheid über den Gesundheitszustand von Daniel Albrecht. Der Walliser wird nach seinem Horrorsturz am Donnerstag weiterhin im künstlichen Tiefschlaf gehalten.

Video: Reuters

Interaktiv-Box

Videos

Quelle: ORF

Quelle: ORF

An der mit Spannung erwartetet Medienkonferenz in der Universitätsklinik Innsbruck informierten die behandelnden Ärzte am frühen Freitag abend über den Zustand des Kombinations-Weltmeisters. Norbert Mutz, der Leiter der Intensivstation, gab sich nach den traumatologischen und neurochirurgischen Untersuchungen vorsichtig optimistisch. Er sagte: «Daniel Albrecht befindet sich weiter im künstlichen Tiefschlag. Der Kreislauf ist stabil geblieben. Es gibt zur Zeit keinen Grund, besonders besorgt zu sein.»

Mutz wies aber darauf hin, dass es sich bei seiner Einschätzung um eine Momentaufnahme handle. Eine Vorhersage für die weiteren Tage zu treffen, sei schwierig. Ebenfalls könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob Daniel Albrecht bleibende Schäden davon tragen werde. Wann wird Albrecht aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt? Mutz: «Der künstliche Tiefschlaf dient dazu, die Organe zu stabilisieren. Wir werden Daniel Albrecht weiter genau beobachten und dann die notwendigen Massnahmen treffen.»

Keine Knochenbrüche und Wirbelverletzungen

Langsam und schrittweise wird die Tiefschlafphase reduziert. Es handelt sich dabei jedoch um Tage und nicht um Stunden. Es ist noch immer offen, wann er wieder aufgeweckt wird. Die Ärzte gaben ausserdem bekannt, dass Albrecht «definitiv keine schwerwiegenden Knochenbrüche» haben. Und vor allem hat Albrecht keine Wirbelverletzungen. Die Chancen auf eine vollständige Genesung stünden gut.

Im Weiteren betonten die Mediziner in Innsbruck, dass es ihnen helfe, dass Albrecht Spitzensportler sei und über sehr gute physische Voraussetzungen verfüge. Der 25-jährige Walliser Albrecht war im Abschlusstraining am Donnerstagmittag schwer gestürzt. Mit Tempo 140 war er nach dem Zielsprung in Rücklage geraten. Eine erste Diagnose ergab ein Schädel-/Gehirntrauma. Er wurde nach kurzem Erwachen am Donnerstagmittag in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Am Freitagmorgen hatte der Schweizer Teamarzt Dr. Jacques Menetrey bekannt gegeben, dass Daniel Albrecht «eine gute Nacht» verbrachte.

Norbert Mutz, der Chef der Intensivstation gab Auskunft im ORF über Albrechts Zustand

Fragen. Auch Urs Lehmann, Präsident von Swiss Ski, orientiert in Innsbruck die Medien. (Keystone) (Quelle Blick) ******************************************************************************

Reaktion des Sportministers:

Lieber Daniel Albrecht Ich bin tief betroffen über die Nachricht von Ihrem schweren Sturz in Kitzbühel. Genauso wie ich sind unzählige Menschen in der Schweiz in Gedanken bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen baldige und gute Genesung. Ueli Maurer

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Sonde.

Mit einer Sonde überwacht Richard Bauer die Schwellung im Gehirn von Daniel Albrecht. (Keystone)

Bild baz:

1/8

Die schwersten Stunden für den Präsidenten des Skiverbandes: Er gibt mit dem behandeldenen Arzt, Dr. Wolfgang Koller Auskunft über den Gesundheitszustand vom schwer gestürzten Schweizer Skirennfahrer Daniel Albrecht. Bild: KEYSTONE/

Kommentar:

Bevor ich Ihnen meinen Kommentar abgebe, bitte ich Sie, die Sequenzen genauer anzuschauen und zu beurteilen, welcher der drei Aerzte sie am meisten überzeugt hat? Warum? Ich publiziere meine Analyse erst am Sonntag .

Info-Box
Gehirnblutung: Die Blutung hat - je nachdem wo sie zu lokalisieren ist – einen direkten Einfluss auf die betroffene Hirnregion: Das aus dem verletzten Gefäss austretende Blut dehnt sich aus und übt so zunehmend Druck auf die Hirnmasse aus. Man unterscheidet zwischen… Intrakraniellen, Intrazerebralen Blutung: Sie findet im Gehirn statt und kann sich im betroffenen Hirnareal beeinträchtigend auf die Hirnfunktion auswirken. Je nach Ausmass der Blutung wird die Hirnmasse eingeengt oder sogar gequetscht. Intrakranielle, extrazerebrale Blutungen: Subarachnoidalblutung Hier befindet sich die Blutung nicht im Gehirn selbst, sondern in der Spinnengewebshaut (Hirnhaut). Diese Art der Blutung äussert sich für den Betroffenen oft mit Symptomen wie Übelkeit oder starken Kopfschmerzen. Epiduralblutung Sie ist eine häufige Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Hier muss zwischen einem arteriellen Epiduralhämatom (die innerhalb des Schädelknochens liegenden artiellen Gefässe sind verletzt) oder einem venösen Frakturhämatom (hierbei tritt das Blut aus einem Spalt des Schädels aus) unterschieden werden. Beim arteriellen Epiduralhämatom wird in der Regel sofort operiert, denn es besteht akute Lebensgefahr. Subduralblutung Hierbei handelt es sich um einen Bluterguss, der sich unter der harten Hirnhaut befindet. Um das betroffene Areal zu entlasten, muss der Schädel geöffnet werden. Dieser Eingriff endet in vielen Fällen tödlich. (Quelle: Wikipedia)

Nachtrag ( Sonntag 25. Jan.09) - Resultate der Beurteilung:

Laut Leserfeedback und nach meiner Beurteilung hat Wolfgang Koller am besten abgeschnitten:

Er überzeugte, indem er glaubwürdig, ruhig und verständlich den Sachverhalt des künstlichen Kommas erklärt hat. Er verstieg sich nicht in Vermutungen, sondern hielt sich an Fakten. Die Gedanken war gut portioniert (Pausentechnik). Gestik, Stimme und Inhalt stimmten überein. Die Analogie mit dem Lichtschalter war ein guter Verständlichkeitshelfer.

Richard Bauer war der Zweitbeste. Die Visualisierung mit dem Hirndruckmesser wurde auch von mir geschätzt. Die Erläuterung, wie die Sonde mit dem Drucksensor eingesetzt wird, war zwar verständlich. Leider verwendete er zu viele unnötige Fremdwörter. Bauer müsste lernen, so zu reden, wie wenn er an einer Party einem Nichtmediziner einen komplizierten Sachverhalt erläutern müsste (ohne dass er verfälscht wird).

Norbert Mutz kam leider schlechter weg. Es störten vor allem die Rhythmusstörungen (Stocken) beim Sprechen, die "Aehs". Mutz müsste künftig lernen, einfacher zu formulieren: "Möglichkeiten durchaus ein bisschen optimistisch zu sein ohne dies verschreien zu müssen." Solche Formulierung könnten in einem Formulierungstraining schnell mediengerecht umformuliert werden. Für viele hat Norbert Mutz nicht überzeugt - obschon er aus meiner Sicht inhaltlich richtig argumentierte und hinsichtlich Botschaft keinen Bock geschossen hat.

Medientraining muss für Aerzte zur Selbstverständlichkeit werden:

http://www.rhetorik.ch/Schlagfertig/videowork2.jpg

Gilt für alle Personen in einer Führungsfunktion:

http://is.blick.ch/img/gen/B/v/HBBv72PM_Pxgen_r_900x614.jpg

Mittwoch, 21. Januar 2009

Obamas Fehlerkultur

Was mich an der Vereidigung des neuen Präsidenten beeindruckt hat: Er liess sich vom sprachlichen Stolperer nicht aus der Ruhe bringen. Obama ist so intelligent, dass er weiss, dass es immer und überall Versprecher, Pannen oder Aussetzer geben kann - vor allem in Stresssituationen. Wer über der Sache steht und zu solchen Patzern stehen kann, der ist Profi und beweist damit, dass er gut ist. Was mir bei dieser Stolperer-Sequenz auch aufgefallen ist: Das Ehepaar Obama spielt keine Harmonie vor. Michelle steht voll und ganz zu ihrem Mann und hat ihn bei dieser historischen Szene mental unterstützt. Das wohlwollende, unterstützende Lächeln war echt und glaubwürdig. Es war kein aufgesetztes Verlegenheitsverhalten. Nach meinem Dafürhalten stimmt die Chemie der Beiden. Das Ehepaar ist für mich eine Einheit. Das veranschaulicht auch folgendes Bild:

Die Hamonie ist nicht gespielt

REUTERS

Blick online:

Obamas «Eieieid»

WASHINGTON – Barack Obama leistete sich bei seiner Vereidigung zum 44. US-Präsidenten nur einen kleinen Versprecher (siehe Video). Viel schlimmer ergings einzelnen seiner Vorgänger.

Das fing ja gut an: Als Barack Obama gestern Mittag vor dem Capitol in Washington den Eid (siehe Kasten) ablegen sollte, stolperte er bereits nach seinem Namen. Er fiel seinem Vorsprecher John Roberts ins Wort, liess ein Lächeln folgen. Dann verlor Obama den Faden, musste sich die nächsten Worte zweimal vorlesen lassen.

Denn die waren in der falschen Reihenfolge: Richter Roberts hatte das Wort «faithfully» (getreulich) im Eid nach hinten verschoben. Obama merkte zwar, da war was faul – doch irgendwie brachte er den Eid ins Trockene. Seither ist er US-Präsident, und seine folgende Antrittsrede glänzte mit Inhalt und sprachlicher Form.

Schlimmer gehts immer

Die Tücken der Amtseinführung kommen US-Präsidenten seit 1829 in die Quere: Andrew Jackson gab sich besonders volksnah und öffnete die Türen des Weissen Hauses. Seine Anhänger stürmten die Villa, zerschlugen Geschirr und rissen Vorhänge herunter. Jackson flüchtete und verbrachte seine erste Nacht als US-Präsident im Hotel. William Harrison hielt 1841 die längste Antrittsrede in der Geschichte der USA. Der klirrenden Kälte trotzte er dabei ohne Mantel und Hut, die anschliessende Parade bestritt Harrison hoch zu Ross. Einen Monat später erlag der 9. US-Präsident einer Lungenentzündung. Zu warm verpackt, zu viel getrunken Acht Jahre später wars wieder saukalt, doch Zachary Taylor hüllte sich für seinen grossen Tag dick ein – bis ihn die Menge nicht mehr erkannte. Als er auf die Bühne trat, wurde der vermeintliche Vagabund ausgebuht, bis das Missverständnis geklärt war. 1861 trat Abraham Lincoln seine erste Amtszeit an. Der 16. US-Präsident, einer der bedeutendsten überhaupt, durfte die damaligen 34 Bundesstaaten symbolisch begrüssen: 34 hübsche Girls liessen sich von Lincoln küssen. Seine zweite Amtseinführung aber ging in die Hose. Lincolns Stellvertreter und späterer Nachfolger Andrew Johnson trat völlig betrunken ans Rednerpult und hielt eine flammende, aber zusammenhangslose Rede. Vogelschlag beim Frost-Bankett Als Ulysses Grant 1873 zum zweiten Mal vereidigt wurde, war Väterchen Frost wieder zur Stelle. Mehrere Kadetten von der berühmten Militärakademie West Point kippten in der Kälte, Truthahn und Champagner gefroren im ungeheizten Bankettszelt. Hunderte von Kanarienvögeln, die dem Fest eine elegante Note verleihen sollten, erfroren im Flug und fielen auf die Gäste. (dip)

Kommentar: Es ist völlig normal, dass wir gelegentlich den Faden verlieren können. Unser Gehirn ist so konstruiert, dass es nach x tausend Worte plötzlich einen Aussetzer haben kann. Wichtig ist, dass wir darob die Nerven nicht verlieren.

Dominique Knill macht dem Namen Knill Ehre

Ich hatte mehrere Anfragen, ob ich mit der Miss- Schweiz Kandidatin verwandt sei. Denn die meisten Knill, die wie wir aus Appenzell stammen, sind gemäss Stammbaum irgendwie miteinander verwandt. Ich habe in diesem Fall nicht recherchiert. Wenn sich Dominique Knill nur mit Schönheit (ohne Intelligenz) ausgezeichnet hätte, wäre dies für mich jedenfalls weniger erfreulich gewesen. Nun zeigt der jüngste Beitrag im Blick: Dominique Knill wird Studentin an der ETH.

Ich zitiere:

Von wegen «Dumme Dominique»

Sie ist die heisseste ETH-Studentin

Vor der Miss-Schweiz-Wahl wurde sie ein Dummerchen geschimpft. Jetzt beweist Dominique Knill (22), dass sie schön UND schlau ist.

Dominique Knill backstage an den letzten Miss-Schweiz-Wahlen. (Gerry Ebner)

Kurz vor der letzten Miss-Schweiz-Wahl im September: Zicken-Krieg im Missen-Lager. «Diss-Miss» Katja Diethelm (24) versprüht Gift und Galle, stänkert öffentlich über die Bildung ihrer Kolleginnen.

Sogar die Namen der «Doofen» werden öffentlich genannt. Angeblich seien Whitney Toyloy (18), die sich das Krönchen trotz angeblicher Miss-Bildung später krallen wird, Nancy Kabika (24) und eben die Appenzellerin Knill nicht mal schlau genug, sich die Namen der sieben Bundesräte zu merken.

Knill lässt den Vorwurf nicht auf sich sitzen, holt im BLICK sogar zum Gegenschlag aus: «Ich weiss nicht, was Katja motiviert hat, so über uns Kolleginnen herzu­ziehen.»

Doch offenbar hat sich «Diss-Miss» Diethelm in ihrer Einschätzung getäuscht:

Knill wird demnächst ihr ETH-Stu­dium in Zürich beginnen.

Bisher hat sie als Flight Attendant gearbeitet. Ab Sommer ist sie das Heisseste, was die ETH zu bieten hat. Von wegen dumm!

«Ich werde Elektro-Technik studieren», erzählt die Bald-Studentin stolz. Und damit sie ihre Stu­diengebühren auch selber bezahlen kann, wird sie weiterhin als ­Model arbeiten.

Dominique Knill
Dominique Knill

Dominique Knill

ZUR PERSON

Geboren am 13. November 1986, aus Frauenfeld TG. Die Flight-Attendant hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und schläft gern zwölf Stunden oder länger.

MARKENZEICHEN

Lange Beine, grün-braune Augen und ihr charmantes Lächeln.

MACKEN

Ihre Schuhe türmen sich schachtelweise im Zimmer.

KÖRPERKULT

180 cm, Masse 88-63-96. Kann essen, wozu sie Lust hat, ohne zuzunehmen. Läuft im Flugzeug ständig und bleibt so fit.

LUST UND LIEBE

Nicht in festen Händen.

SCHWACH WIRD SIE

bei Babys und dem kleinen Hündchen ihrer grossen Schwester.

IN ZEHN JAHREN

Moderne Karrierefrau mit Mann und drei Kindern, vielleicht in den USA lebend.

Dienstag, 20. Januar 2009

Obama beschönigte heute die Krisensituation nicht- sein Zauberwort war in seiner Rede die HOFFNUNG AUF DIE WENDE

(Blick):

«Wir haben die Hoffnung über die Angst gestellt»

«Amerika, wir werden die Herausforderungen meistern»

Der neue US-Präsident Barack Obama hat die USA zum Schulterschluss gegen die Krise aufgerufen. Der Welt versprach er ein neues Amerika, das allen zuhören wird

Ueber die heutige Rede werde ich in rhetorik.ch meinen Kommentar publizieren

Ich zitiere 20 Min:

«Wir haben Hoffnung gewählt - nicht Furcht»

Der neue Präsident Barack Obama hat den USA einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise und der Welt ein neues Amerika versprochen. Nach seiner Vereidigung vor mehr als einer Million Menschen in Washington sagte der 44. Präsident der Vereinigten Staaten, er übernehme das Amt in schwerer Zeit.

Die Herausforderungen der Wirtschaft könnten nicht in kurzer Zeit bewältigt werden, sagte Obama. «Aber das sollst du wissen, Amerika, sie werden bewältigt», rief Obama in seiner mit Spannung erwarteten «Inaugural Address» (Rede zur Amtseinführung) aus. Die Nation müsse «Hoffnung über Angst, Einigkeit im Ziel über Konflikt und Zwietracht» stellen, um die schwerste Wirtschaftskrise seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu überwinden. Den neuen Herausforderungen müsse Amerika mit seinen alten Werten begegnen. Obama nannte «harte Arbeit und Ehrlichkeit, Mut und Fair-Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus». Diese Werte seien «die stille Kraft des Fortschritts in unserer gesamten Geschichte» gewesen.

Die Schwächung der Wirtschaft sei auch eine Folge der «Gier und des unverantwortlichen Handelns» von einigen Personen, kritisierte der neue Präsident. Es gebe aber auch «unser kollektives Versagen, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf eine neue Ära vorzubereiten».

Der Welt versprach Obama ein neues Amerika, das allen zuhören werde. Der islamischen Welt sagte er das Bemühen um neue Beziehungen im Geist des beiderseitigen Interesses und des gegenseitigen Respekts zu. Er werde aber auch alles tun, um Amerika vor der terroristischen Bedrohung zu schützen. «Wir werden uns nicht für unsere Art zu leben entschuldigen, noch werden wir in dessen Verteidigung nachlassen», sagte Obama.

«So wahr mir Gott helfe»

Im Anschluss an die Vereidigung von Vizepräsident Joe Biden begann Obama sein Amt mit der verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Eidesleistung. Vor dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, John Roberts, sagte er: «Ich gelobe feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will.» Bei der Vereidigung legte der neue US-Präsident die Hand auf eine Bibel. Der in der Verfassung verankerten Eidesformel fügte er wie seine Vorgänger den religiösen Zusatz hinzu: «So wahr mir Gott helfe.»

Obama ist der 44. Präsident der USA und deren erstes Staatsoberhaupt mit dunkler Hautfarbe. Der 47-jährige demokratische Politiker tritt die Nachfolge des Republikaners George W. Bush an, dessen achtjährige Amtszeit von den Terroranschlägen am 11. September 2001 und den Kriegen in Afghanistan und im Irak geprägt war.

An der Zeremonie vor dem Westflügel des Kapitols in Washington nahmen mehr als eine Million Menschen teil. Viele hatten sich schon nachts auf den Weg gemacht. Die Prachtmeile National Mall füllte sich bereits bei Sonnenaufgang.

Für Obama und seinen Stellvertreter Joe Biden begann der Tag mit einem Gottesdienst in der Kirche St. John's, in der schon jeder Präsident seit dem vierten Staatsoberhaupt James Madison betete. Danach besuchten die Politiker den bisherigen Präsidenten Bush im Weissen Haus, wo Obama und Biden sowie ihre Frauen zur traditionellen Kaffeestunde empfangen wurden.

Erwartungen so hoch wie selten

Die Bewohner der Region, in der mehrere Millionen Menschen leben, mussten erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Alle Brücken vom Nachbarstaat Virginia stadteinwärts wurden für den Autoverkehr gesperrt und ein Grossteil der Innenstadt zur Sicherheitszone erklärt. Zwei U-Bahnhöfe an der National Mall waren die meiste Zeit geschlossen.

Die Erwartungen an Obama sind so hoch wie selten bei einer Amtseinführung: Die USA leiden unter einer Rezession, die Amerikaner sind kriegsmüde von den Einsätzen im Irak und in Afghanistan und wünschen sich einen Wechsel nach den acht Jahren unter der Regierung Bush. Der neue Präsident kann mit einer grossen Machtfülle regieren: Erstmals seit 1994 beherrschen die Demokraten das Weisse Haus und beide Kammern im Kongress.

Die neue Aussenministerin Clinton kann erst am Mittwoch ernannt werden. Grund ist der Einspruch eines republikanischen Senators, John Cornyn. Er hat Bedenken wegen der Stiftung von Clintons Mann Bill und deren Spendenzuflüsse aus dem Ausland. Cornyn will nach eigenen Worten Clintons Berufung nicht blockieren, verlangt aber noch einige Auskünfte zu diesem Thema.

Bush sollte nach der Amtseinführung Obamas mit einem Hubschrauber zum Luftwaffenstützpunkt Andrews in der Nähe der Hauptstadt fliegen und von dort in der Präsidentenmaschine nach Texas, wo er viele Jahre seines Lebens verbrachte.

Für Obama und Biden endet der Tag mit dem Besuch von zehn Bällen und Feiern bis tief in die Nacht. Nach ein paar Stunden Schlaf erwartet Obama am Mittwoch ein arbeitsreicher Tag.

Weshalb hat das Schweizer Fernsehen keine Notstromgruppe wie ein Spital?

In Krisen sind Radio und Fernsehen die wichtigsten Informationskanäle.

Der Stromausfall (Quelle Blick online) müsste der obersten Führungsebene zu denken geben.

Nichts geht mehr bei SF!

ZÜRICH – Alle Lichter sind aus, Leute bleiben in den Liften stecken, das Schweizer Fernsehen musste evakuiert werden. Legt der Stromausfall auch die Tagesschau lahm?

In den News-Redaktionen vom Schweizer Fernsehen wird auf Hochtouren gearbeitet. Plötzlich geht gar nichts mehr. Und das kurz vor der geplanten Übertragung von Barack Obamas Vereidigung. Ab 17.40 Uhr wollte SF live über das Polit-Ereignis berichten.

Die Pläne lösen sich allerdings in Rauch auf, das SF-Gebäude muss evakuiert werden. Über den Bildschirm flimmert «Swiss View» und die immer gleiche Zeile: «Die programmierten Sendungen können momentan nicht ausgestrahlt werden. Wir bemühen uns, die technische Störung so rasch wie möglich zu beheben».

Nichts geht mehr beim SF

Kommentar: Die Panne betraf ausschliesslich das Fernsehen und nicht ganz Oerlikon. Es gilt zu bedenken: Dies ist bereits die zweite Strompanne beim Schweizer Fernsehen. Weshalb wurden nach der ersten Panne nicht sofort die notwendigen Konsequenzen gezogen?

Wie zu erfahren war:

Der Stromausfall stand im Zusammenhang mit dem Kurzschluss, den im letzten August ein Eichhörnchen im EWZ-Unterwerk Aubrugg ausgelöst hatte. Damals wurde die Übertragung der Olympia-Schlussfeier unterbrochen. Nach dem Vorfall leiteten EWZ und SF Sofortmassnahmen ein.

Zur Erinnerung ALTER KNILL BLOG:

Montag, 25. August 2008

Krisensituationen antizipieren!

Es gibt immer wieder kleine Ursachen mit grosser Wirkung. Dass ein Eichhörnchen einen Stromausfall bewirken kann, der das Fernsehen und das Radio 1 1/2 Stunden lahmlegen kann, ist doch aussergewöhnlich. Eine Notstromgruppe müsste so konzipiert sein, dass das Fernsehen und Radio auch bei Stromausfällen weiter funktionieren kann. Besonders in Krisensituationen sind elekkronische Medien besonders wichtig.

Ich zitiere 20 Min - online:

Eichhörnchen legt das Schweizer Fernsehen lahm

Ein Eichhörnchen hat im Norden der Stadt Zürich einen Stromausfall ausgelöst. Betroffen war auch das Schweizer Fernsehen: Die Übertragungen der Olympia-Abschlussfeier und das Formel-1-Rennen in Valencia wurden unterbrochen. Peinlich: Die Notstromanlage des SF ist zu klein, um einen totalen Stromausfall zu beheben.

Dieses Eichhörnchen verursachte den Stromausfall. (Bild: Markus Heinzer/Fotograf)

Das Schweizer Fernsehen habe zwar eine Notstromanlage, aber diese sei zu klein, um einen totalen Stromausfall zu beheben, sagte Pressesprecher Marco Meroni.

Nicht auszudenken, was das bei einer Katastrophe für Folgen gehabt hätte wenn die Schwamendinger Bevölkerung hätte informiert werden müssen. Die Sirenen allen nützen nichts. Wie heisst es so schön: Bei Alarm Radio oder Fernsehen einschalten!

Nach der Panne hatte sich die Fernsehdirektorin immerhin sofort persönlich für die Panne entschuldigt. Sie weiss: Kommunikation ist Chefsache.

Gewalttaten aus Langeweile: Dieses Phänomen wird leider von vielen Erziehungsverantwortlichen ausgeblendet

Jahrelang suchte man stets nach entlastenden Beweggründen bei jugendlichen Gewalttätern. Man klammerte sich an Thesen, welche die Gewalttäter entlasten, wie: Der Täter war überfordert. Er handelte so unbeherrscht, weil er unter Leistungsdruck stand, er stand unter Schulstress oder man versuchte, der Gesellschaft, den Eltern oder den Lehrern die Schuld zuzuweisen. Verhöre und Vorkommnisse im Alltag verdeutlichen jedoch, dass vielfach Jugendliche, die orientierungslos sind und beispielsweise zu wenig gefordert worden sind, oft aus purer Langeweile dreinschlagen. Nicht jeder Jugendliche, der gewalttätig ist, wurde früher selbst geschlagen. Es gibt auch Gewalttäter, die ständig verwöhnt worden sind und die nie gelernt haben, sich an Spielregeln zu halten.

20 Min:

Jugendliche verprügeln Mann aus Langeweile

Drei Jugendliche gingen mitten in der Nacht auf einen 39-Jährigen los – aus Langeweile, wie sie nach ihrer Festnahme sagten.

Die Jugendlichen hatten sich in der Nacht auf Samstag entschlossen, jemanden anzupöbeln und zu attackieren. Nach eigenen Angaben hätten sie das aus Langeweile getan, wie die Stadtpolizei Winterthur heute Montag mitteilt. Bei der Wülflingerunterführung begegneten sie einem 39-Jährigen, gegen den sie sofort tätlich wurden. Rund eine Stunde später wurden sie von Kollegen des Opfer aufgegriffen und der Polizei übergeben.

Montag, 19. Januar 2009

Ein grauer Tag hat für mich auch etwas Faszinierendes

Ich teile die Meinung des britischen Psychologen nicht, der angeblich berechnet hat, dass heute ein besonders trister Montag sei.

Zitat 20 Min:

Psychologie

Heute ist der deprimierendste Tag

Der 19. Januar 2009 hats in sich: Ein britischer Psychologe hat ausgerechnet, dass heute der deprimierendste Tag aller Zeiten ist.

Grauer Himmel, kaltes Wetter, Grippewelle, Finanzkrise: «Blue Monday»

(Bild: Thomas Kienzle)

Kommentar: Dank dem Grau als Kontrast zu Helligkeit, schätze ich später die sonnigen Tage um so mehr. Für mich hatte der heutige Tag sogar etwas Geborgenes. Das Arbeiten fiel mir leicht. Ich konnte mich gut konzentrieren und das Arbeiten im wohlig warmen Büro hatte einen besonderen Reiz. Auch den Abend vor dem Kaminfeuer und der Tasse Tee empfand ich alles andere als depressiv. Ich schätze nach dem Lesen der Meldung mit der Psychologenthese erst recht, von der Grippewelle verschont geblieben zu sein und freue mich bereits auf das erholsame Bad. Uebertragen auf Kommunikationsprozesse lohnt es sich zu bedenken, dass es glücklicherweise nicht nur SCHWARZ oder nur WEISS gibt. Das GRAU hat beispielsweise eine wichtige Bedeutung bei Verhandlungsprozessen. Es veranschaulicht uns den Kompromiss zwischen der schwarzen und der weissen Position. Auch bei der Medienarbeit ist es gut, wenn gewisse Journalisten vermehrt differenzieren und auch die GRAUtöne ebenfalls wahrnehmen.

Es lebe desahlb der heutige graue Montag, der Neunzehnte!