Montag, 5. Januar 2009

Ist dies noch kalkulierbares Risiko?

Nach 20 Min:

Es gibt die verrücktesten Rekorde: Zum Beispiel, wer mit Skiern die höchste Klippe hinunter springt – und überlebt. Lange Zeit wurde gemunkelt, ein Norweger halte den Rekord. Jetzt ist ein Beweisvideo auf YouTube aufgetaucht.

(Quelle: YouTube)

Fred Syversen ist nicht nur ein waghalsiger Skifahrer, sondern auch ein guter. Für Freestylevideos stürzt er sich Hänge hinunter und lässt sich dabei filmen. So auch letzten Winter in den Schweizer Alpen. Doch an diesem besagten Tag ging etwas schief. Syversen kam von seiner Linie ab. Statt nur ein paar wenige, flog der Norweger 107 Meter tief. Knapp neben den Felsen knallte er in den Schnee, schlug ein 2,5 Meter tiefes Loch, blieb aber beinahe unversehrt. Um genügend Sauerstoff zu erhalten, ass Syversen ein Atemloch in den Schnee. Dann verlor er das Bewusstsein.

Die Anfahrt

Überhaupt reagierte der Norweger in Anbetracht der Situation sehr besonnen. Gegenüber dem finnischen Skiportal homeboyski.com gab Syversen zu seinem unfreiwilligen Rekordsprung Auskunft: «Als ich richtig Fahrt aufnahm, realisierte ich meinen Fehler. Der Geist arbeitet unter Stresssituationen erstaunlich schnell. Bremsen war keine Option mehr – sonst wäre ich jetzt nicht mehr hier. Also dachte ich, tu es, und tu es richtig. Für einen kurzen Moment dachte ich, das wars. Es gelang mir aber, neben den Felsen zu landen.»

Mit Verstand unvernünftig

Tatsächlich kann sich Syverson nicht nur bei seinen Schutzengeln, sondern auch bei seinem scharfen Verstand bedanken, dass er diesen Horrorsturz unversehrt überlebt hat: «Ich versuchte möglichst lange Position zu halten. Dann drehte mich der Luftwiderstand auf den Rücken – alles andere als eine horizontale Landung wäre sowieso nicht in Frage gekommen. Ich trug einen ABS Lawinenrucksack. Einer mit einer kleinen Aluminiumflasche im unteren Bereich des Rückens – nicht gut, wenn man darauf landet. Deshalb drehte ich mich während dem Flug leicht auf die linke Seite. So blieb vermutlich meine Wirbelsäule unversehrt.»

Als die Retter Syverson aus dem Schnee befreiten, war der Norweger immer noch bewusstlos. Minuten später konnte er aber selbständig zum Rettungshelikopter fahren, der ihn ins Spital flog. Dort konnten die Ärzte nur eine kleine Quetschung der Leber diagnostizieren. Verordnet wurden lediglich ein paar Tage Ruhe.

Kommentar: Es lohnt sich, über folgende Zeilen im Wikipedia zum Stichwort RISIKO nachzudenken und zu überlegen:

Wie weit soll ich - wann - gehen?

Ein Risiko ist die kalkulierte Prognose eines möglichen Schadens bzw. Verlustes im negativen Fall (Gefahr).

Ein Risiko ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines negativen Ereignisses (mathematisch) oder die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines negativen Ereignisses multipliziert mit dem finanziellen Ausmaß (BWL). Man kann Risiken aber auch aus dem Weg gehen. Hierfür existieren anspruchsvolle Konzepte in der Güntherlogik. Das Antonym zu „Risiko“ ist „Sicherheit“. (Sicherheit ist das Nichtvorhandensein eines unzulässigen Risikos.)

In der Umgangssprache erscheint „Risiko“ oft gleich bedeutend mit Gefahr ('gefühlte Gefahr'). Oft gibt es mehrere Risiken gleichzeitig, und ein Problem bei der Bewertung eines Risikos ist, dass es sich nicht nur um ein mögliches Ereignis handelt. Oft auch besteht die Tendenz, wesentliche Risiken zu vernachlässigen und nur das nächstliegende zu betrachten. Ist das Risiko so klein, dass es als vernachlässigbar und damit akzeptierbar betrachtet wird, so wird es oft „Restrisiko“ genannt. Fehleinschätzungen von Risiken können jedoch immer auch zu sehr negativen Folgen (Katastrophen) führen. Zitat:

„Wer wagt, gewinnt – außer er verliert“.

Sonntag, 4. Januar 2009

Zynische Chirurgen-Rhetorik

ZYNISCHE SPRÜCHE IM OPS

Chirurgen machen bei Operationen gewiss ihr Bestes. Sie operieren, heilen, retten. Doch die Halbgötter in Grün mit Mundschutz und Haube können auch anders. Für Insider ist es nachvollziehbar, dass sich die Götter in Grün mit zynischen Sprüchen in Stresssituationen den Druck abbauen müssen. Sie wissen, dass der Patient davon nichts hört. Es ist auch gut, dass diese Sprüche nicht zu Ohren bekommen.

SPIEGEL ONLINE hat solche Aussagen gesammelt, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt sind.

Schutzlos schlummernd wird die junge Frau in den OP gefahren. Sie hat Fieber, Schmerzen im rechten Unterbauch, Entzündungszeichen im Blut. Der Blinddarm muss raus - ein Routineeingriff. Doch was passiert, während der Chirurg das Skalpell ansetzt und sich bis zum Darm vorarbeitet? Spricht er über sein gekonntes Vorgehen und die elegante Art, die Muskelschichten auseinanderzuziehen? Beim ersten Mal vielleicht. Beim 500. Mal wohl kaum.

Vielleicht lästert er dann eher über ihre unrasierten Beine, das verunglückte Tattoo unterm Bauchnabel oder ihre breiten Hüften.

Was für viele Patienten eine Horrorvorstellung ist, ist keinesfalls in jedem OP tabu. Eine Mini-Umfrage unter 110 US-Ärzten etwa hat ergeben, dass sich angeblich bereits 17 Prozent über ihre Patienten lustig gemacht haben - vornehmlich, wenn jene in Narkose ahnungslos dahindämmerten. Im Angesicht von Krankheit und Tod, nach 24-Stunden-Schichten und mit Bergen von Arbeit auf dem Schreibtisch neigen offenbar nicht wenige Ärzte dazu, ihren Frust mit Spott loszuwerden.

Spott und Spass

Im wahren Leben geht es vermutlich zurückhaltender zu - wenn auch nicht viel:

Besonders grossen Spass etwa hatte ein Urologe, der den Penis seines Patienten aus einem Vasenhals befreien musste. Der Gepeinigte hatte ganz offensichtlich sexuelle Befriedigung gesucht, sich aber nicht getraut, das einzugestehen. Stattdessen hatte er dem Arzt erzählt, er sei in der Küche unglücklich gestürzt und auf die Vase gefallen. Der Urologe rief daraufhin seine männlichen Assistenten in den OP und verkündete: "Hier haben Sie den besten Grund dafür, warum Sie keine Hausarbeit machen sollten - es ist einfach zu gefährlich für Männer!"

"Haken halten, Maul halten"

Nicht immer ist die Anatomie allerdings so eindeutig. Unter Medizinern witzelt man über den unwissenden Assistenzarzt, der sich bei seinem Chef erkundigt: "War das jetzt die Aorta oder der Dickdarm?" Dass diese Geschichte nicht allzu fern liegt, zeigt der Fall eines Pariser Handchirurgen, der sich bei einer OP nicht sicher war, ob er gerade Fett- oder Nervengewebe durchtrennt hatte. Sein Kommentar: "Naja, ich werde es ja merken, ob er mir zum Abschied die Hand drücken kann oder nicht."

Selbst Kollegen werden nicht geschont

Doch nicht nur Patienten bekommen üble Sprüche im OP ab. Auch Studenten und Assistenzärzte müssen durch eine harte Schule. Ein Student im Praktischen Jahr, muss meist die körperlich ermattende Aufgabe übernehmen, das Operationsgebiet aufzuhalten - also Haut und Muskeln mit grossen Haken und aller Kraft auseinanderzuziehen. Erdreistet er sich dabei, dem Operateur eine Frage zu stellen, wird er nicht selten angeraunzt: "Haken halten, Maul halten."

Ein Assistenzarzt an einer deutschen Universitätsklinik wiederum durfte seine OP nicht weitermachen, weil sein Chef kommandierte: "Treten Sie sofort ab, Ihre Leistung entspricht nur dem Niveau eines Kreiskrankenhauses."

Hier einige Sprüche, die Spiegel von Aerzten zugestellt worden sind:

Der Macho: "Spreiz die Beine, alte Dame"

Eine ältere Schweizerin war gestürzt und hatte sich den Schenkelhals gebrochen. Als der junge Orthopäde schwungvoll den Saal betrat, hatte das Personal die alte Dame noch nicht in die passende Position gelegt. Er reagierte ungeduldig und versuchte grob, die Patientin selbst in die richtige Position zu ziehen: "Sooo, nun spreiz mal schnell die Beine, alte Dame."

Der Arrogante: "Eine dringende Sitzung im Lions Club"

Ob tatsächlich jemals ein Chirurg beim Operieren ausrief: "Hoppla, ich hab gerade meine Rolex verloren", ist zweifelhaft. Doch dass die Chefoperateure mitunter herrische Allüren an den Tag legen, weiß jeder Assistent. Hunger, Harndrang und müde Beine sind für Chefs tabu. "Och, Sie Arme", belustigte sich etwa ein Berliner Chirurg über eine Assistenzärztin, "sind Sie so schwach, dass Sie jetzt essen gehen müssen?!". Ein anderer Operateur wiederum machte sich nicht die Mühe, den offenen Bauch seiner frisch operierten Patientin selbst wieder zu verschließen. Der Grund: "Eine dringende Sitzung im Lions Club."

Der Ungeduldige: Die Patienten haben Schuld

Arbeit wie am Fliessband - das nervt auch Ärzte. Ein Radiologe in einer großen deutschen Stadt versuchte kürzlich, zwischen seinen Rauchpausen hektisch die Blutgefässe einer Patientin mit Hilfe von Katheter, Kontrastmittel und Röntgenstrahlen darzustellen. Immer wieder schob der chronisch schlecht gelaunte Arzt den winzigen Schlauch vor, kam nicht weiter und gab schliesslich entnervt auf - nicht ohne die wache alte Dame vorher lauthals anzupflaumen: "Mann, haben Sie Drecksgefässe."

Der Verständnisvolle: "Mit so einer riesigen Gebärmutter würde mir auch schlecht werden"

Nicht jeder Operateur fällt durch üble Laune auf. Mitunter versucht ein Chirurg auch, einfühlsam mit seinen Patienten zu sprechen. Das gelingt jedoch nicht immer, wie das Beispiel eines Bielefelder Gynäkologen zeigt: Er hatte eine mit einer Rückenmarknarkose betäubte Schwangere gerade mit einem Kaiserschnitt von ihrem ersten Kind entbunden. Der Frau wurde etwas schummerig und sie bekam gerade noch heraus: "Mir wird gerade etwas schlecht." Der Gynäkologe entgegnete trocken: "Würde mir auch, wenn ich so eine riesige Gebärmutter auf meinem Bauch liegen hätte."

OP-Saal: Studenten müssen "Haken und Maul halten"
DPA

OP-Saal: Studenten müssen "Haken und Maul halten"

Eiszeit in der Schweiz

Die Wirtschaft kaltet auch ab

Die Finanzwelt ist bereits vereist

Nicht nur diese Eiszeit . Auch Beziehungen zwischen Ländern und Staaten kühlen merklich ab (Ukraine-Russland und im Nahen Osten)

Das derzeitige Wetter veranschaulicht ebenfalls die zunehmende Kälte:

Minus 26 Grad

(aus 20 Min)

So kalt war es noch nie

Die Schweiz gleicht derzeit einer Tiefkühltruhe. Am Sonntagmorgen ist in Samedan die bisher tiefste Temperatur dieses Winters gemessen worden: Das Thermometer sank bis auf -26,6 Grad.

Schöne Wintersportverhältnisse, doch bei der Rekordkälte fallen den Skifans fast die Ohren ab. Wie hier auf der Lenzerheide. (Keystone)

Quelle Tagi:

Eiszeit in der Schweiz – und es wird noch kälter

Nachtrag 10.1.09 (20 Min):

Kältewelle

Kein Ende der Eiszeit in Sicht

Samstag, 3. Januar 2009

Es lohnt sich im Leben etwas zu riskieren -

doch geht es dabei nie um leichtsinniges Risiko -

wie auf diesem Bild:

Das Publikum will die Blochers zurück

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Programm-macher des Schweizer Fernsehens eine Lieblingssendung - einfach so - streichen können.

Ich zitiere Blick:

Traumpaar mit Traumquote: An diesen Blochers kann sich das TV-Pub­likum nicht sattsehen. (SF/Fotomontage)

Ein letztes Mal wirbelten Birgit Stein­egger und Walter Andreas Müller (WAM) über die Festtage als «Blochers» (Bild) durch die Lach-Sendung «Classe Politique». Silvia hängte schon wieder Bilder ihres Gatten im Bundeshaus auf, füllte den Kühlschrank mit seinen geliebten Cervelats auf. Und Christoph machte aus allen kleine Würstchen.

Unglaublich: 714 800 Zuschauer (43,1 Prozent Marktanteil) sahen die Satire­sendung nach 22 Uhr an. 200 000 mehr, als Kurt Aeschbacher zur Hauptsendezeit mit seinem Jahresrückblick holte.

Das hat jetzt Konsequenzen. Die falschen Blochers wollen zurück auf den Bildschirm.

Die geschlossene Bundesversammlung der TV-Chefs gab vergangenen Sommer bekannt, dass Stein­eggers und WAMs Gesamtbundesrat auf Ende 2008 abgesetzt wird. SF machte Spargründe geltend.

«Das Echo auf unsere letzte Sendung war fantastisch», sagt nun Birgit Steinegger. «Ich bedaure nach wie vor sehr, dass die Regierung jetzt ohne uns auskommen muss!»

Und WAM fordert gar forsch wie Blocher: «Jetzt müssen die Verantwortlichen über die Bücher! Man muss sich sogar überlegen, die Sendung noch auszubauen. Kein Sender der Welt kann sich leisten, ein so erfolgreiches Format einzustellen.»

Tatsächlich gäbe es Möglichkeiten, das lustige «Classe Politique» in die ernsthafte gleichnamige Polit-Sendung zu integrieren. Oder, wie ursprünglich ge­plant, pro Jahr zwei 30-minütige Specials zu machen. «Ich nehme an, dass sich die Chefs jetzt bei uns melden», sagt WAM. «Wir stehen für ein ­Gespräch zur Verfügung.»

Kommentar: Ich bin überzeugt, dass die Fernsehverantwortlichen die Wünsche der Publikums nicht einfach mit einem Federstrich negieren können. Auch in der Rhetorik gilt das Prinzip: Zuhörerorientiertes Verhalten - adressatenorientiertes Kommunizieren. Ich hoffe, den Programmverantwortlichen des Schweizer Fernsehens läuten heute die Ohren. Entscheide können und dürfen revidiert werden! Es gibt immerhin noch eine Programmkommission und die vielgepriesene Radio und Fernsehgenossenschaft. Hoffentlich werden diese von sich aus aktiv!

Die Meinung der Bevölkerung ist einhellig:

Blick.ch fragte seine Leser, ob die abgesetzte Politsatire «Classe Politique» wieder zurück auf den Bildschirm soll. Wenig später wurde die Redaktion mit Reaktionen regelrecht überschwemmt. Und die Meinung der Leser und TV-Zuschauer fiel einhellig aus: Die Sendung mit Walter Andreas Müller und Birgit Steinegger darf nicht abgesetzt werden, neue Folgen müssen her! E. Beer aus Bern etwa schreibt: «Ich schaue mir auch TV-Programme aus Spanien, Portugal, Italien und Frankreich an. Überall werden die Regierungen parodiert. Das gehört für mich auch zur Demokratie. In der Schweiz haben wir nun ein solches Top-Duo – es wird wohl einige Zeit dauern, bis wieder 2 Personen den ganzen Bundesrat so genial parodieren können». In den zig Zuschriften wird aber nicht nur das Talent der beiden Hauptdarsteller gerühmt – viele sind auch darüber erzürnt, dass sie fürs Fernsehen zwar zahlen müssen, ihre Wünsche als Zuschauer aber offenbar kaum berücksichtigt werden. Schreibt ein Peter aus Oberwil: «Es scheint Frau Deltenre egal zu sein, was die Zuschauer denken und wie gross die Einschaltquote ist. Weiss sie eigentlich, wer ihre Kunden sind, die ihre Fernsehlizenz bezahlen? Ich glaube kaum.» Ausserdem verstehen viele Leser nicht, dass man ihnen in Krisenzeiten jetzt auch noch das Programm wegnimmt, das sie immer wieder zum Lachen brachte: «Es ist wichtig, dass man in der heutigen Zeit wieder über alltäglich Sachen lachen kann!», meint W. Odermatt aus Buochs. Kurz und gut: «Könnte das Volk auch über das TV-Programm abstimmen – warum eigentlich nicht? – würde «Classe Politique» garantiert weitergeführt werden» (Urs, Arlesheim). Sieben Bundesräte, vereint in einem Komiker-Duo – Frau TV-Direktorin Deltenre, das wollen die Leute sehen! Bis Sie zur Vernunft gekommen sind, gönnen Sie den Blick.ch-Lesern das Spezial von «Classe Politique», das über die Festtage noch einmal zu sehen war – und prompt einen Zuschauerrekord verbuchte. (gux)

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Freitag, 2. Januar 2009

Morgen geniessen wir den Winterzauber auch am dritten Tag im neuen Jahr

Foto des zweiten Tages im Jahr:

  • Rauhreif bei Sonnenaufgang am Lenkersee, Lenk im Simmental (1068 m) im Berner Oberland swiss-image.ch/Christof Sonderegger