Freitag, 5. Dezember 2008

Das Rennen um den SVP Sitz ist wieder offen

Die Drahtzieher gegen einen SVP Hardliner können aufatmen. Die Gruppe 13 ist keine Gefahr für Maurer. Aber die Akterer, die wie bei der Abwahl Blochers im Hintergrund an den Fäden ziehen. Dazu zähle ich: Darbellay. Wyss und Co. Wenn es zutrifft, dass bekannte SVP Nationalräte die Wahl annehmen, dann wird es spannend.

tagi online:

Bisher war Ueli Maurer der offizielle Kandidat. Wenige Tage vor der Bundesratswahl haben jetzt aber einige SVP-Politiker anderen Parteien signalisiert, dass sie eine Wahl durchaus annehmen würden.

Als wilder Kandidat für den Bundesrat gehandelt: Nationalrat Bruno Zuppiger.

Als wilder Kandidat für den Bundesrat gehandelt: Nationalrat Bruno Zuppiger.

Würde Wahl wohl auch annehmen: Bauernpräsident Hansjörg Walter.

Würde Wahl wohl auch annehmen: Bauernpräsident Hansjörg Walter.

Mit ihm könnte Bern den Bundesratssitz verteidigen: SVP-Nationalrat Rudolf Joder.

Mit ihm könnte Bern den Bundesratssitz verteidigen: SVP-Nationalrat Rudolf Joder.

Es war vor einer Woche während der Fraktionssitzung der CVP: Fraktionschef Urs Schwaller bat die Mitglieder zu einer ersten Aussprache über die bevorstehenden Bundesratswahlen und die beiden SVP-Kandidaten Christoph Blocher und Ueli Maurer. Die Partei spielt das Zünglein an der Waage. Wer Bundesrat werden will, braucht die Stimmen der CVP.

Christoph Blocher hat keine Chance. Aber auch der zweite Mann auf dem offiziellen SVP-Ticket, Ueli Maurer, ist bei der CVP heftig umstritten. Nationalrat Urs Hany, wie Maurer aus dem Kanton Zürich, hat seine Zweifel ob dieser den Rollenwechsel vom Parteipräsidenten zum Bundesrat tatsächlich schafft. «Ich bin vom Zürcher Stimmvolk gewählt. Und dieses Stimmvolk wollte Maurer weder im Regierungsrat noch im Ständerat.» Dies müsse er bei seiner Wahl mitberücksichtigen.

Mehrere Politiker bestätigen

Jetzt fallen Maurer ausserdem die eigenen Leute in den Rücken. Der Zuger Politiker Gerhard Pfister bestätigt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz, dass mehrere SVP-Politiker der CVP signalisiert haben, sie würden eine Wahl annehmen. Sein Solothurner Parteikollege Pirmin Bischof bestätigt solche Manöver ebenfalls. Um welche SVP-Politiker es sich handelt, die sich der CVP als Alternativen angedient haben, wollen Pfister und Bischof nicht verraten. Recherchen zeigen jedoch, dass es sich dabei um die Nationalräte Bruno Zuppiger (ZH), Bauernpräsident Hansjörg Walter(TG) und den Berner Kantonalpräsident Rudolf Joder handelt. «Die Frage ist: Was ist die richtige Alternative?», sagt Bischof.

Aber noch etwas lässt die Wahl von Maurer in den Bundesrat unwahrscheinlicher werden. Sollte ein anderer anstatt Maurer gewählt werden, wird dieser nicht automatisch aus der SVP-Fraktion ausgeschlossen.

<

Der Glarner SVP-Ständerat This Jenny liess gestern durchblicken, dass der Gewählte nicht ausgeschlossen werden könne, wenn zwei Drittel der SVP-Fraktion mit der Wahl einverstanden sind.

Für Pfister ist die «Fokussierung auf die beiden offiziellen SVP-Kandidaten Blocher und Maurer mit der Erklärung von Jenny wieder stark in Frage gestellt. «Das Rennen ist meines Erachtens wieder völlig offen.» Der Wunsch der SVP in den Bundesrat zurück zu kehren, sei offenbar grösser als man bisher angenommen haben, meint Pfister.

Es könnte chaotisch werden

Gerhard Pfister befürchtet allerdings, dass damit das Jekami, welches man vor dem Entscheid der SVP-Fraktion erlebt hatte, wieder von vorne beginnt. Und daher auch, das es bei der Wahl am 10. Dezember chaotisch zugehen könnte, weil viele Namen ins Spiel kämen.

Eine wichtige Entscheidung über valable Alternativen zu Maurer und Blocher dürfte übers Wochenende fallen. Zuppiger, Walter, Joder oder vielleicht Jenny oder doch noch der Schaffhauser Germann? Oder gelingt Maurer in letzter Minute noch ein Comeback? «Die Ausgangslage ist sicher schwieriger als vor einem Jahr», meint Hany. Der Solothurner Bischof meint, mit Eveline Widmer-Schlumpf habe vor einem Jahr eine verlässliche Exekutivpolitikerin zur Verfügung gestanden, welche man ohne Bedenken habe wählen können. Keine Chance hat – wenigstens bei der CVP – der Zürcher Bruno Zuppiger.

Mörgeli Geschichte vor den Wahlen in den Medien thematisiert

Ist es Zufall oder geschickte Inszenierung, dass wenige Tage vor den Bundesratswahlen Couchepins Falschaussage in den Medien zur Sprache kommt? Der Tagesanzeiger musste die Geschichte bringen, weil das Bundesgericht immerhin prüfen will, ob Couchepins Immunität aufgehoben werden soll. Würde nämlich die Immunität des Bundespräsidenten aufgehoben, wäre dies etwas Aussergewöhnliches! Mörgeli wird diese Meldung gelegen kommen, zumal die Blocher Gegner immer wieder betont hatten, Blocher sei vor allem deshalb nicht wählbar , weil er ständig provoziere. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass Couchepin Kollegen beleidigt hatte.

Tagi-online:

Mörgeli-Mengele: Bundesgericht hinterfragt Couchepins Immunität

Im Streit um die Aussage von Bundespräsident Pascal Couchepin hat das Bundesgericht entschieden, die Aufhebung von Couchepins Immunität zu prüfen.

Hat Pascal Couchepin verklagt: Christoph Mörgeli lässt an einer Medienkonferenz im Frühling einen Mitschnitt von Couchepins Aussage laufen.

Hat Pascal Couchepin verklagt: Christoph Mörgeli lässt an einer Medienkonferenz im Frühling einen Mitschnitt von Couchepins Aussage laufen. Bild: Keystone

Das Gericht will gemäss einem heute veröffentlichten Entscheid als Erstes prüfen, ob Couchepin gerichtlich belangt werden kann. Sollte der Bundesrat Immunität geniessen, will das Bundesgericht prüfen, ob die Eidgenossenschaft für die Aussage verantwortlich gemacht werden kann.

Das Verfahren am Bundesgericht geht auf eine Kommissionssitzung des Nationalrats vom 1. Februar 2008 zurück. Damals hatte Couchepin statt «Mörgeli» «Mengele» gesagt, den Namen eines Nazi-Arztes. Der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli sah sich durch diese Aussage in seiner Ehre verletzt und hat deshalb von der Eidgenossenschaft eine symbolische Genugtuung von 1000 Franken verlangt, die er für Nazi-Opfer spenden will.

Bundesrat lehnte Zahlung als Genugtuung ab

Der Bundesrat lehnte die Zahlung einer Genugtuung im April dieses Jahres ab. Eine Rechtswidrigkeit liege nicht vor, weil die Nennung zweier ähnlich klingender Namen, ohne dass ein inhaltlicher Bezug hergestellt werde, keine Verletzung der Persönlichkeit darstelle, urteilte der Bundesrat damals. Bei der fraglichen Äusserung lasse im Weiteren nichts darauf schliessen, dass Couchepin willentlich einen Vergleich zwischen Mörgli und Mengele habe ziehen wollen. Eine Absicht, Mörgeli anzugreifen oder zu beleidigen, habe nicht bestanden. Auf Grund dieser ablehnenden Haltung des Bundesrats rief Mörgeli das Bundesgericht an.

Mit der Tonbandaufzeichnung konnte belegt werden, dass es sich nicht um einen Versprecher handelte und Couchepins Beschönigung der bewussten Provokation nicht stimmen konnte.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Nicht nur mit 105 Jahren ist es ratsam, bei Interviews nie vorschnell zu antworten

Heester behauptet, man habe ihm in einen Interview Worte in den Mund gelegt, die er so nicht gemeint habe.

Tagi- online berichtet:

«Hitler ein netter Kerl»: Aufregung um Heesters-Interview

Der 105-jährige Schauspieler Johannes Heesters fühlt sich von einem holländischen Fernsehsender mit Fragen nach Hitler «hereingelegt».

Worte in den Mund gelegt?: Johannes Heesters.

Worte in den Mund gelegt?: Johannes Heesters. (Bild: Keystone)

Heesters, der zurzeit in Hamburg Theater spielt, sei in einem Interview des TV-Senders Vara «überfallartig» mit Fragen nach Hitler und Stalin konfrontiert worden, erklärte seine Frau Simone Rethel-Heesters am Mittwoch in einem Communiqué.

Gemäss Rethel-Heesters antwortete der Schauspieler auf die Frage

«War Hitler ein netter Kerl?» (Was Hitler een aardige man?)

unter anderem:

«...für seine Soldaten war er aardig (gut), die fanden ihn gut».

Sie sei überzeugt, dass die «schreckliche Antwort» ihrem Mann «in den Mund gelegt» worden sei, erklärte Rethel-Heesters.

Sie selbst habe die «perfide Frage» des Interviewers nicht verstanden, weil sie auf Holländisch gestellt wurde. «Mein Mann hat leider versucht, die Frage nach «Hitler, dem guten Mann» zu beantworten, indem er sich immer wieder ungeschickt und für ihn entsetzlich verfänglich ausdrückte.

Interview im hohen Alter

Sie sei überzeugt davon, betonte Simone Rethel-Heesters, «dass Jopies Lebensleistung nicht durch einen einzigen unglücklichen Satz in einem Interview geschmälert wird, das er im Alter von 105 gegeben hat. Mein Mann ist im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen immer auf Distanz zu den braunen Machthabern geblieben.»

Mit der Ausstrahlung dieses Interviews, «das von einem jungen Mann geführt wurde, der gar nicht auf die Schwierigkeiten eines sehr, sehr alten, blinden Mannes einging, zynische Fragen stellte, die ein 105-Jähriger nicht mehr durchschaute, versucht man zweifellos, das Leben meines Mannes zu zerstören.»

Ärger statt Vorfreude

Für sie und ihren Mann, der sich so sehr auf die Feiern zu seinem 105. Geburtstag am Freitag gefreut habe, sei die momentane Situation «eine Katastrophe», erklärte die Ehefrau des Schauspielers.

«Er ist zurzeit praktisch nicht mehr in der Lage, seine Rolle zu spielen, und würde bei nochmalig auftretenden Bühnenschwierigkeiten aufhören müssen.» Heesters spielt noch bis zum 18. Januar in Hamburg den Kaiser Franz Joseph in der Operette «Im weissen Rössl».

Kommentar: Wer überfallartig mit Fragen konfrontiert wird, ist gut beraten, sich antizyklisch zu verhalten. Siehe www.rhetorik.ch unter dem Buchstaben A im Inhaltsverzeichnis: "Antizyklisch verhalten" . Wer nicht wartet, denkt und überlegt, bevor er spricht, läuft immer Gefahr, etwas zu sagen, das gravierende Folgen haben kann. Bei Heester geht es immerhin um seine Reputation.

Uebrigens: Wird eine Frage schlecht verstanden, darf nie geantwortet werden, bis die Frage geklärt ist.

Diese Erkenntnisse haben nichts mit dem Alter zu tun.

bild-online:

Was war passiert? In der holländischen TV-Show „Die Welt dreht sich weiter“ wurde Heesters für die Satire-Rubrik „Schakale“ interviewt und hat dabei Hitler als einen „guten Kerl“ bezeichnet. BILD druckt einen Auszug aus dem Gesprächs-Protokoll:

Der Journalist fragt: „War Hitler ein netter Bursche?“

Heesters: „Adolf Hitler, ja Gott, ich kenne den Mann wenig, aber ein Kerl, weißt du, das war er, ein guter Kerl.“

Heesters’ Frau Simone Rethel: „Ja, Jopie, was redest du?“

Heesters: „Was?“

Seine Frau: „Das war doch kein guter Kerl, der Hitler.“

Heesters: „Nun ja, das war er nicht, aber für mich war er nett.“

Seine Frau: „Jopie, Hitler war der größte Verbrecher auf der ganzen Welt! Da kannst du nicht sagen, er war ein feiner Kerl! Was redest du für dumme Sachen!“

Heesters: „Na ja, ich darf nicht mehr sagen, dann ist sie böse mit mir.“

Nachtrag -- die Kritik reisst nicht ab - Ich zitiere 20 Min:

«Er ist ein alter Narr»

Entertainer Johannes Heesters steht wegen seiner jüngsten Hitler-Äusserungen weiter in der Kritik. Der 105-Jährige hatte Adolf Hitler als «netten Kerl» bezeichnet.

< Johannes Heesters bei einem Auftritt letzte Woche

Seine Aussage, wonach der NS-Diktator «ein guter Kerl» gewesen sei, sei typisch für Heesters, sagte der niederländische Bestseller-Autor Leon de Winter der «Frankfurter Rundschau». «Er relativiert die NS-Zeit ja seit 60 Jahren», warf de Winter dem Entertainer vor.

Heesters Hitler-Entgleisung sei wohl auch auf sein hohes Alter zurückzuführen: «Er ist ein Narr, inzwischen ein alter Narr», wurde der Schriftsteller weiter zitiert. «Mit 105 ist er sicher nicht mehr klar im Kopf.» Vielleicht lockere das Alter aber auch nur seine Zunge - «so wie Betrunkene und Kinder sagen, was sie wirklich denken

Nachtrag Tagi 13.12.08:

Hitler-Ausspruch: Jopie Heesters entschuldigt sich vor laufender Kamera

Der Sänger war heute Abend zu Besuch bei «Wetten Dass?!». Bevor er zu singen anfangen könne, müsse er noch etwas sagen, sagte Heesters. Etwas Wichtiges.

1/28 Johannes Heesters, mit vollem Namen Johan Marius Nicolaas Heesters, wurde am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort als jüngster von vier Söhnen geboren. Ursprünglich wollte er katholischer Geistlicher werden, machte dann aber eine kaufmännische Lehre. Mit 16 entschloss er sich nach einem Theaterbesuch, Schauspieler zu werden. Mit 17 Jahren stand er zum ersten Mal auf der Bühne.

«Ich habe vor ein paar Tagen etwas Dummes, etwas Fürchterliches gesagt, und dafür bitte ich um Verzeihung», sagte Johannes Heesters vor Beginn seiner Vorstellung. Er erntete dafür, wie auch für seine Vorstellung, intensiven Applaus. Zu Besuch war Heesters, weil er Gastgeber Thomas Gottschalk 2003 – mit 100 Jahren – versprochen hatte, dass er 2008 vorbeikommt.

Seltene Krankheiten

In 20 Min gefunden:

Folgen

Ein Knall und er fällt einfach um

Plötzliches Niesen im Bus, Kindergeschrei oder Hundegebell: Überraschende Geräusche lassen den Briten Andy Latham starr vor Schreck werden und wie tot zu Boden fallen. Mehr...

Kommentar: Mit interessieren vor allem Krankheiten, die mit Medien und Medienkonsum zu tun haben.

Dazu gehört sicher das Truman-Syndrom. Es kann viele Ursachen haben: Neben diversen psychischen Störungen äusserst es ich als Symptom von degenerativen Erkankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Wissenschaftler wie Gold sehen einen direkten Zusammenhang zwischen unserer durch Medien bestimmten Umwelt und der psychischen Erkrankung.

Die Mediengeilheit zählt nicht mehr zu den seltenen Krankheiten. Doch kann diese Krankheit auch unangenehme Folgen haben. Siehe die Beiträge in rhetorik.ch:

  1. rhetorik.ch aktuell: Mediengeilheit raecht sich

    15. Nov. 2001 ... Auch in diesem Fall, wurde Fischer Opfer seiner Mediengeilheit. Die Panne war ebenfalls selbstverschuldet. Bei einer Sendung "Versteckte ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_15_2001.html - 8k - Cached - Similar pages
  2. rhetorik.ch aktuell: Mediengeilheit-Eine Unheilbare Krankheit?

    8. Apr. 2008 ... Mediengeilheit-Eine Unheilbare Krankheit? Rhetorik.ch Artikel zum Thema:. Aktuell Persönlich Artikel · Calmy-Rey mit Kopftuch ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_08/index.html - 4k - Cached - Similar pages
  3. [PDF]

    MEDIENGEILHEIT” – EINE UNHEILBARE KRANKHEIT?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML scheint, als sei diese “Mediengeilheit” unheil- .... Die meisten Promis, die vom Virus “Mediengeilheit” befallen wurden, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_08/04_08.pdf - Similar pages
  4. rhetorik.ch aktuell: Nella Martinetti: Trotz Einsicht nicht geheilt?

    30. Jan. 2008 ... Quelle: Blick, Die Auswirkungen des Virus Mediengeilheit haben wir in ... Es braucht viel, bis die Mediengeilheit geheilt ist und sich die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/01_30/index.html - 6k - Cached - Similar pages
  5. Medienopfer

    Der Themenkreis der Medienskandalierung, des Medienmobbings oder der Mediengeilheit und der damit verbundenen Krisenkommunikation hat uns in der ... www.rhetorik.ch/Medienopfer/Medienopfer.html - 18k - Cached - Similar pages
  6. rhetorik.ch aktuell: Intimes öffentlich preisgeben?

    4. Nov. 2007 ... Die angebliche Offenheit und Mediengeilheit wird meist zum Bumerang. Sie schadet langfristig der prominenten Person. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_04/index.html - 13k - Cached - Similar pages
  7. rhetorik.ch aktuell: Tips der Klatschtante Kessler an Prominente

    12. Nov. 2007 ... Der Virus Mediengeilheit macht blind, wenn er die Persönlichkeit infiziert hat. Prominent sein ist ein 24 Stunden Job. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_12/index.html - 8k - Cached - Similar pages
  8. rhetorik.ch aktuell: Nationalrat Mario Fehr in der Reality Show

    30. Apr. 2008 ... Mediengeilheit rächt sich · Nationalratswerbung mit Unterwäsche ... es zu merken - plötzlich vom Virus Mediengeilheit befallen werden kann. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_30/index.html - 9k - Cached - Similar pages
  9. [PDF]

    PRIVATLEBEN UND ÖFFENTLICHKEIT – EIN BALANCEAKT

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Es ist nicht immer nur der Virus “Mediengeilheit”, der intelli-. gente Persönlichkeiten dazu verleitet, ..... war die “Mediengeilheit” in diesem Fall domi- ... www.rhetorik.ch/Aktuell/balance/07_2004.pdf - Similar pages
  10. rhetorik.ch aktuell:

    Vielleicht war die "Mediengeilheit" dominanter als die gefasste Grundsatzeinstellung. Jedenfalls wurde die erwähnte Person in einem TV- Portrait doch im ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_01_2001.html - 6k - Cached - Similar pages

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Die Macht der Medien in der heutigen Medienlandschaft

Dass sich die Medienlandschaft verändert hat, ist hinlänglich bekannt. Es wird immer mehr personifiziert, emotionalisiert, boulevardisiert, homogenisiert, simplifiziert, skandalisiert, moralisiert , kommerzialisiert. Es herrscht ein unerbittlichen Kampf um die attraktivsten Bilder. Es geht in erster Linie um Einschaltquoten. Der Schutz der Persönlichkeit gerät zunehmend unter die Räder, die Forderungen nach mehr „Schutz der Persönlichkeit“ ist somit nachvollziehbar. Ich möchte in diesem Beitrag für die Leser der Frage nachgehen, was betroffene Führungspersönlichkeiten für Möglichkeiten haben, unter den veränderten Gegebenheiten dennoch vernünftig mit Journalisten umzugehen.

In der zweiten Medienkonferenz anlässlich des Rücktrittes von Samuel Schmid als Bundesrat bekam er vor laufender Kamera plötzlich Nasenbluten. Der Verteidigungsminister den Journalisten zu: „Bitte nicht fotografieren“. Doch die Kameras wurden nicht abgestellt, die Bilder waren im Schweizer Fernsehen wie auch im Blick zu sehen. Schmid wendete sich nach dem Zwischenfall sofort ab, verliess das Podium und schob sinnvollerweise eine Pause ein. Dieses Verhalten war richtig. Bei einer Live-Uebertragung waren die Aufnahme dieser Sequenz unvermeidlich. In der Tagesschau hätte man dann jedoch andere Bilder zeigen können.

Als Bundesrat Merz nach seinem Herzstillstand auf der Bahre vom Helikopter ins Spital in Bern überführt wurde, kam es bei einigen Medien zu Bildern vom Spitalgelände, welche eindeutig ethische Grundsätze missachteten. Der Magistrat war den Bilderjägern hilflos ausgeliefert.

Da der Konkurrenzkampf immer mehr dazu führt, dass alle Medien bei aktuellen Geschichten einander nachfolgen, sprach Merz treffend von einem Goldfischsyndrom, man könnte das Nachahmungsverhalten auch als Homogenisierung bezeichnen. Als Folge dieser gemeinsamen Jagd nach exklusiven Geschichten hat der Erfolgsdruck enorm zugenommen. Wir müssen uns deshalb immer mehr mit ethischen Fragen und den Grenzbereichen der Persönlichkeitsverletzung befassen. Politiker und Führungspersönlichkeiten sind gefordert, sich mit der neuen Situation auseinandersetzen und der Frage nachgehen: Gibt es gegenüber dem Meutejournalismus taugliche Verhaltensmassregeln, die es erlauben, trotz unerfreulicher Nebenerscheinungen im Umgang mit Medien zu bestehen?

Medienschelte allein greift zu kurz

Nach dem Rücktritt von Bundesrat Schmid gerieten die Medien in die Kritik. Doris Leuthard verlangte, Verleger, Chefredaktoren und Presserat müssten sich zusammensetzen und die Lage in einem Krisengipfel analysieren. Harte Kritik war auch vom Pressesprecher des Bundesrates, Oswald Sigg, zu hören. Für ihn müssten die Medien zwei Worte aus der Abschiedsrede Samuel Schmids ernster nehmen: „Demut und Bescheidenheit!“ Urs Altermatt, Professor für Zeitgeschichte findet: „Samuel Schmid ist in einem gewissen Sinne Opfer einer Medienkampagne – einer unkoordinierten fast chaotischen Kampagne - geworden, die noch keine Verschwörungszüge trägt.“ Soziologe Kurt Imhof wirft den Journalisten Rudelverhalten, sogar Dummheit vor. Er empfiehlt ein Observatorium der öffentlichen Kommunikation zu gründen, das die Medienberichterstattungen kritisch begleiten müsste.

Ich teile die Meinung, dass sich das Klima in der Medienlandschaft verschärft hat und Führungskräfte unverhofft einer Medienmeute ausgeliefert sein können.

Chefredaktoren und Verleger wehrten sich in der Wochenendzeitung „SONNTAG vom 16. November“ gegen jegliche pauschale Kritik. Die These Imhofs lautet, alle Medien würden heute die gleiche Meinung vertreten, von den Gratis-, Boulevardblättern, Qualitätszeitungen bis hin zu Radio und Fernsehen, gekoppelt mit Behauptungen wie - es fehle heute an publizistischer Vielfalt. Alle würden von einander abschreiben und wie Lemminge hinter einander her laufen (Der Rudeljournalismus könne in vielen konkreten Fällen nachgewiesen werden). Diese verallgemeinernde These befremdete die meisten Verleger und Chefredaktoren. Für sie gibt es nicht - DIE MEDIEN AN SICH. Auch heute gebe es immer noch verschiedene Medien mit intelligenten Journalisten. Von Lynchjustiz könne keine Rede sein.

Ich finde, Pauschalurteile bringen wenig. Es geht mir jedoch darum, die ethischen Grenzen unter den neuen Gegebenheit in der veränderten Medienlandschaft bewusster zu machen.

Der Pakt Medien/ Politiker besteht nicht mehr so wie früher

Jahrzehntelang paktierten die Spitzenpolitiker mit den Medien und nutzten diese Symbiose. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Politiker frohlockten beispielsweise schadenfreudig, wenn ihr politischer Gegner von den Medien verteufelt wurde. Richtete sich die Kritik aber gegen das eigene Lager, sprachen sie von Verketzerungen und Verteufelungen. Ich entsinne mich noch gut, wie in den 68 Jahren die Medien als einseitig und links bezeichnet wurden und armeekritische Beiträge oder Reportagen von 1. Mai - Kravallen zu zahlreichen Beschwerden geführt hatten. Damals wurden Aufnahmen beanstandet, die verletzte Demonstranten zeigten und Mitleid weckten, hingegen wurden die Bilder von verletzten Polizisten nur verbal erwähnt. Später wurde dann das Fernsehen kritisiert, weil es angeblich zu bürgerlich, zu gouvernemental, zu wenig kritisch sei und gewisse Parteien und Gruppierungen schone. Die Auseinandersetzungen um Objektivität machte bewusst, dass es sehr schwer ist, Vorkommnisse sachgerecht und ausgewogen darzustellen. Eine absolute Objektivität gibt es wohl nie. Wir müssen davon ausgehen, dass jeder Medienmacher seine persönliche Meinung hat und es allen Menschen schwer fällt, eigene persönliche Präferenz zurückstellen. Anderseits dürfen Medien meiner Meinung nach Institutionen, Parteien, auch den Bundesrat, kritisieren (Medien haben in Demokratien eine wichtige Kontrollfunktion). Aufschlussreich ist die Beurteilung der Situation durch Peter Studer (ehemaliger Präsident des Schweizerischen Presserates) in SONNTAG NR. 47. Er verweist auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die Medien als „Wachthund der Demokratie“ bezeichnet. Heute werde immer mehr auf Personen gespielt, findet Studer und Journalisten seien leider oft keine Wachhunde mehr, sondern vielmehr Wadenbeisser. Anderseits sind die Medien auch auf Informationen durch Personen der Oeffentlichkeit (Politiker, Manager usw.) angewiesen. Denn Medien verkaufen immer Geschichten, Personen und Nachrichten. Ich habe noch nie die Zusammenarbeit mit den Medien als herzliche Freundschaftsbeziehung bezeichnet, sie ist aus meiner Sicht ein Geben und Nehmen, wie es zwischen Verhandlungspartnern üblich ist. Beide Seiten können gewinnen oder verlieren. Ohne Medien werden Politiker zu Unpersonen und ihre Botschaften werden nicht mehr verbreitet. Die Medien benötigen Prominente um sie den Lesern verkaufen zu können. Jede Seite ist auf die Gegenseite angewiesen, obschon es kein Politiker gern hat, wenn er kritisiert wird. Es gibt nur dann Probleme, wenn gewisse Regeln der Ethik missachtet werden. Betroffene sollten nie schweigen, wenn Journalisten ethische Grundregeln missachten. Die Kontrolleure (Medien als vierte Gewalt?) müssen sich in Demokratien gefallen lassen, dass man auch sie einer Kontrolle unterzieht.

Im NZZcampus an der Universität Zürich diskutierten am 2. September Martin Senti und Kurt Imhof in der

Weiterbildungsreihe über Medien, Macht und Qualität über die Macht der Medien, die Macht der Politik und den Trend zur Personalisierung in der politischen Berichterstattung.

Der Hörsaal war zum Bersten voll. Der riesige Aufmarsch machte mir bewusst, dass sich breite Kreise für den Themenkreis "Medien, Macht und Qualität" interessierten. Auch bei diesem Medientalk an der Uni Zürich war von Rudeljournalismus, Lemmingejournalismus und Bewegungsmelderjournalismus die Rede. Ob es sich bei Bundesrat Schmid auch um eine Medienkampagne handelte, waren sich die Diskutanten nicht einig.

Welche Ansätze könnten uns aus der heutigen Mediensituation retten, bei der vor allem die Einschaltquoten zählen und sich die Medien gegenseitig schonen.

Mich interessierte es zu erfahren, welche Wege aus dem Dilemma herausführen könnten und ich stellte an dieser Veranstaltung Kurt Imhof die Frage, welche gangbaren Wege er als Lösungsansatz sehe.

Schlimm sind für Imhof vor allem die Wahrnehmungsverzerrungen. Weil die Kommunikation der wichtigste Rohstoff unserer Zeit sei, gelte es:

- Die Medienreflexion zu fördern

- Wir bräuchten Ombudsleute

- Vermehrte Mitsprache des Publikums wäre erwünscht

- Eine Berichtspflicht könnte eingeführt werden

- Die Feedbackkultur müsste ebenfalls gefördert werden

- Vor allem die Medienkritik gelte es zu verbessern

Wenn Qualitätsmedien abgebaut werden, kriegen wir sie nicht mehr hoch. Dem Raubbau ein den Redaktionsstuben müsse Einhalt geboten werden- Die Online Redaktionen würden immer teurer und das führe zum Raubbau in den Redaktionen. Heute leben auch die Gratiszeitungen von "Brot und Spielen". Die andern Blätter ahmen leider diesen Trend nach.

Es fehlt immer mehr an offener Auseinandersetzungen bei politischen Inhalten.

Hier muss Gegensteuer gehalten werden auch hinsichtlich der Abflachung der Meinungsvielfalt.

Auch Obama kippt sein Versprechen

Wie die meisten Politiker kann Obama seine Versprechen nicht mehr einhalten, nachdem er gewählt ist.

Blick online:

Ein enger Berater sagte, Obama habe die Gewinnsteuer ins Gespräch gebracht, als der Ölpreis weit über 80 Dollar pro Fass gelegen habe. Seitdem sei der Ölpreis aber deutlich gefallen und er werde auf absehbare Zeit auch nicht wieder über die Marke von 80 Dollar pro Fass steigen.

< Obama will nun die grossen Ölkonzerne offenbar nicht mehr mit einer Sondersteuer belasten. Seine Pläne zur Stützung der amerikanischen Mittelschicht seien aber auch ohne die Sondersteuer für Ölkonzerne zu finanzieren, fügte der Berater hinzu.

Während seines Wahlkampfs hatte Obama wiederholt eine Sondersteuer auf die Milliarden-Gewinne der Ölmultis gefordert, um im Gegenzug die Steuerlast für Familien mit geringem und mittlerem Einkommen zu reduzieren. Der Ölpreis ist seit seinem Rekordhoch im Juli bei 147 Dollar pro Fass auf zuletzt unter 50 Dollar gefallen. (SDA)

Wahlkampfversprechen hin oder her: Barack Obama will offenbar keine Sonderbesteuerung grosser Ölkonzerne mehr. (Reuters)

Kommentar: Damit hat ein Freund von mir recht, der schon vor der Wahl behauptet hatte, Obama werde - wie alle andern Politiker - seine Versprechen nicht mehr einhalten, sobald er gewählt sei.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Ob das mit Hillary gut geht? Zweifel sind berechtigt

Foto aus Bild-online:

Hillary Clinton & Barack Obama: Wie lange geht das gut - Ehemalige First Lady wird US-Aussenministerin

Hillary Clinton hatte stets geschickt taktiert, hat einen eisernen Willen. Sie war und bleibt vor allem ein Machtmensch. Sie hat Bills Fehltritte geschluckt, weil sie genau wusste - nur so gelingt es ihr, an die Macht zu kommen. Das Durchstehvermögen lohnte sich. Sie ist gebildet, bienenfleißig und krankhaft ehrgeizig. Sie bringt internationale Erfahrung mit, die Barack Obama gänzlich fehlt. Im Wahlkampf spottete sie monatelang gegen Obama: „Ich biete Lösungen. Er nur Versprechungen.“ Oder: „Die Wähler sollen entscheiden, ob einer auf die komplexen internationalen Herausforderungen vorbereitet ist, weil er mit zehn Jahren mal im Ausland gelebt hat.“

Kann auf diesem Boden ein echte Freundschaft wachsen?

Hillary Clinton sagte unverblümt über Obama: „Schöne Reden bringen kein Essen auf den Tisch!“

Hillary wollte immer ein starkes (militärisches) Amerika als globale Führungsmacht. Obama setzt hingegen lieber auf leise Diplomatie. Er will notfalls auch mit Diktatoren verhandeln.

Hillary hielt nichts von einem raschen Abzug aus dem Irak. Obama versprach den Amerikanern die Rückkehr aller Soldaten aus Bagdad innerhalb von 16 Monaten.

Experten glauben nicht, dass sich Hillary unterordnen kann

Nach der Vorwahl-Niederlage Größe, verneigte sich sie sich zwar vor Obama. Hillary wird sich aber in keine Schublade stecken lassen – Konfrontationen mit Vizepräsident Joseph Biden sind somit programmiert. Der 66-Jährige war bisher der führende demokratische Außenpolitiker. Ein absoluter Loyalist, wurde von Obama wegen seiner außenpolitischen Kompetenz geholt. Nun muss sich Biden mit der selbstsicheren Präsenz Hillary Clintons herumschlagen – . Dies könnte zu Konflikten führen.

Und Bill - welche Rolle spielt er künftig?

Obama versprach einen Wechsel. Mit Clintons ist jedoch das Image "der bisherigen Politik" verbunden. Nun kann Obama den Schatten der Clintons nicht mehr so leicht abschütteln. Jetzt regieren sie mit. Zwar will der Ex-Präsident alle 200 000 Spender bekannt geben, die seine Stiftung „Clinton Global Initiative“ unterstützen. Auch sollen seine Auftritte als Redner (425 000 Dollar/Auftritt) künftig mit dem Weißen Haus abgestimmt werden. Medienstar Bill Clinton könnte es künftig immer wieder gelingen, Obama die Show zu stehlen!

Aus Nebelspalter:

Ein Hoch auf Billary

Jetzt ist es offiziell - und nun wirklich keine grosse Überraschung mehr: Die ehemalige First Lady wird neue US-Aussenministerin.

Überraschend ist da vielleicht schon eher, mit wie viel Alteisen der grosse Überflieger Obama sein Luftschiff für eine völlig neue Ära zusammenbaut.

Kommentar: Was hat Hillarys Wahl mit Change zu tun? Obama hat gegen sie nicht zuletzt deshalb gewonnen, weil die Bevölkerung einen Wechsel wollte und Hillary als ehemalige First Lady zu sehr vom Stallgeruch des "Weissen Hauses der Vergangenheit" mit sich brachte.